[0001] Die vorliegende Erfindung betrifft eine Motor-Verdichter-Einheit, die einen Rotationsmotor
sowie einen Rotationsverdichter umfasst. Der Rotationsmotor und der Rotationsverdichter
sind derart miteinander gekoppelt, dass der Rotationsverdichter mittels des Rotationsmotors
antreibbar ist. Hierzu findet eine Drehmomentübertragung zwischen dem Rotationsmotor
und dem Rotationsverdichter statt. Insbesondere kann die Motor-Verdichter-Einheit
über eine Antriebs-/Abtriebswelle verfügen, die gleichermaßen mit dem Rotationsmotor
wie auch mit dem Rotationsverdichter verbunden ist.
[0002] Ferner betrifft die vorliegende Anmeldung einen Rotationsmotor, umfassend
- ein Motorgehäuse mit mindestens einem in dem Motorgehäuse drehbar gelagerten Motorkranz,
der um eine Motorachse des Motorgehäuses rotierbar gelagert ist,
- mindestens einen Zylinder, der in dem Motorkranz angeordnet ist, wobei in dem Zylinder
ein Motorkolben angeordnet ist, der gemeinsam mit einer Wandung des Zylinders eine
Brennkammer des Zylinders begrenzt, wobei der Motorkolben mittels eines Pleuels linear
beweglich in dem Zylinder geführt ist, sowie
- mindestens eine Kolbenachse, um die der mindestens eine Motorkolben rotierbar ist,
sodass sich der Motorkolben während eines Betriebs des Rotationsmotors auf einer Kreisbahn
bewegt,
wobei die Kolbenachse parallel zu der Motorachse orientiert sowie beabstandet von
der Motorachse angeordnet ist, sodass der mindestens eine Motorkolben im Zuge einer
Rotation des Motorkranzes um die Motorachse innerhalb des Zylinders eine zyklische
Auf-und-Ab-Bewegung ausführt, wobei der Zylinder mindestens eine Ventileinrichtung
aufweist, mittels derer während des Betriebs des Rotationsmotors Medien in eine Brennkammer
des Zylinders einleitbar und/oder aus der Brennkammer ausleitbar sind.
[0003] Die Beabstandung der Kolbenachse von der Motorachse wird auch als Ausmitte bezeichnet.
Die Auf-und-An-Bewegung der Motorkolben innerhalb der zugehörigen Zylinder ist dadurch
bedingt, dass die Motorkolben und der Motorkranz jeweils um unterschiedliche Drehachsen
rotieren, nämlich der Motorkranz um die Motorachse und die Motorkolben um die Kolbenachse.
Beide, sowohl der Motorkranz als auch die Motorkolben, rotieren während eines Betriebs
des Rotationsmotors jeweils auf einer Kreisbahn.
Stand der Technik
[0004] Einheiten, die sowohl einen Antrieb, insbesondere einen Motor, als auch einen Verdichter
umfassen, sind im Stand der Technik bereits bekannt. Hierzu wird beispielsweise auf
die
US Patentanmeldung 2007/0172363 A1 verwiesen. Diese umfasst eine Motor-Verdichter-Einheit, bei der ein nicht näher spezifizierter
Antrieb mit einem Axialverdichter zusammenwirkt. Die Motor-Verdichter-Einheit ist
dadurch gekennzeichnet, dass sie in einem gemeinsamen Gehäuse angeordnet ist. Mittels
dieses Gehäuses ist die bekannte Motor-Verdichter-Einheit gegen eine Umgebung abgeschirmt.
Das genannte Dokument beschäftigt sich mit einer speziellen Führung der mittels des
Verdichters komprimierten Luft, wobei zumindest ein Anteil der komprimierten Luft
zur Kühlung des Antriebs verwendet werden soll.
[0005] Weiterhin ergibt sich aus der deutschen Offenlegungsschrift
DE 43 00 264 A1 eine Motor-Verdichter-Einheit, bei der eine Antriebseinheit und eine Verdichtereinheit
jeweils in Form von Rotationsmaschinen ausgeführt sind, die als Drehkolbenaggregate
bezeichnet werden. Wie sich aus dem Dokument ergibt, sind Rotationsachse der jeweiligen
Einheiten parallel zueinander und beabstandet gewissermaßen übereinander angeordnet.
Das Wirkprinzip der bekannten Motor-Verdichter-Einheit beruht auf einem zentralen
Übertragungsbolzen, der eine Kraftübertragung zwischen dem Motor und dem Verdichter
herstellt.
[0006] Ein Rotationsmotor der eingangs beschriebenen Art ergibt sich zudem aus der dem
US-Patent 1,968,694. Dieses Patent zeigt einen Umlaufmotor, der einen Motorkranz mit einer Mehrzahl von
Zylindern sowie eine entsprechende Anzahl an Motorkolben aufweist, wobei die Motorkolben
jeweils mittels Pleuel an einer gemeinsamen Pleuelscheibe angelenkt sind. Die Pleuelscheibe
rotiert um eine Kolbenachse, die um eine Ausmitte versetzt zur Motorachse des gezeigten
Umlaufmotors angeordnet ist. Bei dem bekannten Umlaufmotor ist insbesondere die Steuerung
der Ventile der einzelnen Zylinder besonders aufwendig.
Aufgabe
[0007] Der vorliegenden Erfindung liegt die Aufgabe zugrunde, eine Motor-Verdichter-Einheit
bereitzustellen, die insbesondere ohne Versorgung mit elektrischem Strom betreibbar
ist, wobei vorteilhafterweise ein möglichst einfacher Rotationsmotor verwendet werden
soll.
Lösung
[0008] Die zugrunde liegende Aufgabe wird mittels einer Motor-Verdichter-Einheit gelöst,
die wie folgt ausgebildet ist:
[0009] Der Rotationsmotor umfasst ein Motorgehäuse mit mindestens einem in dem Motorgehäuse
drehbar gelagerten Motorkranz. Der Motorkranz ist um eine Motorachse des Motorgehäuses
rotierbar gelagert. Innerhalb des Motorkranzes ist mindestens ein Zylinder, vorzugsweise
eine Mehrzahl an Zylindern, angeordnet, wobei in jedem der Zylinder jeweils ein Motorkolben
angeordnet ist. Ein Motorkolben begrenzt zusammen mit der Wandung des jeweils zugehörigen
Zylinders eine Brennkammer, wobei der Motorkolben entlang einer Mittelachse des jeweiligen
Zylinders linear beweglich innerhalb des Zylinders geführt ist. Mit anderen Worten
ist das Volumen der Brennkammer mittels einer Bewegung des Motorkolbens entlang der
Zylinderachse veränderbar. Der bzw. die Motorkolben sind jeweils mittels Pleuel geführt,
wobei die Motorkolben insgesamt um eine Kolbenachse rotierbar gelagert sind. Die Rotation
des bzw. der Motorkolben erfolgt der Art, dass die Motorkolben auf einer Kreisbahn
um die Kolbenachse umlaufen. Die Kolbenachse ist parallel zu der Motorachse orientiert
sowie von ihr beabstandet. Mit anderen Worten ist die Kolbenachse ausmittig zur Motorachse
angeordnet. Dies hat zur Folge, dass der Motorkranz und die Motorkolben um unterschiedliche
Achsen rotieren bzw. auf unterschiedlichen Kreisbahnen umlaufen. Hierdurch bedingt
vollführen die Motorkolben innerhalb ihrer Zylinder des Motorkranzes die beschriebene
Auf-und-Ab-Bewegung.
[0010] Der Rotationsverdichter umfasst ein Verdichtergehäuse mit mindestens einem in dem
Verdichtergehäuse drehbar gelagerten Verdichterkranz, der um eine Verdichterachse
des Verdichtergehäuses rotierbar gelagert ist. Der Verdichterkranz umfasst mindestens
einen Zylinder, wobei in dem Zylinder ein Verdichterkolben angeordnet ist. Dieser
begrenzt gemeinsam mit einer Wandung des Zylinders eine Verdichterkammer, wobei der
Verdichterkolben in dem Zylinder des Verdichterkranzes linear beweglich geführt ist.
Der Verdichterkolben ist mittels eines Pleuels zumindest mittelbar mit einer Kolbenachse
des Rotationsverdichters verbunden, sodass der Verdichterkolben in einem Betrieb des
Rotationsverdichters auf einer Kreisbahn um die Kolbenachse umläuft. Die Kolbenachse
ist parallel zu der Verdichterachse sowie um eine Ausmitte versetzt beabstandet von
der Verdichterachse angeordnet. Während der Verdichterkranz um die Verdichterachse
rotiert und der Verdichterkolben - wie beschrieben - um die Kolbenachse rotiert, findet
während des Betriebs des Rotationsverdichters analog zu dem vorstehend beschriebenen
Rotationsmotor eine fortwährende Relativbewegung zwischen den Verdichterkolben und
dem jeweils zugehörigen Zylinder statt, wodurch eine Auf-und-Ab-Bewegung der Verdichterkolben
in den Zylindern bedingt ist.
[0011] Der Rotationsmotor und der Rotationsverdichter sind in einer drehmomentübertragenden
Weise mittels einer Übertragungseinrichtung miteinander gekoppelt. Typischerweise
findet diese Koppelung derart statt, dass eine Drehzahl des Rotationsmotors unmittelbar
auf den Rotationsverdichter übertragen wird, sodass dieser folglich mit derselben
Drehzahl um die Verdichterachse umläuft. Gleichwohl ist es ebenso vorstellbar, dass
die Übertragungseinrichtung ein Getriebe aufweist, das eine unterschiedliche Rotation
des Rotationsmotors und des Rotationsverdichters zulässt. Insbesondere ist es vorstellbar,
dass ein Drehzahlverhältnis zwischen Rotationsmotor und Rotationsverdichter einstellbar
ist.
[0012] Die erfindungsgemäße Motor-Verdichter-Einheit bietet den besonderen Vorteil, dass
sie unabhängig von elektrischem Strom betreibbar ist. Somit ist der Rotationsmotor
insbesondere dazu geeignet, geeignete Antriebsstoffe zu verbrennen und auf diese Weise
den Rotationsverdichter anzutreiben. Mit anderen Worten wirkt der Rotationsmotor zur
Umwandlung von chemischer in mechanische Energie. Mittels der Kopplung des Rotationsmotors
an den Rotationsverdichter und den so stattfindenden Zusammenschluss zu der Motor-Verdichter-Einheit
kann folglich der Rotationsverdichter betrieben werden. Als Antriebsstoffe für den
Rotationsmotor kommen dabei grundsätzlich alle geeigneten Stoffe infrage, insbesondere
Erdgas, Benzin oder Diesel. Die Kombination eines Verdichters mit einem Verbrennungsmotor
bietet den Vorteil, dass der Verdichter unabhängig von einer elektrischen Spannungsversorgung
betrieben werden kann. Dies kann insbesondere in Regionen von Vorteil sein, die nicht
mit elektrischem Strom versorgt sind. Insbesondere ist es vorstellbar, mittels der
erfindungsgemäßen Motor-Verdichter-Einheit eine Kompressionskältemaschine zu betreiben
und auf diese Weise auch außerhalb der typischen Zivilisation eine Kühlleistung erbringen
zu können.
[0013] Vorteilhafterweise wird der Rotationsmotor als Zweitaktmotor betrieben. Das heißt,
dass jeder der Kolben zwischen zwei aufeinanderfolgenden Zündungen in dem zugehörigen
Zylinder zwei Hübe innerhalb des Zylinders ausführt. Diese Art des Betriebs des Rotationsmotors
ist im Vergleich zu einem Viertaktbetrieb besonders einfach und trägt zu einer gesteigerten
Langlebigkeit des Rotationsmotors bei.
[0014] Vorteilhafterweise sind der Rotationsmotor und der Rotationsverdichter der erfindungsgemäßen
Motor-Verdichter-Einheit entlang einer gemeinsamen Achse angeordnet, wobei die Motorachse
des Rotationsmotors und die Verdichterachse des Rotationsverdichters zusammenfallen.
Diese gemeinsame Achse der Motor-Verdichter-Einheit bildet zugleich eine Übertragungsachse
der Übertragungseinrichtung, mittels derer der Rotationsmotor und der Rotationsverdichter
miteinander verbunden sind. Die Anordnung des Rotationsmotors und des Rotationsverdichters
unmittelbar nebeneinander bzw. übereinander ist im Hinblick auf die drehmomentfeste
Kopplung der beiden Rotationsmaschinen besonders vorteilhaft, da lediglich eine starre
Verbindung zwischen dem Motorkranz und dem Verdichterkranz erzeugt werden muss.
[0015] In einer vorteilhaften Ausgestaltung der erfindungsgemäßen Motor-Verdichter-Einheit
ist die Übertragungseinrichtung kuppelbar ausgebildet, sodass die Übertragung eines
Drehmoments zwischen dem Rotationsmotor und dem Rotationsverdichter wahlweise aktivierbar
oder deaktivierbar ist. Insbesondere ist es vorstellbar, die Motor-Verdichter-Einheit
mit einer Mehrzahl von Rotationsmotoren und/oder Rotationsverdichtern zu betreiben,
wobei vorteilhafterweise einzelne Rotationsmotoren bzw. einzelne Rotationsverdichter
ein- oder auskuppelbar sind. Das Vorsehen einer Kupplung ermöglicht es vor allem,
lediglich solche Teile der Motor-Verdichter-Einheit zu betreiben, die für einen jeweiligen
Zweck tatsächlich benötigt werden.
[0016] In einer besonders vorteilhaften Ausgestaltung der erfindungsgemäßen Motor-Verdichter-Einheit
sind der Rotationsmotor und/oder der Rotationsverdichter mittels einer feststehenden
Kurbelwelle gelagert. Vorteilhafterweise sind der Rotationsmotor und der Rotationsverdichter
an einer gemeinsamen feststehenden Kurbelwelle gelagert. Die Kurbelwelle bzw. eine
Wellenachse derselben ist dabei so angeordnet, dass der Motorkranz bzw. der Verdichterkranz
um sie rotieren. Mit anderen Worten fällt die Wellenachse der Kurbelwelle vorteilhafterweise
mit der Motorachse bzw. der Verdichterachse zusammen. Daraus ergibt sich, dass die
Kolbenachsen des Rotationsmotors bzw. des Rotationsverdichters um die Ausmitte von
der Wellenachse der Kurbelwelle beabstandet sein müssen. Hierzu verfügt die Kurbelwelle
über mindestens eine Kröpfung, wobei diese Kröpfung die jeweilige Kolbenachse beinhaltet.
Idealerweise ist die Kurbelwelle lediglich von einzelnen Platten und Stiften gebildet,
die ohne besonderen technischen Aufwand zusammengefügt werden können. Im Bereich der
Kröpfung bzw. Kröpfungen weist die Kurbelwelle Platten auf, deren Durchmesser den
Durchmesser der eigentlichen Welle übersteigen, wobei in einem radial äußeren Bereich
dieser Platten parallel zu der Wellenachse Stifte angeordnet sind. Die Motorkolben
des Rotationsmotors bzw. die Verdichterkolben des Rotationsverdichters können sodann
um diese feststehende Ausmitte um die Stifte der Kurbelwelle rotieren, wodurch die
ausmittige Rotation zwischen dem Motorkranz bzw. dem Verdichterkranz und den jeweils
zugehörigen Kolben erzeugt wird.
[0017] Je nachdem, welche Art von Betrieb für den Rotationsverdichter vorgesehen ist, kann
es vorteilhaft sein, bei Verwendung einer gemeinsamen Kurbelwelle für den Rotationsmotor
und den Rotationsverdichter jeweiligen Kröpfungen entlang der Kurbelwelle gewissermaßen
um einen Phasenwinkel versetzt zueinander anzuordnen, sodass die Kolbenachse des Rotationsmotors
nicht mit der Kolbenachse des Rotationsverdichters zusammenfällt. In einem solchen
Fall würde die Motor-Verdichter-Einheit insgesamt drei wesentliche Rotationsachsen
umfassen, nämlich die Wellenachse der Kurbelwelle, die gleichzeitig die Motorachse
des Rotationsmotors und die Verdichterachse des Rotationsverdichters beinhaltet, die
Kolbenachse des Rotationsmotors und die Kolbenachse des Rotationsverdichters. Diese
Achsen sind jeweils parallel zueinander sowie voneinander beabstandet angeordnet.
[0018] In einer besonders vorteilhaften Ausgestaltung der Motor-Verdichter-Einheit sind
der Rotationsmotor und/oder der Rotationsverdichter jeweils in einem zugehörigen Gehäuse
gelagert, der Rotationsmotor in einem Motorgehäuse und der Rotationsverdichter in
einem Verdichtergehäuse. Auf einer inneren Mantelfläche des jeweiligen Gehäuses erstreckt
sich in radiale Richtung betrachtet über einen Teilwinkelbereich relativ zu der Motorachse
bzw. der Verdichterachse eine Erhebung. Diese Erhebung ist der Gestalt, dass ein Hochpunkt
der Erhebung gemessen zu der jeweiligen Rotationsachse der jeweiligen Rotationsmaschine
einen geringeren radialen Abstand aufweist als die übrigen Stellen des jeweiligen
Gehäuses außerhalb dieser Erhebung. Dieses geometrische Verhältnis wird anhand des
Ausführungsbeispiels nachstehend erläutert.
[0019] Am Beispiel des Rotationsmotors beschrieben bietet ein entsprechendes Motorgehäuse
mit einer Erhebung den besonderen Vorteil, dass diese zu einer mechanischen Steuerung
von einer Ventileinrichtung eines Zylinders des Rotationsmotors verwendet werden kann.
Dem liegt die Überlegung zugrunde, dass eine Ventilsteuerung besonders einfach mittels
zweier mechanischer Kräfte vorgenommen werden kann, nämlich zum einen der sich aufgrund
der Rotation des Rotationsmotors einstellenden Fliehkraft sowie zum anderen mittels
einer Axialkraft, die mittels eines Übertragungselements übertragen wird. Das Übertragungselement
ist seinerseits dazu geeignet, beispielsweise auf einen zugehörigen Ventilteller oder
ein sonstiges Ventilelement des Motorkranzes eine axiale Kraft zu übertragen, die
in radiale Richtung des Rotationsmotors gerichtet ist.
[0020] Außerhalb der vorstehend beschriebenen Erhebung wird eine derartige Ventileinrichtung
mitsamt eines entsprechenden Ventiltellers aufgrund der wirkenden Fliehkraft in ihren
Dichtsitz gedrückt, sodass die Brennkammer eines jeweiligen Zylinders gegenüber dessen
Umgebung dichtend verschlossen ist. Im Bereich der Erhebung an der inneren Mantelfläche
des Motorgehäuses jedoch wird die Ventileinrichtung in radiale Richtung relativ zu
der Motorachse betrachtet zu einer Relativbewegung gegenüber dem Motorkranz gezwungen,
indem ein Übertragungselement, das mit der Erhebung zusammenwirkt, sich aufgrund des
eintreten Formschlusses zwischen der Ventileinrichtung und der Erhebung in die radiale
Richtung bewegen muss, in der sich die Erhebung in radiale Richtung betrachtet erstreckt.
Hierdurch kann auf das jeweilige Ventilelement der Ventileinrichtung eine in radiale
Richtung wirkende Abhebekraft ausgeübt werden, durch die der Ventilteller aus seinem
Dichtsitz gehoben wird. Hierdurch wird die Brennkammer des Zylinders des Rotationsmotors
strömungstechnisch mit deren Umgebung verbunden, sodass beispielsweise Abgase aus
der Brennkammer abgeleitet werden können. Da sich die Erhebung lediglich über einen
Teilwinkelbereich des Motorgehäuses erstreckt, findet die beschriebene Art des Eingriffs
der Ventileinrichtung mit der Erhebung lediglich über diesen Teilwinkelbereich statt.
Außerhalb des Teilwinkelbereichs wird hingegen die Ventileinrichtung mitsamt ihres
Ventiltellers aufgrund der Fliehkräfte in den Dichtsitz des Zylinders gedrückt. Zur
Auslegung der Ventilsteuerung steht es einem Entwickler nunmehr frei, eine oder mehrere
Erhebung entlang des Umfangs des Motorgehäuses vorzusehen sowie deren Bogenlänge relativ
zu der Motorachse zu bestimmen. Auf diese Weise kann je nach individuellem Anwendungsfall
allein mittels Veränderung einer Positionierung einer Erhebung sowie von dessen Geometrie
die Ventilsteuerung des zugehörigen Rotationsmotors frei eingestellt werden.
[0021] Für eine Überführung einer solchen Ventileinrichtung zwischen einer Offenposition
und einer Schließposition bedarf ist demzufolge keines Federelements, einer speziellen
Antriebseinrichtung oder dergleichen. Eine derartige Ventilsteuerung ist entsprechend
besonders robust und zudem unabhängig von einer elektrischen Versorgung, beispielsweise
einer aufwendigen Ansteuerung, oder dergleichen möglich. Insbesondere ist es möglich,
den Rotationsmotor mit besonders hohen Drehzahlen jenseits von 10.000 Umdrehungen
pro Minute zu betreiben, was im Stand der Technik aufgrund der begrenzten Leistungsfähigkeit
der verwendeten Ventilfedern, die für das Schließen der Ventile zuständig sind, nicht
möglich war. Die beschriebene Fliehkraftsteuerung kommt ohne derartige Hilfsmittel
aus. Es kann lediglich für eine Anlaufphase des Rotationsmotors erforderlich sein,
eine entsprechende Ventilfeder vorzusehen, da der womöglich noch keine ausreichenden
Fliehkräfte auf die Ventileinrichtung wirken. Eine solche Ventilfeder bleibt jedoch
in einer Betriebsphase des Rotationsmotors funktionslos.
[0022] In einer vorteilhaften Ausgestaltung umfasst eine zugehörige Ventileinrichtung ein
Führungselement, insbesondere eine Laufrolle oder einen Laufschlitten, mittels dessen
die Ventileinrichtung an der inneren Mantelfläche des Motorgehäuses geführt ist. Vorzugsweise
verfügt die innere Mantelfläche ihrerseits über ein korrespondierendes Führungselement,
beispielsweise in Form einer Führungsnut oder einer Führungsschiene. Auf diese Weise
wird die Ventileinrichtung sicher entlang einer konstanten Bahnkurve des Motorgehäuses
geführt und bei jeder Umdrehung über die Erhebung geleitet, wodurch das Ventil zyklisch
geöffnet und sodann aufgrund der wirkenden Fliehkräfte wieder geschlossen wird. Auch
ist es grundsätzlich vorstellbar, das Führungselement der Ventileinrichtung nur bei
jeder zweiten Umdrehung über die Erhebung des Motorgehäuses zu leiten und auf diese
Weise beispielsweise einen Viertaktbetrieb des Rotationsmotors einzustellen. Das Führungselement
des Motorgehäuses muss in einem solchen Fall entsprechend ausgebildet sein, sodass
das Führungselement des Motorkranzes nur bei jeder zweiten Umdrehung über die Erhebung
geführt wird und somit eine Öffnung des jeweiligen Ventils bewirkt wird.
[0023] Für den Fall, dass sowohl das Verdichtergehäuse als auch das Motorgehäuse jeweils
eine Erhebung der vorstehend beschriebenen Art aufweisen, kann es besonders sinnvoll
sein, diese relativ zu der Übertragungsachse der Motor-Verdichter-Einheit betrachtet
versetzt zueinander anzuordnen, insbesondere gegenüberliegend anzuordnen. Dem liegt
die Überlegung zugrunde, dass die Erhebung zur Öffnung eines Ventils bzw. der zugehören
Ventileinrichtung dient. Sofern ein Rotationsmotor mit einem Rotationsverdichter gekoppelt
wird, besteht die Möglichkeit, den Rotationsverdichter zur Aufladung des Rotationsmotors,
das heißt gewissermaßen als Turbolader, zu verwenden. Hierzu ist es erforderlich,
dass die Ventile des Rotationsmotors und des Rotationsverdichters zu unterschiedlichen
Zeitpunkten auf ihrer Umlaufbahn um die Übertragungsachse öffnen. Die Ventileinrichtungen
des Rotationsmotors öffnen, um aus den jeweils zugehörigen Zylindern Abgas zu entlassen,
während die Öffnung der Ventile des Rotationsverdichters dazu dient, das komprimierte
Gas aus dem jeweiligen Zylinder abzuleiten. Sofern dieses komprimierte Gas zur Einleitung
in die Brennkammer eines jeweiligen Zylinders des Rotationsmotors gedacht ist, versteht
es sich, dass die Ventileinrichtung des Rotationsmotors zum Zeitpunkt der Einleitung
des komprimierten Gases geschlossen sein sollte, während die Ventileinrichtung des
Rotationsverdichters geöffnet sein muss. Daher ist ein beschriebener Versatz der Erhebungen
in einem solchen Fall besonders vorteilhaft.
[0024] Das beschriebene Gegenüberliegen der Erhebungen relativ zu der Übertragungsachse
der Motor-Verdichter-Einheit betrachtet ist insbesondere dann von Vorteil, wenn die
Motor-Verdichter-Einheit bzw. zumindest der Rotationsmotor derselben im Zweitaktbetrieb
betrieben wird.
[0025] In einer besonders vorteilhaften Ausgestaltung der erfindungsgemäßen Motor-Verdichter-Einheit
sind der Rotationsmotor und der Rotationsverdichter in einem gemeinsamen Motor-Verdichter-Gehäuse
zusammengefasst. Ein solches Motor-Verdichter-Gehäuse umfasst sowohl das Motorgehäuse
des Rotationsmotors als auch das Verdichtergehäuse des Rotationsverdichters. Eine
so gestaltete Motor-Verdichter-Einheit bildet von außen betrachtet ein einheitliches
Bauteil, wobei vorzugsweise das Motor-Verdichter-Gehäuse einen einheitlichen Durchmesser
aufweist und somit über dessen Längsachse betrachtet einen konstanten Außendurchmesser
aufweist. Hierfür ist es insbesondere vorteilhaft, wenn der Motorkranz des Rotationsmotors
und der Verdichterkranz des Rotationsverdichters zumindest im Wesentlichen, vorzugsweise
vollständig, identische Abmessungen aufweisen. Dies betrifft auch die Anzahl der Zylinder
des Rotationsmotors und des Rotationsverdichters: Vorteilhafterweise weisen sowohl
der Rotationsmotor als auch der Rotationsverdichter jeweils dieselbe Anzahl an Zylindern
auf, die vorzugsweise ferner miteinander korrespondieren, das heißt relativ zu der
Übertragungsachse bzw. Motorachse bzw. Verdichterachse betrachtet ohne Versatz zueinander
ausgerichtet sind. Eine entsprechende Ausführung ergibt sich beispielsweise aus dem
nachstehenden Ausführungsbeispiel.
[0026] Für einen besonders effizienten Betrieb der erfindungsgemäßen Motor-Verdichter-Einheit
kann es von Vorteil sein, wenn selbige mindestens ein Turborohr aufweist, mittels
dessen eine strömungstechnische Verbindung zwischen einer Gasaustrittsöffnung des
Rotationsverdichters und einer Gaseintrittsöffnung des Rotationsmotors herstellbar
oder hergestellt ist. Ein solches Turborohr kann dazu verwendet werden, ein komprimiertes
Gas ausgehend von einem jeweiligen Zylinder des Rotationsverdichters zu einem korrespondierenden
Zylinder des Rotationsmotors zu leiten. In einer solchen Ausgestaltung wirkt der Rotationsverdichter
zumindest teilweise, vorzugsweise vollständig, als Turbolader für den Rotationsmotor.
Die Aufladung des Rotationsmotors ist dazu geeignet, dessen Effizienz zu steigern.
[0027] In einer vorteilhaften Ausgestaltung sind die Zylinder jeweils des Rotationsmotors
und des Rotationsverdichters einander zugeordnet, wobei sie relativ zu der Übertragungsachse
betrachtet lediglich mit einem geringen Winkelversatz von maximal 20°, vorzugsweise
maximal 10°, weiter vorzugsweise vollständig versatzfrei, angeordnet sind. Mit anderen
Worten sind die Zylinder des Rotationsmotors und des Rotationsverdichters vorteilhafterweise
entlang einer Achse der Motor-Verdichter-Einheit betrachtet direkt hintereinander
fluchtend oder geringfügig relativ zueinander verdreht angeordnet. Mit einer solchen
Anordnung ist es besonders einfach, das beschriebene Turborohr zu installieren, da
es unmittelbar zwischen den miteinander korrespondierenden Zylindern des Rotationsmotors
und des Rotationsverdichters angeordnet werden kann. Insbesondere kann ein solches
Turborohr vollständig gerade ausgeführt sein, das heißt über dessen Längsachse hinweg
ohne Knicke, Kurven oder sonstige Umlenkung ausgebildet sein. Idealerweise werden
sowohl der Rotationsmotor als auch der Rotationsverdichter mit derselben Drehzahl
betrieben, sodass das Turborohr bzw. die Turborohre jeweils fest mit den ihnen zugeordneten
Zylindern verbunden werden können. Hierzu sind vorteilhafterweise der Rotationsmotor
und der Rotationsverdichter jeweils mit derselben Anzahl an Zylindern ausgestattet.
Vorzugsweise ist sämtlichen Zylindern des Rotationsmotors jeweils ein Zylinder des
Rotationsverdichters zugewiesen, wobei jeweils ein Zylinderpaar mittels eines Turborohrs
strömungstechnisch gekoppelt ist.
[0028] Ein besonderer Vorteil der beschriebenen Ausführung inklusive des mindestens einen
Turborohrs besteht darin, dass das Turborohr durch seine Rotation gemeinsam mit dem
Rotationsmotor und dem Rotationsverdichter fortwährend gekühlt wird. Eine Temperaturproblematik,
wie sie im Stand der Technik mit bekannten Turboladern häufig auftritt, kann hierdurch
vermieden werden. Hierzu trägt auch die gerade, das heißt ungekrümmte, Ausführung
des Turborohrs bei.
[0029] Die erfindungsgemäße Motor-Verdichter-Einheit weiter ausgestaltend kann es von Vorteil
sein, diese mit einer Generatoreinheit zu erweitern. Eine solche Generatoreinheit
ist dazu geeignet, Bewegungsenergie in elektrische Energie umzuwandeln, wobei die
Generatoreinheit mindestens ein Generatorgehäuse umfasst, in dem ein Rotor drehbar
um eine Generatorwelle gelagert ist. Diese Generatorwelle muss zumindest zeitweise
in Kraft übertragender Weise mit der Übertragungseinrichtung koppelbar sein, sodass
ein Abtriebsmoment des Rotationsmotors auf die Generatoreinheit übertragbar ist.
[0030] Dabei ist es grundsätzlich vorstellbar, den Rotationsmotor der Motor-Verdichter-Einheit
auszukoppeln und den Generator mittels Versorgung mit elektrischem Strom gewissermaßen
als Elektromotor zu betreiben und eine drehmomentübertragenden Verbindung zwischen
dem Elektromotor und dem Rotationsverdichter herzustellen. Auf diese Weise kann der
Rotationsverdichter wahlweise auch mit elektrischem Strom, das heißt mit dem Elektromotor,
betrieben werden. Die Generatorwelle würde in diesem Fall als Abtriebswelle wirken.
Dabei ist es selbstverständlich vorstellbar, eine drehmomentübertragenden Verbindung
zwischen einem solchen Generator bzw. Elektromotor mit dem Rotationsverdichter bzw.
der Motor-Verdichter-Einheit einer anderen Art von Übertragungseinrichtung herzustellen;
hierzu ist nicht zwingend eine Antriebs-/Abtriebswelle erforderlich.
[0031] Sofern eine Generatoreinheit vorgesehen ist, ist es von Vorteil, den Rotationsmotor
"zwischen" dem Rotationsverdichter und der Generatoreinheit anzuordnen, wobei die
Drehachsen des Rotationsmotors, des Rotationsverdichters und der Generatoreinheit
vorteilhafterweise identisch sind.
[0032] Weiterhin kann es bei Vorsehen einer Generatoreinheit vorteilhaft sein, das Generatorgehäuse
als Teil eines gemeinsamen Gehäuses, gewissermaßen eines Gesamtgehäuses, auszuführen.
In einer solchen Ausgestaltung sind die Motor-Verdichter-Einheit als solche sowie
die Generatoreinheit in einem gemeinsamen Gehäuse zusammengefügt und bilden eine bauliche
Einheit.
[0033] Ausgehend von einem Rotationsmotor der eingangs beschriebenen Art wird die zugrunde
liegende Aufgabe erfindungsgemäß dadurch gelöst, dass die Ventileinrichtung zumindest
über einen Teilwinkelbereich eines vollständigen Umlaufs des Zylinders um die Motorachse
hinweg mit dem Motorgehäuse formschlüssig eingreift, wobei mittels des Eingriffs mindestens
ein Ventilelement der Ventileinrichtung aus seinem Dichtsitz hebbar ist, sodass eine
strömungstechnische Verbindung zwischen der Brennkammer des Zylinders und einer Umgebung
freigebbar oder freigegeben ist. Der Vorteil einer solchen Ausführung ist vorstehend
bereits beschrieben. Insbesondere ist es möglich, die Ventileinrichtungen des Rotationsmotors
rein mechanisch zu steuern, wobei das Öffnen und Schließen der Ventile ohne zusätzliche
Bauteile auskommt. Insbesondere sind keine Federelemente oder dergleichen erforderlich.
Stattdessen werden die Ventileinrichtungen allein mittels Wirkung der im Zuge des
Betriebs des Rotationsmotors auftretenden Fliehkräfte sowie durch den beschriebenen
Eingriff der Ventileinrichtung mit dem Motorgehäuse gesteuert.
[0034] Ein solcher Eingriff einer Ventileinrichtung mit dem Motorgehäuse kann besonders
einfach mittels einer Erhebung ausgeführt werden, die sich zumindest über einen Teilwinkelbereich
eines vollständigen Umlaufs des Zylinders um die Motorachse hinweg auf einer inneren
Mantelfläche des Motorgehäuses erstreckt. Bei einer solchen Erhebung handelt es sich
- wie vorstehend bereits beschrieben - typischerweise um eine sich radial erstreckende
Verdickung des Motorgehäuses, wobei ein radial gemessener Abstand zwischen einem Hochpunkt
der Erhebung und der Motorachse geringer ist als ein radial gemessener Abstand zwischen
der inneren Mantelfläche des Motorgehäuses außerhalb der Erhebung und der Motorachse.
Die Erhebung dient dazu, eine Ventileinrichtung des Rotationsmotors zwangsweise radial
nach innen zu führen, wodurch beispielsweise ein Ventilteller der Ventileinrichtung
aus seinem Dichtsitz an dem jeweils zugehörigen Zylinder des Rotationsmotors abgehoben
wird. Hierdurch wird das Ventil des Zylinders geöffnet. Außerhalb der Erhebung wird
der Ventilteller aufgrund der Fliehkräfte wieder in seinem Dichtsitz gepresst und
das Ventil somit verschlossen.
[0035] Die mechanische Umsetzung einer Ventilsteuerung mittels einer vorstehend beschriebenen
Erhebung ist besonders einfach mittels einer Führungsnut oder einer Führungsschiene
erreichbar, wobei die Führungsnut bzw. die Führungsschiene umlaufend und in sich geschlossen
an der inneren Mantelfläche des Motorgehäuses angeordnet ist und gewissermaßen über
die Erhebung hinweg führt, das heißt mit der Erhebung zusammenwirkt. In dieser Führungsnut
bzw. auf der Führungsschiene kann die Ventileinrichtung geführt werden. Auf diese
Weise wird die Ventileinrichtung bei jeder Umdrehung des Rotationsmotors dazu gezwungen,
mit der Erhebung einzugreifen und eine Öffnung des Ventils auszulösen.
[0036] In einer besonders vorteilhaften Ausgestaltung wirkt die Ventileinrichtung mit einer
Laufrolle oder einem Führungsschlitten zusammen, mittels derer die Ventileinrichtung
mit der beschriebenen Führungsnut oder der beschriebenen Führungsschiene zusammenwirken
kann.
[0037] Die erfindungsgemäße Motor-Verdichter-Einheit kann in einer besonders vorteilhaften
Ausgestaltung mit einer Kompressionskältemaschine zusammenwirken. Eine solche Kompressionskältemaschine
umfasst mindestens eine Expansionseinheit, eine Verdichtereinheit, die gemeinsam mit
der Expansionseinheit in einen Strömungskreislauf integriert ist, sowie mindestens
zwei Wärmeübertrager, die strömungstechnisch beidseitig zwischen die Verdichtereinheit
und die Expansionseinheit geschaltet sind. Die Verdichtereinheit der Kompressionskältemaschine
kann von mindestens einem Rotationsverdichter der erfindungsgemäßen Motor-Verdichter-Einheit
gebildet sein.
[0038] Hierbei ist es grundsätzlich vorstellbar, dass eine Motor-Verdichter-Einheit über
mehrere Rotationsverdichter verfügt, wobei beispielsweise einer der Rotationsverdichter
als Turbolader für den Rotationsmotor und der andere Rotationsverdichter als Verdichtereinheit
für eine Kompressionskältemaschine wirkt. Ebenfalls ist es denkbar, die erfindungsgemäße
Motor-Verdichter-Einheit mit mehreren Rotationsmotoren auszustatten, die miteinander
kombiniert werden können, sodass eine Leistung der Motor-Verdichter-Einheit stufenweise
einstellbar ist.
[0039] Die erfindungsgemäße Kompressionskältemaschine kann insbesondere ohne einen Anschluss
an elektrischen Strom betrieben werden, da letztlich der Rotationsmotor als Teil der
Motor-Verdichter-Einheit den Rotationsverdichter antreibt, wodurch der Kältekreislauf
der Kompressionskältemaschine angetrieben wird. Eine solche Kompressionskältemaschine
ist somit auch in Regionen einsetzbar, in denen eine Versorgung mit elektrischem Strom
entweder gar nicht existiert oder zumindest vergleichsweise unsicher und instabil
ist.
Ausführungsbeispiele
[0040] Das erfindungsgemäße Herz ist nachfolgend anhand eines Ausführungsbeispiels, das
in den Figuren dargestellt ist, näher erläutert. Es zeigen:
- Fig. 1:
- Einen Querschnitt durch einen Rotationsmotor einer erfindungsgemäßen Motor-Verdichter-Einheit,
- Fig. 2:
- Eine Seitenansicht der erfindungsgemäßen Motor-Verdichter-Einheit,
- Fig. 3:
- Eine isometrische Ansicht der erfindungsgemäßen Motor-Verdichter-Einheit,
- Fig. 4:
- Ein Detail einer Übertragungseinrichtung der erfindungsgemäßen Motor-Verdichter-Einheit,
- Fig. 5:
- Ein Detail der Übertragungseinrichtung gemeinsam mit Pleuel des Rotationsmotors und
eines Rotationsverdichters der erfindungsgemäßen Motor-Verdichter-Einheit,
- Fig. 6:
- Einen Querschnitt durch ein Motor-Verdichter Gehäuse der erfindungsgemäßen Motor-Verdichter-Einheit
und
- Fig. 7:
- Eine isometrische Ansicht des Motor-Verdichter Gehäuses.
[0041] Das Ausführungsbeispiel, das in den
Figuren 1 bis 7 dargestellt ist, umfasst eine erfindungsgemäße Motor-Verdichter-Einheit
1, die von einem erfindungsgemäßen Rotationsmotor
2 und einem Rotationsverdichter
3 gebildet ist. Der Rotationsmotor
2 und der Rotationsverdichter
3 sind mittels einer Übertragungseinrichtung
10 in Kraft übertragender Weise miteinander gekoppelt. Diese Übertragungseinrichtung
10 besteht in dem vorliegenden Beispiel aus einer Kopplungskonstruktion, die von einer
Mehrzahl von Stäben gebildet ist, die parallel zu einer Übertragungsachse
9 der Motor-Verdichter-Einheit
1 orientiert sind.
[0042] Der Rotationsmotor
2 und der Rotationsverdichter
3 sind im Wesentlichen gleich aufgebaut. Der Rotationsmotor
2 verfügt über einen Motorkranz
4, der in dem hier gezeigten Beispiel insgesamt sechs Zylinder
6 umfasst. Innerhalb der Zylinder
6 des Rotationsmotors
2 ist jeweils ein Motorkolben
7 linear beweglich gelagert. Ein Motorkolben
7 und ein jeweils zugehöriger Zylinder
6 bzw. dessen äußere Wandung begrenzen gemeinsam eine Brennkammer
26, in der während des Betriebs des Rotationsmotors
2 die Verbrennung eines Antriebsstoffs, beispielsweise Gas oder Benzin, stattfindet.
Die einzelnen Motorkolben
7 sind jeweils mittels eines Pleuels
8 mit einer Pleuelscheibe
34 in Kraft übertragender Weise verbunden. Ein jeweiliges Pleuel
8 ist mittels eines Kolbengelenks
30 mit den jeweils zugehörigen Motorkolben
7 gekoppelt. Mittels der Kolbengelenke
30 ist es ermöglicht, dass die Pleuel
8 relativ dem zugehörigen Motorkolben
7 rotatorisch bewegt werden. Diese Rotationsbewegung zwischen dem Pleuel
8 und dem Motorkolben
7 erfolgt um eine Gelenksachse des Kolbengelenks
30. Neben den "normalen" Pleuel
8 ist jede der Pleuelscheiben
34 ferner mit einem Masterpleuel
32 verbunden. Das Masterpleuel
32 ist drehmomentenfest an die Pleuelscheibe
34 angeschlossen; auch ist das Masterpleuel
32 nicht gelenkig an den zugehörigen Motorkolben
7 angeschlossen, sodass eine relative Verdrehung des Motorkolbens
7 zu dem Masterpleuel
32 blockiert ist.
[0043] Im Betrieb des Rotationsmotors
2 wird der Motorkranz
4 um eine Motorachse
5 rotiert. Die Drehbewegung des Motorkranzes
4 ergibt sich zwangsläufig durch die Kinematik des Rotationsmotors
2, wie anhand nachstehender Erläuterung weiter verdeutlicht wird.
[0044] Wie vorstehend bereits erläutert, verfügt der vorliegende Rotationsmotor
2 über insgesamt sechs Zylinder
6 und folglich gleichermaßen über sechs Motorkolben
7 und sechs Pleuel
8, 32. Sämtliche Pleuel
8 des Rotationsmotors
2 sind mit derselben Pleuelscheibe
34 gekoppelt. Die einzelnen Pleuel
8 liegen dabei in einer Ebene und sind nicht entlang der Motorachse
5 betrachtet relativ zueinander versetzt angeordnet. Bei der Rotation des Motorkranzes
4 übernimmt einer der Zylinder
6 bzw. das zugehörige Masterpleuel
32 gewissermaßen eine Führungsfunktion. Das Masterpleuel
32 ist an einem Mittelpunkt der Pleuelscheibe
34 drehmomentenfest angelenkt.
[0045] Dieser Mittelpunkt der Pleuelscheibe
34 liegt auf einer Kolbenachse
11 des Rotationsmotors
2. Diese Kolbenachse
11 beschreibt diejenige Achse, um die die Motorkolben
7 im Zuge der Rotation des Motorkranzes
4 kreisen. Eine zugehörige Kreisbahn
40 ist besonders gut in
Figur 1 erkennbar. Die Kolbenachse
11 ist parallel zu der Motorachse
5 des Rotationsmotors
2 orientiert und um eine Ausmitte
41 gegenüber der Motorachse
5 versetzt angeordnet. Diese Ausmitte
41 zwischen der Motorachse
5 und der Kolbenachse
11 führt im Betrieb des Rotationsmotors
2 dazu, dass eine lineare Hubbewegung der Motorkolben
7 innerhalb der Zylinder
6 in eine rotatorische Bewegung des Motorkranzes
4 umgewandelt wird. Dieses Prinzip ist unter der Bezeichnung "Umlaufmotor" bereits
bekannt. Um ein Drehmoment auf die Pleuelscheibe
34 ausüben zu können, sind die einzelnen Pleuel
8 nicht parallel zu einer Verbindungsachse der Kolbenachse
11 und des jeweiligen Kolbengelenks
30 des jeweilig zugehörigen Motorkolbens
7 ausgerichtet, sondern dieser Verbindungsachse gegenüber verschwenkt. Dies gilt für
sämtliche Pleuel
8 mit Ausnahme des Masterpleuels
32; letzteres ist unmittelbar geradlinig mit der Kolbenachse
11 gekoppelt. Diese Anordnung ist notwendig, um den Laufgrad der Pleuelscheibe
34 von dem Wert 2 auf den Wert 1 zu reduzieren und dadurch die einzelnen Motorkolben
7 in ihrer Bewegung auf die für sie vorgesehene Kreisbahn
40 zu zwingen.
[0046] Der Rotationsverdichter
3 ist von seinem Aufbau her prinzipiell identisch zu dem Rotationsmotor
2. In dem gezeigten Beispiel umfasst der Rotationsmotor
3 ebenfalls sechs Zylinder
14, die in einem Verdichterkranz
12 des Rotationsverdichters
3 angeordnet sind. Innerhalb der Zylinder
14 des Rotationsverdichters
3 sind Verdichterkolben
15 linear beweglich geführt. Die Verdichterkolben
15 sind jeweils mittels eines Pleuels
16 ihrerseits an einer Pleuelscheibe
34 befestigt, wobei es sich hierbei um eine separate Pleuelscheibe handelt. Mit anderen
Worten sind die Pleuel
8 des Rotationsmotors
2 und die Pleuel
16 des Rotationsverdichters
3 an unterschiedlichen Pleuelscheiben
34 angeordnet. Auch der Rotationsverdichter weist ein Masterpleuel
32 auf.
[0047] Der hier gezeigte Rotationsmotor
2 wird als Zweitaktmotor betrieben, wobei während einer vollen Umdrehung eines Zylinders
6 des Rotationsmotors
2 um 360° um die Motorachse
5 der zugehörige Motorkolben
7 innerhalb des Zylinders
6 zwei Hübe ausführt. In der in
Figur 1 gezeigten Stellung des Rotationsmotors
2 befindet sich der rechte Zylinder
6 in einer Zündungsposition, in der der Motorkolben
7 in einer oberen Umkehrposition vorliegt. In dieser oberen Umkehrposition des Motorkolbens
7 weist die Brennkammer
26 des Zylinders
6 ihr minimales Volumen auf. Während einer vollständigen Umdrehung des Zylinders
6 bzw. des Motorkranzes
4 um die Motorachse
5 wird der Motorkolben
7 einmal vollständig um die Kolbenachse
11 rotiert und dabei ausgehend von seiner oberen Umkehrposition bis in seine untere
Umkehrposition und wieder zurück bewegt. Die untere Umkehrposition eines Motorkolbens
7 ist bei dem in
Figur 1 links dargestellten Zylinder
6 zu beobachten.
[0048] Der Zweitaktbetrieb des Rotationsmotors
2 hat zur Folge, dass pro Umdrehung des Motorkranzes
4 in jedem der Zylinder
6 jeweils eine Zündung stattfindet. Dabei ist es grundsätzlich unerheblich, ob diese
Zündung mittels einer Zündkerze (beispielsweise Ottomotor) oder eigenständig (beispielsweise
Dieselmotor) stattfindet. Während des Umlaufs eines jeweiligen Zylinders
6 um die Motorachse
5 wird der Zylinder
6 bzw. dessen Brennkammer
26 vollständig entleert und neu beladen.
[0049] In dem gezeigten Beispiel kann die Beladung besonders einfach mittels einer Gaseintrittsöffnung
25 stattfinden, von denen jeder der Zylinder
6 jeweils eine aufweist. Die Gaseintrittsöffnungen
25 ist so an den Zylindern
6 angeordnet, dass sie immer nur bei Vorliegen des jeweiligen Motorkolbens
7 in dessen unterer Umkehrposition freigegeben sind. Diese Position eines jeweiligen
Motorkolbens
7 ist für die Befüllung der Brennkammer
26 besonders von Vorteil, da im Anschluss an die untere Umkehrposition der Motorkolben
7 sich wieder in Richtung seiner oberen Umkehrposition bewegt und im Zuge dessen das
Volumen der Brennkammer
26 fortwährend reduziert. Diese Reduktion des Volumens der Brennkammer
26 führt zu einer Komprimierung des in der Brennkammer befindlichen Gases und folglich
zu einem erheblichen Druckanstieg innerhalb der Brennkammer
26. Hierdurch werden die Verbrennungsbedingungen für die nächste Zündung bei Vorliegen
des Motorkolbens
7 in seiner oberen Umkehrposition begünstigt.
[0050] Die erfindungsgemäße Motor-Verdichter-Einheit
1 weist in dem gezeigten Beispiel eine Besonderheit auf. Zunächst ergibt es sich, dass
sowohl der Rotationsmotor
2 als auch der Rotationsverdichter
3 jeweils mit derselben Anzahl an Zylindern
6, 14 ausgestattet sind. Ferner sind diese Zylinder
6, 14 jeweils paarweise angeordnet. Das heißt, dass jeder der Zylinder
6 des Rotationsmotors
2 derart mit einem Zylinder
14 des Rotationsverdichters
3 korrespondiert, dass sie relativ zu der Motorachse
5 bzw. der Verdichterachse
13 bzw. der Übertragungsachse
9 betrachtet keinen Winkelversatz aufweisen. Mit anderen Worten sind die einzelnen
Zylinder
6, 14 entlang der Übertragungsachse
9 der Motor-Verdichter-Einheit betrachtet versatzfrei hintereinander bzw. fluchtend
angeordnet. Aufgrund der drehmomentfesten Koppelung des Motorkranzes
4 mit dem Verdichterkranz
12 bleibt diese relative Ausrichtung der Zylinder
6, 14 zueinander während des Betriebs der Motor-Verdichter-Einheit
1 konstant.
[0051] Diese Ausführung begünstigt es, den Rotationsverdichter
3 und den Rotationsmotor
2 mittels Turborohren
23 strömungstechnisch miteinander zu verbinden. Dieser Ausführung liegt die Überlegung
zugrunde, den Rotationsverdichter
3 gewissermaßen als Turbolader für den Rotationsmotor
2 zu verwenden. Zu diesem Zweck weist der Rotationsverdichter
3 an seinen Zylindern
14 bzw. an deren äußeren, von der Verdichterachse
13 abgewandten Enden jeweils eine Gasaustrittsöffnung
24 auf. Diese Gasaustrittsöffnung
24 dient dazu, mittels des Rotationsverdichters
3 komprimiertes Gas aus der zugehörigen Verdichterkammer des jeweiligen Zylinders
14 herauszuleiten. Das so komprimierte Gas kann nunmehr mittels des jeweilig zugehörigen
Turborohrs
23 unmittelbar zu der korrespondierenden Gaseintrittsöffnung
25 des zugehörigen Zylinders
6 des Rotationsmotors
2 geleitet werden. Mittels dieser Konstruktion ist es möglich, den Rotationsmotor
2 "aufzuladen" und hierdurch die Effizienz des Rotationsmotors
2 erheblich zu verbessern. Für die Anbindung der Turborohre
23 an die jeweils korrespondierenden Zylinder
6, 14 des Rotationsmotors
2 und des Rotationsverdichters
3 ist es nicht zwingend erforderlich, dass die Zylinder
6, 14 exakt "versatzfrei" gegenüber der Übertragungsachse
9 angeordnet sind; diese Konstruktion ist gleichwohl vorteilhaft, um die Turborohre
23 einfacher anschließen zu können.
[0052] Die Turborohre
23 sind jeweils von einem gerade ausgeführten Rohrstück gebildet, wobei eine Umlenkung
des durch ein Turborohr
23 strömenden Gases nicht stattfindet. Die Turborohre
23 weisen über deren axiale Länge betrachtet einen veränderlichen Querschnitt auf.
[0053] In einer besonders vorteilhaften Ausgestaltung der erfindungsgemäßen Motor-Verdichter-Einheit
1 kann ein zerstäubter oder gasförmiger Antriebsstoff in ein jeweiliges Turborohr
23 eingegeben werden, sodass die Befüllung der Brennkammer
26 des zugehörigen Zylinders
6 des Rotationsmotors
2 unter Zuhilfenahme der Gasströmung des mittels des Rotationsverdichters
3 komprimierten Gases erfolgt.
[0054] Wie sich insbesondere aus
Figur 2 ergibt, sind der Rotationsmotor
2 und der Rotationsverdichter
3 axial versetzt entlang der Übertragungsachse
9 angeordnet. Der Rotationsmotor
2 und der Rotationsverdichter
3 sind zu diesem Zweck mittels einer Übertragungseinrichtung
10 miteinander verbunden. Die Verbindung zwischen dem Rotationsmotor
2 und dem Rotationsverdichter
3 erfolgt dabei in einer drehmomentübertragenden Weise, sodass sich die Rotation des
Rotationsmotors
2 unmittelbar auf den Rotationsverdichter
3 überträgt. Hierzu verfügt die Übertragungseinrichtung
10 über mehrere Streben, die parallel zu der Übertragungsachse
9 verlaufen und eine feste Verbindung zwischen dem Rotationsmotor
2 und dem Rotationsverdichter
3 herstellen. Die Übertragungseinrichtung
10 ist insbesondere anhand von
Figur 3 gut erkennbar.
[0055] Zum Betrieb der erfindungsgemäßen Motor-Verdichter-Einheit
1 wird der Rotationsmotor
2 gestartet und hierdurch in Bewegung versetzt. Diese Bewegung des Rotationsmotors
2 umfasst eine Drehung des Motorkranzes
4 um die Motorachse
5. Die kreisende Bewegung des Motorkranzes
4 um die Motorachse
5 ist in
Figur 1 anhand der dort gestrichelt gezeichneten Kreisbahn
39 erkennbar. Aufgrund der Ausmitte
41 zwischen der Motorachse
5 und der Kolbenachse
11 rotieren auch die Motorkolben
7. Die Hubbewegung der Motorkolben
7 erzwingen dabei gewissermaßen die Rotation des Motorkranzes
4, da die Motorkolben
7 der auf sie wirkenden Axialkraft nur durch Drehung um die Kolbenachse
11 ausweichen können und dabei den Motorkranz
4 "mitschleppen". Aufgrund der Ausmitte
41 führen die Motorkolben
7 in ihren jeweiligen Zylindern
6 dabei fortwährend Hubbewegungen aus. Die Motorkolben
7 bewegen sich dabei auf einer in
Figur 1 gezeigten Kreisbahn
40, deren Mittelpunkt um die Ausmitte
41 von dem Mittelpunkt der Kreisbahn
39 beabstandet angeordnet ist.
[0056] Die Bewegung des Motorkranzes
4 wird durch die Verbrennung eines Antriebsstoffes in den Brennkammer
26 der Zylinder
6 initiiert. Die Motorachse
5 und die Kolbenachse
11 bleiben während des Betriebs des Rotationsmotors
2 ortsfest, das heißt sie führen keine Bewegung aus. Daraus ergibt sich, dass die Pleuelscheibe
34, an der die einzelnen Pleuel
8 sowie das Masterpleuel
32 angeschlossen sind, gleichermaßen um die Kolbenachse
11 rotiert. Das Masterpleuel
32 ist an einem Mittelpunkt der Pleuelscheibe
34 befestigt, wobei die Verbindung zwischen Masterpleuel
32 und Pleuelscheibe
34 in Drehmoment übertragender Weise ausgeführt ist. Die übrigen Pleuel
8 sind jeweils gelenkig an die Pleuelscheibe
34 angeschlossen. Somit sind die übrigen Pleuel
8 im statischen Sinne als Pendelstäbe ausgeführt, da sie sowohl jeweils mittels der
Kolbengelenke
30 an den Motorkolben
7 als auch an der Pleuelscheibe
34 gelenkig angeschlossen sind.
[0057] Die mittels des Rotationsmotors
2 erzeugte Rotation wird aufgrund der Übertragungseinrichtung
10 unmittelbar auf den Rotationsverdichter
3 übertragen. Dieser funktioniert nunmehr gewissermaßen in genau umgekehrter Weise
wie der Rotationsmotor
3. Das heißt, dass kein Antriebsstoff zum Antrieb des Rotationsverdichters
3 zugeführt wird, sondern der Rotationsverdichter
3 vielmehr ein gewünschter Stoff entnehmbar sein soll. Hierbei handelt es sich in aller
Regel um komprimiertes Gas. Um dies zu erreichen, wird den Zylindern
14 des Verdichterkranzes
12 jeweils ein Gas zugeleitet, dass mittels der Hubbewegungen der Verdichterkolben
15 in Verdichterkammern des Verdichterkranzes
12 komprimiert wird. Die Hubbewegung der Verdichterkolben
15 innerhalb der Zylinder
14 des Verdichterkranzes
12 folgt genau dem gleichen Prinzip wie diejenigen des Rotationsmotors
2. Das heißt, dass auch der Rotationsverdichter
3 über entsprechende Pleuel
8, 32 verfügt, die im Zuge der Rotation des Verdichterkranzes
12 eine Führung der Verdichterkolben
15 innerhalb der Zylinder
14 des Rotationsverdichters
3 bewirken. Hierzu verfügt auch der Rotationsverdichter
3 über eine ausmittig angeordnete Pleuelscheibe
34, die um eine Ausmitte
41 gegenüber einer Verdichterachse
13 des Rotationsverdichters
3 versetzt angeordnet ist.
[0058] In dem hier gezeigten Beispiel der erfindungsgemäßen Motor-Verdichter-Einheit
1 sind der Rotationsmotor
2 und der Rotationsverdichter
3 entlang einer gemeinsamen Übertragungsachse
9 angeordnet; das heißt dass die Motorachse
5 und die Verdichterachse
13, um die der Motorkranz
4 bzw. der Verdichterkranz
12 kreisen, zusammenfallen. Für diese Konstruktion ist es besonders vorteilhaft, den
Rotationsmotor
2 und den Rotationsverdichter
3 auf einer gemeinsamen Trägerwelle anzuordnen. Da es sich sowohl bei dem Rotationsmotor
2 als auch bei dem Rotationsverdichter
3 gewissermaßen um eine kinematische umgekehrte Version eines typischen Kolbenmotors
handelt, kann diese Trägerwelle auch als feststehende Kurbelwelle
18 betrachtet werden. Diese Kurbelwelle
18 ergibt sich besonders gut aus
Figur 4. Im Vergleich zu einer typischen Kurbelwelle eines Hubkolbenmotors steht die Kurbelwelle
18 während des Betriebs der Motor-Verdichter-Einheit
1 fest. Das heißt, dass sowohl die Welle als solche als auch deren Kröpfungen, die
hier in Form von Stiften
33 gebildet sind, im Betrieb der Motor-Verdichter-Einheit
1 feststehen. Die zuvor beschriebenen Pleuelscheiben
34 des Rotationsmotors
2 und des Rotationsverdichters
3 sind an diesen Stiften
33 angeordnet und rotieren um diese. Mit anderen Worten fallen Mittelachsen der Stifte
33 mit den Kolbenachsen
11, 17 des Rotationsmotors
2 bzw. des Rotationsverdichters
3 zusammen. Eine Darstellung der Kurbelwelle
18, die die Pleuelscheiben
34 des Rotationsmotors
2 und des Rotationsverdichters
3 mit umfasst, ist
Figur 5 entnehmbar.
[0059] Die Kurbelwelle
18 dient nicht einer Übertragung von Drehmomenten zwischen dem Rotationsmotor
2 und dem Rotationsverdichter
3. Hierfür ist ausschließlich die Übertragungseinrichtung
10 zuständig, die vorstehend bereits beschrieben ist. Die Kröpfungen der Kurbelwelle
18, das heißt die Stifte
33, sind relativ zu der Übertragungsachse
9 betrachtet versetzt angeordnet. Dies hat zur Folge, dass sich bei einem Betrieb der
Motor-Verdichter-Einheit
1 die Motorkolben
7 und die Verdichterkolben
15 zu unterschiedlichen Zeitpunkten in ihrer jeweiligen oberen Umkehrposition bzw. ihrer
unteren Umkehrposition befinden. In dem gezeigten Beispiel sind die Stifte
33 der Kurbelwelle
18 direkt gegenüberliegend relativ zu der Übertragungsachse
9 angeordnet, sodass bei Vorliegen eines jeweiligen Motorkolbens
7 in seiner oberen Umkehrposition der mit diesem Motorkolben
7 korrespondierende Verdichterkolben
15 genau in seiner unteren Umkehrposition vorliegt. Es versteht sich, dass genau umgekehrt
bei Vorliegen eines Motorkolbens
7 in seiner unteren Umkehrposition der zugehörige Verdichterkolben
15 in seiner oberen Umkehrposition vorliegt.
[0060] Diese Anordnung der Motorkolben
7 und der Verdichterkolben
15 relativ zueinander bietet den Vorteil, dass der Rotationsverdichter
3 als Turbolader für den Rotationsmotor
2 genutzt werden kann. Dem liegt folgende Überlegung zugrunde: bei Vorliegen eines
Motorkolbens
7 in seiner unteren Umkehrposition gibt der Motorkolben
7 in dem zugehörigen Zylinder
6 Gaseintrittsöffnung
25 des Zylinders
6 frei. Gleichzeitig befindet sich der Verdichterkolben
15 des zugehörigen Zylinders
14 des Rotationsverdichters
3 in seiner oberen Umkehrposition, in der das in der Verdichterkammer befindliche Gas
maximal komprimiert ist. In dieser Stellung des Verdichterkolbens
15 wird Gasaustrittsöffnung
24 des Zylinders
14 geöffnet, sodass das komprimierte Gas über das geradlinige Turborohr
23 unmittelbar von der Gasaustrittsöffnung
24 zu der Gaseintrittsöffnung
25 des Zylinders
6 des Rotationsmotors
2 strömen kann. Dort strömt das komprimierte Gas in die Brennkammer
26 des Zylinders
6 ein und füllt diesen. Die weitere Drehung des Motorkranzes
4 führt sodann gemeinsam mit dem hinzugefügten Antriebsstoff zu einer weiteren Verdichtung.
[0061] Grundsätzlich ist es denkbar, den Rotationsmotor
2 mit einer Zündkerze auszustatten und den Antriebsstoff bzw. das Antriebsstoffgemisch
bei Vorliegen des Motorkolbens
7 in seiner oberen Umkehrposition mittels eines Zündfunkens zu zünden. Alternativ ist
es ebenso denkbar, den Rotationsmotor
2 mit Dieselkraftstoff zu betreiben und eine Zündung des Antriebsstoffs allein aufgrund
der in der Brennkammer herrschenden Temperatur sowie des herrschenden Drucks herbeizuführen.
[0062] Im Stand der Technik besteht bei Motoren eine besondere Schwierigkeit darin, die
Ventile der jeweiligen Zylinder zuverlässig und dauerhaft öffnen und schließen zu
können. Bei dem erfindungsgemäßen Rotationsmotor
2 wird das Problem der Ventilsteuerung mittels einer Zwangsführung gelöst. Hierzu verfügt
der Rotationsmotor
2 auf einer inneren Mantelfläche
19 seines Motorgehäuses über eine sich radial zu der Motorachse
5 erstreckende Erhebung
21. Diese Erhebung
21 ist so ausgebildet, dass ein radial gemessener Abstand zwischen der Motorachse
5 und einem Hochpunkt der Erhebung
21 geringer ist als ein radial gemessener Abstand zwischen der Motorachse
5 und der inneren Mantelfläche
19 des Motorgehäuses außerhalb der Erhebung
21.
[0063] In dem gezeigten Beispiel erstreckt sich die Erhebung
21 über einen Teilwinkelbereich
20 eines vollständigen Umlaufs, das heißt 360°, des Motorgehäuses. Die Erhebung
21 ist dabei stetig gestaltet, sodass kein Querschnittssprung zwischen der inneren Mantelfläche
19 und der Erhebung
21 vorliegt. Die Erhebung
21 ist zudem asymmetrisch ausgebildet, wobei sich eine radiale gemessene Höhe der Erhebung
21 kontinuierlich gewissermaßen von Null bis zu einem Hochpunkt der Erhebung
21 steigert und sodann in gleicher Weise wieder auf Null abnimmt. Mit anderen Worten
verfügt die Erhebung
21 über einen "Einlaufbereich".
[0064] Die Ausbildung der Erhebung
21 folgt der grundsätzlichen Idee, dass eine umlaufend in dem Motorgehäuse gelagerte
Ventileinrichtung
27 mittels Eingriff mit der Erhebung
21 zwangsweise radial nach innen geführt wird, das heißt in Richtung der Motorachse
5. Diese Führung einer Ventileinrichtung erfolgt dabei allein aufgrund einer Vorbeiführung
derselben entlang der Erhebung
21. Somit liegt eine rein mechanische Steuerung der Ventileinrichtung vor.
[0065] In dem gezeigten Beispiel der erfindungsgemäßen Motor-Verdichter-Einheit
1, die einen erfindungsgemäßen Rotationsmotor
2 umfasst, ist die innere Mantelfläche
19 des dortigen Motor-Verdichter Gehäuses
22, das sowohl den Rotationsmotor
2 als auch den Rotationsverdichter
3 einschließt, mit einer Führungsnut
35 versehen, die umlaufend sowie in sich geschlossen an der inneren Mantelfläche
19 des Motor-Verdichter Gehäuses
22 ausgebildet ist. In dieser Führungsnut
35 ist eine korrespondierende Laufrolle
29 gelagert, die Teil einer Ventileinrichtung
27 ist. Diese Ventileinrichtung
27 umfasst neben der Laufrolle
29 ferner einen stiftartigen Schaft sowie einen Ventilteller
28. Letzterer dient unmittelbar der Abdichtung eines zugehörigen Zylinders
6 des Rotationsmotors
2. Die Ventileinrichtungen
27 sind insbesondere aus
Figur 1 entnehmbar, wobei sie dort im Eingriff mit dem zugehörigen Motorkranz
4 dargestellt sind. Die Darstellungen gemäß den
Figuren 6 und 7 zeigen lediglich das Motor-Verdichter-Gehäuse
22 gemeinsam mit den Ventileinrichtung in
27, ohne dabei den Rotationsmotor
2 und den Rotationsverdichter
3 darzustellen.
[0066] Im Zuge der Rotation des Rotationsmotors
2 werden die Ventileinrichtung in
27 mit ihrer Laufrolle
29 entlang der Führungsnut
35 geführt, wobei sie bei jeder Umdrehung einmal die Erhebung
21 überstreichen. Hierdurch bedingt wird der Ventilteller
28 einer Ventileinrichtung
27 einmal im Zuge eines Umlaufs des Rotationsmotors
2 aus seinem zugehörigen Dichtsitz an dem zugehörigen Zylinder
6 gehoben und folglich die Brennkammer
26 strömungstechnisch mit einer Umgebung des Zylinders
6 verbunden. Hierdurch ist es möglich, Gase aus der Brennkammer
26 aus dem Zylinder
6 herauszuleiten. Vorteilhafterweise ist hierzu an einer oberen Ventilöffnung eines
jeden Zylinders
6 des Motorkranzes
4 ein Auspuffrohr
31 angeordnet, durch das die Abgase sodann geführt entweichen können.
[0067] Eine Schließung des Ventils, das heißt ein Anpressen des Ventiltellers
28 auf seinen zugehörigen Dichtsitz, erfolgt nach Überstreichung der Erhebung
21 selbsttätig allein aufgrund der herrschenden Fliehkräfte. Eine mechanische Rückführung,
beispielsweise mittels eines Federelements, ist nicht erforderlich. Mit anderen Worten
werden Ventileinrichtung in
27 im Zuge ihrer Rotation in dem Motor-Verdichter-Gehäuse
22 durch Wirkung der Fliehkraft mit ihrer Laufrolle
29 in der Führungsnut
35 gehalten und nur bei Überstreichung der Erhebung
21 zwangsweise radial nach innen in Richtung der Motorachse
5 geführt, wobei sich der beschriebene Öffnungsmechanismus ergibt.
[0068] Insbesondere aus
Figur 7 ergibt sich, dass auch der Rotationsverdichter
3 mit einer entsprechenden Erhebung
21, Führungsnut
35 und zugehörigen Ventileinrichtung in
27 ausgestattet ist. Aufgrund der versetzten Anordnung der Kolbenachsen
7, 11 des Rotationsmotors
2 und des Rotationsverdichters
3 sind die Erhebungen
21 in dem Motor-Verdichter-Gehäuse
22 entsprechend dem Winkelversatz der Kolbenachsen
7, 11 gleichermaßen versetzt angeordnet. In diesem Beispiel liegen sich die Erhebungen
21 relativ zu der Übertragungsachse
9 betrachtet in dem Motor-Verdichter-Gehäuse
22 gegenüber. Die Steuerung der Ventileinrichtung in
27 des Rotationsverdichters
3 ermöglicht die Freigabe des in der jeweiligen Verdichterkammer komprimierten Gases
und somit dessen Ausströmung aus der Gasaustrittsöffnung
24 in das Turborohr
23.
[0069] Zur Abführung der Abgase mittels des der Auspuffrohre
31 weist das Motor-Verdichter-Gehäuse
22 entsprechend positionierte Öffnungen
36 auf die gemäß
Figur 7 über den Umfang des Motor-Verdichter-Gehäuses
22 verteilt angeordnet sind. Die Kurbelwelle
18 der Motor-Verdichter-Einheit
1 ist mittels eines Formschlusselements
37 jeweils in sich gegenüberliegenden stirnseitigen Wandungen des Motor-Verdichter-Gehäuses
22 fixiert und verdrehsicher gelagert. Der Formschluss bewirkt dabei, dass die Kurbelwelle
18 tatsächlich gemeinsam mit dem Motor-Verdichter-Gehäuse
22 feststeht und keine Rotation um die Übertragungsachse
9 ausführt.
[0070] Bei dem gezeigten Ausführungsbeispiel einer Motor-Verdichter-Einheit
1 wird der Rotationsverdichter
3 ausschließlich zur Aufladung des Rotationsmotors
2 verwendet. Es versteht sich, dass der Rotationsverdichter
3 für einen Betrieb des Rotationsmotors
2 nicht notwendig, jedoch sehr vorteilhaft ist. Die axiale Anordnung von Rotationsmaschinen
entlang einer gemeinsamen Achse bietet den wesentlichen Vorteil, dass es ohne weiteres
denkbar ist, weitere Rotationsmaschinen mit der hier gezeigten Motor-Verdichter-Einheit
1 oder beispielsweise einem isolierten Rotationsmotor
2 zu kombinieren. Somit ist es beispielsweise denkbar, eine Drehmomentübertragung von
der gezeigten Motor-Verdichter-Einheit
1 auf einen weiteren Rotationsverdichter mittels Zahnrädern herzustellen, sodass dieser
weitere Rotationsverdichter gewissermaßen analog zu dem beschriebenen Rotationsverdichter
3 betrieben werden kann. Beispielsweise ist es vorstellbar, dass ein solcher weiterer
Rotationsverdichter als Kompressor in einer ansonsten üblichen Kompressionskältemaschine
wirkt, das heißt mit anderen Worten die Motor-Verdichter-Einheit
1 als Antriebselement für eine Klimaanlage verwendet werden kann.
[0071] Bei einer Kombination mehrerer Rotationsmaschinen auf einer gemeinsamen Achse kann
es dabei besonders vorteilhaft sein, wenn ein drehmomentschlüssiger Eingriff des jeweiligen
Rotationsmotors bzw. mehrerer miteinander gekoppelter Rotationsmotoren und mit dem
zugehörigen Rotationsverdichter wahlweise aktivierbar und deaktivierbar ausgeführt
ist. Dies kann beispielsweise mittels einer Kupplung erfolgen, sodass es dem Anwender
der jeweiligen Motor-Verdichter-Einheit überlassen ist, einen oder mehrere Rotationsverdichter
nach Wunsch zu aktivieren oder zu deaktivieren. Ebenso ist es vorstellbar, mehrere
Rotationsmotoren vorzuhalten, wobei lediglich in Abhängigkeit einer erforderlichen
Leistung zusätzlich zu einem ersten Rotationsmotor einer oder mehrere weitere Rotationsmotoren
"hinzugeschaltet" werden.
[0072] Die im Zusammenhang mit dem vorliegenden Ausführungsbeispiel ausgeführten Merkmale
des Rotationsmotors
2 und der gesamten Motor-Verdichter-Einheit
1 können, soweit dies dem Fachmann technisch möglich erscheint, jeweils losgelöst von
den übrigen Merkmalen an einem etwaigen Rotationsmotor bzw. einer Motor-Verdichter-Einheit
verwirklicht werden. Mit anderen Worten sind die einzelnen Ausführungen, wie sie in
dem gezeigten Ausführungsbeispiel miteinander kombiniert sind, nicht notwendigerweise
zwingend aufeinander angewiesen.
Bezugszeichenliste
[0073]
- 1
- Motor-Verdichter-Einheit
- 2
- Rotationsmotor
- 3
- Rotationsverdichter
- 4
- Motorkranz
- 5
- Motorachse
- 6
- Zylinder
- 7
- Motorkolben
- 8
- Pleuel
- 9
- Übertragungsachse
- 10
- Übertragungseinrichtung
- 11
- Kolbenachse
- 12
- Verdichterkranz
- 13
- Verdichterachse
- 14
- Zylinder
- 15
- Verdichterkolben
- 16
- Pleuel
- 17
- Kolbenachse
- 18
- Kurbelwelle
- 19
- Innere Mantelfläche
- 20
- Teilwinkelbereich
- 21
- Erhebung
- 22
- Motor-Verdichter-Gehäuse
- 23
- Turborohr
- 24
- Gasaustrittsöffnung
- 25
- Gaseintrittsöffnung
- 26
- Brennkammer
- 27
- Ventileinrichtung
- 28
- Ventilteller
- 29
- Laufrolle
- 30
- Kolbengelenk
- 31
- Auspuffrohr
- 32
- Masterpleuel
- 33
- Stift
- 34
- Pleuelscheibe
- 35
- Führungsnut
- 36
- Öffnung
- 37
- Formschlusselement
- 38
- Wälzlager
- 39
- Kreisbahn
- 40
- Kreisbahn
- 41
- Ausmitte
1. Motor-Verdichter-Einheit (1), umfassend
- mindestens einen Rotationsmotor (2) sowie
- mindestens einen Rotationsverdichter (3) zur Verdichtung mindestens eines gasförmigen
Fluids,
der Rotationsmotor (2) umfassend
- ein Motorgehäuse mit mindestens einem in dem Motorgehäuse drehbar gelagerten Motorkranz
(4), der um eine Motorachse (5) des Motorgehäuses rotierbar gelagert ist,
- mindestens einen Zylinder (6), der in dem Motorkranz (4) angeordnet ist, wobei in
dem Zylinder (6) ein Motorkolben (7) angeordnet ist, der gemeinsam mit einer Wandung
des Zylinders (6) eine Brennkammer (26) des Zylinders (6) begrenzt, wobei der Motorkolben
(7) mittels eines Pleuels (8) linear beweglich in dem Zylinder (6) geführt ist, sowie
- mindestens eine Kolbenachse (11), um die der mindestens eine Motorkolben (7) rotierbar
ist, sodass sich der Motorkolben (7) während eines Betriebs des Rotationsmotors (2)
auf einer Kreisbahn (40) bewegt,
wobei die Kolbenachse (11) parallel zu der Motorachse (5) orientiert sowie beabstandet
von der Motorachse (5) angeordnet ist, sodass der mindestens eine Motorkolben (7)
im Zuge einer Rotation des Motorkranzes (4) um die Motorachse (5) innerhalb des Zylinders
(6) eine zyklische Auf-und-Ab-Bewegung ausführt,
der Rotationsverdichter (3) umfassend
- ein Verdichtergehäuse mit mindestens einem in dem Verdichtergehäuse drehbar gelagerten
Verdichterkranz (12), der um eine Verdichterachse (13) des Verdichtergehäuses rotierbar
gelagert ist,
- mindestens einen Zylinder (14), der in dem Verdichterkranz (12) angeordnet ist,
wobei in dem Zylinder (14) ein Verdichterkolben (15) angeordnet ist, der gemeinsam
mit einer Wandung des Zylinders (6) eine Verdichterkammer des Zylinders (14) begrenzt,
wobei der Verdichterkolben (15) mittels eines Pleuels (16) linear beweglich in dem
Zylinder (14) geführt ist, sowie
- mindestens eine Kolbenachse (17), um die der mindestens eine Verdichterkolben (15)
rotierbar ist, sodass sich der Verdichterkolben (15) während eines Betriebs des Rotationsverdichters
(3) auf einer Kreisbahn (40) bewegt,
wobei die Kolbenachse (17) parallel zu der Verdichterachse (13) orientiert sowie beabstandet
von der Verdichterachse (13) angeordnet ist, sodass der mindestens eine Verdichterkolben
(15) im Zuge einer Rotation des Verdichterkranzes (12) um die Verdichterachse (13)
innerhalb des Zylinders (14) eine zyklische Auf-und-Ab-Bewegung ausführt,
wobei der Rotationsmotor (2) und der Rotationsverdichter (3) mittels einer Übertragungseinrichtung
(10) in Drehmoment übertragender Weise miteinander koppelbar sind.
2. Motor-Verdichter-Einheit (1) nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, dass eine Übertragungsachse (9) der Übertragungseinrichtung (10), um die die Übertragungseinrichtung
(10) während eines Betriebs der Motor-Verdichter-Einheit (1) rotiert, mit der Motorachse
(5) und der Verdichterachse (13) zusammenfällt.
3. Motor-Verdichter-Einheit (1) nach Anspruch 1 oder 2, dadurch gekennzeichnet, dass die Übertragungseinrichtung (10) derart kuppelbar ist, dass eine Drehmomentübertragung
zwischen dem Rotationsmotor (2) und dem Rotationsverdichter (3) wahlweise aktivierbar
und deaktivierbar ist.
4. Motor-Verdichter-Einheit (1) nach einem der Ansprüche 1 bis 3, dadurch gekennzeichnet, dass der Rotationsmotor (2) und/oder der Rotationsverdichter (3) mittels einer feststehenden
Kurbelwelle (18) gelagert sind, wobei eine Wellenachse der Kurbelwelle (18) und die
Kolbenachse (11, 17) des Rotationsmotors (2) bzw. des Rotationsverdichters (3) parallel
zueinander sowie voneinander beabstandet angeordnet sind.
5. Motor-Verdichter-Einheit (1) nach Anspruch 4, dadurch gekennzeichnet, dass der Rotationsmotor (2) und der Rotationsverdichter (3) axial versetzt entlang einer
gemeinsamen feststehenden Kurbelwelle (18) gelagert sind, wobei vorzugsweise die Kolbenachsen
(11, 17) des Rotationsmotors (2) und des Rotationsverdichters (3) parallel zueinander
und voneinander beabstandet an der Kurbelwelle (18) angeordnet sind, weiter vorzugsweise
sich die Kolbenachsen (11, 17) in einer zu der Wellenachse senkrechten Ebene und relativ
zu der Wellenachse der Kurbelwelle (18) betrachtet gegenüberliegen.
6. Motor-Verdichter-Einheit (1) nach einem der Ansprüche 1 bis 5, dadurch gekennzeichnet, dass das Motorgehäuse und/oder das Verdichtergehäuse auf seiner bzw. ihren inneren Mantelfläche
(19) bzw. Mantelflächen (19) über einen Teilwinkelbereich (20) eine sich radial nach
innen erstreckende Erhebung (21) aufweist bzw. aufweisen.
7. Motor-Verdichter-Einheit (1) nach Anspruch 6, dadurch gekennzeichnet, dass sowohl das Motorgehäuse als auch das Verdichtergehäuse jeweils eine Erhebung (21)
aufweisen, wobei die Erhebungen (21) relativ zu der Motorachse (5) bzw. der Verdichterachse
(13) betrachtet um einen Versetzungswinkel zueinander versetzt entlang der jeweiligen
inneren Mantelfläche (19) des jeweiligen Gehäuses angeordnet sind.
8. Motor-Verdichter-Einheit (1) nach einem der Ansprüche 1 bis 7, dadurch gekennzeichnet, dass der Rotationsmotor (2) und der Rotationsverdichter (3) in einem gemeinsamen Motor-Verdichter-Gehäuse
(22) zusammengefasst sind.
9. Motor-Verdichter-Einheit (1) nach einem der Ansprüche 1 bis 8, gekennzeichnet durch mindestens ein Turborohr (23), mittels dessen eine strömungstechnische Verbindung
zwischen einer Gasaustrittsöffnung (24) des Rotationsverdichters (3) und einer Gaseintrittsöffnung
(25) des Rotationsmotors (2) herstellbar oder hergestellt ist, sodass zumindest ein
Teil des mittels des Rotationsverdichters (3) komprimierten Gases mittels des Turborohrs
(23) einer Brennkammer (26) des mindestens einen Zylinders (6) des Rotationsmotors
(2) zuleitbar ist.
10. Motor-Verdichter-Einheit (1) nach einem der Ansprüche 1 bis 9, gekennzeichnet durch eine Generatoreinheit zur Umwandlung von Bewegungsenergie in elektrische Energie
oder umgekehrt, wobei die Generatoreinheit mindestens ein Generatorgehäuse umfasst,
in dem ein Rotor drehbar um eine Generatorwelle des Generatorgehäuses gelagert ist,
wobei die Generatorwelle zumindest zeitweise in Kraft übertragender Weise mit der
Übertragungseinrichtung (10) koppelbar ist.
11. Rotationsmotor (2), umfassend
- ein Motorgehäuse mit mindestens einem in dem Motorgehäuse drehbar gelagerten Motorkranz
(4), der um eine Motorachse (5) des Motorgehäuses rotierbar gelagert ist,
- mindestens einen Zylinder (6), der in dem Motorkranz (4) angeordnet ist, wobei in
dem Zylinder (6) ein Motorkolben (7) angeordnet ist, der gemeinsam mit einer Wandung
des Zylinders (6) eine Brennkammer (26) des Zylinders (6) begrenzt, wobei der Motorkolben
(7) mittels eines Pleuels (8) linear beweglich in dem Zylinder (6) geführt ist, sowie
- mindestens eine Kolbenachse (11), um die der mindestens eine Motorkolben (7) rotierbar
ist, sodass sich der Motorkolben (7) während eines Betriebs des Rotationsmotors (2)
auf einer Kreisbahn (40) bewegt,
wobei die Kolbenachse (11) parallel zu der Motorachse (5) orientiert sowie beabstandet
von der Motorachse (5) angeordnet ist, sodass der mindestens eine Motorkolben (7)
im Zuge einer Rotation des Motorkranzes (4) um die Motorachse (5) innerhalb des Zylinders
(6) eine zyklische Auf-und-Ab-Bewegung ausführt,
wobei der Zylinder (6) mindestens eine Ventileinrichtung (27) aufweist, mittels derer
während des Betriebs des Rotationsmotors (2) Medien in eine Brennkammer (26) des Zylinders
(6) einleitbar und/oder aus der Brennkammer (26) ausleitbar sind,
dadurch gekennzeichnet, dass
die Ventileinrichtung (27) zumindest über einen Teilwinkelbereich (20) eines vollständigen
Umlaufs des Zylinders (6) um die Motorachse (5) hinweg mit dem Motorgehäuse eingreift,
wobei mittels des Eingriffs zumindest ein Ventilelement der Ventileinrichtung (27)
aus seinem Dichtsitz zwingbar ist, sodass eine strömungstechnische Verbindung zwischen
der Brennkammer (26) des Zylinders (6) und einer Umgebung freigebbar oder freigegeben
ist.
12. Rotationsmotor (2) nach Anspruch 11, dadurch gekennzeichnet, dass sich zumindest über einen Teilwinkelbereich (20) eines vollständigen Umlaufs des
Zylinders (6) um die Motorachse (5) hinweg auf einer inneren Mantelfläche (19) des
Motorgehäuses eine Erhebung (21) erstreckt, wobei ein radial gemessener Abstand zwischen
einem Hochpunkt der Erhebung (21) und der Motorachse (5) geringer ist als ein radial
gemessener Abstand zwischen der inneren Mantelfläche (19) des Motorgehäuses und der
Motorachse (5).
13. Rotationsmotor (2) nach Anspruch 12, gekennzeichnet durch eine Führungsnut (35), die umlaufend und in sich geschlossen an der inneren Mantelfläche
(19) des Motorgehäuses angeordnet ist und mit der Erhebung (21) zusammenwirkt.
14. Rotationsmotor (2) nach Anspruch 13, dadurch gekennzeichnet, dass die Ventileinrichtung (27) eine Laufrolle (29) oder einen Führungsschlitten aufweist,
mittels derer die Ventileinrichtung (27) mit der Führungsnut (35) zusammenwirkt.
15. Kompressionskältemaschine, umfassend
- mindestens eine Expansionseinheit,
- eine Verdichtereinheit, die gemeinsam mit der Expansionseinheit in einen Strömungskreislauf
integriert ist, sowie
- mindestens zwei Wärmeübertrager, die strömungstechnisch beidseitig zwischen die
Verdichtereinheit und die Expansionseinheit geschaltet sind,
dadurch gekennzeichnet, dass
die Kompressionskältemaschine mit einer Motor-Verdichter-Einheit (1) gemäß einem der
Ansprüche 5 bis 14 zusammenwirkt,
wobei mindestens eine Verdichtereinheit der Kompressionskältemaschine von dem Rotationsverdichter
(3) der Motor-Verdichter-Einheit (1) gebildet ist.