[0001] Die vorliegende Erfindung betrifft ein Belagelement für Decken, Wände- oder Böden
für den Innenbereich, als auch zur Verwendung im Außenbereich.
[0002] Es sind Wand- oder Bodenbelagelemente, insbesondere für den Innenbereich bekannt,
die aus einer holzhaltigen Trägerplatte, oder Kunststoff bestehen, insbesondere HDF,
auf welche eine Deckschicht aufgebracht ist, wobei die Seitenkanten des Bodenbelagelements
an den einander abgewandten Seiten entweder Vorsprünge oder Ausnehmungen aufweisen,
die bei nebeneinander angeordneten Belagelementen ineinander greifen, um so eine leichtere
Verlegung der Belagelemente zu einem durchgehenden Belag zu ermöglichen. Eine derartige
Verbindung wird auch oft Klickverbindung genannt, weil sie auch für ungeübte Kräfte
eine fugenfreie Verlegung eines Belags aus mehreren Elementen ermöglicht.
[0003] Es ist Aufgabe der vorliegenden Erfindung, ein Belagelement derart weiterzuentwickeln,
dass es individuell konfigurierbar und unempfindlich gegen Feuchtigkeit und Temperaturänderung
ist.
[0004] Diese Aufgabe wird erfindungsgemäß durch ein Belagelement mit den Merkmalen des Anspruchs
1 gelöst. Die Aufgabe wird weiterhin durch ein Verfahren zur Herstellung eines Belagelements
gemäß Anspruch 11 gelöst. Vorteilhafte Weiterbildungen der Erfindung sind Gegenstand
der zugeordneten abhängigen Ansprüche.
[0005] Erfindungsgemäß ist die Trägerplatte als mineralische Trägerplatte ausgebildet, d.h.
sie enthält zumindest ein Mineral, das durch ein z.B. polymeres Adhäsionsmittel miteinander
zu einer Platte verpresst ist. Die Verpressung kann kalt oder evtl. unter Thermoeinwirkung
erfolgen. Als Adhäsionsmaterial und Stabilisatoren können Partikel, insbesondere Polymerfasern
oder Naturfasern dienen, die dann insbesondere unter Temperatur- und Druckeinwirkung
zu einem guten Verkleben (Verfestigen) der Mineralpartikel führen, insbesondere wenn
diese faserförmig sind.
[0006] Der Vorteil dieses erfindungsgemäßen Belagelements besteht darin, dass es sowohl
unempfindlich gegen thermische Beanspruchungen als auch unempfindlich gegen Feuchtigkeit
ist.
[0007] Vorzugsweise hat die mineralische Trägerplatte eine Stärke zwischen 2 und 30 mm,
insbesondere 2 bis 20 mm, vorzugsweise 3 bis 15 mm, je nachdem, ob das Belagelement
als Wandbelag, Deckenbelag oder Bodenbelag verwendet wird bzw. wo der Bodenbelag angeordnet
wird, z.B. ein Privathaushalt oder in einer Fabrikhalle bzw. selbsttragend oder vollflächig
aufliegend.
[0008] Vorzugsweise besteht die Trägerplatte aus mit Kunststoff oder Naturfasern verpressten
Mineralelementen, wobei die Kunststofffasern vorzugsweise ein Volumenanteil von 1-40%
aufweisen. Eine derartige Trägerplatte hat sich als sehr wasserbeständig als auch
thermisch beständig und vor allem mechanisch stabil erwiesen. Zudem lässt sich eine
derartige Trägerplatte an ihrer Oberfläche gut mit einer Dekorschicht versehen.
[0009] In einer vorteilhaften Weiterbildung der Erfindung trägt die Trägerplatte auf ihrer
Rückseite eine Dämmschicht, insbesondere eine Elastomerschicht, vorzugsweise ein geschäumtes
Polymer, insbesondere Elastomer, oder ein Naturprodukt auf Basis von Kork oder Holz,
um auf diese Weise eine Trittschalldämmung und/oder Wärmedämmung zum Untergrund bzw.
zur Wand bereitzustellen. Derartige Belagelemente könnten auch zum Wärmeschutz an
Außenfassaden verwendet werden. Zudem dient diese Dämmschicht auch als Gegenzug, damit
die Platte sich, bei einseitiger Beschichtung nicht verformt.
[0010] In einer vorteilhaften Weiterbildung der Erfindung besteht die Dekorschicht aus einer
auf die Trägerplatte aufgebrachten Farbpigment-haltigen Grundschicht, auf der zumindest
teilweise eine farbpigmenthaltige Digitaldruckschicht angeordnet ist, auf welcher
Grund- bzw. Digitaldruckschicht wenigstens eine polymerhaltige transparente Deckschicht
angeordnet ist, die vorzugsweise eine strukturierte Oberfläche hat. Eine derartige
Dekorschicht bietet aufgrund der Digitalbedruckung eine sehr starke Individualisierung.
So können z.B. unterschiedliche Materialien, wie Holz oder Leder oder Steine oder
Fantasiedesigns imitiert werden. Der durch die Digitalbedruckung hervorgerufene Eindruck
wird durch die strukturierte Oberfläche unterstrichen, so dass sich mit dem erfindungsgemäßen
Belagelement sehr gut beliebige Strukturen simulieren lassen, wie z.B. Holzstrukturen,
Steinstrukturen und dgl..
[0011] Vorzugsweise enthält die Deckschicht Polyurethan oder Acryl, welches zum einen sich
sehr gut als abriebbeständige Deckschicht eignet, und zum anderen die erforderliche
Transparenz aufweist, um die Grundschicht und/oder die Digitaldruckschicht durchscheinen
zu lassen.
[0012] Vorzugsweise enthält die Deckschicht ein UV-härtendes Polymer, wobei die Deckschicht
nach dem Aufbringen auf die Digitaldruckschicht bzw. Grundschicht z.B. durch eine
Strukturwalze deformiert ist. Die Oberflächenstruktur des Belagelements kann somit
einem, durch die den Digitaldruck simulierte Struktur nachempfunden werden, wodurch
die virtuelle Struktur, wie z.B. eine Holz- oder Steinfläche sehr realistisch wiedergegeben
wird.
[0013] In einer dazu alternativen Ausführungsform besteht die Deckschicht aus einer Mischschicht
aus einem polymeren Matrixmaterial mit Bindeeigenschaften und einem Füllmaterial,
welche Mischschicht vorzugsweise im flüssigen Zustand oder fester Form, wie Platten
oder Rollenform auf die Trägerplatte aufgebracht ist. Durch das flüssige Aufbringen
verbindet sich die Mischschicht sehr gut mit der mineralstoffhaltigen Trägerplatte
und durch die entsprechende Auswahl des Füllmaterials, wie z.B. Lederpartikel, Holz-
oder Korkpartikel, kann auch durch die Mischschicht in eine gewünschte Struktur sehr
gut nachempfunden werden. Diese Ausführungsform stellt daher eine kostengünstige Alternative
zu dem Digitaldruck dar.
[0014] Vorzugsweise ist die Oberfläche der Mischschicht strukturiert, was z.B. durch eine
Behandlung mit einer Prägewalze erreicht werden kann, insbesondere solange die Mischschicht
nach dem Aufbringen noch nicht ausgehärtet ist, insbesondere unter erhöhter Temperatur
zwischen 40 und 100 Grad Celsius.
[0015] Die eine Nut/Federverbindung bildenden Ausnehmungen und Vorsprünge der Trägerplatte
können vor dem Aufbringen der Dekorschicht oder nach dem Aufbringen der Dekorschicht
in die Trägerplatte eingebracht werden. Dies ist insbesondere deswegen möglich, weil
die Ausnehmungen und Vorsprünge allein in der Trägerplatte angeordnet sind und nicht
in der Dekorschicht.
[0016] Die Erfindung betrifft ebenfalls ein Verfahren zum Herstellen eines Wand- oder Bodenbelagelements,
bei welchem eine mineralische, d.h. wenigstens ein mineralisches Material aufweisende
Trägerplatte mit einer Dekorschicht beschichtet wird, wobei vor oder nach dem Aufbringen
der Dekorschicht an einander abgewandten Seitenkanten der Trägerplatte durch Fräsen
Ausnehmungen und Vorsprünge erzeugt werden, die eine Nut/Federverbindung bilden und
die bei nebeneinander liegenden Belagelementen formschlüssig ineinander greifen.
[0017] In einer vorteilhaften Weiterbildung der Erfindung des erfindungsgemäßen Verfahrens
wird die Trägerplatte mit einer Grundschicht bzw. Primer beschichtet, die ein farbpigmenthaltiges
Polymermaterial enthält. Auf die Grundschicht wird nach dem Trocknen im Digitaldruckverfahren
zumindest eine Farbpigment-haltige Digitaldruckschicht, auf welche nach dem Trocknen
bzw. Aushärten wenigstens eine polymerhaltige transparente Deckschicht, z.B. Polyurethan
oder Acryl aufgebracht wird, wobei das Aufbringen mit einer gegenüber Raumtemperatur
erhöhten Temperatur erfolgt, insbesondere in einem Temperaturbereich von 40-100°C,
insbesondere in einem Temperaturbereich von 60-100°C. Mit Farbpigment werden insgesamt
neben bunten auch weiße und schwarze Pigmente bezeichnet.
[0018] In die Deckschicht wird noch bei erhöhter Temperatur, insbesondere bei 40-100°C vorzugsweise
durch Prägen mit wenigstens einer strukturierten Prägewalze eine Oberflächenstruktur
aufgebracht. Auf diese Weise wird durch das Belagelement sehr gut ein gewünschter
Oberflächeneindruck erzeugt, z.B. der Eindruck einer Holzfläche oder Steinfläche.
[0019] In einem alternativen Verfahren wird auf die Trägerplatte eine Dekorschicht insbesondere
flüssig aufgetragen, die durch eine Mischschicht aus einem härtbaren Polymer und einem
Füllmaterial gebildet ist. Das Füllmaterial können Gesteinskörner, Sand, Gesteinsmehl,
Holzfasern, Holzmehl oder Lederfasern bzw. Ledermehl sein. Somit kann auch durch dieses
gegenüber dem Digitaldruckverfahren wesentlich einfachere Verfahren in bestimmten
Grenzen ein gewünschter Oberflächeneffekt erzielt werden. Nach dem Aufbringen wird
die Mischschicht ausgehärtet, z.B. chemisch, thermisch oder optisch (UV). In die Mischschicht
können auch Linoleum und Kunststofffasern oder Gesteinspartikel eingebracht werden.
[0020] Vorzugsweise wird die Mischschicht bei erhöhter Temperatur, insbesondere bei 40-100°C
insbesondere durch eine Prägewalze an ihrer Oberfläche strukturiert, so dass der durch
die Mischschicht erzeugte optische Eindruck durch die Oberflächenstruktur unterstrichen
werden kann.
[0021] In einer vorteilhaften Weiterbildung dieses Verfahrens wird die Mischschicht auf
ein Elastizitätsmodul von 0,05-0,5 GPa ausgehärtet. Die ausgehärtete Mischschicht
hat somit eine Elastizität im Gummibereich, wobei z.B. Lederflächen oder Gummiflächen
gut imitiert werden können. Das Aushärten der Mischschicht kann hierbei thermisch
durch UV oder chemisch erfolgen.
[0022] Bei dem digitalen Druckverfahren wird die Deckschicht vorzugsweise als Hot-Coating
mittels einer heißen Prägewalze aufgebracht. Die transparente Deckschicht kann eine
einfache Schicht sein oder kann durch mehrere übereinander geschichtete Lagen enthalten.
Insbesondere ist diese Deckschicht durch wenigstens eine Schicht eines UV-härtenden
Lacks gebildet.
[0023] Der Vorteil des erfindungsgemäßen Belagelements besteht darin, dass es wasserfest,
absolut maßstabil und nicht brennbar ist, sowie kaum Rauch / Qualm entwickelt. Es
löst somit alle Probleme, die bei herkömmlichen Holzfaserplatten auftraten, nämlich
Feuchtigkeitsempfindlichkeit und leichte Brennbarkeit als auch die Probleme, die bei
Kunststoffplatten auftragen, nämlich mangelnde Maßstabilität bei Temperaturschwankungen
und Brennbarkeit, bzw. starke Rauch-, Qualmbildung. Die mineralische Trägerplatte
ist ebenfalls gut fräsbar, so dass die geforderten Ausnehmungen und Vorsprünge für
die Bildung der Nut-Feder-Verbindungen leicht einzufräsen sind.
[0024] Das Belagelement eignet sich als Fußbodenbelag, Wandbelag, Deckenbelag oder als Fassadenplatte
im Außenbereich. Die mineralische Trägerplatte enthält vorzugsweise wenigstens einen
an sich bekannten Mineralstoff, wie z.B. Keramik, Glas, Stein, Gips, insbesondere
in Form von Mehl, Partikeln oder Fasern. Die Mineralstoffpartikel oder - fasern sind
durch einen Binder, insbesondere durch ein Adhäsionsmatrixmaterial, insbesondere Natur-
oder Kunststofffasern vorzugsweise nach thermischem Verpressen miteinander verklebt.
[0025] Ein erfindungsgemäßes Belagelement ist in der Regel rechteckig oder quadratisch,
wobei die Ausnehmungen und Vorsprünge an allen vier Seitenkanten derart ausgebildet
sind, dass an zwei nebeneinander liegenden Seitenkanten vorzugsweise die Ausnehmungen
angeordnet sind und an den anderen beiden nebeneinander liegenden Seitenkanten die
Vorsprünge.
[0026] Die mineralische Trägerplatte kann natürlich mehrschichtig sein.
[0027] Folgende Ausdrücke werden synonym verwendet: Grundschicht - Primer; mineralische
Trägerplatte - eine wenigstens ein mineralisches Material aufweisende Trägerplatte;
Belagelement - Belagplatte;
[0028] Die Erfindung betrifft ebenfalls einen Belag, zusammengesetzt aus mehreren mit ihren
an den Seitenkanten ausgebildeten Ausnehmungen und Vorsprüngen ineinander greifenden
Belagelementen.
[0029] Die Erfindung wird nachfolgend beispielsweise anhand der schematischen Zeichnung
beschrieben. In dieser zeigen:
- Fig. 1
- einen Schnitt durch ein erstes Belagelement, die eine Dekorschicht im Digitaldruckverfahren
aufweist, und
- Fig. 2
- einen Querschnitt gemäß Fig. 2 eines zweiten Belagelements, die eine Mineralträgerplatte
mit einer flüssig oder in fester Form aufgebrachten Mischschicht aufweist.
[0030] Fig. 1 zeigt ein plattenförmiges Belagelement 10, das mit anderen Belagelementen
10 flächig zu einem Bodenbelag, Deckenbelag und/oder Wandbelag, auch im Außenbereich
zusammengesetzt werden kann. Das Belagelement 10 enthält eine mineralstoffhaltige
Trägerplatte 12, die an ihren einander abgewandten Seitenkanten 17, 19 entweder Vorsprünge
14 oder Ausnehmungen 16 aufweist, die bei nebeneinander liegenden Belagelementen ineinander
passende Nut/Federverbindungen darstellen. So greifen bei nebeneinander liegenden
Belagelementen 10 die Vorsprünge 14 eines Belagelements 10 in die Ausnehmung 16 des
benachbarten Belagelements 10. Auf der Rückseite bzw. Unterseite der Trägerplatte
12 kann optional eine Dämmschicht 18 zur Trittschalldämmung und/oder Wärmedämmung
angeordnet sein. Diese Schicht ist vorzugsweise direkt auf die Trägerplatte 12 aufgebracht
oder mit dieser verklebt.
[0031] Auf der Vorderseite bzw. Oberseite der Trägerplatte 12 befindet sich zuerst eine
Grundschicht 20, die Farbpigmente aufweist, um der Vorderseite bzw. Oberseite der
Trägerplatte 12 eine gewünschte Grundfarbe zu verleihen. Diese Grundschicht ist vorzugsweise
optional, denn prinzipiell kann bei entsprechender Wahl des Materials der Trägerplatte
12 die Farbe der Trägerplatte als Basis für ein nachfolgendes Digitaldruckverfahren
geeignet sein. Auf die Grundschicht 20 wird im Digitaldruckverfahren eine Digitaldruckschicht
22 aufgebracht, wobei diese Digitaldruckschicht 22 nicht vollflächig, sondern nur
in dem zu bedruckenden Bereichen aufgebracht sein kann. Auf die Digitaldruckschicht
bzw. Grundschicht 20 ist wenigstens eine Deckschicht 24 aufgebracht, die insbesondere
aus einem UV-härtenden Polyurethan oder Acryl besteht. Auf diese Deckschicht 24 ist
mittels einer Prägewalze, insbesondere im Hot-Coating-Verfahren, eine Struktur 26
aufgebracht, die vorzugsweise den durch die Digitaldruckschicht 22 erzeugten Eindruck
verstärkt. Auf diese Weise wird eine Belagplatte erzeugt, die sehr gut einen Eindruck
eines gewünschten Materials wiederspiegelt, z.B. eine Holzschicht, eine Lederschicht,
einer Steinschicht oder einer Korkschicht.
[0032] Die Deckschicht 24 kann auch durch mehrere Lagen eines insbesondere UV-härtenden
Polymers gebildet sein. Die Aufbringung der Deckschicht 24 und deren Profilierung
werden vorzugsweise im Hot-Coating-Verfahren durch eine heiße Walze aufgebracht. Das
Hot-Coating-Verfahren an sich ist bekannt.
[0033] Fig. 2 zeigt eine alternative Ausführungsform eines Belagelements, wobei identische
oder funktionsgleiche Teile zu Fig. 1 mit den gleichen Bezugszeichen versehen sind.
Das Bodenbelagelement 30 aus Fig. 2 hat ebenfalls eine Trägerplatte 12, die mineralstoffhaltig
ist und Vorsprünge 14 und Ausnehmungen 16 an einander abgewandten Seitenkanten 17,
19 aufweist. Die Vorsprünge und Ausnehmungen dieses Nut/Feder-Systtems sind nur schematisch
gezeigt. In der Praxis werden die Vorsprünge 14 und Ausnehmungen 16 gefertigt, wie
es in der
EP 0843763 beschrieben ist, die hiermit zum Gegenstand dieser Anmeldung gemacht wird. In diesem
Zusammenhang sei klargestellt, dass ein erfindungsgemäßes Belagelement in der Regel
rechteckig, insbesondere quadratisch ist und dass die Ausnehmungen und Vorsprünge
an vier Seiten ausgebildet sind, wobei an zwei nebeneinander liegenden Seiten vorzugsweise
die Ausnehmungen 16 angeordnet sind und an den anderen beiden nebeneinander liegenden
Seiten die Vorsprünge 14.
[0034] An ihrer Rück- oder Unterseite hat die Mineralstoffträgerplatte 12 optional eine
Dämmschicht 18, wie bereits aus Fig. 1 bekannt. Diese Dämmschicht ist optional und
nur erforderlich, falls eine gewünschte Trittschalldämmung und/oder Wärmedämmung gewünscht
ist. Zudem kann diese Dämmschicht, bei Bedarf auch als ausgleichender Gegenzug angewandt
werden. An ihrer Oberseite trägt die Trägerplatte 12 eine Mischschicht 32 aus einem
Polymer und einem Füllstoff. Als Füllstoff eignet sich z.B. Leder, Kork, Holz, Stein,
mineralische Pulver, Sand, wobei diese Materialien entweder als Partikel oder als
Fasern in der Polymermatrix der Mischschicht vorgesehen sein können. Die Mischschicht
ist vorzugsweise eine Elastomerschicht, die insbesondere auf ein Elastizitätsmodul
von 0,05-0,5 GPa aushärtet, wodurch sie eine gummiartige Elastizität erhält. Auf diese
Weise kann z.B. ein Kork-, Holz- oder Ledereindruck sehr gut unterstrichen werden.
Ein derartiges Belagelement eignet sich sehr gut als Wandbelagelement.
[0035] Die Erfindung ist nicht auf die dargestellten Ausführungsbeispiele beschränkt, sondern
kann innerhalb des Schutzbereichs der beiliegenden Ansprüche beliebig variiert werden.
Bezugszeichenliste
[0036]
- 10
- Wand-, Decken- oder Bodenbelagelement (erste Ausführungsform)
- 12
- mineralische Trägerplatte
- 14
- Vorsprung - Feder der Nut/Federverbindung
- 16
- Ausnehmung - Nut der Nut/Federverbindung
- 17
- erste Seitenkante
- 18
- Dämmschicht
- 19
- zweite Seitenkante
- 20
- Grundschicht - Primer - Haftvermittler
- 22
- Digitaldruckschicht
- 24
- transparente Deckschicht
- 30
- Wand-, Decken- oder Bodenbelagelement (zweite Ausführungsform)
- 32
- Mischschicht, insbesondere flüssig aufgetragen
- 34
- optional strukturierte Oberfläche, insbesondere durch Prägewalze
1. Belagelement (10, 30), umfassend eine ein mineralisches Material aufweisende Trägerplatte
(12), welche auf ihrer Vorderseite eine polymerhaltige Dekorschicht (20 - 24; 32)
trägt, welches Belagelement sich an dessen Seitenkanten erstreckende komplementäre
Ausnehmungen (16) und Vorsprünge (14) auf weist, wobei die Ausnehmungen (16) und Vorsprünge
(14) jeweils an einander abgewandten Seitenkanten (17, 19) ausgebildet sind, so dass
diese bei nebeneinanderliegenden Belagelementen ineinander greifen, welche Ausnehmungen
(16) und Vorsprünge (14) in der Trägerplatte (12) angeordnet sind.
2. Belagelement (10, 30) nach Anspruch 1 , dadurch gekennzeichnet, dass die Dekorschicht (20 - 24) wenigstens eine auf die Trägerplatte (12) aufgebrachte
Farbpigment-haltige Grundschicht (20) enthält, auf der zumindest teilweise wenigstens
eine Farbpigment-haltige Digitaldruckschicht (22) angeordnet ist, auf welcher Digitaldruckschicht
wenigstens eine Polymer-haltige transparente Deckschicht (24) angeordnet ist, die
vorzugsweise eine strukturierte Oberfläche hat.
3. Belagelement (10, 30) nach Anspruch 2, dadurch gekennzeichnet, dass die Deckschicht (24) vorzugsweise PUR oder Acryl enthält.
4. Belagelement (10, 30) nach einem der Ansprüche 2 bis 3, dadurch gekennzeichnet, dass die Deckschicht (24) ein UV härtendes Polymer enthält, welche Deckschicht an ihrer
Oberfläche (26) nach dem Aufbringen durch eine Strukturwalze deformiert ist.
5. Belagelement (10, 30) nach Anspruch 1 , dadurch gekennzeichnet, dass die Dekorschicht (32) aus einer Mischschicht aus einem polymeren Bindematerial und
einem Füllmaterial besteht, die im flüssigen Zustand auf die Trägerplatte aufgebracht
ist.
6. Belagelement (10, 30) nach Anspruch 5, dadurch gekennzeichnet, dass das Füllmaterial Kork- oder Lederpartikel enthält.
7. Belagelement (10, 30) nach Anspruch 5 oder 6, dadurch gekennzeichnet, dass die Oberfläche (34) der Mischschicht (32) strukturiert ist.
8. Belagelement (10, 30) nach einem der vorhergehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, dass die Trägerplatte (12) aus mit Kunststoff- oder Naturfasern verpressten Mineralelementen
besteht, wobei die Kunststoffasern vorzugsweise einen Volumenanteil von 1 bis 40%
aufweisen.
9. Belagelement (10, 30) nach einem der vorhergehenden Ansprüche, bei dem die Trägerplatte
(12) eine Stärke zwischen 2 und 20 mm aufweist.
10. Belagelement (10, 30) nach einem der vorhergehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, dass die Trägerplatte (12) auf ihrer Rückseite eine Dämmschicht (18), insbesondere eine
Elastomerschicht aufweist.
11. Verfahren zum Herstellen eines Belagelements (10, 30), bei welchem eine ein mineralisches
Material aufweisende Trägerplatte (12) mit einer Dekorschicht (20 - 24; 32) beschichtet
wird, wobei vor oder nach dem Aufbringen der Dekorschicht (20 - 24; 32) an einander
abgewandte Seitenkanten (17, 19) der Trägerplatte (12) durch Fräsen Ausnehmungen (16)
und Vorsprünge (14) für eine Nut/Feder-Verbindung erzeugt werden.
12. Verfahren nach Anspruch 11, dadurch gekennzeichnet, dass die Trägerplatte (12) mit wenigstens einer Grundschicht (20) beschichtet wird, die
ein Farbpigmenthaltiges Polymermaterial enthält, auf welche Grundschicht nach dem
Trocknen im Digitaldruckverfahren zumindest teilweise wenigstens eine Farbpigment-haltige
Digitaldruckschicht (24) aufgebracht wird, auf welche nach dem Trocknen bzw. Aushärten
wenigstens eine Polymerhaltige transparente Deckschicht (24) mit einer gegenüber Raumtemperatur
erhöhten Temperatur aufgebracht wird, welche Deckschicht noch bei erhöhter Temperatur
durch Prägen mit wenigstens einer strukturierten Prägewalze eine Oberflächenstruktur
(26) aufgebracht wird.
13. Verfahren nach Anspruch 12, dadurch gekennzeichnet, dass die Deckschicht (24) bei einer Temperatur von 40 bis 100 Grad Celsius aufgetragen
wird, und die Behandlung ihrer Oberfläche (26) mit einer Strukturwalze bei einer Temperatur
von 40 bis 100 Grad Celsius erfolgt.
14. Verfahren nach Anspruch 11, dadurch gekennzeichnet, dass auf die Trägerplatte (12) eine aushärtende Dekorschicht (32) flüssig aufgetragen
und ausgehärtet wird, welche Dekorschicht eine Mischschicht (32) aus einem härtbaren
Polymer, insbesondere Elastomer, und wenigstens einem Füllmaterial ist.
15. Verfahren nach Anspruch 14, dadurch gekennzeichnet, dass die Mischschicht (32) auf einen Elastizitätsmodul von 0,03 bis 0,5 GPa ausgehärtet
wird.