GEBIET DER ERFINDUNG
[0001] Die vorliegende Erfindung betrifft einen Meißel zum Abbau von mineralischen Bauwerkstoffen,
z.B. von Beton, insbesondere einen Spitzmeißel.
[0002] Spitzmeißel mit einer punktförmigen Spitze sind beispielsweise aus der
US 6,981,496 US 9,221,164,
US 9,085,074,
CN 201922428 U, DE 1846211 U, DE 202013003876 U1,
DE 19914522 A1,
DE 828385 A und
DE 463571 A bekannt. Die Meißel werden mittels eines pneumatischen oder elektropneumatischen
Meißelhammers in einen Untergrund getrieben. Der Meißel muss den dabei auftretenden
Schlagkräften, Zugkräften und Querkräften widerstehen. Ein Vergrößern des Querschnitts
oder des Kerndurchmessers erhöht zwar die Stabilität. Allerdings wächst damit auch
die Masse des Meißels, wofür ein leistungsstärkerer Meißelhammer erforderlich ist.
OFFENBARUNG DER ERFINDUNG
[0003] Der erfindungsgemäße Meißel hat eine Spitze, einen Arbeitsabschnitt und eine Schlagfläche
und eine durch die Spitze, den Arbeitsabschnitt und die Schlagfläche verlaufende Längsachse.
Der Arbeitsabschnitt hat mehrere längs der Längsachse verlaufende und in Umfangsrichtung
um die Längsachse verteilt angeordnet Stege. Bei wenigstens einem der Stege nimmt
eine Abmessung in Umfangsrichtung um wenigstens ein Drittel, beispielsweise um wenigstens
die Hälfte, um wenigstens drei Viertel, mit zunehmendem Abstand zu der Längsachse
zu. Die Stege werden zur Längsachse hin deutlich schlanker ergo nach Außen hin deutlich
breiter. Eine breiteste Stelle ist um wenigstens ein Drittel breiter wie die schmalste
Stelle. Der Meißel ermöglicht einen Aufbau mit einem geringen Masse, insbesondere
einem kleinen Kern, und erreicht dennoch die geforderte mechanische Stabilität.
[0004] Der Kern trägt in einer Ausführung weniger als ein Drittel zu der Masse des Arbeitsabschnitts
bei, d.h. seine Kreisfläche ist geringer als ein Drittel der Querschnittsfläche durch
den Arbeitsabschnitt. Eine Höhe der Stege der Stege ist vorzugsweise wenigstens so
groß wie der halbe Kerndurchmesser, d.h. das Verhältnis des Außendurchmessers der
Arbeitsabschnitts zu dem Kerndurchmesser ist größer als zwei zu eins, vorzugsweise
größer fünf zu zwei. Die zwischen den Stegen verlaufenden Rillen schneiden entsprechend
tief in den Meißel ein.
[0005] Eine Ausführungsform sieht vor, dass der wenigstens eine Steg eine erste, in eine
Umfangsrichtung weisende, Seitenfläche und eine zweite, entgegen die Umfangsrichtung
weisende, Seitenfläche aufweist. Die erste Seitenfläche und die zweiten Seitenfläche
sind zueinander geneigt und laufen mit zunehmendem Abstand zu der Längsachse auseinander.
Die Seitenflächen weisen vorzugsweise vorwiegend in die Umfangsrichtung, d.h. das
Lot auf die Seitenflächen und die Umlaufrichtung schließen einen Winkel von weniger
als 45 Grad ein. Die geneigten Seitenflächen können zusammen ein Drittel der gesamten
Oberfläche des Stegs bilden, z.B. kann die erste Seitenfläche wenigstens ein Sechstel
der Oberfläche des Stegs und/oder die zweite Seitenfläche wenigstens ein Sechstel
der Oberfläche des Stegs bilden.
[0006] Bei dem wenigstens einen Steg kann eine Winkelabmessung in Umfangsrichtung um die
Längsachse mit zunehmendem Abstand zu der Längsachse gleich bleiben oder zunehmen.
[0007] Eine Ausführungsform sieht vor, dass der Arbeitsabschnitt wenigstens drei Stege aufweist.
Die Stege können in identischen Winkelabständen um die Längsachse verteilt angeordnet
sein.
[0008] Eine Ausführungsform sieht vor, dass eine Neigung der Stege gegenüber der Längsachse
geringer als 10 Grad ist. Die Stege können um weniger als 90 Grad um die Längsachse
umlaufen.
[0009] Eine Ausführungsform sieht vor, dass die Stege wellenförmig sind. Eine über die Längsachse
gemittelte Neigung ist vorzugsweise geringer als 5 Grad.
[0010] Eine Ausführungsform sieht vor, dass zwischen zwei benachbarten Stegen eine Rille
angeordnet ist. Die Rille hat eine sich in Richtung zu der Längsachse kontinuierlich
verringernde Abmessung in Umfangsrichtung. Die gegenüberliegenden Seitenflächen der
Stege sind zueinander geneigt, vorzugsweise mit einem Winkel von mehr als 10 Grad
geneigt, vorzugsweise mehr als 20 Grad. Die die Stege können durch Walzen oder Einprägen
der Rillen hergestellt werden.
KURZE BESCHREIBUNG DER FIGUREN
[0011] Die nachfolgende Beschreibung erläutert die Erfindung anhand von exemplarischen Ausführungsformen
und Figuren. In den Figuren zeigen:
- Fig. 1
- einen Meißel
- Fig. 2
- einen Querschnitt in der Ebene II-II
- Fig. 3
- einen Querschnitt in der Ebene III-III
- Fig. 4
- einen Querschnitt in der Ebene IV-IV
- Fig. 5
- einen Querschnitt in der Ebene V-V
[0012] Gleiche oder funktionsgleiche Elemente werden durch gleiche Bezugszeichen in den
Figuren indiziert, soweit nicht anders angegeben. Die Querschnitte sind vierfach größer
als Fig. 1 dargestellt.
AUSFÜHRUNGSFORMEN DER ERFINDUNG
[0013] Fig. 1 zeigt in einer Seitenansicht einen beispielhaften Meißel
1 zum Abtragen von Beton, Gestein oder anderen mineralischen Baumaterialien. Der Meißel
1 hat an einem Ende eine Spitze
2 und an einem der Spitze
2 abgewandten Ende eine Schlagfläche
3. Der Meißel
1 wird mit seiner Spitze
2 an einem Untergrund
4 angesetzt. Ein Schlagwerk einer Werkzeugmaschine schlägt in einer Schlagrichtung
5 auf die Schlagfläche
3 des Meißels
1. Hierdurch wird die Spitze
2 in der Schlagrichtung
5 in den Untergrund
4 eingetrieben. Ein an die Spitze
2 angrenzender Arbeitsabschnitt
6 spreizt den Untergrund
4 radial auf, bis der Untergrund
4 aufgrund der Spannungen bricht.
[0014] Der Meißel
1 ist insgesamt ein im Wesentlichen stabförmiger Körper. Der Meißel
1 hat eine Längsachse
7, welche durch die Spitze
2 und die Schlagfläche
3 verläuft. Die nachfolgenden Raumbeschreibungen axial, radial, radiale Richtung und
Umfangsrichtung beziehen sich auf diese Längsachse
7. Die radiale Richtung hat ihren Ursprung in der Längsachse
7 und weist nach Außen. Typischerweise hat der Meißel
1 seine größte Abmessung längs der Längsachse
7; die Abmessungen senkrecht zu der Längsachse
7 sind deutlich geringer.
[0015] Der Meißel
1 hat von der Schlagfläche
3 ausgehend längs der Längsachse
7 aufeinanderfolgend die Schlagfläche
3, einen Schaft
8, einen Arbeitsabschnitt
6 und die Spitze
2. Der Meißel
1 wird nachfolgend in mehrere Teile untergliedert beschrieben, welche bestimmte geometrische
oder funktionelle Unterschiede aufweisen. Die Teile bilden jedoch vorzugsweise einen
monolithischen Körper ohne Fügezonen, dies gilt insbesondere für den Grundkörper
9 bestehend aus dem Schaft
8 und dem Arbeitsabschnitt
6. Der Grundkörper
9 ist aus einem Stahl gefertigt und die Teile sind nicht gefügt, also weder verschweißt,
gelötet, verschraubt, etc.. Die Spitze
2 kann monolithisch mit dem Grundkörper
9 gefertigt sein.
[0016] Der beispielhafte Meißel
1 ist ein sogenannter Spitzmeißel. Der Meißel
1 hat genau eine Spitze
2, welche auf der Längsachse
7 liegt. Die Spitze
2 hat weitgehend die Form eines Rotationskörpers; beispielsweise ist die Spitze
2 kegelförmig, kalottenförmig oder pyramidenförmig. Die zueinander orthogonalen Abmessungen
der Spitze
2 in den Ebenen senkrecht zu der Längsachse
7 sind in etwa gleich groß. Vorzugsweise unterscheiden sich die zueinander orthogonalen
Abmessungen um weniger als ein Drittel.
[0017] Der Schaft
8 ist ein stabförmiger Körper. Eine Längsachse des Schafts
8 fällt mit der Längsachse
7 des Meißels
1 zusammen, d.h. der Schaft
8 ist koaxial zu der Längsachse
7. Der dargestellte Schaft
8 ist prismatisch mit einem hexagonalen Querschnitt. Der prismatische Schaft
8 kann unter anderem einen quadratischen, hexagonalen, oktogonalen, kreisförmigen oder
elliptischen Querschnitt aufweisen.
[0018] Die Schlagfläche
3 ist durch eine Stirnseite des Schafts
8 des Meißels
1 gebildet. Die Schlagfläche
3 ist im Wesentlichen senkrecht zu der Längsachse
7 orientiert. Die Schlagfläche
3 kann ballig oder eben ausgebildet sein.
[0019] Ein Einsteckende
10 schließt sich unmittelbar an die Schlagfläche
3 an. Das Einsteckende
10 wird in einen Werkzeughalter der Werkzeugmaschine eingesetzt. Das Einsteckende
10 kann mit Strukturen versehen sein, welche zum Sichern des Meißels
1 in dem Werkzeughalter dienen. Beispielsweise weist das Einsteckende
10 ein oder mehrere Verriegelungsnuten
11 auf, welche längs der Längsachse
7 beidseitig geschlossen sind. Die Verriegelungsnuten
11 haben beispielsweise eine Länge von 1 cm bis 4 cm. Anstelle oder zusätzlich zu den
Verriegelungsnuten
11 kann ein ringförmiger Kragen vorgesehen sein.
[0020] Der Arbeitsabschnitt
6 ist ein zusammenhängender, stabförmiger Körper. Eine Längsachse des Arbeitsabschnitts
6 fällt mit der Längsachse
7 des Meißels
1 zusammen, d.h. der Arbeitsabschnitt
6 ist koaxial zu der Längsachse
7. Der Arbeitsabschnitt
6 hat vorzugsweise seine größte Abmessung Länge
12 längs der Längsachse
7; die Abmessungen quer zu der Längsachse
7 sind deutlich geringer als die Länge
12, z.B. höchstens ein Drittel.
[0021] Der Arbeitsabschnitt
6 hat einen zylindrischen Kern
13 und mehrere Stege
14. Die Stege
14 erstrecken sich über die gesamte Länge
12 des Arbeitsabschnitts
6. Die Stege
14 sind in Umfangsrichtung
15 um den Kern
13 verteilt angeordnet. Zwischen in Umfangsrichtung
15 benachbarten Stege
14 ist jeweils eine Rille
16. Die Anordnung der Stege
14 ergibt über die gesamte Länge
12 ein sternförmiges Querschnittsprofil, wie beispielhaft zu dem Meißel
1 von Fig. 1 in den Fig. 2 bis Fig. 5 dargestellt ist.
[0022] Die Oberfläche des Arbeitsabschnitts
6 setzt sich aus der Oberfläche
17 der Stege
14 zusammen. Die beispielhafte dargestellte Oberfläche wird durch die vier Stege
14 und deren Oberflächen
17 gebildet. Die Stege
14 umschließen vollständig den auf der Längsachse
7 liegenden Kern
13.
[0023] Die Oberfläche
17 des Stegs
14 hat zwei voneinander abgewandte Seitenflächen
18, 19 und eine Rückenfläche
20. Die Seitenflächen
18, 19 und die Rückenflächen verlaufen längs der Längsachse
7; d.h. ihre größte Abmessung haben die Seitenflächen
18, 19 und die Rückenfläche
20 entlang der Längsachse
7. Eine erste der Seitenflächen
18 weist vorwiegend in die Umfangsrichtung
15; eine zweite der Seitenflächen
19 weist vorwiegend gegen die Umfangsrichtung
15. Die Rückenfläche
20 weist vorwiegend in die radiale Richtung. Ein Lot auf einen Punkt der Oberfläche
17 kann in üblicherweise in einen Vektoranteil in die radiale Richtung und einen Vektoranteil
in die Umfangsrichtung
15 zerlegt werden. Vorwiegend bedeutet in diesem Zusammenhang, dass der Vektoranteil
mit dem betragsmäßig größeren Beitrag vorgibt, in welche Richtung die Oberfläche
17 an dem Punkt weist. Die Oberfläche
17 kann Übergangsflächen
21 aufweisen, welche die Seitenflächen
18, 19 benachbarter Stege
14 miteinander verbinden. Die Übergangsflächen
21 bilden den Boden der Rillen
16. Die Übergangsflächen
21 können vorwiegend in die radiale Richtung weisen.
[0024] Die Stege
14 haben einen längs der Längsachse
7 gleichbleibenden oder weitgehend gleichbleibenden Querschnitt. Der Querschnitt wird
durch die Seitenflächen
18, 19 und die Rückenfläche
20 des Stegs
14 vorgegeben. Die gesamte Oberfläche des Arbeitsabschnitts
6 wird entsprechend allein durch die Stege
14 vorgegeben.
[0025] Der beispielhafte Steg
14 hat einen weitgehend trapezförmigen Querschnitt. Die Rückenfläche
20 bildet eine der Grundseiten; die Seitenflächen
19 bilden die Schenkel. Die Rückenfläche
20 kann konvex gewölbt sein. Die beispielhaften Seitenflächen
19 können eben sein. Eine imaginäre Fußfläche
22, welche der Rückenfläche
20 gegenüberliegt, bildet die andere der Grundseiten. Die Fußflächen
22 verbinden beispielsweise die tiefsten Punkte der Rillen
16. Die imaginären Fußflächen
22 der Stege
14 umschließen den Kern
13.
[0026] Der Kern
13 ist vorzugsweise der größte, konvex prismatische Körper, welcher innerhalb der Oberfläche
des Arbeitsabschnitts
6 angeordnet werden kann. Der Kern
13 berührt die Rillen
16 an deren der Längsachse
7 nächsten Punkten, d.h. an deren tiefsten Punkten. Bei symmetrischen Anordnungen der
Stege
14 ist der Kern
13 ein Kreiszylinder, welcher alle Rillen
16 berührt. Ein Radius
23 des Kerns
13 ist gleich dem radialen Abstand der Rillen
16 zu der Längsachse
7. Der Kerndurchmesser ist das Doppelte des Radius
23.
[0027] Der Kern
13 hat einen geringen Anteil an der Masse des Arbeitsabschnitts
6. Der Kerndurchmesser ist vorzugsweise geringer als die Hälfte des Außendurchmessers
24 des Arbeitsabschnitts
6, z.B. geringer als 40% des Außendurchmessers
24. Die Querschnittsfläche des Kerns
13 hat einen Anteil von weniger als einem Drittel an der gesamten Querschnittsfläche,
z.B. weniger als ein Viertel. Die Stege
14 tragen entsprechend zu wenigstens zwei Drittel des Querschnittsfläche und der Masse
des Arbeitsabschnitts
6 bei.
[0028] Der Steg
14 hat eine Taille mit der geringsten Abmessung
25 in Umfangsrichtung
15. Die Taille ist vorzugsweise nahe dem Kern
13. Der Steg
14 wird ausgehend von der Taille mit zunehmendem Abstand
26 zu der Längsachse
7 breiter. Die Abmessung
27 in Umfangsrichtung
15 nimmt vorzugsweise kontinuierlich zu. Die Abmessung
27 in Umfangsrichtung
15 bezeichnet hierbei die Distanz, in einem Längenmaß, zwischen den voneinander abgewandten
Seitenflächen
18, 19 in dem jeweiligen radialen Abstand
26 zu der Längsachse
7. Die breiteste Stelle (Schulter) mit der größten Abmessung
28 in Umfangsrichtung
15 grenzt an die Rückenfläche
20 an. Das Verhältnis der Schulter zu der Taille ist deutlich ausgeprägt. Die Schulter
ist wenigstens um ein Drittel breiter wie die Taille, vorzugsweise um die Hälfte,
z.B. um drei Viertel. Die Zunahme der Abmessung in Umfangsrichtung
15 erfolgt vorzugsweise über einen Großteil der Höhe
29 (radiale Abmessung) des Stegs
14, wenigstens über die Hälfte der Höhe
29. Die Abmessung
27 in Umfangsrichtung
15 kann von der Taille in Richtung zu dem Kern
13 zunehmen.
[0029] Die Seitenflächen
18, 19 sind zueinander geneigt und entfernen sich, von dem Kern
13 aus betrachtet, voneinander. Eine imaginäre Schnittlinie der geneigten Seitenflächen
18, 19 liegt auf der Seite der Fußfläche
22, vorzugsweise innerhalb des Kerns
13. Die beiden Seitenflächen
18, 19 der vier Stege
14 schließen einen Winkel
30 zwischen 33 Grad und 54 Grad ein. Bei einer Anzahl N von Stege
14 kann der Winkel
30 beispielsweise zwischen 75 % von 180/N Grad und 120 % von 180/N Grad gewählt sein.
[0030] Die zueinander geneigten Seitenfläche
18, 19 haben einen dominanten Anteil an der Oberfläche
17 der Stege
14. Die beiden Seitenflächen
18, 19 bilden zusammen wenigstens die Hälfte der gesamten Oberfläche
17. Die Seitenflächen
18, 19 sind über einen wesentlichen Anteil der Höhe
29 des Stegs
14 zueinander in der zuvor beschriebenen Weise geneigt. Beispielsweise sind Seitenflächen
18, 19 für wenigstens die Hälfte, z.B. wenigstens drei Viertel der Höhe
29 des Stegs
14 derart zueinander geneigt. Der Abstand
31 der Taille zu der breitesten Stelle kann größer als die Hälfte der Höhe
29 sein, z.B. größer als drei Viertel der Höhe
29.
[0031] Der Steg
14 ist an der Rückenfläche
20 deutlich breiter als an der Fußfläche
22. Die geringste Breite liegt beispielsweise zwischen 20 % bis 75 % der größten Breite.
Die Höhe
29 bezeichnet die größte Abmessung in radialer Richtung der Stege
14. Die Höhe
29 kann als die Differenz zwischen dem radialen Abstand der Rückenfläche
20 zu der Längsachse
7 und dem radialen Abstand der Rille
16 zu der Längsachse
7 bestimmt werden. Die Höhe
29 entspricht weitgehend der radialen Abmessung der Seitenflächen
18, 19.
[0032] Die Rillen
16 werden von dem Kern
13 zu ihrer Öffnung hin breiter. Eine Abmessung
32 in Umfangsrichtung
15 der Rillen
16 nimmt mit zunehmenden radialen Abstand
26 von der Längsachse
7 zu. Einander gegenüberliegende Seitenflächen
18, 19 zweier benachbarter Stege
14 sind entsprechend zueinander geneigt und entfernen sich, von dem Kern
13 aus betrachtet, voneinander. Die Neigung der gegenüberliegenden Seitenflächen
19 ist vorzugsweise größer als 10 Grad, z.B. größer als 20 Grad, und z.B. geringer als
45 Grad. Die Neigung begünstigt effiziente Walz- und Schmiedeverfahren.
[0033] Der beispielhafte Arbeitsabschnitt
6 hat eine vierzählige Drehsymmetrie um die Längsachse
7. Die vier Stege
14 sind identisch ausgebildet und jeweils um 90 Grad zu ihren jeweilig benachbarten
Stege
14 in Umfangsrichtung
15 versetzt angeordnet. Wenngleich eine Anzahl von vier Stege
14 aus Gründen der Stabilität und der Fertigung bevorzugt sind, kann der Arbeitsabschnitt
6 wenigstens drei Stege und höchstens acht Stege aufweisen. Die Stege
14 sind vorzugsweise identisch ausgebildet, insbesondere bei einer ungeraden Anzahl.
Bei einer geraden Anzahl, insbesondere bei vier, können die Stege
14 paarweise identisch ausgebildet sein. Die Stege
14 sind vorzugsweise äquidistant in der Umfangsrichtung
15 verteilt angeordnet.
[0034] Der Arbeitsabschnitt
6 kann in einem an die Spitze
2 angrenzenden Bereich
33 konisch zulaufen. Die Höhe
29 der Stege
14 nimmt in Schlagrichtung
5 kontinuierlich ab, z.B. bis auf Null angrenzend an die Spitze
2. Die Rillen
16 werden somit immer flacher. Der Radius
23 des Kerns
13 kann über die gesamte Länge
12 des Arbeitsabschnitts
6 gleich sein. Der Kern
13 liegt nahe der Spitze
2 frei. Eine Länge des konischen Bereiches
33 kann zwischen einem Drittel und der Hälfte der Länge
12 des Arbeitsabschnitts
6 liegen. Die Höhe
29 der Stege
14 ist in dem anderen verbleibenden Bereich
34 des Arbeitsabschnitts
6 konstant.
[0035] Die Stege
14 können parallel zu der Längsachse
7 sein. Die Stege
14 können auch um einen Neigungswinkel
35 gegenüber der Längsachse
7 geneigt sein. Die Neigung
35 kann beispielsweise anhand des höchsten Punkts
36 der Rückenfläche
20, der Seitenflächen
18, 19 oder einem Verlauf des Flächenschwerpunkts
37 in den Querschnitten längs der Längsachse
7 bestimmt werden. Die Neigung
35 des Stegs
14 gegenüber der Längsachse
7 ist vorzugsweise geringer als 10 Grad. Der Steg
14 läuft über die gesamte Länge
12 des Arbeitsabschnitts
6 um weniger als 90 Grad um die Längsachse 7 um.
[0036] Die beispielhaft dargestellten Stege
14 sind wellenförmig. Der Steg
14 hat längs der Längsachse
7 mehrfach alternierend linksläufige Abschnitte
38 und rechtsläufige Abschnitte
39. Innerhalb eines linksläufigen Abschnitts
38 ist der Steg
14 in einem Uhrzeigersinn um die Längsachse
7 geneigt; innerhalb eines rechtsläufigen Abschnitt
39 ist der eine Steg
14 in einem Gegenuhrzeigersinn geneigt. Die Neigung
35 ist beispielsweise anhand des höchsten Punkts
36 bestimmt.
[0037] Die Neigung
35 des Stegs
14 gegenüber der Längsachse
7 kann sich kontinuierlich ändern. Die betragsmäßig maximale Neigung
35 des Stegs
14 gegenüber der Längsachse
7 ist vorzugsweise geringer als 10 Grad. Die Stege
14 haben somit linke Wendepunkte, z.B. in Ebene III-III, und rechte Wendepunkte, z.B.
in der Ebene IV-IV. Die linken Wendepunkte liegen vorzugsweise auf einer zu der Längsachse
7 parallelen Gerade; die rechten Wendepunkte liegen vorzugsweise auf einer zu der Längsachse
7 parallelen Gerade. Die Auslenkung in Umfangsrichtung
15 der linksläufigen Abschnitte
38 und rechtsläufigen Abschnitte
39 kompensiert sich vorzugsweise, d.h. die Auslenkungen sind betragsmäßig gleich. Der
Steg
14 verläuft im Mittel parallel zu der Längsachse
7. Eine über die Länge
12 des Arbeitsabschnitts
6 gemittelte Neigung
35 ist vorzugsweise geringer als 5 Grad, z.B. geringer als 2 Grad, vorzugsweise gleich
Null. Der Steg
14 ist in den linken Wendepunkten um weniger als ein Viertel seiner Breite gegenüber
sich selbst in den rechten Wendepunkten in Umfangsrichtung
15 verschoben, z.B. um weniger als 15 %, vorzugsweise um mehr als 7 %. Ein wesentlicher
Sektor der Rillen
16, z.B. mehr als 50 % der Querschnittsfläche der Rille
16, verläuft über die gesamte Länge
12 des Arbeitsabschnitts
6 parallel zu der Längsachse
7.
1. Meißel (1), der eine Spitze (2), einen Arbeitsabschnitt (6) und eine Schlagfläche
(3) und eine durch die Spitze (2), den Arbeitsabschnitt (6) und die Schlagfläche (3)
verlaufende Längsachse (7) aufweist, wobei der Arbeitsabschnitt (6) mehrere längs
der Längsachse (7) verlaufende und in Umfangsrichtung (15) um die Längsachse (7) verteilt
angeordnet Stege (14) aufweist, dadurch kennzeichnet, dass
bei wenigstens einem der Stege (14) eine Abmessung (27) in Umfangsrichtung (15) um
die Längsachse (7) mit zunehmendem Abstand (26) zu der Längsachse (7) um wenigstens
ein Drittel zunimmt.
2. Meißel (1) nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, dass der wenigstens eine Steg (14) eine erste, in eine Umfangsrichtung (15) weisende Seitenfläche
(18) und eine zweite, entgegen die Umfangsrichtung (15) weisende Seitenfläche (19)
aufweist, wobei die erste Seitenfläche (18) und die zweiten Seitenfläche (19) zueinander
geneigt mit zunehmenden Abstand (26) zu der Längsachse (7) auseinanderlaufen.
3. Meißel (1) nach Anspruch 1 oder 2, dadurch gekennzeichnet, dass bei dem wenigstens einen Steg (14) eine Winkelabmessung (30) in Umfangsrichtung (15)
um die Längsachse (7) mit zunehmenden Abstand (26) zu der Längsachse (7) gleich bleibt
oder zunimmt.
4. Meißel (1) nach Anspruch 3, dadurch gekennzeichnet, dass die erste Seitenfläche (18) wenigstens ein Sechstel der Oberfläche des Stegs (14)
bildet und/oder die zweite Seitenfläche (19) wenigstens ein Sechstel der Oberfläche
des Stegs (14) bildet.
5. Meißel (1) nach einem der vorhergehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, dass der Arbeitsabschnitt (6) wenigstens drei Stege (14) aufweist.
6. Meißel (1) nach einem der vorhergehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, dass die Stege (14) in identischen Winkelabständen um die Längsachse (7) verteilt angeordnet
sind.
7. Meißel (1) nach einem der vorhergehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, dass eine Neigung (35) der Stege (14) gegenüber der Längsachse (7) geringer als 10 Grad
ist.
8. Meißel (1) nach einem der vorhergehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, dass die Stege (14) um weniger als 90 Grad um die Längsachse (7) umlaufen.
9. Meißel (1) nach einem der vorhergehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, dass die Stege (14) wellenförmig sind.
10. Meißel (1) nach Anspruch 9, dadurch gekennzeichnet, dass eine über die Längsachse (7) gemittelte Neigung (35) geringer als 5 Grad ist.
11. Meißel (1) nach einem der vorhergehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, dass zwischen zwei benachbarten Stegen (14) eine Rille (16) angeordnet ist, wobei die
Rille (16) eine sich in Richtung zu der Längsachse (7) kontinuierlich verringernde
Abmessung (32) in Umfangsrichtung (15) aufweist.
12. Meißel (1) nach Anspruch 2, dadurch gekennzeichnet, dass die Seitenflächen (19) benachbarter Stege (14) in Richtung zu der Längsachse (7)
aufeinander zulaufend um wenigstens 10 Grad zueinander geneigt sind.