[0001] Die Erfindung betrifft ein Flurförderzeug mit Umgebungssensoren. Insbesondere betrifft
die Erfindung ein Flurförderzeug mit mindestens einem Umgebungssensor zur Erfassung
von Objekten in der Umgebung des Flurförderzeugs, insbesondere zur Erfassung einer
bedienenden Person.
[0002] Bei Flurförderzeugen, insbesondere Lagertechnikgeräten, die für das Kommissionieren
eingesetzt werden sollen, sind reine Mitgängerfahrzeuge bekannt, bei denen der Bediener
neben dem Fahrzeug herläuft, beispielsweise einem Gabelhubwagen. Daneben sind auch
Fahrzeuge bekannt, die einen Fahrerplatz zum Mitfahren aufweisen. Beim eigentlichen
Kommissionieren kann dieser Fahrerplatz leicht verlassen werden, um Waren aufzunehmen
und beispielsweise auf einer Palette abzulegen, die auf einer Lastgabel liegt. Eine
bekannte Ausführungsform eines solchen Kommissionierflurförderzeugs weist einen Antriebsteil
auf mit einem im Regelfall durch einen Elektromotor angetriebenen Antriebsrad, das
zugleich gelenkt werden kann. An diesen Antriebsteil schließt sich ein Fahrerarbeitsplatz
an, der als Arbeitsplatz für einen stehenden Bediener vorgesehen ist mit einer über
dem Antriebsteil angeordneten Lenkvorrichtung bzw. Kurzdeichsel. Es schließt sich
ein Lastteil mit üblicherweise einer Trennwand bzw. einem Aggregatebereich an, in
dem eine Hubvorrichtung für die Lastarme untergebracht ist, und an der Trennwand bzw.
dem Aggregatebereich angeordnete Lastarme. Mit den Lastarmen kann eine Palette aufgenommen
werden.
[0003] Für solche Flurförderzeuge sind optische Umgebungssensoren bekannt, mit denen die
Umgebung des Flurförderzeugs erfasst wird. Dies können beispielsweise zweidimensionale
Laserscanner (2-D Laserscanner) oder auch dreidimensionale Laserscanner (3-D Laserscanner),
ebenso wie Distanzen erfassende optische Sensoren sein, wie beispielsweise eine Time
Of Flight Kamera. Es ist auch denkbar, als Umgebungssensoren beispielsweise Ultraschallsensoren
einzusetzen. Mithilfe solcher Umgebungssensoren werden Hindernisse in der Umgebung,
Fahrwege, Positionen von Paletten und insbesondere bei Kommissionierflurförderzeugen
auch die Lage des Flurförderzeugs relativ zu einem Lastregal erfasst. Beispielsweise
kann hierfür ein Laserscanner verwendet werden, der die Umgebung orthogonal zu einer
Spiegelrotationsachse vermisst.
[0004] Es ist weiterhin bekannt, dass zur Arbeitserleichterung beim Kommissionieren ein
Lagertechnikgerät bzw. Flurförderzeug ferngesteuert bewegt werden kann, beispielsweise
indem über eine Fernbedienung ein Knopf gedrückt wird und, solange dieses Signal erfolgt,
das Flurförderzeug sich weiter bewegt. Dabei reagiert das Flurförderzeug mithilfe
der zuvor beschriebenen optischen Umgebungssensoren automatisch auf sich verändernde
Abstände zu dem Lastregal und weicht während der Fahrbewegung automatisch Hindernissen
aus. Das Flurförderzeug hält die Spur im Gang eines Lastregals automatisch.
[0005] Nachteilig an diesem Stand der Technik ist, dass der Umgebungssensor oftmals durch
Teile des Flurförderzeugs selbst ausgeblendete, nicht erfassbare Bereiche aufweist.
Es ergibt sich aufgrund der Positionierung des Sensors, aber auch selbst eventuell
mehrerer Sensoren, nur eine begrenzte Erfassung der Umgebung.
[0006] Der vorliegenden Erfindung liegt die Aufgabe zugrunde, ein Flurförderzeug zur Verfügung
zu stellen, mit dem eine verbesserte Erfassung der Umgebung möglich ist.
[0007] Diese Aufgabe wird durch ein Flurförderzeug mit den Merkmalen des unabhängigen Patentanspruchs
1 gelöst. Vorteilhafte Weiterbildungen der Erfindung sind in den Unteransprüchen angegeben.
[0008] Die Aufgabe wird erfindungsgemäß dadurch gelöst, dass bei einem Flurförderzeug mit
mindestens einem Umgebungssensor zur Erfassung von Objekten in der Umgebung des Flurförderzeugs,
insbesondere zur Erfassung einer bedienenden Person, der Umgebungssensor im Bereich
einer Außenkontur des Flurförderzeugs angeordnet ist.
[0009] Wenn die Umgebungssensoren möglichst in der Außenkontur des Flurförderzeugs angeordnet
sind, eventuell sogar etwas über diese hinweg stehen, entstehen nur geringe Abschattungsbereiche.
Unter Außenkontur ist hier der gesamte Bereich an der Oberfläche, am Rand, an den
Seiten wir auch insbesondere auf der Oberseite des Flurförderzeugs zu verstehen.
[0010] Der Umgebungssensor kann seitlich angeordnet sein und mindestens 180° Erfassungswinkel
aufweisen in Bezug auf eine Hochachse.
[0011] Der Umgebungssensor kann an der Oberseite des Flurförderzeugs angeordnet sein.
[0012] Vor allem bei Gabelhubwagen, Kommissionierfahrzeugen und ähnlichen Flurförderzeugen
kann dann über eine eventuelle Last hinweg die Umgebung erfasst werden und es entstehen
weniger Abschattung.
[0013] Vorteilhaft ist das Flurförderzeug ein Kommissionierflurförderzeug mit einem Antriebsteil,
einem Fahrerarbeitsplatz sowie einem Lastteil und der Umgebungssensor an der Oberseite
des Antriebsteils und/oder des Lastteils angeordnet.
[0014] Das Flurförderzeug kann zwei Umgebungssensoren aufweisen, die auf der rechten Seite
an der Außenkontur des Flurförderzeugs und an der linken Seite an der Außenkontur
des Flurförderzeugs angeordnet sind. So kann der Umgebungssensor an dem Antriebsteil
an der Oberseite angeordnet sein und/oder an dem Lastteil.
[0015] Das Flurförderzeug kann zwei Umgebungssensoren aufweisen, die in Bezug auf eine Längsachse
an spiegelsymmetrischen Positionen angeordnet sind.
[0016] Die Umgebungssensoren können sich dann ergänzen und es entsteht der Effekt wie bei
zwei Augen mit einem Abstand dazwischen. Insbesondere kann je ein Umgebungssensor
auf einer Seite des Flurförderzeugs die Umgebung abdecken. Wenn die zwei Umgebungssensoren
an der Oberseite des Flurförderzeugs angeordnet sind und einen sehr weiten Erfassungsbereich,
im Optimalfall rundum 360°, aufweisen, kann zumindest einer der Sensoren immer die
Umgebung erfassen. Beispielsweise können auch Montageelemente zwischen den beiden
Sensoren und somit innerhalb der Grundfläche des Flurförderzeugs angeordnet sein.
Der einzige ausgeblendete Bereich ist dann die direkte Linie zu dem zweiten Sensor
quer über das Flurförderzeug. Dieser ist jedoch letztlich für die Erfassung der Umgebung
nicht relevant.
[0017] Die Umgebungssensoren können an der Oberseite an Tragelementen angeordnet sein.
[0018] Die Umgebungssensoren können an den Tragelementen hängend angeordnet sein.
[0019] Dadurch sind die Umgebungssensoren geschützt durch Beschädigungen durch herabfallende
Gegenstände wie auch bei einem zu nahen Heranfahren beispielsweise an ein Lastregal,
wenn von der Oberseite ein Hindernis kommt. Bei einer Kollision mit einem Hindernis
wird es auch zunächst im Regelfall zu einem Zusammenstoß mit dem Tragelement kommen
und der darunter hängende Umgebungssensor ist dadurch geschützt.
[0020] Vorteilhaft sind die Tragelemente auf dem Lastteil oder dem Antriebsteil angeordnet.
[0021] In einer weiteren Ausgestaltung werden die Tragelemente durch einen quer über die
Oberseite des Flurförderzeugs verlaufenden Brückenträger gebildet.
[0022] Es ist möglich, Sensoren und insbesondere Umgebungssensoren, völlig frei zu positionieren.
Dabei können ein, zwei oder auch mehrere Umgebungssensoren angeordnet werden. Dies
kann beispielsweise auf der linken und rechten Seite des Flurförderzeugs geschehen,
insbesondere ganz außen. Es sind auch weitere beliebige, sinnvolle Sensorpositionen
möglich.
[0023] Bei den Umgebungssensoren kann es sich insbesondere um eine Kamera und/oder eine
Stereokamera und/oder eine Monokularkamera und/oder einen Ultraschallsensor und/oder
eine 3D-Kamera handeln. Auch können beispielsweise zweidimensionale Laserscanner (2-D
Laserscanner) und/oder dreidimensionale Laserscanner (3-D Laserscanner) ebenso wie
Distanzen erfassende optische Sensoren eingesetzt werden, wie beispielsweise eine
Time Of Flight Kamera.
[0024] Es können die Daten mehrerer Umgebungssensoren zu einem Gesamtbild zusammengefasst
bzw. fusioniert werden, bevor die Daten verwendet werden.
[0025] Weitere Vorteile und Einzelheiten der Erfindung werden anhand der in den schematischen
Figuren dargestellten Ausführungsbeispiele näher erläutert. Hierbei zeigt
- Fig. 1
- ein Flurförderzeug mit zwei jeweils seitlich angeordneten Umgebungssensoren,
- Fig. 2
- ein weiteres Flurförderzeug mit seitlich angeordnet Umgebungssensoren und,
- Fig. 3
- ein drittes Flurförderzeug mit seitlich angeordneten Umgebungssensoren.
[0026] Die Fig. 1 zeigt ein Flurförderzeug 1 mit zwei Umgebungssensoren 2. Das Flurförderzeug
1 ist ein Kommissionierfahrzeug 11 mit einem Antriebsteil 3, einem Fahrerstand 4 und
Lastarmen 5 an einen Lastteil 8 zur Aufnahme einer Palette. Die Umgebungssensoren
2 sind an einem Brückenträger 6, der Tragelemente 13 bildet und darstellt, oberhalb
des Antriebsteils 3 und des Fahrerstands 4 angeordnet, sodass diese bis auf eine eventuelle
Verdeckung durch senkrechte Träger 7 des Brückenträgers 6, ein Erfassungsumfeld in
alle Richtungen haben. Dadurch können, wie an dem auf der linken Seite angeordneten
Umgebungssensor 2 durch die angedeuteten Strahlen dargestellt, ein Bediener 9, ein
Hindernis oder auch eine sonstige, beliebige Person gut erfasst werden. Die Umgebungssensoren
2 sind in dem hier vorliegenden Beispiel rundum scannende Laserscanner, die zweidimensional
oder dreidimensional ausgeführt werden können. Dabei sind die Umgebungssensoren 2
in Bezug auf eine Längsachse des Kommissionierfahrzeugs 11 spiegelsymmetrisch angeordnet,
d.h. in derselben Längsposition und Höhenposition an jeder Seite.
[0027] Die Fig. 2 zeigt ein weiteres Flurförderzeug 1 mit seitlich angeordnet Umgebungssensoren
2, bei denen es zu einer Abschattung 12 durch eine aufliegende Last 10 kommt.
[0028] Die Fig. 3 zeigt ein drittes Flurförderzeug 1 mit seitlich angeordneten Umgebungssensoren
2 in einer günstigeren, frei gewählten Position, bei der der Abschattungsbereich 12
durch die Last 10 kleiner ist, da die Umgebungssensoren 2 so in der Außenkontur angeordnet
sind, dass sie entlang der gesamten Seitenfläche ohne Abschattungen einen Erfassungsbereich
aufweisen.
1. Flurförderzeug mit mindestens einem Umgebungssensor (2) zur Erfassung von Objekten
in der Umgebung des Flurförderzeugs (1), insbesondere zur Erfassung einer bedienenden
Person (9),
dadurch gekennzeichnet,
dass der Umgebungssensor (2) im Bereich einer Außenkontur des Flurförderzeugs angeordnet
ist.
2. Flurförderzeug nach Anspruch 1,
dadurch gekennzeichnet,
dass der Umgebungssensor (2) seitlich angeordnet ist und mindestens 180° Erfassungswinkel
aufweist in Bezug auf eine Hochachse.
3. Flurförderzeug nach Anspruch 1 oder 2,
dadurch gekennzeichnet,
dass der Umgebungssensor (2) an der Oberseite des Flurförderzeugs (1) angeordnet ist.
4. Flurförderzeug nach einem der Ansprüche 1 bis 3,
dadurch gekennzeichnet,
dass das Flurförderzeug (1) ein Kommissionierflurförderzeug ist mit einem Antriebsteil
(3), einem Fahrerarbeitsplatz (4) sowie einem Lastteil (8) und der Umgebungssensor
(2) an der Oberseite des Antriebsteils (3) und/oder des Lastteils (8) angeordnet ist.
5. Flurförderzeug nach einem der Ansprüche 1 bis 4,
dadurch gekennzeichnet,
dass das Flurförderzeug (1) zwei Umgebungssensoren (2) aufweist, die auf der rechten Seite
an der Außenkontur des Flurförderzeugs (1) und an der linken Seite an der Außenkontur
des Flurförderzeugs (1) angeordnet sind.
6. Flurförderzeug nach einem der Ansprüche 1 bis 5,
dadurch gekennzeichnet,
dass das Flurförderzeug (1) zwei Umgebungssensoren (2) aufweist, die in Bezug auf eine
Längsachse an spiegelsymmetrischen Positionen angeordnet sind.
7. Flurförderzeug nach Anspruch 5 oder 6,
dadurch gekennzeichnet,
dass die Umgebungssensoren (2) an der Oberseite an Tragelementen (13) angeordnet sind.
8. Flurförderzeug nach Anspruch 7,
dadurch gekennzeichnet,
dass die Umgebungssensoren (2) an den Tragelementen (13) hängend angeordnet sind.
9. Flurförderzeug nach Anspruch 7 oder 9 sowie nach Anspruch 4,
dadurch gekennzeichnet,
dass die Tragelemente (13) auf dem Lastteil (8) oder dem Antriebsteil (3) angeordnet sind.
10. Flurförderzeug nach einem der Ansprüche 7 bis 9,
dadurch gekennzeichnet,
dass die Tragelemente (13) durch einen quer über die Oberseite des Flurförderzeugs (1)
verlaufenden Brückenträger (6) gebildet werden.