[0001] Die Erfindung betrifft ein Fenster mit einem gegen einen Rahmen schwenkbaren Flügel
und mit zumindest einem Hohlkammerprofil des Rahmens oder des Flügels, mit einer Öffnung
des Hohlkammerprofils und mit zumindest einem in dem Hohlkammerprofil eingesetzten
elektrischen Bauteil, wobei das zumindest eine elektrische Bauteil Abmessungen zur
Einführung in das Hohlkammerprofil über die Öffnung hat.
[0002] Ein solches Fenster ist beispielsweise aus der
WO 2012/055976 A2 bekannt. Bei diesem Fenster hat ein Hohlkammerprofil des Flügels eine in einem Falz
zum Rahmen weisende Öffnung. Diese Öffnung ist von einem separat zu montierenden Deckel
verschlossen. Weiterhin hat der Flügel einen entfernt von dem Deckel montierten Handgriff.
Dies erfordert einen hohen Montageaufwand des Fensters beispielsweise für den Handgriff
und den Deckel. Weiterhin werden Flügel häufig von vier auf Gehrung geschnittenen
Hohlkammerprofilen zusammengesetzt. Damit ist ein horizontal angeordnetes Hohlkammerprofil
des Flügels an seinem Ende von einem vertikal angeordneten Hohlkammerprofil verdeckt
und damit nicht von der vertikalen Seite zugänglich. Daher erfordert die Erzeugung
der Öffnung im vertikalen Hohlkammerprofil zur Montage des elektrischen Bauteils im
horizontalen Hohlkammerprofil einen großen baulichen Aufwand, zumal die Öffnung im
vertikalen Hohlkammerprofil genau mit einer Hohlkammer im horizontalen Hohlkammerprofil
fluchten muss. Weiterhin ist im aufeinander stoßenden Eckbereich der Hohlkammerprofile
meist ein Teilbereich eines Treibstangenbeschlages angeordnet, so dass ein Deckel
häufig nicht montiert werden kann.
[0003] Weiterhin ist aus der
EP 1 703 063 B1 ein Fenster bekannt, bei dem Photovoltaikelemente vor Ausnehmungen eines Hohlkammerprofils
angeordnet sind. Elektrische Leitungen oder ein Speicherelement können innerhalb des
Hohlkammerprofils angeordnet werden. Die Ausnehmungen für das Photovoltaikelement
sind damit zwangsläufig an sichtbaren Bereichen des Hohlkammerprofils angeordnet und
damit störend.
[0004] Der Erfindung liegt das Problem zugrunde, ein Fenster der eingangs genannten Art
so weiter zu bilden, dass es zusammen mit dem elektrischen Bauteil besonders einfach
aufgebaut und zu montieren ist.
[0005] Dieses Problem wird erfindungsgemäß dadurch gelöst, dass die Öffnung, über die das
zumindest eine elektrische Bauteil in das Hohlkammerprofil einführbar ist, von einem
Beschlagteil eines den Flügel in dem Rahmen verriegelnden Treibstangenbeschlages verschlossen
ist.
[0006] Durch diese Gestaltung wird eine ohnehin in das Hohlprofil angeordnete Öffnung für
das Beschlagteil verwendet, um das elektrische Bauteil zu montieren. Damit entfällt
zumindest ein zusätzlicher Arbeitsgang für die Erzeugung der Öffnung. Weiterhin wird
die Öffnung nach der Montage des elektrischen Bauteils von dem ohnehin zu montierenden
Beschlagteil des Treibstangenbeschlages verschlossen. Damit gestaltet sich die Montage
des elektrischen Bauteils besonders einfach.
[0007] Meist benötigen Einrichtungen mit elektrischen Bauteilen eine Versorgung mit elektrischem
Strom. Der elektrische Strom lässt sich gemäß einer vorteilhaften Weiterbildung der
Erfindung innerhalb des Fensters speichern, wenn das in dem Hohlkammerprofil angeordnete
elektrische Bauteil einen Akkumulator hat.
[0008] Die Öffnung kann gemäß einer anderen vorteilhaften Weiterbildung der Erfindung sehr
langgestreckt gestaltet sein, wenn die Öffnung am Boden einer zur Aufnahme einer Treibstange
eines den Flügel in dem Rahmen verriegelnden Treibstangenbeschlages vorgesehenen Beschlagnut
angeordnet ist. Da die Beschlagnut ohnehin von einer Stulpschiene abgedeckt ist, ist
die Öffnung nach der Montage des elektrischen Bauteils nicht mehr sichtbar.
[0009] Eine unerwünschte Schwächung des Hohlkammerprofils durch die Öffnung lässt sich gemäß
einer anderen vorteilhaften Weiterbildung der Erfindung vermeiden, wenn das Beschlagteil
als Antriebsgetriebe zum Antrieb des Treibstangenbeschlags ausgebildet ist. Eine solche
Öffnung ist zur Anbindung einer Handhabe an den Treibstangenbeschlag meist ohnehin
vorhanden, so dass der Einsatz des elektrischen Bauteils keine weitere Schwächung
des Hohlkammerprofils hervorruft. Bei einem elektrischen Antrieb des Treibstangenbeschlages
lässt sich ein Elektromotor an dem Antriebsgetriebe anschließen.
[0010] Das elektrische Bauteil könnte beispielsweise in das Hohlkammerprofil eingehängt
sein. Zur Vereinfachung der Montage trägt es gemäß einer anderen vorteilhaften Weiterbildung
der Erfindung bei, wenn das elektrische Bauteil vor der Montage mit einer Einführhilfe
verbunden ist und wenn zwischen der Einführhilfe und dem elektrischen Bauteil eine
Sollbruchstelle angeordnet ist. Die Einführhilfe ermöglicht die Montage des elektrischen
Bauteils an einen nahezu beliebigen und nicht störenden Bereich des Hohlkammerprofils.
Nach der Montage wird die Einführhilfe an der Sollbruchstelle von dem elektrischen
Bauteil getrennt. Damit werden störende, in die Öffnung hineinragende Bauteile vermieden.
[0011] Das elektrische Bauteil ist gemäß einer anderen vorteilhaften Weiterbildung der Erfindung
nach der Montage zuverlässig in dem Fenster gehalten, wenn das elektrische Bauteil
ein Halteelement zur Fixierung innerhalb des Hohlkammerprofils aufweist. Das Halteelement
könnte beispielsweise mit dem Hohlkammerprofil verklemmt oder verklebt werden. Vorzugsweise
hat das Halteelement jedoch eine Schraubbohrung zur Verschraubung mit dem Hohlkammerprofil.
Diese Verschraubung ist vorzugsweise innerhalb der Beschlagnut angeordnet und im montierten
Zustand des Fensters von dem Treibstangenbeschlag verdeckt.
[0012] Das elektrische Bauteil lässt sich gemäß einer anderen vorteilhaften Weiterbildung
der Erfindung über eine besonders klein dimensionierte Öffnung in das Hohlkammerprofil
einführen, wenn das elektrische Bauteil eine lang gestreckte Form aufweist und biegsam
gestaltet ist. Wenn das elektrische Bauteil mehrere Zellen des Akkumulators aufweist,
lassen sich mehrere zylindrische Akkumulatoren biegsam miteinander verbinden.
[0013] Die Verbindung einzelner Zellen des Akkumulators des elektrischen Bauteils könnte
beispielsweise über eine Klebefolie erfolgen. Das die einzelnen Zellen des Akkumulators
aufweisende elektrische Bauteil weist jedoch gemäß einer anderen vorteilhaften Weiterbildung
der Erfindung eine besonders hohe Stabilität auf, wenn mehrere einzelne Zellen des
Akkumulators des elektrischen Bauteils elastisch miteinander verbunden sind. Zur elastischen
Verbindung eignet sich insbesondere eine Schrumpffolie.
[0014] Das Fenster lässt sich gemäß einer anderen vorteilhaften Weiterbildung der Erfindung
mit umfangreichen Antriebs-, Überwachungs- und Steuereinrichtungen ausrüsten, wenn
elektrische Leitungen mehrere elektrische Bauteile mit einem Einspeisemodul zur Einspeisung
von elektrischem Strom verbinden. Vorzugsweise weist eines der elektrischen Bauteile
einen Akkumulator und ein weiteres elektrisches Bauteil einen Elektromotor auf. Der
Elektromotor kann dabei zum Antrieb des Treibstangenbeschlages oder einer Jalousieeinrichtung
ausgebildet sein.
[0015] Die Verlegung der elektrischen Leitungen gestaltet sich gemäß einer anderen vorteilhaften
Weiterbildung der Erfindung besonders komfortabel, wenn die elektrischen Leitungen
in einem Glasfalz des Flügels angeordnet sind. Da meist nur geringe Ströme zwischen
den elektrischen Bauteilen fließen, können die elektrischen Leitungen vorzugsweise
besonders platzsparend als Flachleitungen ausgebildet sein.
[0016] Das Einspeisemodul könnte beispielsweise eine Induktionsschleife zur induktiven Einspeisung
des elektrischen Stroms aufweisen. Ebenfalls könnte das Einspeisemodul einen mechanischen
Steckkontakt haben. Das Fenster gestaltet sich jedoch gemäß einer anderen vorteilhaften
Weiterbildung der Erfindung besonders wartungsarm, wenn das Einspeisemodul eine Solarzelle
zur Umwandlung von Licht in elektrischen Strom aufweist.
[0017] Die Erfindung lässt zahlreiche Ausführungsformen zu. Zur weiteren Verdeutlichung
ihres Grundprinzips ist eine davon in der Zeichnung dargestellt und wird nachfolgend
beschrieben. Diese zeigt in
- Fig. 1
- ein Fenster mit einer Solarzelle und mit einem elektrischen Schaltelement,
- Fig. 2
- die Solarzelle und das elektrische Schaltelement aus Figur 1 mit einem Akkumulator
und elektrischen Leitungen,
- Fig. 3
- vergrößert den Akkumulator aus Figur 2 mit einer Einführhilfe,
- Fig. 4
- eine Schnittdarstellung durch das Fenster aus Figur 1 entlang der Linie IV - IV,
- Fig. 5
- eine Schnittdarstellung durch das Fenster aus Figur 1 entlang der Linie V - V.
[0018] Figur 1 zeigt ein Fenster mit einem gegen einen Rahmen 1 schwenkbaren Flügel 2 und
mit einem Treibstangenbeschlag 3 zur Verriegelung des Flügels 2 in dem Rahmen 1. Der
Treibstangenbeschlag 3 hat ein Antriebsgetriebe 4 zum Antrieb einer längsverschieblichen
Treibstange 5 und mehrere von der Treibstange 5 ansteuerbare Verschlüsse 6. Weiterhin
hat das Fenster ein Einspeisemodul 7 mit einer Solarzelle 8 und ein elektrisches Bauteil
9 mit einem Schaltelement 10.
[0019] Figur 2 zeigt das Einspeisemodul 7 mit der Solarzelle 8, das das Schaltelement 10
aufweisende elektrische Bauteil 9 und ein einen Akkumulator 11 aufweisendes elektrisches
Bauteil 12. Die elektrischen Bauteile 9, 12 und das Einspeisemodul 7 sind über elektrische
Leitungen 13, 14 miteinander verbunden. Weiterhin ist in dem das Schaltelement 10
aufweisende elektrische Bauteil 9 ein nicht dargestellter elektrischer Aktor zum Antrieb
des Antriebsgetriebes 4 des Treibstangenbeschlages 3 aus Figur 1 angeordnet. Damit
kann durch Betätigung des Schaltelementes 10 der Treibstangenbeschlag 3 elektrisch
angesteuert werden. Die elektrische Energie für die Ansteuerung des Treibstangenbeschlages
3 wird von Solarzelle 8 erzeugt und in dem Akkumulator 11 gespeichert.
[0020] In einer anderen, nicht dargestellten Ausführungsform kann auch eine Verdunklungseinrichtung
mit einer Jalousie von dem Schaltelement 10 angesteuert werden.
[0021] Figur 3 zeigt das den Akkumulator 11 aufweisende elektrische Bauteil 12 und das das
Schaltelement 10 aufweisende elektrische Bauteil 9 mit den elektrischen Leitungen
13, 14 aus Figur 2. Das den Akkumulator 11 aufweisende elektrische Bauteil 10 ist
mit einer Einführhilfe 15 verbunden. Die Einführhilfe 15 hat einen Griff 16 zum Greifen
mit der Hand und eine Querschnittsverengung als Sollbruchstelle 17. Weiterhin hat
das den Akkumulator 11 aufweisende elektrische Bauteil 12 ein Halteelement 18 mit
einer Schraube 19 zur Verschraubung mit dem Flügel 2. Mittels der Einführhilfe 15
lässt sich das elektrische Bauteil 12 in den Flügel 2 einführen. Anschließend wird
das Haltelement 18 mit dem Flügel 2 verschraubt. Nach der Montage wird die Einführhilfe
15 an der Sollbruchstelle 17 abgebrochen. Das den Akkumulator 11 aufweisende elektrische
Bauteil 12 hat mittig eine Einschnürung 20, welche zwei Zellen 21, 22 des Akkumulators
11 voneinander trennt. Die Einschnürung 20 ist elastisch gestaltet und ermöglicht
ein biegen des den Akkumulator 11 aufweisenden elektrischen Bauteils 12.
[0022] Figur 4 zeigt eine Schnittdarstellung durch das Fenster aus Figur 1 entlang der Linie
IV - IV. Zur Vereinfachung der Zeichnung sind das Antriebsgetriebe 4 und die übrigen
Teile des Treibstangenbeschlages 3 nicht dargestellt. Flügel 2 und Rahmen 1 weisen
Hohlkammerprofile 23 auf. Das den Akkumulator 11 aufweisende elektrische Bauteil 12
ist in einer Hohlkammer 24 angeordnet. Die Hohlkammer 24 hat eine Öffnung 25 zur Montage
des nicht dargestellten Antriebsgetriebes 4 des Treibstangenbeschlages 3. Die Öffnung
25 befindet sich in einem Boden 26 einer zur Aufnahme der in Figur 1 dargestellten
Treibstange 5 vorgesehenen Beschlagnut 27. Das den Akkumulator 11 aufweisende Bauteil
12 ist über das Haltelement 18 ist mit dem Flügel 2 verschraubt. Weiterhin ist in
Figur 3 zu erkennen, dass die elektrischen Leitungen 14 zu dem Einspeisemodul 7 in
einem Glasfalz 28 des Flügels 2 angeordnet sind.
[0023] Figur 5 zeigt eine Schnittdarstellung durch das Fenster aus Figur 1 entlang der Linie
V - V, dass das den Akkumulator 11 aufweisende elektrische Bauteil 12 lang gestreckt
gestaltet ist und sich durch seine Biegsamkeit auch bei sehr engen räumlichen Verhältnissen
in die Hohlkammer 24 einführen lässt. Auch in Figur 4 ist das Antriebsgetriebe 4 zur
Verdeutlichung der Zeichnung nicht dargestellt.
1. Fenster mit einem gegen einen Rahmen (1) schwenkbaren Flügel (2) und mit zumindest
einem Hohlkammerprofil (23) des Rahmens (1) oder des Flügels (2), mit einer Öffnung
(25) des Hohlkammerprofils (23) und mit zumindest einem in dem Hohlkammerprofil (23)
eingesetzten elektrischen Bauteil (12), wobei das zumindest eine elektrische Bauteil
(12) Abmessungen zur Einführung in das Hohlkammerprofil (23) über die Öffnung (25)
hat, dadurch gekennzeichnet, dass die Öffnung (25), über die das zumindest eine elektrische Bauteil (12) in das Hohlkammerprofil
(23) einführbar ist, von einem Beschlagteil eines den Flügel (2) in dem Rahmen (1)
verriegelnden Treibstangenbeschlages (3) verschlossen ist.
2. Fenster nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, dass das in dem Hohlkammerprofil (23) angeordnete elektrische Bauteil (12) einen Akkumulator
(11) hat.
3. Fenster nach Anspruch 1 oder 2, dadurch gekennzeichnet, dass die Öffnung (25) am Boden (26) einer zur Aufnahme einer Treibstange (5) eines den
Flügel (2) in dem Rahmen (1) verriegelnden Treibstangenbeschlages (3) vorgesehenen
Beschlagnut (27) angeordnet ist.
4. Fenster nach einem der Ansprüche 1 bis 3, dadurch gekennzeichnet, dass das Beschlagteil als Antriebsgetriebe (4) zum Antrieb des Treibstangenbeschlags (3)
ausgebildet ist.
5. Fenster nach einem der Ansprüche 1 bis 4, dadurch gekennzeichnet, dass das elektrische Bauteil (12) vor der Montage mit einer Einführhilfe (15) verbunden
ist und dass zwischen der Einführhilfe (15) und dem elektrischen Bauteil (12) eine
Sollbruchstelle (17) angeordnet ist.
6. Fenster nach einem der Ansprüche 1 bis 5, dadurch gekennzeichnet, dass das elektrische Bauteil (12) ein Halteelement (18) zur Fixierung innerhalb des Hohlkammerprofils
(23) aufweist.
7. Fenster nach einem der Ansprüche 1 bis 6, dadurch gekennzeichnet, dass das elektrische Bauteil (12) eine lang gestreckte Form aufweist und biegsam gestaltet
ist.
8. Fenster nach einem der Ansprüche 2 bis 7, dadurch gekennzeichnet, dass mehrere einzelne Zellen (21, 22) des Akkumulators (11) des elektrischen Bauteils
(12) elastisch miteinander verbunden sind.
9. Fenster nach einem der Ansprüche 1 bis 8, dadurch gekennzeichnet, dass elektrische Leitungen (13, 14) mehrere elektrische Bauteile (9, 12) mit einem Einspeisemodul
(7) zur Einspeisung von elektrischen Strom verbinden.
10. Fenster nach Anspruch 9, dadurch gekennzeichnet, dass die elektrischen Leitungen (14) in einem Glasfalz (28) des Flügels (2) angeordnet
sind.
11. Fenster nach Anspruch 9 oder 10, dadurch gekennzeichnet, dass das Einspeisemodul (7) eine Solarzelle (8) zur Umwandlung von Licht in elektrischen
Strom aufweist.