[0001] Die vorliegende Erfindung betrifft ein Verfahren zum Aufbringen von Etiketten auf
Produkte, insbesondere auf Zuschnitte oder Materialbahnen für Packungen für Tabakprodukte,
bei dem ein Trägerband mit darauf angeordneten Etiketten im Rahmen einer ersten, beschleunigten
Förderbewegung zu einem Lösebereich gefördert wird, in dem jeweils mindestens ein
Etikett von dem Trägerband gelöst wird. Die Erfindung betrifft des Weiteren eine Vorrichtung
zur Durchführung dieses Verfahrens.
[0002] Es sind Etikettierer bekannt, bei denen das Trägerband beschleunigt zu einem Lösebereich
gefördert wird, um die Geschwindigkeit des Trägerbands auf diese Weise an die Geschwindigkeit
eines bewegten, die Etiketten mitnehmenden Mitnahmeorgans des Lösebereichs anzugleichen.
Die Anforderungen an die Produktionsleistung von Etikettierern steigen allerdings
immer weiter an. Entsprechend erhöhen sich auch die Kräfte, die auf das Etikettenträgerband
während solcher Beschleunigungsphasen wirken. Diese können im Extremfall zu so großen
Bahnspannungen führen, dass das Trägerband reißt.
[0003] Ausgehend hiervon ist es Aufgabe der vorliegenden Erfindung das eingangs genannte
Verfahren und die eingangs genannte Vorrichtung weiterzuentwickeln. Diese Aufgabe
wird gelöst durch ein Verfahren mit den Merkmalen des Anspruchs 1 sowie eine Vorrichtung
mit den Merkmalen des Anspruchs 17.
[0004] Entsprechend ist erfindungsgemäß vorgesehen, dass das Trägerband zur Verlängerung
des Weges, entlang dessen das Trägerband mit den darauf angeordneten Etiketten beschleunigt
zu dem Lösebereich oder einer Lösestation gefördert wird, durch eine zweite, insbesondere
entgegengesetzte Förderbewegung von dem Lösebereich bzw. der Lösestation wegbewegt
wird, die der ersten Förderbewegung zeitlich vorgelagert ist oder mit dieser zeitlich
überlagert ist.
[0005] Mit anderen Worten wird das Trägerband - entweder bevor es zu dem Lösebereich beschleunigt
wird oder gegebenenfalls auch währenddessen - zurück- bzw. in die der Beschleunigungsrichtung
entgegengesetzte Richtung bewegt, um den Abstand zwischen dem nächstabzunehmenden
Etikett und dem Lösebereich zu vergrößern. Für die Beschleunigung steht dann ein längerer
Weg zur Verfügung. Die Endgeschwindigkeit, die das Trägerband am Ende der Beschleunigungsphase
im Lösebereich erreichen soll, kann dann entlang einer längeren Wegstrecke erreicht
werden, was im Ergebnis geringere Beschleunigungswerte ermöglicht und in der Konsequenz
geringere auf das Trägerband wirkende Kräfte verursacht. Dies jeweils im Vergleich
zu einer Konstellation ohne solche entgegengesetzte, zweite Förderbewegung.
[0006] In der Regel erfolgt das Lösen der Etiketten in dem Lösebereich zyklisch bzw. taktweise
(im Maschinentakt). Dabei werden die Etiketten nacheinander zu dem Lösebereich gefördert.
Pro Takt wird dabei eine definierte Anzahl von Etiketten von dem Trägerband gelöst.
Häufig genau ein Etikett, es können aber auch mehrere Etiketten sein.
[0007] In einer bevorzugten Ausführungsform der Erfindung wird das Trägerband bzw. jeweils
ein mindestens das nächstabzunehmende Etikett umfassender Abschnitt desselben innerhalb
eines Maschinentakts zunächst durch die zweite Förderbewegung von dem Lösebereich
weg bewegt, dann beschleunigt zum Lösebereich hin bewegt (erste Förderbewegung) und
schließlich dort das Etikett von dem Trägerband gelöst. Im nächsten Zyklus wird dann
der Abschnitt mit dem nächstfolgenden Etikett von dem Lösebereich weg bewegt, dann
beschleunigt und schließlich gelöst etc.
[0008] Neben dieser bevorzugten Ausführungsform ist es allerdings auch denkbar, dass die
zweite Förderbewegung der ersten nicht zeitlich vorgelagert ist, sondern diese zeitlich
mindestens teilweise überlagert. Beispielsweise könnte ein motorisch bewegbares Führungsorgan,
entlang dessen die Trägerbahn geführt wird, zusammen mit dem Trägerband von dem Lösebereich
wegbewegt werden bzw. unter Mitnahme der Trägerbahn, während die Trägerbahn selbst
relativ zu dem sich bewegenden Führungsorgan bereits beschleunigt in Richtung des
Lösebereichs bewegt wird. Diese beiden überlagerten Bewegungen würden im Ergebnis
ebenfalls dazu führen, dass für die Beschleunigung des Trägerbands auf die gewünschte
Endgeschwindigkeit eine größere Wegstrecke zur Verfügung steht als ohne eine solche
Bewegung des Führungsorgans.
[0009] Das motorisch bewegbare Führungsorgan kann aber die zweite Förderbewegung theoretisch
auch zeitlich vorgelagert durchführen, ohne dass die Trägerbahn zusätzlich relativ
zu dem Führungsorgan bewegt wird. Mit anderen Worten könnte in einem Maschinenzyklus
das Führungsorgan zusammen mit dem relativ zu diesem in diesem Moment nicht bewegten
Trägerband zunächst die entgegengesetzte, zweite Förderbewegung vollziehen, das heißt,
die Förderbewegung weg von dem Lösebereich. Anschließend könnte das motorisch bewegbare
Führungsorgan unter Mitnahme des Trägerbands die erste Förderbewegung hin zu dem Lösebereich
ausführen. Innerhalb eines Maschinenzyklus würde das Führungsorgan somit eine Hin-
und Herbewegung ausführen.
[0010] Diese erste Förderbewegung könnte im Übrigen dann alternativ auch eine Kombination
aus der vorgenannten Bewegung des motorisch bewegbaren Führungsorgans und einer ebenfalls
zu dem Lösebereich gerichteten Bewegung des Trägerbands relativ zu dem motorisch bewegbaren
Führungsorgan sein.
[0011] Alternativ, und dies wird vermutlich der Regelfall sein, können allerdings die erste
und/oder die zweite Förderbewegung durch Rotation eines bezogen auf etwaige Translationsbewegungen
ortsfesten, das Trägerband fördernden, rotierenden Fördermittels bewirkt werden, wie
etwa einer Förderwalze bzw. eines Förderwalzenpaares oder einer Bobine, auf die das
Trägerband aufgewickelt wird.
[0012] Was das Führungsorgan betrifft, so ist dies vorzugsweise ein längliches Umlenkorgan
zur Umlenkung des Trägerbands. Ein vorderer Umlenkbereich kann dann gleichzeitig eine
sogenannte Abzugskante bilden, in deren Bereich die Etiketten von dem Trägerband abgelöst
werden.
[0013] Was die erste und die zweite Förderbewegung betrifft, so sind diese bevorzugt derart
ausgebildet, dass der zeitabhängige Geschwindigkeitsverlauf des Trägerbands (pro Takt
oder über sämtliche Takte gesehen) einer harmonischen Schwingung entspricht. Dabei
wird das Trägerband in der beschriebenen Weise relativ zu dem Lösebereich nach Art
einer harmonischen Schwingung zu dem Lösebereich hin- und von diesem wegbewegt.
[0014] Was den Lösebereich betrifft, so kann der in an sich bekannter Weise ein bewegtes
Mitnahmeorgan aufweisen, insbesondere eine rotierende Abzugswalze, wobei das bewegte
Mitnahmeorgan das Etikett von dem Trägerband abnimmt oder übernimmt, es danach im
Rahmen einer Transferbewegung zu einer Übergabestation bzw. in einen Übergabebereich
fördert und dort an ein Produkt übergibt bzw. es auf dieses auflegt, insbesondere
auf eine Materialbahn, wie etwa eine Folienbahn, oder ein Produkt wie eine Zigarettenpackung.
Erfindungsgemäß können auch andere Produkte auf diese Weise mit Etiketten ausgestattet
werden, wie etwa Flaschen, Dosen etc. Zudem versteht es sich, dass grundsätzlich auch
auf ein bewegtes Mitnahmeorgan verzichtet werden könnte und die Etiketten nach dem
Lösen von dem Trägerband auch unmittelbar auf das Produkt aufgelegt werden könnten.
[0015] Gemäß einer bevorzugten Weiterbildung der Erfindung kann das Mitnahmeorgan - wie
oben angedeutet - als insbesondere mit konstanter Geschwindigkeit rotierende und in
diesem Fall entsprechend mit konstanter Umfangsgeschwindigkeit umlaufende Abzugswalze
ausgebildet sein, wobei das in Richtung des Lösebereichs beschleunigte Trägerband
zusammen mit dem zu lösenden Etikett das rotierende Mitnahmeorgan mit einer Geschwindigkeit
erreicht, die geringer ist als die Umfangsgeschwindigkeit derselben in diesem Moment.
[0016] Vorzugsweise wird nach Erreichen des rotierenden Mitnahmeorgans ein voreilender Abschnitt
des zu lösenden Etiketts durch das rotierende Mitnahmeorgan von dem Trägerband abgelöst
und von dem rotierenden Mitnahmeorgan übernommen, während sich ein hinterer, nacheilender
Abschnitt desselben (noch) auf dem Trägerband befindet. Dabei weist in diesem Moment
das rotierende Mitnahmeorgan eine bzw. die Umfangsgeschwindigkeit auf, die größer
ist als die Trägerbandgeschwindigkeit, sodass das zu lösende Etikett dann vorteilhafterweise
aufgrund dieser Geschwindigkeitsdifferenz straff gezogen wird.
[0017] Bevorzugt wird dabei entsprechend in den oben beschriebenen Fällen die beschleunigte
Bewegung des Trägerbands hin zu dem Lösebereich so gesteuert (sowie gegebenenfalls
zusätzlich die Bewegung des rotierenden Mitnahmeorgans, sollte diese keine konstante
Rotation- bzw. Umfangsgeschwindigkeit aufweisen), dass sich die vorgenannte Geschwindigkeitsdifferenz
einstellt.
[0018] Vorzugsweise, indem das Trägerband bei konstanter Umfangs- bzw. Rotationsgeschwindigkeit
des rotierenden Mitnahmeorgans entsprechend in Richtung des rotierenden Mitnahmeorgans
(weiter-)beschleunigt wird, bis das Trägerband die Geschwindigkeit des rotierenden
Mitnahmeorgans erreicht hat.
[0019] Bevorzugt werden die Produkte, auf die die Etiketten aufgelegt werden sollen, insbesondere
die Zigarettenpackungen, entlang eines Übergabebereichs bewegt - vorzugsweise mit
konstanter Geschwindigkeit -, in dem das rotierende Mitnahmeorgan dann das von ihr
jeweils (ganz oder teilweise) übernommene Etikett auf jeweils eines der Produkte auflegt.
Dabei entspricht die Geschwindigkeit des Trägerbands - insbesondere durch geeignete
Steuerung der Beschleunigungsbewegung des Trägerbands bei mit konstanter Geschwindigkeit
rotierendem Mitnahmeorgan -, der Umfangsgeschwindigkeit des rotierenden Mitnahmeorgans
(spätestens dann), wenn/sobald das rotierende Mitnahmeorgan den voreilenden Abschnitt
des Etiketts auf das Produkt auflegt.
[0020] In weiterer Ausbildung dieses Gedankens wird der voreilende Abschnitt des von dem
rotierenden Mitnahmeorgan (teilweise) übernommenen Etiketts bereits auf das Produkt
aufgelegt, während sich der nacheilende, hintere Abschnitt desselben noch auf dem
Trägerband befindet.
[0021] Was die Geschwindigkeit des Trägerbands betrifft, so entspricht sie bevorzugt in
der gesamten Zeitspanne von dem Zeitpunkt des Auflegens des voreilenden Abschnitts
des Etiketts auf das Produkt bis zum Zeitpunkt des vollständigen Ablösens des gesamten
Etiketts von dem Trägerband der Umfangsgeschwindigkeit des rotierenden Mitnahmeorgans.
[0022] Weiter kann vorgesehen sein, dass während der gesamten Zeitspanne, in der das Etikett
durch das rotierende Mitnahmeorgan auf das Produkt aufgelegt wird, die Umfangsgeschwindigkeit
des bevorzugt mit konstanter Geschwindigkeit rotierenden Mitnahmeorgans und die Geschwindigkeit
des bevorzugt ebenfalls mit konstanter Geschwindigkeit bewegten Produkts gleich (eingestellt)
sind. Also von dem Beginn des Auflegevorgangs (Auflegen des voreilenden Abschnitts
des Etiketts) bis zum Ende des Auflegevorgangs (Auflegen des letzten/hinteren Abschnitts
des Etiketts).
[0023] In weiterer Ausbildung der Erfindung ist vorgesehen, dass die Lage des Etiketts relativ
zu dem Mitnahmeorgan mittels eines Sensors erfasst wird, wie etwa einer Kamera oder
einer Lichtschranke; insbesondere während der Förderbewegung des Mitnahmeorgans. Dabei
wird die spätere Übergabe des Etiketts durch das Mitnahmeorgan an das Produkt abhängig
von der erfassten Relativlage zwischen Mitnahmeorgan und Etikett gesteuert.
[0024] Eine Vorrichtung zur Durchführung des oben genannten Verfahrens weist ein oder mehrere
motorisch angetriebene Fördermittel auf, mit dem/mit denen die besagten Förderbewegungen
ausgeführt werden können, sowie einen geeigneten Lösebereich bzw. eine geeignete Lösestation;
insbesondere einen Lösebereich, der ein bewegtes Mitnahmeorgan aufweist. Weiter weist
eine solche Vorrichtung eine Steuereinrichtung auf, mit der der Antrieb des/der motorisch
angetriebenen Fördermittel(s) geeignet steuerbar ist. Die Steuereinrichtung ist dabei
derart ausgebildet, dass das Trägerband die vorgenannten Förderbewegungen ausführen
kann.
[0025] Weitere Merkmale der vorliegenden Erfindung ergeben sich aus den beigefügten Patentansprüchen,
aus der nachfolgenden Beschreibung bevorzugter Ausführungsbeispiele sowie aus den
beigefügten Zeichnungen. Darin zeigt:
- Fig. 1
- eine Prinzipdarstellung eines erfindungsgemäßen Verfahrens und einer erfindungsgemäßen
Vorrichtung zur Etikettierung von Produkten in Seitenansicht,
- Fig. 2
- die Einzelheit II aus Fig. 1 in vergrößerter Darstellung,
- Fig. 3
- die Darstellung aus Fig. 2 in einem anderen Betriebszustand der Vorrichtung,
- Fig.4
- ein Diagramm der über den Drehwinkel des Mitnahmeorgans des Lösebereichs aufgetragenen
Geschwindigkeitsverläufe des Mitnahmeorgans, einer Materialbahn, auf die mittels des
Mitnahmeorgans Etiketten aufgelegt werden sowie des die Etiketten tragenden Trägerbands,
- Fig. 5
- die Einzelheit V aus Fig. 2 in vergrößerter Darstellung,
- Fig. 6
- eine Prinzipdarstellung einer alternativen Ausführungsform der Erfindung in Seitenansicht,
- Fig. 7
- die alternative Ausführungsform aus Fig. 6 in einem anderen Betriebszustand,
- Fig. 8
- eine Prinzipdarstellung einer weiteren alternativen Ausführungsform der Erfindung
in Seitenansicht in einer ersten Phase,
- Fig. 9
- die weitere alternative Ausführungsform der Erfindung gemäß Fig. 8 zu einem späteren
Zeitpunkt,
- Fig. 10
- die weitere alternative Ausführungsform der Erfindung gemäß Fig. 8 zu einem nochmals
späteren Zeitpunkt.
[0026] Die in den Zeichnungen gezeigte Vorrichtung 10 - Etikettiervorrichtung - dient zum
Aufbringen von Etiketten 11 auf Produkte, vorliegend auf eine als Folienbahn ausgebildete
Materialbahn 12.
[0027] Die auf diese Weise etikettierte Materialbahn 12 wird für die Herstellung von Zigarettenpackungen
verwendet. Die Vorrichtung 10 ist daher Teil einer entsprechenden Zigarettenverpackungsmaschine.
Die Erfindung ist aber keineswegs hierauf beschränkt. Eine erfindungsgemäße Etikettiervorrichtung
kann auch in anderen technischen Gebieten zum Einsatz kommen. Beispielsweise bei der
Etikettierung von Getränkeflaschen oder dergleichen.
[0028] Die Etikettiervorrichtung 10 weist als Materialspeicher eine erste Bobine 13 auf,
auf die ein Trägerband 14 mit darauf angeordneten Etiketten 11 aufgewickelt ist. Das
(Etiketten-)Trägerband 14 ist entlang eines Lösebereichs 15 bzw. einer Lösestation
geführt bis hin zu einer zweiten Bobine 16, auf die das Trägerband 14 im Rahmen des
Produktionsprozesses aufgewickelt wird.
[0029] In dem Lösebereich 15 werden die nacheinander auf dem Trägerband 14 angeordneten
Etiketten 11 einzeln von dem Trägerband 14 gelöst bzw. von diesem abgenommen und von
einem rotierenden, von einem Servomotor 38 angetriebenen Mitnahmeorgan 17 einem Übergabereich
18 zugefördert bzw. einer Übergabestation.
[0030] In dem Übergabebereich 18 wird jedes einzelne Etikett 11 jeweils hinter- bzw. nacheinander
auf die entlang des Übergabereichs 18 geförderte Materialbahn 12 aufgelegt; dies in
vorbestimmten Abständen.
[0031] Zum Lösebereich 15 wird das Trägerband 14 entlang von Umlenkrollen 19a, 19b geführt.
Stromab der Umlenkrollen 19a, 19b und stromauf des Lösebereichs 15 ist ein bezogen
auf etwaige Translationsbewegungen vorliegend ortsfestes Fördermittel 20 angeordnet,
das Förderkräfte auf das Trägerband 14 überträgt.
[0032] Das Fördermittel 20 ist in diesem Fall als rotierende Antriebswalze ausgebildet.
Es ist motorisch durch einen Servomotor 21 angetrieben.
[0033] Stromab des Fördermittels 20 ist eine erste Tänzereinrichtung 22 vorgesehen. Mit
Hilfe der ersten Tänzereinrichtung 22 kann durch entsprechende regelungstechnische
Anpassung der auf das Trägerband 14 wirkenden Antriebskräfte die Bahnspannung des
Trägerbands 14 bzw. die auf dieses wirkenden Zugkräfte stromauf des Lösebereichs 15
eingestellt bzw. geregelt werden.
[0034] Im weiteren Verlauf ist das Trägerband 14 entlang eines vorliegend als Umlenkorgan
ausgebildeten Führungsorgans 23 geführt, das Teil des Lösebereichs 15 ist. Das Führungsorgan
23 bzw. das Umlenkorgan ist als sogenannte Abzugskante ausgebildet, an der die Etiketten
durch eine von dem Führungsorgan 23 bewirkte spitzwinklige Umlenkung des Trägerbands
14 um das freie Ende des Führungsorgans 23 einzeln von dem Trägerband 14 gelöst bzw.
abgeschält werden.
[0035] Stromab des Lösebereichs 15 ist ein weiteres, das Trägerband 14 förderndes, ebenfalls
bezogen auf Translationsbewegungen ortsfestes Fördermittel 24 angeordnet, nämlich
ebenfalls eine durch einen Servomotor 25 angetriebene Antriebswalze.
[0036] Stromab des Fördermittels 24 wird das Trägerband 14 mit Hilfe weiterer Umlenkrollen
19c, 19d und 19e entlang einer zweiten Tänzereinrichtung 26 geführt. Mithilfe der
Tänzereinrichtung 26 wird die Bahnspannung des Trägerbands 14 bzw. die auf diese wirkende
Zugkraft stromab des Lösebereichs 15 geregelt bzw. eingestellt.
[0037] Das Mitnahmeorgan 17 ist zugleich Teil des Lösebereichs 15 und des Übergabebereichs
18. Es ist vorliegend als rotierende Abzugswalze ausgebildet. Es verfügt an seinem
Umfang über ein Mitnahmemittel 27, mit dem ein insbesondere ganz oder teilweise bereits
von dem Trägerband 14 gelöstes Etikett 11 mitgenommen werden kann und mit dem das
Etikett 11 bei einer Transferbewegung des Mitnahmeorgans 17 zum Übergabebereich 18
an dem Mitnahmeorgan 17 gehalten werden kann.
[0038] Zur Einstellung der Neigung des Führungsorgans 23 relativ zu dem Mitnahmeorgan 17
bzw. zu dem Mitnahmemittel 27 ist das Führungsorgan 23 durch auf einen gewünschten
Neigungswinkel einstellbare Lagermittel 39 (schwenkbar) gelagert.
[0039] Vorliegend umfasst das Mitnahmemittel 27 Saugöffnungen oder Saugbohrungen 29, die
mittels einer Unterdruckquelle mit Unterdruck beaufschlagbar sind. Jedes Etikett 11
wird entsprechend durch Unterdruck von dem Trägerband 14 abgelöst und im weiteren
Verlauf durch das Mitnahmemittel 27 des Mitnahmeorgans 17 gehalten.
[0040] Für eine Mitnahme eines Etiketts 11 des Trägerbands 14 wird das Trägerband 14, nämlich
ein das jeweils nächste abzunehmende Etikett umfassender Abschnitt desselben, durch
das Fördermittel 24 von einer Ausgangsgeschwindigkeit auf eine im Lösebereich 15 erreichte
Endgeschwindigkeit beschleunigt, die der Umfangsgeschwindigkeit des Mitnahmeorgans
17 während der Phase des Mitnehmens des Etiketts 11 entspricht, vgl. beispielsweise
Fig. 2.
[0041] Nach Übernahme des jeweiligen Etiketts 11 durch das Mitnahmeorgan 17 wird das Mitnahmeorgan
17 (in Pfeilrichtung) weiterrotiert, und zwar bis es auf der Materialbahn 12 im Übergabebereich
18 - im Zusammenwirken mit einer Gegenrolle oder Gegenwalze 28 - abgelegt wird.
[0042] Zu diesem Zweck werden die von dem Mitnahmemittel 27 aufgebrachten Haltekräfte, mit
denen das Mitnahmemittel 27 das Etikett 11 während der Rotationsphase des Mitnahmeorgans
17 hält, unterbrochen bzw. auf null reduziert. Konkret wird im vorliegenden Fall die
Beaufschlagung der Saugbohrungen 29 mit Unterdruck unterbrochen.
[0043] Besonders wichtig ist nun die Steuerung der Förderbewegungen des Trägerbandes 14.
[0044] An sich konventionell erfolgt zunächst die oben bereits angedeutete Bewegung des
Trägerbands 14 bzw. des mindestens das nächste abzunehmende Etikett 11 - in der Regel
mehrere weitere Etiketten 11 - umfassenden Trägerbandabschnitts zu dem Lösebereich
15 taktweise für jedes zu lösende Etikett 11. Nämlich taktweise als beschleunigte
Bewegung des Trägerbands 14 ausgehend von einer Anfangsgeschwindigkeit bis zu einer
Endgeschwindigkeit.
[0045] Erfindungsgemäß wurde erkannt, dass bei dieser beschleunigten Bewegung insbesondere
bei hohen Taktgeschwindigkeiten sehr hohe Kräfte auf das Trägerband 14 wirken. Nicht
zuletzt bedingt durch die hohen Trägheitsmomente der ersten Tänzereinrichtung 22.
[0046] Aus diesem Grund sieht die Erfindung vor, in jedem Maschinentakt dieser ersten Förderbewegung
in Richtung des Lösebereichs 15 eine zweite, entgegengesetzte Förderbewegung von dem
Lösebereich 15 weg zeitlich vorzulagern, vgl. Fig. 3, oder zeitlich zu überlagern.
[0047] In dem in den Fig. 2, 3 gezeigten Ausführungsbespiel wird taktweise vor jeder Beschleunigungsbewegung
in Richtung des Lösebereichs 15 das Trägerband 14 bzw. der das mindestens das nächste
Etikett 11 umfassende Trägerbandabschnitt durch entgegengesetzte Rotation insbesondere
des Fördermittels 20 (beschleunigt) in entgegengesetzte Richtung bewegt, nämlich von
dem Lösebereich 15 weg.
[0048] Durch diese zweite Förderbewegung wird die Distanz des jeweils nächstabzunehmenden
Etiketts 11 zu dem Lösebereich 15 zunächst vergrößert, bevor die darauf folgende erste
Förderbewegung in Richtung des Lösebereichs 15 erfolgt.
[0049] Für die erste Förderbewegung, die das Etikett 11 bzw. den entsprechenden Trägerbandabschnitt
dann auf die für das Lösen des Etiketts 11 durch das Mitnahmeorgan 17 gewünschte/notwendige
Endgeschwindigkeit bringt, steht daher eine längere Strecke zur Verfügung bzw. ein
längerer Weg als dies ohne die zweite Förderbewegung der Fall wäre, so dass die hierfür
notwendige Beschleunigung entsprechend geringer sein kann als dies ohne die zweite
Förderbewegung der Fall sein müsste.
[0050] Die Bewegungsverläufe und die Geschwindigkeitsverläufe, die das Trägerband 14 dabei
vollzieht, sind vorliegend sinusförmig. In Fig. 4 sind zur Veranschaulichung über
den Drehwinkel ϕ die Geschwindigkeitswerte ν der beteiligten Materialien bzw. Organe
aufgetragen.
[0051] Mit dem Bezugszeichen 30 ist dabei der Verlauf der Fördergeschwindigkeit gekennzeichnet,
die die Materialbahn 12 aufweist, auf die die Etiketten 11 aufgelegt werden. Wie zu
erkennen ist, wird die Materialbahn 12 vorliegend jeweils mit konstanter Geschwindigkeit
entlang des Übergabebereichs 18 gefördert.
[0052] Mit dem Bezugszeichen 31 ist der Geschwindigkeitsverlauf des rotierenden Mitnahmeorgans
17 gekennzeichnet.
[0053] Mit dem Bezugszeichen 32 schließlich ist die Fördergeschwindigkeit des Trägerbands
14 gekennzeichnet.
[0054] Gut erkennbar ist insgesamt, dass beispielsweise bezogen auf den Drehwinkel ϕ des
Mitnahmeorgans 17 (es könnte alternativ auch der Drehwinkel ϕ der jeweiligen rotierenden,
das Trägerband 14 antreibenden Fördermittel 20, 24 verwendet werden) der Geschwindigkeitsverlauf
des Trägerbands 14 sinusförmig ist.
[0055] Bei einem Wert von ca. ϕ = 100° weist die Geschwindigkeit des Trägerbands 14 einen
Maximalwert auf. Dies entspricht der Phase, in der das Trägerband 14 nach der oben
geschilderten Beschleunigung im Rahmen der ersten Förderbewegung die Endgeschwindigkeit
im Lösebereich 15 erreicht hat, bei der das Etikett 11 durch das Mitnahmeorgan 17
von dem Trägerband 14 abgenommen wird. Entsprechend sind die Geschwindigkeitswerte
des Trägerbands 14 und des Mitnahmeorgans 17 in diesem Bereich einander angeglichen
bzw. sie entsprechen einander, vgl. den Verlauf der Kurven 31, 32 in diesem Bereich.
[0056] Anschließend (zu höheren Drehwinkeln hin) wird das Trägerband 14 abgebremst und in
die entgegengesetzte Richtung bewegt. Es wird die zweite Förderbewegung initiiert,
und zwar für das nächste Etikett 11, um - wie oben geschildert - den Abstand zu dem
Lösebereich 15 zu vergrößern und um wiederrum für die darauf folgende Beschleunigung
eine größere Wegstrecke zur Verfügung zu stellen.
[0057] Die Maximalwerte des Geschwindigkeitsverlaufs des Mitnahmeorgans 17 werden im Übrigen
in den Phasen unmittelbar nach der Übernahme des entsprechenden Etiketts 11 während
einer entsprechenden beschleunigten Bewegung des Mitnahmeorgans 17 in den Übergabebereich
18 erreicht sowie im Anschluss an das Auflegen des jeweiligen Etiketts 11 auf die
Materialbahn 12 im Rahmen der beschleunigten Bewegung zu dem Lösebereich 15.
[0058] Eine weitere Besonderheit der Erfindung betrifft die Steuerung des Auflegens der
Etiketten 11 auf die Materialbahn 12. Mittels einer Sensoreinrichtung 33, vorliegend
einer Lichtschranke, wird nach Übernahme des Etiketts 11 durch das Mitnahmeorgan 17
die Lage des jeweiligen Etiketts 11 relativ zu dem Mitnahmeorgan 17 erfasst. Erkennbar
in Fig. 5 ist eine besondere Ausführungsform, bei der das Mitnahmeorgan 17 ein radiales
Durchgangsloch 37 für das Lichtsignal einer Lichtschranke aufweist, als die die Sensoreinrichtung
33 in diesem Fall ausgebildet ist.
[0059] Konkret wird beispielsweise die Position bzw. die Lage einer Kante des Etiketts 11
gemessen. Je nach Ergebnis dieser Erfassung wird dann das Auflegen des Etiketts 11
auf die Materialbahn 12 beeinflusst, um ein lage- bzw. positionsgenaues Auflegen zu
ermöglichen.
[0060] Dabei kann beispielsweise die Geschwindigkeit des Mitnahmeorgans 17 entsprechend
beeinflusst werden, der Zeitpunkt, zu dem das Mitnahmemittel 27 das Etikett 11 durch
Unterbrechung der Haltekraft freigibt oder die Relativlage zwischen Mitnahmeorgan
17 und Materialbahn 12 durch entsprechende Beschleunigung oder entsprechendes Abbremsen
der Materialbahn 12 oder des Mitnahmeorgans 17. Hier sind diverse Varianten möglich.
[0061] Die Relativlage zwischen Mitnahmeorgan 17 und Materialbahn 12 kann dabei durch eine
Sensoreinrichtung 34 bestimmt werden, die beispielsweise Druckmarken 35 auf der Materialbahn
12 erkennen kann.
[0062] Alternativ könnten auch vor dem Aufbringen der Etiketten 11 auf die Materialbahn
12 in diese vorhandene Ausstanzungen bzw. Löcher 41 durch eine Sensoreinrichtung 36
erkannt werden, vgl. Fig. 6, und abhängig von der Lage der Löcher 41 die Anpassung
der Relativlage erfolgen und insbesondere das Auflegen der Etiketten 11 so gesteuert
werden, dass die Etiketten 11 die Löcher 41 überdecken. In diesem Zusammenhang kann
weiter vorgesehen sein, dass die Relativlage zwischen jedem Loch 41 und dem jeweils
dieses überdeckenden Etikett 11 durch eine Sensoreinrichtung 42 erfasst und abhängt
davon gegebenenfalls Anpassungen vorgenommen werden. Insbesondere Anpassungen, durch
die diese Relativlage bei den folgenden Etiketten 11 geändert wird (Geschwindigkeitsanpassung
des Mitnahmeorgans 17, der Materialbahn 12 etc.).
[0063] Auch die Lage der Etiketten 11 relativ zu dem Trägerband 14 kann erkannt werden,
und zwar mithilfe einer Sensoreinrichtung 40, und in die Steuerung eingehen.
[0064] In den Fig. 6, 7 ist schließlich eine Alternative zu einer zu der oben beschriebenen,
durch die rotierenden Fördermittel 20, 24 bewirkten Umsetzung der Förderbewegungen
des Trägerbands 14 gezeigt. Dabei ist das Führungsorgan 23 nicht ortsfest angeordnet,
sondern wird vielmehr mit Hilfe eines entsprechenden Servomotors in Richtung der ersten
und zweiten Förderbewegungen hin- und her bewegt, vgl. Fig. 7.
[0065] Für die zweite, von dem Lösebereich 15 weg gerichtete Förderbewegung wird dann das
Führungsorgan 23 entsprechend unter Mitnahme des Trägerbands 14 von dem Lösebereich
15 weg bewegt, für die erste Förderbewegung zu dem Lösebereich 15 in die entsprechend
entgegengesetzte Richtung, ebenfalls unter Mitnahme des Trägerbands 14.
[0066] Dabei könnte das motorisch bewegbare Führungsorgan 23, entlang dessen die Trägerbahn
14 geführt wird, zusammen mit dem Trägerband 14 von dem Lösebereich 15 wegbewegt werden
bzw. unter Mitnahme der Trägerbahn 14, während die Trägerbahn 14 selbst relativ zu
dem sich bewegenden Führungsorgan 23 bereits in Richtung des Lösebereichs 15 beschleunigt
wird. Diese beiden überlagerten Bewegungen würden im Ergebnis dazu führen, dass für
die Beschleunigung der Trägerband 14 auf die gewünschte Endgeschwindigkeit eine größere
Wegstrecke zur Verfügung steht als ohne eine solche Bewegung des Führungsorgans 23.
[0067] Das motorisch bewegte Führungsorgan 23 kann alternativ die zweite Förderbewegung
auch zeitlich vorgelagert durchführen und auch ohne dass die Trägerbahn 14 gleichzeitig
zu dem Führungsorgan 23 bewegt wird. Mit anderen Worten könnte in einem Maschinenzyklus
das Führungsorgan 23 zusammen mit dem relativ zu diesem in diesem Moment nicht bewegten
Trägerband 14 zunächst die entgegengesetzte, zweite Förderbewegung vollziehen, das
heißt, die Förderbewegung weg von dem Lösebereich 15. Anschließend könnte das motorisch
bewegbare Führungsorgan 23 unter Mitnahme des Trägerbands 14 die erste Förderbewegung
hin zu dem Lösebereich 15 ausführen.
[0068] In den Fig. 8-10 ist eine weitere alternative Ausführungsform der Erfindung dargestellt,
bei der die meisten/nahezu alle der nicht gezeigten Komponenten denjenigen der Fig.
1-5 entsprechen. Gleichartige Bauteile sind in den Fig. 8-10 mit denselben Bezugsziffern
versehen wie bei der Ausführungsform der Fig. 1-5.
[0069] Im Vergleich zu der Ausführungsform der Fig. 1-5 werden die Etiketten 11 nicht auf
eine Materialbahn 12 aufgelegt werden, sondern auf andere Produkte 43. Im vorliegenden
Fall auf fertige oder teilfertige Zigarettenpackungen. Es kann sich aber auch um anderen
Packungen handeln.
[0070] Die Produkte 43 werden durch einen nicht dargestellten Förderer jeweils mit konstanter
Geschwindigkeit entlang eines Übergabebereichs 18 gefördert, in dem das Mitnahmeorgan
17, das auch in diesem Fall als (Vakuum-)Auflegewalze ausgebildet ist, jeweils ein
Etikett 11 auf jeweils eines der bewegten Produkte 43 auflegt.
[0071] Durch die gleichen Förderkomponenten etc. wie bei der Ausführungsform der Fig. 1-5
wird ein Trägerband 14 mit Etiketten 11 zur Verlängerung des Beschleunigungsweges
bei einer nachfolgenden entgegengesetzten beschleunigten Förderbewegung zu dem Lösebereich
15 hin zunächst von dem Lösebereich 15 weg bewegt. Nach Abschluss der Bewegung von
dem Lösebereich 15 weg erfolgt dann die beschleunigte Bewegung zu dem Lösebereich
15 hin.
[0072] In dem Lösebereich 15 wird dann jeweils (mindestens) ein zu lösendes Etikett 11 von
dem Mitnahmeorgan 17 übernommen und durch Teilrotation desselben dann dem Übergabebereich
18 zugefördert.
[0073] Das Mitnahmeorgan 17 rotiert in der vorliegenden Ausführungsform kontinuierlich mit
konstanter Geschwindigkeit.
[0074] Das Trägerband 14 wird im Rahmen der auf den Lösebereich 15 gerichteten Förderbewegung
zunächst so beschleunigt, dass es (und mit das nächste abzulösende Etikett 11) bei
Erreichen des Mitnahmeorgans 17 eine Geschwindigkeit aufweist, die (etwas) kleiner
ist als die (konstante) Umfangsgeschwindigkeit des Mitnahmeorgans 17 in diesem Moment.
[0075] Ein voreilender Abschnitt 44 des als nächstes zu lösenden Etiketts 11 wird von dem
(schnelleren) Mitnahmeorgan 17 mittels dessen Mitnahmemitteln 27 (Unterdrucköffnungen)
übernommen, vgl. Fig. 8, während sich ein nacheilender (hinterer) Abschnitt desselben
(noch) auf dem (langsameren) Trägerband 14 befindet bzw. mit dem Trägerband 14 lösbar
verklebt ist, sodass das zu lösende Etikett 11 bei dieser Übernahme bzw. kurz danach
aufgrund der sich ergebenen Geschwindigkeitsdifferenz zwischen voreilendem Abschnitt
44 und nacheilendem Abschnitt 45 straff gezogen wird.
[0076] Im weiteren Verlauf wird das Trägerband 14 weiter beschleunigt, bis die Umfangsgeschwindigkeit
des Mitnahmeorgans 17 und die Trägerbandgeschwindigkeit gleich sind. Dies ist (spätestens)
dann der Fall, wenn das Mitnahmeorgan 17 in dem Übergabebereich 18 nach einer erfolgten
Teildrehung desselben den voreilenden Abschnitt 44 des Etiketts 11 auf das Produkt
43 auflegt, vgl. Fig. 9. Zu diesem Zweck werden im vorliegenden Ausführungsbeispiel
die auf den voreilenden Abschnitt 44 durch die Mitnahmemittel 27 ausgeübten Haltekräfte
unterbrochen.
[0077] Zu diesem Zeitpunkt (sowie während der gesamten Zeitspanne, in der das Etikett 11
durch das Mitnahmeorgan 17 auf das Produkt 43 aufgelegt wird) entspricht die Umfangsgeschwindigkeit
des Mitnahmeorgans 17 im Übrigen auch der Geschwindigkeit, mit der das jeweilige Produkt
43 dabei entlang des Übergabebereichs gefördert bzw. bewegt wird.
[0078] Wie in Fig. 9 gut zu erkennen ist, wird der voreilende Abschnitt 44 des von dem Mitnahmeorgan
17 (teilweise) übernommenen Etiketts 11 bereits auf das Produkt 43 aufgelegt, während
sich der nacheilende (hintere) Abschnitt 45 desselben noch auf dem Trägerband 14 befindet.
[0079] In der nächsten Übergabephase wird dann der restliche (nacheilende) Teil des Etiketts
11 durch das Mitnahmeorgan 17 von dem Trägerband 14 abgezogen und auf das Produkt
43 aufgelegt und der Zyklus beginnt von vorne, vgl. Fig. 10.
[0080] Was die Geschwindigkeit des Trägerbands 14 betrifft, so entspricht sie in dieser
Ausführungsform im Übrigen der Umfangsgeschwindigkeit des Mitnahmeorgans 17 in der
gesamten Zeitspanne von dem Zeitpunkt des Auflegens des voreilenden Abschnitts 44
des Etiketts 11 auf das Produkt 43 bis zum Zeitpunkt des vollständigen Ablösens des
gesamten Etiketts 11 von dem Trägerband 14.
[0081] Die Steuerung der vorgenannten Vorgänge unterstützt zum einen eine Sensoreinrichtung
40 (Lichtschranke oder dergleichen), die jeweils die Relativlagen zwischen den aufeinanderfolgenden
Etiketten 11 und dem Trägerband 14 erkennt. Zum anderen eine Sensoreinrichtung 34,
die die Relativlagen zwischen den im Förderstrom aufeinanderfolgenden Produkten 43
und dem Trägerband 14 erkennt. Auf Basis der von diesen Sensoreinrichtungen 34, 40
erzeugten Signale können die vorgenannten Geschwindigkeiten/Beschleunigungswerte etc.
aufeinander abgestimmt werden.
Bezugszeichenliste:
| 10 |
Vorrichtung |
36 |
Sensoreinrichtung |
| 11 |
Etikett |
37 |
Durchgangsloch |
| 12 |
Materialbahn |
38 |
Servomotor |
| 13 |
Bobine |
39 |
Lagermittel |
| 14 |
Trägerband |
40 |
Sensoreinrichtung |
| 15 |
Lösebereich |
41 |
Löcher |
| 16 |
Bobine |
42 |
Sensoreinrichtung |
| 17 |
Mitnahmeorgan |
43 |
Produkt |
| 18 |
Übergabebereich |
44 |
Voreilender Abschnitt |
| 19a-e |
Umlenkrolle |
45 |
Nacheilender Abschnitt |
| 20 |
Fördermittel |
|
|
| 21 |
Servomotor |
|
|
| 22 |
Tänzereinrichtung |
|
|
| 23 |
Führungsorgan |
|
|
| 24 |
Fördermittel |
|
|
| 25 |
Servomotor |
|
|
| 26 |
Tänzereinrichtung |
|
|
| 27 |
Mitnahmemittel |
|
|
| 28 |
Gegenwalze |
|
|
| 29 |
Saugbohrung |
|
|
| 30 |
Gerade |
|
|
| 31 |
Kurve |
|
|
| 32 |
Kurve |
|
|
| 33 |
Sensoreinrichtung |
|
|
| 34 |
Sensoreinrichtung |
|
|
| 35 |
Druckmarken |
|
|
1. Verfahren zum Aufbringen von Etiketten (11) auf Produkte, insbesondere auf Zuschnitte
oder Materialbahnen (12) für Packungen für Tabakprodukte, bei dem ein Trägerband (14)
mit darauf angeordneten Etiketten (11) im Rahmen einer ersten, beschleunigten Förderbewegung
zu einem Bereich (15) gefördert wird, in dem jeweils mindestens ein Etikett (11) von
dem Trägerband (14) gelöst wird - Lösebereich - , dadurch gekennzeichnet, dass das Trägerband (14) zur Verlängerung des Weges, entlang dessen das Trägerband (14)
mit den darauf angeordneten Etiketten (11) beschleunigt zu dem Lösebereich (15) gefördert
wird, durch eine bevorzugt ebenfalls beschleunigte zweite, insbesondere entgegengesetzte
Förderbewegung von dem Lösebereich (15) weg bewegt wird, die der ersten Förderbewegung
zeitlich vorgelagert ist oder mit dieser zeitlich überlagert ist.
2. Verfahren gemäß Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, dass die den Beschleunigungsweg verlängernde, zweite Förderbewegung, die erste Förderbewegung
zu dem Lösebereich (15), und das Lösen des mindestens einen Etiketts (11) von dem
Trägerband (14) zyklisch wiederkehrend bzw. taktweise erfolgen, insbesondere im Maschinentakt.
3. Verfahren gemäß Anspruch 2, dadurch gekennzeichnet, dass in einem Zyklus bzw. Takt zunächst die zweite Förderbewegung von dem Lösebereich
(15) weg erfolgt, danach die erste (beschleunigte) Förderbewegung zu dem Lösebereich
(15) hin und danach das Lösen des mindestens einen Etiketts (11) von dem Trägerband
(14).
4. Verfahren gemäß Anspruch 1, 2 oder 3, dadurch gekennzeichnet, dass die zweite Förderbewegung von dem Lösebereich (15) weg durch Rotation eines das Trägerband
(14) fördernden, rotierenden Fördermittels (20) bewirkt wird, wie etwa einer Förderwalze
bzw. eines Förderwalzenpaares oder einer Bobine, auf die das Trägerband (14) aufgewickelt
wird.
5. Verfahren gemäß einem oder mehreren der vorhergehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, dass die zweite Förderbewegung des Trägerbands (14) von dem Lösebereich (15) weg durch
eine translatorische Bewegung oder eine nicht-rotatorische Bewegung entlang einer
gekrümmten Bahn eines das Trägerband (14) während der Bewegung mitnehmenden Führungsorgans
(23) bewirkt wird, insbesondere eines bevorzugt länglichen Umlenkorgans, entlang dessen
das Trägerband (14) geführt wird.
6. Verfahren gemäß Anspruch 5, dadurch gekennzeichnet, dass das vorzugsweise insbesondere zyklisch bzw. taktweise hin- und her bewegte Führungsorgan
(23) nach Abschluss der Bewegung eine entgegengesetzte Bewegung ausführt, insbesondere
zurück in eine Ausgangsstellung.
7. Verfahren gemäß einem oder mehreren der vorhergehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, dass die erste Förderbewegung zu dem Lösebereich (15) durch beschleunigte Rotation eines
das Trägerband (14) fördernden, rotierenden Fördermittels (24) erfolgt, wie etwa einer
Förderwalze bzw. eines Förderwalzenpaares oder einer Bobine, auf die das Trägerband
(14) aufgewickelt wird.
8. Verfahren gemäß einem oder mehreren der vorhergehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, dass die erste und zweite Förderbewegung derart ausgebildet sind, dass der zeitabhängige
Geschwindigkeitsverlauf des Trägerbands (14) einer harmonischen Schwingung entspricht.
9. Verfahren gemäß einem oder mehreren der vorhergehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, dass der Lösebereich (15) ein bewegtes Mitnahmeorgan (17) aufweist, insbesondere eine
rotierende Abzugswalze, das das zu lösende Etikett (11) von dem Trägerband (14) übernimmt,
es danach im Rahmen einer Transferbewegung, insbesondere einer Rotationsbewegung,
zu einem Übergabebereich (18) fördert und dort an ein Produkt übergibt, insbesondere
dort auf das Produkt auflegt, wie etwa auf eine Materialbahn (12) oder eine Zigarettenpackung.
10. Verfahren gemäß Anspruch 9, dadurch gekennzeichnet, dass das Mitnahmeorgan (17) rotierend, insbesondere mit konstanter Umfangsgeschwindigkeit
umlaufend ausgebildet ist, insbesondere als Abzugswalze, und dass das beschleunigte
Trägerband (14) mit dem zu lösenden Etikett (11) das rotierende Mitnahmeorgan (17)
mit einer Geschwindigkeit erreicht, insbesondere durch geeignete Steuerung der Beschleunigungsbewegung
des Trägerbands (14), die geringer ist als die Umfangsgeschwindigkeit derselben in
diesem Moment.
11. Verfahren gemäß Anspruch 10, dadurch gekennzeichnet, dass ein voreilender Abschnitt (44) des zu lösenden Etiketts (11) von dem rotierenden
Mitnahmeorgan (17) übernommen wird, während sich ein nacheilender (hinterer) Abschnitt
(45) desselben (noch) auf dem Trägerband (14) befindet, und dass in diesem Moment
das rotierende Mitnahmeorgan (17) eine Umfangsgeschwindigkeit aufweist, die größer
ist als die Trägerbandgeschwindigkeit - insbesondere durch geeignete Steuerung der
Beschleunigungsbewegung des Trägerbands (14) bei mit konstanter Geschwindigkeit rotierendem
Mitnahmeorgan (17) -, sodass das zu lösende Etikett (11) aufgrund der Geschwindigkeitsdifferenz
straff gezogen wird.
12. Verfahren gemäß Anspruch 11, dadurch gekennzeichnet, dass die Produkte, insbesondere die Zigarettenpackungen, entlang eines Übergabebereichs
(18) bewegt werden - bevorzugt mit konstanter Geschwindigkeit -, in dem das rotierende
Mitnahmeorgan (17) das von ihr jeweils übernommene Etikett (11) auf jeweils eines
der Produkte auflegt, und dass die Geschwindigkeit des Trägerbands (14) - insbesondere
durch geeignete Steuerung der Beschleunigungsbewegung des Trägerbands (14) bei mit
konstanter Geschwindigkeit rotierendem Mitnahmeorgan (17) -, der Umfangsgeschwindigkeit
des rotierenden Mitnahmeorgan (17) entspricht, wenn das rotierende Mitnahmeorgan (17)
den voreilenden Abschnitt (44) des Etiketts (11) auf das Produkt auflegt.
13. Verfahren gemäß Anspruch 12, dadurch gekennzeichnet, dass der voreilende Abschnitt (44) des von dem rotierenden Mitnahmeorgan (17) übernommenen
Etiketts (11) bereits auf das Produkt aufgelegt wird, während sich der nacheilende
(hintere) Abschnitt (45) desselben noch auf dem Trägerband (14) befindet.
14. Verfahren gemäß Anspruch 13, dadurch gekennzeichnet, dass die Geschwindigkeit des Trägerbands (14) der Umfangsgeschwindigkeit des rotierenden
Mitnahmeorgans (17) in der gesamten Zeitspanne von dem Zeitpunkt des Auflegens des
voreilenden Abschnitts (44) des Etiketts (11) auf das Produkt bis zum Zeitpunkt des
vollständigen Ablösens des gesamten Etiketts (11) von dem Trägerband (14) entspricht.
15. Verfahren gemäß einem oder mehreren der vorhergehenden Ansprüche 13 oder 14, dadurch gekennzeichnet, dass während der gesamten Zeitspanne, in der das Etikett (11) durch das rotierende Mitnahmeorgan
(17) auf das Produkt aufgelegt wird, die Umfangsgeschwindigkeit des bevorzugt mit
konstanter Geschwindigkeit rotierenden Mitnahmeorgans (17) und die Geschwindigkeit
des bevorzugt ebenfalls mit konstanter Geschwindigkeit bewegten Produkts gleich sind.
16. Verfahren gemäß einem oder mehreren der vorhergehenden Ansprüche 9 - 15, dadurch gekennzeichnet, dass die Lage des zu lösenden Etiketts (11) relativ zu dem Mitnahmeorgan (17) mittels
eines Sensors (33, 34) erfasst wird, wie etwa einer Kamera oder einer Lichtschranke,
insbesondere während der Förderbewegung des Mitnahmeorgans (17), und dass die Übergabe
des Etiketts (11) an das Produkt abhängig von der erfassten Relativlage gesteuert
wird.
17. Vorrichtung zum Aufbringen von Etiketten (11) auf Produkte, insbesondere auf Zuschnitte
oder Materialbahnen (12) für Packungen für Tabakprodukte, bevorzugt zur Durchführung
des Verfahrens gemäß einem oder mehreren der Ansprüche 1-16, mit einem motorisch angetriebenen
Fördermittel (24), mit dem ein Trägerband (14) mit darauf angeordnete Etiketten (11)
im Rahmen einer ersten, beschleunigten Förderbewegung zu einem Lösebereich (14) der
Vorrichtung förderbar ist, in dem jeweils mindestens ein Etikett (11) von dem Trägerband
(14) lösbar ist, gekennzeichnet durch eine den Antrieb eines oder des Fördermittels (20) steuernde Steuereinrichtung, die
derart ausgebildet ist, dass das Fördermittel (20) das Trägerband (14) zur Verlängerung
des Weges, entlang dessen das Trägerband (14) mit den darauf angeordneten Etiketten
(11) beschleunigt zum Lösebereich (15) förderbar ist, durch eine zweite, insbesondere entgegengesetzte Förderbewegung von dem Lösebereich (15)
weg bewegbar ist, die der ersten Förderbewegung zeitlich vorgelagert ist oder mit
dieser zeitlich überlagert ist.
18. Vorrichtung gemäß Anspruch 17, gekennzeichnet durch ein oder mehrere Merkmale der Ansprüche 1-16.