[0001] Die vorliegende Erfindung betrifft ein Leuchtenmodul, welches insbesondere für den
Einsatz in Straßenleuchten konzipiert ist, wobei das Leuchtenmodul eine Anordnung
von LEDs als Leuchtmittel aufweist.
[0002] Im Stand der Technik sind eine Vielzahl von Leuchten bekannt, die auf LED (worunter
in der vorliegenden Anmeldung jede Halbleiterlichtquelle zu verstehen ist, einschließlich
der OLED) beruhen und die auch als Straßenbeleuchtung vorgesehen sind. In der Regel
werden hierzu eine Vielzahl von LEDs auf einer Fläche vorgesehen und ggf. zur Ausbildung
einer besonderen Lichtverteilung mit Linsen, insbesondere Freiformlinsen, welche von
der üblichen Rotationssymmetrie einer Linse abweichen, versehen. Beispielsweise offenbart
die
WO 2008/122941 A1 eine besondere Linse für LEDs, die in Straßenleuchten angeordnet sind. Die Linse
sorgt für eine Verbreiterung der Lichtverteilung, um einen Straßenabschnitt auszuleuchten,
so dass mit aufeinanderfolgenden Straßenleuchten ein Straßenzug insgesamt gleichmäßig
ausgeleuchtet werden kann.
[0003] Selbst bei einer optisch präzise geformten Linse stellt sich jedoch das Problem,
dass die Straßenleuchten teilweise doch noch eine Lichtstrahlung in unerwünschte Richtungen
abgeben. Beispielsweise ist eine Lichtemission auf eine zur Straßenleuchte rückwärtig
angeordnete Häuserfassade unerwünscht, weil es dort auch Lichtreflexe in Wohnräumen
erzeugen kann. In anderen Situationen ist es jedoch gerade wünschenswert, das Licht
einer Straßenleuchte auch in einem rückwärtigen Bereich abzugeben, um beispielsweise
einen angrenzenden Gehweg oder einen angrenzenden Fahrradweg parallel zur Straße auszuleuchten.
Ferner erfordern es manche Verkehrsgegebenheiten, wie beispielsweise ein Fußgängerüberweg,
dass die Lichtverteilung auf dem Straßenraum den Besonderheiten anzupassen ist.
[0004] Aufgabe der Erfindung ist es, ein Leuchtenmodul für eine Straßenleuchte bereitzustellen,
welches auf LED basiert und an die Besonderheiten der Beleuchtungsaufgabe der Straßenleuchte
angepasst ist.
[0005] Die Aufgabe wird gelöst durch ein Leuchtenmodul mit einer Anordnung aus mehreren
LEDs, und einer Anordnung aus mehreren Freiformlinsen, die jeweils einer der LEDs
zugeordnet sind, wobei jede der Freiformlinsen eine der zugeordneten LED zugewandten
Lichteintrittsfläche und gegenüberliegend wenigstens eine Lichtaustrittsfläche aufweist
und einen ersten Abschnitt aufweist, in welchem Licht, das von der Lichteintrittsfläche
zur Lichtaustrittsfläche verläuft, durch Reflexion, insbesondere Totalreflexion, umgelenkt
wird, und einen zweiten lichtlenkenden Abschnitt, der eine lichtlenkende Grenzfläche
besitzt, die einen Teil der Lichtaustrittsfläche bildet, und mit einer Anordnung aus
Reflektorstreifen oder Absorptionsstreifen, wobei jeder der Reflektorstreifen oder
Absorptionsstreifen jeweils seitlich zu einer Freiformlinse angeordnet ist, um einen
Teil des aus der Lichtaustrittsfläche der jeweils betreffenden Freiformlinse austretenden
Lichts umzulenken oder abzublocken.
[0006] Eine Besonderheit der Erfindung liegt in der Kombination der besonderen Freiformlinsen,
die den LEDs zugeordnet sind, und der Reflektorstreifen, welche den Freiformlinsen
zugeordnet sind. Die Freiformlinsen können durch eine Kombination von Lichtbrechung
und Lichtreflexion, insbesondere Totalreflexion, bereits eine Lichtverteilung erzeugen,
die für die Beleuchtung einer Straße besonders geeignet ist. Insbesondere kann durch
den lichtbrechenden Abschnitt eine breite Lichtverteilung erzeugt werden, welche von
der durch einen weiteren Abschnitt in der Linse, in dem Reflexion stattfindet, erzeugten
Lichtverteilung überlagert wird. So lässt sich beispielsweise eine langgestreckte
Lichtverteilung erzeugen, die im mittleren Bereich, d.h. unterhalb oder vor dem Leuchtenmodul,
zusätzlich aufgehellt wird. Der Reflektorstreifen sorgt in Ergänzung dafür, dass die
Lichtverteilung weiter für die Beleuchtungsaufgabe modifiziert wird. Abhängig von
der Anordnung des Reflektorstreifens zu der Freiformlinse kann ein Licht, welches
hinter die Leuchte, z.B. zu einer Häuserfassade, abgegeben wurde, abgeblockt oder
umgelenkt werden. Alternativ kann der Reflektorstreifen auch dafür eingesetzt werden,
die Lichtverteilung der Straßenleuchte, welche üblicherweise spiegelsymmetrisch zu
einer Ebene senkrecht zur Fahrbahnlängserstreckung (d.h. die C270/90-Ebene der Leuchte)
ist, asymmetrisch zu verändern. Diese Ausführungsform eignet sich dazu, eine besondere
Lichtverteilung für Fußgängerüberwege zu erzeugen. Der Reflektorstreifen kann jedoch
auch in dem Leuchtenmodul so angeordnet werden, dass ein Teil des Lichts absichtlich
von der Straße weg in eine Richtung hinter die Leuchte umgelenkt wird, um z.B. einen
angrenzenden Fahrrad- oder Gehweg, der parallel zur Straße verläuft, mit auszuleuchten.
Die Anzahl, die Größe und der Winkel der Reflektorstreifen können sich in den Ausführungsformen
unterscheiden, abhängig von der gewünschten Beleuchtungsaufgabe.
[0007] Die Freiformlinsen gemäß der vorliegenden Erfindung können im Prinzip ausgebildet
sein, wie in der Patentanmeldung
DE 10 2014 017 295 beschrieben. Zu weiteren Einzelheiten der Linse, insbesondere die Ausgestaltung des
ersten Abschnitts, in welchem Licht durch Reflexion zur Lichtaustrittsfläche gelenkt
wird, und des zweiten Abschnitts, der eine lichtlenkende Grenzfläche als Teil der
Lichtaustrittsfläche besitzt, wird auf dieses Dokument verweisen, welches in Bezug
auf diese Merkmale hierin im Wege der Bezugnahme aufgenommen wird.
[0008] Gemäß einer bevorzugten Ausführungsform weist die Anordnung von Reflektorstreifen
mehrere parallel zueinander angeordnete Reflektorstreifen auf. In dieser Ausführungsform
werden alle Lichtverteilung der einzelnen Freiformlinsen, die mit einem Reflektorstreifen
versehen sind, in der gleichen Weise beeinflusst, um die Lichtverteilung des Leuchtenmoduls
anzupassen. Dabei können gemäß den verschiedenen Ausführungsformen alle oder nur einige
der Freiformlinsen mit einem entsprechenden Reflektorstreifen versehen sein.
[0009] Gemäß einer bevorzugten Ausführungsform ist die Anordnung der LEDs, der Freiformlinsen
und/oder der Reflektorstreifen jeweils in einer Ebene matrixförmig. Der Aufbau in
Form einer Matrix lässt sich besonders einfach herstellen. Ferner ist gewährleistet,
dass das Leuchtenmodul über die gesamte Fläche das Licht gleichmäßig abgibt, weil
die LEDs gleichmäßig in der Fläche verteilt sind. Dabei ist von besonderem Vorteil,
dass die Anordnung der LEDs, der Freiformlinsen und der Reflektorstreifen jeweils
in einer Ebene erfolgt. Beispielsweise können die LEDs zusammen auf einer durchgängigen
Platine angeordnet werden. Die Freiformlinsen können gemäß einer bevorzugten Ausführungsform
einstückig in einem zusammenhängenden Trägermaterial ausgebildet sein, welches z.B.
über die gesamte Matrix der LED oder über einen Teilbereich dieser Matrix angeordnet
wird. Die Reflektorstreifen können ebenfalls in einem einstückigen Element matrixförmig
miteinander verbunden sein, wobei die Matrix aus Reflektorstreifen die vollständige
Matrix der LEDs oder der Freiformlinsen oder einem Teil von diesen überdeckt.
[0010] Gemäß einer bevorzugten Ausführungsform ist die Anordnung aus Reflektorstreifen einstückig
ausgebildet und über der Anordnung der Freiformlinsen angebracht. Dadurch lassen sich
die Reflektorstreifen besonders einfach an dem Leuchtenmodul montieren. Ferner bietet
diese Ausführungsform verschiedene Möglichkeiten, um die Anordnung aus Reflektorstreifen
besonders kostengünstig herzustellen. Beispielsweise können alle Reflektorstreifen
der Anordnung aus einem Blech ausgestanzt und zu einer Seite herausgebogen werden,
um eine einstückige Anordnung der Anordnung des Reflektorstreifens zu bilden.
[0011] Gemäß einer bevorzugten Ausführungsform ist die Anordnung aus Reflektorstreifen durch
eine Ebene gebildet, welche eine Vielzahl von Öffnungen für jeweils wenigstens eine
der Freiformlinsen aufweist, und die Reflektorstreifen verlaufen am Rand der Öffnungen.
Diese Anordnung lässt sich einfach herstellen, z.B. mit einem Biege-Stanz-Prozess
wie vorhergehend erwähnt. Die Anordnung kann mit den Öffnungen über den Freiformlinsen
angeordnet werden, so dass jede Freiformlinse durch die Öffnung in Richtung zur Lichtaustrittseite
des Leuchtenmoduls hindurchragt und der Reflektorstreifen auf gleicher Höhe der Freiformlinse
seitlich von dieser zu liegen kommt.
[0012] Gemäß einer bevorzugten Ausführungsform ist die Anordnung aus Reflektorstreifen in
unterschiedlichen, insbesondere in wenigstens zwei, drei oder vier zueinander gedrehten
Positionen über der Anordnung von Freiformlinsen montierbar. Diese Ausführungsform
hat den Vorteil, dass mit der gleichen Reflektorstreifenanordnung unterschiedliche
Ausführungsformen des Leuchtenmoduls realisiert werden können, indem die Anordnung
aus Reflektorstreifen in unterschiedliche Positionen über den Freiformlinsen montiert
wird. Gegebenenfalls kann die Montage der Reflektorstreifen über den Freiformlinsen
sogar noch am Montageort des Leuchtenmoduls vorgenommen werden. Abhängig von dem Ort
der Leuchte kann dadurch eine unterschiedliche Beleuchtungsaufgabe z.B. für die Beleuchtung
eines rückwärtigen Fahrrad- oder Gehweges, eines seitlich angeordneten Fußgängerüberweges
oder einer anderen räumlichen Situation angepasst werden. Bei einer matrixförmigen
Anordnung der LEDs, der Freiformlinsen und der Reflektorstreifen können in einer Ausführungsform
mit vier zueinander gedrehten Montagepositionen der Reflektorstreifen-Anordnung alle
möglichen Variationen der Lichtverteilung durch einfaches Ummontieren der Reflektorstreifenanordnung
erzielt werden.
[0013] Gemäß einer bevorzugten Ausführungsform ist in der Anordnung aus Reflektorstreifen
jeweils ein Reflektorstreifen einzeln nur einer Freiformlinse und/oder jeweils ein
Reflektorstreifen einer Reihe von der Anordnung der Freiformlinsen nebeneinanderliegenden
Freiformlinsen zugeordnet. Bei einer einzelnen Zuordnung der Reflektorstreifen zu
den Freiformlinsen können diese individuell auf die Freiformlinsen abgestimmt werden.
Beispielsweise können auch unterschiedliche Neigungswinkel der Reflektorstreifen gewählt
werden. Sofern die Reflektorstreifen Reihen von LEDs zugeordnet werden, weisen diese
in der Regel einen einheitlichen Neigungswinkel gegenüber der betreffenden Linsenreihe
auf. In dieser Ausführungsform muss für eine Reihe von nebeneinanderliegenden Freiformlinsen
nur ein Reflektorstreifen ausgebildet werden, wodurch die Herstellungskosten verringert
werden. Die Ausführungsformen können auch kombiniert werden. Das heißt, in der gleichen
Anordnung der Reflektorstreifen können einzelne Reflektorstreifen nur jeweils einer
Freiformlinse zugeordnet sein und weitere Reflektorstreifen jeweils einer Reihe von
nebeneinanderliegenden Freiformlinsen zugeordnet sein.
[0014] Gemäß einer bevorzugten Ausführungsform ist die Anordnung aus Reflektorstreifen gegenüber
der Anordnung von Freiformlinsen so montierbar, dass die Reflektorstreifen in Bezug
auf die ihr zugeordnete Freiformlinse oder -linsen angrenzend an dem jeweils ersten
lichtlenkenden Abschnitt, seitlich rechts oder links des jeweils ersten lichtlenkenden
Abschnitts und/oder gegenüberliegenden zu dem ersten lichtlenkenden Abschnitt angeordnet
sind. Der erste lichtlenkende Abschnitt der Freiformlinse sorgt durch Reflexion, insbesondere
Totalreflexion, für eine zur optischen Achse der Linse stark abgelenkte Lichtabgabe.
Durch die Anordnung des Reflektorstreifens in Bezug auf diesen Abschnitt der Freiformlinse
lässt sich die Lichtverteilung daher sehr gezielt beeinflussen. Die seitliche Anordnung
des Reflektorstreifens zu dem ersten Reflektorabschnitt (rechts oder links davon)
kann dazu dienen, eine asymmetrische Lichtverteilung zu erzeugen, insbesondere asymmetrisch
zu der C180/0-Ebene. Die Anordnung der Reflektorstreifen an dem ersten lichtlenkenden
Abschnitt angrenzend kann insbesondere dazu dienen, den Teil der Lichtverteilung,
welcher rückwärtig von der Leuchte abgegeben wird, zu verringern. Die Anordnung der
Reflektorstreifen auf der dem ersten lichtlenkenden Abschnitt entgegengesetzten Seite
der Freiformlinse kann insbesondere dazu dienen, gezielt einen Teil des Lichts hinter
die Leuchte zu lenken, um z.B. einen Fahrrad- oder einen Gehweg hinter der Leuchte
mit zu beleuchten. Es kann auch vorgesehen sein, dass innerhalb der Anordnung von
Reflektorstreifen die Reflektorstreifen zu den Freiformlinsen unterschiedlich angeordnet
sind. Beispielsweise kann nur für einen Teil der Freiformlinsen vorgesehen sein, das
Licht nach hinten umzulenken, um einen bestimmten Anteil des Gesamtlichtstroms der
Leuchte für die Beleuchtungsaufgabe hinter der Leuchte nutzbar zu machen. Ein Vorteil
diese Ausführungsform ist auch darin zu sehen, dass wahlweise eine unterschiedliche
Anzahl von Reflektorstreifen in einer bestimmten Position eingesetzt werden können,
so dass nur jeweils zum Teil das Licht der Vielzahl von LEDs für die besondere Beleuchtungsaufgabe
genutzt wird. Beispielsweise kann vorgesehen sein, dass ein bestimmter prozentualer
Anteil der LEDs, z.B. ein, zwei oder drei von vier Reihen, für die Beeinflussung der
Lichtverteilung mit einem entsprechenden Reflektorstreifen versehen ist. Ferner kann
auch eine Reflektoranordnung vorgesehen sein, welche Reflektorstreifen in unterschiedlichen
Positionen zu den Freiformlinsen bzw. zum ersten und zweiten Abschnitt der Freiformlinsen
angeordnet sind. Gemäß einer Weiterbildung dieser Ausführungsform kann vorgesehen
sein, dass die Anordnung aus Reflektorstreifen wahlweise in einer der genannten vier
Positionen (d.h. an dem ersten Abschnitt der Freiformlinse, seitlich rechts, seitlich
links oder gegenüberliegend) montierbar ist. Wie vorhergehend ausgeführt, ermöglicht
diese Ausführungsform die individuelle Gestaltung der Lichtverteilung für eine besondere
Beleuchtungsaufgabe unter Verwendung jeweils identischer Bauteile, welche die Anordnung
der Reflektorstreifen bilden.
[0015] Gemäß einer bevorzugten Ausführungsform sind die Reflektorstreifen oder Absorptionsstreifen
parallel zu der C180/0-Ebene angeordnet oder parallel zu der C270/90-Ebene angeordnet.
Als C-Ebenen werden vertikale Ebenen durch eine Leuchte bezeichnet. Die C180/0-Ebene
kann insbesondere die Ebene sein, welche senkrecht durch die Leuchte und parallel
zu einer von der Leuchte beleuchteten Straße verläuft. Eine sich in einer Richtung
parallel zur C180/0-Ebene breit erstreckende Lichtverteilung eignet sich daher besonders
zur gleichmäßigen Ausleuchtung eines größeren Straßenabschnitts. Durch die Beeinflussung
der Lichtverteilung mit den Reflektorstreifen und/oder Absorptionsstreifen kann diese
Lichtverteilung ggf. den örtlichen Bedingungen angepasst werden. Beispielsweise können
die Reflektorstreifen parallel zu der C180/0-Ebene angeordnet sein, um die Lichtströmung
hinter die Leuchte, d.h. in einer Richtung in der C270/90-Ebene, zu verringern. Dazu
sind die Reflektorstreifen oder Absorptionsstreifen parallel zu der C180/0-Ebene auf
der Seite der Freiformlinse anzuordnen, die von der Straßenseite abgewandt ist. Alternativ
kann vorgesehen sein, einen Teil des Lichts gezielt für eine Beleuchtungsaufgabe hinter
die Straßenleuchte umzulenken. Dazu können die Reflektorstreifen parallel zu der C180/0-Ebene
auf der zur Straße gewandten Seite der jeweiligen Freiformlinse angeordnet sein. Alternativ
können die Reflektorstreifen auch parallel zu der C270/90-Ebene angeordnet sein und
ggf. auch noch die Freiformlinsen gedreht werden. Dadurch wird die Lichtverteilung
asymmetrisch zur Längserstreckung der Straße verzerrt. Derartige Lichtverteilungen
sind insbesondere zur Beleuchtung von Fußgängerüberwegen über die Straße von Vorteil.
[0016] Gemäß einer bevorzugten Ausführungsform weisen die ersten Abschnitte der Linsen eine
Längsstreckung auf, welche vorzugsweise parallel zu der C180/0-Ebene oder parallel
zu der C270/90-Ebene ausgerichtet sind. Diese Ausführungsformen sind insbesondere
bevorzugt in Verbindung mit den vorhergehend genannten Ausrichtungen der Reflektor-
bzw. Absorptionsstreifen. Der erste lichtlenkende Abschnitt sorgt dafür, dass Licht
von der Linse durch Reflexion relativ stark abgelenkt wird. Die Anordnung der Reflektor-
oder Absorptionsstreifen parallel zu diesen Abschnitten dient dazu, diesen Lichtanteil
in die gewünschte Richtung zur Erzeugung einer besonderen Beleuchtungsaufgabe umzulenken
oder teilweise abzublocken. Beispielsweise werden für ein Leuchtenmodul, das bevorzugt
zur Ausleuchtung eines Fußgängerüberweges eingesetzt wird, die ersten reflektierenden
Abschnitte der Freiformlinsen parallel zum Fußgängerüberweg, d.h. parallel zu der
C270/90-Ebene, ausgerichtet, während in den übrigen Ausführungsformen, welche die
Straße der Länge nach beleuchten soll, die ersten optischen Abschnitte vorzugsweise
parallel zu der C180/0-Ebene ausgerichtet sind. In der Ausführungsform für Fußgängerüberwege
kann dadurch ein ausgeprägtes Maximum der Lichtverteilung zwischen einer C40-Ebene
und der C80-Eben für eine Lichtverteilung für einen Fußgängerweg rechts der Leuchte
erzeugt werden. Wenn die Leuchte links des Fußgängerweges angeordnet ist, ist ein
ausgeprägtes Maximum zwischen der C100-Ebene und der C140-Ebene bevorzugt. Diese Ausführungsformen
lassen sich z.B. dadurch erzeugen, dass der erste lichtreflektierende Abschnitt der
Linse eine Längserstreckung aufweist, die parallel zu der C270/90-Ebene ausgerichtet
ist und ferner die Reflektorstreifen parallel zu der gleichen Ebene ausgerichtet sind.
Für ein Leuchtenmodul, welches die Straße der Länge nach beleuchten soll, sind hingegen
Lichtverteilungskurven bevorzugt, die spiegelsymmetrisch zur C270/90-Ebene liegen
und vorzugsweise eine Längserstreckung in einer Ebene aufweisen, die sich parallel
zu der C180/0-Ebene längs der Straße erstrecken. Die sich längs erstreckende Lichtverteilung
ist jedoch nicht genau in der C180/0-Ebene sondern dazu parallel versetzt vorgesehen,
um die Straße der Länge nach mit einer Leuchte beleuchten zu können, die seitlich
am Straßenrand angeordnet ist. Diese Lichtverteilung wird auch als Lichtbandknickung
bezeichnet. Für diese Ausführungsform ist bevorzugt der erste lichtreflektierende
Abschnitt der Freiformlinse parallel zu der C180/0-Ebene ausgerichtet. Ferner können
in dieser Ausführungsform die Reflektorstreifen und/oder Absorptionsstreifen dazu
dienen, die Lichtverteilung in verschiedener Weise zu modifizieren. Gemäß einer Ausführungsform
sollen die Reflektorstreifen oder Absorptionsstreifen verhindern, dass Licht hinter
die Leuchte, d.h. in die C270-Ebene gelangt. Dies kann durch Absorptionsstreifen oder
Reflektorstreifen parallel zur C180/0-Ebene oder durch Reflektorstreifen parallel
zur C180/0-Ebene erfolgen, die jeweils auf der von der Straße abgewandten Seite der
Freiformlinsen angeordnet sind. Alternativ können auch Ausführungsformen vorgesehen
sein, bei denen Reflektorstreifen gezielt einen Teil des Lichtes hinter die Leuchte
umlenken, um beispielsweise einen Fahrrad- oder Gehweg parallel zur Straße hinter
der Leuchte zu beleuchten. In diesen Ausführungsformen sind die Reflektorstreifen
ebenfalls parallel zur C180/0-Ebene angeordnet, jedoch auf der zur Straße gewandten
Seite der betreffenden Freiformlinsen. Insgesamt kann das Leuchtenmodul einer solchen
Ausführungsform eine Lichtverteilung mit vier ausgeprägten Maxima erzeugen. Zwei Maxima
zwischen der C0-Ebene und der C180-Ebene für die Straßenbeleuchtung, bevorzugt in
der C25-Ebene (± 20°) bzw. der C155-Ebene (± 20°), um die Straße neben der Leuchte
der Länge nach auszuleuchten. Zwei weitere Maxima zwischen der C180-Ebene und der
C360-Ebene für die Beleuchtung des rückwärtigen Weges können je nach Größe und Winkel
des Reflektorstreifens variabel erzeugt werden. Bevorzugt liegen die Maxima in der
C195-Ebene (± 10°) und der 345-Ebene (± 10°).
[0017] In allen vorhergehend genannten Ausführungsformen der Erfindung können anstelle der
Reflektorstreifen oder zusätzlich zu diesen auch Absorptionsstreifen vorgesehen sein,
welche auf einer zur jeweiligen Freiformlinse weisenden Seite lichtabsorbierend ausgebildet
ist. Die Absorptionsstreifen haben den Vorteil, dass das Licht in die betreffende
Richtung vollständig abgeblockt wird, um störende Lichtreflexe zu vermeiden. Allerdings
verringert sich dadurch der Gesamtwirkungsgrad der Leuchte. Insbesondere für die Ausführungsformen,
in denen ein Anteil des Lichts, welches von dem Leuchtenmodul in einer Straßenleuchte
zu der der Straße abgewandten Seite gelenkt würde, aber durch eine absorbierende Blende
kann dieser störende Lichtanteil sehr wirksam verhindert werden.
[0018] Gemäß einer bevorzugten Ausführungsform bilden die Reflektorstreifen jeweils eine
ebene Reflexionsfläche, die in Bezug auf eine optische Achse der ihr zugeordneten
LED oder Freiformlinse geneigt ist. Beispielsweise sind Neigungswinkel zwischen 3°
und 30° bevorzugt. Durch den Neigungswinkel lässt sich der horizontale Abstrahlwinkel
des Lichts von der Freiformlinse manipulieren. Gemäß einer alternativen Ausführungsform
kann aber auch vorgesehen sein, dass die Reflexionsfläche parallel zur optischen Achse,
d.h. mit einem Winkel von 0° zur optischen Achse angeordnet ist. In dieser Ausführungsform
wird das Licht in der Horizontalen sehr stark abgelenkt. Ferner ist es auch möglich,
dass die Reflektorstreifen eine Krümmung, insbesondere eine in Richtung zur Freiformlinse
konkave Krümmung aufweisen. Durch die Krümmung lässt sich eine Lichtbündelung erzielen.
Auch in diesen Ausführungsformen kann ein Winkel zwischen der Reflektorfläche und
der optischen Achse der Freiformlinse vorgesehen sein. Der Winkel wird dabei an einer
mittleren Tangente der gekrümmten Reflektorfläche gemessen.
[0019] Weitere Merkmale und Vorteile der vorliegenden Erfindung werden aus der nachfolgenden
Beschreibung bevorzugter Ausführungsformen deutlich, die in Verbindung mit den beigefügten
Figuren beschrieben werden. In den Figuren ist Folgendes dargestellt.
- Figur 1
- zeigt eine Reflektoranordnung und eine Linsenanordnung in einer perspektivischen Explosionsdarstellung.
- Figur 2
- zeigt in perspektivischer Ansicht die Reflektoranordnung und die Linsenanordnung nach
Figur 1 in zusammengesetztem Zustand.
- Figur 3
- zeigt in perspektivischer Ansicht die Reflektoranordnung und die Linsenanordnung nach
Figur 1 in einem weiteren zusammengesetzten Zustand.
- Figur 4
- zeigt in perspektivischer Ansicht die Reflektoranordnung und die Linsenanordnung nach
Figur 1 in einem weiteren zusammengesetzten Zustand.
- Figur 5a
- zeigt die Beleuchtungsstärke auf einer Straße der Anordnung nach Figur 3.
- Figur 5b
- zeigt die Beleuchtungsstärke auf einer Straße der Anordnung nach Figur 2.
- Figur 5c
- zeigt die Beleuchtungsstärke auf einer Straße der Anordnung nach Figur 4.
- Figur 6a
- zeigt eine Aufsicht auf eine Straße mit zwei Beleuchtungseinrichtungen in einer Anordnung
für eine Einbahnstraße.
- Figur 6b
- zeigt eine Aufsicht auf eine Straße mit zwei Beleuchtungseinrichtungen in einer Konfiguration
für eine in zwei Richtungen befahrene Straße.
- Figur 7
- zeigt eine Reflektoranordnung als Einzelbauteil in perspektivischer Ansicht.
- Figur 8
- zeigt eine Leuchte mit einem Leuchtenmodul in perspektivischer Ansicht.
- Figur 9
- zeigt eine Linsenanordnung mit einer Reflektoranordnung in perspektivischer Ansicht.
- Figur 10
- zeigt die Linsenanordnung mit der Reflektoranordnung nach Figur 9 in einer Seitenansicht.
- Figur 11
- zeigt eine perspektivische Ansicht einer Beleuchtungseinrichtung gemäß einer alternativen
Ausführungsform.
- Figur 12
- zeigt eine perspektivische Ansicht einer Linsenanordnung und einer Reflektoranordnung.
- Figur 13
- zeigt eine perspektivische Ansicht der Reflektoranordnung der Figur 12.
[0020] Bezugnehmend auf die Figuren 1 bis 4 wird eine erste Ausführungsform eines Leuchtenmoduls
gemäß der vorliegenden Erfindung beschrieben, welches zur Vereinfachung nur durch
eine Reflektoranordnung und eine Linsenanordnung dargestellt ist.
[0021] Ein Leuchtenmodul gemäß einer Ausführungsform der Erfindung umfasst eine Anordnung
von LEDs (in den Figuren nicht dargestellt), die in einer Ebene matrixförmig angeordnet
sind. Insbesondere kann die Anordnung 4x4 LEDs aufweisen, wobei diese Anzahl nur ein
Beispiel ist und jede andere Anzahl von LEDs insbesondere in quadratischer Anordnung,
vorgesehen sein kann. Über den LEDs ist jeweils eine Freiformlinse 5 vorgesehen, wobei
in der dargestellten Ausführungsform 4x4 der Freiformlinsen 5 in einer Anordnung 4
einstückig miteinander verbunden sind.
[0022] Im Folgenden wird eine der Freiformlinsen 5 näher beschrieben. Die Freiformlinse
5 weist eine Lichteintrittsfläche (in den Figuren verdeckt) auf, die über einer zugeordneten
LED angeordnet ist. Auf der Lichtaustrittsfläche weist die Freiformlinse 5 im Wesentlichen
zwei Abschnitte 51 und 52 auf. Ein erster Abschnitt 51 umfasst zwei kuppelförmige
Erhebungen, die spiegelsymmetrisch nebeneinanderliegen. Durch diesen Abschnitt 51
der Linse kann Licht der LED hindurchtreten, wobei das Licht beim Lichtaustritt aus
der Oberfläche der zwei kuppelförmigen Erhebungen gebrochen wird. Dadurch wird die
Lichtverteilung der LED seitlich abgelenkt. Insbesondere wird die Lichtverteilung
in die Richtung der C180/0-Ebene aufgeweitet. Ein weiterer Abschnitt 52 der Freiformlinse
5 weist Seitenflächen auf, an denen das Licht der LED total reflektiert wird bevor
es auf einer Lichtaustrittsseite, die in der gezeigten Ausführungsform mit linienförmigen
Prismen versehen ist, austritt. Dieses Licht wird durch die Prismen ebenfalls in Richtung
der C180/0-Ebene aufgeweitet und ferner durch die Neigung der Seitenflächen, an denen
das Licht totalreflektiert wird, auch in der C270/90-Ebene abgelenkt. Insgesamt lässt
sich dadurch eine Lichtverteilung erzielen, die in der C180/0-Ebene aufgeweitet ist
und in Richtung zu der C270/90-Ebene gekippt ist. Eine solche Lichtverteilung eignet
sich besonders zur Beleuchtung von Straßen, weil sie einen Straßenabschnitt in Längsrichtung
mit einer seitlich an der Straße positionierten Leuchte ausgeleuchtet werden kann.
[0023] Über der Linsenanordnung 4 ist eine Reflektoranordnung 1 montiert. Die Reflektoranordnung
1 ist in der gezeigten Ausführungsform durch ein Metallblech gebildet, welches jeweils
an der Stelle der LED eine Öffnung 2 aufweist, an deren einen Seite eine Reflektorstreifen
3 angebracht ist. Die Reflektoranordnung kann insbesondere aus einem ebenen Blech
hergestellt sein, welches im Bereich der Öffnungen 2 jeweils an drei Seiten ausgestanzt
und um eine dritte verbleibende Kante nach außen aufgebogen ist. Die Seite des Reflektorstreifens
3, die zu der Öffnung 2 weist, ist reflektierend ausgebildet. In einer Ausführungsform
kann auch vorgesehen sein, dass die gesamte Reflektoranordnung 1 verspiegelt ist.
Es kann auch vorgesehen sein, dass die von der Öffnung 2 abweisende Seite des Reflektorstreifens
3 nicht reflektierend, z.B. mattschwarz, ausgebildet ist, um Licht abzublocken.
[0024] Die Reflektoranordnung 1 wird, wie durch den Pfeil in Figur 1 dargestellt, auf die
Linsenanordnung 4 aufgesetzt. Figur 2 zeigt die Anordnung im zusammengesetzten Zustand.
Jeder Reflektorstreifen 3 ist in dieser Anordnung angrenzend an einen Abschnitt 52
der Freiformlinse 5 angeordnet und dient dazu, die von der Freiformlinse 5 erzeugte
Lichtverteilung in einer Richtung der C270/90-Ebene abzuschirmen und zur gegenüberliegenden
Richtung umzulenken. Die Anordnung der Figur 2 wird in einer Straßenbeleuchtung vorzugsweise
so eingebaut, dass die C180/0-Ebene entlang der zu beleuchtenden Straße liegt. Figur
5b zeigt die Beleuchtungsstärke auf der Straße, welche durch das Leuchtenmodul der
Figur 2 hervorgebracht wird. In der Figur 5b zeigt der Ursprung des dargestellten
Koordinatenkreuzes die Position der Leuchte. Aus der Beleuchtungsstärke ist zu erkennen,
dass der Schwerpunkt der Beleuchtung von der Position der Leuchte in Richtung in der
C270/90-Ebene verschoben ist. Vorzugsweise wird die Leuchte am Rand der Straße angeordnet
und der Lichtschwerpunkt liegt etwa in der Straßenmitte. In der Figur 5b ist ferner
zu sehen, dass jedoch ein Teil der Beleuchtungsstärke auch in eine Richtung hinter
die Leuchte weist (in der Figur 5b in die untere Hälfte der Abbildung). Dieser Anteil
des Lichts wird durch die Reflektorstreifen 3 im Vergleich zu einer Linsenanordnung
ohne Reflektoranordnung verringert. Ferner ist in Figur 5b zu sehen, dass die Lichtverteilung
in der C180/0-Ebene verbreitert ist. Diese Verbreiterung ist nützlich, um einen längeren
Straßenabschnitt der Straße zu beleuchten bzw. für eine gleichmäßige Beleuchtung der
Straße mit Leuchten in einem größeren Mastabstand beleuchten zu sorgen.
[0025] Die Figuren 3 und 4 zeigen jeweils einen alternativen Zusammenbau der Reflektoranordnung
1 mit der Linsenanordnung 4. In diesen Ausführungsformen liegen die Reflektorstreifen
3 jeweils rechts bzw. links von dem Linsenabschnitt 52, in welchem das Licht totalreflektiert
wird. Die Beleuchtungsstärken auf einer Straße für die Leuchtenmodule nach Figur 3
und 4 sind in den Figuren 5a und 5c dargestellt. Es ist zu erkennen, dass die Lichtverteilung
asymmetrisch in Bezug auf die C270/90-Ebene ist. Dieser Effekt wird durch die rechts-
bzw. linksseitige Anordnung der Reflektorstreifen erzielt. Ferner liegt der Lichtschwerpunkt
der Verteilung etwa auf der C180/0-Ebene jeweils rechts oder links von der Leuchtenposition
versetzt. Diese Lichtverteilung eignet sich insbesondere zur Beleuchtung von Fußgängerüberwegen
auf Straßen, wie in den Figuren 6a und 6b dargestellt ist. In der Figur 6a sind zwei
Leuchten an gegenüberliegenden Straßenrändern und jeweils auf einer gleichen Seite
eines Fußgängerüberweges (durch den mittigen Zebrastreifen verdeutlicht) angeordnet.
Die Lichtverteilung, welche in den Figuren 6a bzw. 6b schematisch dargestellt ist,
zeigt, dass von der Straßenseite der Fußgängerüberweg gleichmäßig ausgeleuchtet sein
kann. Die Anordnung nach Figur 6a ist speziell für eine Einbahnstraße vorgesehen,
wobei die Autos in der Pfeilrichtung von links nach rechts fahren. Die Lichtverteilung
der Leuchten ist so gestaltet, dass ein Fahrer in einem sich an den Fußgängerüberweg
annähernden Auto von der Leuchte nicht geblendet wird. Der Fußgängerüberweg einschließlich
der an den Fußgängerüberweg angrenzenden Teile des Gehweges wird von der Seite, aus
der sich die Fahrzeuge nähern, ausgeleuchtet. Die Anordnung nach Figur 6b zeigt dem
gegenüber eine bevorzugte Variante für eine in zwei Richtungen befahrene Straße. Die
Leuchten sind jeweils an den gegenüberliegenden Seiten des Fußgängerüberweges seitlich
der Straße angeordnet. Die Lichtverteilung der Leuchten ist so ausgebildet, dass die
Fahrer der auf der jeweiligen Straßenseite sich an den Fußgängerüberweg annähernden
Fahrzeuge nicht geblendet werden. Außerdem wird der Fußgänger in der Vertikalen beleuchtet,
so dass er von dem Autofahrer besser gesehen wird. Die in den Figuren 6a bzw. 6b dargestellte
Beleuchtungsstärken werden durch Leuchtenmodule, welche entsprechend der Figur 3 oder
der Figur 4 ausgebildet sind, erzeugt.
[0026] Eine Besonderheit der in den Figuren 2 bis 4 dargestellten Leuchtenmodule besteht
darin, dass sich alle drei Varianten mit jeweils den gleichen Linsenanordnungen 4
und Reflektoranordnungen 1 herstellen lassen. Die Reflektoranordnung 1 muss nur gegenüber
der Linsenanordnung gedreht werden. Ferner wird die Linsenanordnung 4 in unterschiedliche
Positionen auf eine matrixförmige Anordnung der LEDs angebracht. Beispielsweise kann
für eine 4x4-Anordnung der Linsen bzw. der Reflektoren eine zentrale Befestigungseinrichtung,
z.B. eine Schraube oder eine Niete, vorgesehen sein. Diese kann für alle Montagepositionen
verwendet werden. Alternativ können die Linsen und/oder Reflektoren auch aufgeklebt
werden. In Figuren 2 bis 4 ist die bevorzugte Straßenseite bzw. die Seite des Fußgängerüberweges
jeweils durch das Bezugszeichen 6 dargestellt.
[0027] Figur 7 zeigt eine weitere Ausführungsform einer Reflektoranordnung 1', die eine
Matrix von 4x8 Reflektorstreifen 3 aufweist. Diese Reflektoranordnung 1' kann beispielsweise
über zwei 4x4-Linsenanordnungen aufgesetzt werden. Damit ist die Reflektoranordnung
l' doppelt so groß wie eine Reflektoranordnung 1 in Figuren 1 bis 4.
[0028] Die Figur 8 zeigt eine Straßenleuchte 9 mit zwei der in Figur 7 dargestellten Reflektoranordnungen
1'. Insgesamt weist die Straßenleuchte 8x8 Freiformlinsen 5 auf. Die Reflektorstreifen
3 sind jeweils seitlich der Abschnitte 52 der Linsen 5 vorgesehen. Das entspricht
der Anordnung wie in Figur 4 dargestellt. Die Leuchte nach Figur 8 eignet sich daher
insbesondere als eine Straßenleuchte neben einem Fußgängerüberweg, wie in Figur 6a
oder 6b gezeigt ist.
[0029] Figur 9 zeigt eine Linsenanordnung 4' wie vorhergehend bereits beschrieben. Darüber
ist eine Reflektoranordnung 1" mit zwei durchgehenden Reflektorstreifen 3 montiert.
Dieses Leuchtenmodul dient zur Erzeugung einer Lichtverteilung mit einem rückwärtigen
Anteil. Das Verhältnis von Linsen 5 ohne Reflektor zu Linsen mit Reflektor ist in
dieser Ausführung 2:1. Andere Verhältnisse zur Erzeugung eines stärkeren oder eines
schwächeren rückwärtigen Lichtanteils sind ebenfalls möglich. In der Figur 9 ist mit
den Bezugszeichen 6 die Seite der Straße angedeutet, während das Bezugszeichen 7 auf
einen Bereich hinter der Leuchte weist. In diesem Bereich kann beispielsweise ein
Gehweg oder Fahrradweg vorhhanden sein, der von der Straßenleuchte teilweise mitbeleuchtet
werden soll. In der Figur 10 ist die in Figur 9 dargestellte Anordnung in einer Seitenansicht
gezeigt. Die Bildebene der Figur 10 entspricht der C270/90-Ebene. Die Reflektorstreifen
3 sind gegenüber der C180/0-Ebene um einen Winkel α bzw. β geneigt. Durch den Neigungswinkel
lässt sich der Abstrahlwinkel des Lichtanteils für den rückwärtigen Bereich der Leuchte
einstellen. Beispielsweise kann abhängig von der Entfernung des Geh- bzw. Fahrradweges
zur Leuchte der Winkel größer oder kleiner gewählt werden. Vorzugsweise sind Winkel
zwischen 3° und 30° oder 5° bis 20° vorgesehen. Für die Reflektorstreifen in den vorhergehend
beschriebenen Ausführungsformen sind demgegenüber keine Neigungswinkel, d.h. 0°, vorgesehen.
Bis zu einem Steigungswinkel von 30° wird der Reflektor- bzw. Absorptionsstreifen
hierin noch als "parallel" zu der entsprechenden C-Ebene bezeichnet.
[0030] Figur 11 zeigt eine Leuchte, welche zwei der Module gemäß Figur 9 aufweist und zwei
Module mit jeweils 4x4 Linsen 5 ohne eine Reflektoranordnung. In diese Ausführungsform
wird daher ein geringer Teil des Lichts dazu verwendet, einen rückwärtigen Bereich
der Leuchte, d.h. in Richtung zu dem Leuchtenmast, umzulenken.
[0031] Sind die Linsen 5 mit dem Abschnitt 52 parallel zur C180/0-Ebene ausgerichtet und
die Reflektoren neben den Linsen 5 parallel zur C180/0-Ebene ausgerichtet, d.h. Linse
und Reflektor jeweils in 0°-Stellung, reduziert dieses optische System den rückwärtigen
Anteil der Lichtverteilungskurve. Die Reflektoren dienen in dieser Ausführungsform
als Blende.
[0032] In der Ausführungsform nach Figur 12 sind zwei voneinander getrennte Blendenanordnungen
vorgesehen, die als Einzelteil in der Figur 13 dargestellt sind. Gemäß dieser Ausführungsform
umfasst die Anordnung jeweils zwei Streifen, die als Blende für eine 2x4-Linsenanordnung
dienen. Die Blenden oder Absorptionsstreifen 10 werden in dieser Ausführungsform durch
einfache abgewinkelte Flächen hergestellt. Der Winkel zu der ebenen Fläche der Linsenanordnung
muss auch in dieser Ausführungsform nicht 90° betragen. Insbesondere können die Enden
auch über die Linse ragen, um eine noch bessere Abblendung des rückwärtigen Anteils
zu erhalten. In dieser Ausführungsform, in welcher die Streifen als Blende wirken,
sind auch die durchgängigen Streifen für mehrere Linsen bevorzugt, weil sie das Licht
der Linsen 5 über die ganze Breite des Leuchtenmoduls abblenden. Die Blenden können
in dieser Ausführungsform auch eine diffus reflektierende Oberfläche aufweisen, um
eine Blendung zu reduzieren. Gemäß dieser Ausführungsform können Blenden Licht absorbierend
ausgeführt sein, um eine noch bessere Abblendung des rückwärtigen Anteils zu erhalten.
In der dargestellten Ausführungsform bilden die Blenden Absorptionsstreifen 10, welche
über die ganze zu der betreffenden Linsenreihe weisende Seite Licht absorbierend ausgebildet
sind.
[0033] Weitere Modifikationen der vorhergehend beschriebenen bevorzugten Ausführungsformen
sind im Rahmen der Erfindung, welche durch die Ansprüche definiert ist, möglich. Insbesondere
können unterschiedliche Reflektoranordnungen mit verschiedenen Linsenanordnungen kombiniert
werden. Die Anzahl und die Ausrichtung der Reflektorstreifen in Bezug auf die Linsen
kann sich innerhalb eines Modules und innerhalb von mehreren Modulen innerhalb einer
Leuchte ändern.
[0034] Die Linsenelemente und die Reflektorelemente oder die Blenden können auch durch ein
Spritzgussverfahren realisiert werden. Die Linsenanordnung kann gemeinsam mit der
Reflektoranordnung in einem Stück durch ein Spritzgusselement, vorzugsweise aus zwei
verschiedenen Komponenten, einer lichttransparenten und einer lichtundurchlässigen
Komponente, gebildet sein.
[0035] Bei einem optischen System für die Reduzierung des rückwärtigen Anteils des Lichts
wird direkt auf die Linsenanordnung eine Blende hinter den Linsen erzeugt. Diese Blende
besteht dabei nicht wie die Linse aus einem klartransparenten Material, sondern aus
einem lichtundurchlässigen oder nicht klar transparenten Material (zweite Spritzgusskomponente).
Dadurch, dass es sich bei der Linsenanordnung und der Reflektor- bzw. Blendenanordnung
dann nur um ein Bauteil handelt, ist die Montage auf der LED-Platine besonders einfach.
[0036] Ferner können auch bei optischen Systemen für Fußgängerüberwege, wie vorhergehend
beschrieben, oder bei einem Leuchtenmodul für die Erzeugung eines rückwärtigen Anteils
ebenfalls reflektierende Flächen, wie oben für die Reflektoren 3 beschrieben, durch
ein Spritzgussverfahren erzeugt werden und im Bereich der Reflektorflächen mit einem
reflektierenden Material beschichtet werden.
BEZUGSZEICHENLISTE:
[0037]
- 1, 1', 1"
- Reflektoranordnung
- 2
- Öffnung
- 3
- Reflektorstreifen
- 4
- Linsenanordnung
- 5
- Freiformlinse
- 6
- Seite der Straße
- 7
- Bereich hinter der Leuchte
- 8
- LED-Platine
- 9
- Straßenleuchte
- 10
- Absorptionsstreifen
- 51
- Abschnitt der Linse
- 52
- Abschnitt der Linse
1. Leuchtenmodul mit einer Anordnung aus mehreren LEDs, und einer Anordnung (4) aus mehreren
Freiformlinsen (5), die jeweils einer der LEDs zugeordnet sind, wobei jede der Freiformlinsen
(5) eine der zugeordneten LED zugewandten Lichteintrittsfläche und gegenüberliegend
wenigstens eine Lichtaustrittsfläche aufweist und einen ersten Abschnitt (52) aufweist,
in welchem Licht, das von der Lichteintrittsfläche zur Lichtaustrittsfläche verläuft,
durch Reflexion, insbesondere Totalreflexion, umgelenkt wird, und einen zweiten lichtlenkenden
Abschnitt (51), der eine lichtlenkende Grenzfläche besitzt, die einen Teil der Lichtaustrittsfläche
bildet,
und mit einer Anordnung (1) aus Reflektorstreifen (3) oder Absorptionsstreifen (10),
wobei jeder der Reflektorstreifen (3) oder Absorptionsstreifen (10) jeweils seitlich
zu einer Freiformlinse (5) angeordnet ist, um einen Teil des aus der Lichtaustrittsfläche
der jeweils betreffenden Freiformlinse (5) austretenden Lichts umzulenken oder abzublocken.
2. Leuchtenmodul nach Anspruch 1, wobei die Anordnung von Reflektorstreifen (3) oder
Absorptionsstreifen (10) mehrere parallel zueinander angeordnete Reflektorstreifen
(3) oder Absorptionsstreifen (10) aufweist.
3. Leuchtenmodul nach einem der vorhergehenden Ansprüche, wobei die Anordnung der LED,
der Freiformlinsen und/oder der Reflektorstreifen (3) oder Absorptionsstreifen (10)
jeweils in einer Ebene matrixförmig ist.
4. Leuchtenmodul nach einem der vorhergehenden Ansprüche, wobei die Anordnung aus Reflektorstreifen
(3) oder Absorptionsstreifen (10) einstückig ausgebildet ist und über der Anordnung
(4) der Freiformlinsen (5) angebracht ist.
5. Leuchtenmodul nach einem der vorhergehenden Ansprüche, wobei die Anordnung (1) aus
Reflektorstreifen (3) oder Absorptionsstreifen (10) durch eine Ebene gebildet ist,
welche eine Vielzahl von Öffnungen (2) für jeweils wenigstens eine der Freiformlinsen
aufweist und die Reflektorstreifen (3) oder Absorptionsstreifen (10) am Rand der Öffnungen
(2) verlaufen.
6. Leuchtenmodul nach einem der vorhergehenden Ansprüche, wobei die Anordnung (1) aus
Reflektorstreifen (3) oder Absorptionsstreifen (10) in unterschiedlichen, insbesondere
in wenigstens zwei, drei oder vier zueinander gedrehten, Positionen über der Anordnung
(4) von Freiformlinsen (5) montierbar ist.
7. Leuchtenmodul nach einem der vorhergehenden Ansprüche, wobei in der Anordnung aus
Reflektorstreifen (3) oder Absorptionsstreifen (10) jeweils ein Reflektorstreifen
(3) oder Absorptionsstreifen (10) einzeln nur einer Freiformlinse (5) und/oder jeweils
ein Reflektorstreifen (3) oder ein Absorptionsstreifen (10) einer Reihe von in einer
Anordnung (4) der Freiformlinsen (5) nebeneinanderliegenden Freiformlinsen (5) zugeordnet
ist.
8. Leuchtenmodul nach einem der vorhergehenden Ansprüche, wobei die Anordnung (1) aus
Reflektorstreifen (3) oder Absorptionsstreifen (10) gegenüber der Anordnung (4) von
Freiformlinsen (5) so montierbar ist, dass die Reflektorstreifen (3) oder Absorptionsstreifen
(10) in Bezug auf die ihr zugeordneten Freiformlinse oder -linsen angrenzend an dem
jeweils ersten lichtlenkenden Abschnitt, seitlich rechts oder links des jeweils ersten
lichtlenkenden Abschnitts (52) und/oder gegenüberliegend zu dem ersten lichtlenkenden
Abschnitt (52) angeordnet sind.
9. Leuchtenmodul nach Anspruch 8, wobei die Anordnung (1) aus Reflektorstreifen (3) oder
Absorptionsstreifen (10) wahlweise in jeder der genannten vier Stellungen montierbar
ist.
10. Leuchtenmodul nach einem der vorhergehenden Ansprüche, wobei die Reflektorstreifen
(3) oder Absorptionsstreifen (10) parallel zu der C180/0-Ebene angeordnet sind oder
parallel zu der C270/90-Ebene angeordnet sind.
11. Leuchtenmodul nach einem der vorhergehenden Ansprüche, wobei die ersten Abschnitte
(52) der Freiformlinse (5) jeweils eine Längserstreckung aufweisen, die parallel zu
der C180/0-Ebene oder parallel zu der C270/90-Ebene angeordnet sind, und insbesondere
bei Rückbezug auf den Anspruch 10 parallel zu den Reflektorstreifen oder den Absorptionsstreifen.
12. Leuchtenmodul nach einem der vorhergehenden Ansprüche, mit einer Anordnung von Absorptionsstreifen
(10), wobei die Absorptionsstreifen (10) auf einer zu der Freiformlinse weisenden
Seite lichtabsorbierend ausgebildet sind.
13. Leuchtenmodul nach einem der vorhergehenden Ansprüche, wobei die Freiformlinsen (5)
eine zu einer C-Ebene, insbesondere zu der C270/90-Ebene, symmetrische Lichtverteilung
erzeugen und die Reflektorstreifen (3) die Lichtverteilung durch Umlenkung asymmetrisch
verändern.
14. Leuchtenmodul nach einem der vorhergehenden Ansprüche, wobei die Reflektorstreifen
(3) oder Absorptionsstreifen (10) jeweils eine ebene Reflexionsfläche oder Absorptionsfläche
bilden, die in Bezug auf eine optische Achse der ihr zugeordneten LED oder Freiformlinse
(5) geneigt ist, insbesondere mit einem Winkel zwischen 3° und 30° geneigt ist.