(19)
(11) EP 3 214 213 A1

(12) EUROPÄISCHE PATENTANMELDUNG

(43) Veröffentlichungstag:
06.09.2017  Patentblatt  2017/36

(21) Anmeldenummer: 16202523.3

(22) Anmeldetag:  06.12.2016
(51) Internationale Patentklassifikation (IPC): 
D04B 1/10(2006.01)
D04B 1/26(2006.01)
(84) Benannte Vertragsstaaten:
AL AT BE BG CH CY CZ DE DK EE ES FI FR GB GR HR HU IE IS IT LI LT LU LV MC MK MT NL NO PL PT RO RS SE SI SK SM TR
Benannte Erstreckungsstaaten:
BA ME
Benannte Validierungsstaaten:
MA MD

(30) Priorität: 26.02.2016 DE 102016103421

(71) Anmelder: medi GmbH & Co. KG
95448 Bayreuth (DE)

(72) Erfinder:
  • ATMANSPACHER, Jan
    95405 Warmensteinach (DE)

(74) Vertreter: Lindner Blaumeier Patent- und Rechtsanwälte 
Partnerschaftsgesellschaft mbB Dr. Kurt-Schumacher-Str. 23
90402 Nürnberg
90402 Nürnberg (DE)

   


(54) RUNDGESTRICKTEIL SOWIE VERFAHREN ZUR HERSTELLUNG EINES SOLCHEN


(57) Rundgestrickteil, mit einem mit wenigstens einem Grundgestrickfaden gestrickten Grundgestrick aus mehreren in Längsrichtung des Grundgestricks gesehen miteinander verstrickten und spiralförmig umlaufenden Maschenreihen, wobei in Längsrichtung des Grundgestricks (9) gesehen zwischen zwei Maschenreihen (11) des Grundgestricks (9) ein Maschen (17) bildender, die Maschenreihen (11) verbindender Zusatzfaden (13) unter Bildung wenigstens einer Zusatzmasche (14) eingestrickt ist, wobei die Zusatzmasche (14) über wenigstens einen separaten Zusatzfaden (13) gebildet ist.




Beschreibung


[0001] Die Erfindung betrifft ein Rundgestrickteil, mit einem mit wenigstens einem Grundgestrickfaden gestrickten Grundgestrick aus mehreren in Längsrichtung des Grundgestricks gesehen miteinander verstrickten und spiralförmig umlaufenden Maschenreihen.

[0002] Derartige Rundgestrickteile sind beispielsweise in Form eines Fuß- oder Beinstrumpfes, eines Armstrumpfes, eines Leibteiles, einer Bandage oder ähnlichem bekannt. Sie bestehen aus einem Grundgestrick, das aus wenigstens einem Grundgestrickfaden, beispielsweise aus PA, PES, PP oder einer Naturfaser wie Baumwolle oder Seide gestrickt ist, wobei auch zwei oder mehr Grundgestrickfäden verstrickt werden können. Es werden spiralförmig umlaufende Maschenreihen gestrickt, so dass sich ein insgesamt schlauchförmiges Rundgestrickteil ergibt. Wird zusätzlich ein elastischer Faden entweder als Schussfaden eingelegt oder mit verstrickt, so wird dem Rundgestrickteil eine elastische bis kompressionsgebende Eigenschaft verliehen, wie sie beispielsweise im therapeutischen Bereich erforderlich ist.

[0003] Mitunter ist es gewünscht, einem solchen Rundgestrickteil lokal eine bestimmte Funktion zu verleihen, beispielsweise um eine Art Polsterabschnitt oder Plüschabschnitt zu bilden, so dass ein mit diesem Abschnitt belegter Körperbereich, beispielsweise ein Gelenk oder eine empfindliche Hautpartie hierüber abgepolstert und weniger belastet werden. Mitunter wird es auch gewünscht, mit dem Rundgestrickteil selbst eine anatomische Körperform nachzubilden, es also in bestimmter Weise geometrisch zu gestalten, beispielsweise wenn das Rundgestrickteil über ein Gelenk gezogen wird, um auf diese Weise die Passform und den Tragekomfort zu verbessern und eine etwaige Faltenbildung zu reduzieren. Ein Gestrickteil, bei dem ein haptisch weicher, plüschartiger und damit polstender Abschnitt vorgesehen ist, und das derart gestrickt ist, dass sich ein geometrischer Effekt zur Anpassung an eine Körperform ergibt, ist beispielsweise aus EP 2 792 774 A1 bekannt. Zur Bildung des haptisch angenehmen Bereichs wird eine entsprechend erhöhte Flottungsanzahl gestrickt, während zur Geometrieveränderung der entsprechende Bereich glatt gestrickt ist, so dass sich eine erhöhte Anzahl an Grundgestrickmaschen und damit ein größeres Gestrickvolumen ergibt.

[0004] Der Erfindung liegt das Problem zugrunde, ein Grundgestrickteil anzugeben, bei dem auf einfache Weise ein funktionsorientierter oder geometrieorientierter Bereich realisiert ist.

[0005] Zur Lösung dieses Problems ist bei einem Grundgestrickteil der eingangs genannten Art erfindungsgemäß vorgesehen, dass in Längsrichtung des Grundgestricks gesehen zwischen zwei Maschenreihen des Grundgestricks ein Maschen bildender, die Maschenreihen verbindender Zusatzfaden unter Bildung wenigstens einer Zusatzmasche eingestrickt ist, wobei die Zusatzmasche über wenigstens einen separaten Zusatzfaden gebildet ist.

[0006] Beim erfindungsgemäßen Rundgestrickteil, das keine Längsnaht aufweist, wird zwischen zwei in Gestrickslängsrichtung aneinander anschließende Maschenreihen des Grundgestricks, die jeweils aus mehreren Maschen bestehen, lokal mittels wenigstens eines Zusatzfadens wenigstens eine Zusatzmasche eingestrickt. Diese Zusatzmasche wird also zwischen die beiden Maschen der Grundgestrick-Maschenreihen gestrickt, die Zusatzmasche verbindet die Maschen der beiden Grundgestrick-Maschenreihen. Bezogen auf ein Maschenstäbchen nimmt folglich die Maschenanzahl pro Maschenstäbchen durch Einstricken der Zusatzmasche zu. Gesehen in Gestricklängsrichtung können zur Ausbildung eines entsprechenden größerflächigen Bereichs abschnittsweise zwischen mehreren solcher Maschenreihenpaare des Grundgestricks entsprechende Zusatzmaschen gestrickt werden, wobei jede Zusatzmaschen mittels eines eigenen, separaten Zusatzfadens gebildet ist. Es bilden sich also auch im jeweiligen Maschenstäbchen entsprechende Zusatzmaschenreihen. Auch gesehen in Umfangsrichtung des Gestricks können abschnittsweise zwischen zwei Maschenreihen des Grundgestricks mehrere Zusatzmaschen gestrickt werden, wobei die einzelnen Zusatzmaschen über separate Zusatzfäden gebildet sind, oder mehrere oder alle Zusatzmaschen über einen gemeinsamen Zusatzfaden gebildet sind. Auch dies führt zur Bildung einer Zusatzmaschenreihe, in diesem Fall in Umfangsrichtung gesehen zwischen zwei Grundgestrick-Maschenreihen. Hierdurch ist es möglich, einen oder mehrere definierte, abgegrenzte Bereiche oder Abschnitte zu erzeugen, die sich in Längsrichtung und in Umfangsrichtung des Gestricks erstrecken und die neben den Grundgestrickmaschen zusätzlich die Zusatzmaschen enthalten. Je mehr Zusatzmaschen in Umfangsrichtung vorgesehen sind, umso breiter, gesehen in Umfangsrichtung, kann der hierüber realisierte spezifische Bereich ausgelegt werden. Je mehr Zusatzmaschen gesehen in Gestricklängsrichtung realisiert werden, umso höher kann der hierüber realisierte spezifische Bereich ausgeführt werden. Jeder Zusatzfaden beginnt und endet jeweils zwischen zwei Maschenreihen des Grundgestricks, er läuft also nicht mit dem Grundgestrickfaden um.

[0007] Durch Einstricken der Zusatzfäden, also der Ausbildung der Zusatzmaschen oder der Zusatzmaschenreihen, wird folglich ein partielles Zu- und Abnehmen von Maschen im Rundgestrickteil realisiert. Die Maschenanzahl wird also über die Zusatzmaschen nur lokal erhöht. Die Zusatzmaschen werden wie beschrieben als zusätzliche Maschen zwischen Maschen des Grundgestrick, diese verbindend, gestrickt, also weder platierend in die Grundgestrickmaschen eingestrickt noch nachträglich zugestrickt.

[0008] Hieraus resultiert eine Reihe von Vorteilen. Zum einen kann mittels der Zusatzmaschen bzw. der Zusatzfäden beispielsweise ein sich im Vergleich zum Grundgestrick haptisch anders anfühlender Bereich realisiert werden, beispielsweise ein abpolsternder, plüschartiger respektive weicher Bereich, resultierend aus dem erhöhten Zusatzvolumen sowie mitunter auch der Art beziehungsweise Qualität des verstrickten Zusatzfadens. Es kann also beispielsweise ein lokaler Polsterungsabschnitt realisiert werden, der ein Gelenk oder einen irritierten Hautbereich abpolstert oder ähnliches.

[0009] Darüber hinaus besteht auch die Möglichkeit, einen belegten Hautbereich durch Verstricken eines therapeutisch wirksamen Fadens lokal zu versorgen. Beispielsweise kann als Zusatzfaden ein Silbergarn verstrickt werden, das antibakteriell wirkt. Auch andere Fäden, die beispielsweise mit einem therapeutischen Wirkstoff ausgerüstet sind, können verstrickt werden, so dass der Wirkstoff beim Tragen des Rundgestrickteils an die zu versorgende Körperpartie gelangt.

[0010] Das Einstricken der Zusatzmaschen bzw. der Zusatzfäden bietet also die Möglichkeit, einen funktionsorientierten Bereich zu bilden.

[0011] Alternativ oder zusätzlich hierzu bietet sich durch das Einstricken der Zusatzmaschen und damit die Erhöhung des Maschenvolumens in Umfangs- und/oder Längsrichtung des Gestricks die Möglichkeit, eine Geometrieänderung zu erwirken, um die Form des Rundgestrickteils der anatomischen Körperform des zu übergreifenden Körperabschnitts anzupassen. So kann beispielsweise eine entsprechende lokale Wölbung realisiert werden, wenn das Rundgestrickteil ein Gelenk übergreift, beispielsweise im Bereich eines Knies, eines Knöchels oder eines Ellenbogens. Auch im Bereich der Zehen zur Versorgung eines Hallux valgus bietet sich eine entsprechende Gestrickteilgeometrie an. Auch eine solche Geometrieanpassung kann auf einfache Weise durch Einstricken der Zusatzmaschen realisiert werden.

[0012] Jede Zusatzmasche oder Zusatzmaschenreihe zwischen zwei Maschenreihen des Grundgestricks wird wie beschrieben durch einen separaten Zusatzfaden gebildet. Im fertigen Gestrick ist folglich eine entsprechende Anzahl an separaten Zusatzfäden verstrickt, was den Vorteil hat, dass der Zusatzfaden nicht im gesamten Grundgestrick mitgeführt werden muss, sondern nur lokal dort eingestrickt ist, wo auch der entsprechende funktions- oder geometrieorientierte Bereich ausgebildet werden soll.

[0013] Bezüglich der Einstrickposition der Zusatzmaschen zwischen den Grundgestrick-Maschenreihenpaaren sind unterschiedliche Varianten denkbar. So ist es denkbar, die Zusatzmaschen zwischen aufeinander folgende Maschenreihenpaare zu stricken. In diesem Fall wechseln also gesehen in Gestricklängsrichtung bzw. in Richtung der Maschenstäbchens die Grundgestrickmaschen und die Zusatzmaschen einander ab, auf eine erste Grundgestrickmasche folgt eine erste Zusatzmaschen, auf diese eine zweite Grundgestrickmasche gefolgt von einer zweiten Zusatzmaschen, der wiederum eine dritte Grundgestrickmasche folgt etc.

[0014] Alternativ ist es denkbar, dass, wiederum gesehen in Gestricklängsrichtung bzw. in Richtung der Maschenstäbchen, die Zusatzmaschen zwischen voneinander über eine oder mehrere Maschenreihen beabstandete Maschenreihenpaare gestrickt werden. Hier sind folglich die Zusatzmaschen nicht alternierend zu dem Grundgestrickmaschen gestrickt, vielmehr befinden sich zwischen zwei Zusatzmaschen zwei oder mehr Grundgestrickmaschen. Selbstverständlich ist es denkbar, innerhalb eines funktions- oder geometrieorientierten Bereiches unterschiedliche Abschnitte der zuvor beschriebenen Art auszubilden.

[0015] Eine weitere Alternative sieht vor, dass, gesehen in Umfangsrichtung bzw. in Richtung der Maschenstäbchen, zwischen zwei Maschen der Grundgestricks mehrere Zusatzmaschen gestrickt sind, die mit wenigstens einem gemeinsamen oder jeweils einem separaten Zusatzfaden gestrickt sind. Zwischen zwei Maschen zweier Grundgestrick-Maschenreihen können also auch über zwei oder mehr Zusatzmaschen gestrickt werden.

[0016] Gemäß einer Weiterbildung der Erfindung kann vorgesehen sein, dass, gesehen in Umfangsrichtung, zwischen Maschenreihenpaare des Grundgestricks mehrere Zusatzmaschenabschnitte, die jeweils mehrere Zusatzmaschen umfassen, gestrickt sind. Es können also gesehen in Umfangsrichtung zwei oder mehrere voneinander beabstandete Bereiche mit erhöhtem Maschenvolumen gebildet werden, die sich in Längs- und in Umfangsrichtung erstrecken.

[0017] Weiterhin kann vorgesehen sein, dass die Zusatzmaschen die aufeinander folgenden Maschen der beiden Maschenreihen verbinden. Hier sind folglich die beiden Grundgestrick-Maschenreihen über die jeweilige Zusatzmaschenreihe komplett verbunden, über die Länge der aus den Zusatzmaschen gebildeten Zusatzmaschenreihe ist keine Maschenverbindung der beiden Grundgestrick-Maschenreihen untereinander gegeben. Alternativ ist es möglich, dass die Zusatzmaschen nur die jeweils n-ten Maschen der beiden Maschenreihen verbinden, wobei n ≥ 2 ist. Gemäß dieser Erfindungsalternative ist folglich eine quasi beliebige Reihung denkbar. Beispielsweise können die Zusatzmaschen mit jeder zweiten Masche der beiden Grundgestrick-Maschenreihen verstrickt sein, so dass sich folglich die Zusatzmaschen und die Grundgestrick-Maschen abwechseln. Denkbar ist es aber auch, dass die Zusatzmaschen nur an jeder dritten oder vierten Grundgestrick-Masche gestrickt sind, wie auch umgekehrt mehrere Zusatzmaschen hintereinander gestrickt sind, wonach ein oder mehrere Grundgestrick-Maschen der beiden Maschenreihen wiederum direkt miteinander verstrickt sind, woran sich wieder Zusatzmaschen anschließen etc. Die Variationsmöglichkeiten innerhalb des Bereichs, in dem überhaupt Zusatzmaschen eingestrickt werden, ist folglich beliebig.

[0018] Verbinden die Zusatzmaschen nur die n-ten Maschen des Grundgestricks, so liegt der jeweilige Zusatzfaden zwischen zwei Zusatzmaschen vorzugsweise flott, sofern die einzelnen Zusatzmaschen nicht mit separaten Zusatzfäden gestrickt sind.

[0019] Selbstverständlich ist es möglich, innerhalb des Bereichs des Grundgestricks, in dem die Zusatzfäden verstrickt bzw. die Zusatzmaschen vorgesehen sind, unterschiedliche Bereichsabschnitte auszubilden, in denen die Zusatzfäden bzw. die Zusatzmaschen in verschiedener Art und Weise mit den Grundgestrick-Maschenreihen verstrickt sind. So ist es denkbar, wenigstens einen ersten Bereichsabschnitt, in dem, gesehen in Umfangsrichtung, die Zusatzfäden bzw. die Zusatzmaschen nur die jeweils n-ten Maschen der beiden Maschenreihen verbinden, und wenigstens einen zweiten Bereichsabschnitt, in dem die Zusatzfäden bzw. die Zusatzmaschen die aufeinanderfolgenden Maschen der beiden Maschenreihen verbinden, zu realisieren. Auch in Gestricklängsrichtung kann die lokale Anordnung der Zusatzmaschen variieren, wie vorstehend beschrieben. Es werden also unterschiedliche Bereichsabschnitte gebildet in denen ein unterschiedliches Zusatzmaschenvolumen gegeben ist. Dies ermöglicht es beispielsweise einen Übergangsbereich, vom Grundgestrick kommend, zu realisieren, in dem eine geringere Zusatzmaschenanzahl gegeben ist, der dann in einen Bereich mit deutlich höherer Zusatzmaschenanzahl übergeht. Die Variationsmöglichkeiten sind letztlich beliebig.

[0020] Dies gilt auch in Bezug auf die Anordnung respektive Positionierung dieser unterschiedlichen Bereichsabschnitte im Grundgestrick selbst. So können die Bereichsabschnitte in Umfangsrichtung und/oder in Längsrichtung des Grundgestricks aneinander anschließen oder voneinander separiert sein. Alternativ können die Bereichsabschnitte auch ineinander liegen und aneinander anschließen oder voneinander separiert sein. Die Bereichsabschnitte, deren Randgeometrie letztlich beliebig ist, können also beispielsweise horizontal neben oder vertikal übereinander oder schräg zueinander oder gewinkelt zueinander verlaufen, sie können direkt aneinander anschließen oder etwas voneinander separiert sein. Sie können beispielsweise kreis- oder ellipsenförmig ineinander liegen und direkt aneinander anschließen oder etwas voneinander beabstandet sein etc. Auch hier ist eine sehr große Variationsbreite gegeben.

[0021] Wie beschrieben ist ein zentrales Merkmal des erfindungsgemäßen Rungestricks, dass zwischen zwei Grundgestrick-Maschenreihen gestrickte Zusatzmaschen oder eine mehrere Zusatzmaschen umfassende Zusatzmaschenreihe mittels jeweils eines separaten Zusatzfadens, der mit einem Anfang und einem Ende im Grundgestrick liegt oder in das beziehungsweise aus dem Rundgestrick geführt ist, realisiert werden. In Umfangsrichtung sind also zwischen zwei Grundgestrick-Maschenreihen ein oder mehrere Zusatzfäden zur Zusatzmaschenbildung gestrickt. Gesehen in Gestricklängsrichtung liegen zwischen Grundgestrick-Maschenreihenpaaren ebenfalls einzelne Zusatzfäden vor. Um zu vermeiden, dass ein Zusatzfaden allzu leicht aus dem Grundgestrick gezogen wird und es zur Bildung einer Laufmasche kommt, sieht eine vorteilhafte Weiterbildung der Erfindung vor, dass jeder Zusatzfaden mit seinen beiden Enden im Grundgestrick verriegelt ist. Jeder Zusatzfaden ist also stricktechnisch hinreichend stabil beziehungsweise sicher in das Grundgestrick eingebunden. Diese Verriegelung geschieht bevorzugt über wenigstens eine Fangbindung und eine Flottung, wobei bevorzugt mehrere einander abwechselnde Fangbindungen und Flottungen zur Verriegelung realisiert sind. Der Zusatzfaden liegt also mit seinem Anfang und seinem Ende über Fang und Flottung im Grundgestrick, ist hierüber also gestricktechnisch im Grundgestrick eingebunden respektive geführt, wenngleich nicht über Maschen gebunden. Seine Enden können geringfügig an der in der Tragstellung zum Körper gewandten, linken Warnseite aus dem Grundgestrick um einen oder wenige Millimeter hervorstehen. Andere stricktechnischen Verriegelungen anstelle von Fang und Flottung sind ebenfalls denkbar.

[0022] Ferner ist es möglich, die über separate Zusatzfäden gestrickten Zusatzmaschen, insbesondere die Zusatzmaschenabschnitte oder Bereichsabschnitte, mit farblich und/oder in der Art unterschiedlichen Zusatzfäden zu stricken. Hierüber können z.B. farblich unterschiedliche Abschnitte oder Bereiche gebildet werden, oder Bereiche, die aufgrund der unterschiedlichen Art der verwendeten Zusatzfäden z.B. verschiedene haptische Eigenschaften besitzen. Werden Zusatzfäden gleicher Farbe verstrickt, so kann sich die Farbe der Zusatzfäden von der des Grundgestrickfadens unterscheiden.

[0023] Der Grundgestrickfaden und der Zusatzfaden können entweder elastisch oder unelastisch sein. Es können zwei "gleiche" Fäden verstrickt werden, beispielsweise ein unelastischer Grundgestrickfaden und ein unelastischer Zusatzfaden, denkbar ist aber auch eine Verarbeitung eines unelastischen Grundgestrickfadens und eines elastischen Zusatzfadens, oder umgekehrt. Des Weiteren ist es denkbar, mit dem Zusatzfaden einen weiteren elastischen oder unelastischen Verstärkungsfaden maschenbildend zu verstricken. Dieser Verstärkungsfaden ist plattierend. Wie der Zusatzfaden ein separater Faden ist, kann auch der Verstärkungsfaden ein separater Faden sein.

[0024] Schließlich ist es denkbar, in die Maschen des Grundgestricks einen elastischen, insbesondere kompressionsgebenden Schussfaden einzulegen. Mit einem solchen elastischen Schussfaden werden dem Rundgestrick noch weitergehende elastische Eigenschaften bis hin zu kompressionsgebenden Eigenschaften verliehen. Im letzteren Fall handelt es sich um ein kompressives Rundgestrickteil.

[0025] Neben dem Rundgestrickteil selbst betrifft die Erfindung ferner ein Verfahren zur Herstellung eines Rundgestrickteils der beschriebenen Art. Dieses Verfahren zeichnet sich dadurch aus, dass mit wenigstens einem Grundgestrickfaden ein Grundgestrick aus mehreren in Längsrichtung des Grundgestricks gesehen miteinander verstrickten, spiralförmig umlaufenden Maschenreihen gestrickt wird, wobei in Längsrichtung des Grundgestricks gesehen zwischen zwei Maschenreihen des Grundgestricks ein Maschen bildender, die Maschenreihen verbindender Zusatzfaden unter Bildung einer Zusatzmasche eingestrickt wird, wobei die Zusatzmasche über einen separaten Zusatzfaden gebildet wird.

[0026] Das Verfahren kann auf einer Rundstrickmaschine wie auch auf einer Flachstrickmaschine, auf der rund gestrickt werden kann, durchgeführt werden. Wie vorstehend beschrieben können natürlich auch eine Vielzahl von Zusatzmaschen, auch in Form von Zusatzmaschenreihen, über separate Zusatzfäden abschnittsweise gestrickt werden. Die Zusatzfäden werden während des kontinuierlichen Strickvorgangs an entsprechender Stelle in das Grundgestrick eingestrickt, so dass sich am fertigen Rundgestrick der oder die entsprechenden funktions- oder geometrieorientierten Bereiche ausbilden.

[0027] Dabei wird bezogen auf ein Maschenstäbchen, in dem wenigstens eine Zusatzmasche vorgesehen ist, zunächst eine Masche einer ersten Maschenreihe des Grundgestricks gestrickt, wonach wenigstens eine Zusatzmasche gestrickt wird, wonach die Masche einer zweiten Maschenreihe des Grundgestricks gestrickt wird, wobei die Zusatzmasche die beiden Maschen des ersten und der zweiten Maschenreihe verbindet. Natürlich wiederholt sich dieses Strickmuster solange, bis die gewünschte Anzahl an Zusatzmaschen eingestrickt ist.

[0028] Gesehen in Gestricklängsrichtung kann zwischen mehrere Maschenreihenpaare des Grundgestricks jeweils wenigstens eine Zusatzmasche über jeweils wenigstens einen separaten Zusatzfaden gestrickt werden.

[0029] Dabei können die Zusatzmaschen zwischen aufeinander folgende Paare von Maschenreihen gestrickt werden, so dass sich Zusatzmaschen und Grundgestrickmaschen abwechseln. Alternativ können die Zusatzfäden auch zwischen voneinander über zwei oder mehrere Maschenreihen beabstandete Maschenreihenpaare gestrickt werden. Schließlich können die Zusatzmaschen auch zwei Maschenreihen, die über mehrere Maschenreihen voneinander beanstandet sind, miteinander verbinden.

[0030] Ferner können auch gesehen in Umfangsrichtung zwischen zwei Maschenreihen des Grundgestricks mehrere, Zusatzmaschenreihen bildende Zusatzmaschen gestrickt werden, die mit wenigstens einem gemeinsamen Zusatzfaden oder jeweils mit wenigstens einem separaten Zusatzfaden gestrickt werden. Dabei können gesehen in Umfangsrichtung zwischen zwei Maschenreihen des Grundgestricks mehrere Zusatzmaschenabschnitte, die jeweils mehrere Zusatzmaschen umfassen, gestrickt werden. Die Zusatzmaschen oder die aus mehreren Zusatzmaschen gebildeten Zusatzmaschenreihen werden also abschnittsweise bzw. in Umfangsrichtung versetzt gestrickt.

[0031] Die Zusatzfäden können dabei derart verstrickt werden, dass sie bzw. die Zusatzmaschen die aufeinander folgenden Maschen der beiden Maschenreihen verbinden, oder dass sie nur die jeweils n-ten Maschen der beiden Maschenreihen verbinden, wobei n ≥ 2 ist. Im zuletzt genannten Fall liegen die Zusatzfäden zwischen zwei Zusatzmaschen bevorzugt flott.

[0032] Im Rahmen der Herstellung des Rundgestricks ist es auch denkbar, unterschiedliche Bereichsabschnitte, in denen die Zusatzfäden bzw. die Zusatzmaschen in unterschiedlicher Reihenfolge mit den Maschen des Grundgestricks verstrickt sind, zu bilden. So kann ein erster Bereichsabschnitt, in dem die Zusatzfäden nur die jeweils n-ten Maschen der beiden Maschenreihen verbinden, und wenigstens ein zweiter Bereichsabschnitt, in dem die Zusatzfäden die aufeinander folgenden Maschen der beiden Maschenreihen verbinden, gestrickt werden. Diese Bereiche können letztlich beliebig in Umfangsrichtung und/oder Längsrichtung positioniert sein, wie sie auch ineinander liegen können etc. Es sind beliebige Geometrien respektive Relativpositionen der Bereichsabschnitte zueinander realisierbar.

[0033] Ein eingestrickter Zusatzfaden wird an seinen beiden Enden im Grundgestrick verriegelt, was bevorzugt über Fangbindung und Flottung erfolgt. Bevorzugt sind mehrere aneinander abwechselnde Fangbindungen und Flottungen zur Verriegelung vorgesehen.

[0034] Verwendet werden kann ein elastischer oder unelastischer Grundgestrickfaden sowie ein elastischer oder unelastischer Zusatzfaden, wobei die Elastizitäten der verwendeten Fäden nicht gleich sein muss, jedoch gleich sein kann. Des Weiteren kann mit dem Zusatzfaden ein weiterer elastischer oder unelastischer, plattierender Verstärkungsfaden maschenbildend verstrickt werden, wobei auch dieser Verstärkungsfaden bevorzugt ein separater Faden, wie der Zusatzfaden, ist.

[0035] Schließlich kann in die Maschen des Grundgestricks zusätzlich ein elastischer, insbesondere kompressionsgebender Schussfaden eingelegt werden, um dem Rundgestrickteil insgesamt oder lokal definierte elastische bis hin zu kompressionsgebenden Eigenschaften zu verleihen.

[0036] Sämtliche Ausführungen zum Rundgestrickteil gelten gleichermaßen für das entsprechende Herstellungsverfahren, und umgekehrt.

[0037] Weitere Vorteile und Einzelheiten der Erfindung ergeben sich aus dem im Folgenden beschriebenen Ausführungsbeispiel sowie anhand der Zeichnungen:
Fig. 1
eine Prinzipdarstellung eines erfindungsgemäßen Rundgestrickteils in Form eines Strumpfes mit zwei funktions- oder geometrieorientierten Bereichen jeweils bestehend aus zwei unterschiedlichen Bereichsabschnitten,
Fig. 2
eine Prinzipdarstellung des Maschenbilds des Ausschnitts II aus Figur 1, und
Fig. 3
eine Prinzipdarstellung des Maschenbilds des Ausschnitts III aus Figur 1.


[0038] Fig. 1 zeigt ein erfindungsgemäßes Rundgestrickteil 1 in Form eines Strumpfes 2, der in bekannter Weise ein Fußteil 3 und ein Wadenteil 4 aufweist und der am oberen Ende über einen Bund 5 abgeschlossen ist. Exemplarisch sind in dem Strumpfbereich, der in der Darstellung im Bereich des Knöchels zum Liegen kommt, zwei spezifische Bereiche 6 realisiert, die jeweils aus einem ersten Bereichsabschnitt 7 und einem zweiten Bereichsabschnitt 8 bestehen. In diese Bereiche 6 respektive Bereichsabschnitte 7, 8 sind jeweils eine Vielzahl an separaten Zusatzfäden zur Bildung von Zusatzmaschen bzw.
Zusatzmaschenreihen in nachfolgend beschriebener Weise eingestrickt, um den jeweiligen Bereichen 6 eine spezifische Funktionsorientierung zu verleihen oder eine spezifische Geometrie auszubilden. Diese separaten Zusatzfäden werden, worauf nachfolgend noch eingegangen wird, in das aus wenigstens einem Grundgestrickfaden gestrickte Grundgestrick, über das hier der Wadenabschnitt 4 gebildet ist, eingestrickt.

[0039] Fig. 2 zeigt exemplarisch ein Maschenbild des Ausschnitts II aus Fig. 1. Dieser Ausschnitt zeigt den Übergang vom Grundgestrick 9 zu dem ersten Bereichsabschnitt 7 des oberen Bereichs 6.

[0040] Gezeigt ist in dem Ausschnitt gemäß Fig. 2 ein Teil des Grundgestricks 9, das aus einem Grundgestrickfaden 10, beispielsweise einem hinreichend unelastischen PA-Faden, gestrickt ist. Exemplarisch ist in die einzelnen Maschenreihen 11 des Grundgestricks 9, die - da es sich um ein Rundgestrickteil handelt - spiralförmig umlaufen, ein ebenfalls umlaufender elastischer Schussfaden eingelegt, der dem Grundgestrick eine elastische bis hin zu kompressionsgebende Eigenschaft verleiht.

[0041] Zur Bildung des Gestrickbereichs 7 sind im gezeigten Ausschnitt mehrere separate Zusatzfäden 13 zwischen in Gestricklängsrichtung L benachbarte Grundgestrick-Maschenreihen 11 gestrickt. Über diese separaten Zusatzfäden 13 werden, gesehen in Umfangsrichtung U, separate Zusatzmaschenreihen 14 bestehend aus mehreren Zusatzmaschen 17 eingestrickt, mithin das gesamte Maschenvolumen in dem Bereich erhöht. Es kommt zu einer definierten Zunahme der Maschenanzahl in diesem Bereich, der - siehe Fig. 1 - geometrisch definiert und begrenzt ist. Aus Gründen der besseren Übersichtlichkeit sind die benachbarten Grundgestrick-Maschenreihen 11, zwischen die Zusatzmaschenreihen 14 gestrickt sind, in Gestricklängsrichtung L etwas auseinandergezogen dargestellt. Auch in Gestricklängsrichtung L, also im jeweiligen Maschenstäbchen 19, bildet sich quasi durch die einzelnen Zusatzmaschen 17 eine Zusatzmaschenreihe, wobei hier die stäbchenseitigen Zusatzmaschen allesamt aus unterschiedlichen Zusatzfäden 13 gestrickt sind.

[0042] Jeder Zusatzfaden 13 wird mit seinen beiden Enden (in Fig. 2 ist nur jeweils ein Ende des jeweiligen Zusatzfadens 13 gezeigt) im Grundgestrickt 9 verriegelt. Dies geschieht über mehrere Fangbindungen 15 und Flottungen 16, die einander abwechseln. Über diese Verriegelung wird eine Laufmaschenbildung verhindert.

[0043] Zur Ausbildung der Zusatzmaschenreihen 14 wird der Zusatzfaden 13 sodann nach der Verriegelung mit Masche gestrickt. Die Zusatzmaschen 17 verbinden die Maschen 18 der benachbarten Grundgestrick-Maschenreihen 11. Sie werden also zwischen diese Maschen gestrickt. Wie dem Maschenbild gemäß Fig. 2 zu entnehmen ist, werden die Zusatzmaschen 17 nur an jeder zweiten Masche, also auf jeder zweiten Nadel gestrickt, so dass die Grundgestrickmaschen 18, in Umfangsrichtung U gesehen, benachbart zu den Zusatzmaschen 17 noch direkt miteinander vermascht sind. In Umfangsrichtung U gesehen wechseln also Zusatzmaschen 17 und Grundgestrickmaschen 18 einander ab. Dies gilt auch gesehen in Gestricklängsrichtung L, also in Richtung der einzelnen Maschenstäbchen 19. In den Maschenstäbchen 19, in die keine Zusatzmaschen eingestrickt werden, liegen nur Grundgestrickmaschen 18 vor. Durch das Einstricken der Zusatzmaschen 17 respektive Ausbildung der Zusatzmaschenreihen 14 kommt es folglich zu einer Erhöhung des Maschenvolumens im Bereichsabschnitt 7. Anstelle der hier gezeigten 1:1 Abwechslung von Zusatzmaschen 17 und Grundgestrickmaschen 18 ist es natürlich auch denkbar, beispielsweise zwei oder drei Zusatzmaschen 17 hintereinander zu stricken, gefolgt von einer, zwei oder drei Grundgestrickmaschen 18 etc. Es sind beliebige Abfolgen realisierbar.

[0044] Am nicht gezeigten anderen Ende läuft jeder Zusatzfaden 13 ebenfalls in einer Verriegelung im Grundgestrick aus.

[0045] Ersichtlich sind die Zusatzmaschen 17 bzw. die Zusatzmaschenreihen 14 nur partiell, also abschnittsweise gesehen in Umfangsrichtung U, in das Grundgestrick 9 eingestrickt. Über die Umfangslänge kann letztlich die Bereichsbreite eingestellt werden. Die Bereichshöhe wird über die entsprechende Anzahl an verstrickten Zusatzfäden 13 in Gestricklängsrichtung L definiert.

[0046] Fig. 3 zeigt ein Maschenbild des Ausschnitts III aus Fig. 1. Während Fig. 2 den Übergang vom Grundgestrick 9 in den ersten Bereichsabschnitt 7 zeigt, zeigt Fig. 3 den Übergang vom Grundgestrick 9 in den zweiten Bereichsabschnitt 8 des Bereichs 6. Das Grundgestrick 9 wurde wie beschrieben hergestellt aus einem Grundgestrickfaden 10, die Grundgestrick-Maschenreihen 11 sind auch hier exemplarisch mit einem spiralförmig umlaufenden Schussfaden 12 ausgerüstet. Auch hier werden zwischen mehrere Rundgestrick-Maschenreihenpaare Zusatzmaschenreihen 14 umfassend eine Mehrzahl an einzelnen zusatzmaschen 17 unter Verwendung jeweils eines separaten Zusatzfadens 13 eingestrickt. Jeder separate Zusatzfaden 13 ist auch hier über eine Verriegelung, gebildet aus Fangbindung 15 und Flottung 16 laufmaschensicher im Grundgestrick 9 verriegelt. Dies gilt auch hier natürlich für beide Enden des jeweiligen Zusatzfadens 13.

[0047] An die jeweilige Verriegelung schließen sich die Zusatzmaschen 17 an, wobei hier alle Grundgestrickmaschen 18 der beiden benachbarten Grundgestrick-Maschenreihen 11 über Zusatzmaschen 17 miteinander verbunden sind, das heißt, dass die jeweilige Zusatzmaschenreihe 14 über ihre gesamte Länge die beiden benachbarten Grundgestrick-Maschenreihen 11 verbindet. Die Anzahl an Zusatzmaschen 14 ist im Bereichsabschnitt 8 folglich deutlich größer als im Bereichsabschnitt 7. Dies führt dazu, dass der Bereichsabschnitt 8 wiederum andere Eigenschaften aufweist als der Bereichsabschnitt 7, der quasi als Übergangsbereich gesehen werden kann.

[0048] Ersichtlich kommt es durch das Einstricken der Zusatzmaschen 17 respektive der Zusatzmaschenreihen 14 zu einer lokalen Erhöhung des Maschenvolumens. Dies führt, wenn ein hinreichendes Zusatzvolumen eingestrickt wird, zu einer entsprechenden Geometrieänderung des Gestricks, so dass hierüber entsprechende Wölbungen oder dergleichen, also geometrische Effekte, realisiert werden können, worüber sich der Anatomie des von dem Bereich übergriffenen Körperabschnitts besser angepasst werden kann. Dies erhöht den Tragekomfort, es ist auch einem etwaigen therapeutischen Effekt zuträglich.

[0049] Während in den Figuren die jeweiligen Zusatzmaschen 17 bzw. die Zusatzmaschenreihen 14 nur zwischen jedem zweiten Grundgestrick-Maschenreihenpaar, gesehen in Gestricklängsrichtung L, eingebracht sind, ist es selbstverständlich denkbar, die Zusatzmaschenreihen 14 auch zwischen jedem aufeinander folgenden Grundgestrick-Maschenreihenpaar oder nur zwischen jedem dritten Paar etc. einzubringen.

[0050] Wie Fig. 1 zeigt, grenzen die beiden Bereichsabschnitte 7, 8 unmittelbar aneinander an. Gesehen in Umfangsrichtung U des Rundgestrickteils 1 bedeutet dies, dass der jeweilige Zusatzfaden 13 zunächst mit dem Maschenbild, wie in Fig. 2 gezeigt, maschenbildend gestrickt wird, also nur an jede zweite Masche des Grundgestricks 9 respektive auf jeder zweiten Nadel. Mit Übergang zum zweiten Bereichsabschnitt 8 ändert sich sodann abrupt das Maschenbild, der jeweilige Zusatzfaden 13 wird fortan an jeder Grundgestrickmasche respektive auf jeder Nadel gestrickt, so dass das Maschenbild dem aus Fig. 3 entspricht. Geht der zweite Bereichsabschnitt 8 wieder in einen ersten Bereichsabschnitt 7 über, so ändert sich das Maschenbild wieder zu dem gemäß Fig. 2, wonach dieser Bereichsabschnitt 7 wieder in das Grundgestrick 9 übergeht.

[0051] Dass diese unterschiedlichen Bereichsabschnitte aneinander anschließen ist jedoch nicht zwingend. Selbstverständlich können sie auch voneinander beabstandet sein, wie auch nur der eine oder der andere Bereichsabschnitt respektive die eine oder andere Strickweise zur Bildung des jeweiligen Bereichs realisiert sein kann.

[0052] Wenngleich Fig. 1 einen Wadenstrumpf zeigt, kann das Rungestrickteil selbstverständlich auch jede andere Form aufweisen. Es kann sich um einen kompletten Beinstrumpf handeln, um einen Armstrumpf oder um ein Leibteil. An all diesen Rundgestrickteilen ist es denkbar, entsprechende funktionsspezifische oder geometriespezifische Bereiche auszubilden.


Ansprüche

1. Rundgestrickteil, mit einem mit wenigstens einem Grundgestrickfaden gestrickten Grundgestrick aus mehreren in Längsrichtung des Grundgestricks gesehen miteinander verstrickten und spiralförmig umlaufenden Maschenreihen, dadurch gekennzeichnet, dass in Längsrichtung des Grundgestricks (9) gesehen zwischen zwei Maschenreihen (11) des Grundgestricks (9) ein Maschen (17) bildender, die Maschenreihen (11) verbindender Zusatzfaden (13) unter Bildung wenigstens einer Zusatzmasche (14) eingestrickt ist, wobei die Zusatzmasche (14) über wenigstens einen separaten Zusatzfaden (13) gebildet ist.
 
2. Rundgestrickteil nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, dass gesehen in Gestricklängsrichtung (L) zwischen mehrere Maschenreihenpaare des Grundgestricks (9) jeweils wenigstens eine Zusatzmasche (17) über jeweils wenigstens einen separaten Zusatzfaden (13) gestrickt ist.
 
3. Rundgestrickteil nach Anspruch 2, dadurch gekennzeichnet, dass die Zusatzmaschen (13) zwischen aufeinanderfolgende Maschenreihenpaare gestrickt sind, oder dass die Zusatzmaschen (13) zwischen voneinander über zwei oder mehrere Maschenreihen (11) beabstandete Maschenreihenpaare gestrickt sind, oder das die Zusatzmaschen (17) zwei Maschenreihen (11), die im Grundgestrick (9) über mehrere Maschenreihen (11) voneinander beabstandet sind, miteinander verbinden .
 
4. Rundgestrickteil nach einem der vorangehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, dass gesehen in Umfangsrichtung (U) zwischen zwei Maschenreihen (11) mehrere Zusatzmaschen (17) gestrickt sind, die mit wenigstens einem gemeinsamen Zusatzfaden (13) oder jeweils mit wenigstens einem separaten Zusatzfaden (13) gestrickt sind.
 
5. Rundgestrickteil nach Anspruch 4, dadurch gekennzeichnet, dass gesehen in Umfangsrichtung (U) zwischen zwei Maschenreihen (11) des Grundgestricks (9) mehrere Zusatzmaschenabschnitte, die jeweils mehrere Zusatzmaschen (17) umfassen ausgebildet sind.
 
6. Rundgestrickteil nach Anspruch 4 oder 5, dadurch gekennzeichnet, dass die Zusatzmaschen (17) die aufeinander folgenden Maschen (18) der beiden Maschenreihen (13) verbinden, oder dass die Zusatzmaschen (17) nur die jeweils n-ten Maschen (18) der beiden Maschenreihen (11) verbinden, wobei n≥2 ist.
 
7. Rundgestrickteil nach Anspruch 6, dadurch gekennzeichnet, dass der oder jeder nur die n-ten Maschen (18) verbindenden Zusatzfaden (13) zwischen zwei Zusatzmaschen (17) flott liegen.
 
8. Rundgestrickteil nach Anspruch 6 oder 7, dadurch gekennzeichnet, dass der Bereich des Grundgestricks (9), in dem die Zusatzfäden (13) verstrickt sind, wenigstens einen ersten Bereichsabschnitt (7), in dem die Zusatzfäden (13) nur die jeweils n-ten Maschen (18) der beiden jeweiligen Maschenreihen (11) verbinden, und wenigstens einen zweiten Bereichsabschnitt (8), in dem die Zusatzfäden (13) die aufeinander folgenden Maschen (18) der beiden jeweiligen Maschenreihen (11) verbinden, aufweist.
 
9. Rundgestrickteil nach Anspruch 8, dadurch gekennzeichnet, dass die Bereichsabschnitte (7, 8) in Umfangsrichtung (U) und/oder in Längsrichtung (L) des Grundgestricks (9) aneinander anschließen oder voneinander separiert sind, oder dass die Bereichsabschnitte (7, 8) ineinander liegen und aneinander anschließen oder voneinander separiert sind.
 
10. Rundgestrickteil nach einem der Ansprüche 2 bis 9, dadurch gekennzeichnet, dass die über separate Zusatzfäden (13) gestrickten Zusatzmaschen (17), insbesondere die Zusatzmaschenabschnitte oder Bereichsabschnitte mit farblich oder in der Art unterschiedlichen Zusatzfäden (13) gestrickt sind.
 
11. Rundgestrickteil nach einem der vorangehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, dass jeder Zusatzfaden (13) mit seinen beiden Enden im Grundgestrick (9) verriegelt ist.
 
12. Rundgestrickteil nach Anspruch 11, dadurch gekennzeichnet, dass jeder Zusatzfaden (13) über wenigstens eine Fangbindung (15) und Flottung (16), vorzugsweise über mehrere einander abwechselnde Fangbindungen (15) und Flottungen (16) verriegelt ist.
 
13. Rundgestrickteil nach einem der vorangehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, dass der Grundgestrickfaden (10) und der Zusatzfaden (13) elastisch oder unelastisch ist.
 
14. Rundgestrickteil nach einem der vorangehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, dass mit dem Zusatzfaden (13) ein weiterer elastischer oder unelastischer Verstärkungsfaden Maschen bildend verstrickt ist.
 
15. Rundgestrickteil nach einem der vorangehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, dass in die Maschen (18) des Grundgestricks (9) ein elastischer, insbesondere kompressionsgebender Schussfaden (12) eingelegt ist.
 
16. Verfahren zur Herstellung eines Rundstrickteils nach einem der vorangehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, dass mit wenigstens einem Grundgestrickfaden (10) ein Grundgestrick (9) aus mehreren in Längsrichtung des Grundgestricks (9) gesehen miteinander verstrickten, spiralförmig umlaufenden Maschenreihen (11) gestrickt wird, wobei in Längsrichtung (L) des Grundgestricks (9) gesehen zwischen zwei Maschenreihen (11) des Grundgestricks (9) ein Maschen (17) bildender, die Maschenreihen (11) verbindender Zusatzfaden (13) unter Bildung wenigstens einer Zusatzmasche (14) eingestrickt wird, wobei die Zusatzmasche (14) über wenigstens einen separaten Zusatzfaden (13) gebildet wird.
 
17. Verfahren nach Anspruch 16, dadurch gekennzeichnet, dass bezogen auf ein Maschenstäbchen (19), in dem wenigstens eine Zusatzmasche (17) vorgesehen ist, zunächst die Masche (18) einer ersten Maschenreihe (11) gestickt wird, wonach wenigstens eine Zusatzmasche (17) gestrickt wird, wonach die Masche (18) einer zweiten Maschenreihe (11) gestrickt wird, wobei die Zusatzmasche (17) die Maschen(18) der ersten und zweiten Maschenreihe (11) verbindet.
 




Zeichnung













Recherchenbericht









Recherchenbericht




Angeführte Verweise

IN DER BESCHREIBUNG AUFGEFÜHRTE DOKUMENTE



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