[0001] Die Erfindung betrifft ein Verfahren und eine Vorrichtung zu dessen Durchführung
zur Verbrennung von festen organischen Brennstoffen in einer Hausfeuerungsanlage,
wobei der Verbrennungsvorgang während verschiedener Brennphasen mittels einer Steuerung
zumindest einer Luftzufuhreinrichtung abhängig von einer Zusammensetzung des Abgases
der Hausfeuerungsanlage mittels Sensoren geregelt wird.
[0002] Feuerungsanlagen, insbesondere Hausfeuerungsanlagen dienen der Wärmegewinnung für
Heizung, Warmwasserzubereitung und dergleichen in Gebäuden mittels organischer fester
Brennstoffe wie beispielsweise Stückholz, Pellets, Hackschnitzeln und dergleichen.
Zu Beginn des Verbrennungsprozesses erfolgt die Entzündung wie Anzünden des Brennstoffs
bei beginnender Zufuhr von Luft mittels einer Luftzufuhreinrichtung. Nach dem Zünden
des Brennstoffs erhöht sich die Verbrennungstemperatur innerhalb der Zündphase. Bei
oder kurz vor Erreichen einer Maximaltemperatur geht die Zündphase in eine Hochtemperaturphase
über, die bei diskontinuierlicher Beschickung einer Hausfeuerungsanlage, beispielsweise
bei einem Stückholzofen nach Abbrand des Brennguts in eine Ausbrandphase übergeht.
In den einzelnen Brennphasen liegen unterschiedliche Verbrennungsbedingungen für den
Brennstoff vor, die jeweils zu einer unterschiedlichen Energieausbeute und Abgaszusammensetzung
führen.
[0003] Zur Verminderung der Abgasbelastung und Steuerung einer Energieausbeute erfolgt daher
eine Steuerung der Zufuhr von Luft mittels Regelgrößen, beispielsweise der Verbrennungstemperatur
und der zugeführten Luftmenge. Zusätzlich kann die Schadstoffemission als Regelparameter
für die Steuerung der Hausfeuerungsanlage dienen. Beispielsweise ist aus der
WO 2008/037413 A2 ein Verfahren und eine Vorrichtung zur Verbrennung von Brennstoffen in einem Ofen
mit einer Primärbrennkammer und einer Sekundärbrennkammer mit jeweils einer Luftzufuhreinrichtung
bekannt. Um eine verbesserte Verbrennung abhängig von den einzelnen Brennphasen zu
erzielen, wird die erste Zufuhreinrichtung in der Zündphase abhängig von der Verbrennungstemperatur
und in der Hochtemperaturphase abhängig von der Temperatur und einem Gehalt an Sauerstoff
im Abgas geregelt. Die zweite Luftzufuhreinrichtung wird anhand der Temperatur und
des Gehalts an nachverbrennbaren Reaktionsprodukten im Abgas geregelt. Hierbei wird
ein einziger Sensor eingesetzt, der ein Summensignal für alle nachverbrennbaren Gase,
also Kohlenmonoxid, oxidierbare Kohlenwasserstoffe und dergleichen bildet.
[0005] Aufgabe der Erfindung ist die vorteilhafte Weiterbildung eines Verfahrens und einer
Vorrichtung zur Verbrennung von festen organischen Brennstoffen. Insbesondere ist
Aufgabe der Erfindung, den Schadstoffausstoß einer Feuerungsanlage, insbesondere einer
Hausfeuerungsanlage zu verringern.
[0006] Die Aufgabe wird durch das Verfahren des Anspruchs 1 und die Vorrichtung des Anspruchs
7 gelöst. Die von dem Anspruch 1 beziehungsweise dem Anspruch 7 abhängigen Ansprüche
geben vorteilhafte Ausführungsformen des Verfahrens beziehungsweise der Vorrichtung
wieder.
[0007] Das vorgeschlagene Verfahren dient der Verbrennung von festen organischen Brennstoffen
in einer Feuerungsanlage, insbesondere einer Hausfeuerungsanlage. Feuerungsanlagen
können Brennkessel oder Öfen wie beispielsweise Kachelöfen, sogenannte Schwedenöfen
oder dergleichen sein. Der Brennstoff kann vereinzelt als Stückholz, beispielsweise
zur diskontinuierlichen Beschickung oder als Pellets, Hackschnitzel oder dergleichen
zur kontinuierlichen Beschickung vorgesehen sein. Der Verbrennungsvorgang kann mittels
der Steuereinrichtung während verschiedener Brennphasen mittels einer von einer Zusammensetzung
des Abgases und der Feuerungsanlage und gegebenenfalls der Verbrennungstemperatur
geregelten Luftzufuhr geregelt werden. Hierzu sind zumindest zwei Abgaskomponenten
erfassende Sensoren zur Ermittlung von Komponenten des Abgases im Abgasstrom und zumindest
ein Temperaturfühler vorgesehen, wobei der im Abgas vorhandene Restsauerstoff mittels
eines Sauerstoffsensors ermittelt werden kann. Weiterhin kann ein Temperaturfühler
zur Erfassung der Verbrennungstemperatur vorgesehen sein. Dieser kann direkt am Brennbett
oder im Abgasraum, beispielsweise in einer Sekundärbrennkammer einer Hausfeuerungsanlage
mit Nachverbrennung der Abgase angeordnet sein. Alternativ kann aus beispielsweise
empirisch ermittelten Eigenschaften des Brennraums die Verbrennungstemperatur aus
Messwerten eines entfernt, beispielsweise im Abgasraum angeordneten Temperaturfühlers
rückgeschlossen werden.
[0008] Als Sensoren zur Ermittlung von Gehalten unterschiedlicher Komponenten der Abgaszusammensetzung
können beispielsweise Halbleitersensoren, beispielsweise Zinndioxidsensoren, Hochtemperaturgassensoren
wie beispielsweise nach dem Mischpotentialprinzip arbeitende Mischpotentialsensoren,
kalorimetrische Sensoren und/oder dergleichen vorgesehen sein. Die Sensoren können
kontinuierlich oder getaktet messend betrieben werden. Beispielsweise können ein oder
mehrere Sensoren während einzelnen Messvorgängen mit einem Temperaturprofil betrieben
werden. Derartige Sensoren weisen in der Regel Querempfindlichkeiten zwischen den
im Abgas der Feuerungsanlage vorkommenden Abgasen wie beispielsweise Kohlenmonoxid
und Kohlenwasserstoff, beispielsweise gesättigte Kohlenwasserstoffe wie beispielsweise
Methan, ungesättigte Kohlenwasserstoffe wie beispielsweise Ethen sowie weitere teiloxidierte
Kohlenwasserstoffe mit funktionellen Gruppen wie beispielsweise Alkohole, Aldehyde,
Ketone und dergleichen auf. Wird dabei ein einziger Sensor eingesetzt, ergibt sich
ein Summensignal über alle Komponenten in jeder Brennphase, so dass eine Regelung
zur Abgasminimierung relativ ungenau ist. Desweiteren hat sich gezeigt, dass die Abgaszusammensetzung
über die Brennphasen in charakteristischer Art und Weise varüert. Es wird daher vorgeschlagen,
mehrere, bevorzugt zwei Sensoren einzusetzen und deren Messsignale zu einer Stellgröße
der zumindest einen Luftzufuhreinrichtung zu kombinieren. Unter Kombination ist hierbei
jede mathematische Verknüpfung wie beispielsweise Addition, Produktbildung und dergleichen
zu verstehen. In besonders vorteilhafter Weise wird dabei die Querempfindlichkeit
der Sensoren in der Weise ausgenutzt, dass Sensoren verwendet werden, die eine unterschiedliche
Querempfindlichkeit gegenüber Kohlenmonoxid und den im Abgas auftretenden Kohlenwasserstoffen
aufweisen.
[0009] Gleichzeitig wird zur besseren Steuerung der Verbrennung in den einzelnen Brennphasen
jeweils ein Sensor gegenüber dem oder den anderen Sensoren bei der Bildung der Stellgröße
gewichtet, der in der entsprechenden Brennphase die größere Sensitivität, also die
größere Empfindlichkeit gegenüber den in dieser Brennphase gehäuft auftretenden Gaskomponenten
aufweist. Dies bedeutet, dass aus einer Kombination von Messsignalen zumindest zweier
beispielsweise auf Kohlenmonoxid und Kohlenwasserstoffe oder zwei oder mehrere unterschiedliche
Kohlenwasserstoffe unterschiedlich querempfindlicher Sensoren eine Stellgröße für
die zumindest eine Luftzufuhreinrichtung gebildet wird, wobei die Messsignale der
einzelnen Sensoren abhängig von der Brennphase unterschiedlich gewichtet werden. Zur
Festlegung kann beispielsweise einmalig vor einer Erstinbetriebnahme der Feuerungsanlage
bei festgelegtem Brennstoff beziehungsweise bei der Auslegung einer Feuerungsanlage
brennphasenspezifisch eine Abgasanalyse vorgenommen werden. Hieraus kann einerseits
eine Auswahl geeigneter Sensoren und andererseits die Festlegung der phasenselektiven
Wichtungsfaktoren über die vorgesehenen Brennphasen erfolgen. Beispielsweise hat sich
gezeigt, dass in der Zündphase bevorzugt leicht flüchtige, bevorzugt nachverbrennbare,
beispielsweise ungesättigte Kohlenwasserstoffe wie Ethen und dergleichen, Aldehyde,
Alkohole und dergleichen bei der Verbrennung entstehen, während in der Hochtemperaturphase
vorwiegend Kohlenmonoxid und Methan entstehen. Es wird daher vorgeschlagen, zumindest
einen für Kohlenmonoxid höher sensitiven, das heißt gegenüber den anderen Komponenten
weniger querempfindlichen ersten Sensor und zumindest einen insbesondere für nicht
gesättigte Kohlenwasserstoffe und/oder Alkohole, Aldehyde und/oder dergleichen höher
sensitiven, das heißt, gegenüber Kohlenmonoxid weniger querempfindlichen zweiten Sensor
einzusetzen, um die Gehalts- wie beispielsweise Konzentrationsbestimmung der gasförmigen
Abgaskomponenten in den verschiedenen Brennphasen genauer bestimmen zu können.
[0010] Hierbei wird in vorteilhafter Weise in einer kontinuierlich mit Brennstoff beschickten
Feuerungsanlage mit zwei in eine Zündphase und eine Hochtemperaturphase gegliederten
Brennphasen in der Zündphase der zweite Sensor mit höherer Wichtung und in der Hochtemperaturphase
mit geringerer Wichtung gegenüber dem ersten Sensor und der erste Sensor in der Hochtemperaturphase
mit höherer und in der Zündphase mit geringerer Wichtung gegenüber dem zweiten Sensor
versehen, um in Kombination die Stellgröße zu bilden.
[0011] Entsprechend können in einer diskontinuierlich mit Brennstoff beschickten Feuerungsanlage
mit drei in eine Zündphase, eine Hochtemperaturphase und eine Ausbrandphase gegliederten
Brennphasen die Signale der zumindest zwei Sensoren in jeder Brennphase unterschiedlich,
das heißt phasenspezifisch zur Bildung der Stellgröße gewichtet sein.
[0012] Der Übergang der einzelnen Brennphasen ineinander, beispielsweise der Übergang von
der Zündphase in die Hochtemperaturphase und der Übergang von der Hochtemperaturphase
in die Ausbrandphase werden systemspezifisch beispielsweise anhand fester oder vom
Verbrennungsverlauf abhängiger Messgrößen ermittelt. Beispielsweise kann zur Ermittlung
des Übergangs zwischen Zündphase und Hochtemperaturphase der Ablauf eines bei Zündung
gestarteten Zeitintervalls vorgesehen sein. Weiterhin kann eine eine Temperaturschwelle
über- beziehungsweise unterschreitende Verbrennungstemperatur oder Abgastemperatur
als Messgröße zur Festlegung eines Übergangs zwischen Zündphase und Hochtemperaturphase
und/oder zwischen Hochtemperaturphase und/oder Ausbrandphase vorgesehen werden. Weiterhin
kann als Messgröße ein eine Temperaturgradientenschwelle unterschreitender Temperaturgradient
zur Festlegung eines Übergangs zwischen Zündphase und Hochtemperaturphase vorgesehen
sein, während ein Übergang von der Hochtemperaturphase in die Ausbrandphase mittels
eines eine Temperaturgradientenschwelle überschreitenden Temperaturgradienten erkannt
werden kann. Alternativ oder zusätzlich kann ein Übergang zwischen den verschiedenen
Brennphasen mittels der Messsignale der Sensoren selbst erkannt werden, indem beispielsweise
Absolutwerte dieser ausgewertet werden. Unterschreitet beispielsweise ein Messsignal
eines auf Kohlenmonoxid höher sensitiven Sensors eine vorgegebene Schwelle und/oder
unterschreitet ein Messsignal eines auf ungesättigte Kohlenwasserstoffe, Alkohole,
Aldehyde oder dergleichen höher sensitiven Sensors eine vorgegebene Schwelle, kann
ein Übergang von der Zündphase in die Hochtemperaturphase erkannt werden und eine
Änderung der Wichtung der zu der Stellgröße der zumindest einen Luftzufuhreinrichtung
kombinierten Messsignale der einzelnen Sensoren vorgenommen werden.
[0013] In einer vorteilhaften Ausführungsform des Verfahrens und einer zugehörigen Feuerungsanlage
kann diese eine Primärbrennkammer mit einer ersten Luftzufuhreinrichtung und eine
mit dieser verbundene Sekundärbrennkammer mit einer zweiten Luftzufuhreinrichtung
aufweisen, wobei die erste Luftzufuhreinrichtung zumindest in der Zündphase abhängig
von der Verbrennungstemperatur und die zweite Luftzufuhreinrichtung mittels der vorgeschlagenen
Stellgröße aus den zumindest zwei Sensoren mit abhängig von der Brennphase gewichteten
Messsignalen geregelt wird. In vorteilhafter Weise kann die erste Luftzufuhreinrichtung
in der Hochtemperaturphase und in der Ausbrandphase abhängig von der Verbrennungstemperatur
und abhängig von dem Sauerstoffgehalt des Abgases geregelt werden. Hierzu kann zusätzlich
zu den zumindest zwei Sensoren ein Sauerstoffsensor, beispielsweise ein potentiometrisch
betriebener Sensor, beispielsweise eine Lambdasonde, ein amperometrisch betriebener
elektrochemischer Sensor, ein paramagnetisch messender Sensor oder ein optischer,
eine Fluoreszenzlöschung oder eine Absorption messender Sauerstoffsensor vorgesehen
sein. Desweiteren kann die Stellgröße zusätzlich zu den Messsignalen der beiden Sensoren
abhängig von weiteren Parametern, beispielsweise einem Sauerstoffgehalt im Abgas,
der Verbrennungstemperatur, der Temperatur in der Sekundärbrennkammer und/oder dergleichen
abhängig gebildet sein. Es versteht sich, dass auch weitere, in anderer Weise technisch
ausgebildete Feuerungsanlagen beispielsweise mit drei oder mehr Verbrennungsluftströmen
von der Erfindung umfasst sind.
[0014] Die vorgeschlagene Vorrichtung dient der Durchführung des vorgeschlagenen Verfahrens
und enthält eine Feuerungsanlage, insbesondere eine Hausfeuerungsanlage mit zumindest
einer Beschickungsöffnung zur Zufuhr von festem, vereinzeltem organischem Brennstoff
auf ein Brennbett wie beispielsweise einem Brennrost, zumindest einer Luftzufuhreinrichtung,
einem Abgasbereich zur Abfuhr von Verbrennungsgas sowie zumindest zwei gegenüber verschiedenen
Abgaskomponenten, beispielsweise gegenüber Kohlenmonoxid und Kohlenwasserstoff querempfindlichen
Sensoren. Die Sensoren können einzeln, das heißt jeweils in einem eigenen Gehäuse
konfektioniert in dem Abgasraum untergebracht sein. Alternativ können zumindest die
zumindest zwei Sensoren zu einem Sensorarray zusammengefasst sein. Dies bedeutet,
dass die einzelnen sensorisch aktiven Oberflächenschichten in einem einzigen gemeinsamen
Gehäuse untergebracht sein können oder jeweils ein Sensor mit Oberflächenschicht in
einem eigenen Gehäuse untergebracht ist und die Gehäuse zusammengefasst in einem diese
umgebenden Gehäuse untergebracht sind. Das Sensorarray ist dabei im Abgasraum untergebracht.
Alternativ können beispielsweise zum Schutz der Sensoren vor hohen Temperaturen und
aggressiven Bedingungen im Abgasstrom im Bypass-Verfahren betrieben werden, wobei
die Sensoren parallel oder seriell in ein Leitungssystem eingebunden sind, über welches
Leitungssystem Abgas transportiert, beispielsweise angesaugt oder durchgepumpt, die
Sensoren passiert und anschließend ins Freie oder in den Abgasstrom abgegeben wird.
[0015] Die vorgeschlagene Vorrichtung enthält zumindest einen Sensor mit einer höheren Querempfindlichkeit
gegenüber Kohlenmonoxid als gegenüber den übrigen Verbrennungsgasen und einen weiteren
Sensor mit einer höheren Querempfindlichkeit gegenüber Kohlenwasserstoffen als gegenüber
Kohlenmonoxid.
[0016] Die Regelung der Luftzufuhreinrichtung für eine Zufuhr von Luft beispielsweise in
eine Primärbrennkammer und/oder Sekundärbrennkammer kann beispielsweise mittels einer
Regelung einer Stellklappe zur Zufuhr von Luft, eine Volumenstromregelung der Zuluft
oder dergleichen vorgesehen sein.
[0017] Die Erfindung wird anhand des in der einzigen Figur darstellten Ausführungsbeispiels
näher erläutert. Diese zeigt eine Ablaufroutine zur Ermittlung der Stellgröße für
eine Feuerungsanlage anhand einer Hausfeuerungsanlage.
[0018] Die Ablaufroutine 1 dient der Ermittlung der Stellgröße SG aus zwei Messsignalen
M(S1), M(S2) abhängig von zwei Brennphasen einer Hausfeuerungsanlage anhand der Temperatur
T, beispielsweise der Verbrennungstemperatur oder der Abgastemperatur in einem Sekundärbrennraum.
Die Stellgröße SG dient in dem gezeigten Ausführungsbeispiel der Regelung der Luftzufuhr
in den Sekundärbrennraum der Hausfeuerungsanlage. Die Ablaufroutine 1 wird mit dem
Block 2 gestartet und mit dem Block 3 nach einem entsprechenden Interrupt beendet.
[0019] In Block 4 werden die Messsignale M(S1), M(S2) zweier zueinander bezüglich der zu
erfassenden Abgaskomponenten der Hausfeuerungsanlage querempfindlicher Sensoren, beispielsweise
eines Kohlenmonoxidsensors mit dem Messsignal M(S1) und eines Kohlenwasserstoffsensors
mit dem Messsignal M(S2) sowie die Temperatur T, beispielsweise die Verbrennungstemperatur
erfasst.
[0020] In der Verzweigung 5 wird beispielsweise anhand von unter- oder überschrittenen Temperaturschwellen
der Temperatur T, beispielsweise der Verbrennungstemperatur oder der Temperatur im
Sekundärbrennraum abgefragt, ob die Brennphase BP die Zündphase ZP ist. Ist dies nicht
der Fall, handelt es sich um die Hochtemperaturphase und Block 6 wird angewählt. Aus
dem beispielsweise empirisch ermittelten Verhalten der Hausfeuerungsanlage ist vorab
bekannt, dass in der Hochtemperaturphase der Gehalt an Kohlenmonoxid eine übergeordnete
Bedeutung aufweist und der Gehalt an Kohlenwasserstoffen unbedeutend ist. Der Wichtungsfaktor
K(S1) für das Messsignal M(S1) wird deshalb größer gewählt als der Wichtungsfaktor
K(S2) für das Messsignal M(S2).
[0021] Wird in der Verzweigung 5 erkannt, dass die Brennphase BP gleich der Zündphase ZP
ist, wird in Block 7 der Wichtungsfaktor K(S1) kleiner als der Wichtungsfaktor K(S2)
ausgebildet, da für die Zusammensetzung des Abgases der Gehalt an Kohlenwasserstoffen
in der Zündphase ZP die größere Bedeutung aufweist. Es wird dabei darauf hingewiesen,
dass in der Zündphase bereits Gehalte an Kohlenmonoxid auftreten können, die größer
als die Gehalte an Kohlenwasserstoffen sind, so dass eine entsprechende Wichtung des
Messsignals M(S2) des Kohlenwasserstoffsensors von besonderem Vorteil für die Bestimmung
der Abgasqualität ist.
[0022] In Block 8 werden die ermittelten Messsignale M(S1), M(S2), die ermittelten Wichtungsfaktoren
K(S1), K(S2) und die Temperatur T zu dem Stellsignal SG in einer mathematischen Verknüpfung
kombiniert.
[0023] In Block 9 wird die Stellgröße SG an die Einrichtung zur Regelung der Hausfeuerungsanlage
ausgegeben und die Ablaufroutine 1 wird bei fehlendem Interrupt mit Block 4 neu gestartet.
Die Stellgröße SG kann mittels weiterer Parameter, beispielsweise Kalibrationsparametern,
Formparametern und/oder dergleichen sowie anwendungsspezifischen Parametern an den
Verbrennungsprozess und an die Hausfeuerungsanlage angepasst werden.
1. Verfahren zur Verbrennung von festen organischen Brennstoffen in einer Hausfeuerungsanlage,
wobei der Verbrennungsvorgang während verschiedener Brennphasen (BP) mittels einer
Steuerung zumindest einer Luftzufuhreinrichtung abhängig von einer chemischen Zusammensetzung
des Abgases der Hausfeuerungsanlage mittels Sensoren geregelt wird, wobei der Verbrennungsprozess
in zumindest zwei Brennphasen (BP), nämlich zumindest in eine Zündphase (ZP) und eine
Hochtemperaturphase unterteilt wird, dadurch gekennzeichnet, dass aus einer Kombination von Messsignalen (M(S1), M(S2)) zumindest zweier auf Abgaskomponenten
unterschiedlich querempfindlicher Sensoren eine Stellgröße (SG) für die zumindest
eine Luftzufuhreinrichtung gebildet wird, wobei die Messsignale (M(S1), M(S2)) der
einzelnen Sensoren abhängig von der Brennphase (BP) unterschiedlich gewichtet werden.
2. Verfahren nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, dass vor einer Erstinbetriebnahme der Hausfeuerungsanlage die Gehalte der mittels der
Sensoren zu erfassenden Abgaskomponenten abhängig von den Brennphasen (BP) ermittelt
werden und abhängig davon phasenspezifische Wichtungsfaktoren (k(S1), k(S2)) für die
Messsignale (M(S1), M(S2)) der einzelnen Brennphasen (BP) vorgegeben werden.
3. Verfahren nach Anspruch 1 oder 2, dadurch gekennzeichnet, dass eine mittels eines Sensors erfasste Abgaskomponente Kohlenmonoxid und zumindest eine
weitere Abgaskomponente ein Kohlenwasserstoff ist.
4. Verfahren nach einem der Ansprüche 1 bis 3, dadurch gekennzeichnet, dass die Stellgröße (SG) zusätzlich abhängig von dem Gehalt an Sauerstoff im Abgas und/oder
der Temperatur (T), insbesondere der Verbrennungstemperatur geregelt wird.
5. Verfahren nach einem der Ansprüche 1 bis 4, dadurch gekennzeichnet, dass ein Übergang der Brennphasen (BP) anhand von Betriebszeiten, Temperaturschwellen
und/oder Temperaturgradientenschwellen festgelegt wird.
6. Verfahren nach einem der Ansprüche 1 bis 5, dadurch gekennzeichnet, dass die Feuerungsanlage eine Primärbrennkammer mit einer ersten Luftzufuhreinrichtung
und eine mit dieser verbundene Sekundärbrennkammer mit einer zweiten Luftzufuhreinrichtung
enthält, wobei die erste Luftzufuhreinrichtung zumindest in der Zündphase (ZP) abhängig
von der Verbrennungstemperatur und gegebenenfalls von dem Gehalt an Sauerstoff und
die zweite Luftzufuhreinrichtung mittels der Stellgröße (SG) und gegebenenfalls zusätzlich
abhängig von der Temperatur im Abgas, insbesondere in der Sekundärbrennkammer geregelt
wird.
7. Vorrichtung zur Durchführung des Verfahrens gemäß einem der Ansprüche 1 bis 6 mit
einer Feuerungsanlage mit zumindest einer Beschickungsöffnung zur Zufuhr von festem,
vereinzeltem organischem Brennstoff auf ein Brennbett, zumindest einer Luftzufuhreinrichtung,
einem Abgasbereich zur Abfuhr von Verbrennungsgas sowie zumindest zwei gegenüber auf
Abgaskomponenten querempfindlichen Sensoren sowie gegebenenfalls einem Temperatursensor,
insbesondere Verbrennungstemperatursensor und/oder einem im Abgas angeordneten Sauerstoffsensor,
wobei die Sensoren in einem Sensorarray zusammengefasst sind.
8. Vorrichtung nach Anspruch 7, dadurch gekennzeichnet, dass die gegenüber den vorgesehenen Abgaskomponenten querempfindlichen Sensoren als Halbleitersensoren,
kalorimetrische Sensoren und/oder Mischpotentialsensoren ausgebildet sind.