[0001] Die Erfindung betrifft eine Fußbodenbelagsplatte nach dem Oberbegriff des Anspruchs
1 und einen Bodenaufbau nach dem Oberbegriff des Anspruchs 11.
[0002] Ein Bodenbelag aus einzelnen Paneelen, die leimlos miteinander verbunden werden,
ist bekannt, typisch als Laminatpaneel. Dabei werden Holzfaserplatten, Platten mit
einem Kunststoffkern, meist PVC oder Gipsfaserplatten in der Regel auf der Oberseite
mit einer Beschichtung versehen, entweder auf der Basis von Kunstharz oder auf der
Basis von Lack. Die Paneele werden an den Kanten mit korrespondierenden Nut- und Federprofilen
versehen, die fugenlos oder annähernd fugenlos ineinander greifen. Entsprechende Gipsfaserplatten
sind bspw. aus der
DE 20 2005 020 617 U1 bekannt.
[0003] Nachteilig an den bekannten Paneelen ist, dass die Paneele bei schwankender Feuchtigkeit,
hier auch Luftfeuchtigkeit, und/oder Temperatur einer Formveränderung unterliegen
oder unter Dauerfeuchtigkeit an Festigkeit verlieren. Die Formveränderung ist so groß,
dass sich die Profile, also die Verbindungen zwischen den Profilen, in Folge von hohen
Druck- und/oder Zugspannungen öffnen oder sich alternativ aufwölben und vom Untergrund
abheben. Damit ist der Bodenbelag nicht mehr eben und nicht mehr geschlossen, was
ein ästhetisches und funktionales Problem darstellt. Im Falle länger anhaltender Feuchtigkeitsbeaufschlagung
bei Gipsfaserplatten verlieren diese an Festigkeit und erleiden dadurch totalen Funktionsverlust.
[0004] Der Erfindung liegt damit die Aufgabe zugrunde, Fußbodenbelagsplatten für einen Fußbodenbelag
bereitzustellen, die weder auf Temperaturschwankungen noch auf Feuchtigkeitsschwankungen
mit Dimensionsveränderungen reagieren und auch unter länger anhaltender Feuchtigkeit
die Funktion behalten.
[0005] Die Aufgabe der Erfindung wird gelöst durch eine Fußbodenbelagsplatte mit den Merkmalen
des Anspruchs 1 und einen Bodenaufbau mit den Merkmalen des Anspruchs 11. Vorteilhafte
Weiterbildungen der Erfindung sind in den abhängigen Ansprüchen angegeben.
[0006] Die erfinderische Fußbodenbelagsplatte weist eine Trägerschicht auf, die zu einer
Mineralwolleplatte verdichtete Mineralwolle und ein Bindemittel umfasst, wobei die
Mineralwolle Steinwollefasern und/oder Glaswollefasern enthält und die Trägerschicht
mit profilierten Kanten zur Verbindung mit einer zweiten, gleichen Fußbodenbelagsplatte
ausgebildet ist, wobei ein erstes Formschlusselement an einer Seite der Trägerschicht
und ein zweites Formschlusselement an einer gegenüberliegenden Seite der Trägerschicht
angeordnet sind und die beiden Formschlusselemente komplementär zueinander ausgebildet
sind, sodass das erste Formschlusselement der Fußbodenbelagsplatte mit dem zweiten
Formschlusselement einer weiteren Fußbodenbelagsplatte formschlüssig verbindbar ist
und die Trägerschicht beschichtet ist, wobei die Beschichtung insbesondere eine untrennbar
auf die Trägerschicht aufgebrachte Dekorschicht ist, die die sichtbare Oberseite der
Fußbodenbelagsplatte bildet.
[0007] Durch die Erfindung werden durch die Dimensionsschwankungen verursachte Probleme
bei Fußbodenbelägen, im Besonderen, wenn diese schwimmend verlegt werden, vermieden
und die Funktion auch bei Feuchtigkeitseinwirkung gesichert.
[0008] Die Trägerschicht ist aufgrund der Verdichtung und dem Bindemittel als Trägerplatte
ausgebildet und besteht vorzugsweise aus zumindest weitestgehend nicht hygroskopischen
Materialien wie Mineralwolle. Ergänzend und in Verbindung mit den zumindest weitestgehend
nicht hygroskopischen Materialien (Mineralwolle) können zudem bevorzugt solche Materialien
eingesetzt werden, die keine oder eine geringe Schwankung der Dimension bei Feuchte
bzw. bei Schwankungen der Luftfeuchtigkeit und/oder der Temperatur zeigen, die also
dimensionsstabil sind. Als dimensionsstabil kann die Trägerplatte (bzw. die Trägerschicht)
insbesondere dann bezeichnet werden, wenn diese unter Klimaschwankungen von 5° C bis
40° C und 5 % bis 95 % relativer Luftfeuchte (rLF) eine Dimensionsveränderung (Länge,
Breite, Höhe) von nicht mehr als 0,1 % oder vorzugsweise nicht mehr als 0,05 % und
besonders bevorzugt von o %, also keine Dimensionsveränderung hat.
[0009] Bei der Mineralwolle handelt es sich um anorganische Substanzen, insbesondere Glaswolle
oder Steinwolle. Unter Mineralwolle werden zu einer Wolle angeordnete Mineralfasern,
nämlich Glaswollefasern und/oder Steinwollefasern verstanden. Mineralwolle zeichnet
sich dadurch aus, dass die sie bildenden Fasern ungerichtet und locker zueinander
angeordnet sind, so dass zwischen den Fasern zahlreiche, üblicherweise luftgefüllte
Zwischenräume sind. Unverdichtete Mineralwolle, die bspw. als Isoliermaterial eingesetzt
wird, hat üblicherweise eine Dichte im Bereich von maximal ca. 220 kg/m
3
[0010] Eine Mineralwolleplatte ist somit eine Glaswollefasern und/oder Steinwollefasern
umfassende Mineralwolle, die hochkomprimiert ist und mittels des Bindemittels in der
komprimierten (Platten-)Form gehalten wird. Die Mineralwolleplatte umfasst somit nur
eine geringe Anzahl bzw. Volumenmenge zwischen den an Mineralwollefasern angeordneten
Zwischenräumen und weist einen besonders hohen Anteil an zu einer Wolle angeordneten
Mineralfasern (Glaswollefasern und/oder Steinwollefasern) auf. Die beschriebene Mineralwolleplatte
wird im Weitern auch Mineralfaserplatte genannt, so dass unter einer hier beschriebenen
Mineralfaserplatte immer die vorbeschriebene Mineralwolleplatte zu verstehen ist.
[0011] Unter Fasern werden in diesem Zusammenhang Partikel verstanden, die ein Längen-Dickenverhältnis
von mindestens 1:10, bevorzugt mindestens 1:20 besonders bevorzugt mindestens 1:30,
vorteilhaft mindestens 1:40 und besonders vorteilhaft mindestens 1:50 aufweisen. Da
Mineralwolle üblicherweise neben Fasern im o. g. Sinne auch mineralische Partikel
mit einem Längen-Dickenverhältnis kleiner 1:10 umfasst, wird im Zusammenhang mit der
Erfindung unter einer Mineralwolleplatte eine Trägerplatte verstanden, bei der mindestens
80 %, bevorzugt mindestens 90 %, besonders bevorzugt mindestens 95 % der mineralischen
Partikel in der Trägerplatte Fasern entsprechend der o. g. Ausführung sind. Je höher
der Faseranteil umso stabiler ist die Platte und umso weniger reagiert sie bei Temperaturschwankungen
und/oder Feuchtigkeitsschwankungen mit Dimensionsveränderungen.
[0012] Anzumerken ist, dass die Fasern der Mineralwolleplatte vorrangig aus Feinstmaterial
bestehen, sodass die Fasern vorzugsweise eine maximale Länge von bis zu 30 mm, vorteilhafterweise
eine maximale Länge von bis zu 20 mm, bevorzugt eine maximal Länge von bis zu 15 mm
und besonders bevorzugt eine maximale Länge von bis zu 10 mm aufweisen, jeweils bei
Beibehaltung der obigen Längen-Dickenverhältnisse.
[0013] Durch die Verwendung der Mineralwolle in Plattenform für die Trägerschicht entsteht
eine sehr stabile Trägerschicht mit den vorteilhaften thermischen und akustischen
Isolierungseigenschaften, Brandschutzeigenschaften und wasserfesten Eigenschaften
der die Mineralwolle bildenden Mineralfasern. So kann die Mineralwolleplatte (Trägerplatte
aus Mineralwolle) z. B. eine aus dem Bausektor zur Wärmeisolierung bekannte Steinwolle-
bzw. Glaswolleplatte sein, die verdichtet und durch ein Bindemittel verfestigt ist.
Dabei ist neben den Glaswolle- und Steinwollefasern auch das Bindemittel vorzugsweise
weitestgehend temperaturstabil und feuchtigkeitsstabil.
[0014] Steinwolle- und Glaswollefasern können auch in Mischung eingesetzt werden. Anzumerken
ist, dass im Zusammenhang mit der Erfindung Glaswolle und Steinwolle als zumindest
weitestgehend nicht hygroskopische Materialien und als dimensionsstabile Materialien
entsprechend der vorgenannten Definition verstanden werden.
[0015] Um einzelne Fußbodenbelagsplatten einfach und schnell zu einem gesamten Fußbodenbelag
zusammenzusetzen, weisen die Fußbodenbelagsplatten vorzugsweise Formschlusselemente
auf. So ist bevorzugt vorgesehen, dass die Trägerschicht an einer Seite, insbesondere
einer Längsseite, ein erstes Formschlusselement aufweist. An der gegenüberliegenden
Seite der Trägerschicht ist ein zweites Formschlusselement ausgebildet. Die beiden
Formschlusselemente sind komplementär zueinander. Zwei der Fußbodenbelagsplatten werden
so aneinandergesetzt, dass das erste Formschlusselement der ersten Fußbodenbelagsplatte
in das zweite Formschlusselement der zweiten Fußbodenbelagsplatte greift. So können
die Fußbodenbelagsplatten bspw. klassische Nut-Feder-Profile aufweisen.
[0016] Bei einer rechtwinkligen Ausgestaltung der Fußbodenbelagsplatte sind die Formschlusselemente
vorzugsweise an den sich gegenüberliegenden Längsseiten angeordnet. Alternativ können
diese jedoch auch an den Querseiten (kurzen Seiten) der Trägerschicht angeordnet sein
oder es sind an den Längs- und Querseiten jeweils komplementär ausgebildete Formschlusselemente
angeordnet. Bei der Anordnung der Formschlusselemente sind jeweils die an gegenüberliegenden
Seiten angeordneten Formschlusselemente komplementär zueinander ausgebildet, wobei
an den Längs- und Querseiten auch identische komplementäre Paare angeordnet sein können.
[0017] Fußbodenbelagsplatten, die an mindestens zwei Außenkanten Formschlusselemente, bspw.
Profilierungen aufweisen, werden auch als Paneel bezeichnet.
[0018] Trägerschichten, insbesondere Trägerplatten, die als Paneele (d. h. Trägerschichten/Trägerplatten
mit Verbindungsprofilen (Formschlusselementen) an den Seitenkanten) für Bodenbeläge
(Fußbodenbeläge) eingesetzt werden sollen, müssen hinsichtlich ihrer technischen Eigenschaften
optimale Eigenschaften aufweisen. Im Besonderen sind hohe innere maximale Scherkräfte
und die Spaltfestigkeit zu gewährleisten, damit es möglich wird, ein belastbares Verbindungsprofil
einzufräsen. Als geeignete Querzugfestigkeit senkrecht und waagerecht zur Platte wird
ein Wert von 1 N/mm
2 vorgeschlagen. Je nach Ausführungsart des Verbindungsprofils ist bei einem Profil
mit ausreichendem Spiel auch eine Querzugfestigkeit ab 0,5 N/mm
2 senkrecht und waagerecht zur Platte möglich. Höhere Querzugfestigkeiten werden durch
Erhöhung des Bindemittels und der geeigneten Zusatzstoffe erreicht. Dabei ist es möglich
Querzugfestigkeiten von hochverdichteten Holzfaserplatten zu erreichen. Durch die
erfindungsgemäßen feuchtigkeits- und temperaturunempfindlichen Eigenschaften der Fußbodenplatte
sind diese hohen Querzugfestigkeiten jedoch nicht nötig, weil Eigenspannungen und
Dimensionsänderungen in der erfindungsgemäßen Fußbodenplatte nicht auftreten. Bevorzugt
werden die Paneele nur durch das Ineinandergreifen korrespondierender Profile (komplementäre
Formschlusselemente) miteinander zu einem Bodenbelag verbunden. Bevorzugt wird dieser
Bodenbelag aus erfindungsgemäßen Paneelen schwimmend verlegt. Auf Hilfsmittel zum
Halten oder Verbinden der Paneele wie z. B. auf Klammern, Haken oder Riegel wird vorzugsweise
verzichtet.
[0019] Die (plattenförmigen) Trägerschichten (auch Trägerplatte) sind beschichtet, d. h.
auf mindestens einer der äußeren Hauptoberfläche der Trägerschicht ist eine separate
Beschichtung angeordnet. Die Beschichtung ist mit der Trägerschicht insbesondere untrennbar
verbunden, d. h. nicht zerstörungsfrei von der Trägerschicht entfernbar. Die Beschichtung
umfasst zumindest eine Dekorschicht, die im Gebrauchszustand der Fußbodenbelagsplatte
für den die Fußbodenbelagsplatte betretenen Benutzer sichtbar ist. Die Dekorschicht
bildet somit die sichtbare Oberfläche der Fußenbodenbelagsschicht. Die Dekorschicht
umfasst insbesondere Farben, Muster und/oder Strukturen, die das Farbdekor und ggf.
auch ein haptisches Dekor bilden. So kann die Dekorschicht insbesondere Holz-, Stein-,
Fliesen- oder Fantasiedekore zeigen.
[0020] Die Trägerschicht besteht besonders bevorzugt ausschließlich aus einer einzelnen
Trägerschicht oder aus mehreren übereinander geschichteten (und vorzugsweise fest
verbundenen) Trägerschichten.
[0021] Die Dichte der Trägerschicht (bspw. der Mineralfaserplatte, Mineralwolleplatte bzw.
Trägerplatte) beträgt vorzugsweise zumindest 600 kg/m
3, insbesondere zumindest 925 kg/m
3, besonders bevorzugt zumindest 1.100 kg/m
3.
[0022] Zur Herstellung der Trägerschicht, insbesondere einer Mineralwolleplatte, wird eine
Mineralfaser mit dem Bindemittel benetzt/getränkt und es wird eine Mineralwolle hergestellt.
Die Mineralwolle wird gegebenenfalls unter Hitze gepresst, d. h. verdichtet, das Bindemittel
sorgt für die Beibehaltung der verdichteten Form. Das Verpressen erfolgt vorzugsweise
in eine Plattenform, so dass die Trägerschichten auch als Trägerplatten bezeichnet
werden.
[0023] Als Bindemittel wird beispielsweise ein duroplastischer Kunststoff bzw. Kunststoffharz,
insbesondere Phenoplast verwendet. Mögliche Bindemittel können z. B. Phenol-, Epoxid-,
Melamin- und/oder Harnstoffharz oder biobasierende vernetzende Harze oder Ähnliches
sein. Die Bindemittel können bei der Herstellung der Fußbodenbelagsplatte als flüssige
Bindemittel oder als feste Bindemittel, in Pulverform und/ oder Granulatform eingesetzt
werden. So ist bspw. ein pulver- und/oder granulatförmiges Bindemittel, bspw. ein
Phenolharz, besonders dazu geeignet, mit den Mineralfasern vermischt und zu einer
Mineralwolle gestreut und anschließend zu einer Mineralwolleplatte verpresst zu werden.
[0024] Insbesondere mineralische Bindemittel wie z. B. Gips, Zement, Magnesia oder Ähnliches
eigenen sich für die Fußbodenbelagsplatte im Sinne der Erfindung nicht, da diese keine
ausreichende Dimensionsstabilität bei Feuchtigkeits- und/oder Temperaturschwankungen
aufweisen, die nötige Elastizität der Fußbodenbelagsplatte nicht aufweisen und für
eine spanabhebende Bearbeitung der Formschlußelemente ungeeignet sind.
[0025] Es kann eines der vorgenannten Bindemittel (Kunststoffe, Kunstharze) allein oder
es können Mischungen von Bindemitteln eingesetzt werden. Der Anteil des Bindemittels
beträgt von 4 Gewichts-% bis zu 25 Gewichts-%, bevorzugt von 5 Gewichts-% bis zu 20
Gewichts-%, besonders bevorzugt von 6 Gewichts-% bis zu 15 Gewichts-% und vorteilhafterweise
von 6 Gewichts-% bis zu 12 Gewichts-%. Der Anteil des eingesetzten Bindemittels wird
vom Fachmann in Abhängigkeit von den Anforderungen des Verwendungszwecks in einfachen
Versuchen ermittelt.
[0026] Dementsprechend beträgt der Anteil von Mineralwolle (Fasern inkl. der oben nicht
als Fasern definierten Partikel) 75 Gewichts-% bis zu 96 Gewichts-%, bevorzugt 80
Gewichts-% bis zu 95 Gewichts-%, besonders bevorzugt 85 Gewichts-% bis zu 94 Gewichts-%
und vorteilhaft 88 Gewichts-% bis zu 94 Gewichts-%.
[0027] Neben der Mineralwolle und dem Bindemittel kann die Trägerschicht optional Füllstoffe
umfassen. Als Füllstoff können Fasern von Einjahrespflanzen wie z. B. Baumwolle, Leinen
oder Ramie eingesetzt werden. Diese können optional zusätzlich hydrophob ausgerüstet
sein. Auch können bspw. hydrophob ausgerüstete Fasern von Gräsern wie Bambus oder
hydrophob ausgerüstete Holzfasern oder -späne verwendet werden. Ebenso sind Mehle
oder Granulate wie z. B. aus Kork oder Cocosschalen möglich. Im Prinzip sind alle
Füllstoffe die feuchtigkeitsunempfindlich und temperaturstabil denkbar wie sie z.
B. in der Leim- und Lackherstellung Verwendung finden, beispielhaft wird hierfür Calciumcarbonat
erwähnt.
[0028] Der Anteil des Füllstoffs beträgt bevorzugt maximal 25 Gewichts-%, vorzugsweise maximal
15 Gewichts-%, vorteilhaft maximal 10 Gewichts-%, insbesondere maximal 5 Gewichts-%.
Es können auch jeweils Mischungen der vorgenannten Fasern und Füllstoffe eingesetzt
werden. Bei dem Einsatz von Füllstoffen sinkt vorrangig der Gewichtsanteil (Gewichts-%)
der Mineralwolle zugunsten der Füllstoffe. Dementsprechend verringern sich die oben
genannten Gewichts-% der Mineralwolle weitestgehend 1:1 um die jeweiligen Gewichts-%
der beigefügten Füllstoffe.
[0029] Die Füllstoffe dienen vorzugsweise dazu, mikroskopische Hohlräume zwischen den Fasern
der Mineralwolle und/oder mikroskopischen Hohlräume zwischen den Fasern und den Bindemitteln
auszufüllen. Bei Einsatz von Füllstoff beträgt der Anteil der Mineralwolle vorzugsweise
mindestens 50 Gewichts-%, vorteilhaft mindestens 60 Gewichts-%, bevorzugt mindestens
65 Gewichts-%, besonders bevorzugt mindestens 71 Gewichts-%, vorteilhafterweise mindestens
81 Gewichts-%, und besonders vorteilhaft mindestens 86 Gewichts-%.
[0030] Der Füllstoff kann mit den Stein- und Glaswollefasern (der Mineralwolle) gemischt
werden oder als separate Schicht in der Trägerschicht, insbesondere der Trägerplatte
angeordnet werden. Die Stein- und/oder Glaswollefasern und ggf. die Füllstoffe werden
gemeinsam oder jeweils separat mit dem Bindemittel benetzt, ggf. vermischt oder geschichtet
und zu einer Trägerschicht ausgeformt, bspw. verpresst.
[0031] Neben den Füllstoffen können zudem noch Zusatzstoffe zur Verbesserung der technischen
Eigenschaften, der Verarbeitbarkeit bzw. der Haptik der späteren Fußbodenbelagsplatte
eingesetzt werden. Diese werden in geringen Mengen von insgesamt zwischen 0,5 Gewichts-%
und 1,5 Gewichts-%, bevorzugt zwischen 0,5 Gewichts-% und 2,5% beigefügt und verbessern
die technischen Eigenschaften der Trägerschicht wie beispielsweise die Elastizität,
die spanabhebenden Eigenschaften und Verarbeitbarkeit bei der Montage der Fußbodenbelagsplatte.
Als Zusatzstoffe können bspw. Polypropylen, Polyethylen, Paraffin, Wachs oder Ähnliches
beigemengt werden, wobei insbesondere Wachs und/oder Paraffin beigemengt wird, um
besonders kleine und kurze Mineralpartikel in der Mineralwolle bzw. herausstehende
Ende der Mineralfasern zu binden, wodurch eine weichere Haptik der Oberfläche der
Trägerplatte und eine bessere Verarbeitbarkeit dieser erreicht wird. Der eingesetzte
Gewichtsanteil an Zusatzstoffen geht vorrangig zu Lasten des Gewichtsanteils der Mineralwolle,
sodass sich der Mineralwolleanteil bei Einsatz von Zusatzstoffen weitestgehend 1:1
anpasst. Bei einem zusätzlichen Einsatz von Füllstoffen kann der eingesetzte Gewichtsanteil
auch zu Lasten des Gewichtsanteils des Füllstoffes oder zu Lasten des Gewichtsanteils
des Füllstoffes und der Mineralwolle gehen.
[0032] Beispielhaft setzen sich eine vorteilhafte Trägerplatte folgendermaßen zusammen:
5 Gewichts-% bis 12 Gewichts-% Bindemittel, 2 Gewichts-% bis 10 Gewichts-% Füllstoffe,
0,5 Gewichts-% bis 2,5 Gewichts-% Zusatzstoffe, 92,5 Gewichts-% bis 75,5 Gewichts-%
Mineralwolle.
[0033] Wie bereits ausgeführt, weisen die einzelnen Fußbodenbelagsplatten Formschlusselemente,
die jeweils ein erstes und ein zweites Formschlusselement umfassen, die unterschiedlich,
aber komplementär ausgestaltet sind und zum einfachen und schnellen Zusammenzusetzen
der Fußbodenbelagsplatten zu einem gesamten Fußbodenbelag ausgebildet sind, auf. Die
Formschlusselemente sind besonders bevorzugt zum klebemittellosen Verbinden ausgebildet.
Dafür können die Formschlusselemente insbesondere als Clickprofile, Schwenkprofile
und/oder Drehprofile ausgebildet sein.
[0034] Des Weiteren ist bevorzugt vorgesehen, dass das erste Formschlusselement und/oder
das zweite Formschlusselement ein integraler Bestandteil der Trägerschicht ist. Gemäß
dieser vorteilhaften Ausgestaltung wird das jeweilige Formschlusselement nicht als
separates Teil in oder an die Trägerschicht gefügt, sondern ist ein integraler Bestandteil
der Trägerschicht und besteht somit selbst aus Mineralfasern inklusive Binder und
ggf. Füllstoff und Zusatzstoff.
[0035] Zusätzlich oder alternativ kann zumindest eines der beiden Formschlusselemente beispielsweise
eine Feder (federartiges Bauteil) als separates Bauteil umfassen, das in oder an dem
komplementären Formschlusselement oder der Trägerplatte angreifen kann.
[0036] Besonders bevorzugt ist vorgesehen, dass zumindest eines der beiden Formschlusselemente
durch eine nachträgliche Bearbeitung, beispielsweise Fräsen der Trägerschicht (Trägerplatte),
erzeugt werden kann. Zusätzlich oder alternativ dazu ist vorgesehen, dass das erste
Formschlusselement und/oder das zweite Formschlusselement ein in der Trägerschicht
zumindest abschnittsweise urgeformtes Element ist. Unter urgeformtes Element versteht
man, dass das jeweilige Element nicht durch eine nachträgliche Bearbeitung der Trägerschicht
erzeugt wird, sondern bereits beim Formen und Pressen der Trägerschicht erzeugt wird.
Dadurch ist es beispielsweise nicht notwendig, die Nut für eine Nut-Feder-Verbindung
nachträglich in die Trägerschicht zu fräsen. Vielmehr wird die Nut schon ursprünglich,
d. h. bei der Herstellung der Trägerplatte geformt. Dementsprechend weist besonders
bevorzugt ein erstes Formschlusselement einen Fortsatz und das zweite Formschlusselement
eine Nut auf. Unter einem Fortsatz wird dabei ein Vorsprung/eine Erhebung verstanden,
der/die zum zumindest abschnittsweisen Eingriff in die Nut ausgebildet ist.
[0037] Die untrennbare (d. h., nicht zerstörungsfrei trennbar) Verbindung zwischen der Beschichtung
und der Trägerplatte erfolgt insbesondere über eine Klebeverbindung, d. h., die Dekorschicht
ist besonders bevorzugt auf die Trägerschicht geklebt. Dabei können selbstverständlich
weitere Schichten, wie bspw. die Haftung verbessernde Schichten, zwischen der Dekorschicht
und der Trägerplatte ebenfalls nicht zerstörungsfrei ablösbar angeordnet sein, so
dass unter dem Kleben neben dem direkten Aufkleben auf die Oberfläche der Trägerschicht
auch ein indirektes Aufkleben der Dekorschicht, nämlich auf Zwischenschichten, verstanden
wird. Dementsprechend kann bspw. auch die Dekorschicht mehrschichtig ausgebildet sein
und bspw. eine eigene Trägerschicht umfassen, die die eigentliche Dekorschicht, bspw.
ein Dekorpapier trägt.
[0038] So können bspw. kunstharzbasierte Laminate aufgepresst (verklebt) werden, die mit
einem Dekor und/oder mit einer dreidimensionalen Struktur (Strukturdekor) versehen
sind. Möglich sind auch Beschichtungen mit Naturstoffen wie Kork, Printkork, Furnier,
insbesondere hydrophobiertes Furnier, Leder, Stein und/oder Holz. Auch können Beschichtungen,
die Vinyl, Linoleum, PVC (Polyvinylchlorid) oder Polypropylen umfassen, aufgebracht
werden. Das Verkleben der Dekorschicht mit der Trägerschicht erfolgt vorzugsweise
in einer Presse, insbesondere in einer Heizpresse unter Wärmeeinwirkung. Es können
auch Lackoberflächen, flüssig aufzutragende und auszuhärtende Kunstharzoberflächen
oder Farbanstriche aufgebracht werden.
[0039] Als dekorative Schicht kann neben vorgenannten Beschichtungsmaterialien auch ein
dekorativer Druck mit Tinte, Farbe oder Lack in verschiedenen Techniken, wie z. B.
Siebdruck, Tiefdruck oder Digitaldruck aufgebracht werden der mit einer transparenten
Schutzschicht wie z. B. mit einem thermoplatischen Polyurethanfilm oder einem UV-härtendem
oder strahlenhärtendem Acrylat versehen ist.
[0040] Vorzugsweise ist auf die Dekorschicht außerdem ein Lichtschutzfilm aufgebracht, um
die Lichtechtheit des Dekors zu verbessern. Auch können transparente Schutzschichten
wie bspw. ein Kunstharz umfassendes Overlay, eine Kunstharzschicht und/oder eine transparente
Lackschicht aufgebracht sein.
[0041] Das Kaschieren auf Kurztaktpressen mit kunstharzgetränkten Papieren, wie zum Beispiel
aus der Laminatbodenproduktion bekannt oder das Beschichten mit Kunstharzgetränkten
Papieren und Folien in kontinuierlichen Pressen ist ebenfalls möglich. Neben harzgetränkten
Papieren können auch harzgetränkte Fliese wie z. B. Glasfaserflies oder -Gewebe als
Beschichtung zum Einsatz kommen. Zur Erhöhung der mechanischen Eigenschaften, z. B.
der Biegefestigkeit können festigkeitsverstärkende Schichten sowohl einseitig als
auch beidseitig aufgebracht werden wie z. B. technische Verstärkungsfasern wie Glas-,
Kohle- oder Aramidfasern sowie weitere hochfeste harzgebundene Fasern. Solcherart
verstärkte Trägerplatten können auch wie vorgenannt beschichtet werden.
[0042] Es kann nach einer vorteilhaften Ausführung ein Fußbodenbelag mit einem einheitlichen
Dekor hergestellt werden, der in Räumen ohne große Feuchteeinwirkung oder Luftfeuchte-
bzw. Temperaturschwankung aus Paneelen mit Trägerplatten aus bekannten Holzfaser-
oder Spanplatten hergestellt ist, während Paneele mit gleicher Oberfläche in feuchtebelasteten
Räumen oder in Räumen mit größerer Luftfeuchte- bzw. Temperaturschwankung mit der
erfindungsgemäßen Trägerplatte versehen sind.
[0043] Die Herstellung der Fußbodenbelagsplatte kann mit folgenden Schritten und an die
trockene Herstellung von Faserplatten (MDF, HDF) angelehnt erfolgen: Herstellung von
mineralischen Fasern, insbesondere Glasfasern und/oder Steinfasern, ggf. Mischen der
Fasern mit Zusatzstoffen und/oder Füllstoffen, Beleimen der Fasern/des Fasergemisches
mit einem Klebemittel, bspw. in einer Blowline, Streuen der Fasern/des Fasergemisches
zu einer Fasermatte (Mineralwolle), Komprimieren und/oder Pressen der Fasermatte zu
einer Trägerschicht, ggf. unter Einwirkung von Wärme.
[0044] Ebenso ist die Herstellung mit folgenden Schritten möglich: Herstellung von mineralischen
Fasern, insbesondere Glasfasern und/oder Steinfasern, trockenes Mischen der Fasern
mit Zusatzstoffen und/oder Füllstoffen, trockenes Mischen mit Harzen in Pulverform,
Streuen des Faser/Zusatzstoffen/Harzgemisches zu einer Fasermatte (Mineralwolle),
Komprimieren und/oder Pressen der Fasermatte zu einer Trägerschicht, ggf. unter Einwirkung
von Wärme.
[0045] Weiter wird die der Erfindung zugrunde liegende Aufgabe gelöst durch einen Bodenaufbau
umfassend eine Grundstruktur, vorzugsweise mit Estrich, und mehrere auf der Grundstruktur
nebeneinander aufgelegte Fußbodenbelagsplatten.
[0046] Das Zusammensetzen einzelner Fußbodenbelagsplatten zu einem gesamten Fußbodenbelag
ist einfach handhabbar, da die Trägerschicht mit Dekorschicht mit üblichen Mitteln
geschnitten werden kann. Bei Verwendung der erfindungsgemäßen Fußbodenbelagsplatte
kann ein zusätzlicher Arbeitsschritt zum Einbringen herkömmlicher Isolierungsschichten
unterhalb des Fußbodenbelages eingespart werden, da wesentliche Funktionen, nämlich
Isolierung, Steifigkeit und Dekor in die erfindungsgemäße Fußbodenbelagsplatte integriert
sind.
[0047] Unter der verwendeten Bezeichnung Fußbodenbelagsplatte versteht man Bodenbelagsplatten,
die zur Herstellung eines gesamten Fußbodenbelages nebeneinander gesetzt werden. Die
Fußbodenbelagsplatten werden dabei zur Bildung des gesamten Bodenbelages auf eine
Grundstruktur aufgesetzt. Die Fußbodenbelagsplatten liegen dadurch mit ihrer gesamten
Fläche auf der Grundstruktur auf. Die Grundstruktur umfasst beispielsweise den Estrich
und zusätzliche Isolierungsschichten, die zwischen Estrich und Fußbodenbelag verwendet
werden können. Ferner umfasst die Grundstruktur die statisch tragenden Elemente des
Bauwerks. Die Fußbodenbelagsplatten bzw. der daraus zusammengesetzte Fußbodenbelag
wird lediglich entsprechend der geforderten Flächen- und Punktlast ausgelegt und bildet
dabei kein tragendes Element des gesamten Bauwerks. Unter Fußbodenbelagsplatten sind
bspw. Paneele zu verstehen, die an ihren Außenkanten Formschlusselemente, bspw. Profilierungen
aufweisen. Die Formschlusselemente sind zum direkten Verbinden der einzelnen Fußbodenbelagsplatten
bzw. zur Unterstützung der Verbindung der einzelnen Fußbodenbelagsplatten ausgebildet.
[0048] Im Weiteren wird die Erfindung anhand von Ausführungsbeispielen näher erläutert.
[0049] Eine erste, typische erfindungsgemäße Trägerplatte, die hier als Ausführungsbeispiel
geschildert wird, ist aus Steinwollefasern hergestellt, weist eine Dichte von ca.
1.000 kg/m
3 auf und ist mit 10 Gewichts-% Phenolharz als Bindemittel gebunden. Der Steinwolleanteil
beträgt 90 Gewichts-%. Nach einer alternativen Ausführungsform weist eine zweite Trägerplatte
zudem einen Zusatzstoffanteil von 2% aus Polypropylen auf. Damit beträgt der Anteil
der Steinwollefasern bei der zweiten Trägerplatte 88 Gewichts-%. Die Platten sind
jeweils ca. 6 mm stark und weisen eine dichte Oberfläche auf. Die erste und die zweite
Trägerplatte werden hergestellt, indem Steinwollefasern und Bindemittel in Pulver-
oder Granulatform bzw. Steinwollefasern und Polypropylen und Bindemittel jeweils in
Pulver- oder Granulatform, gemischt und zu einem Faserkuchen gestreut werden; anschließend
wird der Faserkuchen in einer Presse bei Temperaturen von 140° C bis 180° C und bei
einem Druck von 5 N/mm
2 bis 25 N/mm
2, bevorzugt bei einem Druck zwischen 10 N/mm
2 und 15 N/mm
2 verpresst bis das Bindemittel ausgehärtet ist. Alternativ können auch Glaswollefasern
oder ein Gemisch aus Steinwollefasern und Glaswollefasern eingesetzt werden.
[0050] Auf die Trägerschicht (hier die Trägerplatten), insbesondere unmittelbar auf die
Mineralwolleplatte, ist die Dekorschicht, insbesondere untrennbar, aufgebracht bspw.
aufgeklebt. Dies kann in einer Kurztaktpresse erfolgen, in der bspw. die Trägerschicht
unter Einwirkung von Druck und Wärme mit einem Laminat beschichtet wird. Unter untrennbar
ist beispielsweise eine stoffschlüssige Verbindung zwischen der Dekorschicht und der
Trägerschicht zu verstehen. Die Dekorschicht bildet die sichtbare Oberseite der Fußbodenbelagsplatte.
[0051] Das Laminat weist ein Dekorpapier auf. Das Laminat ist mit Melaminharz als Kunstharz
versehen, so wie es von den Paneelen mit Holzfaser-Trägerplatten bekannt ist. Optional
kann vor dem Aufbringen des Laminats ein Primer oder eine Grundierung auf die Trägerplatte
aufgebracht werden.
[0052] Die Trägerplatte wird in Einzelteile zerlegt und an den Kanten mit einem Profil (Formschlusselement)
versehen, so dass Paneele entstehen. Zwei ineinandergreifende Paneele sind aufgrund
der leimlos ineinandergreifenden Profile gegen eine Verschiebung in der Höhe, also
im rechten Winkel zur Ebene der Paneele, und gegen ein Auseinanderziehen, also in
einer Richtung in der Ebene der Paneele, gesichert. Solche Profile sind z. B. von
Paneelen mit Holzfaser-Trägerplatte an sich bekannt. Der beim Anbringen der Profile
entstehende Staub wird abgesaugt und kann optional recycelt werden.
[0053] Diese Paneele können beliebige Formen aufweisen, sind aber meist rechteckig. Sie
können an den Längs- und an den Querkanten durch die korrespondierenden Nut- und Federprofile
verbunden werden, optional bei entsprechender Gestaltung des Profils lösbar verbunden
werden.
[0054] Im Weiteren zeigt:
- Fig. 1
- schematisch in einer seitlichen Ansicht und einer Draufsicht eine Fußbodenbelagsplatte
1 mit einer Trägerschicht 2 und einer Dekorschicht 3.
[0055] Fig. 1 zeigt eine Fußbodenbelagsplatte 1 umfassend eine Trägerschicht 2 und eine
Dekorschicht 3. Die Trägerschicht 2 umfasst zumindest eine Mineralfaserplatte (Mineralwolleplatte).
Im gezeigten Ausführungsbeispiel besteht die gesamte Trägerschicht 2 aus der Mineralfaserplatte.
Alternativ zu der gezeigten Darstellung können auch mehrere mit einander verbundene
Mineralfaserplatten übereinander geschichtet werden.
[0056] Die Mineralfaserplatte besteht aus verdichteter Mineralwolle, beispielsweise Glaswolle
oder Steinwolle, mit entsprechendem Bindemittel.
[0057] Unmittelbar auf die Trägerschicht 2 ist die Dekorschicht 3 beispielsweise durch eine
Verklebung aufgebracht.
[0058] Die Figur zeigt in schematisch vereinfachter Darstellung ein erstes Formschlusselement
4 und ein zweites Formschlusselement 5. Das erste Formschlusselement 4 ist als Feder
ausgebildet. Das zweite Formschlusselement 5 ist als Nut ausgebildet. Sowohl das erste
Formschlusselement 4 als auch das zweite Formschlusselement 5 sind integrale Bestandteile
der Mineralfaserplatte.
[0059] Mehrere der gezeigten Fußbodenbelagsplatten 1 werden zu dem gesamten Fußbodenbelag
zusammengesetzt. Dabei greift jeweils eines der ersten Formschlusselemente 4 einer
ersten Fußbodenbelagsplatte 1a in eines der zweiten Formschlusselemente 5 einer zweiten
Fußbodenbelagsplatte 1b ein.
[0060] Die Formschlusselemente 4,5 können durchaus komplexer als in der Darstellung ausgeführt
werden, sodass sich eine sichere Verbindung zwischen den einzelnen Fußbodenbelagsplatten
1 ergibt und ein einfaches Verlegen der Fußbodenbelagsplatten 1 möglich ist.
[0061] Fig. 1 zeigt ferner eine Länge 6, eine Breite 7 und eine Dicke 8 der einzelnen Fußbodenbelagsplatte
1. Bevorzugt ist vorgesehen, dass die Länge 6 größer ist als die Breite 7. Insbesondere
liegt die Breite 7 zwischen 10 % und 80 % der Länge 6.
[0062] Die Länge 6 liegt vorzugsweise zwischen 0,3 m und 3 m, insbesondere zwischen 1 m
und 3 m.
[0063] Die Dicke 8 liegt vorzugsweise zwischen 5 mm und 100 mm, besonders bevorzugt zwischen
5 mm und 20 mm.
[0064] In bevorzugter Ausgestaltung wird die Dekorschicht 3 unmittelbar auf die Trägerschicht
2 aufgebracht. Die Trägerschicht 2 besteht dabei ausschließlich aus einer oder mehreren
Mineralfaserplatte(n). Alternativ dazu ist in der Trägerschicht 2 eine weitere Schicht
aus einem anderen Material vorgesehen. Diese weitere Schicht kann sich zwischen der
zumindest einen Mineralfaserplatte und der Dekorschicht 3, zwischen zwei Mineralfaserplatten
oder unter der untersten Mineralfaserplatte befinden.
1. Fußbodenbelagsplatte mit einer Trägerschicht (2), die zu einer Mineralwolleplatte
verdichtete Mineralwolle und ein Bindemittel aufweist, wobei die Mineralwolle Steinwollefasern
und/oder Glaswollefasern umfasst und
- die Trägerschicht (2) mit profilierten Kanten zur Verbindung mit einer zweiten,
gleichen Fußbodenbelagsplatte (1) ausgebildet ist, wobei ein erstes Formschlusselement
(4) an einer Seite der Trägerschicht (2) und ein zweites Formschlusselement (5) an
einer gegenüberliegenden Seite der Trägerschicht (2) angeordnet sind und die beiden
Formschlusselemente (4, 5) komplementär zueinander ausgebildet sind, sodass das erste
Formschlusselement (4) der Fußbodenbelagsplatte (1) mit dem zweiten Formschlusselement
(5) einer weiteren Fußbodenbelagsplatte (1) formschlüssig verbindbar ist und
- die Trägerschicht (2) beschichtet ist, wobei die Beschichtung insbesondere eine
untrennbar auf die Trägerschicht (2) aufgebrachte Dekorschicht (3) ist, die die sichtbare
Oberseite der Fußbodenbelagsplatte (1) bildet.
2. Fußbodenbelagsplatte nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, dass die Trägerschicht (2) als Trägerplatte ausgebildet ist.
3. Fußbodenbelagsplatte nach einem der vorhergehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, dass die Trägerschicht (2) ausschließlich aus einer Trägerschicht (2) oder mehreren übereinander
geschichteten Trägerschichten (2) besteht.
4. Fußbodenbelagsplatte nach einem der vorhergehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, dass die Trägerschicht (2) zumindest eine Dichte von 600 kg/m3, vorzugsweise zumindest 925 kg/m3, besonders bevorzugt zumindest 1100 kg/m3 aufweist.
5. Fußbodenbelagsplatte nach einem der vorhergehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, dass die Formschlusselemente (5) zum klebemittellosen Verbinden ausgebildet sind, wobei
die Formschlusselemente (5) insbesondere als Clickprofil, Drehprofil und/oder Schwenkprofil
ausgebildet sind.
6. Fußbodenbelagsplatte nach Anspruch 5, dadurch gekennzeichnet, dass das erste Formschlusselement (4) und/oder das zweite Formschlusselement (5) integrale
Bestandteile der Trägerschicht (2) sind.
7. Fußbodenbelagsplatte nach Anspruch 5 oder 6, dadurch gekennzeichnet, dass das erste Formschlusselement (4) und/oder das zweite Formschlusselement (5) in der
Trägerschicht (2) zumindest abschnittsweise urgeformte Elemente sind und/oder zumindest
abschnittsweise durch Bearbeitung erzeugte Elemente sind.
8. Fußbodenbelagsplatte nach einem der Ansprüche 5 bis 7, dadurch gekennzeichnet, dass das erste Formschlusselement (4) einen Fortsatz und das zweite Formschlusselement
(5) eine Nut umfasst.
9. Fußbodenbelagsplatte nach einem der vorhergehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, dass die Beschichtung, insbesondere die Dekorschicht (3), auf die Trägerschicht (2) geklebt
ist.
10. Fußbodenbelagsplatte nach einem der vorhergehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, dass die Dekorschicht (3) Vinyl, Leder, Stein, Holz, Kork, Printkork, Polypropylen, Polyvinylchlorid,
gehärtete Aminoplaste wie z. B. Melamin oder Polyester umfasst.
11. Bodenaufbau umfassend eine Grundstruktur, vorzugsweise mit Estrich, und mehrere auf
der Grundstruktur nebeneinander aufgelegte Fußbodenbelagsplatten (1) nach einem der
vorhergehenden Ansprüche.