(19)
(11) EP 3 214 031 A1

(12) EUROPÄISCHE PATENTANMELDUNG

(43) Veröffentlichungstag:
06.09.2017  Patentblatt  2017/36

(21) Anmeldenummer: 16158285.3

(22) Anmeldetag:  02.03.2016
(51) Internationale Patentklassifikation (IPC): 
B65H 75/24(2006.01)
(84) Benannte Vertragsstaaten:
AL AT BE BG CH CY CZ DE DK EE ES FI FR GB GR HR HU IE IS IT LI LT LU LV MC MK MT NL NO PL PT RO RS SE SI SK SM TR
Benannte Erstreckungsstaaten:
BA ME
Benannte Validierungsstaaten:
MA MD

(71) Anmelder: MULTIVAC Sepp Haggenmüller SE & Co. KG
87787 Wolfertschwenden (DE)

(72) Erfinder:
  • GABLER, Albert
    87760 Lachen-Albishofen (DE)

(74) Vertreter: Grünecker Patent- und Rechtsanwälte PartG mbB 
Leopoldstraße 4
80802 München
80802 München (DE)

   


(54) AUFNAHMEHÜLSE


(57) Die Erfindung bezieht sich auf eine Aufnahmehülse (20) zum Aufwickeln einer Folie (11), vorzugsweise eines Restfoliengitters, an einer Verpackungsmaschine (1) und zeichnet sich dadurch aus, dass die Aufnahmehülse (20) mehrere Scharniere (40) aufweist, wobei die Scharniere (40) parallel zu einer Mittelachse (30) der Aufnahmehülse (20) ausgerichtet sind.




Beschreibung


[0001] Die Erfindung bezieht sich auf eine Aufnahmehülse gemäß dem Anspruch 1, sowie auf ein Verfahren mit den Merkmalen des Anspruchs 8.

[0002] Aus FR 2 770 502 A1, US 3,281,092, US 2007/0278342 A1 sowie aus DE 102008033349 A1 sind Aufwickelvorrichtungen für Folien bekannt. Die Aufwickelvorrichtungen weisen teilweise Dorne auf, die radial verstellbare Spannelemente umfassen, um nach dem Aufwickeln die Rolle mit dem aufgewickelten Folienmaterial vom Dorn herunter nehmen oder ziehen zu können. Alle weisen in der Praxis oftmals das Problem auf, dass bei dünnen Folienbahnen das Restfoliengitter unter hoher Zugspannung aufgewickelt wird und die Durchmesserverringerung durch die radial verstellbaren Spannelemente nicht ausreichend ist, die Rolle auf einfache Weise vom Dorn herunternehmen zu können.

[0003] Aufgabe der Erfindung ist es, das Entfernen einer aufgewickelten Rolle eines Folienrestgitters von einem Restfolienwickler vor allem bei Schalenverschließmaschinen zu verbessern.

[0004] Diese Aufgabe wird gelöst durch eine Aufnahmehülse gemäß dem Oberbegriff das Anspruchs 1 bzw. durch ein Verfahren mit den Merkmalen des Anspruchs 8. Vorteilhafte Weiterbildungen der Erfindung sind in den Unteransprüchen angegeben.

[0005] Die erfindungsgemäße Aufnahmehülse zum Aufwickeln einer Folie, vorzugsweise eines Restfoliengitters, an einer Verpackungsmaschine zeichnet sich dadurch aus, dass die Aufnahmehülse mehrere Scharniere aufweist, wobei die Scharniere parallel zu einer Mittelachse der Aufnahmehülse ausgerichtet sind. Der Vorteil dieser Erfindung liegt in der Möglichkeit, die Aufnahmehülse in sich zusammenzufalten und aus einer darauf aufgewickelten Folienrolle herauszunehmen und für einen nächsten Aufrollvorgang wiederzuverwenden.

[0006] Vorzugsweise weist die Aufnahmehülse jeweils zwei benachbarte Gliederelemente auf, die ein Scharnier bilden, um mittels dieser einfachen konstruktiven Ausführung eine Scharnierbildung zu ermöglichen. Alle Gliederelemente gemeinsam bilden insbesondere einen ringförmig geschlossenen, hohlzylindrischen Körper.

[0007] Dabei sind die Gliederelemente nach innen zur Mittelachse der Aufnahmehülse einklappbar.

[0008] Bevorzugt weist die Aufnahmehülse wenigstens fünf Gliederelemente auf, um eine hohe Reduzierung des Außendurchmessers der Aufnahmehülse beim Zusammenklappen erzeugen zu können.

[0009] In einer besonders vorteilhaften Ausführung weisen alle Gliederelemente Gelenkachsen auf, wobei alle Gelenkachsen parallel zueinander ausrichtbar sind, um eine einfache Handhabung beim Aufbringen der Aufnahmehülse auf den Spanndorn und beim Herausnehmen aus der Rolle zu ermöglichen.

[0010] Die Aufnahmehülse ist vorzugsweise etwa zylinderförmig formbar, um auf den zylinderförmigen Spanndorn einfach aufschiebbar zu sein.

[0011] Die Aufnahmehülse ist vorzugsweise aus gelenkig miteinander verbundenen Gliederelementen gebildet.

[0012] Die Aufnahmehülse ist in vorteilhafter Weise dazu konfiguriert, auf einen Aufnahmedorn eines Folienrestaufwicklers einer Verpackungsmaschine, vorzugsweise einer Schalenverschließmaschine, aufschiebbar zu sein.

[0013] Ein erfindungsgemäßes Verfahren zum Aufwickeln einer Folie, vorzugsweise eines Restfoliengitters an einer Verpackungsmaschine, mit einer Aufnahmehülse, wobei die Aufnahmehülse mehrere Scharniere aufweist und die Scharniere parallel zu einer Mittelachse der Aufnahmehülse ausgerichtet sind, weist folgende Schritte auf:
  • Aufschieben der Aufnahmehülse auf einen Aufnahmedorn eines Folienrestaufwicklers,
  • Aufwickeln einer Folie bzw. eines Restfoliengitters auf die Aufnahmehülse zu einer Rolle,
  • Entspannen der Aufnahmehülse,
  • Herunterziehen der Aufnahmehülse zusammen mit der Rolle vom Aufnahmedorn,
  • Einklappen der Aufnahmehülse nach innen,
  • Herausnehmen der Aufnahmehülse aus der Rolle.


[0014] Vorzugsweise umfasst das Verfahren folgenden Schritt:
  • Spannen der Aufnahmehülse auf dem Aufnahmedorn mittels eines Spannmittels, um ein Drehmoment vom Aufnahmedorn auf die Aufnahmehülse zum Aufwickeln einer Folie zu übertragen, und/oder Entspannen der Aufnahmehülse.


[0015] Dabei ist ein Bilden der Aufnahmehülse zu einer annähernd zylindrischen Form beim Spannen auf dem Aufnahmedorn vorteilhaft.

[0016] Denkbar ist auch eine alternative Ausführungsform, bei der die Aufnahmehülse mittels eines oder mehrerer Mitnehmer mit dem Aufnahmedorn derart verbunden ist, dass damit das Drehmoment vom Aufspanndorn auf die Aufnahmehülse übertragen wird. Ebenso kann die Aufnahmehülse mittels zweier als Spanner dienender konusförmiger Buchsen, optional auch mit Mitnehmern, auf dem Aufnahmedorn die Aufnahmehülse spannen, indem die zwei Buchsen durch eine axial ausgerichtete Bewegung zueinander die Aufnahmehülse aufnehmen und so das Drehmoment übertragen werden kann.

[0017] Im Folgenden wird ein vorteilhaftes Ausführungsbeispiel der Erfindung anhand folgender Zeichnungen näher dargestellt. Im Einzelnen zeigen:

Fig. 1: eine schematische perspektivische Ansicht einer Schalenverschließmaschine,

Fig. 2: eine perspektivische Ansicht eines Folienrestaufwicklers und eine erfindungsgemäße Aufnahmehülse,

Fig. 3: eine teilweise auf den Aufnahmedorn aufgeschobene Aufnahmehülse,

Fig. 4: eine Frontansicht auf den Folienrestwickler im gespannten Zustand,

Fig. 5: eine aufgewickelte Rolle eines Restfoliengitters,

Fig. 6: eine Frontansicht auf den Folienrestwickler im entspannten Zustand,

Fig. 7: eine vom Spanndorn entfernte Aufnahmehülse mit Rolle,

Fig. 8: die Aufnahmehülse in einem teilweise eingeklappten Zustand und

Fig. 9: die eingeklappte Aufnahmehülse nach dem Entfernen aus der Rolle.



[0018] Gleiche Komponenten sind in den Figuren durchgängig mit gleichen Bezugszeichen versehen worden.

[0019] Fig. 1 zeigt eine Verpackungsmaschine 1 in Gestalt einer Schalenverschließmaschine, auch als Traysealer bezeichnet, mit einem Zuführband 2, einer oder mehreren Arbeitsstationen 3, z.B. einer Evakuier-, Siegel- und Schneidstation, einem Abführband 4, einem Maschinengestell 5, einem Greifersystem 6, einer Folienspannvorrichtung 7, einer Bedienvorrichtung 8, einer Folienzuführrolle 9 und einem Folienrestaufwickler 10.

[0020] Auf dem Zuführband 2 bzw. dem Abführband 4 werden im Betrieb beispielsweise schalenförmige Packungen mittels des Greifersystems 6 in die Arbeitsstation 3 hinein und aus ihr heraus transportiert. In der Arbeitsstation 3 werden die Packungen beispielsweise evakuiert, begast gesiegelt und geschnitten. Eine Folie 11 wird durch die Folienzuführrolle 9 zugeführt und durch die Folienspannvorrichtung 7 geführt. In der Arbeitsstation 3 wird die nicht näher dargestellte Packung mit der Folie 11 versiegelt und eine luftdichte Verpackung erzeugt. Der abgeschnittene Folienrest wird in Form eines sogenannten Restfoliengitters mittels des Folienrestaufwicklers 10 zu einer Rolle 12 aufgewickelt.

[0021] Fig. 2 zeigt eine perspektivische Ansicht eines Aufnahmedorns 13 des Folienrestaufwicklers 10 und eine erfindungsgemäße Aufnahmehülse 20 mit ihrer Mittelachse 30. Der Aufnahmedorn 13 umfasst Spannmittel (Spanner) 14 in Form von Paddeln, die in radialer Ausdehnung des Aufnahmedorns 13 verstellt werden können, um die Aufnahmehülse 20 drehmomentfest spannen zu können. Der Aufnahmedorn 13 weist an seinem vorderen Ende eine Aufschiebe- und Zentriervorrichtung 15 auf, um ein Aufschieben der flexibel ausgestalteten Aufnahmehülse 20 zu unterstützen, siehe Fig. 3.

[0022] Fig. 4 zeigt eine Frontansicht des Folienrestaufwicklers 10 mit aufgeschobener Aufnahmehülse 20 und vier Spannmitteln 14 in einer nach außen gespannten, an die Innenseite der Aufnahmehülse 20 andrückenden Stellung (siehe Pfeilrichtung), um das Drehmoment zum Aufwickeln der Folie 11 zu bewirken. Denkbar sind auch eine andere Anzahl von Spannmitteln oder Variante von Spannmitteln, um die Aufnahmehülse 20 auf dem Aufnahmedorn 13 zu spannen.

[0023] Fig. 5 zeigt eine aufgewickelte Rolle 12 eines Restfoliengitters. Um die Rolle 12 gemeinsam mit der Aufnahmehülse 20 von dem Aufnahmedorn 13 herunterziehen zu können, wie in Fig. 6 dargestellt, werden zuvor die Spannmittel 14 nach innen geklappt, um die Spannung aufzuheben und der Aufnahmehülse 20 ein annähernd reibungsfreies Herunterziehen zu ermöglichen, siehe Figur 7.

[0024] Fig. 6 zeigt eine Frontansicht des Folienrestaufwicklers 10 mit der Aufnahmehülse 20 auf dem Aufnahmedorn 13, wobei die Spannmittel 14 entspannt sind (siehe Pfeilrichtung) und die Aufnahmehülse 20 vom Aufnahmedorn 13 herunterziehbar ist, siehe Fig. 7.

[0025] Fig. 8 zeigt die Aufnahmehülse 20 in einer Variante mit neun Gliederelementen 21, die jeweils mit einem benachbarten Gliederelement 21 gelenkig verbunden sind und um eine Gelenkachse A relativ zueinander drehbar bzw. schwenkbar sind. Jeweils zwei benachbarte Gliederelemente 21 bilden ein Scharnier 40 und die Gliederelemente 21 sind um die Gelenkachse A, die auch die Scharnierachse definiert, schwenkbar oder klappbar. Die Gelenkachsen A und damit auch die Scharniere 40 sind parallel zu der Mittelachse 30 ausgerichtet. Dies ermöglicht in einem ersten Schritt ein nach innen Schwenken von wenigstens zwei Gliederelementen 21a, b, um die Spannung innerhalb der Aufnahmehülse 20 abzubauen, die während des Aufwickelns der Folie 11 erzeugt wurde.

[0026] Fig. 9 zeigt die Aufnahmehülse 20 in einer Stellung, bei der in einem zweiten Schritt mehrere Gliederelemente 21 nach innen geklappt sind und so die Aufnahmehülse 20 auf einfachste Weise aus der Rolle 12 herausgenommen werden kann und wieder in auseinandergeklapptem Zustand zurück auf den Aufnahmedorn 13 aufgeschoben werden kann.

[0027] In weiteren denkbaren Ausführungsvarianten der Aufnahmehülse 20 ist auch eine andere Anzahl von Gliederelementen 21 denkbar. Die Gliederelemente 21 können aus einem starren oder teilflexiblen Material hergestellt sein. Solche Gliederelemente bzw. Gliederketten sind beispielsweise aus der EP 1270454 A1 bekannt.


Ansprüche

1. Aufnahmehülse (20) zum Aufwickeln einer Folie (11), vorzugsweise eines Restfoliengitters, an einer Verpackungsmaschine (1), dadurch gekennzeichnet, dass die Aufnahmehülse (20) mehrere Scharniere (40) aufweist, wobei die Scharniere (40) parallel zu einer Mittelachse (30) der Aufnahmehülse (20) ausgerichtet sind.
 
2. Aufnahmehülse nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, dass die Aufnahmehülse (20) jeweils zwei benachbarte Gliederelemente (21) aufweist, die jeweils ein Scharnier (40) bilden.
 
3. Aufnahmehülse nach Anspruch 2, dadurch gekennzeichnet, dass die Gliederelemente (21) nach innen zur Mittelachse (30) der Aufnahmehülse (20) einklappbar sind.
 
4. Aufnahmehülse nach Anspruch 2 oder 3, dadurch gekennzeichnet, dass die Aufnahmehülse (20) wenigstens fünf Gliederelemente (21) aufweist.
 
5. Aufnahmehülse nach einem der Ansprüche 2 bis 4, dadurch gekennzeichnet, dass alle Gliederelemente (21) jeweils eine Gelenkachse (A) aufweisen, wobei alle Gelenkachsen (A) parallel zueinander ausrichtbar sind.
 
6. Aufnahmehülse nach einem der vorangehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, dass die Aufnahmehülse (20) zylinderförmig formbar ist.
 
7. Aufnahmehülse nach einem der vorangehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, dass die Aufnahmehülse (20) dazu konfiguriert ist, auf einen Aufnahmedorn (13) eines Folienrestaufwicklers (10) einer Verpackungsmaschine (1), vorzugsweise einer Schalenverschließmaschine (1), aufschiebbar zu sein.
 
8. Verfahren zum Aufwickeln einer Folie (11), vorzugsweise eines Restfoliengitters an einer Verpackungsmaschine (1), mit einer Aufnahmehülse (20), wobei die Aufnahmehülse (20) mehrere Scharniere (40) aufweist und die Scharniere (40) parallel zu einer Mittelachse (30) der Aufnahmehülse (20) ausgerichtet sind, wobei das Verfahren folgende Schritte aufweist:

- Aufschieben der Aufnahmehülse (20) auf einen Aufnahmedorn (13) eines Folienrestaufwicklers (10),

- Aufwickeln einer Folie (11) oder eines Restfoliengitters auf die Aufnahmehülse (20) zu einer Rolle (12),

- Herunterziehen des Aufnahmehülse (20) zusammen mit der Rolle (12) vom Aufnahmedorn (13),

- Einklappen der Aufnahmehülse (20) nach innen,

- Herausnehmen der Aufnahmehülse (20) aus der Rolle (12).


 
9. Verfahren nach Anspruch 8, umfassend folgenden Schritt:

- Spannen der Aufnahmehülse (20) auf dem Aufnahmedorn (13) mittels wenigstens eines Spanners (14), um ein Drehmoment vom Aufnahmedorn (13) auf die Aufnahmehülse (20) zum Aufwickeln einer Folie (11) zu übertragen und/oder

- Entspannen der Aufnahmehülse (20).


 
10. Verfahren nach Anspruch 8 oder 9, umfassend folgenden Schritt:

- Bilden der Aufnahmehülse (20) zu einer annähernd zylindrischen Form beim Spannen auf dem Aufnahmedorn (13).


 




Zeichnung































Recherchenbericht









Recherchenbericht




Angeführte Verweise

IN DER BESCHREIBUNG AUFGEFÜHRTE DOKUMENTE



Diese Liste der vom Anmelder aufgeführten Dokumente wurde ausschließlich zur Information des Lesers aufgenommen und ist nicht Bestandteil des europäischen Patentdokumentes. Sie wurde mit größter Sorgfalt zusammengestellt; das EPA übernimmt jedoch keinerlei Haftung für etwaige Fehler oder Auslassungen.

In der Beschreibung aufgeführte Patentdokumente