[0001] Die Erfindung betrifft einen Sicherheitsverschluss für einen Behälter mit einer Medienzufuhrleitung,
insbesondere Reinigungsleitung, und einen entsprechend gesicherten Behälter, insbesondere
Dosierungsbehälter.
[0002] Gängige Sicherheitsanforderungen gemäß Maschinenrichtlinie erfordern für in Produktionsanlagen
integrierte Behälter mit manuell zu öffnenden Deckeln und mit einer Medienzufuhrleitung
zum Reinigen, insbesondere Ausspritzen des Behälters, für eine Heißwasserzufuhr oder
dergleichen geeignete technische Maßnahmen zur Vermeidung von Personenschäden aufgrund
von Fehlbedienungen. Diese drohen prinzipiell, falls Behälter während einer Zufuhr
von Heißwasser, aggressiven Reinigungsmitteln oder dergleichen Medien geöffnet werden.
Besondere Gefahr geht dabei von Spritzköpfen aus, die zum Beispiel Heißwasser oder
Reinigungsmittel unter Druck großflächig verteilen.
[0003] In der Lebensmittelindustrie, insbesondere in der Getränkeindustrie, ist diese Problematik
vor allem bei Behältern zum Dosieren von Kleinmengen anzutreffen, wie beispielsweise
in einer Brauerei bei Hopfengabebehältern, Additivbehältern oder allgemein bei Behältern
zur Dosierung von Zusätzen beim Brauen. Prinzipiell gilt dies jedoch für alle Behälter,
bei denen eine Handhabung der Deckel im Handbetrieb praktikabel ist.
[0004] Aus dem Stand der Technik bekannte Sicherheitsvorrichtungen sind meistens elektrisch
ausgeführt. Mittels Sensoren, die den Öffnungszustand des Deckels aufnehmen, wie beispielsweise
aus der
WO 2013/079746 A1 bekannt, und elektrischer Signalübertragung lässt sich ein fehlerhaftes Öffnen steuerbarer
Absperrarmaturen in zuführenden Leitungen erkennen. Zusätzlich können Signale vom
Türschalter in speicherprogrammierbare Anlagensteuerungen übertragen werden, um darin
ein unbeabsichtigtes Öffnen zuführender Absperrorgane durch geeignete Signalverarbeitung
zu verhindern. Das unbeabsichtigte Öffnen zuführender Absperrorgane kann auch mittels
elektrischer Hardwareverdrahtung verhindert werden.
[0005] Eine elektrisch gesteuerte Deckelsicherung ist jedoch aufwändig wegen der notwendigen
Hardware, Softwareprogrammierung und einer vergleichsweise aufwändigen Inbetriebnahme.
[0006] Außerdem bedarf es bei einer derartigen elektrischen Deckelsicherung einer einwandfreien
Funktion der gesamten Steuerstrecke, einschließlich Türschalter, diversen Signalleitungen,
der zentralen Steuereinheit und gegebenenfalls vorhandener elektrisch angesteuerter
Vorsteuereinrichtungen für pneumatisch gesteuerte Absperrorgane. Die Ausfallwahrscheinlichkeit
einzelner Komponenten summiert sich dabei auf. Sicherheitstechnisch problematisch
können zudem Schnittstellen zwischen Anlagenteilen unterschiedlicher Lieferanten sein.
[0007] Alternativ zur elektrischen Deckelsicherung werden auch Vorhängeschlösser zur rein
mechanischen Absicherung verwendet. Diese stellen jedoch lediglich die Authentizität
des Schlüssels in der Hand des Bedieners sicher, bieten aber keinen Schutz vor Fehlbedienung.
[0008] Alternativ kann ein Sicherheitsverschluss gemäß
WO 2013/079746 A1 im Wesentlichen zweistufig ausgebildet sein, um zuerst eine Druckentlastung oder
dergleichen durch begrenztes Öffnen zu ermöglichen und so ein unkontrolliertes Aufschlagen
des Deckels zu verhindern. Allerdings wird auch in diesem Zusammenhang ein elektrischer
Türschalter ergänzend eingesetzt.
[0009] Es besteht somit Bedarf für einen zuverlässigen und apparativ einfachen Sicherheitsverschluss,
der ein unkontrolliertes und/oder versehentliches und/oder fehlerhaftes Öffnen eines
mechanisch zu betätigenden Deckels an einem Behälter mit einer Medienzufuhrleitung
für sicherheitstechnisch relevante Medien, wie beispielsweise Reinigungslösungen,
verhindert.
[0010] Die gestellte Aufgabe wird mit einem Sicherheitsverschluss nach Anspruch 1 gelöst.
Demnach ist der Sicherheitsverschluss für einen bzw. an einem Behälter mit einer Medienzufuhrleitung
ausgebildet. Der Behälter ist insbesondere ein Dosierungsbehälter. Die Medienzufuhrleitung
dient vorzugsweise zum Ausspritzen des Behälters, insbesondere zur Reinigung wie etwa
dem CIP (Cleaning-In-Place) Verfahren.
[0011] Der Sicherheitsverschluss umfasst: einen insbesondere mechanisch zu betätigenden
Deckel zum Verschließen des Behälters; ein Absperrorgan zum Verschließen der Medienzufuhrleitung;
einen Schwenkhebel mit einem Betätigungsarm zum Aufsetzen des Deckels auf den Behälter
und mit einem insbesondere entgegengesetzten ersten Verriegelungselement; und ein
mit dem Absperrorgan antriebstechnisch gekoppeltes zweites Verriegelungselement, das
als ein selektiv bei geöffnetem Absperrorgan wirksamer Anschlag für das erste Verriegelungselement
derart ausgebildet ist, dass der Deckel nicht geöffnet werden kann.
[0012] Darunter ist zu verstehen, dass der nicht geöffnete Deckel als Spritzschutz vom Inneren
des Behälters nach außen hin wirkt. Dadurch werden Bediener vor Verbrühungen und/oder
Verätzungen beim Ausspritzen des Behälters mit Flüssigmedium und/oder Desinfektionsmitteln
geschützt, die ansonsten bei geöffnetem Deckel und geöffnetem Absperrorgan austreten
könnten.
[0013] Das erste Verriegelungselement ist beispielsweise ein Hebelarm oder eine Scheibe.
Das zweite Verriegelungselement ist derart ausgebildet, dass es das erste Verriegelungselement
bei geöffnetem Absperrorgan mechanisch blockiert und dadurch ein Abheben des Deckels
soweit verhindert, dass ein Spritzschutz gegeben ist. Der Schwenkhebel ist vorzugsweise
zwischen dem Betätigungsarm und dem ersten Verriegelungselement drehbar gelagert,
insbesondere um eine horizontale Kippachse.
[0014] Der Betätigungsarm ist vorzugweise mit dem Deckel verbunden, beispielsweise durch
ein Gelenk. Dadurch kann der Deckel an dem Betätigungsarm hängend abgehoben werden.
Denkbar ist jedoch auch ein vom Deckel lösbarer Betätigungsarm, der zum Verschließen
beispielsweise in eine im Deckel ausgebildete Nut eingreift.
[0015] Das Absperrorgan ist vorzugsweise ein Scheibenventil, insbesondere eine manuell zu
betätigende Handklappe. Weiterhin sind auch andere funktional entsprechende Absperrorgane,
wie beispielhaft ein Kugelhahn oder ähnliche, einsetzbar. Das zweite Verriegelungselement
ist vorzugsweise fest mit dem Absperrorgan verbunden, beispielsweise durch Formschluss
mit einem an dem Absperrorgan ausgebildeten Handgriff.
[0016] Vorzugsweise ist das zweite Verriegelungselement ferner derart ausgebildet, dass
das erste Verriegelungselement das Absperrorgan bei geöffnetem Deckel in einer geschlossenen
Stellung mittels des zweiten Verriegelungselements blockiert. Entsprechend ist das
zweite Verriegelungselement derart ausgebildet, dass es das erste Verriegelungselement
nur bei geschlossenem Absperrorgan freigibt.
[0017] Somit kann der Deckel nur bei geschlossenem Absperrorgan geöffnet werden. Entsprechend
kann das Absperrorgan nur bei geschlossenem Deckel geöffnet werden. Behälter und Deckel
sind so ausgebildet, und insbesondere so dimensioniert, dass der entsicherte Deckel
manuell geöffnet werden kann, insbesondere um eine Produktkomponente und/oder ein
Produktadditiv einzufüllen.
[0018] Vorzugsweise weist das zweite Verriegelungselement eine Ausnehmung auf, die bei geschlossenem
Absperrorgan mit dem ersten Verriegelungselement fluchtet, derart dass das erste Verriegelungselement
beim Öffnen des Deckels in die Ausnehmung kippt. Der Schalthebel greift dann bei geöffnetem
Deckel formschlüssig in die Ausnehmung ein und verhindert ein Öffnen des Absperrorgans.
[0019] Vorzugsweise ist das zweite Verriegelungselement eine Verriegelungsscheibe mit einer
Ausnehmung für das erste Verriegelungselement. Die Verriegelungsscheibe lässt sich
festverbunden oder mittels eines Getriebes auf einfache Weise an das Absperrorgan
koppeln. Die Ausnehmung ermöglicht einen apparativ einfachen und zuverlässigen Formschluss
mit dem ersten Verriegelungselement.
[0020] Vorzugsweise weist das erste Verriegelungselement eine Ausnehmung für das zweite
Verriegelungselement auf. Das erste Verriegelungselement ist dann insbesondere als
Scheibe ausgebildet und gemeinsam mit dem Deckel um eine vertikale Drehachse schwenkbar.
[0021] Das zweite Verriegelungselement greift bei geschlossenem Deckel und geöffnetem Absperrorgan
formschlüssig in die Ausnehmung des ersten Verriegelungselements ein und wirkt dadurch
als ein mechanisch blockierender Anschlag für das erste Verriegelungselement, der
ein Öffnen des Deckels verhindert. Umgekehrt lässt sich das erste Verriegelungselement
zum Öffnen des Deckels nur bei geschlossenem Absperrorgan in die Ausnehmung des zweiten
Verriegelungselements einschwenken/drehen.
[0022] Vorzugsweise ist das zweite Verriegelungselement um eine Drehachse beweglich, die
orthogonal zu einer Schwenkachse des Schwenkhebels ausgerichtet ist. Dies ermöglicht
ein einfaches Umschalten zwischen einem Anschlag des ersten Verriegelungselements
gegen das zweite Verriegelungselement und einem formschlüssigen Eingriff des ersten
Verriegelungselements in die Ausnehmung des zweiten Verriegelungselements.
[0023] Vorzugsweise lässt sich das Absperrorgan manuell mittels eines Betätigungshebels
öffnen/schließen. Das zweite Verriegelungselement ist dann fest mit dem Betätigungshebel
verbunden. Dies ermöglicht eine besonders zuverlässige und einfache Sicherung des
geschlossenen Deckels oder Absperrorgans mittels mechanischer Verriegelung, insbesondere
ohne elektrische oder pneumatische Aktoren.
[0024] Vorzugsweise ist der Behälter ein Dosierungsbehälter. Der Deckel ist dann zum Verschließen
einer Einfüllöffnung für eine Produktkomponente ausgebildet. Derartige Behälter eignen
sich bei üblichem Fassungsvermögen besonders für eine manuelle/mechanische Betätigung
und Sicherung des Deckels.
[0025] Vorzugsweise ist an die Medienzufuhrleitung eine Ausspritzeinrichtung für den Behälter
angeschlossen. Die Ausspritzeinrichtung umfasst beispielsweise eine Pumpe und/oder
eine unter Überdruck stehende Versorgungsleitung für ein Flüssigmedium sowie wenigstens
eine Ausspritzdüse im Inneren des Behälters. Dies ermöglicht ein effizientes Spülen
und/oder Reinigen im Sinne einer CIP.
[0026] Vorzugsweise ist zusätzlich ein elektrisch oder pneumatisch angesteuertes Ventil
zum Absperren/Freigeben der Medienzufuhrleitung vorhanden. Dieses Ventil dient der
zentral gesteuerten Zuleitung von beispielhaft Reinigungsmitteln und/oder Wasser und
ist dann in Reihenschaltung mit dem mechanischen Absperrorgan des Sicherheitsverschlusses
ausgebildet, insbesondere stromaufwärts davon. Dies ermöglicht eine zentrale Steuerung
von Reinigungsprozessen ohne Beeinträchtigung des Prozessablaufs durch die Absicherung
mittels des mechanischen Absperrorgans.
[0027] Vorzugsweise ist der Schwenkhebel seitlich des Deckels an dem Behälter drehbar gelagert.
Der Betätigungsarm des Schwenkhebels greift dann über den Deckel über. Das erste Verriegelungselement
kann dann auf einfache Weise dem Betätigungsarm entgegengesetzt angeordnet werden
und bis in den Bereich des zweiten Verriegelungselements reichen. Der Schwenkhebel
ist beispielsweise um eine horizontale oder vertikale Schwenkachse drehbar an einem
Lagerbock befestigt. Der Lagerbock kann an dem Behälter ausgebildet sein oder beispielsweise
auch an der Medienzufuhrleitung befestigt sein.
[0028] Vorzugsweise umfasst der Sicherheitsverschluss ferner eine an dem Behälter befestigte
Arretierung für den Betätigungsarm in einer den Behälter abdichtenden Stellung des
Deckels. Die Arretierung kann beispielsweise schwenkbar ausgebildet sein, insbesondere
um eine horizontale Drehachse, um den Betätigungsarm für ein vollständiges Öffnen
des Deckels freizugeben. Dadurch kann der Betätigungsarm für ein abdichtendes Andrücken
des Deckels auf den Behälter mechanisch entlastet werden.
[0029] Vorzugsweise ist der Deckel für ein manuelles Öffnen/Schließen ausgebildet.
[0030] Die gestellte Aufgabe wird ebenso gelöst mit einem Behälter, der als Dosierungsbehälter
für eine Produktkomponente oder ein Produktadditiv, insbesondere zur Herstellung eines
Getränks, mit einer Medienzufuhrleitung und einem Sicherheitsverschluss nach wenigstens
einer der voranstehend beschriebenen Ausführungsformen ausgebildet ist. Produktkomponenten
sind beispielsweise Hopfen/Hopfenprodukte, Farbebier, Aromen und Grundstoffe. Produktadditive
sind beispielsweise Enzyme, Milchsäure, Mineralsäure und Filterhilfsmittel.
[0031] Vorzugsweise ist der Behälter dann für einen stationären Betrieb in einer Produktionsanlage
für Lebensmittel, wie beispielsweise Getränke und insbesondere Bier, ausgebildet und
die Medienzufuhrleitung für ein Spülen und/oder Reinigen ohne Demontage des Dosierungsbehälters
im Sinne einer CIP. Dadurch kann die Reinigung des Behälters bei korrekter Stellung
des Sicherheitsverschlusses automatisch und ohne Transport des Behälters und ohne
Montage/Demontage der Medienzufuhrleitung erfolgen. Die Produktionsanlage kann beispielsweise
in einem Sudhaus installiert sein oder in einem Kaltbereich einer Brauerei. Ebenso
kann der Behälter prinzipiell auch mobil ausgebildet sein, insbesondere fahrbar, und
mittels Schläuchen oder dergleichen Leitungen an eine entsprechend Produktionsanlage
angeschlossen werden. Vorzugsweise ist der Behälter als Hopfengabebehälter ausgebildet.
Der Sicherheitsverschluss ist an einem derartigen Behälter besonders vorteilhaft einsetzbar,
ebenso an anderweitigen Behältern für Brauadditive.
[0032] Bevorzugte Ausführungsformen der Erfindung sind in den Zeichnungen dargestellt. Es
zeigen:
- Figur 1
- eine schematische seitliche Ansicht einer ersten Ausführungsform bei geöffnetem Ventil
und geschlossenem Deckel;
- Figur 2
- eine schematische Draufsicht auf die Anordnung gemäß Figur 1;
- Figur 3
- eine Ansicht gemäß Figur 1 bei geschlossenem Ventil und geöffnetem Deckel; und
- Figur 4
- eine schematische Draufsicht auf eine zweite Ausführungsform bei geschlossenem Ventil
und geöffnetem Deckel.
[0033] Wie die Figuren 1 und 2 schematisch erkennen lassen, ist der Sicherheitsverschluss
1 gemäß einer ersten bevorzugten Ausführungsform an einem Behälter 2 mit einer Medienzufuhrleitung
3 zum Spülen und/oder Reinigen des Behälters 2 ausgebildet. Der Sicherheitsverschluss
1 umfasst: einen vertikal kippbaren Deckel 4 zum manuellen Verschließen des Behälters
2; ein Absperrorgan 5 zum manuellen Verschließen der Medienzufuhrleitung 3; einen
Schwenkhebel 6 mit einem Betätigungsarm 6a zum Aufsetzen des Deckels 4 und mit einem
entgegengesetzten ersten Verriegelungselement 6b; und ein mit dem Absperrorgan 5 antriebstechnisch
gekoppeltes zweites Verriegelungselement 7, das eine Bewegung des ersten Verriegelungselements
6b zum Entsichern des Deckels 4 entweder blockiert oder freigibt. Das erste Verriegelungselement
6b ist beispielsweise als Hebelarm, Scheibensegment oder dergleichen ausgebildet.
[0034] Der Schwenkhebel 6 ist um eine vorzugsweise horizontale Schwenkachse 6c drehbar gelagert.
Das zweite Verriegelungselement 7 ist vorzugsweise als Verriegelungsscheibe 7a mit
einer Ausnehmung 7b um eine vertikale Drehachse 7c drehbar ausgebildet.
[0035] Das Absperrorgan 5 ist vorzugsweis als Handklappe, also als ein Scheibenventil mit
einer Klappe 5a und einem Handgriff 5b zum manuellen Öffnen/Schließen ausgebildet.
Dies ist in der Figur 2 als Doppelpfeil schematisch angedeutet, wobei die Betätigungsrichtungen
lediglich beispielhaft sind. Die Klappe 5a ist zum Schließen des Absperrorgans 5 um
eine Drehachse 5c drehbar im Absperrorgan 5 gelagert. Die Drehachsen 5c, 7c sind vorzugsweise
identisch für eine direkte Kopplung der Verriegelungsscheibe 7a und der Klappe 5a
aneinander. Auch andere Absperrorgane sind denkbar, die sich durch Drehbewegung um
eine Achse betätigen lassen. Aus der Figur 1 wird deutlich, dass das zweite Verriegelungselement
7, insbesondere die Verriegelungsscheibe 7a, als ein selektiv bei geöffnetem Absperrorgan
5 wirksamer Anschlag 8 für das erste Verriegelungselement 6b ausgebildet ist, so dass
sich der Deckel 4 bei geöffnetem Absperrorgan 5 nicht öffnen lässt.
[0036] Insbesondere aus der Figur 3 wird deutlich, dass sich das erste Verriegelungselement
6b nur bei geschlossenem Absperrorgan 5 in/durch die Ausnehmung 7b kippen lässt, und
zwar falls das erste Verriegelungselement 6b in der Draufsicht (der Figur 2) mit der
Ausnehmung 7b fluchtet, also die Verriegelungsscheibe 7a in einer entsprechenden Drehlage
ruht. Dies ermöglicht ein Öffnen des Deckels 4, wodurch zudem das Absperrorgan 5 in
seiner geschlossenen Stellung blockiert wird. Die mit dem ersten Verriegelungselement
6b fluchtende Stellung 9 der Ausnehmung 7b und die zugehörige Stellung des Handgriffs
5b sind in der Figur 2 zum besseren Verständnis mit gepunkteten Linien angedeutet.
[0037] Am Behälter 2 ist vorzugsweise ein zum zweiten Verriegelungselement 7 hin seitlich
über den Deckel 4 überstehender Lagerbock 10 für den Schwenkhebel 6 ausgebildet. Alternativ
kann der Lagerbock 10 auch zum Beispiel an einer Rohrleitung, wie etwa der Medienzufuhrleitung
3 befestigt sein
[0038] Am Behälter 2 ist vorzugsweise ferner eine Arretierung 11 für den geschlossenen Deckel
4 ausgebildet. Wie die Figuren 2 und 3 verdeutlichen, kann die Arretierung 11 eine
Feststellschraube 11a oder dergleichen umfassen und beispielsweise um eine horizontale
Drehachse 11 b schwenkbar sein, um den Betätigungshebel 6a für ein Öffnen des Deckels
4 nach Lösen der Feststellschraube 11a freizugeben.
[0039] Der Deckel 4 umfasst vorzugsweise eine Halterung 4a, an der der Deckel 4 am Betätigungshebel
6a hängt. Der Deckel 4 ist vorzugsweise verdrehfest oder aber um eine horizontale
Drehachse kippbar am Betätigungshebel 6a gelagert. Der Deckel 4 lässt sich mittels
des Betätigungshebels 6a auf den Behälter 2 aufsetzen und von diesem abheben.
[0040] Der Behälter 2 ist vorzugsweise als Dosierungsbehälter ausgebildet. Bei geöffnetem
Deckel 4 lässt sich eine (in der Figur 1 durch einen Blockpfeil schematisch angedeutete)
Produktkomponente 12, ein Produktadditiv oder dergleichen in den Behälter 2 einfüllen.
Bei geschlossenem Deckel 4 kann der Behälter 2 durch die Medienzufuhrleitung 3 mit
einem Flüssigmedium 13, wie beispielsweise Heißwasser, gespült, gereinigt und insbesondere
ausgespritzt werden. Zu diesem Zweck ist an der Medienzufuhrleitung 3 vorzugsweise
wenigstens eine Ausspritzeinrichtung 14 vorhanden, beispielsweise in Form einer Spritzdüse
(dargestellt) und/oder einer Pumpe (nicht dargestellt) und/oder dergleichen Einrichtung
zum Zufördern des Flüssigmediums 13 unter einem geeigneten Überdruck.
[0041] Das Flüssigmedium kann prinzipiell ein Spülmittel, Reinigungsmittel, Desinfektionsmittel,
wenigstens einen technischen Hilfsstoff und/oder Produkt beinhalten. Technische Hilfsstoffe
können auch zu den Produktadditiven gezählt werden und sind beispielsweise Enzyme,
Calziumchlorid, Säure und andere Lösungsmittel als Wasser.
[0042] In der Figur 2 ist ferner ein elektrisch und/oder pneumatisch betriebenes Ventil
15 zum insbesondere zentral gesteuerten Freigeben, Absperren und/oder Dosieren des
Flüssigmediums 13 schematisch angedeutet. Sobald das zweite Verriegelungselement 7
als Anschlag 8 für das erste Verriegelungselement 6b wirkt und das Absperrorgan 5
offen ist, lässt sich ein vorgegebener Prozess zum Spülen, Reinigen und/oder Desinfizieren
des Behälters 2 ohne weitere Einschränkung durch die Verschlusssicherung 1 automatisch
steuern.
[0043] Wie die Figur 4 erkennen lässt, kann der Sicherheitsverschluss 21 gemäß einer zweiten
bevorzugten Ausführungsform alternativ für einen um eine vertikale Schwenkachse 26c
schwenkbaren Schwenkhebel 26 und Deckel 4 ausgebildet sein. Der Schwenkhebel 26 umfasst
einen Betätigungsarm 26a, der vorzugsweise durch die Halterung 4a fest mit dem Deckel
4 verbunden ist, und ein erstes Verriegelungselement 26b, das funktional wie bei der
ersten Ausführungsform mit dem zweiten Verriegelungselement 7 zusammenwirkt. Das erste
Verriegelungselement 26b ist dann vorzugsweise scheibenförmig mit einer Ausnehmung
26d, beispielsweise einer Ausklinkung, ausgebildet.
[0044] Bei beiden Sicherheitsverschlüssen 1, 21 lässt sich der Deckel 4 nur dann öffnen,
wenn die Ausnehmung 7b der Verriegelungsscheibe 7a bezüglich des ersten Verriegelungselements
6b, 26b so ausgerichtet ist, dass sich dieses in die Ausnehmung 7b einschwenken bzw.
hineindrehen lässt. Ansonsten wirkt die Verriegelungsscheibe 7a als Anschlag 8 für
das erste Verriegelungselement 6b, 26b, um ein Öffnen des Deckels 4 zu verhindern.
[0045] Bei der zweiten Ausführungsform lässt sich das Absperrorgan 5 nur dann öffnen, wenn
die Ausnehmung 26d des ersten Verriegelungselements 26b mit dem zweiten Verriegelungselement
7, insbesondere mit der Verriegelungsscheibe 7a, fluchtend ausgerichtet ist. Bei beiden
Varianten sind die Schwenkachsen 6c, 26c vorzugsweise orthogonal zur Drehachse 7c
der Verriegelungsscheibe 7a ausgerichtet.
[0046] Ansonsten können sämtliche im Zusammenhang mit der ersten Ausführungsform beschriebenen
strukturellen Elemente mit entsprechenden Funktionen auch bei der zweiten Ausführungsform
und dem zugehörigen Behälter 2 und der Medienzufuhrleitung 3 vorhanden sein.
[0047] Der Sicherheitsverschluss 1, 21 ist rein mechanisch aufgebaut und hat daher eine
besonders hohe Ausfallsicherheit. Entsprechend kann der Sicherheitsverschluss 1, 21
als zusätzliche Sicherheitsmaßnahme dienen, die im störungsfreien Betrieb des optionalen
elektrisch und/oder pneumatisch betriebenen Ventils 15 zwar redundant ist, aufgrund
der seriellen Anordnung des Absperrorgans 5 und des Ventils 15 jedoch beispielsweise
bei einem Dichtungsbruch im Ventil 15, also auch bei dessen einwandfreier Ansteuerung
und/oder Stellung, zum Tragen kommt.
[0048] Das zweite Verriegelungselement 7 ist vorzugsweise sowohl mit der Klappe 5a als auch
mit dem Handgriff 5b verdrehfest verbunden, beispielsweise durch Formschluss. Denkbar
wäre aber auch eine Ankopplung des zweiten Verriegelungselements 7 an das Absperrorgan
5 mittels eines Getriebes, einer Kulisse, eines Schneckentriebs, Zahnrad/Zahnstange
oder dergleichen.
[0049] Das zweite Verriegelungselement 7 könnte demnach auch als funktional der Verriegelungsscheibe
7a entsprechend linear beweglicher Verriegelungsschieber (nicht dargestellt) mit einer
Ausnehmung 7b für das erste Verriegelungselement 6b, 26b ausgebildet sein. Für einen
solchen Verriegelungsschieber wäre die Drehbewegung zur Betätigung des Absperrorgans
5 in eine Linearbewegung des Verriegelungsschiebers zu übersetzen, beispielsweise
durch Kopplung mittels Zahnrad und Zahnstange.
[0050] Entscheidend ist, dass sich die Position der Ausnehmung 7b bezüglich des ersten Verriegelungselements
6b, 26b in Abhängigkeit von der Öffnungsstellung des Absperrorgans 5 wie oben beschrieben
ändert, also das zweite Verriegelungselement 7, gegebenenfalls auch in Form eines
Steuerschiebers, bei offenem Absperrorgan 5 als Anschlag 8 für das erste Verriegelungselement
6b, 26b wirkt und die Ausnehmung 7b des zweiten Verriegelungselements 7 bei geschlossenem
Absperrorgan 5 in einer mit dem ersten Verriegelungselement 6b, 26b ausgerichteten
Stellung 9 ist, so dass das erste Verriegelungselement 6b, 26b in die Ausnehmung 7b
einschwenken kann..
[0051] Der Behälter 2 und die Medienzufuhrleitung 3 eignen sich zur ortsfesten Installation
und Spülung und/oder Reinigung und/oder Desinfektion in einem Lebensmittel verarbeitenden
Betrieb, wie beispielsweise in einem Sudhaus oder dergleichen Produktionsanlage.
[0052] Der Sicherheitsverschluss 1, 21 gewährleistet auf einfache und zuverlässige Weise
einen Schutz von Bedienpersonal vor heißen und/oder aggressiven Flüssigmedien 13,
die ansonsten aufgrund eines versehentlichen Öffnens des Deckels 4 insbesondere während
einer Spülung und/oder Reinigung und/oder Desinfektion austreten könnten. Unter einer
Desinfektion ist auch eine Entkeimung gemeint. Das gleiche gilt auch für Desinfektionsmittel
und Entkeimungsmittel.
[0053] Das elektrisch und/oder pneumatisch betriebene Ventil 15 kann beispielsweise ein
Kugelhahn, eine Absperrklappe, ein Schieber oder dergleichen sein. Das Ventil 15 könnte
auch hydraulisch angesteuert sein.
[0054] Die Ausspritzeinrichtung 14 kann beispielsweise als Rohrleitung verstanden werden,
welche in dem Behälter 2 endet. Ebenso kann die Ausspritzeinrichtung 14 Verteileinrichtungen,
wie Spritzkopf, Zielstrahlreiniger, Prallteller oder ähnliche Einrichtungen umfassen,
welche das Medium verteilen oder auffächern. Auch Ringleitungen mit Öffnungen sind
denkbar.
1. Sicherheitsverschluss (1, 21) für einen Behälter (2) mit einer Medienzufuhrleitung
(3) insbesondere zum Spülen und/oder Reinigen des Behälters (2), umfassend:
- einen Deckel (4) zum Verschließen des Behälters (2);
- ein Absperrorgan (5) zum Verschließen der Medienzufuhrleitung (3);
- einen Schwenkhebel (6, 26) mit einem Betätigungsarm (6a, 26a) zum Aufsetzen des
Deckels (4) und mit einem insbesondere dem Betätigungsarm (6a, 26a) entgegengesetzten
ersten Verriegelungselement (6b, 26b); und
- ein mit dem Absperrorgan (5) antriebstechnisch gekoppeltes zweites Verriegelungselement
(7), das als ein selektiv bei geöffnetem Absperrorgan (5) wirksamer Anschlag (8) für
das erste Verriegelungselement (6b, 26b) derart ausgebildet ist, dass der Deckel (4)
bei geöffnetem Absperrorgan (5) nicht geöffnet werden kann.
2. Sicherheitsverschluss nach Anspruch 1, wobei das zweite Verriegelungselement (7) ferner
derart ausgebildet ist, dass das erste Verrieglungselement (6b, 26b) das zweite Verriegelungselement
(7) bei geöffnetem Deckel (4) blockiert und dadurch ein Öffnen des Absperrorgans (5)
verhindert.
3. Sicherheitsverschluss nach Anspruch 1 oder 2, wobei das zweite Verriegelungselement
(7) eine Ausnehmung (7b) aufweist, die bei geschlossenem Absperrorgan (5) mit dem
ersten Verriegelungselement (6b, 26b) ausgerichtet ist, derart dass das erste Verriegelungselement
(6b, 26b) beim Öffnen des Deckels (4) in die Ausnehmung (7b) eingreift.
4. Sicherheitsverschluss nach einem der vorigen Ansprüche, wobei das zweite Verriegelungselement
(7) eine Verriegelungsscheibe (7a) mit einer Ausnehmung (7b) für das erste Verriegelungselement
(6b, 26b) ist.
5. Sicherheitsverschluss nach einem der vorigen Ansprüche, wobei das erste Verriegelungselement
(26b), das insbesondere als Scheibe ausgebildet ist, eine Ausnehmung (26d) für das
zweite Verriegelungselement (7) aufweist.
6. Sicherheitsverschluss nach Anspruch 4 oder 5, wobei das zweite Verriegelungselement
(7) um eine Drehachse (7c) beweglich ist, die orthogonal zu einer Schwenkachse (6c,
26c) des Schwenkhebels (6, 26) ausgerichtet ist.
7. Sicherheitsverschluss nach einem der vorigen Ansprüche, wobei sich das Absperrorgan
(5) manuell mittels eines Handgriffs (5b) öffnen/schließen lässt und das zweite Verriegelungselement
(7) fest mit dem Handgriff (5b) verbunden ist.
8. Sicherheitsverschluss nach wenigstens einem der vorigen Ansprüche, wobei der Behälter
(2) ein Dosierungsbehälter ist und der Deckel (4) zum Verschließen einer Einfüllöffnung
für eine Produktkomponente (12) oder ein Produktadditiv ausgebildet ist.
9. Sicherheitsverschluss nach wenigstens einem der vorigen Ansprüche, ferner mit einer
an die Medienzufuhrleitung (3) angeschlossene Ausspritzeinrichtung (14) für den Behälter
(2).
10. Sicherheitsverschluss nach wenigstens einem der vorigen Ansprüche, ferner mit einem
elektrisch oder pneumatisch angesteuerten Absperrorgan (15) zum Absperren der Medienzufuhrleitung
(3).
11. Sicherheitsverschluss nach wenigstens einem der vorigen Ansprüche, wobei der Schwenkhebel
(6, 26) seitlich des Deckels (4) und insbesondere an dem Behälter (2) drehbar gelagert
ist.
12. Sicherheitsverschluss nach wenigstens einem der vorigen Ansprüche, ferner mit einer
an dem Behälter (2) befestigten Arretierung (11) für den Betätigungsarm (6a, 26a)
in einer den Behälter (2) abdichtenden Stellung des Deckels (4).
13. Sicherheitsverschluss nach wenigstens einem der vorigen Ansprüche, wobei der Deckel
(4) für ein manuelles Öffnen/Schließen ausgebildet ist.
14. Behälter (2), der als Dosierungsbehälter für eine Produktkomponente (12) oder ein
Produktadditiv, insbesondere zur Herstellung eines Getränks, mit einer Medienzufuhrleitung
(3) und einem Sicherheitsverschluss (1) nach wenigstens einem der vorigen Ansprüche
ausgebildet ist.
15. Behälter nach Anspruch 14, der für einen stationären Betrieb in einer Produktionsanlage
für Lebensmittel, wie beispielsweise Getränke und insbesondere Bier, ausgebildet ist,
und wobei die Medienzufuhrleitung (3) für ein Spülen und/oder Reinigen ohne Demontage
des Behälters (2) ausgebildet ist.