[0001] Die Erfindung betrifft ein Rundgestrickteil, mit einem mit wenigstens einem Grundgestrickfaden
gestrickten Grundgestrick aus mehreren in Längsrichtung des Grundgestricks gesehen
miteinander verstrickten und spiralförmig umlaufenden Maschenreihen.
[0002] Derartige Rundgestrickteile sind beispielsweise in Form eines Fuß- oder Beinstrumpfes,
eines Armstrumpfes, eines Leibteiles, einer Bandage oder ähnlichem bekannt. Sie bestehen
aus einem Grundgestrick, das aus wenigstens einem Grundgestrickfaden, beispielsweise
aus PA, PES, PP oder einer Naturfaser wie Baumwolle oder Seide gestrickt ist, wobei
auch zwei oder mehr Grundgestrickfäden verstrickt werden können. Es werden spiralförmig
umlaufende Maschenreihen gestrickt, so dass sich ein insgesamt schlauchförmiges Rundgestrickteil
ergibt. Wird zusätzlich ein elastischer Faden entweder als Schussfaden eingelegt oder
mit verstrickt, so wird dem Rundgestrickteil eine elastische bis kompressionsgebende
Eigenschaft verliehen, wie sie beispielsweise im therapeutischen Bereich erforderlich
ist.
[0003] Mitunter ist es gewünscht, einem solchen Rundgestrickteil lokal eine bestimmte Funktion
zu verleihen, beispielsweise um eine Art Polsterabschnitt oder Plüschabschnitt zu
bilden, so dass ein mit diesem Abschnitt belegter Körperbereich, beispielsweise ein
Gelenk oder eine empfindliche Hautpartie hierüber abgepolstert und weniger belastet
werden. Mitunter wird es auch gewünscht, mit dem Rundgestrickteil selbst eine anatomische
Körperform nachzubilden, es also in bestimmter Weise geometrisch zu gestalten, beispielsweise
wenn das Rundgestrickteil über ein Gelenk gezogen wird, um auf diese Weise die Passform
und den Tragekomfort zu verbessern und eine etwaige Faltenbildung zu reduzieren. Ein
Gestrickteil, bei dem ein haptisch weicher, plüschartiger und damit polstender Abschnitt
vorgesehen ist, und das derart gestrickt ist, dass sich ein geometrischer Effekt zur
Anpassung an eine Körperform ergibt, ist beispielsweise aus
EP 2 792 774 A1 bekannt. Zur Bildung des haptisch angenehmen Bereichs wird eine entsprechend erhöhte
Flottungsanzahl gestrickt, während zur Geometrieveränderung der entsprechende Bereich
glatt gestrickt ist, so dass sich eine erhöhte Anzahl an Grundgestrickmaschen und
damit ein größeres Gestrickvolumen ergibt.
[0004] Der Erfindung liegt das Problem zugrunde, ein Grundgestrickteil anzugeben, bei dem
auf einfache Weise ein funktionsorientierter oder geometrieorientierter Bereich realisiert
ist.
[0005] Zur Lösung dieses Problems ist bei einem Grundgestrickteil der eingangs genannten
Art erfindungsgemäß vorgesehen, dass in Längsrichtung des Grundgestricks gesehen zwischen
zwei Maschenreihen des Grundgestricks ein Maschen bildender, die Maschenreihen verbindender
Zusatzfaden unter Bildung wenigstens einer Zusatzmasche eingestrickt ist, wobei die
Zusatzmasche über wenigstens einen separaten Zusatzfaden gebildet ist.
[0006] Beim erfindungsgemäßen Rundgestrickteil, das keine Längsnaht aufweist, wird zwischen
zwei in Gestrickslängsrichtung aneinander anschließende Maschenreihen des Grundgestricks,
die jeweils aus mehreren Maschen bestehen, lokal mittels wenigstens eines Zusatzfadens
wenigstens eine Zusatzmasche eingestrickt. Diese Zusatzmasche wird also zwischen die
beiden Maschen der Grundgestrick-Maschenreihen gestrickt, die Zusatzmasche verbindet
die Maschen der beiden Grundgestrick-Maschenreihen. Bezogen auf ein Maschenstäbchen
nimmt folglich die Maschenanzahl pro Maschenstäbchen durch Einstricken der Zusatzmasche
zu. Gesehen in Gestricklängsrichtung können zur Ausbildung eines entsprechenden größerflächigen
Bereichs abschnittsweise zwischen mehreren solcher Maschenreihenpaare des Grundgestricks
entsprechende Zusatzmaschen gestrickt werden, wobei jede Zusatzmaschen mittels eines
eigenen, separaten Zusatzfadens gebildet ist. Es bilden sich also auch im jeweiligen
Maschenstäbchen entsprechende Zusatzmaschenreihen. Auch gesehen in Umfangsrichtung
des Gestricks können abschnittsweise zwischen zwei Maschenreihen des Grundgestricks
mehrere Zusatzmaschen gestrickt werden, wobei die einzelnen Zusatzmaschen über separate
Zusatzfäden gebildet sind, oder mehrere oder alle Zusatzmaschen über einen gemeinsamen
Zusatzfaden gebildet sind. Auch dies führt zur Bildung einer Zusatzmaschenreihe, in
diesem Fall in Umfangsrichtung gesehen zwischen zwei Grundgestrick-Maschenreihen.
Hierdurch ist es möglich, einen oder mehrere definierte, abgegrenzte Bereiche oder
Abschnitte zu erzeugen, die sich in Längsrichtung und in Umfangsrichtung des Gestricks
erstrecken und die neben den Grundgestrickmaschen zusätzlich die Zusatzmaschen enthalten.
Je mehr Zusatzmaschen in Umfangsrichtung vorgesehen sind, umso breiter, gesehen in
Umfangsrichtung, kann der hierüber realisierte spezifische Bereich ausgelegt werden.
Je mehr Zusatzmaschen gesehen in Gestricklängsrichtung realisiert werden, umso höher
kann der hierüber realisierte spezifische Bereich ausgeführt werden. Jeder Zusatzfaden
beginnt und endet jeweils zwischen zwei Maschenreihen des Grundgestricks, er läuft
also nicht mit dem Grundgestrickfaden um.
[0007] Durch Einstricken der Zusatzfäden, also der Ausbildung der Zusatzmaschen oder der
Zusatzmaschenreihen, wird folglich ein partielles Zu- und Abnehmen von Maschen im
Rundgestrickteil realisiert. Die Maschenanzahl wird also über die Zusatzmaschen nur
lokal erhöht. Die Zusatzmaschen werden wie beschrieben als zusätzliche Maschen zwischen
Maschen des Grundgestrick, diese verbindend, gestrickt, also weder platierend in die
Grundgestrickmaschen eingestrickt noch nachträglich zugestrickt.
[0008] Hieraus resultiert eine Reihe von Vorteilen. Zum einen kann mittels der Zusatzmaschen
bzw. der Zusatzfäden beispielsweise ein sich im Vergleich zum Grundgestrick haptisch
anders anfühlender Bereich realisiert werden, beispielsweise ein abpolsternder, plüschartiger
respektive weicher Bereich, resultierend aus dem erhöhten Zusatzvolumen sowie mitunter
auch der Art beziehungsweise Qualität des verstrickten Zusatzfadens. Es kann also
beispielsweise ein lokaler Polsterungsabschnitt realisiert werden, der ein Gelenk
oder einen irritierten Hautbereich abpolstert oder ähnliches.
[0009] Darüber hinaus besteht auch die Möglichkeit, einen belegten Hautbereich durch Verstricken
eines therapeutisch wirksamen Fadens lokal zu versorgen. Beispielsweise kann als Zusatzfaden
ein Silbergarn verstrickt werden, das antibakteriell wirkt. Auch andere Fäden, die
beispielsweise mit einem therapeutischen Wirkstoff ausgerüstet sind, können verstrickt
werden, so dass der Wirkstoff beim Tragen des Rundgestrickteils an die zu versorgende
Körperpartie gelangt.
[0010] Das Einstricken der Zusatzmaschen bzw. der Zusatzfäden bietet also die Möglichkeit,
einen funktionsorientierten Bereich zu bilden.
[0011] Alternativ oder zusätzlich hierzu bietet sich durch das Einstricken der Zusatzmaschen
und damit die Erhöhung des Maschenvolumens in Umfangs- und/oder Längsrichtung des
Gestricks die Möglichkeit, eine Geometrieänderung zu erwirken, um die Form des Rundgestrickteils
der anatomischen Körperform des zu übergreifenden Körperabschnitts anzupassen. So
kann beispielsweise eine entsprechende lokale Wölbung realisiert werden, wenn das
Rundgestrickteil ein Gelenk übergreift, beispielsweise im Bereich eines Knies, eines
Knöchels oder eines Ellenbogens. Auch im Bereich der Zehen zur Versorgung eines Hallux
valgus bietet sich eine entsprechende Gestrickteilgeometrie an. Auch eine solche Geometrieanpassung
kann auf einfache Weise durch Einstricken der Zusatzmaschen realisiert werden.
[0012] Jede Zusatzmasche oder Zusatzmaschenreihe zwischen zwei Maschenreihen des Grundgestricks
wird wie beschrieben durch einen separaten Zusatzfaden gebildet. Im fertigen Gestrick
ist folglich eine entsprechende Anzahl an separaten Zusatzfäden verstrickt, was den
Vorteil hat, dass der Zusatzfaden nicht im gesamten Grundgestrick mitgeführt werden
muss, sondern nur lokal dort eingestrickt ist, wo auch der entsprechende funktions-
oder geometrieorientierte Bereich ausgebildet werden soll.
[0013] Bezüglich der Einstrickposition der Zusatzmaschen zwischen den Grundgestrick-Maschenreihenpaaren
sind unterschiedliche Varianten denkbar. So ist es denkbar, die Zusatzmaschen zwischen
aufeinander folgende Maschenreihenpaare zu stricken. In diesem Fall wechseln also
gesehen in Gestricklängsrichtung bzw. in Richtung der Maschenstäbchens die Grundgestrickmaschen
und die Zusatzmaschen einander ab, auf eine erste Grundgestrickmasche folgt eine erste
Zusatzmaschen, auf diese eine zweite Grundgestrickmasche gefolgt von einer zweiten
Zusatzmaschen, der wiederum eine dritte Grundgestrickmasche folgt etc.
[0014] Alternativ ist es denkbar, dass, wiederum gesehen in Gestricklängsrichtung bzw. in
Richtung der Maschenstäbchen, die Zusatzmaschen zwischen voneinander über eine oder
mehrere Maschenreihen beabstandete Maschenreihenpaare gestrickt werden. Hier sind
folglich die Zusatzmaschen nicht alternierend zu dem Grundgestrickmaschen gestrickt,
vielmehr befinden sich zwischen zwei Zusatzmaschen zwei oder mehr Grundgestrickmaschen.
Selbstverständlich ist es denkbar, innerhalb eines funktions- oder geometrieorientierten
Bereiches unterschiedliche Abschnitte der zuvor beschriebenen Art auszubilden.
[0015] Eine weitere Alternative sieht vor, dass, gesehen in Umfangsrichtung bzw. in Richtung
der Maschenstäbchen, zwischen zwei Maschen der Grundgestricks mehrere Zusatzmaschen
gestrickt sind, die mit wenigstens einem gemeinsamen oder jeweils einem separaten
Zusatzfaden gestrickt sind. Zwischen zwei Maschen zweier Grundgestrick-Maschenreihen
können also auch über zwei oder mehr Zusatzmaschen gestrickt werden.
[0016] Gemäß einer Weiterbildung der Erfindung kann vorgesehen sein, dass, gesehen in Umfangsrichtung,
zwischen Maschenreihenpaare des Grundgestricks mehrere Zusatzmaschenabschnitte, die
jeweils mehrere Zusatzmaschen umfassen, gestrickt sind. Es können also gesehen in
Umfangsrichtung zwei oder mehrere voneinander beabstandete Bereiche mit erhöhtem Maschenvolumen
gebildet werden, die sich in Längs- und in Umfangsrichtung erstrecken.
[0017] Weiterhin kann vorgesehen sein, dass die Zusatzmaschen die aufeinander folgenden
Maschen der beiden Maschenreihen verbinden. Hier sind folglich die beiden Grundgestrick-Maschenreihen
über die jeweilige Zusatzmaschenreihe komplett verbunden, über die Länge der aus den
Zusatzmaschen gebildeten Zusatzmaschenreihe ist keine Maschenverbindung der beiden
Grundgestrick-Maschenreihen untereinander gegeben. Alternativ ist es möglich, dass
die Zusatzmaschen nur die jeweils n-ten Maschen der beiden Maschenreihen verbinden,
wobei n ≥ 2 ist. Gemäß dieser Erfindungsalternative ist folglich eine quasi beliebige
Reihung denkbar. Beispielsweise können die Zusatzmaschen mit jeder zweiten Masche
der beiden Grundgestrick-Maschenreihen verstrickt sein, so dass sich folglich die
Zusatzmaschen und die Grundgestrick-Maschen abwechseln. Denkbar ist es aber auch,
dass die Zusatzmaschen nur an jeder dritten oder vierten Grundgestrick-Masche gestrickt
sind, wie auch umgekehrt mehrere Zusatzmaschen hintereinander gestrickt sind, wonach
ein oder mehrere Grundgestrick-Maschen der beiden Maschenreihen wiederum direkt miteinander
verstrickt sind, woran sich wieder Zusatzmaschen anschließen etc. Die Variationsmöglichkeiten
innerhalb des Bereichs, in dem überhaupt Zusatzmaschen eingestrickt werden, ist folglich
beliebig.
[0018] Verbinden die Zusatzmaschen nur die n-ten Maschen des Grundgestricks, so liegt der
jeweilige Zusatzfaden zwischen zwei Zusatzmaschen vorzugsweise flott, sofern die einzelnen
Zusatzmaschen nicht mit separaten Zusatzfäden gestrickt sind.
[0019] Selbstverständlich ist es möglich, innerhalb des Bereichs des Grundgestricks, in
dem die Zusatzfäden verstrickt bzw. die Zusatzmaschen vorgesehen sind, unterschiedliche
Bereichsabschnitte auszubilden, in denen die Zusatzfäden bzw. die Zusatzmaschen in
verschiedener Art und Weise mit den Grundgestrick-Maschenreihen verstrickt sind. So
ist es denkbar, wenigstens einen ersten Bereichsabschnitt, in dem, gesehen in Umfangsrichtung,
die Zusatzfäden bzw. die Zusatzmaschen nur die jeweils n-ten Maschen der beiden Maschenreihen
verbinden, und wenigstens einen zweiten Bereichsabschnitt, in dem die Zusatzfäden
bzw. die Zusatzmaschen die aufeinanderfolgenden Maschen der beiden Maschenreihen verbinden,
zu realisieren. Auch in Gestricklängsrichtung kann die lokale Anordnung der Zusatzmaschen
variieren, wie vorstehend beschrieben. Es werden also unterschiedliche Bereichsabschnitte
gebildet in denen ein unterschiedliches Zusatzmaschenvolumen gegeben ist. Dies ermöglicht
es beispielsweise einen Übergangsbereich, vom Grundgestrick kommend, zu realisieren,
in dem eine geringere Zusatzmaschenanzahl gegeben ist, der dann in einen Bereich mit
deutlich höherer Zusatzmaschenanzahl übergeht. Die Variationsmöglichkeiten sind letztlich
beliebig.
[0020] Dies gilt auch in Bezug auf die Anordnung respektive Positionierung dieser unterschiedlichen
Bereichsabschnitte im Grundgestrick selbst. So können die Bereichsabschnitte in Umfangsrichtung
und/oder in Längsrichtung des Grundgestricks aneinander anschließen oder voneinander
separiert sein. Alternativ können die Bereichsabschnitte auch ineinander liegen und
aneinander anschließen oder voneinander separiert sein. Die Bereichsabschnitte, deren
Randgeometrie letztlich beliebig ist, können also beispielsweise horizontal neben
oder vertikal übereinander oder schräg zueinander oder gewinkelt zueinander verlaufen,
sie können direkt aneinander anschließen oder etwas voneinander separiert sein. Sie
können beispielsweise kreis- oder ellipsenförmig ineinander liegen und direkt aneinander
anschließen oder etwas voneinander beabstandet sein etc. Auch hier ist eine sehr große
Variationsbreite gegeben.
[0021] Wie beschrieben ist ein zentrales Merkmal des erfindungsgemäßen Rungestricks, dass
zwischen zwei Grundgestrick-Maschenreihen gestrickte Zusatzmaschen oder eine mehrere
Zusatzmaschen umfassende Zusatzmaschenreihe mittels jeweils eines separaten Zusatzfadens,
der mit einem Anfang und einem Ende im Grundgestrick liegt oder in das beziehungsweise
aus dem Rundgestrick geführt ist, realisiert werden. In Umfangsrichtung sind also
zwischen zwei Grundgestrick-Maschenreihen ein oder mehrere Zusatzfäden zur Zusatzmaschenbildung
gestrickt. Gesehen in Gestricklängsrichtung liegen zwischen Grundgestrick-Maschenreihenpaaren
ebenfalls einzelne Zusatzfäden vor. Um zu vermeiden, dass ein Zusatzfaden allzu leicht
aus dem Grundgestrick gezogen wird und es zur Bildung einer Laufmasche kommt, sieht
eine vorteilhafte Weiterbildung der Erfindung vor, dass jeder Zusatzfaden mit seinen
beiden Enden im Grundgestrick verriegelt ist. Jeder Zusatzfaden ist also stricktechnisch
hinreichend stabil beziehungsweise sicher in das Grundgestrick eingebunden. Diese
Verriegelung geschieht bevorzugt über wenigstens eine Fangbindung und eine Flottung,
wobei bevorzugt mehrere einander abwechselnde Fangbindungen und Flottungen zur Verriegelung
realisiert sind. Der Zusatzfaden liegt also mit seinem Anfang und seinem Ende über
Fang und Flottung im Grundgestrick, ist hierüber also gestricktechnisch im Grundgestrick
eingebunden respektive geführt, wenngleich nicht über Maschen gebunden. Seine Enden
können geringfügig an der in der Tragstellung zum Körper gewandten, linken Warnseite
aus dem Grundgestrick um einen oder wenige Millimeter hervorstehen. Andere stricktechnischen
Verriegelungen anstelle von Fang und Flottung sind ebenfalls denkbar.
[0022] Ferner ist es möglich, die über separate Zusatzfäden gestrickten Zusatzmaschen, insbesondere
die Zusatzmaschenabschnitte oder Bereichsabschnitte, mit farblich und/oder in der
Art unterschiedlichen Zusatzfäden zu stricken. Hierüber können z.B. farblich unterschiedliche
Abschnitte oder Bereiche gebildet werden, oder Bereiche, die aufgrund der unterschiedlichen
Art der verwendeten Zusatzfäden z.B. verschiedene haptische Eigenschaften besitzen.
Werden Zusatzfäden gleicher Farbe verstrickt, so kann sich die Farbe der Zusatzfäden
von der des Grundgestrickfadens unterscheiden.
[0023] Der Grundgestrickfaden und der Zusatzfaden können entweder elastisch oder unelastisch
sein. Es können zwei "gleiche" Fäden verstrickt werden, beispielsweise ein unelastischer
Grundgestrickfaden und ein unelastischer Zusatzfaden, denkbar ist aber auch eine Verarbeitung
eines unelastischen Grundgestrickfadens und eines elastischen Zusatzfadens, oder umgekehrt.
Des Weiteren ist es denkbar, mit dem Zusatzfaden einen weiteren elastischen oder unelastischen
Verstärkungsfaden maschenbildend zu verstricken. Dieser Verstärkungsfaden ist plattierend.
Wie der Zusatzfaden ein separater Faden ist, kann auch der Verstärkungsfaden ein separater
Faden sein.
[0024] Schließlich ist es denkbar, in die Maschen des Grundgestricks einen elastischen,
insbesondere kompressionsgebenden Schussfaden einzulegen. Mit einem solchen elastischen
Schussfaden werden dem Rundgestrick noch weitergehende elastische Eigenschaften bis
hin zu kompressionsgebenden Eigenschaften verliehen. Im letzteren Fall handelt es
sich um ein kompressives Rundgestrickteil.
[0025] Neben dem Rundgestrickteil selbst betrifft die Erfindung ferner ein Verfahren zur
Herstellung eines Rundgestrickteils der beschriebenen Art. Dieses Verfahren zeichnet
sich dadurch aus, dass mit wenigstens einem Grundgestrickfaden ein Grundgestrick aus
mehreren in Längsrichtung des Grundgestricks gesehen miteinander verstrickten, spiralförmig
umlaufenden Maschenreihen gestrickt wird, wobei in Längsrichtung des Grundgestricks
gesehen zwischen zwei Maschenreihen des Grundgestricks ein Maschen bildender, die
Maschenreihen verbindender Zusatzfaden unter Bildung einer Zusatzmasche eingestrickt
wird, wobei die Zusatzmasche über einen separaten Zusatzfaden gebildet wird.
[0026] Das Verfahren kann auf einer Rundstrickmaschine wie auch auf einer Flachstrickmaschine,
auf der rund gestrickt werden kann, durchgeführt werden. Wie vorstehend beschrieben
können natürlich auch eine Vielzahl von Zusatzmaschen, auch in Form von Zusatzmaschenreihen,
über separate Zusatzfäden abschnittsweise gestrickt werden. Die Zusatzfäden werden
während des kontinuierlichen Strickvorgangs an entsprechender Stelle in das Grundgestrick
eingestrickt, so dass sich am fertigen Rundgestrick der oder die entsprechenden funktions-
oder geometrieorientierten Bereiche ausbilden.
[0027] Dabei wird bezogen auf ein Maschenstäbchen, in dem wenigstens eine Zusatzmasche vorgesehen
ist, zunächst eine Masche einer ersten Maschenreihe des Grundgestricks gestrickt,
wonach wenigstens eine Zusatzmasche gestrickt wird, wonach die Masche einer zweiten
Maschenreihe des Grundgestricks gestrickt wird, wobei die Zusatzmasche die beiden
Maschen des ersten und der zweiten Maschenreihe verbindet. Natürlich wiederholt sich
dieses Strickmuster solange, bis die gewünschte Anzahl an Zusatzmaschen eingestrickt
ist.
[0028] Gesehen in Gestricklängsrichtung kann zwischen mehrere Maschenreihenpaare des Grundgestricks
jeweils wenigstens eine Zusatzmasche über jeweils wenigstens einen separaten Zusatzfaden
gestrickt werden.
[0029] Dabei können die Zusatzmaschen zwischen aufeinander folgende Paare von Maschenreihen
gestrickt werden, so dass sich Zusatzmaschen und Grundgestrickmaschen abwechseln.
Alternativ können die Zusatzfäden auch zwischen voneinander über zwei oder mehrere
Maschenreihen beabstandete Maschenreihenpaare gestrickt werden. Schließlich können
die Zusatzmaschen auch zwei Maschenreihen, die über mehrere Maschenreihen voneinander
beanstandet sind, miteinander verbinden.
[0030] Ferner können auch gesehen in Umfangsrichtung zwischen zwei Maschenreihen des Grundgestricks
mehrere, Zusatzmaschenreihen bildende Zusatzmaschen gestrickt werden, die mit wenigstens
einem gemeinsamen Zusatzfaden oder jeweils mit wenigstens einem separaten Zusatzfaden
gestrickt werden. Dabei können gesehen in Umfangsrichtung zwischen zwei Maschenreihen
des Grundgestricks mehrere Zusatzmaschenabschnitte, die jeweils mehrere Zusatzmaschen
umfassen, gestrickt werden. Die Zusatzmaschen oder die aus mehreren Zusatzmaschen
gebildeten Zusatzmaschenreihen werden also abschnittsweise bzw. in Umfangsrichtung
versetzt gestrickt.
[0031] Die Zusatzfäden können dabei derart verstrickt werden, dass sie bzw. die Zusatzmaschen
die aufeinander folgenden Maschen der beiden Maschenreihen verbinden, oder dass sie
nur die jeweils n-ten Maschen der beiden Maschenreihen verbinden, wobei n ≥ 2 ist.
Im zuletzt genannten Fall liegen die Zusatzfäden zwischen zwei Zusatzmaschen bevorzugt
flott.
[0032] Im Rahmen der Herstellung des Rundgestricks ist es auch denkbar, unterschiedliche
Bereichsabschnitte, in denen die Zusatzfäden bzw. die Zusatzmaschen in unterschiedlicher
Reihenfolge mit den Maschen des Grundgestricks verstrickt sind, zu bilden. So kann
ein erster Bereichsabschnitt, in dem die Zusatzfäden nur die jeweils n-ten Maschen
der beiden Maschenreihen verbinden, und wenigstens ein zweiter Bereichsabschnitt,
in dem die Zusatzfäden die aufeinander folgenden Maschen der beiden Maschenreihen
verbinden, gestrickt werden. Diese Bereiche können letztlich beliebig in Umfangsrichtung
und/oder Längsrichtung positioniert sein, wie sie auch ineinander liegen können etc.
Es sind beliebige Geometrien respektive Relativpositionen der Bereichsabschnitte zueinander
realisierbar.
[0033] Ein eingestrickter Zusatzfaden wird an seinen beiden Enden im Grundgestrick verriegelt,
was bevorzugt über Fangbindung und Flottung erfolgt. Bevorzugt sind mehrere aneinander
abwechselnde Fangbindungen und Flottungen zur Verriegelung vorgesehen.
[0034] Verwendet werden kann ein elastischer oder unelastischer Grundgestrickfaden sowie
ein elastischer oder unelastischer Zusatzfaden, wobei die Elastizitäten der verwendeten
Fäden nicht gleich sein muss, jedoch gleich sein kann. Des Weiteren kann mit dem Zusatzfaden
ein weiterer elastischer oder unelastischer, plattierender Verstärkungsfaden maschenbildend
verstrickt werden, wobei auch dieser Verstärkungsfaden bevorzugt ein separater Faden,
wie der Zusatzfaden, ist.
[0035] Schließlich kann in die Maschen des Grundgestricks zusätzlich ein elastischer, insbesondere
kompressionsgebender Schussfaden eingelegt werden, um dem Rundgestrickteil insgesamt
oder lokal definierte elastische bis hin zu kompressionsgebenden Eigenschaften zu
verleihen.
[0036] Sämtliche Ausführungen zum Rundgestrickteil gelten gleichermaßen für das entsprechende
Herstellungsverfahren, und umgekehrt.
[0037] Weitere Vorteile und Einzelheiten der Erfindung ergeben sich aus dem im Folgenden
beschriebenen Ausführungsbeispiel sowie anhand der Zeichnungen:
- Fig. 1
- eine Prinzipdarstellung eines erfindungsgemäßen Rundgestrickteils in Form eines Strumpfes
mit zwei funktions- oder geometrieorientierten Bereichen jeweils bestehend aus zwei
unterschiedlichen Bereichsabschnitten,
- Fig. 2
- eine Prinzipdarstellung des Maschenbilds des Ausschnitts II aus Figur 1, und
- Fig. 3
- eine Prinzipdarstellung des Maschenbilds des Ausschnitts III aus Figur 1.
[0038] Fig. 1 zeigt ein erfindungsgemäßes Rundgestrickteil 1 in Form eines Strumpfes 2,
der in bekannter Weise ein Fußteil 3 und ein Wadenteil 4 aufweist und der am oberen
Ende über einen Bund 5 abgeschlossen ist. Exemplarisch sind in dem Strumpfbereich,
der in der Darstellung im Bereich des Knöchels zum Liegen kommt, zwei spezifische
Bereiche 6 realisiert, die jeweils aus einem ersten Bereichsabschnitt 7 und einem
zweiten Bereichsabschnitt 8 bestehen. In diese Bereiche 6 respektive Bereichsabschnitte
7, 8 sind jeweils eine Vielzahl an separaten Zusatzfäden zur Bildung von Zusatzmaschen
bzw.
Zusatzmaschenreihen in nachfolgend beschriebener Weise eingestrickt, um den jeweiligen
Bereichen 6 eine spezifische Funktionsorientierung zu verleihen oder eine spezifische
Geometrie auszubilden. Diese separaten Zusatzfäden werden, worauf nachfolgend noch
eingegangen wird, in das aus wenigstens einem Grundgestrickfaden gestrickte Grundgestrick,
über das hier der Wadenabschnitt 4 gebildet ist, eingestrickt.
[0039] Fig. 2 zeigt exemplarisch ein Maschenbild des Ausschnitts II aus Fig. 1. Dieser Ausschnitt
zeigt den Übergang vom Grundgestrick 9 zu dem ersten Bereichsabschnitt 7 des oberen
Bereichs 6.
[0040] Gezeigt ist in dem Ausschnitt gemäß Fig. 2 ein Teil des Grundgestricks 9, das aus
einem Grundgestrickfaden 10, beispielsweise einem hinreichend unelastischen PA-Faden,
gestrickt ist. Exemplarisch ist in die einzelnen Maschenreihen 11 des Grundgestricks
9, die - da es sich um ein Rundgestrickteil handelt - spiralförmig umlaufen, ein ebenfalls
umlaufender elastischer Schussfaden eingelegt, der dem Grundgestrick eine elastische
bis hin zu kompressionsgebende Eigenschaft verleiht.
[0041] Zur Bildung des Gestrickbereichs 7 sind im gezeigten Ausschnitt mehrere separate
Zusatzfäden 13 zwischen in Gestricklängsrichtung L benachbarte Grundgestrick-Maschenreihen
11 gestrickt. Über diese separaten Zusatzfäden 13 werden, gesehen in Umfangsrichtung
U, separate Zusatzmaschenreihen 14 bestehend aus mehreren Zusatzmaschen 17 eingestrickt,
mithin das gesamte Maschenvolumen in dem Bereich erhöht. Es kommt zu einer definierten
Zunahme der Maschenanzahl in diesem Bereich, der - siehe Fig. 1 - geometrisch definiert
und begrenzt ist. Aus Gründen der besseren Übersichtlichkeit sind die benachbarten
Grundgestrick-Maschenreihen 11, zwischen die Zusatzmaschenreihen 14 gestrickt sind,
in Gestricklängsrichtung L etwas auseinandergezogen dargestellt. Auch in Gestricklängsrichtung
L, also im jeweiligen Maschenstäbchen 19, bildet sich quasi durch die einzelnen Zusatzmaschen
17 eine Zusatzmaschenreihe, wobei hier die stäbchenseitigen Zusatzmaschen allesamt
aus unterschiedlichen Zusatzfäden 13 gestrickt sind.
[0042] Jeder Zusatzfaden 13 wird mit seinen beiden Enden (in Fig. 2 ist nur jeweils ein
Ende des jeweiligen Zusatzfadens 13 gezeigt) im Grundgestrickt 9 verriegelt. Dies
geschieht über mehrere Fangbindungen 15 und Flottungen 16, die einander abwechseln.
Über diese Verriegelung wird eine Laufmaschenbildung verhindert.
[0043] Zur Ausbildung der Zusatzmaschenreihen 14 wird der Zusatzfaden 13 sodann nach der
Verriegelung mit Masche gestrickt. Die Zusatzmaschen 17 verbinden die Maschen 18 der
benachbarten Grundgestrick-Maschenreihen 11. Sie werden also zwischen diese Maschen
gestrickt. Wie dem Maschenbild gemäß Fig. 2 zu entnehmen ist, werden die Zusatzmaschen
17 nur an jeder zweiten Masche, also auf jeder zweiten Nadel gestrickt, so dass die
Grundgestrickmaschen 18, in Umfangsrichtung U gesehen, benachbart zu den Zusatzmaschen
17 noch direkt miteinander vermascht sind. In Umfangsrichtung U gesehen wechseln also
Zusatzmaschen 17 und Grundgestrickmaschen 18 einander ab. Dies gilt auch gesehen in
Gestricklängsrichtung L, also in Richtung der einzelnen Maschenstäbchen 19. In den
Maschenstäbchen 19, in die keine Zusatzmaschen eingestrickt werden, liegen nur Grundgestrickmaschen
18 vor. Durch das Einstricken der Zusatzmaschen 17 respektive Ausbildung der Zusatzmaschenreihen
14 kommt es folglich zu einer Erhöhung des Maschenvolumens im Bereichsabschnitt 7.
Anstelle der hier gezeigten 1:1 Abwechslung von Zusatzmaschen 17 und Grundgestrickmaschen
18 ist es natürlich auch denkbar, beispielsweise zwei oder drei Zusatzmaschen 17 hintereinander
zu stricken, gefolgt von einer, zwei oder drei Grundgestrickmaschen 18 etc. Es sind
beliebige Abfolgen realisierbar.
[0044] Am nicht gezeigten anderen Ende läuft jeder Zusatzfaden 13 ebenfalls in einer Verriegelung
im Grundgestrick aus.
[0045] Ersichtlich sind die Zusatzmaschen 17 bzw. die Zusatzmaschenreihen 14 nur partiell,
also abschnittsweise gesehen in Umfangsrichtung U, in das Grundgestrick 9 eingestrickt.
Über die Umfangslänge kann letztlich die Bereichsbreite eingestellt werden. Die Bereichshöhe
wird über die entsprechende Anzahl an verstrickten Zusatzfäden 13 in Gestricklängsrichtung
L definiert.
[0046] Fig. 3 zeigt ein Maschenbild des Ausschnitts III aus Fig. 1. Während Fig. 2 den Übergang
vom Grundgestrick 9 in den ersten Bereichsabschnitt 7 zeigt, zeigt Fig. 3 den Übergang
vom Grundgestrick 9 in den zweiten Bereichsabschnitt 8 des Bereichs 6. Das Grundgestrick
9 wurde wie beschrieben hergestellt aus einem Grundgestrickfaden 10, die Grundgestrick-Maschenreihen
11 sind auch hier exemplarisch mit einem spiralförmig umlaufenden Schussfaden 12 ausgerüstet.
Auch hier werden zwischen mehrere Rundgestrick-Maschenreihenpaare Zusatzmaschenreihen
14 umfassend eine Mehrzahl an einzelnen zusatzmaschen 17 unter Verwendung jeweils
eines separaten Zusatzfadens 13 eingestrickt. Jeder separate Zusatzfaden 13 ist auch
hier über eine Verriegelung, gebildet aus Fangbindung 15 und Flottung 16 laufmaschensicher
im Grundgestrick 9 verriegelt. Dies gilt auch hier natürlich für beide Enden des jeweiligen
Zusatzfadens 13.
[0047] An die jeweilige Verriegelung schließen sich die Zusatzmaschen 17 an, wobei hier
alle Grundgestrickmaschen 18 der beiden benachbarten Grundgestrick-Maschenreihen 11
über Zusatzmaschen 17 miteinander verbunden sind, das heißt, dass die jeweilige Zusatzmaschenreihe
14 über ihre gesamte Länge die beiden benachbarten Grundgestrick-Maschenreihen 11
verbindet. Die Anzahl an Zusatzmaschen 14 ist im Bereichsabschnitt 8 folglich deutlich
größer als im Bereichsabschnitt 7. Dies führt dazu, dass der Bereichsabschnitt 8 wiederum
andere Eigenschaften aufweist als der Bereichsabschnitt 7, der quasi als Übergangsbereich
gesehen werden kann.
[0048] Ersichtlich kommt es durch das Einstricken der Zusatzmaschen 17 respektive der Zusatzmaschenreihen
14 zu einer lokalen Erhöhung des Maschenvolumens. Dies führt, wenn ein hinreichendes
Zusatzvolumen eingestrickt wird, zu einer entsprechenden Geometrieänderung des Gestricks,
so dass hierüber entsprechende Wölbungen oder dergleichen, also geometrische Effekte,
realisiert werden können, worüber sich der Anatomie des von dem Bereich übergriffenen
Körperabschnitts besser angepasst werden kann. Dies erhöht den Tragekomfort, es ist
auch einem etwaigen therapeutischen Effekt zuträglich.
[0049] Während in den Figuren die jeweiligen Zusatzmaschen 17 bzw. die Zusatzmaschenreihen
14 nur zwischen jedem zweiten Grundgestrick-Maschenreihenpaar, gesehen in Gestricklängsrichtung
L, eingebracht sind, ist es selbstverständlich denkbar, die Zusatzmaschenreihen 14
auch zwischen jedem aufeinander folgenden Grundgestrick-Maschenreihenpaar oder nur
zwischen jedem dritten Paar etc. einzubringen.
[0050] Wie Fig. 1 zeigt, grenzen die beiden Bereichsabschnitte 7, 8 unmittelbar aneinander
an. Gesehen in Umfangsrichtung U des Rundgestrickteils 1 bedeutet dies, dass der jeweilige
Zusatzfaden 13 zunächst mit dem Maschenbild, wie in Fig. 2 gezeigt, maschenbildend
gestrickt wird, also nur an jede zweite Masche des Grundgestricks 9 respektive auf
jeder zweiten Nadel. Mit Übergang zum zweiten Bereichsabschnitt 8 ändert sich sodann
abrupt das Maschenbild, der jeweilige Zusatzfaden 13 wird fortan an jeder Grundgestrickmasche
respektive auf jeder Nadel gestrickt, so dass das Maschenbild dem aus Fig. 3 entspricht.
Geht der zweite Bereichsabschnitt 8 wieder in einen ersten Bereichsabschnitt 7 über,
so ändert sich das Maschenbild wieder zu dem gemäß Fig. 2, wonach dieser Bereichsabschnitt
7 wieder in das Grundgestrick 9 übergeht.
[0051] Dass diese unterschiedlichen Bereichsabschnitte aneinander anschließen ist jedoch
nicht zwingend. Selbstverständlich können sie auch voneinander beabstandet sein, wie
auch nur der eine oder der andere Bereichsabschnitt respektive die eine oder andere
Strickweise zur Bildung des jeweiligen Bereichs realisiert sein kann.
[0052] Wenngleich Fig. 1 einen Wadenstrumpf zeigt, kann das Rungestrickteil selbstverständlich
auch jede andere Form aufweisen. Es kann sich um einen kompletten Beinstrumpf handeln,
um einen Armstrumpf oder um ein Leibteil. An all diesen Rundgestrickteilen ist es
denkbar, entsprechende funktionsspezifische oder geometriespezifische Bereiche auszubilden.
1. Rundgestrickteil, mit einem mit wenigstens einem Grundgestrickfaden gestrickten Grundgestrick
aus mehreren in Längsrichtung des Grundgestricks gesehen miteinander verstrickten
und spiralförmig umlaufenden Maschenreihen, dadurch gekennzeichnet, dass in Längsrichtung des Grundgestricks (9) gesehen zwischen zwei Maschenreihen (11)
des Grundgestricks (9) ein Maschen (17) bildender, die Maschenreihen (11) verbindender
Zusatzfaden (13) unter Bildung wenigstens einer Zusatzmasche (14) eingestrickt ist,
wobei die Zusatzmasche (14) über wenigstens einen separaten Zusatzfaden (13) gebildet
ist.
2. Rundgestrickteil nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, dass gesehen in Gestricklängsrichtung (L) zwischen mehrere Maschenreihenpaare des Grundgestricks
(9) jeweils wenigstens eine Zusatzmasche (17) über jeweils wenigstens einen separaten
Zusatzfaden (13) gestrickt ist.
3. Rundgestrickteil nach Anspruch 2, dadurch gekennzeichnet, dass die Zusatzmaschen (13) zwischen aufeinanderfolgende Maschenreihenpaare gestrickt
sind, oder dass die Zusatzmaschen (13) zwischen voneinander über zwei oder mehrere
Maschenreihen (11) beabstandete Maschenreihenpaare gestrickt sind, oder das die Zusatzmaschen
(17) zwei Maschenreihen (11), die im Grundgestrick (9) über mehrere Maschenreihen
(11) voneinander beabstandet sind, miteinander verbinden .
4. Rundgestrickteil nach einem der vorangehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, dass gesehen in Umfangsrichtung (U) zwischen zwei Maschenreihen (11) mehrere Zusatzmaschen
(17) gestrickt sind, die mit wenigstens einem gemeinsamen Zusatzfaden (13) oder jeweils
mit wenigstens einem separaten Zusatzfaden (13) gestrickt sind.
5. Rundgestrickteil nach Anspruch 4, dadurch gekennzeichnet, dass gesehen in Umfangsrichtung (U) zwischen zwei Maschenreihen (11) des Grundgestricks
(9) mehrere Zusatzmaschenabschnitte, die jeweils mehrere Zusatzmaschen (17) umfassen
ausgebildet sind.
6. Rundgestrickteil nach Anspruch 4 oder 5, dadurch gekennzeichnet, dass die Zusatzmaschen (17) die aufeinander folgenden Maschen (18) der beiden Maschenreihen
(13) verbinden, oder dass die Zusatzmaschen (17) nur die jeweils n-ten Maschen (18)
der beiden Maschenreihen (11) verbinden, wobei n≥2 ist.
7. Rundgestrickteil nach Anspruch 6, dadurch gekennzeichnet, dass der oder jeder nur die n-ten Maschen (18) verbindenden Zusatzfaden (13) zwischen
zwei Zusatzmaschen (17) flott liegen.
8. Rundgestrickteil nach Anspruch 6 oder 7, dadurch gekennzeichnet, dass der Bereich des Grundgestricks (9), in dem die Zusatzfäden (13) verstrickt sind,
wenigstens einen ersten Bereichsabschnitt (7), in dem die Zusatzfäden (13) nur die
jeweils n-ten Maschen (18) der beiden jeweiligen Maschenreihen (11) verbinden, und
wenigstens einen zweiten Bereichsabschnitt (8), in dem die Zusatzfäden (13) die aufeinander
folgenden Maschen (18) der beiden jeweiligen Maschenreihen (11) verbinden, aufweist.
9. Rundgestrickteil nach Anspruch 8, dadurch gekennzeichnet, dass die Bereichsabschnitte (7, 8) in Umfangsrichtung (U) und/oder in Längsrichtung (L)
des Grundgestricks (9) aneinander anschließen oder voneinander separiert sind, oder
dass die Bereichsabschnitte (7, 8) ineinander liegen und aneinander anschließen oder
voneinander separiert sind.
10. Rundgestrickteil nach einem der Ansprüche 2 bis 9, dadurch gekennzeichnet, dass die über separate Zusatzfäden (13) gestrickten Zusatzmaschen (17), insbesondere die
Zusatzmaschenabschnitte oder Bereichsabschnitte mit farblich oder in der Art unterschiedlichen
Zusatzfäden (13) gestrickt sind.
11. Rundgestrickteil nach einem der vorangehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, dass jeder Zusatzfaden (13) mit seinen beiden Enden im Grundgestrick (9) verriegelt ist.
12. Rundgestrickteil nach Anspruch 11, dadurch gekennzeichnet, dass jeder Zusatzfaden (13) über wenigstens eine Fangbindung (15) und Flottung (16), vorzugsweise
über mehrere einander abwechselnde Fangbindungen (15) und Flottungen (16) verriegelt
ist.
13. Rundgestrickteil nach einem der vorangehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, dass der Grundgestrickfaden (10) und der Zusatzfaden (13) elastisch oder unelastisch ist.
14. Rundgestrickteil nach einem der vorangehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, dass mit dem Zusatzfaden (13) ein weiterer elastischer oder unelastischer Verstärkungsfaden
Maschen bildend verstrickt ist.
15. Rundgestrickteil nach einem der vorangehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, dass in die Maschen (18) des Grundgestricks (9) ein elastischer, insbesondere kompressionsgebender
Schussfaden (12) eingelegt ist.
16. Verfahren zur Herstellung eines Rundstrickteils nach einem der vorangehenden Ansprüche,
dadurch gekennzeichnet, dass mit wenigstens einem Grundgestrickfaden (10) ein Grundgestrick (9) aus mehreren in
Längsrichtung des Grundgestricks (9) gesehen miteinander verstrickten, spiralförmig
umlaufenden Maschenreihen (11) gestrickt wird, wobei in Längsrichtung (L) des Grundgestricks
(9) gesehen zwischen zwei Maschenreihen (11) des Grundgestricks (9) ein Maschen (17)
bildender, die Maschenreihen (11) verbindender Zusatzfaden (13) unter Bildung wenigstens
einer Zusatzmasche (14) eingestrickt wird, wobei die Zusatzmasche (14) über wenigstens
einen separaten Zusatzfaden (13) gebildet wird.
17. Verfahren nach Anspruch 16, dadurch gekennzeichnet, dass bezogen auf ein Maschenstäbchen (19), in dem wenigstens eine Zusatzmasche (17) vorgesehen
ist, zunächst die Masche (18) einer ersten Maschenreihe (11) gestickt wird, wonach
wenigstens eine Zusatzmasche (17) gestrickt wird, wonach die Masche (18) einer zweiten
Maschenreihe (11) gestrickt wird, wobei die Zusatzmasche (17) die Maschen(18) der
ersten und zweiten Maschenreihe (11) verbindet.