(19)
(11) EP 3 222 390 A1

(12) EUROPÄISCHE PATENTANMELDUNG

(43) Veröffentlichungstag:
27.09.2017  Patentblatt  2017/39

(21) Anmeldenummer: 16161839.2

(22) Anmeldetag:  23.03.2016
(51) Internationale Patentklassifikation (IPC): 
B25D 17/02(2006.01)
(84) Benannte Vertragsstaaten:
AL AT BE BG CH CY CZ DE DK EE ES FI FR GB GR HR HU IE IS IT LI LT LU LV MC MK MT NL NO PL PT RO RS SE SI SK SM TR
Benannte Erstreckungsstaaten:
BA ME
Benannte Validierungsstaaten:
MA MD

(71) Anmelder: HILTI Aktiengesellschaft
9494 Schaan (LI)

(72) Erfinder:
  • Kosa, Zsolt
    9470 Buchs (CH)
  • Shrot, Aviral
    88131 Lindau (DE)
  • Peters, Carsten
    9468 Sax (CH)
  • Kenéz, Attila
    6000 Kecskemét (HU)

(74) Vertreter: Hilti Aktiengesellschaft Corporate Intellectual Property 
Feldkircherstrasse 100 Postfach 333
9494 Schaan
9494 Schaan (LI)

   


(54) MEISSEL


(57) Der erfindungsgemäße Meißel hat eine Spitze (2), einen Arbeitsabschnitt (6) und eine Schlagfläche (3) und eine durch die Spitze (2), den Arbeitsabschnitt (6) und die Schlagfläche (3) verlaufende Längsachse (7). Der Arbeitsabschnitt (6) hat mehrere längs der Längsachse (7) verlaufende und in Umfangsrichtung (15) um die Längsachse (7) verteilt angeordnet Stege (14). Bei wenigstens einem der Stege (14) nimmt mit zunehmendem Abstand (26) zu der Längsachse (7) eine Abmessung (27) in Umfangsrichtung (15) um wenigstens ein Drittel zu. Die Stege werden nach Außen hin deutlich breiter bzw. werden zur Längsachse hin schlanker.




Beschreibung

GEBIET DER ERFINDUNG



[0001] Die vorliegende Erfindung betrifft einen Meißel zum Abbau von mineralischen Bauwerkstoffen, z.B. von Beton, insbesondere einen Spitzmeißel.

[0002] Spitzmeißel mit einer punktförmigen Spitze sind beispielsweise aus der US 6,981,496 US 9,221,164, US 9,085,074, CN 201922428 U, DE 1846211 U, DE 202013003876 U1, DE 19914522 A1, DE 828385 A und DE 463571 A bekannt. Die Meißel werden mittels eines pneumatischen oder elektropneumatischen Meißelhammers in einen Untergrund getrieben. Der Meißel muss den dabei auftretenden Schlagkräften, Zugkräften und Querkräften widerstehen. Ein Vergrößern des Querschnitts oder des Kerndurchmessers erhöht zwar die Stabilität. Allerdings wächst damit auch die Masse des Meißels, wofür ein leistungsstärkerer Meißelhammer erforderlich ist.

OFFENBARUNG DER ERFINDUNG



[0003] Der erfindungsgemäße Meißel hat eine Spitze, einen Arbeitsabschnitt und eine Schlagfläche und eine durch die Spitze, den Arbeitsabschnitt und die Schlagfläche verlaufende Längsachse. Der Arbeitsabschnitt hat mehrere längs der Längsachse verlaufende und in Umfangsrichtung um die Längsachse verteilt angeordnet Stege. Bei wenigstens einem der Stege nimmt eine Abmessung in Umfangsrichtung um wenigstens ein Drittel, beispielsweise um wenigstens die Hälfte, um wenigstens drei Viertel, mit zunehmendem Abstand zu der Längsachse zu. Die Stege werden zur Längsachse hin deutlich schlanker ergo nach Außen hin deutlich breiter. Eine breiteste Stelle ist um wenigstens ein Drittel breiter wie die schmalste Stelle. Der Meißel ermöglicht einen Aufbau mit einem geringen Masse, insbesondere einem kleinen Kern, und erreicht dennoch die geforderte mechanische Stabilität.

[0004] Der Kern trägt in einer Ausführung weniger als ein Drittel zu der Masse des Arbeitsabschnitts bei, d.h. seine Kreisfläche ist geringer als ein Drittel der Querschnittsfläche durch den Arbeitsabschnitt. Eine Höhe der Stege der Stege ist vorzugsweise wenigstens so groß wie der halbe Kerndurchmesser, d.h. das Verhältnis des Außendurchmessers der Arbeitsabschnitts zu dem Kerndurchmesser ist größer als zwei zu eins, vorzugsweise größer fünf zu zwei. Die zwischen den Stegen verlaufenden Rillen schneiden entsprechend tief in den Meißel ein.

[0005] Eine Ausführungsform sieht vor, dass der wenigstens eine Steg eine erste, in eine Umfangsrichtung weisende, Seitenfläche und eine zweite, entgegen die Umfangsrichtung weisende, Seitenfläche aufweist. Die erste Seitenfläche und die zweiten Seitenfläche sind zueinander geneigt und laufen mit zunehmendem Abstand zu der Längsachse auseinander. Die Seitenflächen weisen vorzugsweise vorwiegend in die Umfangsrichtung, d.h. das Lot auf die Seitenflächen und die Umlaufrichtung schließen einen Winkel von weniger als 45 Grad ein. Die geneigten Seitenflächen können zusammen ein Drittel der gesamten Oberfläche des Stegs bilden, z.B. kann die erste Seitenfläche wenigstens ein Sechstel der Oberfläche des Stegs und/oder die zweite Seitenfläche wenigstens ein Sechstel der Oberfläche des Stegs bilden.

[0006] Bei dem wenigstens einen Steg kann eine Winkelabmessung in Umfangsrichtung um die Längsachse mit zunehmendem Abstand zu der Längsachse gleich bleiben oder zunehmen.

[0007] Eine Ausführungsform sieht vor, dass der Arbeitsabschnitt wenigstens drei Stege aufweist. Die Stege können in identischen Winkelabständen um die Längsachse verteilt angeordnet sein.

[0008] Eine Ausführungsform sieht vor, dass eine Neigung der Stege gegenüber der Längsachse geringer als 10 Grad ist. Die Stege können um weniger als 90 Grad um die Längsachse umlaufen.

[0009] Eine Ausführungsform sieht vor, dass die Stege wellenförmig sind. Eine über die Längsachse gemittelte Neigung ist vorzugsweise geringer als 5 Grad.

[0010] Eine Ausführungsform sieht vor, dass zwischen zwei benachbarten Stegen eine Rille angeordnet ist. Die Rille hat eine sich in Richtung zu der Längsachse kontinuierlich verringernde Abmessung in Umfangsrichtung. Die gegenüberliegenden Seitenflächen der Stege sind zueinander geneigt, vorzugsweise mit einem Winkel von mehr als 10 Grad geneigt, vorzugsweise mehr als 20 Grad. Die die Stege können durch Walzen oder Einprägen der Rillen hergestellt werden.

KURZE BESCHREIBUNG DER FIGUREN



[0011] Die nachfolgende Beschreibung erläutert die Erfindung anhand von exemplarischen Ausführungsformen und Figuren. In den Figuren zeigen:
Fig. 1
einen Meißel
Fig. 2
einen Querschnitt in der Ebene II-II
Fig. 3
einen Querschnitt in der Ebene III-III
Fig. 4
einen Querschnitt in der Ebene IV-IV
Fig. 5
einen Querschnitt in der Ebene V-V


[0012] Gleiche oder funktionsgleiche Elemente werden durch gleiche Bezugszeichen in den Figuren indiziert, soweit nicht anders angegeben. Die Querschnitte sind vierfach größer als Fig. 1 dargestellt.

AUSFÜHRUNGSFORMEN DER ERFINDUNG



[0013] Fig. 1 zeigt in einer Seitenansicht einen beispielhaften Meißel 1 zum Abtragen von Beton, Gestein oder anderen mineralischen Baumaterialien. Der Meißel 1 hat an einem Ende eine Spitze 2 und an einem der Spitze 2 abgewandten Ende eine Schlagfläche 3. Der Meißel 1 wird mit seiner Spitze 2 an einem Untergrund 4 angesetzt. Ein Schlagwerk einer Werkzeugmaschine schlägt in einer Schlagrichtung 5 auf die Schlagfläche 3 des Meißels 1. Hierdurch wird die Spitze 2 in der Schlagrichtung 5 in den Untergrund 4 eingetrieben. Ein an die Spitze 2 angrenzender Arbeitsabschnitt 6 spreizt den Untergrund 4 radial auf, bis der Untergrund 4 aufgrund der Spannungen bricht.

[0014] Der Meißel 1 ist insgesamt ein im Wesentlichen stabförmiger Körper. Der Meißel 1 hat eine Längsachse 7, welche durch die Spitze 2 und die Schlagfläche 3 verläuft. Die nachfolgenden Raumbeschreibungen axial, radial, radiale Richtung und Umfangsrichtung beziehen sich auf diese Längsachse 7. Die radiale Richtung hat ihren Ursprung in der Längsachse 7 und weist nach Außen. Typischerweise hat der Meißel 1 seine größte Abmessung längs der Längsachse 7; die Abmessungen senkrecht zu der Längsachse 7 sind deutlich geringer.

[0015] Der Meißel 1 hat von der Schlagfläche 3 ausgehend längs der Längsachse 7 aufeinanderfolgend die Schlagfläche 3, einen Schaft 8, einen Arbeitsabschnitt 6 und die Spitze 2. Der Meißel 1 wird nachfolgend in mehrere Teile untergliedert beschrieben, welche bestimmte geometrische oder funktionelle Unterschiede aufweisen. Die Teile bilden jedoch vorzugsweise einen monolithischen Körper ohne Fügezonen, dies gilt insbesondere für den Grundkörper 9 bestehend aus dem Schaft 8 und dem Arbeitsabschnitt 6. Der Grundkörper 9 ist aus einem Stahl gefertigt und die Teile sind nicht gefügt, also weder verschweißt, gelötet, verschraubt, etc.. Die Spitze 2 kann monolithisch mit dem Grundkörper 9 gefertigt sein.

[0016] Der beispielhafte Meißel 1 ist ein sogenannter Spitzmeißel. Der Meißel 1 hat genau eine Spitze 2, welche auf der Längsachse 7 liegt. Die Spitze 2 hat weitgehend die Form eines Rotationskörpers; beispielsweise ist die Spitze 2 kegelförmig, kalottenförmig oder pyramidenförmig. Die zueinander orthogonalen Abmessungen der Spitze 2 in den Ebenen senkrecht zu der Längsachse 7 sind in etwa gleich groß. Vorzugsweise unterscheiden sich die zueinander orthogonalen Abmessungen um weniger als ein Drittel.

[0017] Der Schaft 8 ist ein stabförmiger Körper. Eine Längsachse des Schafts 8 fällt mit der Längsachse 7 des Meißels 1 zusammen, d.h. der Schaft 8 ist koaxial zu der Längsachse 7. Der dargestellte Schaft 8 ist prismatisch mit einem hexagonalen Querschnitt. Der prismatische Schaft 8 kann unter anderem einen quadratischen, hexagonalen, oktogonalen, kreisförmigen oder elliptischen Querschnitt aufweisen.

[0018] Die Schlagfläche 3 ist durch eine Stirnseite des Schafts 8 des Meißels 1 gebildet. Die Schlagfläche 3 ist im Wesentlichen senkrecht zu der Längsachse 7 orientiert. Die Schlagfläche 3 kann ballig oder eben ausgebildet sein.

[0019] Ein Einsteckende 10 schließt sich unmittelbar an die Schlagfläche 3 an. Das Einsteckende 10 wird in einen Werkzeughalter der Werkzeugmaschine eingesetzt. Das Einsteckende 10 kann mit Strukturen versehen sein, welche zum Sichern des Meißels 1 in dem Werkzeughalter dienen. Beispielsweise weist das Einsteckende 10 ein oder mehrere Verriegelungsnuten 11 auf, welche längs der Längsachse 7 beidseitig geschlossen sind. Die Verriegelungsnuten 11 haben beispielsweise eine Länge von 1 cm bis 4 cm. Anstelle oder zusätzlich zu den Verriegelungsnuten 11 kann ein ringförmiger Kragen vorgesehen sein.

[0020] Der Arbeitsabschnitt 6 ist ein zusammenhängender, stabförmiger Körper. Eine Längsachse des Arbeitsabschnitts 6 fällt mit der Längsachse 7 des Meißels 1 zusammen, d.h. der Arbeitsabschnitt 6 ist koaxial zu der Längsachse 7. Der Arbeitsabschnitt 6 hat vorzugsweise seine größte Abmessung Länge 12 längs der Längsachse 7; die Abmessungen quer zu der Längsachse 7 sind deutlich geringer als die Länge 12, z.B. höchstens ein Drittel.

[0021] Der Arbeitsabschnitt 6 hat einen zylindrischen Kern 13 und mehrere Stege 14. Die Stege 14 erstrecken sich über die gesamte Länge 12 des Arbeitsabschnitts 6. Die Stege 14 sind in Umfangsrichtung 15 um den Kern 13 verteilt angeordnet. Zwischen in Umfangsrichtung 15 benachbarten Stege 14 ist jeweils eine Rille 16. Die Anordnung der Stege 14 ergibt über die gesamte Länge 12 ein sternförmiges Querschnittsprofil, wie beispielhaft zu dem Meißel 1 von Fig. 1 in den Fig. 2 bis Fig. 5 dargestellt ist.

[0022] Die Oberfläche des Arbeitsabschnitts 6 setzt sich aus der Oberfläche 17 der Stege 14 zusammen. Die beispielhafte dargestellte Oberfläche wird durch die vier Stege 14 und deren Oberflächen 17 gebildet. Die Stege 14 umschließen vollständig den auf der Längsachse 7 liegenden Kern 13.

[0023] Die Oberfläche 17 des Stegs 14 hat zwei voneinander abgewandte Seitenflächen 18, 19 und eine Rückenfläche 20. Die Seitenflächen 18, 19 und die Rückenflächen verlaufen längs der Längsachse 7; d.h. ihre größte Abmessung haben die Seitenflächen 18, 19 und die Rückenfläche 20 entlang der Längsachse 7. Eine erste der Seitenflächen 18 weist vorwiegend in die Umfangsrichtung 15; eine zweite der Seitenflächen 19 weist vorwiegend gegen die Umfangsrichtung 15. Die Rückenfläche 20 weist vorwiegend in die radiale Richtung. Ein Lot auf einen Punkt der Oberfläche 17 kann in üblicherweise in einen Vektoranteil in die radiale Richtung und einen Vektoranteil in die Umfangsrichtung 15 zerlegt werden. Vorwiegend bedeutet in diesem Zusammenhang, dass der Vektoranteil mit dem betragsmäßig größeren Beitrag vorgibt, in welche Richtung die Oberfläche 17 an dem Punkt weist. Die Oberfläche 17 kann Übergangsflächen 21 aufweisen, welche die Seitenflächen 18, 19 benachbarter Stege 14 miteinander verbinden. Die Übergangsflächen 21 bilden den Boden der Rillen 16. Die Übergangsflächen 21 können vorwiegend in die radiale Richtung weisen.

[0024] Die Stege 14 haben einen längs der Längsachse 7 gleichbleibenden oder weitgehend gleichbleibenden Querschnitt. Der Querschnitt wird durch die Seitenflächen 18, 19 und die Rückenfläche 20 des Stegs 14 vorgegeben. Die gesamte Oberfläche des Arbeitsabschnitts 6 wird entsprechend allein durch die Stege 14 vorgegeben.

[0025] Der beispielhafte Steg 14 hat einen weitgehend trapezförmigen Querschnitt. Die Rückenfläche 20 bildet eine der Grundseiten; die Seitenflächen 19 bilden die Schenkel. Die Rückenfläche 20 kann konvex gewölbt sein. Die beispielhaften Seitenflächen 19 können eben sein. Eine imaginäre Fußfläche 22, welche der Rückenfläche 20 gegenüberliegt, bildet die andere der Grundseiten. Die Fußflächen 22 verbinden beispielsweise die tiefsten Punkte der Rillen 16. Die imaginären Fußflächen 22 der Stege 14 umschließen den Kern 13.

[0026] Der Kern 13 ist vorzugsweise der größte, konvex prismatische Körper, welcher innerhalb der Oberfläche des Arbeitsabschnitts 6 angeordnet werden kann. Der Kern 13 berührt die Rillen 16 an deren der Längsachse 7 nächsten Punkten, d.h. an deren tiefsten Punkten. Bei symmetrischen Anordnungen der Stege 14 ist der Kern 13 ein Kreiszylinder, welcher alle Rillen 16 berührt. Ein Radius 23 des Kerns 13 ist gleich dem radialen Abstand der Rillen 16 zu der Längsachse 7. Der Kerndurchmesser ist das Doppelte des Radius 23.

[0027] Der Kern 13 hat einen geringen Anteil an der Masse des Arbeitsabschnitts 6. Der Kerndurchmesser ist vorzugsweise geringer als die Hälfte des Außendurchmessers 24 des Arbeitsabschnitts 6, z.B. geringer als 40% des Außendurchmessers 24. Die Querschnittsfläche des Kerns 13 hat einen Anteil von weniger als einem Drittel an der gesamten Querschnittsfläche, z.B. weniger als ein Viertel. Die Stege 14 tragen entsprechend zu wenigstens zwei Drittel des Querschnittsfläche und der Masse des Arbeitsabschnitts 6 bei.

[0028] Der Steg 14 hat eine Taille mit der geringsten Abmessung 25 in Umfangsrichtung 15. Die Taille ist vorzugsweise nahe dem Kern 13. Der Steg 14 wird ausgehend von der Taille mit zunehmendem Abstand 26 zu der Längsachse 7 breiter. Die Abmessung 27 in Umfangsrichtung 15 nimmt vorzugsweise kontinuierlich zu. Die Abmessung 27 in Umfangsrichtung 15 bezeichnet hierbei die Distanz, in einem Längenmaß, zwischen den voneinander abgewandten Seitenflächen 18, 19 in dem jeweiligen radialen Abstand 26 zu der Längsachse 7. Die breiteste Stelle (Schulter) mit der größten Abmessung 28 in Umfangsrichtung 15 grenzt an die Rückenfläche 20 an. Das Verhältnis der Schulter zu der Taille ist deutlich ausgeprägt. Die Schulter ist wenigstens um ein Drittel breiter wie die Taille, vorzugsweise um die Hälfte, z.B. um drei Viertel. Die Zunahme der Abmessung in Umfangsrichtung 15 erfolgt vorzugsweise über einen Großteil der Höhe 29 (radiale Abmessung) des Stegs 14, wenigstens über die Hälfte der Höhe 29. Die Abmessung 27 in Umfangsrichtung 15 kann von der Taille in Richtung zu dem Kern 13 zunehmen.

[0029] Die Seitenflächen 18, 19 sind zueinander geneigt und entfernen sich, von dem Kern 13 aus betrachtet, voneinander. Eine imaginäre Schnittlinie der geneigten Seitenflächen 18, 19 liegt auf der Seite der Fußfläche 22, vorzugsweise innerhalb des Kerns 13. Die beiden Seitenflächen 18, 19 der vier Stege 14 schließen einen Winkel 30 zwischen 33 Grad und 54 Grad ein. Bei einer Anzahl N von Stege 14 kann der Winkel 30 beispielsweise zwischen 75 % von 180/N Grad und 120 % von 180/N Grad gewählt sein.

[0030] Die zueinander geneigten Seitenfläche 18, 19 haben einen dominanten Anteil an der Oberfläche 17 der Stege 14. Die beiden Seitenflächen 18, 19 bilden zusammen wenigstens die Hälfte der gesamten Oberfläche 17. Die Seitenflächen 18, 19 sind über einen wesentlichen Anteil der Höhe 29 des Stegs 14 zueinander in der zuvor beschriebenen Weise geneigt. Beispielsweise sind Seitenflächen 18, 19 für wenigstens die Hälfte, z.B. wenigstens drei Viertel der Höhe 29 des Stegs 14 derart zueinander geneigt. Der Abstand 31 der Taille zu der breitesten Stelle kann größer als die Hälfte der Höhe 29 sein, z.B. größer als drei Viertel der Höhe 29.

[0031] Der Steg 14 ist an der Rückenfläche 20 deutlich breiter als an der Fußfläche 22. Die geringste Breite liegt beispielsweise zwischen 20 % bis 75 % der größten Breite. Die Höhe 29 bezeichnet die größte Abmessung in radialer Richtung der Stege 14. Die Höhe 29 kann als die Differenz zwischen dem radialen Abstand der Rückenfläche 20 zu der Längsachse 7 und dem radialen Abstand der Rille 16 zu der Längsachse 7 bestimmt werden. Die Höhe 29 entspricht weitgehend der radialen Abmessung der Seitenflächen 18, 19.

[0032] Die Rillen 16 werden von dem Kern 13 zu ihrer Öffnung hin breiter. Eine Abmessung 32 in Umfangsrichtung 15 der Rillen 16 nimmt mit zunehmenden radialen Abstand 26 von der Längsachse 7 zu. Einander gegenüberliegende Seitenflächen 18, 19 zweier benachbarter Stege 14 sind entsprechend zueinander geneigt und entfernen sich, von dem Kern 13 aus betrachtet, voneinander. Die Neigung der gegenüberliegenden Seitenflächen 19 ist vorzugsweise größer als 10 Grad, z.B. größer als 20 Grad, und z.B. geringer als 45 Grad. Die Neigung begünstigt effiziente Walz- und Schmiedeverfahren.

[0033] Der beispielhafte Arbeitsabschnitt 6 hat eine vierzählige Drehsymmetrie um die Längsachse 7. Die vier Stege 14 sind identisch ausgebildet und jeweils um 90 Grad zu ihren jeweilig benachbarten Stege 14 in Umfangsrichtung 15 versetzt angeordnet. Wenngleich eine Anzahl von vier Stege 14 aus Gründen der Stabilität und der Fertigung bevorzugt sind, kann der Arbeitsabschnitt 6 wenigstens drei Stege und höchstens acht Stege aufweisen. Die Stege 14 sind vorzugsweise identisch ausgebildet, insbesondere bei einer ungeraden Anzahl. Bei einer geraden Anzahl, insbesondere bei vier, können die Stege 14 paarweise identisch ausgebildet sein. Die Stege 14 sind vorzugsweise äquidistant in der Umfangsrichtung 15 verteilt angeordnet.

[0034] Der Arbeitsabschnitt 6 kann in einem an die Spitze 2 angrenzenden Bereich 33 konisch zulaufen. Die Höhe 29 der Stege 14 nimmt in Schlagrichtung 5 kontinuierlich ab, z.B. bis auf Null angrenzend an die Spitze 2. Die Rillen 16 werden somit immer flacher. Der Radius 23 des Kerns 13 kann über die gesamte Länge 12 des Arbeitsabschnitts 6 gleich sein. Der Kern 13 liegt nahe der Spitze 2 frei. Eine Länge des konischen Bereiches 33 kann zwischen einem Drittel und der Hälfte der Länge 12 des Arbeitsabschnitts 6 liegen. Die Höhe 29 der Stege 14 ist in dem anderen verbleibenden Bereich 34 des Arbeitsabschnitts 6 konstant.

[0035] Die Stege 14 können parallel zu der Längsachse 7 sein. Die Stege 14 können auch um einen Neigungswinkel 35 gegenüber der Längsachse 7 geneigt sein. Die Neigung 35 kann beispielsweise anhand des höchsten Punkts 36 der Rückenfläche 20, der Seitenflächen 18, 19 oder einem Verlauf des Flächenschwerpunkts 37 in den Querschnitten längs der Längsachse 7 bestimmt werden. Die Neigung 35 des Stegs 14 gegenüber der Längsachse 7 ist vorzugsweise geringer als 10 Grad. Der Steg 14 läuft über die gesamte Länge 12 des Arbeitsabschnitts 6 um weniger als 90 Grad um die Längsachse 7 um.

[0036] Die beispielhaft dargestellten Stege 14 sind wellenförmig. Der Steg 14 hat längs der Längsachse 7 mehrfach alternierend linksläufige Abschnitte 38 und rechtsläufige Abschnitte 39. Innerhalb eines linksläufigen Abschnitts 38 ist der Steg 14 in einem Uhrzeigersinn um die Längsachse 7 geneigt; innerhalb eines rechtsläufigen Abschnitt 39 ist der eine Steg 14 in einem Gegenuhrzeigersinn geneigt. Die Neigung 35 ist beispielsweise anhand des höchsten Punkts 36 bestimmt.

[0037] Die Neigung 35 des Stegs 14 gegenüber der Längsachse 7 kann sich kontinuierlich ändern. Die betragsmäßig maximale Neigung 35 des Stegs 14 gegenüber der Längsachse 7 ist vorzugsweise geringer als 10 Grad. Die Stege 14 haben somit linke Wendepunkte, z.B. in Ebene III-III, und rechte Wendepunkte, z.B. in der Ebene IV-IV. Die linken Wendepunkte liegen vorzugsweise auf einer zu der Längsachse 7 parallelen Gerade; die rechten Wendepunkte liegen vorzugsweise auf einer zu der Längsachse 7 parallelen Gerade. Die Auslenkung in Umfangsrichtung 15 der linksläufigen Abschnitte 38 und rechtsläufigen Abschnitte 39 kompensiert sich vorzugsweise, d.h. die Auslenkungen sind betragsmäßig gleich. Der Steg 14 verläuft im Mittel parallel zu der Längsachse 7. Eine über die Länge 12 des Arbeitsabschnitts 6 gemittelte Neigung 35 ist vorzugsweise geringer als 5 Grad, z.B. geringer als 2 Grad, vorzugsweise gleich Null. Der Steg 14 ist in den linken Wendepunkten um weniger als ein Viertel seiner Breite gegenüber sich selbst in den rechten Wendepunkten in Umfangsrichtung 15 verschoben, z.B. um weniger als 15 %, vorzugsweise um mehr als 7 %. Ein wesentlicher Sektor der Rillen 16, z.B. mehr als 50 % der Querschnittsfläche der Rille 16, verläuft über die gesamte Länge 12 des Arbeitsabschnitts 6 parallel zu der Längsachse 7.


Ansprüche

1. Meißel (1), der eine Spitze (2), einen Arbeitsabschnitt (6) und eine Schlagfläche (3) und eine durch die Spitze (2), den Arbeitsabschnitt (6) und die Schlagfläche (3) verlaufende Längsachse (7) aufweist, wobei der Arbeitsabschnitt (6) mehrere längs der Längsachse (7) verlaufende und in Umfangsrichtung (15) um die Längsachse (7) verteilt angeordnet Stege (14) aufweist, dadurch kennzeichnet, dass
bei wenigstens einem der Stege (14) eine Abmessung (27) in Umfangsrichtung (15) um die Längsachse (7) mit zunehmendem Abstand (26) zu der Längsachse (7) um wenigstens ein Drittel zunimmt.
 
2. Meißel (1) nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, dass der wenigstens eine Steg (14) eine erste, in eine Umfangsrichtung (15) weisende Seitenfläche (18) und eine zweite, entgegen die Umfangsrichtung (15) weisende Seitenfläche (19) aufweist, wobei die erste Seitenfläche (18) und die zweiten Seitenfläche (19) zueinander geneigt mit zunehmenden Abstand (26) zu der Längsachse (7) auseinanderlaufen.
 
3. Meißel (1) nach Anspruch 1 oder 2, dadurch gekennzeichnet, dass bei dem wenigstens einen Steg (14) eine Winkelabmessung (30) in Umfangsrichtung (15) um die Längsachse (7) mit zunehmenden Abstand (26) zu der Längsachse (7) gleich bleibt oder zunimmt.
 
4. Meißel (1) nach Anspruch 3, dadurch gekennzeichnet, dass die erste Seitenfläche (18) wenigstens ein Sechstel der Oberfläche des Stegs (14) bildet und/oder die zweite Seitenfläche (19) wenigstens ein Sechstel der Oberfläche des Stegs (14) bildet.
 
5. Meißel (1) nach einem der vorhergehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, dass der Arbeitsabschnitt (6) wenigstens drei Stege (14) aufweist.
 
6. Meißel (1) nach einem der vorhergehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, dass die Stege (14) in identischen Winkelabständen um die Längsachse (7) verteilt angeordnet sind.
 
7. Meißel (1) nach einem der vorhergehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, dass eine Neigung (35) der Stege (14) gegenüber der Längsachse (7) geringer als 10 Grad ist.
 
8. Meißel (1) nach einem der vorhergehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, dass die Stege (14) um weniger als 90 Grad um die Längsachse (7) umlaufen.
 
9. Meißel (1) nach einem der vorhergehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, dass die Stege (14) wellenförmig sind.
 
10. Meißel (1) nach Anspruch 9, dadurch gekennzeichnet, dass eine über die Längsachse (7) gemittelte Neigung (35) geringer als 5 Grad ist.
 
11. Meißel (1) nach einem der vorhergehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, dass zwischen zwei benachbarten Stegen (14) eine Rille (16) angeordnet ist, wobei die Rille (16) eine sich in Richtung zu der Längsachse (7) kontinuierlich verringernde Abmessung (32) in Umfangsrichtung (15) aufweist.
 
12. Meißel (1) nach Anspruch 2, dadurch gekennzeichnet, dass die Seitenflächen (19) benachbarter Stege (14) in Richtung zu der Längsachse (7) aufeinander zulaufend um wenigstens 10 Grad zueinander geneigt sind.
 




Zeichnung










Recherchenbericht









Recherchenbericht




Angeführte Verweise

IN DER BESCHREIBUNG AUFGEFÜHRTE DOKUMENTE



Diese Liste der vom Anmelder aufgeführten Dokumente wurde ausschließlich zur Information des Lesers aufgenommen und ist nicht Bestandteil des europäischen Patentdokumentes. Sie wurde mit größter Sorgfalt zusammengestellt; das EPA übernimmt jedoch keinerlei Haftung für etwaige Fehler oder Auslassungen.

In der Beschreibung aufgeführte Patentdokumente