[0001] Die vorliegende Erfindung betrifft ein Therapiegerät zum Trainieren der motorischen
Fähigkeiten eines Patienten gemäß dem Oberbegriff des Anspruchs 1, ein Therapiesystem
mit einem solchen Therapiegerät gemäß dem Oberbegriff des Anspruchs 9, die Verwendung
eines derartigen Therapiegeräts bzw. eines derartigen Therapiesystems in einem Therapieverfahren
gemäß dem Oberbegriff des Anspruchs 13 sowie ein Verfahren zur Identifizierung eines
Objekts gemäß dem Oberbegriff des Anspruchs 14.
[0002] Aus dem Stand der Technik sind zahlreiche Therapiegeräte bekannt. Beispielsweise
beschreibt die
WO 2008/025047 A2 eine Einrichtung zum Trainieren von Bewegungsabläufen. Ferner beschreibt die
DE 10 2011 056 219 A1 ein Rehabilitationsgerät, das zwei Positionssensoren aufweist, über die die Position
von Seilen bestimmt werden kann, an welche die Arme eines Patienten angelenkt werden
können.
[0003] Der vorliegenden Erfindung liegt die Aufgabe zugrunde, ein Therapiegerät bereitzustellen,
das mechanisch einfacher konstruiert ist als die aus dem Stand der Technik bekannten
Therapiegeräte, sich aber dennoch zum Trainieren der motorischen Fähigkeiten eines
Patienten eignet.
[0004] Diese Aufgabe wird mit einem Therapiegerät mit den Merkmalen des Anspruchs 1 gelöst.
Ein derartiges Therapiegerät dient zum Trainieren der motorischen Fähigkeiten eines
Patienten, insbesondere zum Trainieren der motorischen Fähigkeiten der oberen Extremitäten
eines Patienten. Das Therapiegerät kann ferner zur Verbesserung der kognitiven Fähigkeiten
des Patienten eingesetzt werden. Bei dem Patienten handelt es sich um einen Patienten
mit eingeschränkten motorischen Fähigkeiten, insbesondere um einen Patienten mit neurologischen
Störungen, wie etwa einen Schlaganfallpatienten. Das Gerät wird dabei insbesondere
zu Rehabilitationszwecken eingesetzt. Es kann folglich auch als Rehabilitationsgerät
bezeichnet werden.
[0005] Das Therapiegerät weist eine Anzeigeeinrichtung auf. Die Anzeigeeinrichtung dient
zur Anzeige einer grafischen Benutzeroberfläche. Die Anzeigeeinrichtung kann beispielsweise
ein Bildschirm, ein Monitor oder ein Fernseher sein.
[0006] Das Therapiegerät zeichnet sich dadurch aus, dass die Anzeigeeinrichtung auf mindestens
drei voneinander beabstandeten Kraftsensoren gelagert ist. Durch diese Kraftsensoren
kann eine auf die Anzeigeeinrichtung ausgeübte Kraft quantitativ bestimmt werden.
Alternativ oder zusätzlich ist es möglich, den Kraftmittelpunkt einer auf die Anzeigeeinrichtung
ausgeübten Kraft zu bestimmen. Die Kraftsensoren sind derart zueinander angeordnet,
dass es nicht möglich ist, alle Kraftsensoren mit einer einzigen Geraden zu verbinden.
Das heißt, die Kraftsensoren liegen nicht auf einer Linie. Vielmehr sind die Kraftsensoren
winklig zueinander angeordnet. Wenn genau drei Kraftsensoren eingesetzt werden, sind
die Kraftsensoren auf einem gedachten Dreieck angeordnet. Bei diesem Dreieck kann
es sich um ein beliebig geformtes Dreieck, wie etwa ein gleichschenkliges oder ein
gleichwinkliges Dreieck handeln. Dies wird letztlich durch die Größe der Anzeigeeinrichtung
vorgegeben. Die Kraftsensoren sind vorzugsweise in einem Randbereich der Anzeigeeinrichtung
angebracht.
[0007] Beim Einsatz von n Kraftsensoren können diese auf einem virtuellen n-Eck angeordnet
sein. Eine andere Anordnung, wie etwa auf einem (n-1)-Eck, ist aber auch möglich,
sofern n größer als 3 ist.
[0008] Die Kraftsensoren sind typischerweise auf einem Trägerelement, wie etwa einem Rahmen
oder einem Tisch gelagert. Das Trägerelement bildet dabei den Bezugspunkt für die
Anzeigeeinrichtung. Dabei befindet sich das Trägerelement typischerweise auf einer
Unterseite der Kraftsensoren, während die Anzeigeeinrichtung auf einer Oberseite der
Kraftsensoren angeordnet ist.
[0009] In einer Variante werden bidirektionale Kraftsensoren als Kraftsensoren eingesetzt.
Mittels bidirektionaler Kraftsensoren ist es möglich, sowohl einen Zug auf die Kraftsensoren
als auch einen Druck auf die Kraftsensoren zu detektieren. Folglich kann mittels derartiger
Sensoren sowohl eine auf die Anzeigeeinrichtung ausgeübte Druckkraft als auch eine
auf die Anzeigeeinrichtung ausgeübte Zugkraft quantifiziert und/oder lokalisiert werden.
[0010] In einer Variante ist das Therapiegerät mit einer Multi-Touch-Einrichtung ausgestattet.
Mit dieser Multi-Touch-Einrichtung ist es möglich, ein auf der Anzeigeeinrichtung
befindliches Objekt zu erkennen. Dabei wird insbesondere die Position erkannt, an
der ein Objekt auf der Anzeigeeinrichtung angeordnet ist. Zu diesem Zweck kann die
Multi-Touch-Einrichtung ortsaufgelöst die Position eines entsprechenden Objekts bestimmen.
Beispielsweise kann einem Benutzer bzw. Patienten über eine grafische Benutzeroberfläche
auf der Anzeigeeinrichtung die Anweisung gegeben werden, ein bestimmtes Objekt an
einer bestimmten Position auf der Anzeigeeinrichtung abzustellen oder entlang eines
bestimmten Pfades zu bewegen. Mittels der Multi-Touch-Einrichtung kann dann festgestellt
werden, ob der Patient diese Aufgabe erfüllt hat.
[0011] In einer Variante ist die Multi-Touch-Einrichtung dafür vorgesehen und eingerichtet,
verschiedene Objekte voneinander zu unterscheiden. Zu diesem Zweck müssen die Objekte
ein Identifikationsmerkmal aufweisen, das von der Multi-Touch-Einrichtung erkannt
werden kann. Dieses Identifikationsmerkmal ist folglich auf die Ortsauflösungseigenschaften
der Multi-Touch-Einrichtung abzustimmen. Wenn die Multi-Touch-Einrichtung in der Lage
ist, verschiedene Objekte voneinander zu unterscheiden, kann mit ihr nicht nur festgestellt
werden, ob ein Patient irgend einen Gegenstand an der richtigen Position auf der Anzeigeeinrichtung
angeordnet hat, sondern ob er den korrekten, beispielsweise von der grafischen Benutzeroberfläche
vorgegebenen Gegenstand an der korrekten Position auf der Anzeigeeinrichtung angeordnet
hat. Die Multi-Touch-Einrichtung kann zu diesem Zweck eine Datenbank aufweisen oder
mit einer Datenbank verbunden sein, in der entsprechende Informationen über die Objekte
hinterlegt sind.
[0012] In einer Variante kann die Multi-Touch-Einrichtung ein Objekt unabhängig von dessen
Materialeigenschaften und/oder unabhängig von dessen physikalischen und/oder chemischen
Eigenschaften erkennen. Das heißt, die Multi-Touch-Einrichtung ist vorzugsweise nicht
als kapazitive Multi-Touch-Einrichtung ausgestaltet. So ist es besonders einfach,
Objekte aus verschiedenen Materialien zusammen mit dem Therapiegerät einzusetzen und
durch das Therapiegerät voneinander unterscheiden zu lassen.
[0013] In einer Variante ist die Multi-Touch-Einrichtung als Infrarotrahmen ausgestaltet,
der auf die Anzeigeeinrichtung aufgebracht ist. Das heißt, der Infrarotrahmen ist
auf einer von den Kraftsensoren abgewandten Seite der Anzeigeeinrichtung angeordnet.
Die Anzeigeeinrichtung wird in dieser Variante also auf einer Unterseite durch die
Kraftsensoren gelagert, während auf ihrer Oberseite der Infrarotrahmen angeordnet
ist.
[0014] Der Infrarotrahmen weist vorzugsweise auf einer ersten Längsseite ein erstes Infrarot-Sendemodul
und auf einer zweiten Längsseite ein erstes Infrarot-Empfangsmodul auf, während er
auf einer ersten Querseite ein zweites Infrarot-Sendemodul und auf einer zweiten Querseite
ein zweites Infrarot-Empfangsmodul aufweist. Auf diese Weise ist es möglich, parallel
zur Oberfläche der Anzeigeeinrichtung Infrarotlicht auszusenden und ortsaufgelöst
zu empfangen, sodass die Anwesenheit oder Bewegung eines Objekts auf der Anzeigeeinrichtung
ortsaufgelöst durch eine Unterbrechung der entsprechenden Infrarotlichtstrahlen an
einem bestimmten Ort festgestellt werden kann. Da Infrarotlicht für das menschliche
Auge unsichtbar ist, stört ein derartiger Infrarotlichtrahmen nicht die Anzeigeeigenschaften
der Anzeigeeinrichtung. Darüber hinaus lässt sich ein solcher Infrarotrahmen leicht
auf der Anzeigeeinrichtung befestigen, beispielsweise festkleben. Dies kann beispielsweise
über doppelseitige Klebestreifen erfolgen, die eine feste Verbindung zwischen dem
Infrarotrahmen und der Oberfläche der Anzeigeeinrichtung ermöglichen.
[0015] Wenn als Anzeigeeinrichtung ein herkömmlicher Fernseher oder ein herkömmlicher Monitor
verwendet wird, ist die Glasoberfläche dieser herkömmlichen Anzeigeeinrichtung typischerweise
nicht dafür ausgelegt, dass Objekte auf ihr abgestellt oder bewegt werden oder dass
die Oberfläche wiederholt mit Fingern berührt wird. Um die Haltbarkeit der Anzeigeeinrichtung
zu erhöhen, ist es in einer Variante daher vorgesehen, eine zusätzliche Schutzoberfläche
oberhalb der eigentlichen Oberfläche der Anzeigeeinrichtung vorzusehen. Diese zusätzliche
Schutzoberfläche besteht aus bruchfestem bzw. bruchsicherem Glas. Derartiges Glas
ist dem Fachmann an sich bekannt und wird beispielsweise als Sicherheitsglas auf dem
Markt angeboten. Sofern eine solche Scheibe aus bruchfestem Glas eingesetzt wird,
wird diese unmittelbar auf die Oberfläche der Anzeigeeinrichtung aufgebracht. Eine
Multi-Touch-Einrichtung, wie etwa ein Infrarotrahmen, wird dann nicht direkt auf die
Anzeigeeinrichtung, sondern auf die Schutzoberfläche, also beispielsweise auf die
Scheibe aus bruchfestem Glas aufgebracht. Dabei kann die Verbindung zwischen der Multi-Touch-Einrichtung
und dem bruchfestem Glas in derselben Art und Weise bewerkstelligt werden wie die
Verbindung zwischen der Multi-Touch-Einrichtung und der Oberfläche der Anzeigeeinrichtung.
[0016] Um für eine besonders einfache Benutzung des Therapiegeräts durch einen Patienten
zu sorgen, ist die Anzeigeeinrichtung in einer Variante schwenkbar und/oder höhenvariabel
gelagert. Um die Anzeigeeinrichtung zu schwenken, insbesondere um eine parallel zum
Boden in einer Längserstreckungsrichtung der Anzeigeeinrichtung verlaufende Achse
zu schwenken, ist hierzu eine aus dem Stand der Technik grundsätzlich bekannte Schwenkeinrichtung
vorgesehen. In vergleichbarer Art und Weise ist zum Anheben und zum Absenken der Anzeigeeinrichtung
eine aus dem Stand der Technik grundsätzlich bekannte Hubeinrichtung vorgesehen.
[0017] Die Schwenkeinrichtung und die Hubeinrichtung können - zusammen mit weiteren optionalen
Komponenten des Therapiegeräts - in einem gemeinsamen Gehäuse integriert sein. An
dem Gehäuse kann dann eine Steuerungseinheit vorgesehen sein, mittels der die Schwenkeinrichtung
und/oder die Hubeinrichtung bedient werden kann, um für eine einfache Anpassung der
Anzeigeeinrichtung an die Bedürfnisse des Patienten zu sorgen. Die Schwenkeinrichtung
ist dabei vorzugsweise derart ausgestaltet, dass sie eine horizontale oder eine vertikale
Anordnung der Anzeigeeinrichtung oder eine Anordnung in einem beliebigen Winkel zwischen
der Horizontalen und der Vertikalen der Anzeigeeinrichtung ermöglicht. Diese Einstellung
kann vorzugsweise stufenweise erfolgen.
[0018] Um für einen Schutz der einzelnen Komponenten des Therapiegeräts zu sorgen und die
Bedienungsfreundlichkeit des Therapiegeräts durch einen Patienten weiter zu erhöhen,
ist vorzugsweise ein Abdeckrahmen vorgesehen, der sich oberhalb der Multi-Touch-Einrichtung
(sofern eine solche Einrichtung vorgesehen ist) und oberhalb der Anzeigeeinrichtung
befindet. Durch einen derartigen Abdeckrahmen können auch die Kraftsensoren und ein
Trägerelement abgedeckt werden. Dabei ist der Abdeckrahmen vorzugsweise mechanisch
entkoppelt von der Anzeigeeinrichtung ausgestaltet, sodass ein Druck, den ein Patient
auf den Abdeckrahmen ausübt, nicht auf die Anzeigeeinrichtung und nicht auf die die
Anzeigeeinrichtung lagernden Kraftsensoren übertragen wird.
[0019] In einer Variante ist es ferner vorgesehen, Lautsprecher in den Abdeckrahmen zu integrieren,
um beispielsweise Bedienungsanweisungen an einen Patienten akustisch übermitteln zu
können.
[0020] Die vorliegende Erfindung betrifft auch ein Therapiesystem, das ein Therapiegerät
gemäß den vorherigen Erläuterungen mit einer auf Kraftsensoren gelagerten Anzeigeeinrichtung
sowie mindestens ein auf der Anzeigeeinrichtung zu platzierendes Objekt umfasst. Ein
solches Therapiesystem kann gut zur interaktiven Verbesserung der motorischen Fähigkeiten
eines Patienten verwendet werden. Ferner können die kognitiven Fähigkeiten eines Patienten
verbessert werden.
[0021] Beispielsweise kann durch das Therapiesystem eine Anweisung an den Patienten ergehen,
ein bestimmtes Objekt an einer bestimmten Position des Anzeigegeräts abzusetzen. Wenn
die Masse des Objekts bekannt ist, kann aus den mittels der Kraftsensoren gewonnenen
Daten bestimmt werden, ob der Patient das richtige Objekt ausgewählt hat. Ferner kann
über die Kraftsensoren bestimmt werden, ob das Objekt an der richtigen Position abgestellt
wurde. Wenn das Therapiegerät zusätzlich eine Multi-Touch-Einrichtung aufweist, kann
eine Positionserkennung unabhängig von den Kraftsensoren mittels der Multi-Touch-Einrichtung
erfolgen. Über eine Softwareroutine lässt sich dann eine Verlaufsüberwachung des Trainings
der motorischen Fähigkeiten des Patienten realisieren. Die an den Patienten gestellten
Aufgaben können anhand seiner Fähigkeiten und eines Lernfortschritts angepasst werden.
[0022] Wenn das Therapiegerät zusätzlich eine Multi-Touch-Einrichtung aufweist, können unterschiedliche
Objekte nicht nur anhand ihres Gewichts, sondern auch anhand spezifischer Identifikatoren
voneinander unterschieden werden. Daher weist das Objekt in einer Variante einen Identifikator
auf, der eine eindeutige Identifikation des Objekts erlaubt. Neben einer Identifikation
des Objekts kann der Identifikator in einer Variante dazu dienen, die räumliche Ausrichtung
des Objekts zu ermitteln. Dies lässt sich - wie bereits dargestellt - am einfachsten
über die Multi-Touch-Einrichtung bewerkstelligen.
[0023] In einer Variante wird der Identifikator durch eine Eigenschaft mindestens dreier
Standfüße des Objekts gebildet, wobei eine Anzahl, eine Anordnung und/oder ein Durchmesser
der Standfüße besonders geeignete Eigenschaften sind. Drei Standfüße sorgen für einen
sicheren Stand des Objekts auf der Anzeigeeinrichtung. Statt drei Standfüßen können
beispielsweise aber auch 4, 5, 6, 7, 8, 9 oder 10 Standfüße vorgesehen sein, um aus
der Anzahl der Standfüße eine Identifizierung des Objekts zu ermöglichen. Alternativ
oder zusätzlich können die Standfüße regelmäßig oder unregelmäßig an dem Objekt angeordnet
sein, um aus dieser Anordnung der Standfüße ebenfalls eine Identifizierung des Objekts
zu ermöglichen. Alternativ oder zusätzlich können die Standfüße unterschiedliche Durchmesser
aufweisen, sodass mit dem Durchmesser der Standfüße eine weitere Größe zur Kodierung
einer Objektidentifikation und zur Ermittlung einer Objektausrichtung zur Verfügung
steht.
[0024] Zur Identifikation einzelner Objekte bzw. zur Unterscheidung verschiedener Objekte
voneinander bzw. zur Ermittlung einer Ausrichtung einzelner Objekte auf der Anzeigeeinrichtung
sind entsprechende Informationen zu den Objekten vorzugsweise in einer Datenbank hinterlegt.
Wenn insbesondere mittels der Multi-Touch-Einrichtung bestimmte Objekteigenschaften
ermittelt werden, können diese mit in der Datenbank hinterlegten Daten abgeglichen
werden, um eine Objektidentifizierung und/oder eine Bestimmung der räumlichen Anordnung
des Objekts auf der Anzeigeeinrichtung vornehmen zu können.
[0025] Weitere geeignete Eigenschaften der Standfüße zur Unterscheidung unterschiedlicher
Objekte voneinander sind die Oberflächengestaltung der Standfüße, reflektierende Eigenschaften
der Standfüße, Farbausgestaltungen der Standfüße und vergleichbare, von einer geeigneten
Detektionseinrichtung detektierbare Eigenschaften der Standfüße.
[0026] Wenn die räumliche Anordnung des Objekts auf der Anzeigeeinrichtung bestimmt wird,
kann einem Patienten beispielsweise die Aufgabe gestellt werden, ein bestimmtes Objekt
in einer bestimmten Orientierung auf der Anzeigeeinrichtung an einer bestimmten Position
zu platzieren. Beispielsweise kann einem Patienten die Aufgabe gestellt werden, eine
Tasse mit einem nach rechts weisenden Henkel auf der Anzeigeeinrichtung an einem bestimmten
Ort abzustellen. Über die Multi-Touch-Einrichtung kann dann ermittelt werden, ob der
Patient diese Aufgabe erfüllt hat. Ferner kann dem Patienten die Aufgabe gestellt
werden, die derart positionierte Tasse zur Hälfte mit Wasser zu füllen. Über die Kraftsensoren
kann dann ermittelt werden, ob der Patient auch diese Aufgabe erfüllt. Zu diesem Zweck
sind in einer entsprechenden Datenbank Informationen über das Füllvolumen einer derartigen
Tasse (bzw. andere Informationen zu einem bestimmten Objekt) hinterlegt, sodass sich
auf der Grundlage der mittels der Kraftsensoren auf die Anzeigeeinrichtung ausgeübten
Kraft ermitteln lässt, ob die Tasse tatsächlich zur Hälfte oder zu einem anderen Anteil
gefüllt wurde.
[0027] Aus dieser spezifischen Kombination von Kraftsensoren und einer Multi-Touch-Einrichtung,
die zur ortsaufgelösten Erkennung eines bestimmten Objektes auf der Anzeigeeinrichtung
ausgestaltet ist, lassen sich für ein Training der motorischen Fähigkeiten eines Patienten
komplexe, abwechslungsreiche und für den therapeutischen Lernerfolg äußerst sinnvolle
Aufgaben konstruieren.
[0028] Die vorliegende Erfindung betrifft auch die Verwendung eines Therapiegeräts entsprechend
den obigen Erläuterungen bzw. eines Therapiesystems entsprechend den vorstehenden
Erläuterungen in einem Therapieverfahren zum Trainieren der motorischen Fähigkeiten
eines Patienten.
[0029] Die Kraftsensoren können beispielsweise dazu eingesetzt werden, die von einem Patienten
auf die Anzeigeeinrichtung ausgeübte Kraft zu ermitteln. Die derart ermittelte Kraft
kann durch die Wiedergabe einer entsprechenden Linienstärke visualisiert werden. Wenn
ein Patient beispielsweise mit einem Finger auf der Anzeigeeinrichtung zeichnet, wird
die durch den Finger gezeichnete Linie umso dicker dargestellt, je größer die Kraft
ist, die der Patient auf die Anzeigeeinrichtung ausübt. Dadurch kann das Trainieren
einer spezifischen Kraftausübung trainiert werden. Denn einerseits darf nicht zu wenig
Kraft ausgeübt werden, wenn gezeichnet oder geschrieben werden soll. Andererseits
darf die Kraft auch nicht zu groß sein, um Ermüdungserscheinungen vorzubeugen und
für eine anhaltend gute Feinmotorik des Patienten zu sorgen.
[0030] Dabei ist es auch möglich, durch unterschiedlich dick ausgestaltete vorgegebene Linien,
die von einem Patienten in einem benachbarten Bereich der Anzeigeeinrichtung nachgezeichnet
werden sollen, unterschiedlich große gewünschte Krafteinwirkungen durch den Patienten
auf die Anzeigeeinrichtung vorzugeben und zu trainieren.
[0031] Ein derartiges Zeichen oder Schreiben eines Patienten auf der Anzeigeeinrichtung
ist nicht nur mit dem Finger, sondern auch mit einem Stift bzw. einem stiftähnlichen
Element möglich. Dabei wird nicht mit einer in den Stift enthaltenen Farbe gezeichnet,
sondern durch eine von dem Therapiegerät ermittelten Position bzw. Bewegung des Stifts
sowie einer von den Therapiegerät ermittelten Kraftausübung auf die Anzeigeeinrichtung
durch den Stift.
[0032] Die Erfindung betrifft ferner ein therapeutisches Verfahren zum Trainieren der motorischen
Fähigkeiten eines Patienten, der ein solches Trainieren der motorischen Fähigkeiten
benötigt, mittels eines Therapiegeräts entsprechend den obigen Erläuterungen bzw.
eines Therapiesystems entsprechend den vorherigen Erläuterungen.
[0033] Die Erfindung betrifft außerdem ein Verfahren zur Identifizierung eines Objekts,
das durch die nachfolgend erläuterten Schritte gekennzeichnet ist.
[0034] Zunächst wird ein Objekt mit mindestens drei Standfüßen auf eine Anzeigeeinrichtung
eines Geräts, welches eine Multi-Touch-Einrichtung aufweist, platziert.
[0035] Anschließend wird mindestens eine Eigenschaft der Standfüße durch die Multi-Touch-Einrichtung
erkannt. Bei der Eigenschaft kann es sich beispielsweise um die Anzahl, die Anordnung
und/oder den Durchmesser der Standfüße handeln.
[0036] Die derart erhaltenen Informationen über die Eigenschaften der Standfüße werden anschließend
mit Informationen verglichen, die in einer Datenbank enthalten sind. Diese in der
Datenbank enthaltenen Informationen über die Standfußeigenschaften sind dabei einem
definierten Objekt zugeordnet. Das heißt, durch diesen Datenbankabgleich kann aus
den erhaltenen Informationen unmittelbar auf ein definiertes Objekt zurückgeschlossen
werden. Dabei ist es - in Abhängigkeit der ermittelten Eigenschaften der Standfüße
- nicht nur möglich, auf die Identität des Objektes zurückzuschließen, sondern auch
auf dessen räumliche Anordnung auf der Anzeigeeinrichtung.
[0037] In einem abschließenden Verfahrensschritt wird zumindest eine Identifizierung des
Objekts auf der Grundlage des Vergleichs des vorherigen Schritts vorgenommen.
[0038] In einer Alternative wird zusätzlich die räumliche Orientierung des Objekts auf der
Anzeigeeinrichtung bestimmt.
[0039] Die vorstehend erläuterten Varianten und bevorzugten Ausgestaltungen des Therapiegeräts
sind in analoger Weise auf das beschriebene Therapiesystem, die Verwendung des Therapiegeräts
und des Therapiesystems sowie das Verfahren zur Identifizierung eines Objekts übertragbar,
und jeweils umgekehrt. Dabei ist eine beliebige Kombination der vorstehend erläuterten
Varianten und bevorzugten Ausgestaltungen möglich und grundsätzlich vorgesehen.
[0040] Die vorliegende Erfindung wird anhand von Figuren und Ausführungsbeispielen nachstehend
näher erläutert. Es zeigen:
- Figur 1A
- eine schematische seitliche Ansicht eines Ausführungsbeispiels eines Therapiegeräts;
- Figur 1B
- eine schematische Draufsicht auf das Therapiegerät der Figur 1 A;
- Figur 2
- eine schematische Ansicht von schräg oben auf das Therapiegerät der Figur 1A;
- Figur 3A
- eine Explosionsdarstellung eines Ausführungsbeispiels eines Therapiegeräts in einer
Ansicht von schräg oben;
- Figur 3B
- eine Explosionsdarstellung des Therapiegeräts der Figur 3A in einer seitlichen Ansicht;
- Figur 4A
- eine seitliche Ansicht auf ein Ausführungsbeispiel eines Therapiegeräts in einem ersten
Betriebszustand;
- Figur 4B
- eine seitliche Ansicht auf das Therapiegerät der Figur 4A in einem zweiten Betriebszustand;
- Figur 4C
- eine seitliche Ansicht auf das Therapiegerät der Figur 4A in einem dritten Betriebszustand;
- Figur 4D
- eine Ansicht von vorne auf das Therapiegerät der Figur 4A in dem dritten Betriebszustand;
- Figur 4E
- eine erste Ansicht von schräg oben auf das Therapiegerät der Figur 4A in dem dritten
Betriebszustand;
- Figur 4F
- eine zweite Ansicht von schräg oben auf das Therapiegerät der Figur 4A in dem dritten
Betriebszustand;
- Figur 4G
- eine Ansicht von oben auf das Therapiegerät der Figur 4A in dem dritten Betriebszustand;
- Figur 5A
- eine Ansicht von unten auf ein erstes Ausführungsbeispiel eines auf eine Anzeigeeinrichtung
eines Therapiegeräts zu platzierenden Objekts;
- Figur 5B
- eine seitliche Ansicht des Objekts der Figur 5A;
- Figur 5C
- eine Ansicht von schräg unten auf das Objekt der Figur 5A;
- Figur 6A
- eine Ansicht von unten auf ein zweites Ausführungsbeispiel eines auf einer Anzeigeeinrichtung
eines Therapiegeräts zu platzierenden Objekts;
- Figur 6B
- eine seitliche Ansicht auf das Objekt der Figur 6A und
- Figur 6C
- eine Ansicht von schräg unten auf das Objekt der Figur 6A.
[0041] Die Figur 1A zeigt eine seitliche Ansicht auf ein Therapiegerät 1, das einen Tragrahmen
2 aufweist, auf dem drei Kraftsensoren 3 montiert sind. Diese drei Kraftsensoren 3
tragen einen Monitor 4, der als Anzeigeeinrichtung dient. Auf dem Monitor 4 ist ein
Infrarotrahmen 5 montiert, der als Multi-Touch-Einrichtung dient. Mittels der drei
Kraftsensoren 3 kann die Größe einer Kraft, die auf den Monitor 4 ausgeübt wird, ermittelt
werden. Dies gilt sowohl für eine Zugkraft als auch für eine Druckkraft, da die drei
Kraftsensoren 3 bidirektionale Kraftsensoren sind.
[0042] Die Figur 1B zeigt eine Draufsicht auf das Therapiegerät 1 der Figur 1A, wobei für
gleiche Elemente gleiche Bezugszeichen verwendet werden. Wie aus der Darstellung der
Figur 1 B ersichtlich ist, sind die drei Kraftsensoren 3 beabstandet zueinander angeordnet,
und zwar auf einem virtuellen Dreieck. Dadurch kann nicht nur eine Kraft, die auf
den Monitor 4 ausgeübt wird, durch die Kraftsensoren 3 ermittelt werden. Vielmehr
ist es auch möglich, den Kraftmittelpunkt der derart ausgeübten Kraft zu ermitteln.
Kommt es lediglich auf die Ermittlung des Kraftmittelpunkts der ausgeübten Kraft an
(beispielsweise, um festzustellen an welcher Position die Kraft auf den Monitor 4
ausgeübt wird), ist es nicht erforderlich, die ausgeübte Kraft durch die drei Kraftsensoren
3 zu quantifizieren. Aber genau in diesem Anwendungsfall ist es notwendig, mit mindestens
drei Kraftsensoren 3 zu arbeiten, weil der Kraftmittelpunkt auf einer Fläche nur durch
mindestens drei Kraftsensoren bestimmt werden kann (statisches Gleichgewicht).
[0043] Die Figur 2 zeigt eine schematische Draufsicht von schräg oben auf das Therapiegerät
1 der Figuren 1A und 1B. Abermals werden gleiche Elemente mit gleichen Bezugszeichen
versehen. In dieser Darstellung ist gut zu erkennen, dass sich der Monitor 4 nicht
direkt auf dem Tragrahmen 2 abstützt, sondern auf den drei Kraftsensoren 3 gelagert
ist.
[0044] Die Figur 3A zeigt eine Explosionszeichnung eines weiteren Ausführungsbeispiels eines
Therapiegeräts 10. Auch das Therapiegerät 10 weist einen Tragrahmen 20 auf, der zur
Aufnahme von drei Kraftsensoren 30 dient, welche selbst wiederum einen Monitor 40
lagern.
[0045] Auf den Monitor 40 ist eine Scheibe aus bruchsicherem Glas 41 gelegt, die mittels
dreier Klemmelemente 42 mit dem Monitor 40 verklemmt ist. Die Scheibe aus bruchsicherem
Glas 41 dient als Schutzoberfläche zum Schutz des Monitors 40 und gestattet eine direkte
Kontaktierung durch Finger oder Objekte. Die drei Klemmelemente 42 sind mittels Gummipuffern
43 auf den Kraftsensoren 30 gelagert, um einer Verspannung des Monitors 40 gegenüber
dem Rahmen 20 vorzubeugen.
[0046] Über der Scheibe aus bruchsicherem Glas 41 und damit über dem Monitor 40 ist ein
Infrarotrahmen 50 als Multi-Touch-Einrichtung angeordnet.
[0047] Die Figur 3B zeigt die in der Figur 3A dargestellten Elemente in einer seitlichen
Ansicht, wobei dieselben Bezugszeichen in der Figur 3A verwendet werden und auf die
obigen Erläuterungen verwiesen wird.
[0048] Die Figur 4A zeigt ein weiteres Ausführungsbeispiel eines Therapiegeräts 100 in einer
seitlichen Ansicht. Ein mittels Kraftsensoren auf einen Rahmen 200 montierter Monitor
befindet sich in der Darstellung der Figur 4A in einer senkrechten Position. Der Rahmen
200 ist dabei auf einer Hubsäule 600 montiert, die als Hubeinrichtung dient. An der
Hubsäule 600 ist ferner eine Steuereinrichtung 700 und eine Aufnahme 800 für Gegenstände
angeordnet. Mittels der Steuereinrichtung 700 lässt sich die Höhe der Hubsäule 600
verstellen. Darüber hinaus kann mittels einer Schwenkeinrichtung eine Neigung des
Rahmens 200 variiert werden.
[0049] So kann der Rahmen 200 beispielsweise in eine horizontale Position überführt werden,
wie dies in der Figur 4B dargestellt ist. Jede andere Position des Rahmens 200 zwischen
einer senkrechten Position und einer waagerechten Position ist ebenfalls möglich.
Durch ein Verschwenken des Rahmens 200 um eine Schwenkachse, die in den Darstellungen
der Figuren 4A und 4B in die Papierebene hinein läuft, wird zugleich der über die
Kraftsensoren an dem Rahmen 200 montierte Monitor mit verschwenkt.
[0050] Das Therapiegerät 100 ist auf Rollen 900 gelagert, um eine leichte Verschiebbarkeit
des Therapiegeräts 100 zu ermöglichen.
[0051] Die Hubsäule 600 kann derart zusammengefahren werden, dass der Rahmen 200 und damit
der daran gelagerte Monitor nach unten verfahren werden können, wie dies in der Figur
4C dargestellt ist.
[0052] Die Figur 4D zeigt eine Ansicht von vorne auf das Therapiegerät 100 in dem in der
Figur 4C dargestellten Betriebszustand. Der Rahmen 200 könnte nun nach oben geschwenkt
werden (vergleiche Figur 4A), sodass man auf den am Rahmen 200 gelagerten Monitor
schauen könnte.
[0053] Die Figur 4E zeigt eine erste Ansicht von schräg oben auf das Therapiegerät 100,
in der der Monitor 400, der an dem Rahmen 200 gelagert ist, sichtbar ist. Um den Monitor
400 herum ist ein Abdeckrahmen 210 angeordnet, der einen Infrarotrahmen, welcher als
Multi-Touch-Einrichtung dient und der oberhalb des Monitors 400 angeordnet ist, überdeckt.
In dem Abdeckrahmen 210 sind zwei Lautsprecher 220 angeordnet, über die akustische
Signale an einen Nutzer des Therapiegeräts 100 ausgesandt werden können.
[0054] Die Figur 4F zeigt eine zweite Ansicht von schräg oben auf das Therapiegerät 100,
wobei zur Erläuterung auf die Erläuterungen zur Figur 4E verwiesen wird.
[0055] In der Figur 4G ist schließlich eine Ansicht von oben auf das Therapiegerät 100 zu
sehen, wobei zur Erläuterung auf die Erläuterungen zu den Figuren 4A bis 4F verwiesen
wird.
[0056] Die Figur 5A zeigt eine Draufsicht auf die Unterseite einer ersten Plattform 1000
mit einem ersten Standfuß 1100, einem zweiten Standfuß 1200 und einem dritten Standfuß
1300. Der erste Standfuß 1100 weist einen kleinen Durchmesser, der zweite Standfuß
1200 einen mittleren Durchmesser und der dritte Standfuß 1300 einen großen Durchmesser
auf. Die drei Standfüße 1100, 1200 und 1300 lassen sich folglich hinsichtlich ihres
Durchmessers voneinander unterscheiden.
[0057] Die Figur 5B zeigt eine seitliche Ansicht auf die erste Plattform 1000 der Figur
5A. Auch in dieser seitlichen Ansicht lassen sich die unterschiedlichen Durchmesser
des ersten Standfußes 1100, des zweiten Standfußes 1200 und des dritten Standfußes
1300 erkennen. Ferner ist in der Darstellung der Figur 5B zu sehen, dass alle drei
Standfüße 1100, 1200 und 1300 dieselbe Höhe aufweisen, was für einen sicheren Stand
der ersten Plattform 1000 auf einem Untergrund sorgt.
[0058] Die seitliche Ansicht der ersten Plattform 1000, insbesondere die seitliche Ansicht
des ersten Standfußes 1100, des zweiten Standfußes 1200 und des dritten Standfußes
1300, spiegelt dasjenige Bild wieder, das eine Multi-Touch-Einrichtung von der ersten
Plattform 1000 gewinnt, wenn die erste Plattform 1000 auf der Anzeigeeinrichtung eines
Therapiegeräts, das mit einer Multi-Touch-Einrichtung ausgestattet ist, abgestellt
wird. Aus dem Muster der drei Standfüße 1100, 1200, 1300 lässt sich dann durch einen
Datenbankabgleich ermitteln, welches Objekt sich auf dem Anzeigegerät befindet. In
der Datenbank sind entsprechende Daten enthalten, welcher Gegenstand auf der ersten
Plattform 1000 montiert ist. Dabei ist es möglich, die Gegenstände, die auf der ersten
Plattform 1000 montiert werden können, gegeneinander auszutauschen, wenn dies gewünscht
ist. Die entsprechende Datenbank muss dann aktualisiert werden. Alternativ ist es
auch möglich, dass ein spezifischer Gegenstand fest mit der ersten Plattform 1000
verbunden ist, sodass kein Austausch gegen einen alternativen Gegenstand möglich ist.
Ein Objekt kann dabei nur die erste Plattform 1000 mit ihren drei Standfüßen 1100,
1200, 1300 oder aber die erste Plattform 1000 mit ihren drei Standfüßen 1100, 1200,
1300 und einem auf der ersten Plattform 1000 montierter Gegenstand sein.
[0059] Es ist leicht vorstellbar, dass sich die seitliche Ansicht des ersten Standfußes
1100, des zweiten Standfußes 1200 und des dritten Standfußes 1300 ändert, wenn die
erste Plattform 1000 auf einem Untergrund, auf dem sie angeordnet ist, parallel zum
Untergrund rotiert wird. Daher lässt sich aus der konkreten Anordnung der drei Standfüße
1100, 1200 und 1300 ermitteln, welche Orientierung ein auf der ersten Plattform 1000
befindlicher Gegenstand hat, sofern dessen Grundorientierung gegenüber die ersten
Plattform 1000 in einer entsprechenden Datenbank hinterlegt ist.
[0060] Die Figur 5C zeigt eine Ansicht von schräg unten auf die erste Plattform 1000 mit
dem ersten Standfuß 1100, dem zweiten Standfuß 1200 und Standfuß 1300, wobei zur weiteren
Erläuterungen auf die vorherigen Erläuterungen zu den Figuren 5A und 5B verwiesen
wird.
[0061] Die Figur 6A zeigt eine Ansicht von unten auf eine zweite Plattform 2000 mit einem
vierten Standfuß 2100, einem fünften Standfuß 2200, einem sechsten Standfuß 2300 und
einem siebenten Standfuß 2400. Dabei weisen der vierte Standfuß 2100 den kleinsten
Durchmesser, der fünfte Standfuß 2200 den zweitkleinsten Durchmesser, der sechste
Standfuß 2300 den zweitgrößten Durchmesser und der siebente Standfuß 2400 den größten
Durchmesser der vier Standfüße 2100, 2200, 2300 und 2400 auf.
[0062] Die zweite Plattform 2000 unterscheidet sich von der in der Figur 5A dargestellten
ersten Plattform 2100 dadurch, dass sie statt drei Standfüßen vier Standfüße aufweist.
Ferner sind die Durchmesserabstufungen zwischen den einzelnen Standfüßen 2100, 2200,
2300, 2400 unterschiedlich.
[0063] Dies zeigt sich auch in einer seitlichen Ansicht der zweiten Plattform 2200, wie
sie in der Figur 6B dargestellt ist. Das Profil der zweiten Plattform 2000 bzw. der
vier Standfüße 2100, 2200, 2300, 2400 der zweiten Plattform 2000 unterscheidet sich
vom Profil der ersten Plattform 1000 (vergleiche Figur 5B). Aus einem direkten Vergleich
der Figuren 5B und 6B wird ersichtlich, dass eine Mustererkennung geeignet ist, um
die erste Plattform 1000 von der zweiten Plattform 2000 zu unterscheiden. Durch entsprechende
Informationen, die in einer Datenbank hinterlegt sind, lässt sich dann auch zu der
zweiten Plattform 2000 ein bestimmter Gegenstand zuweisen.
[0064] Die Figur 6C zeigt zu Illustrationszwecken die zweite Plattform 2000 in einer Ansicht
von schräg unten, wobei zur näheren Erläuterungen auf die Erläuterungen zu den Figuren
6A und 6B verwiesen wird.
1. Therapiegerät zum Trainieren der motorischen Fähigkeiten eines Patienten, mit einer
Anzeigeeinrichtung (4, 40, 400),
dadurch gekennzeichnet,
dass die Anzeigeeinrichtung (4, 40, 400) auf mindestens drei voneinander beabstandeten
Kraftsensoren (3, 30) gelagert ist, so dass eine auf die Anzeigeeinrichtung (4, 40,
400) ausgeübte Kraft quantifiziert und/oder ein Kraftmittelpunkt einer auf die Anzeigeeinrichtung
(4, 40, 400) ausgeübten Kraft bestimmt werden kann.
2. Therapiegerät nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, dass die Kraftsensoren (3, 30) bidirektionale Kraftsensoren sind.
3. Therapiegerät nach Anspruch 1 oder 2, dadurch gekennzeichnet, dass es eine Multi-Touch-Einrichtung (5, 50) aufweist, mittels der ein auf der Anzeigeeinrichtung
(4, 40, 400) befindliches Objekt (1000, 2000) erkannt werden kann.
4. Therapiegerät nach Anspruch 3, dadurch gekennzeichnet, dass die Multi-Touch-Einrichtung (5, 50) dazu vorgesehen und eingerichtet ist, mehrere
Objekte (1000, 2000) voneinander zu unterscheiden.
5. Therapiegerät nach Anspruch 3 oder 4, dadurch gekennzeichnet, dass die Multi-Touch-Einrichtung (5, 50) ein Objekt (1000, 2000) unabhängig von dessen
Material und/oder unabhängig von dessen physikalischen und/oder chemischen Eigenschaften
erkennen kann.
6. Therapiegerät nach einem der Ansprüche 3 bis 5, dadurch gekennzeichnet, dass die Multi-Touch-Einrichtung (5, 50) als Infrarotrahmen ausgestaltet ist, der auf
einer von den Kraftsensoren (3, 30) abgewandten Seite der Anzeigeeinrichtung (4, 40,
400) angeordnet ist.
7. Therapiegerät nach einem der vorhergehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, dass auf einer von den Kraftsensoren (3, 30) abgewandten Oberfläche der Anzeigeeinrichtung
(4, 40, 400) eine Schutzoberfläche aus bruchfestem Glas (41) angeordnet ist.
8. Therapiegerät nach einem der vorhergehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, dass die Anzeigeeinrichtung (4, 40, 400) mittels einer Schwenkeinrichtung schwenkbar und/oder
mittels einer Hubeinrichtung (600) höhenvariabel gelagert ist.
9. Therapiesystem, aufweisend ein Therapiegerät (1, 10, 100) nach einem der vorherigen
Ansprüche und ein auf der Anzeigeeinrichtung (4, 40, 400) zu platzierendes Objekt
(1000, 2000).
10. Therapiesystem nach Anspruch 9, dadurch gekennzeichnet, dass das Objekt (1000, 2000) einen Identifikator aufweist, mittels dessen eine eindeutige
Identifikation des Objekts (1000, 2000) vorgenommen werden kann.
11. Therapiesystem nach Anspruch 10, dadurch gekennzeichnet, dass der Identifikator durch eine Eigenschaft mindestens dreier Standfüße (1100, 1200,
1300, 2100, 2200, 2300, 2400) des Objekts (1000, 2000) gebildet wird
12. Therapiesystem nach Anspruch 11, dadurch gekennzeichnet, dass die Eigenschaft eine Anzahl, eine Anordnung und/oder ein Durchmesser der Standfüße
(1100, 1200, 1300, 2100, 2200, 2300, 2400) des Objekts (1000, 2000) ist.
13. Therapiegerät nach einem der Ansprüche 1 bis 8 oder Therapiesystem nach einem der
Ansprüche 9 bis 12 zur Verwendung in einem Therapieverfahren zum Trainieren der motorischen
Fähigkeiten eines Patienten.
14. Verfahren zur Identifizierung eines Objekts,
gekennzeichnet durch die folgenden Schritte:
a) Platzieren eines Objekts (1000, 2000) mit mindestens drei Standfüßen (1100, 1200,
1300, 2100, 2200, 2300, 2400) auf einer Anzeigeeinrichtung (4, 40, 400) eines Geräts
(1, 10, 100), das eine Multi-Touch-Einrichtung (5, 50) aufweist,
b) Erkennen einer Eigenschaft der Standfüße (1100, 1200, 1300, 2100, 2200, 2300, 2400)
mittels der Multi-Touch-Einrichtung (5, 50),
c) Vergleich der in Schritt b) erhaltenen Informationen über die Eigenschaften der
Standfüße (1100, 1200, 1300, 2100, 2200, 2300, 2400) mit einer Datenbank, in der eine
Zuordnung dieser Informationen zu einem definierten Objekt (1000, 2000) enthalten
ist,
d) Identifizieren des Objekts (1000, 2000) auf der Grundlage des Vergleichs des Schritts
c).
15. Verfahren nach Anspruch 14, dadurch gekennzeichnet, dass auf der Grundlage der in Schritt c) erhaltenen Informationen zusätzlich die Orientierung
des Objekts (1000, 2000) im Raum ermittelt wird.