[0001] Die Erfindung betrifft eine Faltschachtel mit mindestens einem gebogenen Verbindungsbereich
zwischen zwei Wänden.
[0002] Faltschachteln aus Karton, Wellpappe oder anderem faltbarem Flachmaterial sind in
den unterschiedlichsten Ausführungen bekannt. Bekannt sind insbesondere Faltschachteln
mit einer Bodenwand, einer Deckwand und mindestens einer mit den Rändern von Bodenwand
und Deckwand verbundenen und den Abstandsbereich zwischen diesen überbrückenden Seitenwand.
Weit verbreitet sind quaderförmige Faltschachteln. Bekannt sind auch schon Faltschachteln,
die zwischen mindestens zwei Wänden einen gebogenen Verbindungsbereich aufweisen.
Die Erfindung betrifft beliebige Ausführungen von Faltschachteln, die zwischen zwei
Wänden gebogene Verbindungsbereiche aufweisen. Die gebogene Verbindungsbereich ist
insbesondere vorgesehen, um die Stabilität der Faltschachtel zu erhöhen, Ware platzsparend
unterzubringen, die gezielte Ausgabe von Ware zu erleichtern oder das optische Erscheinungsbild
der Faltschachtel zu verbessern. Faltschachteln werden aus mindestens einem Zuschnitt
faltbaren Flachmaterials hergestellt. Gegebenenfalls ist der mindestens eine Zuschnitt
vorgeklebt.
[0003] Kappenschachteln sind Faltschachteln mit einer aufklappbaren Kappe. Die Kappe ist
in der Regel durch Auftrennen eines Originalitätsverschlusses öffenbar und danach
wiederverschließbar. Kappenschachteln werden insbesondere zur Verpackung von Zigaretten
und anderen Tabakerzeugnissen oder tabakbezogenen Erzeugnissen (z.B. Hülsen) verwendet.
Ferner zur Verpackung von anderer stückiger Ware (z.B. Cornflakes oder andere Cerealien
oder Süßwaren) oder pulverförmiger Ware (z.B. Babynahrung), wenn regelmäßig nur Teile
der Ware entnommen und der Rest aufbewahrt werden soll.
[0004] Herkömmliche Kappenschachteln haben vier Seitenwände, die an seitlichen Rändern miteinander
verbunden sind, eine mit den unteren Rändern von Seitenwänden über Faltlinien verbundene
Bodenwand, eine mit den oberen Rändern von Seitenwänden über Faltlinien verbundene
Deckwand, eine hintere Faltlinie, die sich in der hinteren Seitenwand parallel zur
Deckwand von der einen seitlichen Seitenwand bis zur anderen seitlichen Seitenwand
erstreckt und eine Trennungslinie, die sich durch die vordere Seitenwand und die beiden
seitlichen Seitenwände bis zu den Enden der hinteren Faltlinie erstreckt und eine
um die hintere Faltlinie klappbare Kappe begrenzt. Bekannt sind auch schon Kappenschachteln,
bei denen die vier Seitenwände an den seitlichen Rändern über vier gebogene Verbindungsbereiche
miteinander verbunden sind. Die Faltschachteln werden durch Auflichten eines oder
mehrerer Zuschnitte aus Karton gebildet. Damit sich die Verbindungsbereiche beim Aufrichten
gleichmäßig biegen, weisen sie eine Vielzahl von außen eingebrachter Rilllinien auf.
[0005] Nachteilig ist, dass die Rilllinien die Geschwindigkeit für das Aufrichten der Faltschachteln
begrenzen, ein auf die Faltschachtel aufgebrachtes Druckbild stören und keine glatt
gebogenen Verbindungsbereiche ermöglichen.
[0006] Davon ausgehend liegt der Erfindung die Aufgabe zugrunde, eine schneller verarbeitbare
Faltschachtel mit glatter gebogenem und das Druckbild weniger störendem Verbindungsbereich
zwischen mindestens zwei Wänden zu schaffen.
[0007] Die Aufgabe wird durch eine Faltschachtel gemäß Anspruch 1 gelöst. Vorteilhafte Ausgestaltungen
der Faltschachtel sind in Unteransprüchen angegeben.
[0008] Die erfindungsgemäße Faltschachtel umfasst zumindest zwei Wände, die an seitlichen
Rändern über einen gebogenen Verbindungsbereich miteinander verbunden sind, dadurch
gekennzeichnet, dass der Verbindungsbereich an der Innenseite und/oder Außenseite
eine Mehrzahl parallel oder spitzwinklig zueinander oder in entgegengesetzter Richtung
konvex oder in entgegengesetzter Richtung konkav zueinander ausgerichteter oder wellenförmig
in einem Abstand voneinander verlaufender Ritzlinien aufweist, wobei jede der beiden
äußeren Ritzlinien des Verbindungsbereiches entlang eines seitlichen Randes einer
der beiden Wände erstreckt ist.
[0009] Bei der erfindungsgemäßen Faltschachtel wird das Ausbilden des gebogenen Verbindungsbereiches
beim Auflichten der Faltschachtel durch die Ritzlinien an der Innenseite und/oder
Außenseite des Verbindungsbereichs gefördert. Aufgrund der Ritzlinien bildet sich
beim Auflichten ein glatter gebogener Verbindungsbereich aus. Die Ritzlinien zeichnen
sich auf der Außenseite nicht oder kaum ab, sodass ein Druckbild auf der Außenseite
der Faltschachtel nicht oder nur unwesentlich beeinträchtigt wird. Auch kann auf einem
Verbindungsbereich bestimmter Größe eine größere Anzahl Ritzlinien als Rilllinien
eingebracht werden, um einen besonders glatt gebogenen Verbindungsbereich zu erhalten.
Auch sind glatt gebogene Verbindungsbereiche mit besonders kleinen Biegeradien möglich.
Durch die glattere Biegung des Verbindungsbereiches werden Störungen beim Aufrichten
vermieden und kann der Verpackungsprozess schneller durchgeführt werden. Dies ist
insbesondere bei Hochgeschwindigkeitsprozessen wie bei der Verpackung von Zigaretten
oder Hülsen von Vorteil. Hierbei können von einer einzigen Verpackungsmaschine ungefähr
800 bis 1000 Zigarettenschachteln pro Minute aufgerichtet werden. Insgesamt ermöglicht
die Erfindung optisch ansprechendere Faltschachteln mit einer oder mehreren gebogenen
Verbindungsbereichen (gerundeten Ecken).
[0010] Der Verbindungsbereich kann streifenförmig mit parallelen Seitenrändern oder keilförmig
mit spitzwinklig zueinander ausgerichteten Seitenrändern ausgebildet sein. Bei einem
streifenförmigen Verbindungsbereich sind die Ritzlinien parallel zueinander und zu
den Rändern der benachbarten Wände angeordnet. Der gebogene streifenförmige Verbindungsbereich
hat die Form eines Hohlzylindersektors. Bei einem keilförmigen Verbindungsbereich
sind die Ritzlinien spitzwinklig zueinander ausgerichtet. Gemäß einer bevorzugten
Ausführungsart sind sie auf einen gemeinsamen Schnittpunkt ausgerichtet. Bei einem
keilförmigen Verbindungsbereich verläuft jede der beiden äußeren Ritzlinien entlang
eines seitlichen Randes einer der beiden benachbarten Wände. Der gebogene keilförmige
Verbindungsbereich hat die Form eines Hohlkegelsektors.
[0011] Bei in entgegengesetzter Richtung konvex zueinander ausgerichteten Ritzlinien haben
jeweils zwei Ritzlinien einen Verlauf entsprechend der Kontur einer bikonvexen Linse.
Vorzugsweise schneiden sie sich in einem oberen und/oder in einem unteren Schnittpunkt.
Bei in entgegengesetzter Richtung konkav zueinander ausgerichteten Ritzlinien verlaufen
jeweils zwei Ritzlinien entsprechend der Kontur einer bikonkav gekrümmten Linse.
[0012] Wellenförmig in einem Abstand voneinander verlaufende Ritzlinien verlaufen mit einem
konstanten Abstand voneinander oder ihr Abstand verringert sich ausgehend von einem
maximalen Abstand in eine Richtung oder in beide Richtungen. Die wellenförmig verlaufenden
Ritzlinien sind entweder in Längsrichtung zueinander phasenversetzt oder nicht phasenversetzt.
Vorzugsweise schneiden die wellenförmig verlaufenden Ritzlinien einander in einem
oberen Schnittpunkt und/oder in einem unteren Schnittpunkt und weisen nur außerhalb
des unteren Schnittpunkts und/oder oberen Schnittpunkts einen Abstand voneinander
auf.
[0013] Gemäß einer bevorzugten Ausführungsart mit parallel oder spitzwinklig zueinander
ausgerichteten Ritzlinien ist zwischen den beiden äußeren Ritzlinien mindestens eine
innere Ritzlinie vorhanden. Gemäß einer besonders bevorzugten Ausführungsart mit parallel
oder spitzwinklig zueinander ausgerichteten Ritzlinien sind zwischen den beiden äußeren
Ritzlinien mehrere Ritzlinien vorhanden.
[0014] Bei einer bevorzugten Ausführungsart mit in entgegengesetzter Richtung konvex zueinander
ausgerichteten Ritzlinien sind zwischen den beiden äußeren Ritzlinien mindestens zwei
in entgegengesetzter Richtung konvex zueinander ausgerichtete innere Ritzlinien vorhanden.
Gemäß einer bevorzugten Ausführungsart sind zwischen mindestens zwei in entgegengesetzter
Richtung konvex zueinander ausgerichteten inneren Ritzlinien weitere in entgegengesetzter
Richtung konvex zueinander ausgerichtete innere Ritzlinien vorhanden. Vorzugsweise
weisen die inneren Ritzlinien einen unteren Schnittpunkt und/oder einen oberen Schnittpunkt
miteinander auf. Vorzugsweise fallen die unteren Schnittpunkte der inneren Ritzlinien
und der äußeren Ritzlinien und/oder die oberen Schnittpunkte der inneren Ritzlinien
und der äußeren Ritzlinien zusammen. Gemäß einer bevorzugten Ausführungsart ist die
Krümmung der äußeren Ritzlinien größer als die Krümmung der daneben angeordneten inneren
Ritzlinien. Gemäß einer weiteren Ausführungsart ist die Krümmung weiter außen angeordneter
innerer Ritzlinien größer als die Krümmung weiter innen angeordneter innerer Ritzlinien.
[0015] Gemäß einer bevorzugten Ausführungsart mit in entgegengesetzter Richtung konkav zueinander
ausgerichteten Ritzlinien sind zwischen den äußeren Ritzlinien mindestens zwei in
entgegengesetzter Richtung konkav zueinander ausgerichtete innere Ritzlinien vorhanden.
Gemäß einer bevorzugten Ausführungsart sind zwischen mindestens zwei in entgegengesetzter
Richtung konkav zueinander ausgerichteten inneren Ritzlinien weitere in entgegengesetzter
Richtung konkav zueinander ausgerichtete innere Ritzlinien vorhanden. Gemäß einer
bevorzugten Ausführungsart ist die Krümmung der beiden äußeren in entgegengesetzter
Richtung konkav zueinander ausgerichteten Ritzlinien geringer als die Krümmung zweier
in entgegengesetzter Richtung konkav zueinander ausgerichteter innerer Ritzlinien.
Gemäß einer bevorzugten Ausführungsart ist die Krümmung in entgegengesetzter Richtung
konkav zueinander ausgerichteter innerer Ritzlinien geringer als die Krümmung zweier
weiter innen angeordneter, in entgegengesetzter Richtung konkav zueinander ausgerichteter
Ritzlinien.
[0016] Gemäß einer bevorzugten Ausführungsart mit wellenförmig in einem Abstand voneinander
verlaufenden Ritzlinien sind zwischen den beiden äußeren Ritzlinien eine oder mehrere
wellenförmig in einem Abstand voneinander verlaufende innere Ritzlinien vorhanden.
Gemäß einer bevorzugten Ausführungsart sind zwischen mindestens zwei wellenförmig
zueinander verlaufenden inneren Ritzlinien eine oder mehrere weitere wellenförmig
verlaufende innere Ritzlinien vorhanden. Gemäß einer bevorzugten Ausgestaltung haben
die inneren wellenförmig verlaufenden Ritzlinien einen unteren Schnittpunkt und/oder
einen oberen Schnittpunkt. Gemäß einer weiteren Ausgestaltung fallen die unteren Schnittpunkte
der äußeren und inneren wellenförmig verlaufenden Ritzlinien und/oder die oberen Schnittpunkte
der äußeren und inneren wellenförmig verlaufenden Ritzlinien zusammen.
[0017] Gemäß einer bevorzugten Ausführungsart ist der Abstand zwischen sämtlichen benachbarten
parallel zueinander, in entgegengesetzter Richtung konvex oder in entgegengesetzter
Richtung konkav zueinander ausgerichteter Ritzlinien gleich. Bei in entgegengesetzter
Richtung konvex oder konkav zueinander ausgerichteten Ritzlinien ist hiermit der Abstand
der Schnittpunkte der Ritzlinien mit einer Hauptachse gemeint, die von jeder Ritzlinie
senkrecht geschnitten wird. Gemäß einer weiteren Ausführungsart ist der Winkel zwischen
sämtlichen benachbarten Ritzlinien gleich, die spitzwinklig zueinander ausgerichtet
sind. Hierdurch kann eine konstante Biegung des Verbindungsbereiches erreicht werden.
Gemäß einer anderen Ausführungsart ist der Abstand zwischen sämtlichen oder einem
Teil der benachbarten Ritzlinien unterschiedlich, die parallel zueinander oder in
entgegengesetzter Richtung konkav oder in entgegengesetzter Richtung konvex zueinander
ausgerichtet sind. Gemäß einer anderen Ausführungsart ist der Winkel zwischen sämtlichen
oder einem Teil der benachbarten Ritzlinien unterschiedlich, die spitzwinklig zueinander
ausgerichtet sind. Hierdurch kann eine variable Biegung des Verbindungsbereiches erreicht
werden.
[0018] Gemäß einer bevorzugten Ausführungsart weist der Verbindungsbereich die Ritzlinien
nur an der Innenseite auf. Infolge dessen wird ein Druckbild auf der Außenseite nicht
oder nur äußerst unwesentlich beeinträchtigt.
[0019] Eine erfindungsgemäße Faltschachtel kann mit nur einem einzigen gebogenen Verbindungsbereich
versehen sein. Gemäß einer bevorzugten Ausführungsart weist die Faltschachtel mehrere
gebogene Verbindungsbereiche auf. Gemäß einer bevorzugten Ausführungsart hat die Faltschachtel
vier Seitenwände, die an den seitlichen Rändern über vier gebogene Verbindungsbereiche
miteinander verbunden sind. Gemäß einer weiteren Ausführungsart sind die vordere und
die hintere Seitenwand breiter als die beiden seitlichen Seitenwände der Faltschachtel.
[0020] Gemäß einer weiteren Ausführungsart ist mindestens ein Verbindungsbereich zwischen
zwei Seitenwänden der Faltschachteln angeordnet und weist die Faltschachtel an einer
Ecke eine Bodenwand und/oder eine Deckwand neben einem gebogenen Verbindungsbereich
einen Radius auf, der dem Radius des angrenzenden gebogenen Verbindungsbereiches entspricht.
Hierdurch wird eine an der Bodenwand und/oder der Deckwand geschlossene und Überstände
vermeidende Faltschachtel erreicht. Diese Ausführungsart ist zudem optisch besonders
ansprechend.
[0021] Die Faltschachtel kann in beliebiger Weise ausgebildet sein. Insbesondere kann die
Faltschachtel eine Standard-Faltschachtel sein, z.B. eine quaderförmige Faltschachtel
mit vier Seitenwänden und zwei Stirnwänden. Die Stirnwände der Standard-Faltschachtel
können insbesondere durch eine Bodenwand und durch eine Deckelwand gebildet sein,
die an einem Rand über eine Faltlinie an den stirnseitigen Rand einer Seitenwand der
Faltschachtel angelenkt ist und an einem gegenüberliegenden Rand über eine Faltlinie
mit einer Stecklasche verbunden ist, die in der stirnseitigen Öffnung eingesteckt
werden kann und an der Innenseite einer Seitenwand anliegt, die der Seitenwand mit
der Anlenkung der Bodenwand oder Deckelwand gegenüberliegt. Ferner können die Stirnwände
Staublaschen aufweisen, die jeweils über eine Faltlinie an eine Seitenwand angelenkt
sind und an der Innenseite der Bodenwand und der Deckelwand anliegen. Zwischen mindestens
zwei Seitenwänden und/oder zwischen mindestens einer Seitenwand und einer Stirnwand
kann der gebogene Verbindungsbereich mit den Ritzlinien ausgebildet sein.
[0022] Gemäß einer weiteren Ausführungsart ist die Faltschachtel eine Kappenschachtel. Gemäß
einer weiteren Ausführungsart weist die Kappenschachtel eine hintere Faltlinie auf,
die sich in der hinteren Seitenwand parallel zur Deckwand von dem einen seitlichen
Rand bis zu dem anderen seitlichen Rand der hinteren Seitenwand erstreckt, sowie eine
Trennungslinie, die sich durch die übrigen Seitenwände und mindestens einen Verbindungsbereich
zwischen den seitlichen Rändern von zwei Seitenwänden hindurch von dem einen Ende
der hinteren Faltlinie bis zu dem anderen Ende der hinteren Faltlinie erstreckt und
eine um die hintere Faltlinie klappbare Kappe begrenzt. Die Trennungslinie ist ganz
oder teilweise als Schnittlinie und/oder als Schwächungslinie ausgebildet. Durch Schwenken
der Kappe um die hintere Faltlinie kann die Kappe geöffnet oder geschlossen werden.
Gegebenenfalls muss bei dem ersten Öffnen die Schwächungslinie aufgerissen werden.
[0023] Gemäß einer weiteren Ausführungsart ist die Bodenwand über eine hintere untere Faltlinie
mit dem unteren Rand der hinteren Seitenwand und über eine vordere untere Faltlinie
mit dem unteren Rand der vorderen Seitenwand verbunden und mit um seitliche untere
Faltlinien an den unteren Rändern der seitlichen Seitenwände gegen die Bodenwand gefalteten
Staublaschen verbunden. Mit dieser Ausführungsart wird ein besonders stabiler und
dicht geschlossener Boden erreicht.
[0024] Gemäß einer weiteren Ausführungsart weist mindestens eine seitliche Seitenwand ein
mit einem hinteren Verbindungsbereich oder der hinteren Seitenwand verbundenes hinteres
Seitenwandteil und ein mit einem vorderen Verbindungsbereich oder der vorderen Seitenwand
verbundenes vorderes Seitenwandteil auf, wobei das hintere Seitenwandteil und das
vordere Seitenwandteil einander überlappen und miteinander verbunden sind. Diese Ausführungsart
ist besonders formstabil und weist gleichmäßig gekrümmte Verbindungsbereiche auf.
Zudem begünstigt sie das sichere und schnelle automatische Aufrichten der Faltschachtel
aus einem flachliegenden Zuschnitt.
[0025] Gemäß einer bevorzugten Ausführungsart einer Kappenschachtel ist die Trennlinie im
Bereich jedes gebogenen Verbindungsabschnittes und der seitlichen Seitenwandteile
eine Schnittlinie oder Perforationslinie und/oder im Bereich der vorderen Seitenwand
eine Verbindungslinie mit einer an der Innenseite der vorderen Seitenwand anliegenden
und mit dieser verbundenen Lasche, wobei die Verbindungslinie als Perforationslinie
oder die Verbindung der Lasche mit der vorderen Seitenwand eine auftrennbare Verbindung
ist.
[0026] Hierdurch wird ein einfacher Originalitätsverschluss bereitgestellt.
[0027] Gemäß einer bevorzugten Ausführungsart ist die Faltschachtel aus einem Zuschnitt
aus Karton, Wellpappe oder einem anderen faltbarem Flachmaterial hergestellt.
[0028] Gemäß einer weiteren Ausführungsart ist die Faltschachtel aus einem einteiligen oder
zweiteiligen Zuschnitt aus faltbarem Flachmaterial hergestellt.
[0029] Die Erfindung wird nachfolgend anhand der anliegenden Zeichnungen eines Ausführungsbeispiels
näher erläutert. In den Zeichnungen zeigen:
- Fig. 1
- einen Zuschnitt für den Mantel einer Faltschachtel flachliegend in der Draufsicht;
- Fig. 2
- einen Zuschnitt für den Kragen einer Faltschachtel flachliegend in der Draufsicht;
- Fig. 3
- Zusammensetzung der Zuschnitte von Fig. 1 und 2 flachliegend in der Draufsicht;
- Fig. 4
- Schachtel gebildet aus der Zusammensetzung der Zuschnitte von Fig. 3 in einer Perspektivansicht
schräg von vom und von der Seite;
- Fig. 5
- dieselbe Schachtel geöffnet in einer Perspektivansicht schräg von vorn und von der
Seite;
- Fig. 6
- dieselbe Schachtel geöffnet und in der Draufsicht.
[0030] In der vorliegenden Anmeldung beziehen sich die Angaben "oben" und "unten" sowie
"horizontal" und "vertikal" auf eine Ausrichtung der Faltschachtel mit vertikal ausgerichteten
Seitenwänden, wobei sich die Deckwand oberhalb der Bodenwand befindet. Bei der Erläuterung
der flachliegenden Zuschnitte beziehen sich die Angaben "oben" und "unten" auf die
Anordnung der Zuschnitte in der aufgerichteten und wie vorstehend ausgerichteten Faltschachtel.
[0031] Gemäß Fig. 1 weist ein Zuschnitt 1 eine vordere Seitenwand 2, eine Bodenwand 3, eine
hintere Seitenwand 4 und eine Deckwand 5 auf. Ein unterer vorderer Seitenwandteil
2.1 ist über eine untere Faltlinie 6 an ihrem unteren Rand und die hintere Seitenwand
4 ist über eine untere Faltlinie 7 an ihrem unteren Rand an die beiden längsseitigen
Ränder der Bodenwand 3 angelenkt. Ein oberer vorderer Seitenwandteil 2.2 ist über
eine obere Faltlinie 8 an seinem oberen Rand und die hintere Seitenwand 4 ist über
eine obere Faltlinie 9 an ihrem oberen Rand an längsseitige Ränder der Deckwand 5
angelenkt. Die vorerwähnten Seitenwände 2, 4 und ihre Seitenwandteile 2.1, 2.2 sind
allesamt rechteckig. Die Bodenwand 3 und die Deckwand 5 sind ebenfalls im Wesentlichen
rechteckig, wobei sie an den Ecken jeweils einen Radius 10, 11 aufweisen.
[0032] In der hinteren Seitenwand 4 befindet sich in einem Abstand von der oberen Faltlinie
9 eine zu dieser parallele hintere Faltlinie 12, welche die hintere Seitenwand 4 in
einen unteren hinteren Seitenwandteil 4.1 und einen oberen hinteren Seitenwandteil
4.2 unterteilt.
[0033] An die seitlichen Ränder der vorderen Seitenwand 2 sowie der hinteren Seitenwand
4 sind über streifenförmige Verbindungsbereiche 13, 14, 15, 16 vordere seitliche Seitenwandteile
17.1, 18.1 und hintere seitliche Seitenwandteile 17.2, 18.2 angelenkt. Jeder Verbindungsbereich
13, 14, 15, 16 hat jeweils an der Innenseite sieben parallele Ritzlinien 19.
[0034] Die vorderen seitlichen Seitenwandteile 17.1, 18.1 haben jeweils einen unteren seitlichen
Seitenwandteil 17.11, 18.11, der über einen unteren vorderen Verbindungsteil 13.1,
14.1 an einen unteren vorderen Seitenwandteil 2.1 angelenkt ist, und einen oberen
seitlichen Seitenwandteil 17.12, 18.12, der über einen oberen vorderen Verbindungsteil
13.2, 14.2 an den oberen vorderen Seitenwandteil 2.2 angelenkt ist. Die oberen Ränder
der unteren seitlichen Seitenwandteile 17.11, 18.11 sind angeschrägt, so dass ihre
Höhe zum unteren vorderen Seitenwandteil 2.1 hin abnimmt.
[0035] Die hinteren seitlichen Seitenwandteile 17.2, 18.2 haben jeweils einen unteren 17.21,
18.21 und einen oberen seitlichen Seitenwandteil 17.22, 18.22, wobei der untere seitliche
Seitenwandteil 17.21, 18.21 über einen unteren hinteren Verbindungsteil 15.1, 16.1
unterhalb der hinteren Faltlinie 12 und der obere seitliche Seitenwandteil 17.22,
18.22 über einen oberen hinteren Verbindungsteil 15.2, 16.2 oberhalb der hinteren
seitlichen Faltlinie 12 an die hintere Seitenwand 4 angelenkt ist.
[0036] An die unteren Ränder der hinteren seitlichen Seitenwandteile 17.2, 18.2 sind über
untere seitliche Faltlinien 20, 21 untere Staublaschen 22, 23 angelenkt und an die
oberen Ränder über obere seitliche Faltlinien 24, 25 obere Staublaschen 26, 27.
[0037] An den unteren Rand des oberen vorderen Seitenwandteils 2.2 ist über eine vordere
Faltlinie 28 eine Lasche 29 angelenkt, die in Fig. 1 bereits um die vordere Faltlinie
28 gegen das obere vordere Seitenwandteil 2.2 gefaltet ist.
[0038] Gemäß Fig. 2 weist ein Zuschnitt 30 für einen Kragen eine vordere Kragenwand 31 und
zwei seitliche Kragenwände 32, 33 auf. Die seitliche Kragenwand 32 ist mit der vorderen
Kragenwand 31 über einen streifenförmigen Verbindungsbereich 34 und die seitliche
Kragenwand 33 ist mit der vorderen Kragenwand 31 über einen streifenförmigen Verbindungsbereich
35 verbunden. Die streifenförmigen Verbindungsbereiche 34, 35 haben jeweils an der
Innenseite sieben parallele Ritzlinien 36.
[0039] Die vordere Kragenwand 31 hat an ihrem oberen Rand eine wannenförmige Ausstanzung
37.
[0040] Gemäß Fig. 3 ist der Zuschnitt 30 mit der vorderen Kragenwand 31 auf die Innenseite
des vorderen Seitenwandteils 2.1 aufgesetzt, so dass der Zuschnitt 30 etwas über den
oberen Rand des vorderen Seitwandteils 2.1 hinaussteht. Der Verbindungsbereich 34
ist mit seinen sieben Rilllinien 36 deckungsgleich über einem oberen Teil der sieben
Rilllinien 19 des Verbindungsbereichs 13.1 angeordnet und der Verbindungsbereich 35
ist mit seinen sieben Rilllinien 36 deckungsgleich über einem oberen Teil der sieben
Rilllinien 19 des Verbindungsbereichs 14.1 angeordnet. In dieser Ausrichtung ist der
vordere Kragenwandteil 31 mit dem vorderen Seitenwandteil 2.1 verklebt.
[0041] Beim Auflichten des Zuschnittes 1 werden die hinteren seitlichen Seitenwandteile
17.2, 18.2 um die hinteren Verbindungsbereiche 15, 16 herumgeklappt, bis sie senkrecht
bezüglich der hinteren Seitenwand 4 vorstehen. Die unteren und oberen Staublaschen
22, 23, 26, 27 werden horizontal nach innen geklappt und die Bodenwand 3 sowie die
Deckwand 5 werden gegen die Außenseiten der Staublaschen 21, 23, 26, 27 geklappt und
mit diesen verklebt. Der obere vordere Seitenwandteil 2.2 wird um 90° um die obere
Faltlinie 8 und der untere vordere Seitenwandteil 2.1 um 90° um die untere Faltlinie
6 in Richtung auf das hintere Seitenwandteil 4 geschwenkt. Hierbei wird die Lasche
29 mit der Innenseite des oberen vorderen Seitenwandteiles 2.2 verklebt.
[0042] Schließlich werden die vorderen seitlichen Seitenwandteile 17.1, 18.1 um die vorderen
Verbindungsbereiche 13, 14 herum gegen die hinteren seitlichen Seitenwandteile 17.2,
18.2 geschwenkt und mit diesen verklebt, wodurch Seitenwände 17, 18 gebildet werden.
[0043] Die solchermaßen aufgerichtete Faltschachtel 38 ist in Fig. 4 geschlossen und in
Fig. 5 geöffnet gezeigt. Die Verbindungsbereiche 13, 14, 15, 16 sind gleichmäßig und
ohne Störung der Außenseite gerundet. Die Rundung der Verbindungsbereiche wird erst
durch die Ritzlinien 19 an der Innenseite ermöglicht. Die Faltschachtel 37 wird durch
Hochschwenken einer Kappe 39, die von den in Fig. 1 oberhalb der hinteren Faltlinie
12 angeordneten Teilen des Zuschnitts 1 gebildet ist, um die hintere Faltlinie 12
geöffnet. Hierbei kommt ein von dem Zuschnitt 30 gebildeter Kragen 40 frei. Bei dem
Kragen 40 sind die Verbindungsbereiche 34, 35 ebenfalls aufgrund der Ritzlinien 36
an der Innenseite glatt gerundet. Die Vertiefung 37 erleichtert den Zugriff auf in
der Faltschachtel anzuordnende Zigaretten. Beim Schließen der Kappe 39 klemmt diese
auf den Kragen 39 fest, wodurch ein Wiederverschluss ermöglicht wird.
[0044] Gemäß Fig. 4 bis 6 wird durch die Ritzlinien 19, 36 eine sehr gleichmäßige und glatte
Wölbung der Verbindungsbereiche 13, 14, 15, 16, 34, 35 erzielt. Gemäß Fig. 4 und 5
sind die Ritzlinien 19 an der Außenseite der Verbindungsbereiche 13, 14, 15, 16 nicht
sichtbar.
1. Faltschachtel umfassend zumindest zwei Wände (2, 4, 17, 18), die an seitlichen Rändern
über einen gebogenen Verbindungsbereich (13, 14, 15, 16) miteinander verbunden sind,
dadurch gekennzeichnet, dass der Verbindungsbereich (13, 14, 15, 16) an der Innenseite und/oder der Außenseite
jeweils eine Mehrzahl parallel zueinander oder spitzwinklig zueinander oder in entgegengesetzter
Richtung konvex oder in entgegengesetzter Richtung konkav zueinander ausgerichteter
oder wellenförmig in einem Abstand voneinander verlaufender Ritzlinien (19) aufweist,
wobei jede der beiden äußeren Ritzlinien (19) entlang eines seitlichen Randes einer
der beiden benachbarten Wände (2, 4, 17, 18) verläuft.
2. Faltschachtel nach Anspruch 1, bei der die Ritzlinien (19) an der Innenseite des Verbindungsbereichs
(13, 14, 15, 16) angeordnet sind.
3. Faltschachtel nach Anspruch 1 oder 2, bei der der Abstand zwischen sämtlichen benachbarten
parallelen oder in entgegengesetzten Richtungen konvex oder konkav zueinander ausgerichteten
oder der Winkel zwischen sämtlichen benachbarten spitzwinklig zueinander ausgerichteten
Ritzlinien (19) gleich ist oder bei der der Abstand zwischen sämtlichen oder einem
Teil der benachbarten parallel zueinander oder in entgegengesetzten Richtungen konvex
oder konkav zueinander oder der Winkel zwischen sämtlichen oder einem Teil der benachbarten
spitzwinklig zueinander ausgerichteten Ritzlinien (19) unterschiedlich ist.
4. Faltschachtel nach einem der Ansprüche 1 bis 3, die eine Bodenwand (3) und/oder eine
Deckwand (5), mindestens eine mit mindestens einem Rand der Bodenwand (3) und/oder
der Deckwand (5) verbundene Seitenwand (2, 4, 17, 18) und mindestens einen gebogenen
Verbindungsbereich (13, 14, 15, 16) zwischen zwei Seitenwänden (2, 4, 17, 18) oder
zwischen einer Seitenwand (2, 4, 17, 18) und der Bodenwand (3) oder zwischen einer
Seitenwand (2, 4, 17, 18) und der Deckwand (5) aufweist.
5. Faltschachtel nach Anspruch 4, die einen Verbindungsbereich (13, 14, 15, 16) zwischen
zwei Seitenwänden (2, 4, 17, 18) aufweist und an einer Ecke einer Bodenwand (3) und/oder
einer Deckwand (5) neben einem gebogenen Verbindungsbereich (13, 14, 15, 16) einen
Radius (10, 11) aufweist, der dem Radius des angrenzenden gebogenen Verbindungsbereiches
(13, 14, 15, 16) entspricht.
6. Faltschachtel nach einem der Ansprüche 1 bis 5, die eine Kappenschachtel (38) ist.
7. Faltschachtel nach Anspruch 6, die einen Kragen (40) aufweist, der zwischen einer
vorderen Kragenwand (31) und zwei seitlichen Kragenwänden (32, 33) jeweils einen gebogenen
Verbindungsbereich (34, 35) mit einer Anordnung von Ritzlinien (36) wie die Verbindungsbereiche
(13, 14) zwischen der vorderen und den seitlichen Seitenwänden (2, 17, 18) aufweist.
8. Faltschachtel nach Anspruch 6 oder 7, die eine hintere Faltlinie (12) aufweist, die
sich in der hinteren Seitenwand (4) von dem einen seitlichen Rand bis zu dem anderen
seitlichen Rand der hinteren Seitenwand (4) erstreckt, sowie eine Trennungslinie,
die sich durch die übrigen Seitenwände (2, 17, 18) und mindestens einen Verbindungsbereich
(13, 14, 15, 16) zwischen den seitlichen Rändern von zwei Seitenwänden (2, 17, 18)
hindurch von dem einen Ende der hinteren Faltlinie (12) bis zu dem anderen Ende der
hinteren Faltlinie (12) erstreckt und eine um die hintere Faltlinie (12) klappbare
Kappe (39) begrenzt.
9. Faltschachtel nach einem der Ansprüche 3 bis 8, bei der die Bodenwand (3) über eine
hintere untere Faltlinie mit dem unteren Rand der hinteren Seitenwand (4) und über
eine vordere untere Faltlinie mit dem unteren Rand der vorderen Seitenwand (4) verbunden
und mit um seitliche untere Faltlinien an den unteren Rändern der seitlichen Seitenwände
(17, 18) gegen die Bodenwand gefalteten Staublaschen (22, 23) verbunden ist.
10. Faltschachtel nach einem der Ansprüche 3 bis 9, die mindestens eine seitliche Seitenwand
(17, 18), ein mit einem hinteren Verbindungsbereich (15, 16) oder der hinteren Seitenwand
(4) verbundenes hinteres Seitenwandteil (17.2, 18.2) und einen mit einem vorderen
Verbindungsbereich (13, 14) oder der vorderen Seitenwand (2) verbundenes vorderes
Seitenwandteil (17.1, 18.1) aufweist, wobei das hintere Seitenwandteil (17.2, 18.2)
und das vordere Seitenwandteil (17.1, 18.1) einander überlappen und miteinander verbunden
sind.
11. Faltschachtel nach einem der Ansprüche 6 bis 10, bei der die Trennungslinie im Bereich
jedes gebogenen Verbindungsabschnittes (13, 14, 15, 16) und der seitlichen Seitenwandteile
(17.1, 17.2, 18.1, 18.2) eine Schnittlinie oder eine Perforationslinie und/oder im
Bereich der vorderen Seitenwand (2) eine Verbindungslinie mit einer an der Innenseite
der vorderen Seitenwand (2) anliegenden und mit dieser verbundenen Lasche ist.