[0001] Die Erfindung betrifft ein energieabsorbierendes Fahrzeugrückhaltesystem vor einem
seitlich an Straßen befindlichen Hindernis.
[0002] Neben der Straße befindliche Hindernisse, insbesondere massive Betonwände, z.B. an
Tunneleinfahrten oder in Tunnelnischen, stellen eine potentielle Gefahr für Fahrzeuge
und deren Insassen dar und müssen abgesichert werden, um größeren Schaden an den Fahrzeugen
und deren Insassen zu vermeiden.
[0003] Energieabsorbierende Fahrzeugrückhaltesysteme sind im Stand der Technik bekannt.
So beschreibt die
DE 10 2012 104 686 ein Fahrzeugrückhaltesystem in Form eines Anpralldämpfers, bei dem die Aufprallenergie
durch Verformung von Dämpfungseinheiten in Verformungsenergie umgewandelt wird und
so ein Fahrzeug für die Insassen im Wesentlichen gefahrlos abbremst. Das bekannte
Fahrzeugrückhaltesystem wird jedoch an Plätzen eingesetzt, die einen hinreichenden
Platz für eine relativ große Anzahl von Dämpfungseinheiten bereitstellen. Bei beengten
Platzverhältnissen kann das bekannte Fahrzeugrückhaltesystem nicht eingesetzt werden.
Solche Stellen mit einem begrenzten Platzangebot sind z. B. in Tunnelnischen anzutreffen,
die in der Regel in Fahrtrichtung an einer querverlaufenden Wand enden. Hier kommt
als zusätzliche Gefahr hinzu, dass die zur Fahrbahn gerichtete Ecke der Nischenstirnwand
bei einem seitlichen Einfahren in die Nische ebenfalls einen schweren Unfall durch
ein unkontrolliertes Ablenken herbeiführen kann. Auch sind oft an der Stirnseite der
Nische eine Fluchttür oder auch Rettungsmittel wie ein Feuerlöscher angeordnet.
[0004] Es sind auch Schutzeinrichtungen aus Beton mit einem New Jersey Profil bekannt. Solche
Schutzeinrichtungen dienen dazu, ein von einer Fahrbahn abgekommenes Fahrzeug wieder
auf die Fahrbahn zurückzuleiten. Aufgrund ihres Profils tendieren solche Schutzwände
jedoch dazu, ein seitlich anfahrendes Fahrzeug anzuheben mit der Gefahr, dass das
anfahrende Fahrzeug mit im Wesentlichen unverminderter Geschwindigkeit von der Schutzeinrichtung
abprallt.
[0005] Der Erfindung liegt daher die Aufgabe zugrunde, ein verbessertes energieabsorbierendes
Fahrzeugrückhaltesystem bereitzustellen, das auch bei beengten Platzverhältnissen,
wie sie in Tunnelbuchten anzutreffen sind, eine gute Dämpfungsfunktion bereitstellt
und gleichzeitigt bei einem seitlichen Anfahren ein kontrolliertes Ableiten ermöglicht.
[0006] Die Aufgabe wird erfindungsgemäß durch folgende Merkmale gelöst: vor dem Hindernis
ist im Abstand ein energieabsorbierendes Fahrzeugrückhaltesystem mit Rückhalteeinrichtung
angeordnet; die Rückhalteeinrichtung weist Dämpfungseinheiten auf, die jeweils hintereinander
in Fahrtrichtung in drei parallel nebeneinander verlaufenden Längsreihen angeordnete
sind; die Dämpfungseinheiten stehen mittelbar oder unmittelbar auf dem Boden und sind
in Fahrtrichtung verschieblich; eine Einrichtung zum End-Abstützen der Rückhalteeinrichtung;
mindestens eine in Fahrtrichtung verlaufende Führungseinrichtung, die im Falle einer
seitlich einwirkenden Kraftkomponente einem seitlichen Ausweichen der Rückhalteeinrichtung
entgegenwirkt, wobei mindestens eine der Längsreihen von einer die Führungseinrichtung
bildenden Führungsschienenanordnung seitlich geführt ist.
[0007] Die erfindungsgemäße Ausgestaltung stellt zum einem bei einem im Wesentlichen in
Fahrtrichtung erfolgenden Anprall eine hinreichende Energieabsorption bereit und ermöglicht
zum anderen bei einem seitlichen Anfahren ein kontrolliertes Weiterführen eines Fahrzeuges
zurück auf die Fahrbahn. Dieses Weiterführen wird durch die Führungsschienenanordnung
ermöglicht, die einem seitlichen Ausweichen des gesamten Systems entgegenwirkt. Dies
ist insbesondere bei Fahrzeugen mit einem höheren Gewicht wesentlich, da andernfalls
infolge des höheren Gewichts das Fahrzeug das Rückhaltesystem aus seiner Position
verschieben und das Fahrzeug unkontrolliert gegen die Stirnwand der Nische aufprallen
könnte. Erfindungsgemäß hält die mindestens eine Schiene das System an der Stelle
und lässt funktionsgemäß dessen Verschiebung bei einem Anprall eines Fahrzeuges nur
in Fahrtrichtung zu. Insbesondere ist durch die erfindungsgemäße Ausbildung bei einem
Anprall auf das Kopfende der Einrichtung eine hohe Verminderung der Anprallgeschwindigkeit
bereitgestellt. Auch bei einem seitlichen Anprall trägt die Verformbarkeit der Einrichtung
zu einer Verminderung der Geschwindigkeit bei, wobei das Ausmaß vom Anprallwinkel
abhängt - bei einem steilen Anprallwinkel ist die Verminderung der Geschwindigkeit
größer als bei einem geringen Anprallwinkel.
[0008] Vorteilhafterweise ist an jeder der Längsreihen eine Führungsschienenanordnung angeordnet,
an der die Dämpfungseinheiten der jeweiligen Reihe mit einem der Fahrbahn abgewandten
Bereich anliegen. Eine solche Anordnung bewirkt, dass seitliche Anprallkräfte über
die gesamte Breite der Rückhalteeinrichtung an jeder Dämpfungseinheitenreihe aufgenommen
und in der Boden eingeleitet werden, ohne dass die Einrichtung seitlich verschoben
würde. Somit kann ein Fahrzeug in gewissem Ausmaß passiv kontrolliert wieder auf die
Fahrbahn zurückgeführt werden. Der Kontakt zwischen der Führungsschiene und einer
Dämpfungseinheit hängt von der Bauart der Dämpfungseinheit ab. Die Dämpfungseinheit
kann eine Fußkonstruktion aufweisen, mit der die Dämpfungseinheit auf einem Boden
oder Untergrund steht. Alternativ kann eine Dämpfungseinheit auch ohne eine besondere
Fußkonstruktion unmittelbar auf dem Boden oder auf einer Gleitschienenanordnung stehen.
[0009] Vorteilhaft ist dabei, dass die Schienenanordnung aus Winkeleisen besteht und im
Boden verankert ist. Hierbei sind die Winkeleisen mit einem Schenkel auf dem Boden
festgelegt, während der andere freie Schenkel im Winkel von nach oben ragt und für
die zugeordnete Reihe von Dämpfungseinheiten eine Anlage bietet.
[0010] Günstig ist es, dass in mindestens einer Längsreihe zehn Dämpfungseinheiten hintereinander
stehen, somit zehn Querreihen gebildet sind, und die Dämpfungseinheiten in den Querreihen
7, 8 und 9 im Endbereich der Rückhalteeinrichtung vor der letzten Querreihe 10 vor
dem Hindernis höher sind als im übrigen Bereich. Die angegebenen Anzahl von 10 hintereinander
stehenden Dämpfungseinheiten bietet eine hinreichende Energieabsorptionskapazität
in Längsrichtung, während die Anzahl von drei Längsreihen eine hinreichende Steifigkeit
in Querrichtung liefert, wobei durch die Schienen diese Eigensteifigkeit noch zusätzlich
erhöht wird. Infolge der größeren Höhe der Dämpfungselemente in den genannten hinteren
Querreihen wird an diesem Ort auch oberhalb der Höhe der vorangehenden Dämpfungseinheiten
Dämpfungskapazität bereitgestellt, die im letzten Drittel des Anprallvorgangs in die
Dämpfung eingreift. Hierdurch erfolgt zunächst ein "weicher" Anprall, durch den leichtere
Fahrzeuge bereits einen wesentlichen Teil ihrer Bewegungsenergie verlieren. Bei einem
schwereren Fahrzeuge hingegen wird der wesentliche Teil der Bewegungsenergie im hinteren
Bereich der Rückhalteeinrichtung in Verformungsenergie umgewandelt, wobei die höheren
Dämpfungseinheiten die größte Verformungskapazität bereitstellen. Aber auch noch dann,
wenn das schwerere Fahrzeug nach dem Zusammendrücken der vorderen niedrigen Dämpfungseinheiten
diese übersteigen sollte, können die höheren Dämpfungseinheiten Dämpfungskapazität
für das aufgestiegene Fahrzeug bereitstellen.
[0011] Weiter ist es günstig, wenn zumindest die vorderen Querreihen 1 bis 5 eine niedrigere
Energieabsorption aufweisen als nachfolgende Querreihen. Zumindest bestimmte diesen
genannten Dämpfungseinheiten nachfolgende Dämpfungseinheiten sind mit einer inneren
und/oder äußeren Verstärkungskonstruktion ausgestattet, so dass sie eine höhere Energieabsorption
bereitstellen als vorangehende oder nachfolgende Querreihen.
[0012] Die Dämpfungseinheiten können bevorzugt aus Dämpfungsrohren bestehen, wobei die Dämpfungsrohre
zumindest bestimmter Querreihen von Dämpfungseinheiten, die eine höhere Energieabsorption
bereitstellen als vorangehende oder nachfolgende Querreihen, mit einer dickeren Wandstärke
ausgebildet sind als die Dämpfungsrohre 1 bis 5; letztere können mit einer niedrigeren
Energieabsorption ausgestattet sein.
[0013] Bei einer Weiterbildung des erfindungsgemäßen Fahrzeugrückhaltesystems ist die Rückhalteeinrichtung
nach der letzten Dämpfungseinheit der fahrbahnnahen Längsreihe mit einer Ableit-Abstützung
an dem Hindernis abgestützt.
[0014] Vorteilhaft ist auch, wenn eine End-Abstützung in einem Abstand vor dem Hindernis
im Untergrund verankert ist.
[0015] Benachbarte Dämpfungseinheiten sind mittels Verbindungselementen und Stützplatten
miteinander verbunden, wobei die Stützplatten im Abstand gleich oder kleiner dem Durchmesser
einer Dämpfungseinheit paarweise parallel und symmetrisch zu der Längs-Symmetrieachse
der Reihen zwischen zwei aufeinanderfolgend benachbarten Dämpfungseinheiten angeordnet
sind.
[0016] Vorteilhaft ist es, dass die Dämpfungseinheiten und die Stützbleche sowie die Einrichtung
zum End-Abstützen der Rückhalteeinrichtung vor dem Hindernis aus schweißfähigem Material
Stahl gefertigt sind und die Dämpfungseinheiten einerseits und die Verbindungselemente
und Stützbleche andererseits an ihren Berühr- und Verbindungslinien mit einem zugeordneten
Wandabschnitt der Dämpfungseinheit in Längsrichtung durch Verschweißen miteinander
verbunden sind. Hierdurch ergibt sich eine kompakte Baueinheit, die vorgefertigt der
Baustelle angeliefert werden kann.
[0017] Einer einfachen Montage dient es, wenn Dämpfungseinheiten, die in Querrichtung einander
entlang benachbarter Mantellinien berühren, mittels einer lösbaren Verbindung, z.B.
Schraub- oder Keilverbindung miteinander verbunden sind.
[0018] Im Folgenden wird die Erfindung in Verbindung mit den Figuren näher erläutert. Es
zeigen:
- Fig. 1
- ein erfindungsgemäßes Fahrzeugrückhaltesystem in perspektivischer Ansicht in einer
Tunnelbucht mit einem stirnseitig mittig auffahrenden PKW;
- Fig. 2
- eine Ansicht auf die Anordnung aus Fig. 1 von oben;
- Fig. 3
- eine schematische Ansicht von seitlich vorne einer im Boden verankerten, aus Winkeleisen
bestehenden Schienenanordnung;
- Fig. 4
- eine perspektivische schematische Ansicht eines erfindungsgemäßen Fahrzeugrückhaltesystems
von der Seite mit einer Ableit-Abstützung.
[0019] Technische Beschreibung eines Ausführungsbeispiels.
[0020] In Fig. 1 ist ein erfindungsgemäßes energieabsorbierendes Fahrzeugrückhaltesystem
1 in perspektivischer Ansicht in einer Tunnelbucht mit einem stirnseitig mittig auffahrenden
PKW dargestellt. Die Tunnelbucht ist eine Erweiterung in der Tunnelwand, die sich
über eine vorbestimmte Strecke entlang der Fahrbahn erstreckt. Die Tunnelbucht weist
an ihren Enden jeweils quer verlaufende Wände auf, die ein Hindernis 2 darstellen.
[0021] Das energieabsorbierende Fahrzeugrückhaltesystem 1 ist im Abstand vor dem Hindernis
2 angeordnet und weist eine Rückhalteeinrichtung 3 mit Dämpfungseinheiten 4 auf. Diese
sind jeweils hintereinander in Fahrtrichtung in drei parallel nebeneinander verlaufenden
Längsreihen 5.1, 5.2 und 5.3 angeordnet. Die Dämpfungseinheiten 4 sind in dem dargestellten
Ausbildungsbeispiel aus aufrecht stehenden Dämpfungsrohren gebildet, die mittelbar
oder unmittelbar auf dem Boden oder einer Bahn stehen und sich bei einem Anprall verformen.
Bei dem Anprall können sich die verformten Dämpfungsrohre in Fahrtrichtung verschieben.
[0022] Die als Dämpfungsrohre ausgebildeten Dämpfungseinheiten 4 können jeweils einen Fuß
aufweisen, der auf dem Boden gleitet oder sie können auch bei einer alternativen Ausbildung
mit ihren unteren Rand unmittelbar auf dem Boden oder der genannten Bahn stehen.
[0023] Am Ende der Rückhalteeinrichtung 3 ist eine Einrichtung zum End-Abstützen 6 angeordnet.
Sie besteht aus einer Keilkonstruktion zwischen den Dämpfungsrohren der letzten Querreihe
9.10 und ist im Boden verankert (vergl. Fig. 3).
[0024] In Fig.2 ist eine in Fahrtrichtung verlaufende Führungseinrichtung 7 dargestellt,
die in dem dargestellten Ausbildungsbeispiel aus einer Führungsschienenanordnung mit
drei Führungschienen 7.1, 7.2 und 7.3 besteht. Die Führungsschienen 7.1, 7.2, 7.3
bestehen bei dieser Ausführung aus Winkeleisen und sind im Boden verankert. Infolge
dieser Verankerung im Boden wirken die Führungsschienen im Falle einer seitlich einwirkenden
Kraftkomponente einem seitlichen Ausweichen der Rückhalteeinrichtung entgegen. Es
kann vorgesehen sein, die Führungsschienen mittels einer SchraubenBolzen Anordnung
im Boden zu befestigen, wobei in den Führungsschienen jeweils ein quer zur Fahrtrichtung
verlaufendes Befestigungs-Langloch ausgebildet sein kann, so dass bei einem seitlichen
Anprall zunächst ein kraftschlüssige Verbindung hergestellt ist und im weiteren Verlauf
des seitlichen Stoßes die formschlüssige Verbindung wirkt. Die Führungsschienen sind
in dem in Fig.2 dargestellten Beispiel so nahe an den Füßen der Dämpfungseinheiten
angeordnet, dass diese Füße mit einem Seitenbereich an die Schienen zur Anlage kommen
und so bei einem seitlichen Anprall eines Fahrzeug eine ausweichende Seitwärtsbewegung
der Rückhalteeinrichtung verhindern. Alternativ zur dargestellten Form können die
Führungsschienen auch in einem formschlüssigen Eingriff mit einem entsprechend ausgestalteten
Bereich am Fuß stehen.
[0025] Ebenfalls alternativ kann eine Ausbildung vorgesehen sein, bei der sich die Führungsschienen
mit dem unteren Rand der Dämpfungsrohre in Kontakt befinden.
[0026] Es ist mindestens eine der Längsreihen Dämpfungsrohre von der die Führungseinrichtung
bildenden Schienenanordnung seitlich geführt. In dem dargestellten Ausführungsbeispiel
ist für jede der drei Reihen der Dämpfungselemente eine Führungsschiene vorgesehen.
[0027] Das in Fig.1 dargestellte Ausbildungsbeispiel weist in den Querreihen 7, 8, und 9
Dämpfungseinheiten 7 auf, die höher sind als diejenigen in den Querreihen 1 - 6 oder
in Quer-Reihe 10. Infolge der größeren Höhe kann eine höhere Energieabsorptionskapazität
bereitgestellt werden. Diese höhere Kapazität ist insbesondere dann von Vorteil, wenn
ein Fahrzeug infolge des Anpralls angehoben werden sollte und sein Schwerpunkt im
oberen Bereich oder über den vorangehenden Dämpfungsrohren liegen sollte.
[0028] In dem in Fig.1 und 3 dargestellten Ausführungsbeispiel sind die Dämpfungseinheiten
der Querreihen 6 - 9 mit einer höheren Energieabsorption ausgestattet als vorangehende
oder die nachfolgende Querreihe(n), so dass die vorderen Querreihen 1 bis 5 eine niedrigere
Energieabsorption bereitstellen.
[0029] Die Dämpfungseinheiten 4 der Querreihen 6 - 9 sind zu dem genannten Zweck mit einer
inneren, in dem Dämpfungsrohr eingesetzten Verstärkungskonstruktion 10 ausgestattet.
Alternativ zu einer solchen aus einem zusätzlichen, in Fahrtrichtung hintereinander
stehendem Rohrpaar bestehenden Verstärkungskonstruktion kann auch die Wandstärke der
Dämpfungseinheit vergrößert werden, wodurch ebenfalls eine größere Verformungsarbeit
geleistet werden muss, die wiederum mehr Anprallenergie aufzehrt.
[0030] In Fig.3 und Fig.4 ist eine Variante eines Fahrzeugrückhaltesystems dargestellt,
bei der die Rückhalteeinrichtung 3 nach der letzten Dämpfungseinheit 10 der fahrbahnnahen
Längsreihe 5.1 mit einer Ableit-Abstützung 11 an dem Hindernis abgestützt ist. Die
Ableit-Abstützung 11 überbrückt den Abstand zur Nischenwand und ermöglicht ein Ableiten
eines schräg seitlich anfahrenden Fahrzeugs, so dass die Gefahr eines Einhackens an
der hinteren Kante des Tunnelbucht zur Fahrbahn vermindert werden kann.
[0031] Benachbarte Dämpfungseinheiten 4 sind mittels Verbindungselementen 12 und Stützplatten
13 miteinander verbunden. Die Stützplatten 13 sind im Abstand gleich oder kleiner
dem Durchmesser einer Dämpfungseinheit 4 paarweise parallel und symmetrisch zu der
Längs-Symmetrieachse der Reihen zwischen zwei aufeinanderfolgend benachbarten Dämpfungseinheiten
4 angeordnet.
[0032] Die Dämpfungseinheiten 4 und die Stützplatten 13 sowie die Einrichtung zum End-Abstützen
6 der Rückhalteeinrichtung 3 vor dem Hindernis sind aus einem schweißfähigen Material,
vorzugsweise aus Stahl gefertigt. Die Dämpfungseinheiten 4 einerseits und die Stützbleche
andererseits sind an ihren Berühr- und Verbindungslinien mit einem zugeordneten Wandabschnitt
der Dämpfungseinheit in Längsrichtung durch Verschweißen miteinander verbunden.
[0033] Dämpfungseinheiten 4, die in Längsrichtung einander entlang benachbarter Mantellinien
berühren, sind mittels der Verbindungselemente 12, die z.B. eine Schraubverbindung
oder eine Keilverbindung sein kann, miteinander verbunden.
[0034] Die Erfindung ist nicht auf die dargestellten und beschriebenen Ausführungen beschränkt.
Vielmehr fallen auch Abwandlungen unter den Schutz der Ansprüche, soweit es sich bei
diesen um Mittel handelt, die dem Fachmann nicht ohne weiteres geläufig sind. So kann
z.B. vorgesehen sein, die Höhe der Dämpfungseinheiten kontinuierlich bis auf eine
vorbestimmte Höhe ansteigen zu lassen, um die Energieabsorptionskapazität über die
Länge des Fahrzeugrückhaltesystems kontinuierlich zu verändern.
1. Energieabsorbierendes Fahrzeugrückhaltesystem (1) vor einem seitlich an Straßen befindlichen
Hindernis (2),
gekennzeichnet
- durch eine im Abstand vor dem Hindernis angeordnete Rückhalteeinrichtung (3),
• wobei die Rückhalteeinrichtung (3) Dämpfungseinheiten (4) aufweist, die jeweils
hintereinander in Fahrtrichtung in drei parallel nebeneinander verlaufenden Längsreihen
(5.1; 5.2; 5.3) angeordnete sind, und die
• mittelbar oder unmittelbar auf dem Boden stehen und in Fahrtrichtung verschieblich
sind,
- durch eine Einrichtung zum End-Abstützen (6) der Rückhalteeinrichtung (3), und
- durch mindestens eine in Fahrtrichtung verlaufende Führungseinrichtung (7), die im Falle
einer seitlich einwirkenden Kraftkomponente einem seitlichen Ausweichen der Rückhalteeinrichtung
(3) entgegenwirkt, wobei
• mindestens eine der Längsreihen von einer die Führungseinrichtung (7) bildenden
Führungsschienenanordnung (7.1; 7.2; 7.3) seitlich geführt ist.
2. Energieabsorbierendes Fahrzeugrückhaltesystem nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, dass jede der Längsreihen eine Führungsschienenanordnung (7.1; 7.2; 7.3) aufweist, an
der die Dämpfungseinheiten (4) der jeweiligen Reihe mit einem der Fahrbahn abgewandten
Bereich (8) anliegen.
3. Energieabsorbierendes Fahrzeugrückhaltesystem nach mindestens ein einem der Ansprüche
1 bis 2, dadurch gekennzeichnet, dass die Führungsschienenanordnung (7.1; 7.2; 7.3) aus Winkeleisen besteht und im Boden
verankert ist.
4. Energieabsorbierendes Fahrzeugrückhaltesystem nach mindestens einem der Ansprüche
1 bis 3, dadurch gekennzeichnet, dass in mindestens einer Längsreihe (7) zehn Dämpfungseinheiten (4) hintereinander stehen,
somit zehn Querreihen (9.1 bis 9.10) gebildet sind, und die Dämpfungseinheiten (4)
in den Querreihen (9.7, 9.8 und 9.9) im Endbereich der Rückhalteeinrichtung (3) vor
der letzten Querreihe (9.10) vor dem Hindernis höher sind als im übrigen Bereich.
5. Energieabsorbierendes Fahrzeugrückhaltesystem nach Anspruch 4, dadurch gekennzeichnet, dass zumindest bestimmte Querreihen (9.n) der Dämpfungseinheiten (4) eine höhere Energieabsorption
bereitstellen als vorangehende oder nachfolgende Querreihen.
6. Energieabsorbierendes Fahrzeugrückhaltesystem nach Anspruch 4 oder 5, dadurch gekennzeichnet, dadurch gekennzeichnet, dass zumindest die vorderen Querreihen (9.1 bis 9.5) eine niedrigere Energieabsorption
aufweisen als nachfolgende Querreihen.
7. Energieabsorbierendes Fahrzeugrückhaltesystem nach mindestens einem der Ansprüche
5 oder 6, dadurch gekennzeichnet, dass die zumindest bestimmten Querreihen (9.n), die eine höhere Energieabsorption bereitstellen
als vorangehende oder nachfolgende Querreihen, mit einer inneren und/oder äußeren
Verstärkungskonstruktion (10) ausgestattet sind.
8. Energieabsorbierendes Fahrzeugrückhaltesystem nach mindestens einem der Ansprüche
5 bis 7, wobei die Dämpfungseinheiten (4) aus Dämpfungsrohren bestehen, dadurch gekennzeichnet, dass die Dämpfungsrohre zumindest bestimmter Querreihen (9n), die eine höhere Energieabsorption
bereitstellen als vorangehende oder nachfolgende Querreihen, mit einer dickeren Wandstärke
ausgebildet sind als die Dämpfungsrohre (9.1 bis 9.5) mit einer niedrigeren Energieabsorption.
9. Energieabsorbierendes Fahrzeugrückhaltesystem nach mindestens einem der Ansprüche
1 bis 8, dadurch gekennzeichnet, dass die Rückhalteeinrichtung (3) nach der letzten Dämpfungseinheit (9.10) der fahrbahnnahen
Längsreihe mit einer Ableit-Abstützung (11) an dem Hindernis abgestützt ist.
10. Energieabsorbierendes Fahrzeugrückhaltesystem nach mindestens einem der Ansprüche
1 bis 9, wobei die End-Abstützung (6) in einem Abstand vor dem Hindernis (2) ortsfest
verankert ist.
11. Energieabsorbierendes Fahrzeugrückhaltesystem nach mindestens einem der Ansprüche
1 bis 10, dadurch gekennzeichnet, dass benachbarte Dämpfungseinheiten (4) mittels Verbindungselementen (12) und Stützplatten
(13) miteinander verbunden sind.
12. Energieabsorbierendes Fahrzeugrückhaltesystem nach Anspruch 11, dadurch gekennzeichnet, dass die Stützplatten (13) im Abstand gleich oder kleiner dem Durchmesser einer Dämpfungseinheit
(4) paarweise parallel und symmetrisch zu der Längs-Symmetrieachse der Reihen zwischen
zwei aufeinanderfolgend benachbarten Dämpfungseinheiten (4) angeordnet sind.
13. Energieabsorbierendes Fahrzeugrückhaltesystem nach mindestens einem der Ansprüche
11 bis 12, dadurch gekennzeichnet, dass die Dämpfungseinheiten (4), die Stützbleche (13) sowie die Einrichtung zum End-Abstützen
(6) der Rückhalteeinrichtung (3) vor dem Hindernis aus schweißfähigem Material gefertigt
sind und die Dämpfungseinheiten (4) einerseits und Stützbleche (13) andererseits an
ihren Berühr- und Verbindungslinien mit einem zugeordneten Wandabschnitt der Dämpfungseinheit
in Längsrichtung durch Verschweißen miteinander verbunden sind.
14. Energieabsorbierendes Fahrzeugrückhaltesystem nach Anspruch 13 dadurch gekennzeichnet, dass Dämpfungseinheiten (4), die in Querrichtung einander entlang benachbarter Mantellinien
berühren, mittels der Verbindungselemente (12) lösbar miteinander verbunden sind.