[0001] Die Erfindung betrifft eine Vorrichtung, vorzugsweise eine Unterfahrschutzvorrichtung,
für ein Kraftfahrzeug, insbesondere ein Nutzfahrzeug, wie z. B. einen Lastkraftwagen
oder einen Omnibus.
[0002] Aus der
DE 44 28 101 C2 ist bereits ein Front-Unterfahrschutzvorrichtung für einen Lastkraftwagen bekannt.
Derartige Front-Unterfahrschutzvorrichtungen müssen insbesondere Vorgaben in Bezug
auf Maße und Festigkeit (Kräfte, Aufpralllasten, etc.) nach der ECE-Regelung R93 (ECE-R93)
erfüllen. In gewissen Einzelfällen müssen auch die Vorgaben der ECE-R61 erfüllt werden.
In der Praxis ist es oftmals schwierig und aufwändig, eine Front-Unterfahrschutzvorrichtung
zu schaffen, die einerseits die geforderten Maße und anderseits die geforderte Festigkeit
erfüllt.
[0003] Eine Aufgabe der Erfindung ist es, eine Vorrichtung für ein Kraftfahrzeug zu schaffen,
mittels der auf einfache Art und Weise einerseits Maßanforderungen und andererseits
Festigkeitsanforderungen erfüllt werden können.
[0004] Diese Aufgabe kann mit den Merkmalen des Hauptanspruchs gelöst werden. Vorteilhafte
Weiterbildungen der Erfindung können den Unteransprüchen und der folgenden Beschreibung
bevorzugter Ausführungsformen der Erfindungen entnommen werden.
[0005] Die Erfindung schafft eine Vorrichtung, vorzugsweise eine Unterfahrschutzvorrichtung,
für ein Kraftfahrzeug, insbesondere ein Nutzfahrzeug, z. B. einen Lastkraftwagen oder
einen Omnibus. Die Unterfahrschutzvorrichtung ist vorzugsweise eine Front-Unterfahrschutzvorrichtung,
kann aber auch z. B. eine Seiten- oder Heck-Unterfahrschutzvorrichtung sein.
[0006] Die Vorrichtung umfasst eine Trägerkonstruktion, vorzugsweise eine Querträgerkonstruktion,
und eine Tragstruktur zum Tragen der Trägerkonstruktion und zur Montage an das Kraftfahrzeug,
vorzugsweise ein zwei Längsträger und zumindest einen Querträger umfassendes Chassis
(z. B. Fahrgestell) des Kraftfahrzeugs.
[0007] Die Tragstruktur und die Trägerkonstruktion können z. B. aneinander befestigt sein,
z. B. mittels einer Schweißverbindung, Schraubverbindung, etc. Es ist sogar möglich,
die Tragstruktur und die Trägerkonstruktion z. B. einstückig-integral zu gestalten.
[0008] Die Vorrichtung zeichnet sich insbesondere dadurch aus, dass die Trägerkonstruktion
mit zumindest einer Blende versehen ist, insbesondere mit einer Front-Blende. Die
Blende kann zweckmäßig an die Trägerkonstruktion montiert und/oder aufgesetzt sein.
[0009] Die Erfindung basiert insbesondere auf einer funktionellen Zweiteilung.
[0010] Die Trägerkonstruktion und die Tragstruktur dienen zweckmäßig zur Aufnahme geforderter
Kräfte, Aufpralllasten, etc. Die Blende hingegen dient zweckmäßig dazu, geforderte
Maße zu erfüllen.
[0011] Dadurch können auf vorteilhafte Art und Weise insbesondere Anforderungen gemäß der
ECE-R93 erfüllt werden. Alternativ oder ergänzend können insbesondere Anforderungen
gemäß der Außenkantenrichtlinie ECE-R61 erfüllt werden, vorzugsweise ohne eines oder
mehrere Zusatzteile, wie Kappen, Deckel etc.
[0012] Ebenfalls ist zweckmäßig eine hochkomplexe Formgebung z. B. nach Designvorschlägen
möglich. Darüber hinaus kann die Vorrichtung preisgünstig hergestellt werden und ist
gegenüber üblichen Unterfahrschutzvorrichtungen relativ leichtgewichtig.
[0013] Die Blende kann z. B. seitlich, oben und/oder unten über die Trägerkonstruktion hinausragen.
[0014] Es ist möglich, dass die Blende nach hinten geformt ist, z. B., um die Trägerkonstruktion
seitlich, oben und/oder unten zu überlappen.
[0015] Die Blende kann insbesondere mit einer Spoilerlippe versehen sein.
[0016] Die Spoilerlippe erstreckt sich vorzugsweise entlang der Unterseite der Blende.
[0017] Die Blende kann eine oder mehrere Leitungshalterungen zur Halterung einer oder mehrerer
Leitungen umfassen, die z. B. an der Oberseite der Blende angeordnet sein können.
[0018] Alternativ oder ergänzend kann die Blende zumindest einen Befestigungsclip oder zumindest
ein Gewindeinsert umfassen, um vorzugsweise ein oder mehrere Anbauteile haltern zu
können.
[0019] Die Blende kann aus Kunststoff, Aluminium oder Stahl gefertigt sein.
[0020] Die Trägerkonstruktion und/oder die Tragstruktur ist vorzugsweise aus Aluminium oder
Stahl hergestellt.
[0021] Die Blende ist vorzugsweise mittels lösbarer Befestigungsmittel lösbar an die Trägerkonstruktion
montiert.
[0022] Es ist möglich, dass die Blende und/oder die Trägerkonstruktion zumindest einen Hohlraum
oder zumindest eine Aussparung aufweist. Der Hohlraum oder die Aussparung kann z.
B. als Vertiefung, Loch, Öffnung, Ausnehmung und/oder Durchgangsloch ausgebildet sein.
[0023] Vorzugsweise ist in dem Hohlraum oder der Aussparung der Blende und/oder der Trägerkonstruktion
zumindest ein Behälter für ein Medium, z. B. Luft, Wasser, etc. zumindest abschnittsweise
aufgenommen, insbesondere integriert.
[0024] Die Blende weist vorzugsweise mehrere Versteifungsrippen auf.
[0025] Im Rahmen der Erfindung kann die Vorrichtung als z. B. vorderer oder hinterer Querträger
dienen, z. B. Schlussquerträger. Alternativ oder ergänzend ist auch eine seitliche
Montage an das Kraftfahrzeug möglich, so dass sich die Trägerkonstruktion zweckmäßig
im Wesentlichen in Längsrichtung des Kraftfahrzeugs erstreckt.
[0026] Vorzugsweise ist die Vorrichtung aber als Unterfahrschutzvorrichtung ausgeführt,
vorzugsweise als Front-Unterfahrschutzvorrichtung.
[0027] Die Querträgerkonstruktion erstreckt sich vorzugsweise im Wesentlichen in Querrichtung
des Kraftfahrzeugs.
[0028] Die Erfindung ist nicht auf eine Vorrichtung wie hierin beschrieben beschränkt, sondern
umfasst auch ein Kraftfahrzeug mit zumindest einer solchen Vorrichtung.
[0029] Das Kraftfahrzeug ist vorzugsweise ein Nutzfahrzeug, z. B. ein Lastkraftwagen oder
ein Omnibus.
[0030] Die vorstehend beschriebenen bevorzugten Ausführungsformen und Merkmale der Erfindung
sind miteinander kombinierbar. Andere vorteilhafte Weiterbildungen der Erfindung sind
in den Unteransprüchen offenbart oder ergeben sich aus der folgenden Beschreibung
bevorzugter Ausführungsformen der Erfindung in Verbindung mit der beigefügten Figur.
- Figur 1
- zeigt eine perspektivische Ansicht einer Vorrichtung gemäß einer Ausführungsform der
Erfindung.
[0031] In Figur 1 ist eine Vorrichtung U für ein Kraftfahrzeug gemäß einer Ausführungsform
der Erfindung gezeigt, insbesondere eine Front-Unterfahrschutzvorrichtung U.
[0032] Die Schutzvorrichtung U umfasst eine Tragstruktur 1 und eine als Querträgerkonstruktion
ausgeführte Trägerkonstruktion 2. Die Tragstruktur 1 dient zum Tragen der Querträgerkonstruktion
2 und zur Montage an den Lastkraftwagen, insbesondere das Chassis des Lastkraftwagens.
Die Tragstruktur 1 und die Querträgerkonstruktion 2 sind vorzugsweise miteinander
verschweißt, können aber auch auf andere Art und Weise aneinander befestigt werden.
Es ist sogar eine einteilige Ausführung aus Tragstruktur 1 und Querträgerkonstruktion
2 denkbar.
[0033] Die Querträgerkonstruktion 2 ist mit einer Blende 3, insbesondere einer Front-Blende
3 versehen.
[0034] Die Tragstruktur 1 und die Querträgerkonstruktion 2 dienen zweckmäßig zur Aufnahme
von Aufprallkräften P1, P2 und P3 und insbesondere dazu, die Anforderungen gemäß ECE-R93
in Bezug auf Aufprallasten zu erfüllen. Die Blende 3 hingegen dient zweckmäßig dazu,
Maßanforderungen gemäß ECE-R93 und/oder ECE-R61 zu erfüllen, vorzugsweise ohne zusätzliche
Kappen, Deckel, etc.
[0035] Die Blende 3 ragt oben und unten über die Querträgerkonstruktion 2 hinaus. Zudem
ist die Blende 3 nach hinten geformt, um die Trägerkonstruktion 2 oben und unten zu
überlappen oder gar gänzlich rückseitig zu überspannen. Die Blende 3 kann zweckmäßig
auch seitlich über die Querträgerkonstruktion 2 hinausragen.
[0036] Die Blende 3 ist an ihrer Unterseite mit einer Spoilerlippe 4 versehen, die sich
zweckmäßig entlang der Unterseite der Blende 3 erstreckt.
[0037] Darüber hinaus umfasst die Blende 3 an ihrer Oberseite zwei Leitungshalterungen 5
zur Halterung einer oder mehrerer Leitungen. Alternativ oder ergänzend kann die Blende
3 einen oder mehrere Befestigungsclips oder ein oder mehrere Gewindeinserts umfassen,
zur zweckmäßigen Montage eines oder mehrerer Anbauteile.
[0038] Die Blende 3 kann zweckmäßig mittels lösbaren Befestigungsmitteln lösbar an die Trägerkonstruktion
montiert sein, um zweckmäßig auf einfache Art und Weise montiert und demontiert werden
zu können.
[0039] Die Blende 3 und die Querträgerkonstruktion 2 umfassen mehrere Hohlräume (Aussparungen,
Löcher, Vertiefungen, Öffnungen und/oder Ausnehmungen), von denen einige in Figur
1 mit dem Bezugszeichen 6 versehen sind. Einer oder mehrere der Hohlräume 6 ist nutzbar
zur Aufnahme eines oder mehrerer, in der Figur 1 nicht gezeigter Behälter für Medien,
z. B. Luft, Wasser, etc.
[0040] Die Erfindung ist nicht auf die oben beschriebenen bevorzugten Ausführungsformen
beschränkt. Vielmehr ist eine Vielzahl von Varianten und Abwandlungen möglich, die
ebenfalls von dem Erfindungsgedanken Gebrauch machen und deshalb in den Schutzbereich
fallen. Darüber hinaus beansprucht die Erfindung auch Schutz für den Gegenstand und
die Merkmale der Unteransprüche unabhängig von den in Bezug genommenen Merkmalen und
Ansprüchen.
Bezugszeichenliste
[0041]
- 1
- Tragstruktur
- 2
- Trägerkonstruktion, insbesondere Querträgerkonstruktion
- 3
- Blende
- 4
- Spoilerlippe
- 5
- Leitungshalterung
- 6
- Hohlraum/Aussparung
- P1, P2, P3
- Kräfte, insbesondere Aufpralllasten
- U
- Vorrichtung, zweckmäßig Unterfahrschutzvorrichtung, insbesondere hinten, vorne und/oder
seitlich
1. Vorrichtung (U), vorzugsweise Unterfahrschutzvorrichtung (U), für ein Kraftfahrzeug,
mit einer Trägerkonstruktion (2), vorzugsweise einer Querträgerkonstruktion (2), und
einer Tragstruktur (1) zum Tragen der Trägerkonstruktion (2) und zur Montage an das
Kraftfahrzeug, dadurch gekennzeichnet, dass die Trägerkonstruktion (2) mit einer Blende (3) versehen ist.
2. Vorrichtung (U) nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, dass die Blende (3) seitlich, oben und/oder unten über die Trägerkonstruktion (2) hinausragt.
3. Vorrichtung (U) nach Anspruch 1 oder 2, dadurch gekennzeichnet, dass die Blende (3) nach hinten geformt ist, vorzugsweise, um die Trägerkonstruktion (2)
seitlich, oben und/oder unten zu überlappen.
4. Vorrichtung (U) nach einem der vorhergehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, dass die Blende (3) eine Spoilerlippe (4) umfasst und vorzugsweise sich die Spoilerlippe
(4) entlang der Unterseite der Blende (3) erstreckt.
5. Vorrichtung (U) nach einem der vorhergehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, dass die Blende (3) zumindest eine Leitungshalterung (5) zur Halterung einer Leitung umfasst
und vorzugsweise die Leitungshalterung (5) an der Oberseite der Blende (3) angeordnet
ist.
6. Vorrichtung (U) nach einem der vorhergehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, dass die Blende (3) zumindest einen Befestigungsclip oder zumindest ein Gewindeinsert
umfasst.
7. Vorrichtung (U) nach einem der vorhergehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, dass die Blende (3) aus Kunststoff, Aluminium oder Stahl gefertigt ist.
8. Vorrichtung (U) nach einem der vorhergehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, dass die Trägerkonstruktion (2) und/oder die Tragstruktur (1) aus Aluminium oder Stahl
gefertigt ist.
9. Vorrichtung (U) nach einem der vorhergehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, dass die Blende (3) mittels lösbaren Befestigungsmitteln lösbar an die Trägerkonstruktion
(2) montiert ist.
10. Vorrichtung (U) nach einem der vorhergehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, dass die Blende (3) und/oder die Trägerkonstruktion (2) zumindest einen Hohlraum oder
zumindest eine Aussparung (6) aufweist.
11. Vorrichtung (U) nach Anspruch 10, dadurch gekennzeichnet, dass in dem Hohlraum oder der Aussparung (6) zumindest abschnittsweise zumindest ein Behälter
für ein Medium aufgenommen ist.
12. Vorrichtung (U) nach einem der vorhergehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, dass die Trägerkonstruktion (2) und die Tragstruktur (1) zur Aufnahme von Aufpralllasten
dienen und/oder die Blende (3) zur Maßeinhaltung dient.
13. Vorrichtung (U) nach einem der vorhergehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, dass die Blende (3) Versteifungsrippen aufweist.
14. Vorrichtung (U) nach einem der vorhergehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, dass die Trägerkonstruktion (2) eine sich in Querrichtung des Kraftfahrzeugs erstreckende
Querträgerkonstruktion ist und die Vorrichtung (U) eine Front-Unterfahrschutzvorrichtung
ist.
15. Kraftfahrzeug, vorzugsweise Nutzfahrzeug, mit zumindest einer Vorrichtung (U) nach
einem der vorhergehenden Ansprüche.