[0001] Die Erfindung betrifft ein Verfahren zum Gefrieren von Erdreich.
[0002] Derartige Verfahren werden zum Verfestigen oder Abdichten von Baugrund eingesetzt.
Bekannt sind hierbei Verfahren, die flüssigen Stickstoff oder verflüssigte Luft als
Kühlmittel verwenden. Ebenso bekannt ist die Vereisung mittels einer Sole, die ihrerseits
durch eine Kälteanlage temperiert wird. Die Vereisung mit Stickstoff erfolgt aufgrund
der tiefen Temperatur von flüssigem Stickstoff deutlich schneller als mit Sole, wohingegen
die laufenden Kosten (insbesondere Energiekosten) bei längeren Einfrierzeiten bei
flüssigem Stickstoff deutlich höher liegen als bei Sole.
[0003] Aufgrund der Anforderungen an die Einfrierdauer, die oftmals möglichst kurz ausfallen
soll, und einer möglichst langen Aufrechterhaltung des gefrorenen Zustands des vereisten
Erdreiches, werden verschiedentlich Bodenvereisungen durchgeführt, bei denen zuerst
mit flüssigem Stickstoff der Eiskörper aufgebaut wird und dieser sodann unter Einsatz
einer Sole aufrecht erhalten wird.
[0004] Bei Tiefbauarbeiten, bei denen die eingesetzten Maschinen dadurch beschädigt werden
können, dass sie die eingebauten Gefrierlanzen im Vortrieb durchtrennen müssen, ist
es wichtig, die verwendeten Gefrierlanzen wieder zu entfernen.
[0005] Aus der
EP 1 820 903 B1 ist eine Vorrichtung bzw. ein Verfahren zum Gefrieren von Erdreich bekannt, bei dem
das Gefrierrohr zumindest abschnittsweise aus einem spröden oder weichen Material
besteht, dass durch eine Tiefbau-Bearbeitungsmaschine zerstört werden kann, ohne die
Einsatzfähigkeit der Bearbeitungsmaschine
zu beeinträchtigen.
[0006] Hiervon ausgehend besteht die Aufgabe der Erfindung darin, ein Verfahren der eingangs
genannten Art bereitzustellen, das ein vergleichsweise einfaches Entfernen der Gefrierlanzen
aus dem Erdreich nach Erzeugung des gewünschten Eiskörpers erlaubt.
[0007] Dieses Problem wird durch ein Verfahren mit den Merkmalen des Anspruchs 1 gelöst.
[0008] Vorteilhafte Ausgestaltungen des erfindungsgemäßen Verfahrens sind in den entsprechenden
Unteransprüchen angegeben und werden nachfolgend beschrieben.
[0009] Gemäß Anspruch 1 sieht das erfindungsgemäße Verfahren zum Gefrieren von Erdreich
zumindest die folgenden Schritte vor:
- Erzeugen eines Bohrloches im Erdreich mittels eines Bohrers,
- Einbringen eines Volumenkörpers in das Bohrloch, so dass zwischen dem Volumenkörper
und einer Innenseite des Bohrlochs ein Zwischenraum gebildet wird,
- Ausfüllen des Zwischenraumes mit einem fließfähigen sowie aushärtbaren Material zur
Erzeugung einer den Volumenkörper umgebenden Auskleidung des Bohrloches,
- Entfernen zumindest eines äußeren Bereiches des Volumenkörpers aus dem ausgekleideten
Bohrloch unter Erzeugung eines an die Auskleidung angrenzenden Freiraumes,
- Einbringen eines Kontaktmediums in den Freiraum,
- Gefrieren eines an die Auskleidung angrenzenden Erdbodenbereiches mittels einer im
Bohrloch angeordneten, das Kontaktmedium kontaktierenden Gefrierlanze.
[0010] Bei dem besagten Kontaktmedium können Fluide mit einem Gefrierpunkt kleiner oder
gleich 0°C verwendet werden, wie z.B. Sole (wässrige CaCl
2-, NaCl- oder MgCl
2-Lösungen), Alkohol (z.B. Ethanol oder Propanol), wässrige Lösungen mit Alkohol (z.B.
Ethanol oder Propanol), oder Wasser.
[0011] Bei einer Gefrierlanze handelt es sich im Sinne der vorliegenden Erfindung um einen
insbesondere längserstreckten (z.B. rohrförmigen) Körper, der dazu ausgebildet ist,
ein fluides Kühlmedium in das Bohrloch zu führen sowie insbesondere wieder herauszuführen,
so dass das Kühlmittel Wärme aus dem umgebenden Erdreich aufnimmt und dieses entsprechend
abkühlt.
[0012] Gemäß einer bevorzugten Ausführungsform der Erfindung ist vorgesehen, dass das fließfähige
Material eine Suspension ist, insbesondere eine Zementsuspension, d.h. eine Suspension
die einen Zement aufweist sowie ggf. weitere Zuschlagstoffe. Bei der Suspension kann
es sich insbesondere um einen Beton handeln.
[0013] Weiterhin ist gemäß einer bevorzugten Ausführungsform der Erfindung vorgesehen, dass
der Volumenkörper in einem Hohlraum des Bohrers (z.B. mit einer geeigneten Hebevorrichtung)
angeordnet wird. Der Bohrer kann danach aus dem Bohrloch herausgezogen werden, wobei
der Volumenkörper im Bohrloch verbleibt. Der Volumenkörper kann auch auf andere Weise
im Bohrloch angeordnet werden.
[0014] Weiterhin ist gemäß einer bevorzugten Variante der vorliegenden Erfindung vorgesehen,
dass der Volumenkörper die Gefrierlanze aufweist, wobei die Gefrierlanze von dem besagten,
zu entfernenden äußeren Bereich des Volumenkörpers umgeben ist.
[0015] Gemäß einer Ausführungsform der vorliegenden Erfindung kann es sich bei dem äußeren
Bereich (oder bei dem gesamten Volumenkörper, siehe unten) um einen Formkörper handeln,
insbesondere um einen einstückigen, monolithischen Formkörper.
[0016] Weiterhin kann gemäß einer alternativen Ausführungsform der umgebende äußere Bereich
des Volumenkörpers (oder der Volumenkörper, siehe unten) eine äußere flexible Hülle
aufweisen (z.B. eine Folie aus einem Kunststoff, wie z.B. PA, E/VA, POM, PE, PTFE,
PEEK, PFA, PBT oder PEI) sowie eine von der Hülle umgebene Füllung. Bei der Füllung
kann es sich um Füllmaterial in Form eines Schüttguts (z.B. Körper, insbesondere Kugeln,
aus Polystyrol) oder einen monolithischen Körper, z.B. Schaum (z.B. Polystyrol), handeln.
Weiterhin kann als Füllung auch ein Fluid verwendet werden (z.B. ein Gas wie Luft
und/oder eine Flüssigkeit, insbesondere wässrige Lösungen, flüssiges (insbesondere
erwärmtes) Stearin, Paraffin, Ceresin oder Naphthalin). Der äußere Bereich des Volumenkörpers
kann z.B. durch eine Folie gebildet sein, die eine Vielzahl an Volumina ausbildet,
die jeweils mit einem Medium wie z.B. Luft gefüllt sind. Insbesondere kann die Folie
Luft, Gas, Wasser oder einen Füllkörper enthalten, der dann entfernt wird, wenn die
Lanze eingeführt wird. Eine weitere Möglichkeit besteht darin, die Gefrierlanze direkt
mit der Außenhülle und Füllmaterial einzubringen. Das Füllmaterial wird anschließend
entfernt (z.B. ausgeblasen, ausgeschwemmt, oder verbrannt) und mit Kontaktmedium verfüllt.
[0017] Weiterhin ist gemäß einer bevorzugten Ausführungsform der Erfindung vorgesehen, dass
der äußere Bereich des Volumenkörpers nach dem Aushärten der Auskleidung entfernt
wird (wobei die Gefrierlanze zunächst in dem Bohrloch verbleibt), insbesondere durch
Zerstören, Verbrennen, Schmelzen (und insbesondere Abziehen der Schmelze aus dem Bohrloch)
und/oder Entnehmen des äußeren Bereiches, so dass der besagte Freiraum ein die Gefrierlanze
umgebender Zwischenraum ist. Der äußere Bereich bildet in diesem Sinne also insbesondere
eine sogenannte verlorene Form.
[0018] Weiterhin ist gemäß einer bevorzugten, alternativen Ausführungsform der Erfindung
vorgesehen, dass der Volumenkörper die Gefrierlanze nicht aufweist, wobei nach dem
Aushärten der Auskleidung nicht nur ein äußerer Bereich des Volumenkörpers entfernt
wird, sondern der gesamte Volumenkörper, insbesondere durch Zerstören, Verbrennen,
Schmelzen (siehe auch oben) und/oder Entnehmen des Volumenkörpers. Hiernach werden
in den entstandenen Freiraum das Kontaktmedium und die separate Gefrierlanze eingebracht.
Auch hier wird der Volumenkörper insbesondere als verlorene Form bezeichnet, da der
Volumenkörper wieder entfernt bzw. zerstört wird.
[0019] Weiterhin ist gemäß einer bevorzugten Ausführungsform der Erfindung vorgesehen, dass
die Auskleidung nach dem Aushärten sowie vor dem Einbringen des Kontaktmediums mit
einer Sperrschicht versehen wird, so dass das Kontaktmittel nicht in die Auskleidung
eindringen kann bzw. ins Erdreich einsickern kann. Alternativ hierzu ist vorgesehen,
dass die Auskleidung selbst eine Sperrschicht ausbildet, so dass das Kontaktmittel
nicht in die Auskleidung eindringen kann. Hierfür kann eine geeignete Suspension bzw.
ein geeignetes Material verwendet werden, die bzw. das nach dem Aushärten eine derartige
Sperrschicht ausbildet ohne dass es einer weiteren Behandlung der Auskleidung des
Bohrloches bedarf.
[0020] Weiterhin ist gemäß einer bevorzugten Ausführungsform der Erfindung vorgesehen, dass
die Gefrierlanze nach dem Gefrieren des Erdbodenbereiches aus dem Bohrloch herausgezogen
wird. Dies ist aufgrund der erfindungsgemäßen Konfiguration des Bohrloches mit Auskleidung
vergleichsweise leicht möglich.
[0021] Bevorzugt wird die Gefrierlanze durch ein geeignetes Haltemittel innerhalb des Bohrloches
in Position gehalten. Wobei jenes Haltemittel bevorzugt auch dazu ausgebildet ist,
die Gefrierlanze beim Einbringen in das Bohrloch bzw. beim Herausziehen aus dem Bohrloch
zu führen.
[0022] Weitere Merkmale und Vorteile der Erfindung sollen bei den nachfolgenden Figurenbeschreibungen
von Ausführungsbeispielen der Erfindung anhand der Figuren erläutert werden. Es zeigen:
- Figuren 1 bis 8
- schematische Darstellungen zweier Ausführungsformen des erfindungsgemäßen Verfahrens;
und
- Figuren 9 bis 11
- verschiedenen Ausführungsformen von Volumenkörpem, die beim erfindungsgemäßen Verfahren
verwendet werden können.
[0023] Fig. 1 zeigt im Zusammenhang mit den Figuren 2 bis 11 verschiedene Ausgestaltungen
des erfindungsgemäßen Verfahrens zum Gefrieren von Erdreich E.
[0024] Hierbei wird zunächst ein Bohrloch 10 mittels eines Bohrers B in einem Erdreich E
erzeugt, und zwar vorzugsweise mittels eines hohlen Bohrers B, der einen Hohlraum
H aufweist (vergleiche Fig. 1). Hierin kann ein Volumenkörper 1 angeordnet werden
(z.B. mit einer geeigneten Vorrichtung oder ggf. auch manuell), der nach einem Entfernen
des Bohrers B aus dem Bohrloch 10 im Bohrloch 10 verbleibt, so dass zwischen dem Volumenkörper
1 und einer Innenseite 10a des Bohrlochs 10 ein Zwischenraum 2 gebildet wird (vgl.
Fig. 2). Der Volumenkörper 1 kann auch auf andere Weise im Bohrloch 10 angeordnet
werden. Der Zwischenraum 2 wird mit einem fließfähigen sowie aushärtbaren Material,
insbesondere in Form einer Zementsuspension oder eines Betons, zur Erzeugung einer
Auskleidung 20 des Bohrloches 10, d.h., zur Erzeugung einer festen Wandung sowie eines
festen Bodens des Bohrloches 10, aufgefüllt (vgl. Fig. 3).
[0025] Gemäß einer Ausgestaltung des erfindungsgemäßen Verfahrens wird sodann der Volumenkörper
1 nach dem Aushärten der Auskleidung 20 (vgl. Fig. 4) aus dem ausgekleideten Bohrloch
10 entfernt, insbesondere zerstört, wobei ein an die Auskleidung 20 angrenzende Freiraum
3 im Bohrloch 10 geschaffen wird (vgl. Fig. 5).
[0026] Hiernach wird z.B. mittels einer Sonde 40, die in den Freiraum 3 eingeführt wird,
ein Mittel 41 auf die Auskleidung aufgebracht, so dass eine Sperrschicht 42 auf der
Auskleidung 20 erzeugt wird, die verhindert, dass ein in den Freiraum 3 des Bohrlochs
10 einzubringendes fluides Kontaktmittel 30 (z.B. die oben angegebenen Kontaktmittel)
über die Auskleidung 20 in das Erdreich E gelangen kann (vgl. Fig. 6). Bei dem Mittel
41 kann es sich z.B. um einen der folgenden Stoffe handeln oder das Mittel 41 kann
einen der folgenden Stoffe aufweisen: Wasserglas (wässrige Lösungen aus Kalium-, Natrium-
und/oder Lithiumsilicaten), ein flüssiges Wachs (z.B. Paraffin, Stearin oder Ceresin),
eine wässrige silikathaltige Lösung, ein Harz. Als Mittel 41 kann auch Graphit aufgebracht
werden oder z.B. ein Kunststoff in flüssiger Form, so dass eine Imprägnierung stattfindet.
[0027] Diesbezüglich kann auch die Auskleidung 20 so erzeugt werden, dass sie selbst beim
Aushärten die besagte Sperrschicht 42 ausbildet. In diesem Fall kann auf die Sonde
40 verzichtet werden.
[0028] Nach dem Ausbilden der Sperrschicht 42 wird ein Kontaktmittel 30 sowie eine Gefrierlanze
1b in den Freiraum des Bohrlochs 10 eingebracht, so dass das Kontaktmittel 30 einerseits
die Gefrierlanze 1b und andererseits die Auskleidung 20 bzw. Sperrschicht 42 kontaktiert.
Das Kontaktmittel 30 dient als Wärmebrücke, so dass über das Kontaktmittel 30 eine
Wärmeübertragung vom Erdreich E zur Gefrierlanze 1 b erfolgen kann. In der Gefrierlanze
1b wird ein bekanntes fluides Kühlmittel geführt (z. B. flüssiger Stickstoff, flüssige
Luft, Sole etc.), so dass sich ein Erdbodenbereich um die Auskleidung 20 herum abkühlt
und gefriert. Die Gefrierlanze 1b wird bevorzugt mittels Haltemitteln 50 in dem Bohrloch
10 in Position gehalten bzw. mittels der Haltemittel 50 beim Einführen in das Bohrloch
10 geführt. Die Haltemittel 50 könnten auch in mehreren Ebenen an der Gefrierlanze
1b angebracht sein und lediglich der Führung bzw. der Ausrichtung der Gefrierlanze
1b in Mittelposition des mit Kontaktmittel 30 gefüllten Freiraumes 3 dienen.
[0029] Nach dem Ausbilden des Eiskörpers wird die Gefrierlanze 1b wieder aus dem Bohrloch
10 herausgezogen. Hierbei kann die Gefrierlanze 1 b ebenfalls mittels der Haltemittel
50 geführt werden.
[0030] Eine alternative Ausgestaltung sieht vor, dass der Volumenkörper 1 von vorneherein
die Gefrierlanze 1 b als einen Bestandteil enthält. Die Gefrierlanze 1 b ist dann
von einem äußeren Bereich 1a umgeben. Entsprechend wird gemäß Fig. 5 dann nicht der
gesamte Volumenkörper 1 entfernt, sondern nur der äußere Bereich 1a, so dass die Gefrierlanze
1 b (gestrichelte Linie in der Fig. 5) im Bohrloch 10 verbleibt und der besagte Freiraum
3 ein zwischen der Gefrierlanze 1b und der Auskleidung 20 gebildeter Zwischenraum
3 ist.
[0031] Sodann kann in der oben beschriebenen Weise die Sperrschicht 42 ausgebildet werden
und der Freiraum bzw. Zwischenraum 3 mit dem Kontaktmittel 30 gefüllt werden.
[0032] Anschließend kann mittels der Gefrierlanze 1 b der gewünschte Eiskörper im Erdreich
E ausgebildet werden.
[0033] Nach der Ausbildung des Eiskörpers wird die Gefrierlanze 1b wiederum bevorzugt aus
dem Bohrloch 10 entfernt.
[0034] Die Figuren 9 bis 11 zeigen verschiedene Ausführungsformen hinsichtlich der Ausgestaltung
des Volumenkörpers 1, der in diesen Beispielen die Gefrierlanze 1b als integralen
Bestandteil enthält und mit dieser zusammen im Bohrloch 10 angeordnet wird.
[0035] Gemäß Fig. 9 kann der besagte äußerer Bereich 1a z.B. durch eine flexible Hülle (z.B.
aus einem Kunststoff) 1d gebildet sein, in der z.B. ein Schüttgut 1c oder ein Formkörper
1c angeordnet ist, der wiederum die Gefrierlanze 1b umgibt. Bei einem monolithischen
Formkörper 1c kann ggf. auf die Hülle 1d verzichtet werden.
[0036] Gemäß Fig. 10 kann der äußere Bereich 1a des Volumenkörpers 1 auch durch eine Folie
1a gebildet sein, die eine Vielzahl an mit einem Fluid gefüllten Volumina einschließt.
Bei einer solchen Folie kann es sich z.B. um eine Extrusionsfolie 1a handeln.
[0037] Schließlich kann gemäß Fig. 11 der Volumenkörper 1 z.B. durch eine flexible Hülle
1d gebildet sein, die einen Innenraum umgibt, in dem die Gefrierlanze 1b angeordnet
ist sowie ein Fluid F (Gas und/oder Flüssigkeit), das in den Innenraum eingeleitet
wird, so dass um die Gefrierlanze 1b herum der äußere Bereich 1a entsteht, der nach
dem Einbringen in das Bohrloch 10 zerstörbar ist.
Bezugszeichen
| 1 |
Volumenkörper |
| 1a |
Äußerer Bereich des Volumenkörpers |
| 1b |
Gefrierlanze |
| 1c |
Füllung |
| 1d |
Hülle |
| 2 |
Zwischenraum |
| 3 |
Freiraum bzw. Zwischenraum |
| 10 |
Bohrloch |
| 10a |
Innenseite des Bohrlochs |
| 20 |
Auskleidung |
| 30 |
Kontaktmittel |
| 40 |
Sonde |
| 41 |
Mittel zur Ausbildung einer Sperrschicht |
| 42 |
Sperrschicht |
| 50 |
Haltemittel |
| B |
Bohrer |
| E |
Erdreich |
| H |
Hohlraum |
| F |
Fluid, z.B. Gas oder Flüssigkeit |
1. Verfahren zum Gefrieren von Erdreich (E), aufweisend die Schritte:
- Erzeugen eines Bohrloches (10) im Erdreich mittels eines Bohrers (B),
- Einbringen eines Volumenkörpers (1) in das Bohrloch (10), so dass zwischen dem Volumenkörper
(1) und einer Innenseite (10a) des Bohrlochs (10) ein Zwischenraum (2) gebildet wird,
- Ausfüllen des Zwischenraumes (2) mit einem fließfähigen sowie aushärtbaren Material
zur Erzeugung einer Auskleidung (20) des Bohrloches (10),
- Entfernen zumindest eines äußeren Bereiches (1a) des Volumenkörpers (1) aus dem
Bohrloch (10) unter Erzeugung eines an die Auskleidung (20) angrenzenden Freiraumes
(3),
- Einbringen eines Kontaktmediums (30) in den Freiraum (3), und
- Gefrieren eines an die Auskleidung (20) angrenzenden Erdbodenbereiches mittels einer
im Bohrloch angeordneten, das Kontaktmedium (30) kontaktierenden Gefrierlanze (1b).
2. Verfahren nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, dass das fließfähige Material eine Suspension ist, insbesondere eine Zementsuspension.
3. Verfahren nach Anspruch 1 oder 2, dadurch gekennzeichnet, dass der Volumenkörper (1) in einem Hohlraum (H) des Bohrers (B) angeordnet und in das
Bohrloch (10) eingebracht wird.
4. Verfahren nach einem der vorhergehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, dass der Volumenkörper (1) die Gefrierlanze (1 b) aufweist, wobei die Gefrierlanze (1
b) von dem besagten äußeren Bereich (1 a) des Volumenkörpers (1) umgeben ist.
5. Verfahren nach einem der vorhergehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, dass der äußere Bereich (1a) nach dem Aushärten der Auskleidung (20) entfernt wird, insbesondere
durch Zerstören, Verbrennen, Schmelzen und/oder Entnehmen des äußeren Bereiches (1a),
so dass der besagte Freiraum (3) ein die Gefrierlanze (1 b) umgebender Zwischenraum
ist.
6. Verfahren nach einem der Ansprüche 1 bis 3, dadurch gekennzeichnet, dass der Volumenkörper (1) die Gefrierlanze (1 b) nicht aufweist, wobei der gesamte Volumenkörper
(1) unter Erzeugung des Freiraumes (3) nach dem Aushärten der Auskleidung (20) aus
dem Bohrloch (10) entfernt wird, insbesondere durch Zerstören, Verbrennen, Schmelzen
und/oder Entnehmen des Volumenkörpers (1) und sodann das Einbringen des Kontaktmediums
(30) in den Freiraum (3) vorgenommen wird.
7. Verfahren nach einem der vorhergehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, dass der äußere Bereich (1 a) oder der Volumenkörper (1) als ein monolithischer Formkörper
ausgebildet ist.
8. Verfahren nach einem der vorhergehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, dass der äußere Bereich (1a) oder der Volumenkörper (1) eine äußere flexible Hülle (1d)
aufweist sowie eine von der Hülle (1d) umgebene Füllung (1c).
9. Verfahren nach Anspruch 8, dadurch gekennzeichnet, dass die Füllung (1c) eines der folgenden Füllmaterialien ist: ein Schüttgut, ein monolithischer
Formkörper, ein Fluid, das in einen von der Hülle (1d) umgebenen Innenraum eingeleitet
wird.
10. Verfahren nach Anspruch 6, oder einem der Ansprüche 7 bis 9 soweit rückbezogen auf
Anspruch 6, dadurch gekennzeichnet, dass nach dem Einbringen des Kontaktmittels (30), vor dem Einbringen des Kontaktmittels
(30) oder während des Einbringens des Kontaktmittels (30) in das Bohrloch (B) die
Gefrierlanze (1 b) in dem Bohrloch (10) angeordnet wird.
11. Verfahren nach einem der vorhergehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, dass die Auskleidung (20) nach dem Aushärten sowie vor dem Einbringen des Kontaktmediums
(30) mit einer Sperrschicht (42) versehen wird, so dass das Kontaktmittel (30) nicht
in die Auskleidung (20) eindringen kann, oder dass die Auskleidung (20) selbst eine
Sperrschicht (42) ausbildet, so dass das Kontaktmittel (30) nicht in die Auskleidung
(20) eindringen kann.
12. Verfahren nach einem der vorhergehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, dass die Gefrierlanze (1b) nach dem Gefrieren des Erdbodenbereiches aus dem Bohrloch (10)
herausgezogen wird.