[0001] Die Erfindung betrifft eine Fadenchangiereinrichtung für eine Spulvorrichtung einer
Kreuzspulen herstellenden Textilmaschine mit einem Fadenführer, der über ein als Zahnriemen
ausgebildetes Endloszugmittel an einen Einzelantrieb angeschlossen ist, wobei der
Zahnriemen in einem weitestgehend geschlossenen Gehäuse der Fadenchangiereinrichtung
umläuft und über seitlich neben dem Changierbereich angeordnete Umlenkräder sowie
ein mit einem elektromotorischen Einzelantrieb verbundenes Antriebsrad geführt ist.
[0002] Zur Herstellung einer textilen Kreuzspule ist es bekanntlich erforderlich, dass die
betreffende Textilspule einerseits in Rotation versetzt und andererseits der auf die
Spule auflaufende Faden während des Wickelvorganges relativ schnell längs der Spulenachse
changiert wird. Die dabei entstehenden Textilspulen weisen dann so genannte Kreuzbewicklungen
auf und zeichnen sich nicht nur durch einen verhältnismäßig stabilen Spulenkörper,
sondern auch durch ein gutes Ablaufverhalten aus.
[0003] Im Zusammenhang mit der Herstellung derartiger Kreuzspulen sind seit langem verschiedene
Fadenchangiereinrichtungen bekannt, die in zahlreichen Schutzrechtsanmeldungen zum
Teil recht ausführlich beschrieben sind.
[0004] Es ist beispielsweise bei Kreuzspulautomaten, die mit relativ hohen Wickelgeschwindigkeiten
arbeiten, weit verbreitet, an den Arbeitsstellen als Fadenchangiereinrichtung so genannte
Fadenführungstrommeln einzusetzen. Solche Fadenführungstrommeln weisen jeweils eine
Endlosnut zum Changieren des auflaufenden Fadens auf und treiben gleichzeitig die
Textilspulen reibschlüssig an.
[0005] Derartige an sich bewährte Fadenführungstrommeln erlauben systembedingt allerdings
nur die Herstellung von Kreuzspulen in der Wicklungsart "wilde Wicklung". Außerdem
sind solche Fadenführungstrommeln in der Herstellung relativ aufwendig und somit teuer.
[0006] In der Textilindustrie sind seit langem aber auch Kreuzspulen herstellende Textilmaschinen
mit Spulvorrichtungen bekannt, die bei Bedarf auch die Herstellung von Kreuzspulen
ermöglichen, die in der Wicklungsart "Präzisionswicklung" gespult sind.
Solche Textilmaschinen verfügen im Bereich ihrer Arbeitsstellen jeweils über eine
Einrichtung zum Rotieren einer Textilspule sowie über eine separate Einrichtung zum
Changieren eines auflaufenden Fadens. Als Rotationseinrichtung kommt dabei zum Beispiel
eine antreibbare Spulenantriebstrommel zum Einsatz, während als Fadenchangiereinrichtung
oft ein Mechanismus Verwendung findet, der mit einem so genannten Kehrgewindeantrieb
ausgestattet ist.
[0007] In der
DE 38 01 980 C2 ist beispielsweise eine Kreuzspulen herstellende Textilmaschine beschrieben, bei
der die Arbeitsstellen jeweils mit einer Fadenchangiereinrichtung ausgestattet sind,
die über eine Kehrgewindetrommel verfügt, an die der Fadenführer der Arbeitsstelle
angeschlossen ist.
Da solche Kehrgewindetrommeln meistens mit Öl oder Fett geschmiert sind, ist die Kehrgewindetrommel
jeweils mit einem Kehrgewindegehäuse umgeben, das einen Schlitz besitzt, durch den
ein Mitnehmer bzw. ein Schiffchen des Fadenführers in die Nut der Kehrgewindetrommel
ragt.
Um zu verhindern, dass Öl oder Fett aus dem Fadenführerschlitz des Kehrgewindegehäuses
austreten bzw. Textilstaub durch den Schlitz in das Kehrgewindegehäuse eintreten kann,
ist der Schlitz des Kehrgewindegehäuses in der Regel mit Hilfe einer mit dem Fadenführer
verbundenen Abdeckung, die auch als Dichtlippe bezeichnet wird, abgedichtet.
Ein nicht unerheblicher Nachteil derartiger Kehrgewindegetriebe besteht allerdings
darin, dass auch Kehrgewindetrommeln in der Herstellung relativ kostenintensiv sind.
Um die Herstellungskosten derartiger Kreuzspulen herstellender Textilmaschinen zu
senken, ist daher bereits auch schon vorgeschlagen worden, die Fadenführer mehrerer
nebeneinander angeordneter Arbeitsstellen einer solchen Textilmaschine mittels einer
einzigen Kehrgewindetrommel gleichzeitig anzutreiben.
[0008] In der
DE 195 36 761 A1 ist beispielsweise eine Spulmaschine beschrieben, bei der die Fadenführer der Fadenchangiereinrichtungen
mehrerer Arbeitsstellen dadurch gleichzeitig angetrieben werden, dass ein mittels
einer Kehrgewindetrommel angetriebener Fadenführer über eine entsprechend lange Dichtlippe
mit den Fadenführern benachbarter Arbeitsstellen verbunden ist.
[0009] Durch eine solche Konstruktion konnten zwar die Herstellungskosten für die Fadenchangiereinrichtungen
gesenkt werden; wie alle Kehrgewindegetriebe weist aber auch die vorstehend beschriebene
Ausführungsform den Nachteil auf, dass solche Kehrgewindegetriebe einen nicht unerheblichen
Wartungsaufwand erfordern.
Ein weiterer Nachteil derartiger Fadenchangiereinrichtungen mit Kehrgewindegetrieben
ist, dass solche Kehrgewindegetriebe im Betrieb relativ laut sind und dass die mit
solchen Einrichtungen erzielbaren Changiergeschwindigkeiten verhältnismäßig gering
sind.
[0010] Zur Steigerung der Changiergeschwindigkeit von Kreuzspulen herstellenden Textilmaschinen
ist in der Vergangenheit deshalb bereits vorgeschlagen worden, die Fadenführer der
Arbeitsstellen jeweils über ein Endloszugmittel an einen reversiblen, elektromotorischen
Einzelantrieb anzuschließen, der über eine zugehörige Steuereinrichtung definiert
ansteuerbar ist.
[0011] Durch die
DE 37 34 478 A1 ist zum Beispiel eine Fadenchangiereinrichtung bekannt, bei der ein im Bereich einer
Arbeitsstelle an einer Fadenführerstange geführter Fadenführer über ein Endloszugmittel
an einen elektromotorischen Einzelantrieb angeschlossen ist, der als mikroprozessorgesteuerter
Schrittmotor ausgebildet ist.
Bei dieser bekannten Fadenchangiereinrichtung liegen sowohl der an einer Fadenführerstange
geführte Fadenführer, als auch das Endloszugmittel völlig frei und sind somit schutzlos
dem in Spulereien unvermeidlichen Textilstaub bzw. Faserflug ausgesetzt.
[0012] Ähnliche frei liegende Fadenchangiereinrichtungen mit einem über ein Endloszugmittel
an einen elektromotorischen Einzelantrieb angeschlossenen Fadenführer sind auch in
der
EP 0 950 631 A1 und/oder der
DE 103 00 106 A1 beschrieben.
[0013] Bei diesen bekannten Fadenchangiereinrichtungen ist das als Antriebsband oder Antriebsriemen
ausgebildete Endloszugmittel jeweils über ein an einen Einzelantrieb angeschlossenes
Antriebsrad sowie über zwei seitlich des Changierbereiches der Arbeitsstelle angeordnete
Umlenkräder geführt.
[0014] Auch diese an sich recht vorteilhaften Fadenchangiereinrichtungen weisen allerdings
den Nachteil auf, dass sie sehr anfällig gegen den insbesondere in Spulereien unvermeidlichen
Textilstaub bzw. Faserflug sind. Das heißt, die vorstehend beschriebenen Fadenchangiereinrichtungen
erfordern, um über einen längeren Zeitraum ordnungsgemäß betrieben werden zu können,
fortwährend einen nicht unerheblichen Reinigungsaufwand.
[0015] Einen solchen hohen Reinigungsaufwand erfordert auch die in der
CH-PS 510 580 beschriebene Fadenchangiereinrichtung.
Bei dieser Fadenchangiereinrichtung kommen im Bereich der Arbeitsstellen einer Spulmaschine
jeweils zwei gegenläufige Fadenführer zum Einsatz. Das heißt, die Fadenführer sind
jeweils an ein antreibbares Endloszugmittel in Form eines Zahnriemens angeschlossen,
wobei ein Zahnriemen im Uhrzeigersinn und der andere Zahnriemen im Gegenuhrzeigersinn
umlaufen. Die beiden gegenläufigen Zahnriemen sind außerdem mit ihrer Verzahnung jeweils
über eine Vielzahl von Umlenkrädern geführt, die als Zahnscheiben ausgebildet sind.
[0016] Des Weiteren ist durch die
DE 10 2004 003 173 A1 eine Fadenchangiereinrichtung für eine Spulvorrichtung einer Kreuzspulen herstellenden
Textilmaschine Stand der Technik, bei der das Endloszugmittel, an das der Fadenführer
angeschlossen ist, in einem weitestgehend geschlossenen Gehäuse der Fadenchangiereinrichtung
umläuft. Das als Zahnriemen ausgebildete Endloszugmittel ist an einen Einzelantrieb
angeschlossen, das heißt, der Zahnriemen läuft über seitlich neben dem Changierbereich
angeordnete Umlenkräder sowie über das Antriebsrad eines elektromotorischen Einzelantriebes.
[0017] Die in der
DE 10 2004 003 173 A1 beschriebene Fadenchangiereinrichtung stellt zwar eine deutliche Verbesserung der
bislang bekannten Fadenchangiereinrichtungen, insbesondere in Bezug auf den notwendigen
Reinigungsaufwand dar, weist aber ebenfalls den Nachteil auf, dass ständig einige
spezielle Reinigungsarbeiten notwendig werden. Nach einer gewissen Betriebsdauer der
Fadenchangiereinrichtung treten beispielsweise im Bereich des Endloszugmittels, speziell
im Bereich der Umlenkräder, oft Schwierigkeiten auf. Das heißt, bei dieser bekannten
Fadenchangiereinrichtung setzen sich, trotz des allseitig geschlossenen Gehäuses,
mit der Zeit im Bereich der Verzahnung der Umlenkräder Faserreste und Schmutzpartikel
fest, die durch die Verzahnung des Endloszugmittels noch zusätzlich komprimiert werden.
Die festsitzenden Faserreste und Schmutzpartikel führen mit der Zeit dazu, dass der
Zahnriemen im Bereich der Umlenkräder etwas angehoben wird, mit der Folge, dass es
zu negativen Veränderungen der durch den Fadenführer abzudeckenden, vorgegebenen Changierbreite
kommt.
[0018] Ausgehend vom vorgenannten Stand der Technik liegt der Erfindung die Aufgabe zugrunde,
eine Fadenchangiereinrichtung für eine Spuleinrichtung einer Kreuzspulen herstellenden
Textilmaschine zu entwickeln, bei der einerseits sichergestellt ist, dass es auch
nach längerer Betriebsdauer nicht zu ungewollten Änderungen der Changierbreite des
Fadenführers kommt, und bei der außerdem gewährleistet ist, dass der für einen ordnungsgemäßen
Betrieb der Fadenchangiereinrichtung notwendige Reinigungsaufwand minimiert werden
kann.
[0019] Diese Aufgabe wird erfindungsgemäß durch eine Fadenchangiereinrichtung gelöst, bei
der der Zahnriemen mit seiner Verzahnung über Umlenkräder geführt ist, die jeweils
eine glatte Lauffläche aufweisen. Für den exakten formschlüssigen Antrieb des Zahnriemens
ist es ausreichend, wenn das an den elektromotorischen Antrieb angeschlossene Antriebsrad
eine Verzahnung aufweist, die mit der Verzahnung des Zahnriemens korrespondiert, der
aus einem hochelastischen, relativ verschleißfesten Material gefertigt ist.
[0020] Die erfindungsgemäße Ausführungsform hat den Vorteil, dass durch eine solche Ausbildung
auf relativ einfache Weise gewährleistet werden kann, dass sich im Bereich des geschlossenen
Gehäuses der Fadenchangiereinrichtung an den Umlenkrädern, das heißt, an den Bauteilen,
die für eine ordnungsgemäße Einhaltung einer vorgegebenen Changierbreite des Fadenführers
wichtig sind, keine Faserreste oder dgl. festsetzen können. Die erfindungsgemäße Ausbildung
der Umlenkräder führt im Gegenteil dazu, dass eventuell auf die Lauffläche der Umlenkräder
gelangte Schmutzpartikel durch die Verzahnung des sich relativ schnell bewegenden
Endloszugmittels sofort wieder entfernt werden. Das heißt, durch den Verzicht auf
die bislang übliche Verzahnung der Umlenkräder kommt es zu einem Selbstreinigungseffekt
und es wird sichergestellt, dass die vorgegebene Changierbreite des Fadenführers ohne
zusätzlichen Reinigungsaufwand über eine sehr lange Betriebszeit zuverlässig eingehalten
wird.
[0021] In vorteilhafter Ausbildung ist vorgesehen, dass die glatte Lauffläche der Umlenkräder
jeweils durch einen oberen und einen unteren Führungskranz eingefasst ist.
Durch eine solche Ausführungsform wird zuverlässig verhindert, dass das Endloszugmittel
während des Spinnbetriebes ungewollt an Teile des umgebenden Gehäuses anlaufen kann,
was sich insbesondere auf die Betriebsdauer des Endloszugmittels, aber auch auf den
Zustand des Gehäuses der Fadenchangiereinrichtung sehr negativ auswirken würde. Das
heißt, durch die Führungskränze an den Umlenkrädern wird sichergestellt, dass das
Endloszugmittel während des Spinnprozesses stets ordnungsgemäß geführt ist.
Die mit einer glatten Lauffläche sowie einem oberen und einem unteren Führungskranz
ausgestatteten Umlenkräder sind seitlich neben dem Changierbereich des Fadenführers
in geringem Abstand zu vorderen Wandungsabschnitten des Gehäuses der Fadenchangiereinrichtung
so positioniert, dass das Endloszugmittel im Bereich zwischen den Umlenkrädern eine
Dichtung für die Fadenchangiereinrichtung bildet. Das bedeutet, durch die erfindungsgemäß
ausgebildeten Umlenkräder wird in Verbindung mit dem Endloszugmittel nicht nur versucht
zu verhindern, dass während des Spinnprozesses Staubpartikel und Faserflug in das
Gehäuse der Fadenchangiereinrichtung eindringen können, sondern durch die erfindungsgemäße
Ausbildung der Umlenkräder wird außerdem sichergestellt, dass sich eventuell eingedrungener
Faserflug nicht an den Umlenkrädern festsetzen kann. Des Weiteren ist es vorteilhaft,
als elektromotorischen Antrieb einen definiert ansteuerbaren Schrittmotor einzusetzen,
der über eine Steuerleitung an einen Steuerrechner angeschlossen ist.
Ein solcher Schrittmotor stellt ein im Textilmaschinenbau bewährtes, kostengünstiges
Großserienbauteil dar, das in Verbindung mit einem Steuerrechner einen über eine lange
Betriebsdauer einen ordnungsgemäßen Betrieb der Fadenchangiereinrichtung gewährleistet.
[0022] In vorteilhafter Ausführungsform ist die Fadenchangiereinrichtung des Weiteren als
ein modulares Bauteil in Form einer Fadenführungseinheit ausgebildet, die bei Bedarf
komplett austauschbar ist. Das heißt, die Fadenchangiereinrichtung der Spulvorrichtung
kann im Bedarfsfall nach dem Lösen einiger weniger Befestigungsschrauben völlig problemlos
aus einer Arbeitsstelle einer Kreuzspulen herstellenden Textilmaschine ausgebaut und
ebenso problemlos eine neue Fadenführungseinheit wieder eingebaut werden.
[0023] Die Erfindung wird nachfolgend anhand eines in den Zeichnungen dargelegten Ausführungsbeispiels
näher erläutert.
[0024] Es zeigt:
- Fig. 1
- in Seitenansicht eine Arbeitsstelle einer Kreuzspulen herstellenden Textilmaschine
mit einer erfindungsgemäßen Fadenchangiereinrichtung im Bereich der Spulvorrichtung,
- Fig. 2
- in einer perspektivischen Vorderansicht sowie in einem größeren Maßstab eine erfindungsgemäße
Fadenchangiereinrichtung in geschlossenem Zustand,
- Fig. 3
- in einer perspektivischen Rückansicht die erfindungsgemäße Fadenchangiereinrichtung
ohne obere Abdeckung,
- Fig.4
- eine perspektivische Ansicht auf eine Umlenkrolle.
[0025] In Figur 1 ist eine Hälfte einer Kreuzspulen herstellenden Textilmaschine, im vorliegenden
Ausführungsbeispiel einer Offenend-Rotorspinnmaschine 1, dargestellt.
Derartige, an sich bekannte Offenend-Rotorspinnmaschinen 1 weisen eine Vielzahl von
in Reihe nebeneinander angeordneter, in der Regel identischer Arbeitsstellen 2 auf.
Die Arbeitsstellen 2 sind dabei jeweils mit einer Offenend-Rotorspinnvorrichtung 3
sowie einer Spulvorrichtung 4 ausgerüstet.
In der Offenend-Rotorspinnvorrichtung 3 wird, wie bekannt, ein in einer Spinnkanne
5 bevorratetes Faserband 6 zu einem Faden 7 versponnen, der anschließend auf der Spulvorrichtung
4 zu einer Kreuzspule 8 aufgewickelt wird.
[0026] Wie in Fig.1 angedeutet, verfügen die Spulvorrichtungen 4 zu diesem Zweck jeweils
über einen Spulenrahmen 9 zum drehbaren Haltern der Kreuzspule 8, eine Spultrommel
10 zum rotatorischen, reibschlüssigen Antreiben der Kreuzspule 8 sowie über eine Fadenchangiereinrichtung
11.
Im dargestellten Ausführungsbeispiel ist die Spultrommel 10 an einen elektromotorischen
Einzelantrieb 21 angeschlossen.
[0027] Derartige Offenend-Rotorspinnmaschinen 1 sind in der Regel des Weiteren mit einer
Kreuzspulentransporteinrichtung 12 zum Entsorgen der auf den Arbeitsstellen 2 fertiggestellten
Kreuzspulen 8 ausgestattet.
An beziehungsweise auf der Offenend-Rotorspinnmaschine 1 ist außerdem oft, zum Beispiel
an Führungsschienen 13, 14 sowie einer Stützschiene 15 verfahrbar, ein Serviceaggregat
16, beispielsweise ein Kreuzspulenwechsler oder ein Anspinnwagen, angeordnet, dessen
Laufwerk 17 Laufrollen 18 beziehungsweise ein Stützrad 19 aufweist. Die Versorgung
des Serviceaggregates 16 mit elektrischer Energie erfolgt beispielsweise über eine
Schleppkette oder, wie im Ausführungsbeispiel angedeutet, über eine Schleifkontakteinrichtung
20.
[0028] Derartige Serviceaggregate 16 sind, wie bekannt, entlang der Arbeitsstellen 2 der
Offenend-Spinnmaschine 1 verfahrbar und greifen selbsttätig ein, wenn an einer der
Arbeitsstellen 2 ein Handlungsbedarf besteht.
Ein solcher Handlungsbedarf liegt beispielsweise vor, wenn an einer der Arbeitsstellen
eine Kreuzspule 8 ihren vorgeschriebenen Durchmesser erreicht hat und gegen eine neue
Leerhülse ausgetauscht werden muss, oder wenn an einer der Arbeitsstellen 2 ein Fadenbruch
aufgetreten ist und die Arbeitsstelle 2 neu angesponnen werden muss.
[0029] Die Fig. 2 zeigt eine perspektivische Vorderansicht auf eine der im Bereich der Spulvorrichtungen
4 der Arbeitsstellen 2 installierten, erfindungsgemäß ausgebildeten Fadenchangiereinrichtungen
11.
Diese Fadenchangiereinrichtungen 11 sind, wie ersichtlich, jeweils als eine kompakte,
geschlossene Fadenführungseinheit 22 ausgebildet. Das heißt, die Fadenchangiereinrichtungen
11 verfügen jeweils über ein geschlossenes Gehäuse 23, in dessen Innenraum 37 ein
Zahnriemengetriebe 27 für einen Fadenführer 25 installiert ist.
Der Innenraum 37 des Gehäuses 23 der Fadenchangiereinrichtung 11, der durch eine Rückwand
und Seitenwände 28, 29 begrenzt wird sowie mit einem Deckelelement 24 abgedeckt ist,
wird auf seiner Vorderseite durch ein Endloszugmittel 30 gegen das Eindringen von
Textilstaub und Faserflug geschützt.
Wie ersichtlich, ist der Fadenführer 25, der, wie üblich, aus einem abriebfesten Material,
vorzugsweise einer Oxydkeramik gefertigt ist, an einem Führungsschuh 26 festgelegt,
der seinerseits an der Außenseite 40 eines Endloszugmittels, vorzugsweise eines Zahnriemens
30, befestigt ist.
Der Zahnriemen 30 ist an einen elektromotorischen, reversiblen Antrieb 34 angeschlossen,
der über eine Steuerleitung 36 mit einem Steuerungsrechner 36 verbunden ist.
Durch entsprechende Ansteuerung des elektromotorischen, reversiblen Antriebes 34,
vorzugsweise eines Schrittmotors, sorgt der Steuerungsrechner 36 dafür, dass der Fadenführer
25 während des Spulbetriebes in einem definiert einstellbaren Changierbereich B traversiert
und dabei dafür sorgt, dass der Faden 7 gleichmäßig in sich kreuzenden Lagen auf die
Kreuzspule 8 aufgewickelt wird.
[0030] Seitlich neben dem Changierbereich B des Fadenführers 25 sind dabei, wie nachfolgend
anhand der Fig.3 erläutert werden wird, erfindungsgemäß ausgebildete Umlenkräder 31,
32 eines Zahnriemengetriebes 27 angeordnet.
[0031] Die Fig. 3 zeigt die durch die Fig.2 bekannte, als kompakte Fadenführungseinheit
22 ausgebildete Fadenchangiereinrichtung 11 in einer perspektivischen Rückansicht
und ohne das Deckelelement 24. Das heißt, die Fig.3 zeigt einen Blick in den Innenraum
37 der Fadenchangiereinrichtung 11, in dem das Zahnriemengetriebe 27 für den Fadenführer
25 angeordnet ist.
Wie ersichtlich, ist der Zahnriemen 30 im dargestellten Ausführungsbeispiel über zwei
erfindungsgemäß ausgebildete Umlenkräder 31, 32 sowie ein Antriebsrad 41 geführt.
Das heißt, der Zahnriemen 30 läuft über zwei, seitlich neben dem Changierbereich B
des Fadenführers 25 angeordnete Umlenkräder 31, 32, die jeweils mit einer glatten
Lauffläche 33 sowie einem oberen 39 und einem unteren 43 Führungskranz ausgestattet
sind sowie über ein mit einer Verzahnung versehenes Antriebsrad 41, das drehfest auf
der Motor-welle 42 eines elektromotorischen, reversiblen Antriebes, vorzugsweise eines
Schrittmotors 34, angeordnet ist.
Der Schrittmotor 34 ist dabei über eine Steuerleitung 36 an einen Steuerungsrechner
35, beispielsweise einen Zentralrechner der Textilmaschine, angeschlossen und kann
über diesen definiert angesteuert werden.
In alternativer Ausführungsform kann als Steuerungsrechner 35 selbstverständlich auch
ein Sektionsrechner oder ein separater Arbeitsstellenrechner zum Einsatz kommen.
[0032] Die Fig.4 zeigt eines der Umlenkräder 31 bzw. 32 im Detail.
Wie ersichtlich, weist das Umlenkrad 31 (32) in seinem Mittelbereich eine glatte Lauffläche
33 auf, die gegenüber Verschmutzungen weitestgehend resistent ist bzw. während des
Spulprozesses durch die schnelle Bewegung des aufliegenden Endloszugmittels 30, insbesondere
durch dessen Verzahnung 38, ständig gereinigt wird. Zusätzlich kann die Lauffläche
durch eine Oberflächenbehandlung oder Beschichtung schmutzabweisend ausgestattet sein.
[0033] Ober- und unterhalb der Lauffläche sind Führungskränze 39 bzw. 43 angeordnet, die
verhindern, dass das Endloszugmittel 30 vom Umlenkrad 31 (32) abgleiten und an benachbarte
Bauteile der Fadenführungseinheit 22 anlaufen kann.
Das Umlenkrad 31(32) ist außerdem über eine Achse 45 am Gehäuse 23 der Fadenchangiereinrichtung
11 festlegbar und verfügt über eine (nicht dargestellte) innerhalb des Umlenkrades
angeordnete Lagereinrichtung.
Die Lagereinrichtung kann dabei beispielsweise als Wälzlager- oder als Gleitlagereinrichtung
ausgebildet sein.