| (19) |
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(11) |
EP 3 216 503 B2 |
| (12) |
NEUE EUROPÄISCHE PATENTSCHRIFT |
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Nach dem Einspruchsverfahren |
| (45) |
Veröffentlichungstag und Bekanntmachung des Hinweises auf die Entscheidung über den
Einspruch: |
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06.10.2021 Patentblatt 2021/40 |
| (45) |
Hinweis auf die Patenterteilung: |
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20.02.2019 Patentblatt 2019/08 |
| (22) |
Anmeldetag: 11.03.2016 |
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| (51) |
Internationale Patentklassifikation (IPC):
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| (52) |
Gemeinsame Patentklassifikation (CPC) : |
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A63G 7/00 |
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| (54) |
ACHTERBAHNFAHRZEUG
ROLLER COASTER VEHICLE
VEHICULE DE GRAND HUIT
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| (84) |
Benannte Vertragsstaaten: |
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AL AT BE BG CH CY CZ DE DK EE ES FI FR GB GR HR HU IE IS IT LI LT LU LV MC MK MT NL
NO PL PT RO RS SE SI SK SM TR |
| (43) |
Veröffentlichungstag der Anmeldung: |
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13.09.2017 Patentblatt 2017/37 |
| (73) |
Patentinhaber: |
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- Walser, Willy
8877 Murg (CH)
- Rothe, Roman
8864 Reichenburg (CH)
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| (72) |
Erfinder: |
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- Walser, Willy
8877 Murg (CH)
- Rothe, Roman
8864 Reichenburg (CH)
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| (74) |
Vertreter: Meyer, Ludgerus |
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Jungfernstieg 38 20354 Hamburg 20354 Hamburg (DE) |
| (56) |
Entgegenhaltungen: :
EP-A1- 2 399 657 WO-A2-03/082421 CN-U- 202 620 681 DE-A1-102008 003 426 KR-A- 20090 084 620 US-A1- 2001 037 745
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WO-A1-00/29086 CN-U- 202 620 681 DE-A1-102007 062 937 DE-U1-202010 000 403 US-A- 4 842 267 US-A1- 2014 360 398
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- Extract from newspaper 'Le Creusot' (pages 1, 3, 24)
- Youtube video at URL: http://www.youtube.com/watch?v=P-8TxGD0-lc
- Youtube video at URL: http://www.youtube.com/watch?v=nZDy4om_gWY
- Youtube video at URL: http://www.youtube.com/watch?v=NngAhq7brYO
- Youtube video at URL: http://www.youtube.com/watch?v=zQ-gGS2tfOA
- Webpage at URL: http://starparc.be/2014/01/pare-touristiqu e-des-combes-france.html
- Certification of verification test (Verification)
- Certification of training
- Certification of test (essai)
- Manual of the machine
- Video of the entire machine and plate
- Affidavit by Mr. Rousson
- Pictures and videos of the installation
- Official announcement from 'Regione Veneto'
- Document of adhesion to the official announcement
- Logbook of the installation
- Amusement today, vol. 16, June 2012
- Youtube video at URL: http://www.youtube.com/watch?v=t6ilB7c6Wiw
- Webpage at URL:https://www.coasterfriends.de/forum/24 -top-news/444-vom-sky-roller-zum-sky-fly-q
erstlauers-loopingkarussel.html
- Youtube video at URL: http://www.youtube.com/watch?v=6emu0DFHVTI
- Youtube video at URL: http://www.youtube.com/watch?v=X152W-TXPIQ
- https://www.rideentertainment.com/press-re lease/a-new-attraction-from-gerstlauer-amu
sement-rides/
- Webpage at URL:https://www.parkworld-online.com/gerst lauer-takes-to-the-sky/
- European Standard 'EN 13814', December 2004
- Auszug 'Seitenruder' aus Wikipedia
- Auszug 'Gierachse' aus Wikipedia
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[0001] Die Erfindung betrifft ein Achterbahnfahrzeug, das entlang einer in einer zwei- oder
dreidimensionalen Ebene verlaufenden Schienenstruktur geführt ist und das einen Fahrgastsitz
aufweist, der um wenigstens eine Drehachse interaktiv verschwenkbar ist.
[0002] Traditionell sind Achterbahnfahrzeuge offene Wagen, die zu einem Gelenkzug verbunden
sind und entlang einer dreidimensionalen Schienenstruktur motorgetrieben von einem
Startpunkt auf eine Ausgangshöhe angehoben oder hochgeschossen werden und dann im
Wesentlichen allein durch Schwerkraft und Fliehkraft entlang der Struktur der Achterbahn
zum Ausgangspunkt zurückfahren. An kritischen Stellen und auch zur Erhöhung der Sicherheit
kann eine solche Achterbahn auch Zwischenantriebe enthalten, die das Achterbahnfahrzeug
wieder beschleunigen können.
[0003] Auch Achterbahnfahrzeuge unterliegen einem ständigen Wechsel und einer Modernisierung,
bei der die Fahrzeugstrukturen aufgelöst wurden und Einzelsitze an einem Zugchassis
befestigt wurden, wobei die Einzelsitze seitlich des Zugfahrzeugchassis angeordnet
sein können, und so Fahrgäste auf den Sitzen eine freie Sicht nach unten haben. Diese
Art der Anordnung von Fahrgastsitzen erfordert jedoch besondere Sicherheitsmaßnahmen,
wie Rückhaltebügel.
[0004] Aus der
DE 20 2010 000 403 U1 ist ein Achterbahnfahrzeug bekannt geworden, bei dem seitlich an dem Fahrzeugchassis
angeordnete Sitze verwendet sind, die jeweils elektrische Antriebe aufweisen, um den
Sitz während der Fahrt um ein Hochachse drehen zu können. Zusätzlich können die schalenartigen
Sitze um eine horizontale Achse verschwenkt werden. Die Bedienung zur Verschwenkung
bzw. Drehung des Fahrgastsitzes erfolgt mittels eines Bedienelements am Fahrzeugsitz,
das beispielsweise als Joystick ausgebildet ist.
[0005] Obgleich diese Fahrzeugausbildung eine Verschwenkung um eine Horizontalachse bzw.
eine Drehung um eine Hochachse zulässt, führt die hohe Zahl von Antriebselementen
an einem Achterbahnfahrzeug, bei dem jeder einzelne Sitz mit entsprechenden Antriebselementen
auszustatten ist, zu einem hohen Gewicht, das einen hohen Energieaufwand erfordert,
das ein entsprechend gestaltetes Schienensystem erfordert und das eine komplexe Steuerung
mit hohem Wartungsaufwand erfordert.
Auch aus der
DE 10 2007 047 289 A1 ist ein Achterbahnfahrzeug bekannt, das eine Verschwenkung eines Sitzes um eine Querachse
zulässt.
[0006] Dokument
DE10 2007 062937 A1 offenbart ein Achterbahnfahrzeug nach dem Oberbegriff des Anspruchs 1.
[0007] Die vorliegende Erfindung stellt ein Achterbahnfahrzeug gemäß Anspruch 1 bereit.
Der Erfindung liegt daher die Aufgabe zugrunde, bei einem Achterbahnfahrzeug, das
entlang einer in einer zwei- oder dreidimensionalen Ebene verlaufenden Schienenstruktur
geführt ist und mit dreh- oder schwenkbaren Fahrgastsitzen versehen ist, die Möglichkeit
zu schaffen, auf einfache Weise Überschlagsbewegungen entlang einer horizontalen Achse
auszuführen. Gemäß der Erfindung wird die Drehung um die horizontale Drehachse durch
die Kraft einer Luftströmung entlang von verstellbaren Luftleitflügeln am Fahrzeug
beeinflusst.
Nach der Erfindung genügt es, wenn entsprechende gestaltete Luftleitflügel am Fahrzeug
angeordnet sind, deren Verstellung eine Änderung der Luftströmung um das Fahrzeug
bewirkt, so dass das Fahrzeug sich um eine horizontale Längsachse dreht. Der Fahrgast
auf dem Fahrgastsitz kann die Drehung vorzugsweise manuell steuern. Bei entsprechend
schneller Fahrt und entsprechender Einstellung der Luftleitflügel können auf diese
Weise während der Fahrt 360°-Drehungen um die horizontale Längsachse des Fahrzeugs
durchgeführt werden.
Vorzugsweise ist die Drehung in Abhängigkeit von dem befahrenen Streckenabschnitt
einstellbar oder begrenzbar. In Streckenabschnitten mit großer Beschleunigung oder
Fliehkräften kann es sinnvoll sein, aus Sicherheitsgründen die Drehung auf eine Verschwenkung
zu begrenzen. Diese Sicherungseinstellung kann auch servounterstützt durchgeführt
werden, so dass der Fahrgast, der das Gefährdungspotential nicht unmittelbar erkennen
kann, daran gehindert ist, eine Drehung in gefährlichen Situationen herbeizuführen
oder ihn dazu zu verleiten, extreme Situationen, die ihn selbst gefährden, einzuleiten.
[0008] Die Fahrgastsitze sind vorzugsweise in Querrichtung des Fahrzeugs versetzt an dem
Chassis befestigt. Damit hängen sie frei neben der Schienenstruktur. Die Verschwenkung
oder Rotation der Fahrzeugsitze erfolgt dabei in einer Ebene, die im Winkel von 90°
zur Längsachse des Fahrzeugs bzw. der Schienenstruktur verläuft.
[0009] Um eine Drehung des Fahrgastsitzes nur während der Fahrt zu ermöglichen, wird der
Fahrgastsitz in eine Ausgangsstellung versetzt, wenn das Fahrzeug den Endpunkt einer
Fahrt erreicht. Dies kann durch Betätigung eines Stellglieds erfolgen, das z. B. die
Flügelstellung der Luftleitflügel geeignet einstellt oder auch, indem durch Motorkraft
die aerodynamische Kraft der Luftleitflügel überwunden wird, wobei die aerodynamische
Kraft bei Erreichen einer langsamen Geschwindigkeit oder Stillstand ohnehin vernachlässigbar
wird. Allerdings ist gleichwohl eine Ausgangsstellung des Fahrzeugsitzes in aufrechter
Stellung erforderlich.
[0010] Vorzugsweise weist das Fahrzeug Sensoren auf, um den jeweiligen Ort, an dem sich
das Fahrzeug gerade befindet, festzustellen. Dies ist nicht nur für die Feststellung
des Endpunktes der Fahrtstrecke sinnvoll, sondern auch für bestimmte Zwischenpunkte
der Fahrtstrecke, an denen ein Eingriff in die Flügelstellung der Luftleitflügel erforderlich
oder sinnvoll ist.
[0011] Vorzugsweise ist der Fahrgastsitz mit seinem rückwärtigen Ende an einer Drehachse
befestigt, die etwas oberhalb des Schwerpunktes eines großen und schweren Fahrgastes
ist, um zu vermeiden, dass ein Fahrgastsitz in Freilaufstellung umkippen kann. Beim
Ein- und Ausstieg von Fahrgästen ist es allerdings notwendig, jegliche Drehung des
Fahrgastsitzes zu verhindern.
[0012] Die Luftleitflügel oder der Betätigungshebel zur Betätigung der Luftleitflügel stehen
vorzugsweise unter Federkraft, wobei die Luftleitflügel in Ruhestellung vorgespannt
sind. Ein Auslenken der Luftleitflügel erfordert daher ein aktives Betätigen eines
Steuerknüppels.
[0013] In einer weitergehenden Ausgestaltung der Erfindung kann auch vorgesehen sein, dass
neben einer Drehung oder Verschwenkung um eine horizontale Längsachse des Fahrzeugs
eine zusätzliche Drehung um eine Hochachse in einer Horizontalebene erfolgen kann.
Eine solche Drehung kann auch mechanisch erfolgen, indem der Fahrgastsitz einen zusätzlichen
am Fahrzeug angebrachten Luftleitflügel nach Art eines Seitenruders eines Flugzeuges
bedient.
[0014] Durch die Erfindung wird auf einfache Weise ein Achterbahnfahrzeug geschaffen, das
Drehungen oder Verschwenkungen von Fahrgastsitzen allein auf manuelle Weise gestattet,
wobei die Bewegung interaktiv vom Fahrgast selbst gesteuert werden kann.
[0015] Die Erfindung wird nachstehend anhand eines Ausführungsbeispiels näher erläutert.
Es zeigen:
- Fig. 1
- eine Seitenansicht eines Achterbahnfahrzeugs bei geradliniger Fahrt,
- Fig. 2
- eine Aufsicht auf ein Achterbahnfahrzeug von Fig. 1,
- Fig. 3
- eine Seitenansicht eines Achterbahnfahrzeugs an einem konkav gekrümmten Bahnabschnitt,
- Fig. 4
- eine Seitenansicht eines Achterbahnfahrzeugs an einem konvex gekrümmten Bahnabschnitt,
- Fig. 5
- eine Aufsicht auf einen horizontal gekrümmten Bahnabschnitt,
- Fig. 6
- eine Seitenansicht eines Fahrzeugsitzes, und
- Fig. 7
- eine Vorderansicht zweier parallel angeordneter Fahrzeugsitze.
[0016] Gemäß Fig. 1 sind mehrere Sitze 3 jeweils an einem Chassis 2 befestigt. Die Chassis
2 sind über Längsträger 4 und Kupplungsverbindungen 5 miteinander gelenkig verbunden
und laufen entlang einer Schiene 1, wobei die Sitze 3 in zwei parallelen Reihen zu
jeweils 6 Sitzen angeordnet sind, die über Sitzhalter 6 an den jeweiligen Chassis
2 befestigt sind.
[0017] Fig. 2 zeigt eine entsprechende Ansicht von Fig. 1 in Aufsicht, d.h. um 90° in einer
vertikalen Ebene gedreht. Die Ansicht zeigt, dass beidseitig der Schiene 1 jeweils
sechs Sitze 3 angeordnet sind, so dass das gesamte Achterbahnfahrzeug insgesamt zwölf
einzelne Sitze enthält. Diese befinden sich seitlich von der Schiene 1 in hängender
Anordnung, wie es in Fig. 1 dargestellt ist.
[0018] Fig. 3 zeigt den Verlauf des Achterbahnfahrzeugs an einem konvex gebogenen Bahnabschnitt
mit einer Schiene 1, wobei deutlich ist, dass die einzelnen Sitze und Chassis über
die Längsträger 4 und die Kupplungen 5 gelenkig miteinander verbunden sind.
[0019] Entsprechend zeigt Fig. 4 den Verlauf eines Achterbahnfahrzeugs an einem konkav gekrümmten
Bahnabschnitt. Das Achterbahnfahrzeug kann daher sowohl in konkaven als auch in konvexen
engen Kurven betrieben werden.
[0020] Fig. 5 zeigt noch eine Ansicht mit einem horizontal gekrümmten Bahnabschnitt, bei
der deutlich ist, dass auch enge seitliche Bögen beherrscht werden, solange der "Arbeitsraum"
eines Sitzes 3 nicht den entsprechenden benachbarten "Arbeitsraum" eines benachbarten
Sitzes beeinträchtigt.
[0021] Fig. 6 zeigt eine Seitenansicht eines einzelnen Sitzes 3, der über den Sitzhalter
6 an einem Chassis 2 befestigt ist, das auf der Schiene 1 der Achterbahn läuft, die
nur schematisch dargestellt ist. Das Chassis 2 enthält an sich bekannte Radsätze,
die ober- und unterhalb sowie seitlich die Laufschienen umgreifen. Das obere Tragrad
7 trägt im Wesentlichen die Gewichtskraft des Chassis 2 und des Sitzes 3, während
das Stützrad 9 von der Unterseite einer Abstützung gegen Abheben der Sitzanordnung
von der Laufschiene dient. Das Stützrad 23 übernimmt die seitliche Sicherung.
[0022] Der Sitz 3 ist über eine horizontale im Wesentliche freilaufende Drehachse 17 an
dem Sitzhalter 6 befestigt. Der Sitz weist übliche Personensicherungseinrichtungen
24 für eine Person 25 auf. Der Sitz 3 ist damit entlang der Achse 17 verschwenkbar,
und zwar in einer Ebene quer zur Fahrtrichtung.
[0023] Fig. 7 zeigt die Sitzanordnung in Vorderansicht. Der Laufweg der Achterbahnstruktur
wird im Wesentlichen durch eine dreieckige Rahmenstruktur mit einer oberen Hauptschiene
20 und zwei unteren Laufschienen 13, 21 gebildet. Die Sitzanrichtung ist über eine
Radsatzlagerung auf den Laufschienen 13 und 21 gelagert. Der Radsatz besteht aus Paaren
von oberen Tragrädern 7 und 8, Paaren von unteren Stützrädern 9 und 10 sowie seitlichen
Stützrädern 22 und 23. Damit sind sämtliche Freiheitsgrade des Chassis 2 an der Schienenstruktur
festgelegt.
[0024] Am unteren Ende des Chassis 2 ist der Querträger 11 befestigt, dessen seitliche Enden
in die Sitzhalter 6 und 12 übergehen, die nach unten gerichtet sind. An den unteren
Enden der Sitzhalter 6 und 12 sind über die horizontalen in Längsrichtung des Fahrzeugs
gerichteten Drehachsen 16 und 17 die eigentlichen Sitze befestigt. Die Sitze können
um die Drehachsen 16 und 17 verschwenkt werden oder sie können auch um mehr als 360°
umgelenkt werden.
[0025] Da der Drehpunkt der Drehachsen 16 und 17 sich mehr oder weniger oberhalb des Schwerpunktes
befindet, der durch den Sitz und die sich darauf befindliche Person begründet ist,
hängt der Sitz im Ruhezustand nach unten oder in Fliehkraftrichtung, wobei, wenn seine
Bewegung nicht gebremst wird, er auch hin- und herschwenken kann. Bei seitlichen Kräften,
wie z. B. Fliehkräften, die in horizontalen Kurven der Achterbahn auftreten, werden
die Sitze somit stark ausgelenkt.
[0026] Die Auslenkung kann in besonderer Weise durch eine manuelle Interaktion gesteuert
werden. Zu diesem Zweck weist jeder Fahrgastsitz eine Steuereinrichtung, z. B. in
Form eines Joysticks, auf, über den zwei seitlich am Sitz angebrachte Luftleitflügel
18 und 19 aufwärts oder abwärts gekippt werden können. Die Luftleitflügel sind an
ihrem vorderen oder hinteren Querende an einer Querachse des Sitzes befestigt und
werden über Hebelgestänge oder Seilzüge synchron gegenläufig bewegt. Bei einer Auslenkung
des Joysticks in eine seitliche Richtung bewegt sich ein Luftleitflügel nach oben
und der andere Luftleitflügel nach unten, so dass an den Luftleitflügeln entlangströmende
Luft eine Kraft auf die Luftleitflügel ausübt, die auf den Sitz übertragen wird. Aufgrund
seiner freien Lagerung über die Drehachsen 16 oder 17 wird eine Verschwenkung des
Sitzes hervorgerufen. Der Joystick, das Hebelgestänge oder die Luftleitflügel sind
über eine Federanordnung in Ruhestellung vorgespannt, so dass bei Loslassen des Joysticks
eine Rückkehr der Luftleitflügel in die Ausgangsstellung bewirkt wird.
[0027] Wenn die Verschwenkung oder Drehung des Sitzes nicht durch Anschläge begrenzt ist,
können während der Fahrt auch Überschläge gemacht werden. In bestimmten Fahrabschnitten
könnten dadurch jedoch unerlaubte Situationen entstehen, so dass Maßnahmen vorgesehen
sind, um in diesen Fahrabschnitten eine Begrenzung der Drehung oder Verschwenkung
auf z. B. ± 20° oder ± 45° vorzusehen. Dazu sind Sensoren an den Sitzen oder des Achterbahnfahrzeugs
vorgesehen, die bei Annäherung an einen entsprechenden Streckenabschnitt dafür sorgen,
dass die Schwenkbewegung der einzelnen Sitze begrenzt ist oder diese in eine bestimmte
sichere Stellung überführt werden. Nach Verlassen des kritischen Streckenabschnitts
können die Bewegungen auch wieder freigegeben werden. Entsprechend erfolgt eine Rückstellung
der Luftleitflügel bei Annäherung des Achterbahnfahrzeugs an den Endpunkt der Fahrstrecke,
um eine Ruhestellung des Sitzes zum Ein- und Aussteigen von Fahrgästen sicherzustellen.
Ebenso kann eine Rückstellung des Sitzes bei langsamer Fahrt und somit ungenügenden
Druck auf die Luftleitflügel erfolgen.
[0028] In Fig. 7 ist in der rechten Darstellung gezeigt, dass der Fahrgastsitz eine Reihe
von unterschiedlichen Positionen einnehmen kann, die bei der Verschwenkung oder Drehung
mittels der Luftleitflügel erreicht werden können.
[0029] Obgleich das Grundprinzip der Erfindung in einer manuellen Steuerung bei einer Verschwenkung
oder Drehung von Fahrgastsitzen besteht, kann die Drehung oder Verschwenkung auch
durch motorischen Antrieb unterstützt werden, insbesondere durch eine Servosteuerung.
Dies ermöglicht es, die Verschwenkung oder Drehung auch an solchen Fahrstreckenbereichen
vorzusehen, in denen das Achterbahnfahrzeug noch keine ausreichende Geschwindigkeit
erreicht hat, um durch die Beeinflussung der Luftströmung aufgrund verstellter Luftleitflügel
eine Drehung zu bewirken.
[0030] Wenn die Sitzhalter 6 und 12 nicht einstückig starr ausgebildet sind, sondern eine
axiale Drehkupplung aufweisen, kann es auch möglich gemacht werden, eine Verdrehung
des Fahrzeugs um eine Vertikalachse vorzunehmen. Auch eine solche Verdrehung kann
durch Luftströmung herbeigeführt werden, indem ein in Form eines Seitenruders gestalteter
Luftleitflügel 26 am Fahrzeug verwendet wird, der ebenfalls über ein Gestänge mit
dem Joystick verbunden sein kann. Die Bewegungsrichtung des Joysticks verläuft für
das Querruder im 90°-Winkel zur Bewegungsrichtung für das Seitenruder. Auch bei Verwendung
eines Seitenruders sind geeignete Maßnahmen zu ergreifen, um die Sicherheit auf der
gesamten Fahrstrecke einhalten zu können. Eine weitere Bewegungsmöglichkeit kann erreicht
werden, wenn eine Pendelbewegung des Sitzes um eine horizontale oder vertikale Achse
zugelassen und/oder gesteuert ausgeführt wird.
[0031] Mit der Erfindung können unterschiedliche Bewegungen vom Fahrgast interaktiv selbstständig
gesteuert werden. Die Sitzanordnungen können verschieden gestaltet werden. Es können
offene Sitzgondeln oder auch geschlossene Sitzgondeln verwendet werden. Wenn der Streckenverlauf
einer Achterbahn so gewählt ist, dass die Sitze in bestimmten Streckenabschnitten
relativ nahe an einem Hindernis, wie einem Wasserbecken, vorbeigeführt werden, kann
es entweder dem Fahrgast überlassen werden, das Wasser z. B. mit den Füßen zu berühren
oder auch dem Hindernis auszuweichen. Ausweichmanöver können auch motorisch gesteuert
werden, indem die zusätzlich vorhandene motorische Steuerung für den Bereich des besonderen
Streckenabschnitts eine besondere Stellung des Sitzes vorgibt, z. B. eine waagerechte
Stellung.
[0032] Der Antrieb für das Fahrzeug erfolgt mittels Reibrädern, Linearmotoren oder Ketten,
wie es für Achterbahnen an bestimmten Streckenteilen üblich ist oder durch Eigenantrieb
des Fahrzeugs.
Bezugszeichen
[0033]
- 1
- Schiene
- 2
- Chassis
- 3
- Sitz
- 4
- Längsträger
- 5
- Kupplung
- 6
- Sitzhalter
- 7
- Tragrad
- 8
- Tragrad
- 9
- Stützrad
- 10
- Stützrad
- 11
- Querträger
- 12
- Sitzhalter
- 13
- Laufschiene
- 14
- Sitz
- 15
- Sitz
- 16
- horizontale Drehachse
- 17
- horizontale Drehachse
- 18
- Luftleitflügel
- 19
- Luftleitflügel
- 20
- Hauptschiene
- 21
- Laufschiene
- 22
- Stützrad
- 23
- Stützrad
- 24
- Personensicherungseinrichtung
- 25
- Person
- 26
- Luftleitflügel
1. Achterbahnfahrzeug, das entlang einer in einer zwei- oder dreidimensionalen Ebene
verlaufenden Schienenstruktur geführt ist und wenigstens einen Fahrgastsitz (3) aufweist,
der an einem an der Schienenstruktur geführten Chassis (2) befestigt ist, wobei der
Fahrgastsitz (3) über eine in Fahrtrichtung verlaufende Drehachse (16, 17) an dem
Chassis (2) befestigt ist und die Drehung des Fahrgastsitzes (3) während der Fahrt
des Achterbahnfahrzeugs vom Fahrgast auf dem Fahrgastsitz (3) manuell beeinflussbar
ist, wobei eine Drehung um die Drehachse (16, 17) durch die Kraft einer Luftströmung
entlang von verstellbaren Luftleitflügeln (18, 19) am Fahrzeug steuerbar ist, dadurch gekennzeichnet, dass wenigstens zwei drehbare Fahrgastsitze (14, 15) in Querrichtung des Fahrzeuges versetzt
an dem Chassis (2) befestigt sind.
2. Achterbahnfahrzeug nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, dass die Drehung in Abhängigkeit von dem befahrenen Streckenabschnitt einstellbar oder
begrenzbar ist.
3. Achterbahnfahrzeug nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, dass die Drehung mittels eines Servoantriebs unterstützt ist.
4. Achterbahnfahrzeug nach Anspruch 2, dadurch gekennzeichnet, dass die Fahrgastsitze in ihre Ausgangsstellung versetzt werden, wenn das Fahrzeug den
Endpunkt einer Fahrt erreicht.
5. Achterbahnfahrzeug nach Anspruch 4, dadurch gekennzeichnet, dass das Fahrzeug mit Sensoren zur Ermittlung seines jeweiligen Ortes versehen ist und
das Sensoren zur Feststellung des Endpunkts einer Fahrt vorgesehen sind.
6. Achterbahnfahrzeug nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, dass die Fahrgastsitze um eine Drehachse (16, 17) drehbar sind, die sich oberhalb des
mit einer Person (25) großer Größe besetzten Sitzes verläuft.
7. Achterbahnfahrzeug nach Anspruch 6, dadurch gekennzeichnet, dass die Fahrgastsitze (3, 14, 15) einen oder mehrere Überschläge durchführen können,
und dass die Fahrgastsitze (3, 14, 15) in Grundstellung der Luftleitflügel (18, 19)
eine hängende Stellung einnehmen.
8. Achterbahnfahrzeug nach Anspruch 7, dadurch gekennzeichnet, dass die Luftleitflügel (18, 19) durch Federkraft in Grundstellung vorgespannt sind.
9. Achterbahnfahrzeug nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, dass die Fahrgastsitze (3, 14, 15) über einen Zwischenträger an dem Chassis (2) befestigt
sind, wobei die Fahrgastsitze (3, 14, 15) an dem Zwischenträger über eine vertikale
Drehachse befestigt sind oder pendelnd aufgehängt sind.
10. Achterbahnfahrzeug nach Anspruch 9, dadurch gekennzeichnet, dass die Drehung des Zwischenträgers an der vertikalen Achse über einen vertikal gerichteten
Luftleitflügel einstellbar (26) ist, oder der Zwischenträger pendelbar ist.
1. A roller coaster vehicle which is guided along a rail structure extending in a two-
or three-dimensional plane and having at least one passenger seat (3), which is fastened
to a chassis (2) guided on the rail structure, wherein the passenger seat (3) is fastened
to the chassis (2) by way of an axis of rotation (16, 17) extending in the movement
direction, and the rotation of the passenger seat (3) can be influenced manually by
the passenger on the passenger seat (3) during the ride of the roller coaster vehicle,
wherein a rotation about the axis of rotation (16, 17) can be controlled by the force
of an airflow along adjustable air guiding wings (18, 19) on the vehicle, characterized in that at least two rotatable passenger seats (14, 15) are mounted to the chassis (2) in
cross direction of the vehicle, offset against each other.
2. The roller coaster vehicle according to claim 1, characterized in that the rotation can be set or limited depending on the travelled line section.
3. The roller coaster vehicle according to claim 1, characterized in that the rotation is assisted by means of a servo drive.
4. The roller coaster vehicle according to claim 2, characterized in that the passenger seats are returned to their initial position when the vehicle has reached
the end point of a ride.
5. The roller coaster vehicle according to claim 4, characterized in that the vehicle is provided with sensors for determining its respective location and
that sensors are provided for ascertaining the end point of a ride.
6. The roller coaster vehicle according to claim 1, characterized in that the passenger seats are rotatable about an axis of rotation (16, 17) which extends
above the seat occupied by a person (25) of larger height.
7. The roller coaster vehicle according to claim 6, characterized in that the passenger seats (3, 14, 15) can carry out one or more rollovers, and that the
passenger seats (3, 14, 15) occupy a suspended position in the basic position of the
air guiding wings (18, 19).
8. The roller coaster vehicle according to claim 7, characterized in that the air guiding wings (18, 19) are biased into the basic position by spring force.
9. The roller coaster vehicle according to claim 1, characterized in that the vehicle seats (3, 14, 15) are fastened on the chassis (2) by means of an intermediate
support, whereby the vehicle seats (3, 14, 15) are fastened to the intermediate support
by means of a vertical rotation axis or are suspended so as to swing.
10. The roller coaster vehicle according to claim 9, characterized in that the rotation of the intermediate support on the vertical axis can be adjusted by
means of a vertically directed air guiding wing (26) or the intermediate support can
swing.
1. Véhicule de grand huit guidé le long d'une structure de rail qui s'étend dans un plan
à deux ou trois dimensions, et comportant au moins un siège de passager (3) qui est
fixé à un châssis (2) guidé sur la structure de rail, le siège de passager (3) étant
fixé au châssis (2) par l'intermédiaire d'un axe de rotation (16, 17) qui s'étend
dans le sens de la marche, et la rotation du siège de passager (3) étant apte à être
influencée manuellement par le passager du siège (3) pendant le trajet du véhicule
de grand huit, et une rotation sur l'axe de rotation (16, 17) étant apte à être commandée
par la force d'un écoulement d'air le long de déflecteurs d'air réglables (18, 19)
sur le véhicule, caractérisé en ce qu'au moins deux sièges de passager rotatifs (14, 15) sont fixés au châssis (2) en étant
décalés dans le sens transversal du véhicule.
2. Véhicule de grand huit selon la revendication 1, caractérisé en ce que la rotation est apte à être réglée ou limitée en fonction du tronçon parcouru.
3. Véhicule de grand huit selon la revendication 1, caractérisé en ce que la rotation est supportée à l'aide d'une servocommande.
4. Véhicule de grand huit selon la revendication 2, caractérisé en ce que les sièges de passager sont amenés dans leur position de départ quand le véhicule
atteint le point terminal d'un trajet.
5. Véhicule de grand huit selon la revendication 4, caractérisé en ce que le véhicule est pourvu de capteurs pour déterminer sa position, et en ce qu'il est prévu des capteurs pour constater le point terminal d'un trajet.
6. Véhicule de grand huit selon la revendication 1, caractérisé en ce que les sièges de passager sont aptes à tourner sur un axe de rotation (16, 17) qui s'étend
au-dessus du siège occupé par une personne (25) de grande taille.
7. Véhicule de grand huit selon la revendication 6, caractérisé en ce que les sièges de passager (3, 14, 15) peuvent effectuer un ou plusieurs retournements,
et en ce que les sièges de passager (3, 14, 15), dans la position de base des déflecteurs d'air
(18, 19), adoptent une position suspendue.
8. Véhicule de grand huit selon la revendication 7, caractérisé en ce que les déflecteurs d'air (18, 19) sont contraints dans la position de base par une force
de ressort.
9. Véhicule de grand huit selon la revendication 1, caractérisé en ce que les sièges de passager (3, 14, 15) sont fixés au châssis (2) par l'intermédiaire
d'un support intermédiaire, les sièges de passager (3, 14, 15) étant fixés au support
intermédiaire par l'intermédiaire d'un axe de rotation vertical ou étant suspendus
de manière oscillante.
10. Véhicule de grand huit selon la revendication 9, caractérisé en ce que la rotation du support intermédiaire sur l'axe vertical est apte à être réglée (26)
par l'intermédiaire d'un déflecteur d'air orienté verticalement, ou le support intermédiaire
est oscillant.
IN DER BESCHREIBUNG AUFGEFÜHRTE DOKUMENTE
Diese Liste der vom Anmelder aufgeführten Dokumente wurde ausschließlich zur Information
des Lesers aufgenommen und ist nicht Bestandteil des europäischen Patentdokumentes.
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Haftung für etwaige Fehler oder Auslassungen.
In der Beschreibung aufgeführte Patentdokumente