[0001] Die Erfindung liegt in dem technischen Gebiet des Digitaldrucks.
[0002] 1m Allgemeinen umfassen Inkjet-Druckmaschinen einen oder mehrere Druckköpfe und jeder
Druckkopf umfasst eine Vielzahl von Druckdüsen. Die Inkjet-Druckmaschinen verwenden
die Düsen zum Drucken, indem Tinte ausgestrahlt wird. Diese Druckmaschinen haben Düsenplatten
mit spezifischen Anordnungen der Einzeldüsen. Bei Ausfall einer einzelnen Druckdüse
entstehen Bereiche, die nicht durch die dafür vorgesehene Düse in dem Einzelfarbenauszug
bebildert werden können. Es entstehen daher farbfreie Stellen, die sich als White
Lines zeigen können. Handelt es sich um einen mehrfarbigen Druck, so fehlt die entsprechende
Farbe an dieser Stelle und die Farbwerte werden verzerrt. Zu beachten ist auch, dass
der Strahlverlauf einer Einzeldüse nicht ideal verläuft sondern davon mehr oder weniger
abweichen kann, außerdem ist die Größe eines gejetteten Punktes zu berücksichtigen.
Somit betrifft eine fehlfunktionierende Düse die Druckqualität jedes gedruckten Dokuments.
Die Ursachen für den Ausfall von Einzeldüsen sind verschiedenartig, dabei kann es
sich um einen temporären Ausfall oder um einen dauernden Ausfall handeln.
[0003] Um die Auswirkungen auf das Druckbild insbesondere in Vollflächen zu reduzieren,
sind aus dem Stand der Technik mehrere Ansätze zur Kompensation bekannt.
[0004] Ein bekannter Ansatz zur Kompensation ausgefallener Druckdüsen besteht darin, die
ausgefallene Druckdüse durch die Düsen der jeweils anderen benutzten Druckfarben an
gleicher Stelle zu ersetzen. Dabei wird versucht, durch gezielten und gesteuerten
Übereinanderdruck der noch verfügbaren Farben, der ausgefallenen Druckfarbe möglichst
nahe zu kommen. Dadurch ist weder eine Redundanz an Druckdüsen oder -köpfen erforderlich,
noch stellt der Ausfall benachbarter Druckdüsen ein Problem dar. Hauptnachteil dieser
Kompensationsmethode ist jedoch, dass sie nur für den Mehrfarbendruck eingesetzt werden
kann. Zudem ist ein erhöhter Rechen- und Steuerbedarf durch den Rechner der Druckmaschine
erforderlich, um die notwendigen Farbkombinationen zu ermitteln. Außerdem kann - je
nach Farbabstand der ausgefallenen Farbe zum noch druckbaren Farbraum der Restfarben
- das resultierende Druckergebnis durchaus deutlich von den Sollwerten abweichen.
[0005] Ein anderer Ansatz zur Kompensation ausgefallener Druckdüsen sieht doppelte Düseneinheiten
in derselben Farbe vor, um über Redundanz den Ausfall einzelner Düsen kompensieren
zu können. Beispiele für diese Vorgehensweise sind aus den Patentanmeldungen
US 20060256157 A1 und
US 20060268034 A1 bekannt. Dies ist zwar effizient, aber auch entsprechend teuer, braucht zusätzlichen
Bauraum und bringt weitere Probleme, wie die kompliziertere Steuerung der doppelten
Einheiten mit sich.
[0006] Ein weiterer bekannter Ansatz ist es die Kompensation über Druckdüsen aus anderen
Systemen durchzuführen. D.h. mehrere positionierbare Druckköpfe werden zum Druck eines
Bildes benutzt. Fallen Druckdüsen aus, werden die Druckköpfe neu positioniert, um
die ausgefallene Düse möglichst gut zu ersetzen. Die Patente bzw. Patentanmeldungen
US 20120075373 A1 und
US 7607752 B2 offenbaren Verfahren, welche diesen Ansatz realisieren. Auch hier ist de facto eine
Redundanz an Druckköpfen derselben Farbe erforderlich, was die bereits genannten Probleme
mit sich bringt.
[0007] Der wichtigste bekannte Ansatz, mit dem sich die vorliegende Erfindung befasst, sieht
jedoch vor, den Fehler durch benachbarte Druckdüsen in derselben Farbe und derselben
Inkjet Einheit, zu überdecken. D.h. es werden zur Kompensation einzelner ausgefallener
Inkjet-Druckdüsen nach Feststellung, um welche Einzeldüse es sich handelt, die benachbarten
Düsen so angesteuert, dass die Punktgrößen dieser Düsen so vergrößert werden, dass
die Stelle der ausgefallenen Düse mit überdeckt wird. Die Nachbardüsen schreiben damit
das Bild der ausgefallenen Düse mit. White Lines, welche durch das Nichtdrucken einzelner
Düsen entstehen, können so verhindert werden. Die Patentanmeldung
US 020060125850 A1 beschreibt ein Verfahren und eine Druckmaschine, welche nach diesem Prinzip arbeiten.
Das Verfahren hat jedoch Auswirkungen auf das Druckbild - insbesondere wird es problematisch,
wenn mehrere, direkt benachbarte Düsen ausfallen. Die Kompensation über den doppelten
oder mehrfachen Abstand ist nur schlecht möglich.
[0008] Eine weitere Umsetzung dieses Ansatzes ist aus der europäischen Patentschrift
EP 1157840 B1 bekannt. Hier werden Bildwerte, die mit der defekten Druckdüse verknüpft sind, zu
einem oder mehreren Bildwerten, die mit nicht defekten Druckdüsen verknüpft sind und
die unmittelbar neben der defekten Druckdüse gelegen sind und die gleiche Farbe wie
die defekte Druckdüse besitzen, umverteilt. Auch hier ist es jedoch ein Problem, wenn
mehrere, direkt benachbarte Düsen ausfallen.
[0009] Ein grundlegend auftretendes Problem, was sich jedoch bei diesem Ansatz besonders
bemerkbar macht, ist die in der Realität abweichende Position der Druckpunkte einzelner
Druckdüsen. Ein Druckpunkt ist dabei der durch den Tintentropfen erzeugte Farbkreis.
Die Positionen der Druckpunkte der Druckdüsen, gemessen an ihrem Kreismittelpunkt,
sind in der Realität keinesfalls immer im gleichen Abstand zu den Druckpunkten benachbarter
Druckdüsen. Sie sind, fertigungsbedingt oder durch teilweise Verstopfung, quer oder
auch längs zur Druckrichtung mehr oder weniger abgelenkt. Dies führt beim Ansatz der
Kompensation ausgefallener Druckdüsen durch erhöhtes Tintentropfenvolumen der benachbarten
Druckdüsen dazu, dass falls der Druckpunkt einer oder beider Druckpunkte der benachbarten
Druckdüsen weg von der ausgefallenen Druckdüse verschoben ist, trotz Kompensation
eine, wenn auch geringere, White Line entsteht. Sind die Druckpunkte dagegen hin zur
ausgefallenen Druckdüse verschoben, kommt es zu einer Überkompensation. Dann entsteht
das Gegenteil einer White Line - eine Black Line. Um dieses Problem zu beheben, müssten
die realen Positionen der Druckpunkte aller Druckdüsen berücksichtigt werden.
[0010] Die Aufgabe der vorliegenden Erfindung besteht somit darin, ein Verfahren zur Kompensation
ausgefallener Druckdüsen in einer Inkjet-Druckmaschine zu offenbaren, welches die
aus dem Stand der Technik bekannten Probleme behebt und über eine bessere Performance
verfügt.
[0011] Die Lösung dieser Aufgabe wird durch ein Verfahren zur Kompensation ausgefallener
Druckdüsen in einer Inkjet-Druckmaschine gelöst, wobei ausgefallene Druckdüsen durch
ein vergrößertes Tintentropfenvolumen benachbarter Druckdüsen kompensiert werden und
welches dadurch gekennzeichnet ist, dass die realen Positionen der Druckpunkte aller
Druckdüsen ermittelt werden und für jede Druckdüse, zur Kompensation ihres Ausfalls,
die notwendigen Tintentropfenvolumina der jeweils benachbarten Druckdüsen in Abhängigkeit
von der realen Position des Druckpunktes der Druckdüse und von den realen Positionen
der Druckpunkte der jeweils benachbarten Druckdüsen berechnet werden.
[0012] Kern der Erfindung ist dabei das Ermitteln der realen Druckpunkte aller Druckdüsen,
bevor es zur Kompensation möglicher ausgefallener Druckdüsen kommt. Da die realen
Positionen der Druckpunkte der Druckdüsen fertigungsbedingt stets um einen gewissen
Betrag von der idealen, d. h. theoretischen Position des Druckpunktes abweichen, kann
mit den ermittelten realen Positionen der Druckpunkte der Druckdüsen eine genauere
Kompensation ausgefallener Druckdüsen vorgenommen werden. Entscheidend sind dafür
die realen Positionen der Druckpunkte der benachbarten Druckdüsen einer ausgefallenen
Druckdüse. Sind diese zum Beispiel um einen jeweils bestimmten Betrag weg von der
ausgefallenen Druckdüse verschoben, so wird die Kompensation durch allgemeingültig
vergrößerte Tintentropfenvolumina ein anderes Ergebnis bringen, als wenn die Druckpunkte
der benachbarten Druckdüsen zur ausgefallenen Druckdüse hin verschoben sind.
[0013] Vorteilhafte und daher bevorzugte Weiterbildungen dieser Erfindung ergeben sich aus
den zugehörigen Unteransprüchen sowie aus der Beschreibung und den zugehörigen Zeichnungen.
[0014] Eine bevorzugte Weiterbildung des erfindungsgemäßen Verfahrens ist dabei, dass ein
größerer Abstand der Druckpunkte zu einem größeren Tintentropfenvolumen jeweils benachbarter
Druckdüsen führt und ein kleinerer Abstand der Druckpunkte zu einem kleineren Tintentropfenvolumen
der jeweils benachbarten Druckdüsen, wobei die Kompensation ausgefallener Druckdüsen
jeweils mit dem minimal erforderlichen Tintentropfenvolumen erfolgt.
[0015] Sind die realen Positionen der Druckpunkte der benachbarten Druckdüsen also weiter
auseinander als die idealen Positionen der Druckpunkte, so wird zur Kompensation ein
größeres Tintentropfenvolumen verwendet als das Standard- Tintentropfenvolumen; ist
der Abstand der realen Positionen der Druckpunkte der beiden benachbarten Druckdüsen
dagegen verringert, so wird auch das verwendete Tintentropfenvolumen, welches zur
Kompensation notwendig ist, entsprechend verringert. Dabei wird grundsätzlich in allen
Fällen nur mit dem minimal erforderlichen Tintentropfenvolumen agiert, welches notwendig
ist, um die white line zu schließen.
[0016] Eine weitere bevorzugte Weiterbildung des erfindungsgemäßen Verfahrens ist dabei,
dass für alle Druckeinheiten der Inkjet-Druckmaschine ein Düsenmuster gedruckt und
zur Ermittlung der realen Positionen der Druckpunkte dieses gedruckte Düsenmuster
ausgewertet wird.
[0017] Zur Ermittlung der realen Positionen der Druckpunkte bietet sich am ehesten der Druck
eines Düsenmusters an, welches dann ausgewertet wird. Mit den realen Positionen aller
Druckpunkte aller Druckdüsen können dann alle notwendigen Parameter, die zu einer
abstandsabhängigen Kompensation benötigt werden, ermittelt werden.
[0018] Eine weitere bevorzugte Weiterbildung des erfindungsgemäßen Verfahrens ist dabei,
dass mit den ermittelten, realen Positionen der Druckpunkte die Abweichung der realen
Positionen der Druckpunkte von ihrer Soll-Position berechnet wird, einschließlich
der statistischen Verteilung der Abweichung, und daraus die notwendigen Tintentropfenvolumina
der jeweils benachbarten Druckdüsen ermittelt werden.
[0019] Aus den realen Positionen der Druckdüsen sowie der sich daraus ableitenden statistischen
Verteilung der Abweichung können für jede Druckdüse die optimalen notwendigen Tintentropfenvolumina
der benachbarten Druckdüsen ermittelt werden, die zur Kompensation der jeweiligen
Druckdüse erforderlich sind.
[0020] Eine weitere bevorzugte Weiterbildung des erfindungsgemäßen Verfahrens besteht darin,
dass das Düsenmuster zur Ermittlung der realen Positionen der Druckpunkte mehrfach
gedruckt wird, mit entsprechender mehrfacher Auswertung der realen Positionen der
Druckpunkte, um die Stabilität und Reproduzierbarkeit der ermittelten realen Positionen
der Druckpunkte zu bestimmen und diese Stabilität und Reproduzierbarkeit als Parameter
in die Berechnung der notwendigen Tintentropfenvolumina der jeweils benachbarten Druckdüsen
einfließen zu lassen.
[0021] Um mögliche Messungenauigkeiten auszuschließen, und eine möglichst korrekte Ermittlung
der realen Positionen der Druckpunkte zu gewährleisten, ist es sinnvoll, die Düsenmuster
mehrfach zu drucken und auszuwerten, um so etwaige Messungenauigkeiten und Messfehler
von vornherein auszuschließen.
[0022] Eine weitere bevorzugte Weiterbildung des erfindungsgemäßen Verfahrens besteht darin,
dass die realen Positionen der Druckpunkte in regelmäßigen Abständen, nach Durchführung
einer bestimmten Anzahl von Druckaufträgen neu ermittelt werden.
[0023] Da sich die realen Positionen der Druckpunkte im Laufe des fortdauernden Betriebs
verändern können, zum Beispiel durch teilverstopfte Druckdüsen, die dann entsprechend
schräg spritzen, ist es angebracht, in regelmäßigen Abständen die Ermittlung der Positionen
der Druckpunkte zu wiederholen. Die Häufigkeit der Wiederholung hängt der jeweiligen
Druckmaschine und ihrer Druckqualität ab. In diesem Fall ist die Erfahrung des Anwenders
entscheidend. Es ist jedoch denkbar, Wiederholungen nach einer festen Anzahl von Druckvorgängen
durchzuführen oder eine automatisierte Regelung zu verwenden, die in bestimmten Situationen,
z.B. bei Unterschreitung gewisser Druckqualität, eine Wiederholung durchführt.
[0024] Eine weitere bevorzugte Weiterbildung des erfindungsgemäßen Verfahrens besteht darin,
dass die Ermittlung der realen Positionen der Druckpunkte durch eine zweidimensionale
Druckpunktermittlung in und quer zur Druckrichtung realisiert wird.
[0025] Obwohl üblicherweise die Abweichungen der realen von den theoretisch idealen Positionen
der Druckpunkte in einer Reihe, das heißt quer zur Druckrichtung, hauptsächlich von
Bedeutung sind, sollten auch Abweichungen in Druckrichtung, also orthogonal zur Reihe
der zeilenförmig angeordneten Druckdüsen, mit berücksichtigt werden. Somit lässt sich
eine möglichst genaue Anpassung der Tintentropfenvolumina zur Kompensation ausgefallener
Druckdüsen erreichen.
[0026] Eine weitere bevorzugte Weiterbildung des erfindungsgemäßen Verfahrens ist dabei,
dass das Verfahren nur für den Druck von Vollflächen im Druckbild angewandt wird.
[0027] Da die white lines in der Hauptsache in Vollflächen zu einer Verschlechterung der
Druckqualität führen, macht es Sinn, das erfindungsgemäße Verfahren auch nur für Vollflächen
einzusetzen. Dennoch schließt dies einen Einsatz auch für Halbtonflächen natürlich
nicht aus, umso mehr, als die Ermittlung der realen Positionen der Druckpunkte ohnehin
für alle Druckdüsen durchgeführt wird und somit alle erforderlichen Parameter für
das erfindungsgemäße Verfahren unabhängig von der Art des Druckbildes sowieso vorliegen.
[0028] Eine weitere bevorzugte Weiterbildung des erfindungsgemäßen Verfahrens ist dabei,
dass nur detektierte, ausgefallene Druckdüsen nach dem erfindungsgemäßen Verfahren
kompensiert werden.
[0029] Zur Kompensation ausgefallener Druckdüsen durch die Erhöhung der Tintentropfenvolumina
benachbarter Druckdüsen gibt es zwei mögliche Einsatzarten. In einer ersten Einsatzart
werden nur detektierte ausgefallene Druckdüsen durch die benachbarten Druckdüsen kompensiert.
Ergo kann auch das erfindungsgemäße Verfahren in diesem Fall nur für detektierte ausgefallene
Druckdüsen durchgeführt werden.
[0030] Eine weitere bevorzugte Weiterbildung des erfindungsgemäßen Verfahrens besteht darin,
dass alle Druckdüsen unabhängig von ihrem Zustand nach dem erfindungsgemäßen Verfahren
kompensiert werden.
[0031] Die zweite Einsatzart der Kompensation ausgefallener Druckdüsen durch benachbarte
Druckdüsen besteht darin, die Druckdüsen grundsätzlich immer im Kompensationsmodus
zu betreiben, da in der Praxis sowieso ständig mehrere Druckdüsen ausgefallen sind
und man sich somit die komplexe Ansteuerung einzelner Druckdüsen, welche jeweils ausgefallene
benachbarte Druckdüsen kompensieren sollen, erspart. In diesem Betriebsmodus werden
somit alle Druckdüsen im Kompensationsmodus betrieben, was zwar zu Performance-Einbußen
und leicht erhöhtem Tintenverbrauch führt, jedoch die sowohl die Ansteuerung einzelner
Druckdüsen nicht mehr notwendig macht, sowie auch die aufwändige Detektion ausgefallener
Druckdüsen überflüssig macht. In diesem Betriebsmodus werden somit logischerweise
sämtliche Druckdüsen unabhängig von ihrem Zustand mit dem erfindungsgemäßen Verfahren
betrieben.
[0032] Eine weitere bevorzugte Weiterbildung des erfindungsgemäßen Verfahrens ist dabei,
dass das Tintentropfenvolumen nicht frei eingestellt werden kann, sondern nur in quantisierten
Schritten über die Pulszahl einer Waveform.
[0033] Diese Ansteuerungsvariante für die Tintentropfenvolumina der entsprechenden Druckdüsen
bedeutet, dass in der Praxis oft nur bestimmte Tintentropfenvolumen in entsprechend
quantisierten Schritten für das erfindungsgemäße Verfahren zur Verfügung stehen. Da
die Ansteuerung für die Tintentropfenvolumina keine beliebig kleinen Auflösungen ermöglicht,
sondern ohnehin eine Untergrenze für das minimal realisierbare Tintentropfenvolumen
besitzt, muss irgendeine Form der Quantisierung erfolgen. In dieser Weiterbildung
geschieht dies über die Pulszahl einer Waveform.
[0034] Eine weitere Lösung der gestellten Aufgabe stellt eine Inkjet-Druckmaschine, eingerichtet
zur Durchführung eines Verfahrens nach einem der vorherigen Ansprüche 1 bis 11 dar.
[0035] Die Erfindung als solche sowie konstruktiv oder funktionell vorteilhafte Weiterbildungen
der Erfindung werden nachfolgend unter Bezug auf die zugehörigen Zeichnungen anhand
wenigstens eines bevorzugten Ausführungsbeispiels näher beschrieben. In den Zeichnungen
sind einander entsprechende Elemente mit jeweils denselben Bezugszeichen versehen.
[0036] Die Zeichnungen zeigen:
- Figur 1:
- das System einer Bogen-Inkjet-Druckmaschine, schematisch dargestellt
- Figur 2:
- einen Beispielbogen mit einem stilisiert dargestellten Missing-Nozzle-Fehler
- Figur 3:
- eine schematische Darstellung idealer und realer Positionen von Druckpunkten
- Figur 4:
- den Ablauf des erfindungsgemäßen Verfahrens
[0037] Das Anwendungsgebiet der bevorzugten Ausführungsvariante ist eine Inkjet-Druckmaschine
10. Ein Beispiel für den Aufbau einer solchen Maschine 10 ist in Figur 1 dargestellt.
Beim Betrieb dieser Druckmaschine 10 kann es, wie bereits beschrieben, zu Ausfällen
einzelner Druckdüsen in den Druckköpfen 4 im Druckwerk 2 kommen. Folge sind dann white
lines 13, bzw. im Falle eines mehrfarbigen Drucks, verzerrte Farbwerte. Ein Beispiel
einer solchen white line 13 in einem Druckbild 12 ist in Figur 2 dargestellt.
[0038] Der Druckvorgang wird von einem Steuerungsrechner 20 überwacht. Dabei wird der Bogen
11 vom Anleger 1 in Transportrichtung T über den Transferylinder 5 zum Druckzylinder
7 und zu den Druckköpfen 4 transportiert, wobei die Druckköpfe 4 aus einer oder mehreren
Reihen von Druckdüsen bestehen. Die Zylinder 5, 7 werden von einem oder mehreren Antrieben
6 beschleunigt. Über die Druckdüsen in den Druckköpfen 4 wird dann die Farbe auf den
Bogen 11 aufgebracht um das Druckbild 12 zu erzeugen. Der Bogen 11 wird weiter transportiert,
getrocknet und über den Transferzylinder 5 zum Ausleger 3 weiter transportiert.
[0039] In Figur 3 ist in der oberen Abbildung ein Beispiel von ideal positionierten Druckpunkten
15, 16, 17 der Druckdüsen dargestellt. In der Mitte befindet sich die ausgefallene
Druckdüse, wodurch zur Kompensation die beiden benachbarten Druckdüsen 16, 17 ein
entsprechend vergrößertes Tintentropfenvolumen 19 verwenden, um die ausgefallene Druckdüse
zu kompensieren und die dadurch aufgetretene white line 13 zu füllen. Im unteren Bereich
von Figur 3 ist dieselbe Darstellung noch einmal für reale Positionen von Druckpunkten
16', 17', 18 für die Druckdüsen angezeigt. Wie gut zu erkennen ist, sind einige der
Druckpunkte 18 quer zur jeweiligen Druckrichtung verschoben, was zu unterschiedlichen
Überlappungen zwischen den Druckbereichen jeweils benachbarter Druckdüsen führt. Die
Darstellung ist schematisch und aus Gründen der besseren Sichtbarkeit sind die Abweichungen
der Druckpunkte von ihren Zielpositionen übertrieben dargestellt. Wie auch zu sehen
ist, sind beide benachbarte Druckdüsen zur ausgefallenen Druckdüse hinsichtlich ihrer
Druckpunkte 16', 17' weg von der ausgefallenen Druckdüse verschoben. Der Druckpunkt
der rechten benachbarte Druckdüse 16' ist dabei weiter weg von der ausgefallenen Druckdüse
verschoben als der der linken benachbarten Druckdüse 17'. Gemäß dem erfindungsgemäßen
Verfahren und wie in Figur 3 dargestellt, muss somit die rechte benachbarte Druckdüse
zur Kompensation ein größeres Tintentropfenvolumen 19 verwenden, um die Lücke, verursacht
durch die ausgefallene Druckdüse, zu kompensieren als die linke benachbarte Druckdüse.
Dies ist der Kern des erfindungsgemäßen Verfahrens.
[0040] In Figur 4 ist noch einmal der Ablauf des erfindungsgemäßen Verfahrens schematisch
dargestellt. Der erste Verfahrensschritt besteht darin, über ein Düsentestmuster,
welches für alle Druckköpfe 4 gedruckt werden muss, die realen Dot-Positionen der
Druckpunkte 18 für die Druckdüsen zu ermitteln. Die gedruckten Düsenmuster werden
untersucht und daraus die Abweichung von den theoretisch vorliegenden, idealen Positionen
der Druckpunkte 15 ermittelt. Um mögliche Fehler auszuschließen, werden die Düsentestmuster
mehrfach gedruckt und mehrfach ausgemessen. Daraus lässt sich dann neben den eigentlichen
realen Positionen der Druckpunkte 18 auch die statistische Verteilung der Abweichung
der realen Druckpunkte 18 von den theoretischen Druckpunkten 15 ermitteln. Mit diesen
Größen kann dann durch den Rechner 20 für jede einzelne Druckdüse berechnet werden,
wie groß das Tintentropfenvolumen 19 dieser Druckdüse sein muss, um jeweils die linke
benachbarte oder die rechte benachbarte Druckdüse bei Ausfall kompensieren zu können.
[0041] Der Durchmesser des benötigten Kompensationstintentropfens 19 wird dabei gemäß der
Formel:

für die Vollfläche berechnet. So ist zum Beispiel bei einer Auflösung von 1200 dpi
mit einem Düsenabstand 21,17 µm und einem geometrischen Standardkompensationstropfendurchmesser
von 47,33 µm, mit einer Standardabweichung von S = 1,2 µm und einem Kompensationstropfendurchmesser
von 52,13 µm mit einem Spreizfaktor von 1,85 gemäß dieser Formel Kompensationstropfenvolumen
19 bei maximal erlaubtem Abstand der Druckpunkte benachbarter Druckdüsen gleich 11,72
picoliter. Beim Standardabstand der Druckpunkte benachbarter Druckdüsen 16', 17' ist
dagegen ein Kompensationstropfenvolumen 19 von 8,77 picoliter notwendig; bei einem
minimalen Abstand der Druckpunkte zur benachbarten Druckdüse jedoch nur noch ein Tropfenvolumen
19 von 6,36 picoliter erforderlich, um die benachbarte Druckdüse bei Ausfall kompensieren
zu können.
[0042] Wie man sieht, unterscheidet sich das notwendige Kompensationstropfenvolumen 19 im
Falle eines maximalen Abstands um fast das Doppelte vom notwendigen Kompensationstropfenvolumen
19 bei einem minimalen Druckpunkteabstand. Es lässt sich leicht vorstellen, was passiert,
wenn man mit dem Standardkompensationstropfenvolumen 19 von 8,77 picoliter kompensieren
würde, wenn die benachbarte ausgefallene Druckdüse nur einen minimalen Abstand hinsichtlich
ihres Druckpunkts aufweist. Man hätte eine Überkompensation, die sich in einem Druckfehler
einer black line realisieren würde. Um diese Überkompensation zu vermeiden, wird daher
für jede Druckdüse das individuelle Kompensationstropfenvolumen 19 jeweils für die
linke und/oder rechte benachbarte Druckdüse berechnet und abgespeichert. Mit diesen
geänderten Kompensationstropfenvolumina 19 wird dann der eigentliche Druck des Druckauftrages
in der Inkjet-Maschine 10 durchgeführt. Dabei kann die Druckmaschine 10 im Dauerkompensationsmodus
betrieben werden, für den Fall, dass keine Detektion ausgefallener Druckdüsen durchgeführt
wird. In diesem Falle würden sämtliche Druckdüsen mit dem Mittelwert zwischen dem
Kompensationstropfenvolumen 19 für die linke benachbarte Druckdüse und dem Kompensationstropfenvolumen
19 für die rechte benachbarte Druckdüse drucken. Bei den Druckdüsen jeweils ganz außen
würde selbstverständlich nur der eine vorhandene Wert zur Kompensation des Ausfalls
der benachbarten Druckdüse verwendet.
[0043] Für den Fall, dass der Betriebsmodus der Druckmaschine 10 verwendet wird, wo nur
tatsächlich ausgefallene Druckdüsen kompensiert werden, so werden selbstverständlich
die hierfür relevanten Werte verwendet. Sind beide benachbarte Druckdüsen ausgefallen,
so wird entsprechend der Mittelwert der dann beiden relevanten Werte verwendet.
Bezugszeichenliste
[0044]
- T
- Transportrichtung
- 1
- Anleger
- 2
- Druckwerk
- 3
- Ausleger
- 4
- Inkjetköpfe
- 5
- Transferzylinder
- 6
- Antrieb
- 7
- Druckzylinder (Jettingzylinder)
- 8
- Bogenhaltebereich
- 9
- Kanal
- 10
- Bogendruckmaschine
- 11
- Bogen
- 12
- Druckbild
- 13
- White Line
- 14
- Druckpunkt
- 15
- ideale Position eines Druckpunktes (Mittelpunkt)
- 16
- idealer Druckpunkt der rechten benachbarten Druckdüse
- 17
- idealer Druckpunkt der linken benachbarten Druckdüse
- 16'
- realer Druckpunkt der rechten benachbarten Druckdüse
- 17'
- realer Druckpunkt der linken benachbarten Druckdüse
- 18
- reale, verschobene Position eines Druckpunktes (Mittelpunkt)
- 19
- Kompensationsvolumina für ausgefallene Druckdüsen
- 20
- Steuerungsrechner
1. Verfahren zur Kompensation ausgefallener Druckdüsen in einer Inkjet-Druckmaschine,
wobei ausgefallene Druckdüsen durch ein vergrößertes Tintentropfenvolumen benachbarter
Druckdüsen kompensiert werden,
dadurch gekennzeichnet,
dass die realen Positionen der Druckpunkte aller Druckdüsen ermittelt werden und für jede
Druckdüse, zur Kompensation ihres Ausfalls, die notwendigen Tintentropfenvolumina
der jeweils benachbarten Druckdüsen in Abhängigkeit von der realen Position des Druckpunktes
der Druckdüse zu den realen Positionen der Druckpunkte der jeweils benachbarten Druckdüsen
berechnet werden.
2. Verfahren nach Anspruch 1,
dadurch gekennzeichnet,
dass ein größerer Abstand der Druckpunkte zu einem größeren Tintentropfenvolumen jeweils
benachbarter Druckdüsen führt und ein kleinerer Abstand der Druckpunkte zu einem kleineren
Tintentropfenvolumen der jeweils benachbarten Druckdüsen, wobei die Kompensation ausgefallener
Druckdüsen jeweils mit dem minimal erforderlichen Tintentropfenvolumen erfolgt.
3. Verfahren nach einem der vorherigen Ansprüche,
dadurch gekennzeichnet,
dass für alle Druckeinheiten der Inkjet-Druckmaschine ein Düsenmuster gedruckt und zur
Ermittlung der realen Positionen der Druckpunkte dieses gedruckte Düsenmuster ausgewertet
wird.
4. Verfahren nach Anspruch 3,
dadurch gekennzeichnet,
dass mit den ermittelten, realen Positionen der Druckpunkte die Abweichung der realen
Positionen der Druckpunkte von ihrer Soll-Position berechnet wird, einschließlich
der statistischen Verteilung der Abweichung und daraus die notwendigen Tintentropfenvolumina
der jeweils benachbarten Druckdüsen ermittelt werden.
5. Verfahren nach Anspruch 4,
dadurch gekennzeichnet,
dass das Düsenmuster zur Ermittlung der realen Positionen der Druckpunkte mehrfach gedruckt
wird, mit entsprechender mehrfacher Auswertung der realen Positionen der Druckpunkte,
um die Stabilität und Reproduzierbarkeit der ermittelten realen Positionen der Druckpunkte
zu bestimmen und diese Stabilität und Reproduzierbarkeit als Parameter in die Berechnung
der notwendigen Tintentropfenvolumina der jeweils benachbarten Druckdüsen einfließen
zu lassen.
6. Verfahren nach einem der vorherigen Ansprüche,
dadurch gekennzeichnet,
dass die realen Positionen der Druckpunkte in regelmäßigen Abständen, nach Durchführung
einer bestimmten Anzahl von Druckaufträgen, neu ermittelt werden.
7. Verfahren nach einem der vorherigen Ansprüche,
dadurch gekennzeichnet,
dass die Ermittlung der realen Positionen der Druckpunkte durch eine zweidimensionale
Druckpunktermittlung in und quer zur Druckrichtung realisiert wird.
8. Verfahren nach einem der vorherigen Ansprüche,
dadurch gekennzeichnet,
dass das Verfahren nur für den Druck von Vollflächen im Druckbild angewandt wird.
9. Verfahren nach einem der vorherigen Ansprüche,
dadurch gekennzeichnet,
dass nur detektierte, ausgefallene Druckdüsen nach dem erfindungsgemäßen Verfahren kompensiert
werden.
10. Verfahren nach einem der Ansprüche 1 bis 8,
dadurch gekennzeichnet,
dass alle Druckdüsen unabhängig von ihrem Zustand nach dem erfindungsgemäßen Verfahren
kompensiert werden.
11. Verfahren nach einem der vorherigen Ansprüche,
dadurch gekennzeichnet,
dass das Tintentropfenvolumen nicht frei eingestellt werden kann, sondern nur in quantisierten
Schritten über die Pulszahl einer Waveform.
12. Inkjetdruckmaschine eingerichtet zur Durchführung eines Verfahrens nach einem der
vorherigen Ansprüche.