[0001] Die Erfindung betrifft ein Verfahren zum Herstellen einer Korrosionsschutzbeschichtung
für härtbare Stahlbleche und eine Korrosionsschutzschicht für härtbare Stahlbleche.
[0002] Für das Härten von Stahlblechen bzw. das Erzeugen von Stahlblechbauteilen aus Stahlblech,
die gehärtet sind, und insbesondere Karossieriebauteile, gibt es derzeit zwei gängige
Verfahren.
[0003] Beiden Verfahren gemeinsam ist, dass aus einem Stahlmaterial durch Warmwalzen und
üblicherweise auch anschließendes Kaltwalzen ein Stahlband erzeugt wird und das Stahlband
anschließend kontinuierlich verzinkt wird. Das übliche Verzinkungsverfahren ist hierbei
das Feuerverzinken, bei dem das Stahlband durch einen Trog mit flüssigem Zink geführt
wird, wobei das flüssige Zink am Stahl anhaftet, das verzinkte Stahlband üblicherweise
vertikal aus dem Trog gefördert wird und anschließend überflüssiges Zink mit Abstreiferdüsen
abgestreift wird und das Band danach gegebenenfalls einer Wärmebehandlung unterzogen
wird. Das so erzeugte verzinkte Stahlband wird dann üblicherweise in Coils, d.h. aufgespult
ausgeliefert.
[0004] Um nun aus diesem Stahlband gehärtete Stahlblechbauteile zu erzeugen, werden aus
dem Stahlband Platinen einer gewünschten Größe ausgestanzt und diese Platinen dann
auf zwei unterschiedliche Arten weiterverarbeitet.
[0005] Bei einem ersten Verfahren werden die Platinen in an sich üblicher Weise in einem
mehrstufigen Prozess umgeformt und insbesondere tiefgezogen, bis das Bauteil in seiner
endgültigen Erscheinungsform ausgeformt ist. Hierbei wird jedoch üblicherweise das
Bauteil in allen drei Raumrichtungen etwa 2 % kleiner ausgebildet, um eine anschließende
Wärmedehnung zu berücksichtigen. Anschließend wird dieses Blechbauteil auf eine Austenitisierungstemperatur,
d. h. eine Temperatur oberhalb Ac
3 aufgeheizt und gegebenenfalls gehalten, bis der Stahlwerkstoff in der austenitischen
Phase vorliegt. Anschließend wird das erhitzte Stahlblechbauteil in ein Formhärtewerkzeug
überführt und in dem Formhärtewerkzeug, in welches das erhitzte Stahlblechbauteil
üblicherweise formschlüssig einsetzbar ist, von einer Matrize und einer Patrize gepresst
gehalten, jedoch nicht wesentlich umgeformt. Durch das Anliegen der Matrize und der
Patrize, die auch gekühlt sein können, wird das Stahlbauteil mit einer Geschwindigkeit
über der kritischen Härtegeschwindigkeit abgekühlt, was in einer Umwandlung des Austenits
im Wesentlich zu Martensit resultiert und eine hohe Härte des Bauteils ergibt.
[0006] Bei einem zweiten bekannten Verfahren wird die Platine direkt auf eine zum Härten
notwendige Temperatur oberhalb Ac
3 aufgeheizt und gegebenenfalls gehalten und anschließend in einem Werkzeug bestehend
aus Matrize und Patrize in einem einstufigen Hub umgeformt und gleichzeitig durch
das Anliegen des Werkzeugs am Werkstück so rasch abgekühlt, dass die oben skizzierte
Härtung eintritt. Dieses Verfahren wird Presshärten genannt.
[0007] Das Formhärten ist dem Presshärten, was die möglichen Geometrien eines Bauteils betrifft
überlegen, da in einem mehrstufigen Umformprozess kompliziertere oder komplexere Raumformen
realisierbar sind, wobei während des einstufig umformenden Presshärtens nur vergleichsweise
einfache Geometrien erzeugbar sind.
[0008] Endergebnis beider Verfahren ist jedoch ein gehärtetes Stahlblechbauteil.
[0009] Übliche Materialien für diese Stahlblechbauteile sind sogenannte Bor-Mangan-Stähle,
insbesondere der hierfür am weitesten verbreitete 22MnB5.
[0010] Es ist bekannt, dass insbesondere beim Presshärteverfahren Probleme dahingehend auftreten
können, dass flüssiges Zink mit dem im Stahlmaterial vorhandenen Austenit bei hohen
Temperaturen Wechselwirkungen eingeht, die noch nicht ganz erklärbar sind, aber dazu
führen, dass sich in den stark umgeformten Bereichen Risse bilden. Dieses Phänomen
wird als sogenanntes "liquid metal embrittlement" bezeichnet.
[0011] Es wurde bereits versucht diesem Phänomen dadurch entgegenzutreten, dass umwandlungsverzögerte
Stahlsorten verwendet werden, welche auf hoher Temperatur austenitisiert werden, anschließend
zwischengekühlt werden und durch dieses Zwischenkühlen Temperaturen erreichen, die
unter der Schmelztemperatur der Zinkphasen in der Beschichtung liegen, und erst dann
die Umformung durchzuführen. Durch die Umwandlungsverzögerung liegt selbst bei diesen
relativ niedrigen Temperaturen das Eisen noch als Austenit vor, so dass eine zuverlässige
Abschreckhärtung erzielt werden kann.
[0012] Aus der
EP 1 439 240 A1 ist ein Verfahren zum Press- bzw. Formhärten von beschichteten Stählen bekannt. In
Beispiel 5 wird eine Stahlplatine mit einer ersten Schicht aus Zink oder einer Zink-Legierung
und einer zweiten Schicht aus Nickel oder Kobalt offenbart. Die erste Schicht wird
über ein Schmelz tauchverfahren aufgebracht, wobei die zweite Schicht elektrolytisch
abgeschieden wird.
[0013] Die
EP 2 602 359 A1 betrifft das Presshärten von beschichteten Stählen, wobei die Stähle aus Nickel und
einer Zink-Nickelschicht beschichtet sind, wobei beide Schichten elektrolytisch aufgebracht
werden.
[0014] Aus der
WO 2005/021820 A1 ist ein Press- bzw. Formhärten von Platinen aus einer härtbaren Stahllegierung und
insbesondere einem 22MnB5 bekannt, wobei die Platine mit einer elektrolytisch abgeschiedenen
Zinkschicht und einer zweiten Schicht aus einem sauerstoffaffinen Element ausgebildet
sein kann.
[0015] Aus der
DE 10 2010 030 465 A1 ist ein Verfahren zum Herstellen eines mit einer Korrosionsschutzbeschichtung versehenen
und aus einem höherfesten Stahlblechmaterial gebildeten Blechformteils bekannt. Dieses
Verfahren umfasst die Schritte Umformen eines bereitgestellten Ausgangsblechmaterials
zu einem Blechformteil, Ausbildung der Korrosionsschutzbeschichtung durch elektrolytisches
Aufbringen einer Zink-Nickel-Beschichtung auf das Blechformteil, wobei zu Beginn des
Beschichtungsvorganges zunächst eine dünne Nickelschicht abgeschieden wird, die im
Weiteren eine Wasserstoffversprödung des Stahlblechmateriales verhindert. Ferner ist
hieraus ein warmumgeformtes und insbesondere pressgehärtetes Blechformteil aus einem
höherfesten Stahlblechmaterial mit einer elektrolytisch aufgebrachten Zink-Nickel-Beschichtung
bekannt. Der Sinn hierbei ist, die Nickelschicht als Barriere gegen in das Stahlblechmaterial
typischerweise beim elektrolytischen Beschichten eingebrachten Wasserstoff vorzusehen.
[0016] Aus der
EP 2 290 133 B1 ist ein Verfahren zum Herstellen eines mit einem metallischen, vor Korrosion schützenden
Überzug versehen Stahlbauteils bekannt und das Stahlbauteil selber. Hiermit soll ein
in der Praxis einfach durchzuführendes Verfahren geschaffen werden, das es erlaubt
mit vergleichbar geringem Aufwand ein Stahlbauteil herzustellen, das mit einem gut
haftenden und sicher vor Korrosion schützenden metallischen Überzug versehen ist,
da angegeben wird, dass Zinküberzüge auf den Stahlblechsorten zum Warmpresshärten
nicht gut haften. Ferner sollen bekannte Überzüge durch Oxidation der Oberfläche eine
schlechte Lackhaftung besitzen. Nach diesem Dokument soll die aufgebrachte Korrosionsschutzschicht
eine elektrolytisch aufgebrachte γ-ZnNi-Phase sein, welche anschließend vorgenommene
Erhitzungsoperationen zum Zwecke der Austenitisierung gut vertragen soll.
[0017] Die
EP 0 364 596 B1 betrifft ein Verfahren zur Herstellung von mit Zink-Nickel-Legierung beschichteten
Feinblechen mit guten Pressverformeigenschaften, wobei die Umformbarkeit derartiger
Bleche durch eine Zink-Nickel-Legierungsbeschichtung verbessert werden soll. Die Schicht
soll dabei mit etwa 30 g/m
2 und einem Nickelgehalt von 12,5 % abgeschieden werden.
[0018] Aufgabe der Erfindung ist es, ein Verfahren zum Herstellen gehärteter Stahlblechbauteile
zu schaffen.
[0019] Die Aufgabe wird mit einem Verfahren mit den Merkmalen des Anspruchs 1 gelöst.
[0020] Vorteilhafte Weiterbildungen sind in Unteransprüchen gekennzeichnet.
[0021] Es ist eine weitere Aufgabe der Erfindung, ein Korrosionsschutzmaterial für härtbare
Stahlbleche zu schaffen, welche bei gutem kathodischen Korrosionsschutz das liquid
metal embrittlement vermindert oder sogar verhindert.
[0022] Die Aufgabe wird mit einem Korrosionsschutzmaterial mit den Merkmalen des Anspruchs
10 gelöst.
[0023] Vorteilhafte Weiterbildungen sind in hiervon abhängigen Unteransprüchen gekennzeichnet.
[0024] Erfindungsgemäß wird eine mehrschichtige Korrosionsschutzschicht auf einem Stahlblech
erzeugt, wobei hierbei entweder eine sehr dünne Nickelschicht von 1 µm elektrolytisch
auf dem Stahl abgeschieden wird und anschließend eine Zinkschicht ebenfalls elektrolytisch
auf der Nickelschicht abgeschieden wird, oder die dünne Nickelschicht über eine elektrolytische
Abscheidung auf dem Stahlblech ausgebildet wird und anschließend eine Zinkschicht
über Feuerverzinkung aufgebracht wird. Eine weitere Möglichkeit ist, auf ein normales
feuerverzinktes Stahlblechband über eine entsprechende Nachbehandlung (coater) eine
nickelhaltige Schicht aufzutragen.
[0025] Die Nickelschicht hat erfindungsgemäß etwa 1 µm Dicke, wenn sie über elektrolytische
Abscheidung als erste Schicht aufgebracht wird.
[0026] Wird eine feuerverzinkte Zinkschicht nachbehandelt, besitzt die äußere nickelhaltige
Schicht etwa 250 nm bis 700 nm Dicke.
[0027] Erfindungsgemäß hat sich überraschend herausgestellt, dass bei der erfindungsgemäßen
Beschichtung bzw. dem erfindungsgemäßen Schichtaufbau das Nickel in keiner Form eine
Barriere gegen den Zutritt von flüssigem Zink zu dem Stahl bildet, vielmehr scheint
das Nickel sehr schnell mit dem Zink und auch Eisen so zu reagieren, dass der Schmelzpunkt
der gesamten Korrosionsschutzschicht sprunghaft ansteigt, da anstelle von Zink-Eisen-Γ-Phasen
vermehrt Zink-Nickel-Eisen-Phasen gebildet werden, welche einen deutlich höheren Schmelzpunkt
besitzen. Hierdurch wird erreicht, dass bei den Temperaturen, bei denen warmumgeformt
und abschreckgehärtet wird, keine flüssigen Phasen vorliegen, die mit dem Austenit
in Wechselwirkung treten könnten. Dies ist auch der Grund, warum erfindungsgemäß eine
äußere aufgebrachte Nickelschicht in vergleichbarer Weise wirkt, wobei das Nickel,
welches an der äußersten Oberfläche abgeschieden ist, derart schnell in die Korrosionsschutzschicht
hineindiffundiert, dass die Erhöhung des Schmelzpunktes sichergestellt ist.
[0028] Erfindungsgemäß können anstelle von Nickel, oder Schichten auf Basis von Nickel,
auch andere Elemente, die mit Zn oder Fe intermetallisch unedlere Phasen bilden und
ein höheres Oxidationspotenzial haben als Zn, etwa Cu, Co, Mn oder Mo, verwendet werden,
da durch Mangan, Molybdän, Kobalt und Kupfer die gleichen Effekte erzielt werden.
"Auf Basis" bedeutet hierbei, dass diese Elemente überwiegend (> 50 Gew.-%) enthalten
sind, aber weitere Elemente als Legierungselemente vorhanden sind. Sowohl Nickel und
Kobalt als auch Mangan oder Kupfer wirken nicht als physische Barriere gegen die Diffusion
zwischen Zink und Eisen, sondern werden in der Zinkschmelze und in Zink-Eisen-Phasen
gelöst und eingebaut. Bei einer zuvor aufgebrachten Nickelschicht und einer anschließenden
Feuerverzinkung wird das Nickel bereits beim Verzinken von der Zinkschmelze zumindest
angelöst.
[0029] Bei einer Standardglühung zum Zwecke der Austenitisierung und anschließenden Umformung
konnte festgestellt werden, dass sich eine ähnliche Phasenstruktur der Schicht ausbildet
wie bei reinen feuerverzinkten Schichten (phs-Ultraform), wobei diese Phasenstruktur
jedoch zinkreicher ist bzw. einen größeren Anteil an Γ-Phasen besitzt. Dass diese
Phasen zinkreicher sind, ist für die kathodische Korrosionsschutzleistung der Schicht
vorteilhaft.
[0030] Dies wird noch dadurch unterstützt, dass sich eine sehr zinkreiche oberflächennahe
Schicht bildet, die bei üblichen Feuerverzinkungsschichten bei der Standardglühung
ohne Nickelzwischenschicht nicht beobachtet wird.
[0031] Die positive Wirkung des Nickels in der Schicht bzw. als separat aufgebrachte elektrolytische
Schicht ergibt bei der Betrachtung von Biegeproben. Die Bildung von Rissen durch das
liquid metal embrittlement wird eindrucksvoll verringert.
[0032] Die Erfindung wird anhand einer Zeichnung beispielhaft erläutert. Es zeigen dabei:
- Figur 1:
- eine lichtmikroskopische geätzte Schliffaufnahme eines Stahlblechs mit einer Beschichtung,
wobei auf einer 1 µm dicken Nickel-Zwischenschicht eine feuerverzinkte Schicht aufgebracht
wurde;
- Figur 2:
- die Schicht nach Fig. 1 in einer vergrößerten Darstellung;
- Figur 3:
- eine Schicht nach Fig. 1, wobei durch EDX element mapping die Elemente Eisen, Zink,
Nickel und Aluminium in ihrer Verteilung bei einer 1 µm dicken aufgebrachten Nickelzwischenschicht
dargestellt sind;
- Figur 4:
- ein Schliffbild der Beschichtung mit einer 0,5 µm dicken Nickelschicht und einer 10
µm dicken Zinkschicht geglüht bei 800 °C;
- Figur 5:
- die Schicht nach Fig. 4 mit einer 1 µm dicken Nickelschicht;
- Figur 6:
- eine Beschichtung nach dem Glühen, einer Haltezeit, einer Tranferzeit und einer anschließenden
Kühlung zum Presshärten;
- Figur 7:
- eine röntgenelektronenmikroskopische Schliffaufnahme einer Korrosionsschutzschicht
nach einem Austenitisierungsglühen bei 870 °C;
- Figur 8:
- die Schicht nach Fig. 7 mit der Verteilung des Eisens;
- Figur 9:
- die Schicht nach Fig. 7 mit der Verteilung des Zinks;
- Figur 10:
- die Schicht nach Fig. 7 mit der Verteilung des Nickels, wobei als Präparationshilfe
eine Nickelstützschicht auf der Oberfläche aufgebracht ist;
- Figur 11:
- die Schicht nach Fig. 7 mit der Verteilung des Aluminiums;
- Figur 12:
- die Schicht nach Fig. 7 mit der Verteilung des Mangan;
- Figur 13:
- eine Beschichtung nach dem Austenitisieren und Abschrecken mit einer eingezeichneten
EDX-Scanlinie;
- Figur 14:
- die Beschichtung nach Fig. 13 mit dem Scanprofil für die Elemente Eisen, Nickel und
Zink;
- Figur 15:
- vier V-Proben mit Biegeradius 1,5 mm.
[0033] Das erfindungsgemäße Verfahren zum Erzeugen von Stahlblechbauteilen kann entweder
ein Presshärteverfahren oder ein Formhärteverfahren sein, also ein Verfahren, bei
dem ein Stahlblechbauteil aufgeheizt wird und anschließend in einem Werkzeug abschreckgehärtet
wird (Formhärten), oder ein Verfahren, bei dem eine Platine einstufig umgeformt und
abschreckgehärtet wird (Presshärten).
[0034] Erfindungsgemäß wird ein Bor-Mangan-Stahl als Stahlwerkstoff für das Presshärten
oder Formhärten verwendet, bei dem bezüglich der Umwandlung des Austenits in andere
Phasen sich die Umwandlung in tiefere Bereiche verschieben kann und Martensit gebildet
wird.
[0035] Als Umwandlungsverzögerer in derartigen Stählen, d. h. als Element, welches die Phasenumwandlung
des Austenits zum Martensit zu tieferen Temperaturen verschiebt, sind insbesondere
die Legierungselemente Bor, Mangan, Kohlenstoff und optional Chrom und Molybdän vorhanden.
[0036] Für die Erfindung werden Stähle der allgemeinen Legierungszusammensetzung verwendet
(alle Angaben in Gewichtsprozent):
| Kohlenstoff (C) |
0,08-0,6 |
| Mangan (Mn) |
0,8-3,0 |
| Aluminium (Al) |
0,01-0,07 |
| Silizium (Si) |
0,01-0,5 |
| Chrom (Cr) |
0,02-0,6 |
| Titan (Ti) |
0,01-0,08 |
| Stickstoff (N) |
< 0,02 |
| Bor (B) |
0,002-0,02 |
| Phosphor (P) |
< 0,01 |
| Schwefel (S) |
< 0,01 |
| Molybdän (Mo) |
< 1 |
[0037] Rest Eisen und erschmelzungsbedingte Verunreinigungen.
[0038] Insbesondere als geeignet erwiesen haben sich Stahlanordnungen wie folgt (alle Angaben
in Gewichtsprozent):
| Kohlenstoff (C) |
0,08-0,34 |
| Mangan (Mn) |
1,00-3,00 |
| Aluminium (Al) |
0,03-0,06 |
| Silizium (Si) |
0,01-0,20 |
| Chrom (Cr) |
0,02-0,3 |
| Titan (Ti) |
0,03-0,04 |
| Stickstoff (N) |
< 0,007 |
| Bor (B) |
0,002-0,006 |
| Phosphor (P) |
< 0,01 |
| Schwefel (S) |
< 0,01 |
| Molybdän (Mo) |
< 1 |
[0039] Rest Eisen und erschmelzungsbedingte Verunreinigungen.
[0040] Damit sind insbesondere auch die herkömmlichen Stähle 22MnB5 bzw. 20MnB8 geeignet.
[0041] Durch die Einstellung der als Umwandlungsverzögerer wirkenden Legierungselemente
wird eine Abschreckhärtung, d. h. die rasche Abkühlung mit einer über der kritischen
Härtegeschwindigkeit liegenden Abkühlgeschwindigkeit, auch noch unter 780°C sicher
erreicht. Dies bedeutet, dass in diesem Fall unterhalb des Peritektikums des Systems
Zink-Eisen gearbeitet wird, d. h. erst unterhalb des Peritektikums mechanische Spannungen
aufgebracht werden. Dies bedeutet ferner, dass in dem Moment, in dem mechanische Spannungen
aufgebracht werden, keine flüssigen Zinkphasen mehr vorhanden sind, welche mit Austenit
in Kontakt kommen können.
[0042] Eine erfindungsgemäße Korrosionsschutzschicht ist eine mehrschichtig aufgebrachte
Korrosionsschutzschicht, wobei auf ein Substrat aus einem härtbaren Stahlmaterial
mehreren Nickelschichten und mehreren Zinkschichten aufgebracht werden. Anstelle einer
Nickelschicht kann auch eine Mangan- oder Kupferschicht aufgebracht werden.
[0043] Hierbei wird die Nickel-, Kupfer- oder Manganschicht vorzugsweise elektrolytisch
aufgebracht. Die Zinkschicht kann elektrolytisch oder über ein Schmelztauchverfahren
aufgebracht werden.
[0044] Grundsätzlich ist es möglich, zuerst die Nickelschicht und anschließend eine Zinkschicht
aufzubringen, wobei die nachträglich aufgebrachte Zinkschicht elektrolytisch oder
im Schmelztauchverfahren aufgebracht wird.
[0045] Eine weitere Möglichkeit besteht darin, die Zinkschicht als erste Schicht elektrolytisch
oder über Schmelztauchverfahren aufzubringen und anschließend eine Nickelschicht hierauf
an der äußersten Oberfläche aufzubringen und insbesondere elektrolytisch abzuscheiden.
[0046] Wird hier von Nickel gesprochen, sind hiermit auch andere Elemente gemeint, die mit
Zn oder Fe intermetallisch unedlere Phasen bilden und ein höheres Oxidationspotenzial
haben als Zn, etwa Cu, Co, Mn oder Mo.
[0047] Das Element Nickel wird hierbei stellvertretend auch für Kupfer und Mangan verwendet.
[0048] Überraschenderweise hat sich herausgestellt, dass dementsprechend aufgebrachte metallische
Schichten offenbar in den Phasenaufbau einer Korrosionsschutzschicht eingreifen, selbst
aber keine Diffusionsbarriere darstellen. Deshalb ist die Erfindung auch dann wirksam,
wenn die dünne Nickel-, Kupfer- oder Manganschicht auf einer Feuerverzinkungsschicht
aufgebracht wird.
[0049] In Fig. 1 erkennt man eine lichtmikroskopische angeätzte Schliffdarstellung einer
Schicht auf einem Stahlsubstrat. In Fig. 2 ist diese noch einmal vergrößert dargestellt.
[0050] Bei dieser Schicht wird zunächst eine 1 µm dicke Nickelzwischenschicht auf das Stahlsubstrat
aufgebracht und anschließend feuerverzinkt, wobei bei der Feuerverzinkung die Nickelzwischenschicht
im Zinkbad gelöst wurde.
[0051] Wenn eine derartige Schicht mit einer EDX-Elementverteilung gemessen wird, erkennt
man in Fig. 3, dass eine Eisengleichverteilung im Bereich des Stahls vorhanden ist,
wobei an der Grenzschicht zu den darauf angebrachten Schichten der Eisengehalt abnimmt.
Bei der Verteilung von Zink erkennt man, dass im Grenzbereich zu höheren Schichten
der Zinkgehalt zunimmt.
[0052] Bezüglich des Nickels erkennt man, dass es eine Gleichverteilung innerhalb der Schicht
geben muss, da keine klare farbliche Aussage bezüglich des Nickels vorhanden ist.
Gleiches trifft für Aluminium zu, welches in der Zinkbeschichtung zur Feuerverzinkung
enthalten ist.
[0053] In Fig. 4 und 5 sind jeweils Schichten gegenübergestellt, bei denen einmal die Nickelzwischenschicht
eine Dicke von 0,5 µm (Fig. 4) und einmal eine Schichtstärke von 1 µm (Fig. 5) hatte.
Hierauf ist jeweils eine feuerverzinkte Schicht von 10 µm abgeschieden. Beide Schichtproben
wurden anschließend auf 800 °C erhitzt. Die oberste helle Schicht gehört nicht zu
den Korrosionsschutzschichten dazu, es handelt sich um eine Präparationshilfsschicht
aus Nickel, die vor der Probenpräparation, d. h. nach dem Erhitzen und Abkühlen, aufgebracht
wurde.
[0054] Bei diesen Beschichtungen bildet sich an der Oberfläche des Stahlsubstrats ein im
Schliff zweiphasiger Aufbau mit einer hellen Phase, die von dunklen Flächen durchsetzt
ist (Fig. 6). Hierbei wurde bei einer 1 µm starken Nickelzwischenschicht bei 870 °C
geglüht, anschließend wurde 45 s abgewartet, hinzu kam eine Transferzeit von 5 s und
anschließend eine Abkühlung in einer Presse.
[0055] Eine Schicht nach Fig. 6 wurde mit einer EDX-Elementverteilung gemessen, wobei auch
hier auf der Probe eine Nickelstützschicht als Präparationshilfe vorhanden ist. Der
Schichtenausschnitt, der gemessen wurde, ist in Fig. 7 dargestellt.
[0056] Bei der Verteilung des Eisens (Fig. 8) erkennt man, dass relativ wenig Eisen in der
hellen Phase vorhanden ist, während die dunkle Phase deutliche Eisengehalte aufzeigt.
[0057] Bei Zink zeigt sich, dass dieses in der hellen Phase stark angereichert ist, während
es in den dunklen Flächen in viel niedrigeren Konzentrationen vorhanden ist, so dass
offensichtlich eine eisenreiche Phase als Knötchen bzw. rundliche Anreicherung in
einer Zinkmatrix vorhanden ist.
[0058] Das Nickel (Fig. 10) ist noch sehr schwach in der hellen Zinkmatrix zu erkennen,
ist aber in den eisenreichen Knötchen offensichtlich nicht vorhanden, während Aluminium
(Fig. 11) in der gesamten Schicht relativ gleich verteilt ist, wenn auch mit Anreicherungen
in den eisenreichen Phasen.
[0059] Mangan, welches im Grundstahlmaterial vorhanden ist, ist in der gesamten Schicht
kaum vorhanden und lediglich im Substrat feststellbar.
[0060] Bei einer vergleichbaren Schicht wurde die Elementverteilung in die Tiefe mit einem
sogenannten EDX-Linescan (Fig. 13) ermittelt. Hierbei beginnt der Scan bereits in
der Nickelstützschicht und geht tief in das Stahlgrundmaterial hinein.
[0061] Bei einer Beschichtung, die bei 800 °C geglüht wurde, 5 s Transferzeit hatte und
anschließend pressgekühlt wurde, ergibt sich, wie in Fig. 14 zu sehen ist, eine entsprechende
Verteilung der Elemente. Der Nickelpeak ist anfangs nahezu bei 100 %, was daran liegt,
dass der Scan bereits in der Nickelpräparationsschicht beginnt. Anschließend fällt
der Nickelgehalt ab, wobei man erkennt, dass in den dunklen eisenreichen Zonen der
Nickelgehalt deutlich geringer ist als in den hellen zinkreichen Phasen. Dementsprechend
ist beginnend von der äußeren Oberfläche der Eisengehalt sehr niedrig und liegt bei
etwa 10 % und steigt in der dunklen eisenreichen Phase deutlich an, um dann in der
Stahlmatrix sein Maximum zu erreichen. Dem Eisengehalt gegenläufig verhält sich der
Zinkgehalt, was entsprechend der zweiphasigen Ausbildung zu erwarten war.
[0062] Von einer ursprünglich vorhandenen Nickelschicht ist im Phasenaufbau nichts mehr
zu erkennen.
[0063] Die positive Auswirkung des Nickels in der Schicht erkennt man bei Biegeproben mit
einem Radius von 1,5 mm (Fig. 15).
[0064] Während bei einer Nickelzwischenschicht von lediglich 0,5 µm (wobei durch die vollständige
Lösung des Nickels in der Korrosionsschutzbeschichtung die Dicke der Nickelschicht
lediglich auf die Menge des Nickels in der Schicht einen Einfluss hat). Bei 0,5 µm
Nickel und 10 µm feuerverzinkter Schicht hierauf ergibt sich bei 870 °C Glühtemperatur,
45 s Haltezeit, 6 s Transferzeit und dementsprechendem Abkühlen in der Presse ein
Rissbild, wie es in Fig. 15 in den beiden linken Darstellungen zu erkennen ist.
[0065] Demgegenüber wird bei einer 1 µm dicken Nickelschicht und ansonsten gleichen Bedingungen
ein ganz erheblich feineres Rissbild (Fig. 15, die beiden rechten Darstellungen) erzielt.
[0066] Die Erfindung ermöglicht es somit, über eine zusätzliche Nickelschicht einen Einfluss
auf die Korrosionsschutzschicht basierend auf Zink zu nehmen, in der Art, dass diese
Schicht beim Abkühlen offensichtlich schneller feste Phasen bildet, die dann beim
Umformen nicht mit dem Austenit des Stahlsubstrats reagieren.
[0067] Insbesondere in den zinkreichen hellen Phasen der Beschichtung löst sich mehr Nickel
als in den dunklen eisenreichen Phasen, die von sich aus einen höheren Schmelzpunkt
haben.
[0068] Gegenüber einer einheitlich über Elektrolyse abgeschiedenen Zink-Nickel-Schicht hat
die Erfindung den Vorteil, dass sie eine gemischte Aufbringung in elektrolytischen
und Schmelztauchbeschichtungsverfahren ermöglicht. Ferner kann die Nickelschicht auf
herkömmliche, bereits feuerverzinkte Bleche ohne weiteres aufgebracht werden, wobei
hierfür sowohl elektrolytische Beschichtungen angewendet werden können als auch andere
Beschichtungsverfahren, z. B. Walzenapplizierung, d.h. ein Walzenauftragsverfahren,
wie beispielsweise ein Coil-Coating-Verfahren, bei dem eine nickelhaltige Schicht
mit einer Dicke von 250 nm bis 700 nm aufgebracht wird.
1. Verfahren zum Herstellen gehärteter Stahlblechbauteile, wobei auf ein Band aus einer
abschreckhärtbaren Stahllegierung als Korrosionsschutzbeschichtung zumindest zwei
Metallschichten nacheinander auf dem Stahlsubstrat abgeschieden werden, wobei die
eine Metallschicht eine Schicht aus Zink oder auf Basis von Zink ist und die andere
Schicht eine Schicht aus einem Metall ist, das mit Zn oder Fe intermetallisch unedlere
Phasen bildet und ein höheres Oxidationspotenzial hat als Zn, nämlich Ni, Cu, Co,
Mn oder Mo, oder eine Schicht auf Basis dieser Metalle ist und wobei Stähle der allgemeinen
Legierungszusammensetzung, jeweils in Gewichtsprozent:
| Kohlenstoff (C) |
0,08-0,6 |
| Mangan (Mn) |
0,8-3,0 |
| Aluminium (Al) |
0,01-0,07 |
| Silizium (Si) |
0,01-0,5 |
| Chrom (Cr) |
0,02-0,6 |
| Titan (Ti) |
0,01-0,08 |
| Stickstoff (N) |
< 0,02 |
| Bor (B) |
0,002-0,02 |
| Phosphor (P) |
< 0,01 |
| Schwefel (S) |
< 0,01 |
| Molybdän (Mo) |
< 1 |
Rest Eisen und erschmelzungsbedingte Verunreinigungen
verwendet werden, wobei aus dem mit der Korrosionsschutzbeschichtung versehenen Band
Platinen ausgestanzt werden und die Platinen entweder
- auf eine Temperatur > Ac3 aufgeheizt und gegebenenfalls gehalten werden und anschließend in einem Presshärtewerkzeug
umgeformt und abschreckgehärtet werden, um das Stahlblechbauteil zu erzeugen, oder
- die Platinen kalt zu einem Stahlblechbauteil umgeformt werden und das Stahlblechbauteil
anschließend auf eine Temperatur > Ac3 aufgeheizt wird und in einem Formhärtewerkzeug abschreckgehärtet wird, wobei die
Schichtenabfolge zwischen Nickel, Kupfer und Mangan einerseits und Zink oder auf Basis
von Zink andererseits wiederholt aufgebracht wird.
2. Verfahren nach Anspruch 1,
dadurch gekennzeichnet, dass als Stahlmaterial ein Material mit der folgenden Legierungszusammensetzung, jeweils
die Angabe in Gewichtsprozent verwendet wird:
| Kohlenstoff (C) |
0,08-0,34 |
| Mangan (Mn) |
1,00-3,00 |
| Aluminium (Al) |
0,03-0,06 |
| Silizium (Si) |
0,01-0,20 |
| Chrom (Cr) |
0,02-0,3 |
| Titan (Ti) |
0,03-0,04 |
| Stickstoff (N) |
< 0,007 |
| Bor (B) |
0,002-0,006 |
| Phosphor (P) |
< 0,01 |
| Schwefel (S) |
< 0,01 |
| Molybdän (Mo) |
< 1 |
Rest Eisen und erschmelzungsbedingte Verunreinigungen.
3. Verfahren nach Anspruch 1 oder 2, dadurch gekennzeichnet, dass die Schicht aus Zink oder auf Basis von Zink elektrolytisch oder über ein Schmelztauchverfahren
aufgebracht wird.
4. Verfahren nach Anspruch 1 bis 3, dadurch gekennzeichnet, dass die Nickel-, Kupfer- oder Manganschicht elektrolytisch oder über ein Walzenauftragsverfahren,
beispielsweise ein Coil-Coating-Verfahren, aufgebracht wird.
5. Verfahren nach einem der vorhergehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, dass die Nickel-, Kupfer- oder Manganschicht in einer Dicke von 0,5 µm bis 2 µm bei elektrolytischer
Abscheidung oder 250 nm bis 700 nm bei Walzenapplizierung insbesondere Coil-Coating-Verfahren
aufgebracht wird.
6. Verfahren nach einem der vorhergehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, dass die Zinkschicht oder Schicht auf Basis von Zink mit einer Dicke von 6 µm bis 30 µm
abgeschieden wird.
7. Verfahren nach einem der vorhergehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, dass die Schicht aus Nickel, Kupfer oder Mangan zunächst auf dem Stahlsubstrat abgeschieden
wird und darauf die Zinkschicht oder Beschichtung auf Basis von Zink abgeschieden
wird.
8. Verfahren nach einem der vorhergehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, dass die Beschichtung aus Zink oder auf Basis von Zink auf der Schicht aus Nickel, Kupfer
oder Mangan elektrolytisch oder durch Schmelztauchverzinken aufgebracht wird.
9. Verfahren nach einem der vorhergehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, dass zunächst die Schicht aus Zink oder auf Basis von Zink elektrolytisch oder im Schmelztauchbeschichtungsverfahren
auf dem Stahlsubstrat aufgebracht wird und anschließend die Nickelschicht elektrolytisch
auf die Zinkschicht oder mit einem Walzenauftragsverfahren, bsp. Coil-Coating-Verfahren,
auf der Zinkschicht aufgebracht wird.
10. Korrosionsschutzmaterial zur Verwendung in einem Verfahren nach einem der Ansprüche
1 bis 10, wobei die Korrosionsschutzschicht zumindest zwei Schichten besitzt, wobei
eine Schicht aus Nickel, Kupfer oder Mangan vorhanden ist und darauf oder darunter
eine Schicht aus Zink oder auf Basis von Zink vorhanden ist, wobei auf dem Stahlsubstrat
eine mehrfache Abfolge der Schichten Nickel, Kupfer und Mangan einerseits und Zink
oder Schichten auf Basis von Zink andererseits vorhanden ist.
11. Korrosionsschutzmaterial nach Anspruch 10, dadurch gekennzeichnet, dass die Schicht aus Zink oder auf Basis von Zink elektrolytisch oder über ein Schmelztauchverfahren
abgeschieden ist.
12. Korrosionsschutzmaterial nach Anspruch 10 oder 11, dadurch gekennzeichnet, dass die Nickel-, Kupfer- oder Manganschicht elektrolytisch oder über ein Walzenauftragsverfahren,
beispielsweise Coil-Coating-Verfahren, aufgebracht ist.
13. Korrosionsschutzmaterial nach einem der Ansprüche 10 bis 12, dadurch gekennzeichnet, dass Nickel-, Kupfer- oder Manganschicht eine Dicke von 0,5 µm bis 2 µm bei elektrolytischer
Abscheidung oder 250 nm bis 700 nm bei einem Walzenauftragsverfahren, insbesondere
Coil-Coating-Verfahren, besitzt.
14. Korrosionsschutzmaterial nach einem der Ansprüche 10 bis 13, dadurch gekennzeichnet, dass die Zinkschicht oder die Schicht auf Basis von Zink eine Dicke von 6 µm bis 30 µm
besitzt.
15. Korrosionsschutzmaterial nach einem der Ansprüche 10 bis 14, dadurch gekennzeichnet, dass die Schicht aus Nickel, Kupfer oder Mangan auf dem Stahlsubstrat angeordnet ist und
darüber die Zinkschicht oder die Beschichtung auf Basis von Zink.
16. Korrosionsschutzmaterial nach einem der Ansprüche 10 bis 15, dadurch gekennzeichnet, dass auf dem Stahlsubstrat eine Zinkschicht oder Beschichtung auf Basis von Zink, die
elektrolytisch oder durch Schmelztauchbeschichten abgeschieden wurde, aufgebracht
angeordnet ist, und auf der Zinkschicht die Nickelschicht angeordnet ist, wobei die
Nickelschicht elektrolytisch oder mit einem Walzenauftragsverfahren, insbesondere
Coil-Coating-Verfahren, aufgebracht ist.
1. A method for producing hardened steel sheet components, wherein at least two metal
layers are deposited successively on a strip of a quench-hardenable steel alloy as
anti-corrosion coating on the steel substrate, the one metal layer being a layer made
of zinc or based on zinc and the other layer being a layer made of a metal which forms
intermetallically less noble phases with Zn or Fe and has a higher oxidation potential
than Zn, namely Ni, Cu, Co, Mn or Mo, or is a layer based on these metals, and wherein
steels of the general alloy composition, each in weight percent:
| Carbon (C) |
0.08-0.6 |
| Manganese (Mn) |
0.8-3.0 |
| Aluminum (Al) |
0.01-0.07 |
| Silicon (Si) |
0.01-0.5 |
| Chromium (Cr) |
0.02-0.6 |
| Titanium (Ti) |
0.01-0.08 |
| Nitrogen (N) |
< 0.02 |
| Boron (B) |
0.002-0.02 |
| Phosphorus (P) |
< 0.01 |
| Sulphur (S) |
< 0.01 |
| Molybdenum (Mo) |
< 1 |
the balance being iron and smelting impurities
are used, wherein blanks are punched out of the strip provided with the anti-corrosion
coating and the blanks are either
- heated to a temperature > Ac3 and optionally maintained there and then formed in a press hardening tool and quench-hardened
to produce the steel sheet component, or
- the blanks are formed into a steel sheet component in the cold state and the steel
sheet component is subsequently heated to a temperature > Ac3 and quench-hardened in a die hardening tool, with the layer sequence between nickel,
copper and manganese on the one hand and zinc or based on zinc on the other hand being
applied repeatedly.
2. The method according to claim 1,
characterized in that a material with the following alloy composition, the indication in each case in weight
percent, is used as the steel material:
| Carbon (C) |
0.08-0.34 |
| Manganese (Mn) |
1.00-3.00 |
| Aluminum (Al) |
0.03-0.06 |
| Silicon (Si) |
0.01-0.20 |
| Chromium (Cr) |
0.02-0.3 |
| Titanium (Ti) |
0.03-0.04 |
| Nitrogen (N) |
< 0.007 |
| Boron (B) |
0.002-0.006 |
| Phosphorus (P) |
< 0.01 |
| Sulphur (S) |
< 0.01 |
| Molybdenum (Mo) |
< 1 |
the balance being iron and smelting impurities.
3. The method according to claim 1 or 2, characterized in that the layer made of zinc or based on zinc is applied electrolytically or by a hot-dip
process.
4. The method according to claims 1 to 3, characterized in that the nickel, copper or manganese layer is applied electrolytically or via a roller
application process, for example a coil coating process.
5. The method according to any of the preceding claims, characterized in that the nickel, copper or manganese layer is applied in a thickness of 0.5 µm to 2 µm
with electrolytic deposition or in a thickness of 250 nm to 700 nm with roller application,
in particular the coil coating process.
6. The method according to any of the preceding claims, characterized in that the zinc layer or the layer based on zinc is deposited with a thickness of 6 µm to
30 µm.
7. The method according to any of the preceding claims, characterized in that the layer of nickel, copper or manganese is first deposited on the steel substrate
and then the zinc layer or the coating based on zinc is deposited.
8. The method according to any of the preceding claims, characterized in that the coating made of zinc or based on zinc is applied to the layer of nickel, copper
or manganese electrolytically or by hot-dip galvanizing.
9. The method according to any of the preceding claims, characterized in that the layer made of zinc or based on zinc is first applied electrolytically or by the
hot-dip coating process to the steel substrate and then the nickel layer is applied
electrolytically to the zinc layer or is applied to the zinc layer by a roller application
process, e.g. coil coating process.
10. An anti-corrosion material for use in a method according to any of claims 1 to 10,
the anti-corrosion layer having at least two layers, wherein a layer of nickel, copper
or manganese is present and a layer made of zinc or based on zinc is present thereon
or thereunder, a multiple sequence of the layers of nickel, copper and manganese on
the one hand and zinc or layers based on zinc on the other hand being present on the
steel substrate.
11. The anti-corrosion material according to claim 10, characterized in that the layer made of zinc or based on zinc is deposited electrolytically or by a hot-dip
process.
12. The anti-corrosion material according to claim 10 or 11, characterized in that the nickel, copper or manganese layer is applied electrolytically or by a roller
application process, for example the coil coating process.
13. The anti-corrosion material according to any of claims 10 to 12, characterized in that the nickel, copper or manganese layer has a thickness of 0.5 µm to 2 µm in the case
of electrolytic deposition or a thickness of 250 nm to 700 nm in the case of a roller
application process, in particular with the coil coating process.
14. The anti-corrosion material according to any of claims 10 to 13, characterized in that the zinc layer or the layer based on zinc has a thickness of 6 µm to 30 µm.
15. The anti-corrosion material according to any of claims 10 to 14, characterized in that the layer of nickel, copper or manganese is arranged on the steel substrate and thereon
the zinc layer or the coating based on zinc.
16. The anti-corrosion material according to any of claims 10 to 15, characterized in that a zinc layer or a coating based on zinc, which has been deposited electrolytically
or by hot-dip coating, is arranged as being applied to the steel substrate, and the
nickel layer is arranged on the zinc layer, the nickel layer being applied electrolytically
or by a roller application process, in particular the coil coating process.
1. Procédé de production de composants en tôle d'acier trempés, sachant que, sur une
bande composée d'un alliage d'acier trempable, au moins deux couches de métal sont
successivement déposées comme revêtement anticorrosion sur le substrat d'acier, sachant
que l'une couche de métal est une couche de zinc ou à base de zinc et l'autre couche
est une couche composée d'un métal qui forme avec le Zn ou le Fe des phases intermétalliquement
moins nobles et présente un potentiel d'oxydation supérieur à celui du Zn, soit du
Ni, du Cu, du Co, du Mn ou du Mo, ou est une couche à base de ces métaux et sachant
que des aciers de la composition d'alliage générale, respectivement en pour cent de
poids :
| carbone (C) |
0,08-0,6 |
| manganèse (Mn) |
0,8-3,0 |
| aluminium (Al) |
0,01-0,07 |
| silicium (Si) |
0,01-0,5 |
| chrome (Cr) |
0,02-0,6 |
| titane (Ti) |
0,01-0,08 |
| azote (N) |
< 0,02 |
| bore (B) |
0,002-0,02 |
| phosphore (P) |
< 0,01 |
| soufre (S) |
< 0,01 |
| molybdène (Mo) |
< 1 |
reste de fer et d'impuretés liées à la fusion
sont utilisés, sachant que des platines sont estampées à partir de la bande dotée
du revêtement anticorrosion et soit les platines sont
- chauffées et éventuellement maintenues à une température > Ac3 puis déformées et trempées dans un outil de trempe à la presse pour générer le composant
en tôle d'acier, soit
- les platines sont déformées à froid en un composant en tôle d'acier puis le composant
en tôle d'acier est chauffé à une température > Ac3 et trempé dans un outil de trempe par formage, sachant que la succession de couches
entre nickel, cuivre et manganèse d'un côté et zinc ou à base de zinc de l'autre côté
est appliquée de manière répétée.
2. Procédé selon la revendication 1,
caractérisé en ce que, comme matériau d'acier, un matériau ayant la composition d'alliage ci-après, l'indication
étant respectivement en pour cent de poids, est utilisé :
| carbone (C) |
0,08-0,34 |
| manganèse (Mn) |
1,00-3,00 |
| aluminium (Al) |
0,03-0,06 |
| silicium (Si) |
0,01-0,20 |
| chrome (Cr) |
0,02-0,3 |
| titane (Ti) |
0,03-0,04 |
| azote (N) |
< 0,007 |
| bore (B) |
0,002-0,006 |
| phosphore (P) |
< 0,01 |
| soufre (S) |
< 0,01 |
| molybdène (Mo) |
< 1 |
reste de fer et d'impuretés liées à la fusion.
3. Procédé selon la revendication 1 ou 2, caractérisé en ce que la couche de zinc ou à base de zinc est appliquée par électrolyse ou par un procédé
d'immersion dans un bain en fusion.
4. Procédé selon la revendication 1 à 3, caractérisé en ce que la couche de nickel, de cuivre ou de manganèse est appliquée par électrolyse ou par
un procédé d'application au rouleau, par exemple un procédé de revêtement en continu
(coil coating).
5. Procédé selon l'une des revendications précédentes, caractérisé en ce que la couche de nickel, de cuivre ou de manganèse est appliquée avec une épaisseur de
0,5 µm à 2 µm en cas de dépôt électrolytique ou de 250 nm à 700 nm en cas d'application
au rouleau, en particulier de procédé de revêtement en continu.
6. Procédé selon l'une des revendications précédentes, caractérisé en ce que la couche de zinc ou la couche à base de zinc est déposée avec une épaisseur de 6
µm à 30 µm.
7. Procédé selon l'une des revendications précédentes, caractérisé en ce que la couche de nickel, de cuivre ou de manganèse est d'abord déposée sur le substrat
d'acier, puis la couche de zinc ou le revêtement à base de zinc est déposé dessus.
8. Procédé selon l'une des revendications précédentes, caractérisé en ce que le revêtement en zinc ou à base de zinc est appliqué sur la couche de nickel, de
cuivre ou de manganèse par électrolyse ou par zingage par immersion dans un bain en
fusion.
9. Procédé selon l'une des revendications précédentes, caractérisé en ce que la couche de zinc ou à base de zinc est d'abord appliquée sur le substrat d'acier
par électrolyse ou par procédé de revêtement par immersion dans un bain en fusion,
puis la couche de nickel est appliquée par électrolyse sur la couche de zinc ou par
un procédé d'application au rouleau, par exemple un procédé de revêtement en continu,
sur la couche de zinc.
10. Matériau de protection anticorrosion destiné à être utilisé dans un procédé selon
l'une des revendications 1 à 10, sachant que la couche de protection anticorrosion
comporte au moins deux couches, sachant qu'une couche en nickel, en cuivre ou en manganèse
est présente et une couche de zinc ou à base de zinc est présente dessus ou dessous,
sachant qu'une succession multiple des couches de nickel, de cuivre et de manganèse
d'un côté et du zinc ou des couches à base de zinc de l'autre côté est présente sur
le substrat d'acier.
11. Matériau de protection anticorrosion selon la revendication 10, caractérisé en ce que la couche de zinc ou à base de zinc est déposée par électrolyse ou par un procédé
d'immersion dans un bain en fusion.
12. Matériau de protection anticorrosion selon la revendication 10 ou 11, caractérisé en ce que la couche de zinc, de cuivre ou de manganèse est appliquée par électrolyse ou par
un procédé d'application au rouleau, par exemple un procédé de revêtement en continu
(coil coating).
13. Matériau de protection anticorrosion selon l'une des revendications 10 à 12, caractérisé en ce que la couche de nickel, de cuivre ou de manganèse présente une épaisseur de 0,5 µm à
2 µm en cas de dépôt électrolytique ou de 250 nm à 700 nm en cas de procédé d'application
au rouleau, en particulier de procédé de revêtement en continu.
14. Matériau de protection anticorrosion selon l'une des revendications 10 à 13, caractérisé en ce que la couche de zinc ou la couche à base de zinc présente une épaisseur de 6 µm à 30
µm.
15. Matériau de protection anticorrosion selon l'une des revendications 10 à 14, caractérisé en ce que la couche de nickel, de cuivre ou de manganèse est disposée sur le substrat d'acier
et la couche de zinc ou le revêtement à base de zinc est disposée par-dessus.
16. Matériau de protection anticorrosion selon l'une des revendications 10 à 15, caractérisé en ce qu'une couche de zinc ou un revêtement à base de zinc qui a été déposé par électrolyse
ou par revêtement par immersion dans un bain en fusion est disposé sur le substrat
d'acier, et la couche de nickel est disposée sur la couche de zinc, sachant que la
couche de nickel est appliquée par électrolyse ou par un procédé d'application au
rouleau, en particulier un procédé de revêtement en continu.