Gebiet der Erfindung
[0001] Die Erfindung betrifft ein thermisch isolierendes Bauelement für den kraftübertragenden
Anschluss einer Kragplatte an eine Gebäudedecke oder eine Gebäudewand gemäss Oberbegriff
des Anspruchs 1.
Stand der Technik
[0002] Aus dem Stand der Technik sind thermisch isolierende Bauelemente bekannt, welche
einen kraftübertragenden Anschluss eines Bauteils an einen Baukörper, insbesondere
einer Kragplatte an eine Gebäudedecke oder eine Gebäudewand herstellen. Solche Bauelemente
sind jedoch kompliziert aufgebaut und dementsprechend aufwendig in der Herstellung.
Insbesondere der Einbau von Bewehrungen zur Aufnahme von Querkräften und Momentkräften
in das Bauelement ist kompliziert. Auch sind solche Bauelemente wenig flexibel in
ihrer Längenanpassung.
Aufgabe der Erfindung
[0003] Aus den Nachteilen des beschriebenen Stands der Technik resultiert die die vorliegende
Erfindung initiierende Aufgabe ein gattungsgemässes Bauelement weiterzuentwickeln,
welches einfach aufgebaut ist und trotzdem alle auftretenden Belastungen zuverlässig
aufnimmt. Ferner soll das Bauelement für gestützte und ungestützte Kragelemente geeignet
sein und an vorgegebene Längenanforderungen rasch anpassbar sein.
Beschreibung
[0004] Die Lösung der gestellten Aufgabe gelingt bei einem thermisch isolierenden Bauelement
dadurch, dass die Anzahl der Auszugssicherungen wenigstens der doppelten Anzahl der
Stahlprofile entspricht. Dadurch, dass das Stahlprofil in Längserstreckung geradlinig
ist und keine Erhebungen besitzt, läuft es Gefahr, dass es durch Zugbelastungen aus
der Kragplatte oder den Gebäudeelementen gezogen wird. Diese Gefahr des Ausziehens
wird durch das Vorsehen von Auszugssicherungen zuverlässig vermieden. Die Auszugssicherung
hat in vertikaler Richtung wenigstens einen Überstand, beispielsweise einen Stift
oder einen Haken, welche in den Beton eingegossen sind und daher in Auszugsrichtung
einen hohen Widerstand darstellen.
[0005] In einer besonders bevorzugten Ausführungsform der Erfindung ist die Auszugssicherung
jeweils eine an den Stirnseiten des Stahlprofils angeordnete Stirnplatte, welche den
Querschnitt des Stahlprofils überragt. Belastungstests haben in überraschender Weise
gezeigt, dass die Stirnplatten alleine ohne weitere Auszugssicherungen ein Ausziehen
der Stahlprofile aus der Kragplatte zuverlässig verhindern. Die Stirnplatten dienen
zusätzlich als Verschluss der offenen Enden der Stahlprofile und Erfüllen daher einen
doppelten Nutzen. Zusätzliche Auszugssicherungen können, müssen aber nicht an den
Stahlprofilen vorhanden sein.
[0006] Die Erfindung zeichnet sich bevorzugt dadurch aus, dass die Auszugssicherung ein
U-Bügel ist, dessen lichte Weite der Breite des Stahlprofils entspricht. Ein U-Bügel
bietet den Vorteil, dass er aus einer Stahlstange unkompliziert herstellbar ist und
das Stahlprofil an gegenüberliegenden Seiten überragen kann. Durch die Dimensionierung
der lichten Weite des U-Bügels können beide Schenkel an dem Stahlprofil befestigt
werden.
[0007] Als zweckdienlich hat es sich erwiesen, wenn die Schenkel des U-Bügels das Stahlprofil
überragen. Auch überragt die Biegung des U-Bügels das Stahlprofil zwangsläufig. Der
beidseitige Überstand des U-Bügels führt zu einer zuverlässigen Auszugssicherung des
Stahlprofils. Erst durch die Zerstörung und das Ausbrechen von Beton könnte das Stahlprofil
aus der Kragplatte bzw. der Gebäudedecke gezogen werden.
[0008] Zweckmässigerweise sind an jeder Seite des Stahlprofils wenigstens zwei Auszugssicherungen
hintereinander befestigt, wodurch eine äussere und eine innere Auszugssicherung an
dem Stahlprofil vorhanden ist. Das Vorsehen eines Paares von Auszugssicherungen erhöht
deren Wirkung. Zusammen mit einem Verbindungsstab, welcher das U-Bügel-Paar an den
Biegungen verbindet und den Stahlprofilen ist ein Kraftprofil gebildet, welches äusserst
stabil ist und alle Anforderungen eines Anschlusselements erfüllt. Zudem dienen die
Schenkelenden des äusseren U-Bügels als Halterung für einen in das Stahlprofil einhängbaren
Zugbügel.
[0009] Die Erfindung zeichnet sich auch bevorzugt dadurch aus, dass das Stahlprofil den
Isolierkörper zu beiden Seiten um höchstens 20 cm und bevorzugt um höchstens 16 cm
überragt. Da der Isolierkörper zumeist eine Dicke von etwa 8 cm aufweist folgt daraus,
dass das Stahlprofil eine Länge zwischen 30 und 70 cm und bevorzugt zwischen 40 und
60 cm besitzt. Um die Bildung von Kältebrücken zu verhindern, muss das Stahlprofil
aus einem schlecht wärmeleitenden Stahl hergestellt sein. Dies sind hoch legierte
Edelstähle, welche im Vergleich zu Baustählen einen hohen Materialpreis besitzen.
Deshalb ist es anzustreben, die Stahlprofile möglichst kurz zu halten.
[0010] In einer besonders bevorzugten Ausführungsform der Erfindung ist das Stahlprofil
ein Vierkantrohr. Wenngleich auch Stahlprofile mit anderen gängigen Querschnitten
denkbar sind, zeichnet sich das Vierkantrohr durch eine hohe Querstabilität aus. Durch
den geschlossenen Hohlraum innerhalb des Rohres lässt es sich mit Dämmmaterial füllen
und es können auch Verlängerungsprofile in dieses gesteckt werden. Durch die Befüllung
mit Dämmmaterial lassen sich die isolierenden Eigenschaften des Bauelements verbessern.
[0011] In einer weiteren bevorzugten Ausführungsform der Erfindung liegt die Stirnplatte
an dem äusseren U-Bügel an. Die Stirnplatte dient dann auch als Verstärkungselement
für die überstehenden Schenkel des äusseren U-Bügels. Wirken auf den an dem Stahlprofil
eingehängten Zugbügel sehr hohe Zugkräfte, so sind deren überstehende Schenkelenden
von der Stirnplatte verstärkt, an der sie anliegen. Ein Verbiegen der Schenkelenden
ist durch die Stirnplatte daher zuverlässig verhindert. Da die Stirnplatte das Stahlprofil
entlang des Umfangs überragt, dient es, wie weiter oben bereits beschrieben, insbesondere
als Auszugssicherung. Bevorzugt besitzt die Stirnplatte eine quadratische Form kann
aber auch andere Formen besitzen, vorausgesetzt die überstehenden Schenkelenden sind
durch die Stirnplatte verstärkt.
[0012] In einer weiteren bevorzugten Ausführungsform der Erfindung ist an den Stirnseiten
des Stahlprofils jeweils ein Versatzelement befestigt. Das Vorsehen eines Versatzelements
ermöglicht es, dass eine Kragplatte stufenlos durch das Bauelement an einer Gebäudedecke
anschliessbar ist, auch wenn die Gebäudedecke höher als der Isolierkörper des Bauelements
ist. Dadurch, dass sich das Versatzelement in das Vierkantrohr stecken lässt, ist
ein Bauelement mit Versatzoption sehr einfach herstellbar. Im Gegensatz zu einem kreisrunden
Querschnitt lässt sich das Versatzelement nicht in dem Vierkantrohr verdrehen. Denkbar
ist es auch, das Versatzelement mit dem Stahlprofil zu verschweissen.
[0013] Zweckmässigerweise ist das Versatzelement ein abgewinkeltes Vierkantrohr, welches
im Wesentlichen eine Z-förmige Gestalt besitzt. Die Aussenabmessungen des Versatzelements
sind an die Innenabmessungen des Vierkantrohres angepasst, wodurch sich das Versatzelement
in das Vierkantrohr stecken lässt. Die Verbindung kann beispielsweise durch Verschweissen
hergestellt sein. Die Länge des Vertikalteils des Versatzelementes entspricht dem
Versatz, damit ein stufenloser Anschluss einer Kragplatte ermöglicht ist.
[0014] In einer weiteren besonders bevorzugten Ausführungsform der Erfindung durchdringen
die Mehrzahl von Stahlprofilen in der oberen Hälfte des Isolierkörpers diesen und
eine Mehrzahl von Druckelementen durchdringen den Isolierkörper in der unteren Hälfte
des Isolierkörpers, wobei die Druckelemente jeweils ein erstes Teil und ein zweites
Teil umfassen, welche Teile ineinander steckbar sind. Das Druckelement ist daher besonders
einfach in dem Isolierkörper integrierbar, auch wenn es Enden mit vergrössertem Querschnitt
besitzt. Druckelemente müssen dann in den Isolierkörper integriert werden, wenn die
Kragplatte nicht durch externe Stützen gestützt ist und deshalb Druckkräfte durch
das Bauelement von der Kragplatte auf das Gebäude übertragen werden müssen.
[0015] In einer weiteren bevorzugten Ausführungsform der Erfindung umfassen das erste und
zweite Teil jeweils ein erstes bzw. zweites Rohrstück, wobei die einander abgewandten
Stirnseiten der Rohrstücke mit Abdeckungen verbunden sind, deren Querschnitt gegenüber
dem Querschnitt der Rohrstücke erweitert ist. Die Abdeckungen mit vergrösserten Druckaufnahmeflächen
ermöglichen eine verbesserte und vollständige Übertragung der Druckkraft der Kragplatte
auf das Gebäude bzw. die Gebäudedecke. Die Zweiteiligkeit des Druckelements ermöglicht
die Aufnahme des Druckelements in dem Isolierkörper, unabhängig von dem Ausmass in
welchem die Abdeckungen die Rohrstücke überragen. Bevorzugt ist das Druckelement aus
Edelstahl hergestellt. Die Rohrstücke können einen kreisförmigen Querschnitt oder
einen mehrkantigen Querschnitt, insbesondere einen Vierkant-Querschnitt, aufweisen.
[0016] In einer weiteren besonders bevorzugten Ausführungsform der Erfindung sind der Querschnitt
des ersten und zweiten Rohrstücks derart bemasst, dass die Rohrstücke ineinander steckbar
sind, wobei der Abstand der Abdeckungen im zusammengesteckten Zustand des Druckelements
im Wesentlichen der Dicke des Isolierkörpers entspricht. Durch dieses Konstruktionsmerkmal
ist sichergestellt, dass die zu übertragenden Druckkräfte ausschliesslich auf die
Druckelemente wirken und kein Druck auf den weichen Isolierkörper wirkt, auch dann,
wenn die Abdeckungen an dem Isolierkörper anliegen.
[0017] Dadurch, dass das Druckelement mit einem Dämmmaterial gefüllt ist, was durch dessen
Zweiteiligkeit ermöglicht ist, ist das Bauelement auch im Bereich der Druckelemente
gut wärmegedämmt.
[0018] Mit Vorteil ist an den Enden des Stahlprofils jeweils eine Blattfeder befestigt und
zwischen der äusseren Auszugssicherung und der Blattfeder ist ein Zugbügel einhängbar.
Die Blattfeder ermöglichtes, dass er Zugbügel nicht schon während der Herstellung
des Bauelements an diesem befestigt sein muss, sondern erst nachträglich an diesem
befestigt werden kann. Dadurch erleichtern sich der Transport und der Einbau des Bauelements.
Ausserdem können das Vierkantrohr und der Zugbügel aus unterschiedlichen Materialien
hergestellt sein. Bevorzugt ist es, wenn das Stahlprofil aus einem hochlegierten Edelstahl
und der Zugbügel aus einem unlegierten oder niedrig legierten Stahl hergestellt sind.
[0019] In einer vorteilhaften Ausführungsform der Erfindung sind an den vertikalen Seiten
des Vierkantrohres Schaumstoffeinlagen angeordnet. Dadurch können horizontale Verschiebungen
der Kragplatte abgedämpft werden. Dies ist insbesondere in Hinsicht auf eine verbesserte
Erdbebensicherheit des Bauwerkes, in welches das Bauelement integriert ist, von Bedeutung.
[0020] Weitere Vorteile und Merkmale ergeben sich aus der nachfolgenden Beschreibung dreier
Ausführungsbeispiele der Erfindung unter Bezugnahme auf die schematischen Darstellungen.
Es zeigen in nicht massstabsgetreuer Darstellung:
- Figur 1:
- eine axonometrische Ansicht einer ersten Ausführungsform eines Bauelements;
- Figur 2:
- eine Draufsicht auf das Bauelement aus Figur 1;
- Figur 3:
- eine Schnittdarstellung des Bauelements entlang der Linie III-III aus Figur 2;
- Figur 4:
- eine axonometrische Ansicht einer zweiten Ausführungsform des Bauelements;
- Figur 5:
- eine Draufsicht auf das Bauelement aus Figur 4;
- Figur 6:
- eine Schnittdarstellung des Bauelements entlang der Linie VI-VI aus Figur 5.
- Figur 7:
- eine axonometrische Ansicht einer dritten Ausführungsform des Bauelements;
- Figur 8:
- eine Draufsicht auf das Bauelement aus Figur 7,
- Figur 9:
- eine Schnittdarstellung des Bauelements entlang der Linie IX-IX aus Figur 8,
- Figur 10:
- eine Draufsicht einer vierten Ausführungsform des Bauelements,
- Figur 11:
- eine Schnittdarstellung des Bauelements entlang der Linie XI-XI aus Figur 10 und
- Figur 12
- eine Seitenansicht der vierten Ausführungsform.
[0021] In den Figuren 1 bis 6 ist ein thermisch isolierendes Bauelement für den kraftübertragenden
Anschluss einer Kragplatte an eine Gebäudedecke oder Gebäudewand dargestellt. Das
Bauelement ist gesamthaft mit dem Bezugszeichen 11 bezeichnet. Das Bauelement dient
als Anschlusselement der Kragplatte an ein Gebäude. Dabei werden die durch die Kragplatte
entstehenden Zug-, Druck- und Querkräfte durch das Bauelement 11 in das Gebäude eingeleitet.
Zusätzlich wirkt das Bauelement 11 wärmeisolierend gegenüber der Kragplatte.
[0022] Das Bauelement 11 umfasst eine Isolierkörper 13, welcher bevorzugt quaderförmige
Gestalt besitzt und aus einem wärmeisolierenden Material, wie einem geschäumten Kunststoff,
Glaswolle oder Steinwolle hergestellt sein kann.
[0023] Der Isolierkörper 13 ist von einer Mehrzahl von Stahlprofilen durchdrungen. Dadurch,
dass als Bewehrungselemente statt Stäben Stahlprofile zum Einsatz kommen, können Zug-
und Querkräfte von den Stahlprofilen aufgenommen werden, ohne dass zusätzlich Bewehrungselemente
notwendig wären. Die Stahlprofile können daher auch als Kraftprofile bezeichnet werden.
Als besonders stabil haben sich Stahlprofile mit rechteckigem oder quadratischem Querschnitt
herausgestellt. Bei den beiden gezeigten Ausführungsformen des Bauelements 11 handelt
es sich bei den Stahlprofilen also um Vierkantrohre 15. Denkbar sind natürlich auch
andere mehreckige oder runde Rohre als Stahlprofile. Da Stahlprofile entlang ihrer
Längserstreckung üblicherweise keine Vorsprünge bzw. Erhebungen besitzen, können sie
durch Zugbelastung aus den an das Bauelement angrenzenden Betonelementen herausgezogen
werden. Um dies zu verhindern, sind an den Vierkantrohren 15 Auszugsicherungen in
Gestalt von U-Bügeln 17 unlösbar befestigt, insbesondere angeschweisst.
[0024] Bevorzugt sind an jeder Seite des Vierkantrohres 15 ein äussere U-Bügel 17a und ein
innerer U-Bügel 17b befestigt. Dadurch wird die Auszugssicherheit der Vierkantrohre
15 aus den Betonelementen erhöht. Die U-Bügel 17 haben zwei Schenkel, deren lichte
Weite der Breite der Vierkantrohre 15 entsprechen. Dadurch können beide Schenkel der
U-Bügel 17 an den Seiten der Vierkantrohre 15 befestigt werden.
[0025] Die Schenkel der U-Bügel 17 überragen die Vierkantrohre. Dadurch ist ein Auszugswiderstand
oberhalb und unterhalb der Vierkantrohre 15 gesichert. Jeder äussere und innere U-Bügel
17a,17b eines Bügelpaares sind mit einem Verbindungsstab 19 verbunden, wodurch die
Stabilität der Auszugssicherung erhöht wird und einer Rissbildung im Beton vorgebeugt
wird, da sich der äussere und innere U-Bügel 17a,17b relativ zueinander nicht bewegen
können.
[0026] Das Bauelement 11 wird in verschiedenen benötigten Längen zwischen 1 und 4 Metern
hergestellt. Je nach den Belastungen, welche in dem Bauwerk zu erwarten sind, werden
pro Laufmeter Bauelement 11 zwischen 2 und 6 Vierkantrohre 15 in den Isolierkörper
13 eingesetzt. Damit das Bauelement 11 insbesondere bei grösseren Längen während dem
Transport und dem Einbau durch Durchbiegung nicht beschädigt wird, sind die einzelnen
Vierkantrohre zu beiden Seiten des Isolierkörpers 13 mit einem Längsstab 21 verbunden.
Der Längsstab 21 ist an den Vierkantrohren 15 und/oder an den inneren U-Bügeln 17b
angeschweisst. Als Witterungsschutz kann die obere Seite des Isolierkörpers 13 mit
einer Kunststoffschiene abgedeckt sein. Ein Bauelement 11 mit einer Länge von mehr
als einem Meter wird dadurch hergestellt, dass mehrere Isolierkörper 13 von jeweils
einem Meter Länge miteinander verbunden werden, insbesondere verklebt werden und einer
der Isolierkörper 13 auf das gewünschte Mass gekürzt wird.
[0027] Zur Verbesserung der Dämmeigenschaften sind die Vierkantrohre 15 mit einem Dämmmaterial
23 gefüllt und mit Stopfen 25 verschlossen. Die Vierkantrohre 15 besitzen lediglich
eine Länge von ca. 40 cm, da an den Enden der Vierkantrohre 15 jeweils ein Zugbügel
27 einhängbar ist. Diese zweiteilige Konstruktion hat mehrere Vorteile. Zum einen
muss die Zugbewehrung nicht vollständig aus teurem schlecht wärmeleitendem Edelstahl
hergestellt sein, sondern lediglich die Vierkantrohre 15. Die Zugbügel 27 können aus
einem niedrig legierten oder unlegierten Baustahl gefertigt sein, da in den Betonelementen
die Wärmeleitfähigkeit keine Rolle spielt. Zum anderen erleichtert sich der Transport
und der Einbau des Bauelements, wenn die Zugbügel 27 nicht von vorne herein Teil des
Bauelements 11 sind. Zum Einhängen des Zugbügels 27 wird dieser zwischen den überstehenden
Schenkeln des äusseren U-Bügels 17a und einer Blattfeder 29 eingespannt. Die Blattfeder
29 ist bevorzugt Z-förmig und an der Oberseite des Vierkantrohres 15 befestigt.
[0028] In den Figuren 4 bis 6 ist ein zweites Ausführungsbeispiel mit einem Versatzelement
31 gezeigt. Das Versatzelement 31 dient dazu, eine Kragplatte an ein Gebäude anzuschliessen,
wobei die Kragplatte eine Höhe besitzt, welche höher ist, als die Höhe des Isolierkörpers
13. Die erhöhte Kragplatte kann dann beispielsweise stufenlos mit der Oberseite einer
Gebäudedecke fluchten. Das Versatzelement 31 umfasst ein erstes und zweites Horizontalteil
33a,33b und ein Vertikalteil 35, welches die beiden Horizontalteile 33a,33b verbindet.
Das Versatzelement 31 ist also im Wesentlichen Z-förmig. Das Versatzelement 31 besteht
aus einem abgewinkelten Vierkantrohr, wobei die Aussenabmessungen des zweiten Horizontalteils
33b derart bemasst sind, dass es in das Vierkantrohr 15 einsteckbar ist. Bevorzugt
schliesst das Vierkantrohr 15 bei der vorliegenden Ausführungsform an der Seite an
der das Versatzelement 31 eingesteckt wird, bündig mit dem Isolierkörper 13 ab. Dadurch
kann das Vertikalteil 35 an dem Isolierkörper 13 und dem Vierkantrohr 15 anliegen.
Das erste Horizontalteil 33a dient als Träger für die U-Bügel 17a,17b und die Blattfeder
29. Durch das Versatzelement 31 wird also das Kraftprofil auf einer Seite nach oben
versetzt. Die Versatzhöhe liegt bevorzugt zwischen 80 und 140 mm.
[0029] Ist die Kragplatte ohne äussere Stützen ausgeführt, so müssen unterhalb der Kraftprofile
Druckelemente 37 in dem Isolierkörper 13 angeordnet sein. Die Druckelemente 37 nehmen
die Druckkräfte auf, welche die Kragplatte auf den Isolierkörper ausübt, und leiten
die Druckkräfte an die Gebäudedecke bzw. die Gebäudewand weiter. Die Druckelemente
37 können direkt unterhalb der Vierkantrohre 15 angeordnet sein oder zu diesen versetzt
den Isolierkörper 13 durchdringen.
[0030] Das Druckelement 37 ist bevorzugt zweiteilig ausgeführt und umfasst ein erstes Teil
39 und ein zweites Teil 41. Das erste und das zweite Teil sind bevorzugt Rohrstücke,
beispielsweise mit viereckigem oder rundem Querschnitt, deren Aussenabmessungen derart
bemasst sind, dass sich das erste und zweite Teil 39,41 ineinander stecken lassen.
Die einander abgewandten Stirnseiten der Rohrstücke sind mit Abdeckungen 43 abgedeckt.
Die Abdeckungen 43 überragen den Querschnitt der Rohrstücke, um eine vergrösserte
Aufnahmefläche für die Druckbelastungen bereit zu stellen. Die Abdeckungen 43 wirken
mit ihren Überständen auch als Anschlagflächen an dem Isolierkörper 13. Dazu besitzt
das erste Teil 39 bevorzugt eine Länge, welche im Wesentlichen der Dicke des Isolierkörpers
13 entspricht. Wird das zweite Teil 41 in das erste Teil 39 gesteckt, so stösst die
Abdeckung des zweiten Teils 41 an dem Ende des ersten Teils 39 an. Der Abstand der
gegenüberliegenden Abdeckungen 43 entspricht dann der Dicke des Isolierkörpers 13.
Druckkräfte werden am Übergang der Abdeckung 43 des zweiten Teils 41 auf das Ende
des ersten Teils 39 zwischen den beiden Teilen des Druckelements 37 übertragen, wodurch
der Isolierkörper 13 frei von Druckkräften gehalten wird.
[0031] Durch seine Zweiteiligkeit lässt sich das Druckelement 37 einfach in dem Isolierkörper
anordnen, da das erste und zweite Teil 39,41 von zwei Seiten in den Isolierkörper
steckbar sind. Ausserdern kann das Innere des Druckelements 37 durch die offene Bauweise
mit einem Dämmmaterial gefüllt sein.
[0032] In den Figuren 7 bis 9 ist ein weiteres Ausführungsbeispiel gezeigt. Bei diesem Ausführungsbeispiel
ist der Stopfen 25 durch eine Stirnplatte 45 ersetzt. Die Stirnplatten 45 sind an
den Enden des Vierkantrohres 15 angeschweisst und überragen das Vierkantrohr 15 an
allen Seiten um ca. 2 cm. Der äussere U-Bügel 17a liegt an der Stirnplatte 45 an und
schliesst mit den überstehenden Schenkeln des U-Bügels 17a bündig ab, wie dies insbesondere
in Figur 9 gezeigt ist. Die Stirnplatte 45 verstärkt die überstehenden Schenkeln,
wodurch ein Verbiegen der Schenkel verhindert ist, auch wenn durch den eingehängten
Zugbügel 27 eine sehr grosse Zugkraft auf den Überstand der Schenkel wirkt. Zusätzlich
bewirkt der umlaufende Überstand der Stimplatte 45 an dem Vierkantrohr 15 eine weitere
Auszugssicherung des Kraftprofils.
[0033] In den Figuren 7 bis 9 ist gezeigt, dass an jeder Seite des Bauelements 11 zwei Längsstäbe
21 oberhalb und unterhalb des Vierkantrohres 15 angeordnet sein können. Die Längsstäbe
21 können auch vor oder hinter dem inneren U-Bügel 17b angeordnet sein. Die Längsstäbe
können an dem inneren U-Bügel 17b und/oder an den Seiten des Vierkantrohres 15 angeschweisst
sein. Die Längsstäbe 21 können alleine keine ausreichende Auszugssicherung bewirken,
da der Überstand von den Vierkantrohren 15 zu gering ist und die Längsstäbe 21 im
Querschnitt naturgemäss rund sind. Sie können jedoch die Auszugssicherheit der anderen
Auszugssicherungen 17a,17b,45 noch weiter verbessern.
[0034] In den Figuren 10 bis 12 ist eine weitere besonders bevorzugte Ausführungsform des
Bauelements 11 gezeigt. Belastungstests haben gezeigt, dass die U-Bügel 17a,17b für
eine zuverlässige Auszugssicherung nicht unbedingt erforderlich sind, wenn an den
Stirnseiten der Vierkantrohre 15 die Stirnplatten 45 angeordnet sind. Bevorzugt überragen
die Stirnplatten alle vier Seiten des Vierkantrohres 15. Dadurch ergibt sich ein sicherer
Halt der Kragplatte an den Vierkantrohren 15, auch ohne dass die U-Bügel 17a,17b vorhanden
wären. Bevorzugt ist ein umlaufender Überstand der Stirnplatte 45 von dem Vierkantrohr
15 von 1 bis 3 cm. In den Figuren 10 bis 12 ist das Bauelement 11 ohne Druckelement
37 gezeigt. Diese Ausführungsform ist daher für gestützte Kragelement bzw. Kragplatten
vorgesehen. Es könnten bei dieser Ausführungsform der Figuren 10 bis 12 jedoch auch
Druckelemente 37 vorgesehen sein.
[0035] In den Figuren 10 bis 12 sind auch die als Witterungsschutz während dem Transport
des Bauelements 11 wirkenden Kunststoffschienen 47 dargestellt. Die Kunststoffschienen
47 sind an der Ober- und an der Unterseite des Isolierkörpers 13 aufgesteckt. Vor
dem Einbau des Bauelements 11 wird die Kunststoffschiene 47 entfernt.
[0036] An den vertikalen Seiten der Isolierkörper 13 können Schaumstoffeinlagen 49 befestigt
sein, wie dies die Figur 10 zeigt. Die Schaumstoffeinlagen 49 dienen der Aufnahme
bzw. der Dämpfung von horizontalen Verschiebungen der Kragplatte.
Legende:
[0037]
- 11
- Bauelement
- 13
- Isolierkörper
- 15
- Vierkantrohr
- 17a
- Äusserer U-Bügel
- 17b
- Innerer U-Bügel
- 19
- Verbindungsstab
- 21
- Längsstab
- 23
- Dämmmaterial
- 25
- Stopfen
- 27
- Zugbügel
- 29
- Blattfeder
- 31
- Versatzelement
- 33a,33b
- Horizontalteile
- 35
- Vertikalteil
- 37
- Druckelement
- 39
- Erstes Teil des Druckelements
- 41
- Zweites Teil des Druckelements
- 43
- Abdeckung
- 45
- Stirnplatte
- 47
- Kunststoffschiene
1. Thermisch isolierendes Bauelement (11) für den kraftübertragenden Anschluss einer
Kragplatte an eine Gebäudedecke oder eine Gebäudewand mit
- einem Isolierkörper (13) zur Anordnung zwischen der Kragplatte und der Gebäudedecke
oder der Gebäudewand,
- einer Mehrzahl von Stahlprofilen (15), welche den Isolierkörper (13) durchdringen
und
- einzelnen Auszugssicherungen (17), welche zu beiden Seiten des Isolierkörpers (13)
an der Mehrzahl von Stahlprofilen (15) unlösbar befestigt sind und das Profil (15)
an wenigstens einer Stelle überragen,
dadurch gekennzeichnet,
dass die Anzahl der Auszugssicherungen (17) wenigstens der doppelten Anzahl der Stahlprofile
(15) entspricht.
2. Bauelement nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, dass die Auszugssicherung jeweils eine an den Stirnseiten des Stahlprofils (15) angeordnete
Stirnplatte (45) ist, welche den Querschnitt des Stahlprofils (15) überragt.
3. Bauelement nach Anspruch 1 oder 2, dadurch gekennzeichnet, dass die Auszugssicherung ein U-Bügel (17) ist, dessen lichte Weite der Breite des Stahlprofils
(15) entspricht.
4. Bauelement nach Anspruch 3, dadurch gekennzeichnet, dass die Schenkel des U-Bügels (17) das Stahlprofil (15) überragen.
5. Bauelement nach einem der vorangehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, dass an jeder Seite des Stahlprofils (17) wenigstens zwei Auszugssicherungen (17) hintereinander
befestigt sind, wodurch eine äussere und eine innere Auszugssicherung an dem Stahlprofil
(17) vorhanden ist.
6. Bauelement nach einem der vorangehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, dass das Stahlprofil (15) den Isolierkörper (13) zu beiden Seiten um höchstens 20 cm und
bevorzugt um höchstens 16 cm überragt.
7. Bauelement nach einem der vorangehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, dass das Stahlprofil ein Vierkantrohr (15) ist.
8. Bauelement nach einem der Ansprüche 2 bis 7, dadurch gekennzeichnet, dass die Stirnplatte (45) an dem äusseren U-Bügel (17a) anliegt.
9. Bauelement nach einem der Ansprüche 6 oder 7, dadurch gekennzeichnet, dass an den Stirnseiten des Stahlprofils (15) jeweils ein Versatzelement (31) befestigt
ist.
10. Bauelement nach Anspruch 9, dadurch gekennzeichnet, dass das Versatzelement (31) ein abgewinkeltes Vierkantrohr ist, welches im Wesentlichen
eine Z-förmige Gestalt besitzt.
11. Bauelement nach einem der vorangehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, dass die Mehrzahl von Stahlprofilen (15) in der oberen Hälfte des Isolierkörpers (13)
diesen durchdringen und eine Mehrzahl von Druckelementen (37) den Isolierkörper (13)
in der unteren Hälfte des Isolierkörpers (13) durchdringen, wobei die Druckelemente
(37) jeweils ein erstes Teil (39) und ein zweites Teil (41) umfassen, welche Teile
ineinander steckbar sind.
12. Bauelement nach Anspruch 11, dadurch gekennzeichnet, dass das erste und zweite Teil jeweils ein erstes bzw. zweites Rohrstück (39),(41) umfassen,
wobei die einander abgewandten Stirnseiten der Rohrstücke mit Abdeckungen (43) verbunden
sind, deren Querschnitt gegenüber dem Querschnitt der Rohrstücke erweitert ist.
13. Bauelement nach Anspruch 12, dadurch gekennzeichnet, dass der Querschnitt des ersten und zweiten Rohrstücks (39),(41) derart bemasst sind,
dass die Rohrstücke (39),(41) ineinander steckbar sind, wobei der Abstand der Abdeckungen
(43) im zusammengesteckten Zustand des Druckelements (37) im Wesentlichen der Dicke
des Isolierkörpers (13) entspricht.
14. Bauelement nach einem der Ansprüche 11 bis 13, dadurch gekennzeichnet, dass das Druckelement (37) mit einem Dämmmaterial gefüllt ist.
15. Bauelement nach einem der Ansprüche 7 bis 16, dadurch gekennzeichnet, dass an den vertikalen Seiten des Vierkantrohres (15) Schaumstoffeinlagen angeordnet sind.