[0001] Die vorliegende Erfindung betrifft eine Vorrichtung zur Verpackung von Lebensmitteln,
die auch als Verpackungsmaschine bezeichnet werden kann.
[0002] Aus dem Stand der Technik sind Kammerbandmaschinen als Verpackungsmaschinen bekannt.
Sie dienen der luftdichten Verpackung von Lebensmitteln in Kunststoffverpackungen.
Dabei werden die Kunststoffverpackungen mit den bereits darin angeordneten Lebensmitteln
über ein Band zu einer Kammer geführt, die mit einem Deckel luftdicht verschlossen
wird. In der Kammer wird die Kunststoffverpackung dann verschweißt.
[0003] An die Hygiene einer solchen Verpackungsmaschine werden hohe Anforderungen gestellt.
Aus der
EP 2 105 383 B1 ist eine Verpackungsmaschine mit einem anhebbaren und schwenkbaren Deckel bekannt,
die eine einfache Reinigung ermöglichen soll. Im angehobenen und geschwenkten Zustand
befindet sich der Deckel oberhalb des Bereichs, in dem die Verpackungen verschweißt
werden.
[0004] Demgegenüber liegt der Erfindung die Aufgabe zugrunde, eine Vorrichtung zu schaffen,
bei der der Bereich, in dem die Verpackungen verschweißt werden, besser zugänglich
ist. Außerdem soll ein Verfahren zum Betrieb einer solchen Vorrichtung geschaffen
werden.
[0005] Diese Aufgabe wird durch eine Vorrichtung gemäß Anspruch 1 und durch ein Verfahren
gemäß Anspruch 14 gelöst. Ausführungsformen der Erfindung sind in den abhängigen Ansprüchen
angegeben.
[0006] Die Vorrichtung umfasst einen Deckel, einen Verpackungsbereich und ein Führungsmittel.
Der Verpackungsbereich kann dazu ausgebildet sein, dass Kunststoffverpackungen im
Verpackungsbereich verschweißt werden. Der Deckel verschließt in einer Verschlussposition
den Verpackungsbereich. Vorzugsweise ist der Verpackungsbereich durch den Deckel in
der Verschlussposition luftdicht verschlossen.
[0007] Der Deckel ist aus der Verschlussposition in eine angehobene Position anhebbar und
in der angehobenen Position verschwenkbar. Der Deckel umfasst außerdem ein Lagermittel,
das bei Verschwenkung des Deckels in dem Führungsmittel geführt wird. Hierunter wird
insbesondere verstanden, dass das Lagermittel bei der Verschwenkung des Deckels translatorisch
in dem Führungsmittel geführt wird. Da das Lagermittel Bestandteil des Deckels ist,
erfolgt somit auch eine translatorische Bewegung des Deckels während der Verschwenkung.
Das Führungsmittel kann beispielsweise eine Führungsschiene umfassen, in der das Lagermittel
bei der Verschwenkung translatorisch geführt wird.
[0008] Die durch die Führung des Lagermittels in dem Führungsmittel ausgelöste translatorische
Bewegung des Deckels hat zur Folge, dass der Verpackungsbereich besser zugänglich
ist und somit einfacher gereinigt werden kann. Die translatorische Bewegung des Deckels
kann insbesondere derart erfolgen, dass im verschwenkten Zustand des Deckels das tiefere
Ende des Deckels vom Verpackungsbereich weg bewegt wird. Das tiefere Ende des Deckels
ist dann versetzt zum Verpackungsbereich angeordnet, sodass oberhalb des Verpackungsbereichs
besonders viel Platz ist, der von einer Person genutzt werden kann, um den Verpackungsbereich
zu reinigen.
[0009] Nach einer Ausführungsform der Erfindung kann das Führungsmittel zwei Führungselemente
umfassen, die benachbart zu zwei einander gegenüberliegenden Enden des Deckels angeordnet
sind. Die Führungselemente können beispielsweise als Führungsschienen ausgebildet
sein. Es ist also möglich, dass jeweils eines der Führungselemente benachbart zu jeweils
einem Ende des Deckels angeordnet ist. Dabei wird unter dem Begriff "benachbart" insbesondere
auch verstanden, dass ein, vorzugsweise kleiner, Zwischenraum zwischen den Führungselementen
und dem Deckel vorhanden sein kann.
[0010] Die beiden Führungselemente sind insbesondere vorteilhaft für die Stabilität der
Vorrichtung, insbesondere des Schwenkmechanismus des Deckels.
[0011] Nach einer Ausführungsform der Erfindung kann das Lagermittel zumindest zwei Lagerelemente
umfassen, von denen jeweils eins durch eins der Führungselemente bei der Verschwenkung
des Deckels geführt wird. Die Lagerelemente können beispielsweise als Rollen ausgebildet
sein.
[0012] Nach einer Ausführungsform der Erfindung kann das Lagermittel zumindest vier Lagerelemente
umfassen, von denen jeweils zwei durch eins der Führungselemente bei der Verschwenkung
des Deckels geführt werden. Die Lagerelemente können beispielsweise als Rollen ausgebildet
sein. Die Führung von jeweils zwei Lagerelementen in einem der Führungselemente erhöht
weiter die Stabilität der Vorrichtung.
[0013] Nach einer Ausführungsform der Erfindung kann die Verschwenkung des Deckels durch
die Führung des Lagermittels in dem Führungsmittel ausgelöst werden. So kann beispielsweise
eine translatorische durch das Führungsmittel geführte Bewegung des Lagermittels manuell
oder motorisch ausgelöst werden. Diese Bewegung kann dann die Verschwenkung des Deckels
auslösen.
[0014] Nach einer Ausführungsform der Erfindung kann die Verschwenkung durch eine Bewegung
eines ersten Lagerelements der Lagerelemente, das durch ein erstes der Führungselemente
geführt wird, relativ zu einem zweiten Lagerelement der Lagerelemente, das ebenfalls
durch das erste Führungselement geführt wird, auslösbar sein. Diese Relativbewegung
kann beispielsweise dadurch ausgelöst werden, dass das erste Lagerelement und das
zweite Lagerelement sich in unterschiedlichen Bereichen des ersten Führungselements
befinden.
[0015] Nach einer Ausführungsform der Erfindung kann die Bewegung des ersten Lagerelements
relativ zum zweiten Lagerelement durch die Form des ersten Führungselements ausgelöst
werden. Beispielsweise kann das erste Führungselement einen ersten und einen zweiten
Bereich aufweisen, wobei zwischen dem ersten und dem zweiten Bereich ein dritter gekrümmter
Bereich angeordnet ist. Aufgrund der Krümmung des dritten Bereichs verlaufen der erste
Bereich und der zweite Bereich nicht parallel zueinander. Wenn das erste Lagerelement
den gekrümmten dritten Bereich und danach den zweiten Bereich durchläuft, wird die
Schwenkbewegung des Deckels ausgelöst.
[0016] Nach einer Ausführungsform der Erfindung kann die Bewegung des ersten Lagerelements
relativ zum zweiten Lagerelement eine Bewegungskomponente in vertikaler Richtung umfassen.
Unter der vertikalen Richtung wird dabei insbesondere die Richtung verstanden, die
bei Gebrauch der Vorrichtung vertikal verläuft.
[0017] Nach einer Ausführungsform der Erfindung kann die Achse, um die die Verschwenkung
des Deckels erfolgt, durch das Lagermittel definiert sein.
[0018] Nach einer Ausführungsform der Erfindung kann die Achse, um die die Verschwenkung
des Deckels erfolgt, durch das zweite Lagerelement definiert sein.
[0019] Nach einer Ausführungsform der Erfindung kann die Verschwenkung zusätzlich durch
eine Bewegung eines weiteren ersten Lagerelements der Lagerelemente, das durch ein
zweites der Führungselemente geführt wird, relativ zu einem weiteren zweiten Lagerelement
der Lagerelemente, das ebenfalls durch das zweite Führungselement geführt wird, auslösbar
sein. Diese Ausführungsform weist eine besonders hohe Stabilität des Schwenkmechanismus
auf.
[0020] Nach einer Ausführungsform der Erfindung kann die Achse, um die die Verschwenkung
des Deckels erfolgt, durch das zweite Lagerelement und das weitere zweite Lagerelement
definiert sein.
[0021] Nach einer Ausführungsform der Erfindung kann das Führungsmittel bei Anhebung des
Deckels aus der Verschlussposition in die angehobene Position ebenfalls angehoben
werden.
[0022] Weitere Merkmale und Vorteile der vorliegenden Erfindung werden deutlich anhand der
nachfolgenden Beschreibung bevorzugter Ausführungsbeispiele unter Bezugnahme auf die
beiliegenden Abbildungen. Dabei werden für gleiche oder ähnliche Bauteile und für
Bauteile mit gleichen oder ähnlichen Funktionen dieselben Bezugszeichen verwendet.
Darin zeigen:
- Fig. 1
- eine schematische perspektivische Ansicht einer Vorrichtung nach einer Ausführungsform
der Erfindung mit einem Deckel in angehobener Position;
- Fig. 2
- eine schematische perspektivische Ansicht der Vorrichtung aus Fig. 1 mit verschwenktem
Deckel; und
- Fig. 3
- eine schematische perspektivische Ansicht der Vorrichtung aus Figur 2.
[0023] Die Vorrichtung 100 kann auch als Kammerbandmaschine bezeichnet werden und umfasst
einen Verpackungsbereich 101, in dem Kunststoffverpackungen angeordnet werden können,
die luftdicht verschweißt werden sollen. Die Vorrichtung 100 weist außerdem einen
Deckel 102 auf, der in einer Verschlussposition (in den Figuren nicht dargestellt)
den Verpackungsbereich 101 luftdicht verschließt. In den Figuren ist der Deckel 102
in einer angehobenen Position dargestellt.
[0024] Seitlich benachbart zum Deckel 102 sind Führungselemente 103 angeordnet, in denen
jeweils ein erstes Lagerelement 104 und ein zweites Lagerelement 105 des Deckels 102
geführt ist. Die Lagerelemente 104 und 105 können in den Führungselementen 103 translatorisch
bewegt werden. Da die Führungselemente 103 einen mittleren gekrümmten Bereich aufweisen,
erfolgt eine Relativbewegung zwischen den ersten Lagerelementen 104 und den zweiten
Lagerelementen 105, die eine vertikale Bewegungskomponente umfasst. Somit wird ein
Teil des Deckels 102 abgesenkt, woraus eine Verschwenkung des Deckels 102 um die durch
die zweiten Lagerelemente 105 definierte Schwenkachse resultiert. Diese Verschwenkung
des Deckels 102 ist besonders gut in einer Zusammenschau der Figuren 1 und 2 zu sehen.
[0025] Ein derart verschwenkbarer Deckel 102 hat den Vorteil, dass der Verpackungsbereich
101 besser zugänglich ist und somit einfacher gereinigt werden kann. Im verschwenkten
Zustand ist das untere Ende des Deckels 102 nach hinten versetzt angeordnet, sodass
es sich nicht über dem Verpackungsbereich 101 befindet.
1. Vorrichtung (100) zur Verpackung von Lebensmitteln, umfassend einen Deckel (102),
einen Verpackungsbereich (101) und ein Führungsmittel (103), wobei der Deckel (102)
in einer Verschlussposition den Verpackungsbereich (101) verschließt, wobei der Deckel
(102) aus der Verschlussposition in eine angehobene Position anhebbar ist, und wobei
der Deckel (102) in der angehobenen Position verschwenkbar ist,
dadurch gekennzeichnet, dass
der Deckel (102) ein Lagermittel (104; 105) umfasst, das bei Verschwenkung des Deckels
(102) in dem Führungsmittel (103) geführt wird.
2. Vorrichtung (100) nach dem vorherigen Anspruch, dadurch gekennzeichnet, dass das Führungsmittel (103) zwei Führungselemente (103) umfasst, die benachbart zu zwei
einander gegenüberliegenden Enden des Deckels (102) angeordnet sind.
3. Vorrichtung (100) nach dem vorherigen Anspruch, dadurch gekennzeichnet, dass das Lagermittel (104; 105) zumindest zwei Lagerelemente (104; 105) umfasst, von denen
jeweils eins durch eins der Führungselemente (103) bei der Verschwenkung des Deckels
(102) geführt wird.
4. Vorrichtung (100) nach Anspruch 2, dadurch gekennzeichnet,
dass das Lagermittel (104; 105) zumindest vier Lagerelemente (104; 105) umfasst, von denen
jeweils zwei durch eins der Führungselemente (103) bei der Verschwenkung des Deckels
(102) geführt werden.
5. Vorrichtung (100) nach zumindest einem vorherigen Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, dass die Verschwenkung des Deckels (102) durch die Führung des Lagermittels (104; 105)
in dem Führungsmittel (103) ausgelöst wird.
6. Vorrichtung (100) nach zumindest einem der beiden vorherigen Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, dass die Verschwenkung durch eine Bewegung eines ersten Lagerelements (104) der Lagerelemente,
das durch ein erstes der Führungselemente (103) geführt wird, relativ zu einem zweiten
Lagerelement (105) der Lagerelemente, das ebenfalls durch das erste Führungselement
(103) geführt wird, auslösbar ist.
7. Vorrichtung (100) nach dem vorherigen Anspruch, dadurch gekennzeichnet, dass die Bewegung des ersten Lagerelements (104) relativ zum zweiten Lagerelement (105)
durch die Form des ersten Führungselements (103) ausgelöst wird.
8. Vorrichtung (100) nach einem der beiden vorherigen Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, dass die Bewegung des ersten Lagerelements (104) relativ zum zweiten Lagerelement (105)
eine Bewegungskomponente in vertikaler Richtung umfasst.
9. Vorrichtung (100) nach zumindest einem vorherigen Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, dass die Achse, um die die Verschwenkung des Deckels (102) erfolgt, durch das Lagermittel
(104; 105) definiert ist.
10. Vorrichtung (100) nach zumindest einem der vorherigen Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, dass die Achse, um die die Verschwenkung des Deckels (102) erfolgt, durch das zweite Lagerelement
(105) definiert ist.
11. Vorrichtung (100) nach zumindest einem der vorherigen fünf Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, dass die Verschwenkung zusätzlich durch eine Bewegung eines weiteren ersten Lagerelements
(104) der Lagerelemente, das durch ein zweites der Führungselemente (103) geführt
wird, relativ zu einem weiteren zweiten Lagerelement (105) der Lagerelemente, das
ebenfalls durch das zweite Führungselement (103) geführt wird, auslösbar ist.
12. Vorrichtung (100) nach dem vorherigen Anspruch, dadurch gekennzeichnet, dass die Achse, um die die Verschwenkung des Deckels (102) erfolgt, durch das zweite Lagerelement
(105) und das weitere zweite Lagerelement (105) definiert ist.
13. Vorrichtung (100) nach zumindest einem der vorherigen Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, dass das Führungsmittel (103) bei Anhebung des Deckels (102) aus der Verschlussposition
in die angehobene Position ebenfalls angehoben wird.
14. Verfahren zum Betrieb einer Vorrichtung (100) nach zumindest einem der vorherigen
Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, dass der Deckel (102) in der angehobenen Position verschwenkt wird, indem das Lagermittel
(104; 105) in dem Führungsmittel (103) bewegt und dabei durch das Führungsmittel (103)
geführt wird.