(19)
(11) EP 3 228 553 A1

(12) EUROPÄISCHE PATENTANMELDUNG

(43) Veröffentlichungstag:
11.10.2017  Patentblatt  2017/41

(21) Anmeldenummer: 16020107.5

(22) Anmeldetag:  04.04.2016
(51) Internationale Patentklassifikation (IPC): 
B65D 5/02(2006.01)
B65D 5/46(2006.01)
B65D 5/06(2006.01)
(84) Benannte Vertragsstaaten:
AL AT BE BG CH CY CZ DE DK EE ES FI FR GB GR HR HU IE IS IT LI LT LU LV MC MK MT NL NO PL PT RO RS SE SI SK SM TR
Benannte Erstreckungsstaaten:
BA ME
Benannte Validierungsstaaten:
MA MD

(71) Anmelder: SIG Technology AG
8212 Neuhausen am Rheinfall (CH)

(72) Erfinder:
  • PLEWKA, Magdalena
    52070 Aachen (DE)

(74) Vertreter: Cohausz & Florack 
Patent- & Rechtsanwälte Partnerschaftsgesellschaft mbB Bleichstraße 14
40211 Düsseldorf
40211 Düsseldorf (DE)

   


(54) VERBUNDPACKUNG, PACKUNGSLAMINAT UND PACKUNGSMANTELROHLING FÜR EINE VERBUNDPACKUNG


(57) Dargestellt und beschrieben sind eine Verbundpackung (P), insbesondere eine Getränkekartonverpackung für flüssige Lebensmittel, die wenigstens teilweise aus einem Packungslaminat (L) besteht, mit einem Packungsgrundkörper (1), einem Packungsboden (2) und einem Packungsgiebel (3), wobei der Packungsgiebel (3) aus wenigstens einem Packungsgiebelpanel (4) besteht, wobei das Packungsgiebelpanel (4) durch eine wenigstens teilweise gekrümmte und gefalzte Vorderkante (6) begrenzt ist sowie ein Packungslaminat (L) und ein Packungsmantelrohling (M) zur Herstellung einer solchen Verbundpackung (P). Um die Qualität und Funktionsfähigkeit zu verbessern, ist vorgesehen, dass das Packungsgiebelpanel (4) im Wesentlichen die Form einer Ellipse aufweist.




Beschreibung


[0001] Die Erfindung betrifft eine Verbundpackung, insbesondere eine Getränkekartonverpackung für flüssige Lebensmittel, die wenigstens teilweise aus einem Packungslaminat besteht, mit einem Packungsgrundkörper, einem Packungsboden und einem Packungsgiebel, wobei der Packungsgiebel aus wenigstens einem Packungsgiebelpanel besteht, wobei das Packungsgiebelpanel durch eine wenigstens teilweise gekrümmte Vorderkante begrenzt ist.

[0002] Die Erfindung betrifft zudem ein Packungslaminat mit wenigstens einer Kartonträgerschicht und einer Polymerschicht, mit einer Mehrzahl von in das Material eingearbeiteten Rillungen, um Packungsfalzlinien zur Ausbildung von Packungskanten vorzudefinieren.

[0003] Die Erfindung betrifft schließlich einen Packungsmantelrohling bestehend aus einem Packungslaminat mit wenigstens einer Kartonträgerschicht und einer Polymerschicht, mit einer Mehrzahl von in das Material eingearbeiteten Rillungen, um Packungsfalzlinien zur Ausbildung von Packungskanten vorzudefinieren, wobei das Packungslaminat auf das Intervall einer Verbundpackung zugeschnitten und durch eine Längssiegelnaht zu einem Rohr verbunden ist.

[0004] Im Bereich der Verpackungstechnik gehören Verbundverpackungen seit langem zum gängigen Stand der Technik. So bestehen beispielsweise Getränkekartons aus verschiedenen Packstoffen wie Papier und Kunststoffen, die, vollflächig gefügt und bedruckt, ein Packungslaminat bilden. Der Schichtaufbau kann je nach Anforderungen variieren, so wird beispielsweise für aseptische Füllgüter zusätzlich eine Aluminiumschicht eingelegt, um eine gute Barrierewirkung gegen Gase und Licht zu erzielen.

[0005] Das eigentliche Formen und Befüllen der Verpackung und das Verschließen zu einer Packung geschieht in einer Verpackungsmaschine, die nicht selten in Anlehnung an ihre Hauptfunktionen auch als Form-/Fill-/Seal-Maschine bezeichnet wird. Dabei haben sich das Schlauch- und das Mantelverfahren etabliert. Während beim ersten das Packungslaminat als Endlosmaterial (Rollenware) der Maschine zugeführt wird, ist bei letzterem das Packungslaminat bereits auf das Intervall einer Verpackung zugeschnitten. Nicht selten sind solche Zuschnitte zudem bereits zu einem Rohr umgelegt und durch eine Längssiegelnaht zu sogenannten Packungsmantelrohlingen verbunden, die dann als Halbzeug einer entsprechenden Maschine zur Verarbeitung bereitstehen. Als Füllgüter kommen vorwiegend flüssige Lebensmittel wie beispielsweise Getränke, Suppen oder Joghurt in Frage. Denkbar sind auch gestockte, pastöse oder stückige Produkte oder dergleichen.

[0006] Die Verpackung wird durch umformende, fügende und zuweilen auch trennende Prozesse des Packungslaminats oder Packungsmantelrohlings geschaffen. Hierzu wird das Material u. a. gefalzt (maschinell gefaltet), so dass sich beispielsweise Packungsboden und Packungsgiebel bilden lassen und am Packungsgrundkörper Packungskanten entstehen. Um dem Material die nötige Biegefähigkeit zu verleihen, werden bei dessen Herstellung entsprechende Rillungen eingearbeitet. Ein solches Rillen bei der Herstellung des Packungslaminats ist beispielsweise in der auf den Anmelder zurückgehenden Offenlegungsschrift DE 10326106 A1 gezeigt. Das Ausführungsbeispiel zeigt einen gerillten, für das Mantelverfahren geeigneten Packungsmantelrohling. Vom Verbrauchermarkt zunehmend nachgefragte Packhilfsmittel, wie beispielsweise wiederverschließbare Verschlüsse, Öffnungs- und Ausgießvorrichtungen, Strohhalme, Pull Tabs, usw. erfordern oft eine zusätzliche Vorbehandlung des Packungslaminats, etwa in Form von lokal eingebrachten Schwächungen wie überbeschichteten Löchern oder speziellen Perforierungen oder dergleichen.

[0007] Mittlerweile sind verschiedenste Packungsformen bekannt und verfügbar. So existieren Packungskörper mit speziell ausgebildeten Kanten, zusätzlichen Panelen, Rundungen und gewölbten Flächen. Den Kopfbereich der Packung schließen beispielsweise Flachgiebel oder Schräggiebel (etwa als Sattel- oder Pultdach) oder noch speziellere Geometrien ab. Zudem sind separat geschaffene Formteile für den Kopfbereich und Boden der Packung denkbar.

[0008] Die europäischen Patentanmeldung EP 1 332 969 A1 zeigt zum Beispiel eine im Schlauchverfahren geschaffene Schräggiebelpackung mit Pultdach. In das hierfür geeignete Packungslaminat sind entsprechende Rillmuster für die spätere Falzung eingearbeitet. Zudem ist für das eine Ausführungsbeispiel eine Schwächung im Bereich der Sollöffnung und des Ausgießers eingebracht.

[0009] Das auf den Anmelder zurückgehende europäische Patent EP 1 216 192 B1 zeigt eine relativ eckige - hier im Mantelverfahren geschaffene - Packung mit einem auf einem schrägen Giebelpanel angebrachten Ausgießelement. Das Schrägstellen des Panels vergrößert die Fläche für ein zu applizierendes Ausgießelement, respektive eröffnet die Möglichkeit dessen Durchmesser großzügiger zu dimensionieren. Dies ist regelmäßig gewünscht, da so sein Ausgießverhalten merklich verbessert wird.

[0010] Eine zusätzliche Vergrößerung des Giebelpanels kann durch eine gekrümmte Packungsvorderkante (einer sogenannten "smiling curve") erreicht werden, wie dies u.a. auch in der Nichtpatentliteratur XP-00824919 beschrieben steht.

[0011] Verschiedene Packungen machen sich eine solche gekrümmte Packungsvorderkante bereits zunutze, so beispielsweise auch einige, beispielhaft in der internationalen Publikation WO 2004076302 A1 gezeigte Formen.

[0012] Vergrößerte Panele können aber auch für Packungen ohne Ausgießelement wünschenswert sein. So lässt oft bereits die Form des vergrößerten Giebels die Packung attraktiver und ansprechender erscheinen. Der vergrößerte Giebel hält zudem mehr Display-Fläche für ein gedrucktes Dekor bereit. Ferner lässt eine geschwungene Packungsvorderkante den Konsumenten leichter direkt von der Packung trinken ("on the go"), da die geschwungene Kante besser der Ergonomie des menschlichen Mundes entspricht.

[0013] So geschaffene Panele bilden aber keine ebenen Flächen sondern eine nach Maßgabe von Falzung und Zwangsformung nach innen oder außen gewölbte Fläche. Solche sind aber ästhetisch oft unerwünscht und als Funktionsflächen nachteilig. Sollen Ausgießelemente angebracht werden, bedürfen diese einer möglichst ebenen Fläche, insbesondere auch dann, wenn sie vermittels Schmelzklebstoffen verbunden werden. Aber auch bei anderen Verbindungstechniken wie Heißluft oder Ultraschall ist eine ebene Fläche stets wünschenswert.

[0014] Nicht selten lassen sich außerdem Rückstelleffekte oder Festigkeitseinbußen bei solchen Falzungen beobachten, die die Formintegrität der Packungen beeinträchtigen und diese allzu oft unansehnlich aussehen lassen.

[0015] Es ist deshalb Aufgabe der vorliegenden Erfindung, eine Verbundpackung, ein Packungslaminat und einen Packungsmantelrohling der eingangs genannten und zuvor näher beschriebenen Art so auszugestalten und weiterzubilden, dass die beschriebenen Nachteile überwunden werden. Insbesondere sollen Qualität und Funktionsfähigkeit verbessert werden.

[0016] Gelöst wird diese Aufgabe bei einer Verbundpackung nach dem Oberbegriff von Patentanspruch 1 dadurch, dass das Packungsgiebelpanel im Wesentlichen die Form einer Ellipse aufweist. Geometrisch ideal schließt eine Ellipse durch eine spezielle Kurve eine ebene Fläche ein. Wenn hier von "Ellipse" die Rede ist, so meint dies stets ihre allgemeinste Form, die mindestens abschnittsweise gekrümmt und mindestens beinahe vollständig geschlossen ist. Es ist ferner klar, dass eine Verbundpackung der gattungsbildenden Art infolge ihrer Materialbeschaffenheit, Herstellungsprozesse und Fertigungstoleranzen sich einer mathematischen Idealform lediglich annähern kann. Eine mindestens beinahe geschlossene (also stetige) Kantenkontur des Packungsgiebelpanels ermöglicht eine gute Annäherung an eine Ebene. Harte Spannungsübergänge im Packungslaminat werden durch die Krümmung der Packungskanten minimiert, was sich positiv auf die Formintegrität und Festigkeit der Packung auswirkt. Schließlich werden so auch die Falzvorgänge bei der Formung und Ausbildung der Verbundpackung erleichtert und verbessert.

[0017] Gelöst wird die der Erfindung zugrunde liegende Aufgabe zudem durch ein Packungslaminat, das so beschaffen ist, dass es sich zur Herstellung einer solchen Verbundpackung eignet.

[0018] Der erfindungsgemäße Packungsmantelrohling ist schließlich so beschaffen, dass eine solche Verbundpackung herstellbar ist.

[0019] Eine weitere Lehre der Erfindung sieht vor, dass das Packungsgiebelpanel im Wesentlichen die Form eines Kreises aufweist. Der einfachste Fall einer Ellipse ist der Kreis, bei dem die Brennpunkte im Kreismittelpunkt zusammenfallen. Die stetige und konstant gekrümmte Kreiskontur des Panels verteilt die Spannungen im Material besonders gut.

[0020] Nach einer weiteren Ausgestaltung der Erfindung weist das Packungsgiebelpanel im Wesentlichen die Form einer Superellipse auf. Eine Superellipse ist ein "Mittelding" zwischen einer Ellipse und einem Rechteck. Im Wesentlichen ist also die Krümmung im Bereich des Haupt- und Nebenscheitel der Ellipse verkleinert. Die Bereiche sind also örtlich "abgeplattet". Eine solche Annäherung kann zusätzlich zu Spannungsreduktionen und zu einem besser ausgebildeten Panel besonders im Zwischenabschnitt der Ellipsenbrennpunkte führen.

[0021] In weiterer vorteilhafter Ausführung weist das superellipsoide Packungsgiebelpanel wenigstens zwei zueinander parallele Abschnitte auf. Solche abschnittsweise geraden Konturen können je nach Packungsform gewünscht oder geboten sein, da eine besonders gute Falzung an solchen Stellen ausgebildet sein muss.

[0022] Nach einer weiteren Lehre der Erfindung bildet das Packungspanel wenigstens zwischen den parallelen Abschnitten eine Ebene, so dass diese beispielsweise als vorteilhafte Funktionsfläche bereitsteht. So lassen sich etwa auf ebenen Abschnitten vereinfacht Ausgießelemente anbringen oder besonders geeignete Sollöffnungsstellen für Strohhalme bilden. Ebenso kann ein zur Ebene stimmiges Dekor eine besondere Ästhetik der Packung entfalten.

[0023] Eine weitere zweckmäßige Ausgestaltung der Erfindung sieht vor, dass der Packungsgiebel eine Quersiegelnaht aufweist. Wird die Packung im Kopfbereich verschlossen, kann die Verbindungsnaht gleich zur Bildung unterschiedener Panele dienen und diese teilweise mitdefinieren.

[0024] Eine weitere Ausführung der Erfindung sieht vor, dass die parallelen Abschnitte der Superellipse durch Abschnitte der Vorderkante und der Quersiegelnaht gebildet sind, so dass auf zusätzliche Rillungen in diesen Bereichen verzichtet werden kann.

[0025] Eine andere Lehre der Erfindung sieht vor, dass das Packungsgiebelpanel oder auch gleich der ganze Packungsgiebel gegenüber dem Packungsgrundkörper abgeschrägt ist. Sollen auch bei einer erfindungsgemäßen gekrümmten Vorderkante des Packungspanels parallele Rillungen und Zuschnitte des Packungslaminats und Packmantelrohlinge möglich bleiben, muss dieses nach vorne hin abgeschrägt werden. Dies erleichtert deren Herstellung. Abgeschrägte Panele und/oder ganze abgeschrägte Giebelbereiche bieten zudem den Vorteil vergrößerter Displayflächen und maximieren beispielsweise den zur Verfügung stehenden Platz für aufzubringende Ausgießer.

[0026] Weitere Arten der erfindungsgemäßen Ausführungen sehen vor, dass das Packungsgiebelpanel eine konzentrische Schwächung des Packungslaminats aufweist und ggf. ein Ausgießelement angebracht ist. Ausgießelemente oder eine Sollstechstelle für Strohhalme benötigen in der Regel eine lokale - vorteilhafterweise im Zentrum des Packungspanels - in das Packungslaminat eingebrachte Schwächung.

[0027] Nach einer weiteren zweckmäßigen Ausführungsform sind zwei Ergänzungspanele zwischen Quersiegelnaht und Ellipse ausgebildet. Werden die Übergänge zwischen gerader Siegelnaht und Ellipsenrundungen durch entsprechende Panele überbrückt, können sich diese wölben und Spannungen im Material reduzieren und helfen, ein formstabiles Packungsgiebelpanel zu gewährleisten.

[0028] Eine weitere Ausbildung der Verbundverpackung sieht vor, dass die Vorderkante seitlich zwei hochragende lokale Spitzen bilden. Solche entstehen beispielsweise dann, wenn vorne keine Ergänzungspanele zwischen Giebelpanel und Packungsvorderseite vorgesehen sind. Solche Spitzen verleihen der Packung allgemein und dem Packungsgiebel im Besonderen eine gute Festigkeit, insbesondere auch dann wenn die Packungsvorderseite eine gewölbte Fläche ohne definierte vordere Packungskante am Packungsgrundkörper bildet.

[0029] Die Erfindung ist nachfolgend anhand der ein Ausführungsbeispiel zeigenden Zeichnungen näher erläutert. Die Zeichnungen zeigen in:
Fig. 1
eine erfindungsgemäße Verbundpackung mit Ausgießelement in perspektivischer Ansicht von vorn oben,
Fig. 2
die Verbundpackung aus Fig. 1 mit ausgeblendetem Ausgießelement in selbiger Ansicht,
Fig. 3
die Verbundpackung aus Fig. 1 mit ausgeblendetem Ausgießelement in der Draufsicht auf das Packungsgiebelpanel,
Fig. 4
das für die Verbundpackung aus Fig. 1 verwendete Packungsmaterial im Querschnitt,
Fig. 5
das Packungslaminat im Intervall einer Packung zur Herstellung einer in Fig. 1 gezeigten Verbundpackung in Draufsicht,
Fig. 6a
die Vorderseite des Packungsmantelrohlings zur Herstellung einer in Fig. 1 gezeigten Verbundpackung in perspektivischer Ansicht und
Fig. 6b
die Rückseite des Packungsmantelrohlings aus Fig. 7a.


[0030] Die in Figur 1 dargestellte Ausführungsform einer erfindungsgemäßen Verbundpackung P ist durch einen Packungsgrundkörper 1, einen ihn verschließenden Packungsboden 2 und einen den Kopfteil der Packung bildenden Packungsgiebel 3 gebildet. Alle drei Teile sind durch umformende Falzvorgänge aus ein und demselben Packungsmaterial geformt. So ist der Packungsboden 2 einer Verpackungsmaschine auf einem Falzdorn über Packungsfalzlinien 8 geformt und mittels Ultraschall verschlossen (alternativ sind beispielsweise Heißluft, Kleben, etc. denkbar). Das bodenverschlossene Verpackungshalbzeug wird dann über den offenen Kopfbereich mit einem gewünschten Packgut befüllt und sodann über weitere Packungsfalzlinien 8 ein zum Packungsgrundkörper 1 nach vorne abgeschrägter Packungsgiebel 3 ausgebildet, der mittels einer ultraschallgeschweißten Quersiegelnaht 12 die Packung verschließt. Die bei der Ausformung des Packungsgiebels 3 entstehenden überschüssigen Packungsmaterialabschnitte bilden Packungsohren 13, die über Falzungen an den Packungsgrundkörper 1 umgelegt und an dessen die Seitenwand befestigt sind. Durch die Falz- und Formvorgänge entstehen an der Verbundpackung P verschiedene definierte Packungskanten 5. In gezeigter Ausführung ist am Packungsgiebel 3 ein Ausgießelement 15 angebracht, aus dem das Produkt ausgegossen werden kann.

[0031] Der Darstellung der Figur 2 ist das Ausgießelement ausgeblendet, so dass eine lokale Schwächung 14 des Packungsmaterials (vgl. Erläuterungen weiter unten) und das Packungsgiebelpanel 4 gut sichtbar sind. Gut zu erkennen ist, dass das Packungsgiebelpanel 4 gegenüber dem ohnehin schon abgeschrägten Packungsgiebel 3 zusätzlich abgeschrägt ist. Der vordere Abschnitt des Packungsgiebelpanels 4 bildet eine teilweise gekrümmte Vorderkante 6, die durch ihre Falzung eine spezielle Packungskante 5 zum Packungsgrundkörper 1 definiert. Diese Vorderkante 6 läuft seitlich in lokale Spitzen 31, 32 über, die die vorderen Packungsgiebelecken bilden und die Vorderkante 6 stets überragen. Diese bilden sich durch das zusätzliche Abschrägen des Packungsgiebelpanels 4.

[0032] Figur 3 zeigt das Packungsgiebelpanel 4 in senkrechter Draufsicht. Die Kontur beschreibt die Form einer Superellipse 43. Es sind zwei zueinander erste parallele Abschnitte 44 ausgebildet, wobei der vordere zugleich einen Teil der Vorderkante 6 des Packungsgiebels 3 zum vorderen Packungsgrundkörper 1 bildet und der hintere die Fußbereichsfalzung der Quersiegelnaht 12. Ferner fallen zwei weitere parallele Abschnitte 44' des Packungsgiebelpanels 4 abschnittsweise mit den seitlichen Packungsgiebel-Packungskanten 5 zusammen. Zwischen den ersten parallelen Abschnitten 44 erstreckt sich eine Ebene 45 (strichliniert angedeutet), die zentrisch die Schwächung 14 des Packungsmaterials aufnimmt und peripher die Applikationsfläche für das in Figur 1 gezeigte Ausgießelement 15 bietet.

[0033] In Figur 4 ist der geschichtete Aufbau des Packungsmaterials mit einer Kartonträgerschicht 16 dargestellt, die beidseitig mit einer Polymerschicht 17 laminiert ist. Die Schwächung 14 ist im gezeigten und insofern bevorzugten Ausführungsbeispiel als überbeschichtetes Loch ausgeführt. Dabei wird der Kartonträgerschicht 16 vor dem Laminierungsprozess ein Loch ausgestanzt, so dass beim fertigen Packungsmaterial die lokale Schwächung 14 nur durch die Polymerschichten 17 gebildet ist.

[0034] Figur 5 zeigt ein Intervall des mit Rillungen 7 versehenen Packungsmaterials als verwendungsfertiges Packungslaminat L zur Ausbildung einer Verbundpackung P. Die Rillungen 7 definieren die späteren Falt- und Falzlinien 8 für den Transport und die Packungsherstellung vor, wovon einige die späteren Packungskanten 5 bilden. Das Packungslaminat L ist ferner mit einem - nicht dargestellten - Dekor bedruckt und liegt zunächst als Endlosmaterial (Rollenware) vor.

[0035] In Figur 6a und Figur 6b ist die Ober- und Unterseite der auf das Intervall einer zu schaffenden Verbundpackung P zugeschnittene und über die Längsnaht 18 zu einem Rohr verbundene Packungsmantelrohling M zu sehen. Dieser ist über seitliche Faltlinien für einen platzökonomischen Versand (etwa in einer Kartonage) flachgelegt. Der Packungsmantelrohling M wird schließlich einer (hier im Mantelverfahren arbeitenden) Verpackungsmaschine zugeführt, der die Verbundpackung P ausformt, befüllt und verschließt.


Ansprüche

1. Verbundpackung (P), insbesondere eine Getränkekartonverpackung für flüssige Lebensmittel, die wenigstens teilweise aus einem Packungslaminat (L) besteht, mit einem Packungsgrundkörper (1), einem Packungsboden (2) und einem Packungsgiebel (3), wobei der Packungsgiebel (3) aus wenigstens einem Packungsgiebelpanel (4) besteht, wobei das Packungsgiebelpanel (4) durch eine wenigstens teilweise gekrümmte und gefalzte Vorderkante (6) begrenzt ist, dadurch gekennzeichnet, dass das Packungsgiebelpanel (4) im Wesentlichen die Form einer Ellipse aufweist.
 
2. Verbundpackung (P) nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, dass das Packungsgiebelpanel (4) im Wesentlichen die Form eines Kreises aufweist.
 
3. Verbundpackung (P) nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, dass das Packungsgiebelpanel (4) im Wesentlichen die Form einer Superellipse (43) aufweist.
 
4. Verbundpackung (P) nach Anspruch 3, dadurch gekennzeichnet, dass das superellipsoide Packungsgiebelpanel (4) wenigstens zwei zueinander parallele Abschnitte (44) aufweist.
 
5. Verbundpackung (P) nach Anspruch 4, dadurch gekennzeichnet, dass das Packungspanel (3) wenigstens zwischen den parallelen Abschnitten eine Ebene (45) bildet.
 
6. Verbundpackung (P) nach einem der Ansprüche 1 bis 5, dadurch gekennzeichnet, dass der Packungsgiebel (3) eine Quersiegelnaht (12) aufweist.
 
7. Verbundpackung (P) nach Anspruch 6, dadurch gekennzeichnet, dass parallele Abschnitte (44) der Superellipse (43) durch Abschnitte der Vorderkante (6) und der Quersiegelnaht (12) gebildet sind.
 
8. Verbundpackung (P) nach einem der Ansprüche 1 bis 7, dadurch gekennzeichnet, dass das Packungsgiebelpanel (4) gegenüber dem Packungsgrundkörper (1) abgeschrägt ist.
 
9. Verbundpackung (P) nach Anspruch 8, dadurch gekennzeichnet, dass der ganze Packungsgiebel (4) gegenüber dem Packungsgrundkörper (1) abgeschrägt ist.
 
10. Verbundpackung (P) nach einem der Ansprüche 1 bis 9, dadurch gekennzeichnet, dass das Packungsgiebelpanel (4) eine konzentrische Schwächung (14) des Packungslaminats (L) aufweist.
 
11. Verbundpackung (P) nach einem der Ansprüche 1 bis 10, dadurch gekennzeichnet, dass an das Packungsgiebelpanel (4) ein Ausgießelement (15) angebracht ist.
 
12. Verbundpackung (P) nach einem der Ansprüche 1 bis 11, dadurch gekennzeichnet, dass zwei Ergänzungspanele (46) zwischen Quersiegelnaht (12) und Ellipse (41) ausgebildet sind.
 
13. Verbundpackung (P) nach einem der Ansprüche 1 bis 12, dadurch gekennzeichnet, dass die Vorderkante (6) seitlich zwei hochragende lokale Spitzen (31, 32) bilden.
 
14. Packungslaminat (L) mit wenigstens einer Kartonträgerschicht (16) und einer Polymerschicht (17), mit einer Mehrzahl von in das Material eingearbeiteten Rillungen (7), um Packungsfalzlinien (8) zur Ausbildung von Packungskanten (5) vorzudefinieren, dadurch gekennzeichnet, dass eine Verbundverpackung (P) nach einem der Ansprüche 1 bis 13 herstellbar ist.
 
15. Packungsmantelrohling (M) bestehend aus einem Packungslaminat (L) mit wenigstens einer Kartonträgerschicht (16) und einer Polymerschicht (17), mit einer Mehrzahl von in das Material eingearbeiteten Rillungen (7), um Packungsfalzlinien (8) zur Ausbildung von Packungskanten (5) vorzudefinieren, wobei das Packungslaminat (L) auf das Intervall einer Verbundpackung (P) zugeschnitten und durch eine Längssiegelnaht (18) zu einem Rohr verbunden ist, dadurch gekennzeichnet, dass eine Verbundpackung (P) nach einem der Ansprüche 1 bis 13 herstellbar ist.
 




Zeichnung



















Recherchenbericht









Recherchenbericht




Angeführte Verweise

IN DER BESCHREIBUNG AUFGEFÜHRTE DOKUMENTE



Diese Liste der vom Anmelder aufgeführten Dokumente wurde ausschließlich zur Information des Lesers aufgenommen und ist nicht Bestandteil des europäischen Patentdokumentes. Sie wurde mit größter Sorgfalt zusammengestellt; das EPA übernimmt jedoch keinerlei Haftung für etwaige Fehler oder Auslassungen.

In der Beschreibung aufgeführte Patentdokumente