[0001] Die Erfindung betrifft ein Fahrgeschäft gemäß dem Oberbegriff von Anspruch 1. Derartige
Fahrgeschäfte dienen der Unterhaltung der Fahrgäste, die in der Fahrgastaufnahme Platz
nehmen und dann mittels des Fahrgestells an Kulissen, Leinwänden oder sonstigen Unterhaltungseinrichtungen
vorbei gefahren werden.
[0002] Es ist bekannt, die Fahrgastaufnahme an einem Roboter zu befestigen, sodass die Fahrgastaufnahme
in allen sechs Bewegungsfreiheitsgraden bewegt werden kann. Ein derartiger Aufbau
ist sehr flexibel, hat aber den Nachteil, dass er in der Regel nicht eigensicher ist.
Das bedeutet, dass die Fahrgastaufnahme in Positionen bringbar ist, die die Fahrgäste
gefährden. Es muss daher ausgeschlossen werden, dass das Vehikel falsch programmiert
wird. Ein Beweis der Fehlerfreiheit ist jedoch prinzipbedingt nicht führbar. Es verbleibt
deshalb stets ein systemimmanentes Restrisiko, das Fahrgäste aufgrund einer Fehlprogrammierung
zu Schaden kommen.
[0003] Aus der
US 2005/0014566 A1, der
US 7,094,157 B2 und der
DE 694 23 873 T2 sind Fahrgeschäfte bekannt, bei denen die Fahrgastaufnahme mittels eines Hexapod-Antriebs
bewegt wird. Nachteilig an derartigen Systemen ist, dass sie vergleichsweise aufwendig
zu konstruieren sind, wenn die Fahrgastaufnahme große Höhenunterschiede zu überwinden
hat.
[0005] Ein gattungsgemäßes Fahrgeschäft ist aus der
DE 699 29 187 T2 bekannt. Ein derartiges System ist in der Verwendung von Themenparks, bei denen große
Kulissen verwendet werden, nicht geeignet.
[0006] Der Erfindung liegt die Aufgabe zugrunde, ein Fahrgeschäft vorzuschlagen bei dem
die Passivsicherheit auch dann gewährleistet ist, wenn es einen großen Hub hat.
[0007] Die Erfindung löst das Problem durch ein Fahrgeschäft mit den Merkmalen von Anspruch
1.
[0008] Vorteilhaft an einem derartigen Fahrgeschäft ist, dass das Vehikel die Fahrgastaufnahme
in alle Positionen bringen kann, die Vehikel nach dem Stand der Technik erreichen
und die gleichzeitig für die Verwendung in dem Fahrgeschäft notwendig sind. Gleichzeitig
ist das Vehikel aber eigensicher aufbaubar, das heißt, dass selbst ein vollständiges
Versagen aller Antriebe und/oder eine Fehlprogrammierung nicht zu einer die Fahrgäste
gefährdenden Kollision führen kann.
[0009] Aus der so erreichten inhärenten Sicherheit folgt zudem, dass das Vehikel einfach
umprogrammiert werden kann. Es ist nämlich nicht mehr notwendig, einen neuen Bewegungsablauf
darauf hin zu untersuchen, dass eine Gefährdung der Fahrgäste in allen denkbaren Situationen
ausgeschlossen ist.
[0010] Vorteilhaft ist zudem, dass die Versorgung des Vehikels mit Energie einfach aufgebaut
werden kann. Versagt nämlich die Energieversorgung, so führt dies bei einem erfindungsgemäßen
Fahrgeschäft lediglich dazu, dass die Fahrgäste in eine Ruheposition kommen. Bei Systemen
nach dem Stand der Technik muss sichergestellt werden, dass auch ein Ausfall der Energieversorgung
nicht zu einer Gefährdung der Fahrgäste führen kann. Das ist deutlich aufwendiger.
[0011] Das erfindungsgemäße Fahrgeschäft hat zudem den Vorteil, dass die Zahl der Fahrgäste
pro Vehikel größer gewählt werden können. Sowohl ein Hexapodantrieb als auch einen
Drehtisch können konstruktionsbedingt mit einfachen Mitteln so gebaut werden, dass
sie große Kräfte aufnehmen können. Dem gegenüber ist es bei seriellen Robotern aufwendig,
an der Roboterhand große Lasten zu befestigen, da dies zu beträchtlichen Drehmomenten
in den Antriebsachsen führt.
[0012] Gemäß einer bevorzugten Ausführungsform ist die Fahrgastaufnahme zur Aufnahme von
mehr als vier Fahrgästen ausgebildet. Die Vehikel bekannter Fahrgeschäfte, bei denen
die Fahrgastaufnahme an einem Roboter befestigt ist, können bislang nur für vier Fahrgäste
gebaut werden, da ansonsten der apparative Aufwand zum Aufbringen der notwendigen
Drehmomente unvertretbar groß würde. Ein erfindungsgemäßes Fahrgeschäft hingegen ermöglicht
leicht die Aufnahme von mehr als vier Fahrgästen, beispielsweise sieben, acht, neun,
zehn oder sogar mehr Fahrgästen.
[0013] Besonders günstig ist es, wenn das Fahrgestell pfadgebunden ist. Hierunter ist zu
verstehen, dass es so ausgebildet ist, dass es einem baulich vorgegebenen Pfad folgt,
ohne ihn verlassen zu können. In anderen Worten ist es ausreichend, wenn das Fahrgestell
stets konstruktionsbedingt entlang des Pfads fährt. Beispielsweise ist der baulich
vorgegebene Pfad genau eine Schiene oder ein Schienenpaar. In anderen Worten kann
das Fahrgestell ein Schienenfahrzeug sein. Dann ist das Fahrgestell so ausgebildet,
dass es an oder auf genau einer Schiene geführt bewegbar ist. Alternativ ist das Fahrgestell
so ausgebildet, dass es auf oder an zwei Schienen geführt bewegbar ist. Die zumindest
eine Schiene kann Kräfte und/oder Momente aufnehmen, das ist aber nicht notwendig.
[0014] Alternativ kann der baulich vorgegebene Pfad ein Leitstrang sein, also eine Vorrichtung,
die sich entlang der Trajektorie erstreckt, die das Vehikel nehmen soll. Das Vehikel
ist dann vorzugsweise ausgebildet zum Erfassen seiner Position relativ zum Leitstrang
und zum autonomen Bewegen, sodass ein Abstand vom Leitstrang minimiert wird. Das hat
den Vorteil, dass die Trajektorie, auf der sich das Vehikel bewegt, baulich vorgegeben
ist und damit Unfälle aufgrund einer fehlerhaften Programmierung der Trajektorie ausgeschlossen
sind.
[0015] Vorzugsweise weist das Vehikel eine Bildwiedergabefläche auf, die in eine aktive
Stellung, in der die Bildwiedergabefläche sich in einem Sichtfeld von auf der Fahrgastaufnahme
sitzenden Fahrgästen befindet, und in eine inaktive Stellung, in der die Bildwiedergabefläche
außerhalb des Sichtfelds ist, bringbar ist. Besonders günstig ist es, wenn die Bildwiedergabefläche
gekrümmt ist. Insbesondere ist die Bildwiedergabefläche so gekrümmt, dass sie von
der Fahrgastaufnahme aus gesehen konkav ist. Unter der Bildwiedergabefläche wird insbesondere
eine Leinwand oder ein Monitor verstanden.
[0016] Ist die Bildwiedergabefläche eine Leinwand, umfasst das Vehikel vorzugsweise einen
Projektor, der angeordnet ist zum Projizieren eines Films auf die Leinwand. Besonders
bevorzugt ist der Projektor angeordnet zum Projizieren des Films auf die Leinwand
dann, wenn sie in ihrer aktiven Stellung ist. Auf diese Weise kann den Fahrgästen
ein Film gezeigt werden, während sie mit dem Fahrgestell entlang einer Trajektorie
bewegt werden.
[0017] Besonders günstig ist es, wenn das Fahrgeschäft eine Steuervorrichtung aufweist,
beispielsweise einen Steuerrechner, der die Bewegung des Vehikels, die Bewegung der
Bildwiedergabefläche und die Projektion des Films andererseits synchronisiert. Auf
diese Weise kann die Bewegung des Vehikels auf den Film, den die Fahrgäste sehen,
abgestimmt werden. Besonders günstig ist es, wenn die Steuervorrichtung zudem den
Hexapodantrieb und/oder den Drehteller ansteuert, sodass den Fahrgästen ein Bewegen
durch einen virtuellen Raum simuliert werden kann.
[0018] Günstig ist es, wenn die Fahrgastaufnahme eine Rückenlehne aufweist und der Hexapodantrieb
und die Fahrgastaufnahme so ausgebildet sind, dass die Rückenlehnen in eine Neigungsstellung
bringbar sind, in der ein Neigungswinkel der Rückenlehne zur Horizontalen kleiner
ist als 20°, insbesondere kleiner ist als 15°. Auf diese Weise kann den Fahrgästen
beispielsweise die Illusion vermittelt werden, sie würden relativ zur Sitzaufnahme
beschleunigt.
[0019] Vorzugsweise ist die Fahrgastaufnahme um eine Fahrgastaufnahmen-Drehachse kippbar
und der Hexapodantrieb und der Drehtisch sind in eine Position bringbar, in der die
Fahrgastaufnahmen-Drehachse mit einer Horizontalebene einen Winkel von höchstens 10°,
insbesondere höchstens 5°, einnimmt. In diesem Fall können die Fahrgäste in horizontaler
Reihung nebeneinander sitzen.
[0020] Der Hexapodantrieb besitzt sechs Teleskopantriebe, die mit jeweiligen Fußpunkten
an einer Plattform befestigt sind, wobei der Hexapodantrieb einen Zentralpunkt hat,
der der Mittelpunkt des Ausgleichskreises der Fußpunkte ist, wobei eine senkrechte
Projektion der Fahrgastaufnahmen-Drehachse auf eine Ebene durch den Ausgleichskreis
einen Abstand vom Zentralpunkt hat, der zumindest zwei Drittel des Radius des Ausgleichskreises
entspricht. In anderen Worten ist die Fahrgastaufnahme azentrisch am Hexapodantrieb
befestigt, sodass die Fahrgastaufnahme durch Betätigen des Hexapodantriebs mit einem
großen Hub hoch- und herunter bewegt werden kann. Es ist möglich, nicht aber notwendig,
dass alle Fußpunkte auf einem Kreis liegen. Dann ist dieser Kreis der Ausgleichskreis.
Liegen die Fußpunkte nicht alle auf einem Kreis, ist der Ausgleichskreis derjenige
Kreis, für den die Summe der Abstandsquadrate zwischen dem Kreis und den Fußpunkten
minimal wird.
[0021] Günstig ist es, wenn eine Drehtisch-Drehachse des Drehtischs durch den Ausgleichskreis
verläuft. Insbesondere ist es vorteilhaft wenn die Drehtisch-Drehachse einen Abstand
vom Mittelpunkt des Ausgleichskreises hat, der kleiner ist als die Hälfte des Radius
des Ausgleichskreises.
[0022] Ein besonders einfacher Aufbau ergibt sich, wenn die Drehtisch-Drehachse mit der
Ebene durch den Ausgleichskreis einen Winkel einschließt, der um höchstens 10° vom
rechten Winkel abweicht.
[0023] Vorzugsweise ist der Hexapodantrieb in eine Position bringbar, in der ein Anstellwinkel
zwischen dem Ausgleichskreis und der Horizontalebene zumindest 25° beträgt. Auf diese
Weise kann die Fahrgastaufnahme um eine große Strecke auf- und ab bewegt werden.
[0024] Wie einleitend bereits erwähnt, ist die passive Sicherheit bei Fahrgeschäften sehr
wichtig. Vorzugsweise besitzt das Vehikel daher ein Lichtraumprofil, wobei das Fahrgeschäft
Kulissen aufweist, und alle Kulissen außerhalb des Lichtraumprofils angeordnet sind.
Unter dem Lichtraumprofil wird insbesondere diejenige Hüllkurve des Raums verstanden,
den ein Teil des Fahrgeschäfts bauartbedingt erreichen kann. Die Hüllkurve umgibt
damit den gedachten Raum, in dem das Fahrgeschäft in allen möglichen Positionen von
Hexapodantrieb, Drehtisch und Fahrgastaufnahme positioniert sein kann. In anderen
Worten sind die Kulissen vorzugsweise so angeordnet, dass eine Kollision der Fahrgastaufnahme
oder eines Fahrgasts mit einer Kulisse deshalb ausgeschlossen ist, weil das Vehikel
zu keiner Bewegung imstande ist, die zu einer Kollision führen könnte.
[0025] Vorzugsweise ist das Vehikel zum Bewegen entlang einer vorgegebenen Trajektorie ausgebildet,
wobei das Fahrgeschäft zumindest eine erste Kulisse in Form einer Fix-Leinwand an
einer ersten Stelle entlang der Trajektorie aufweist und das Fahrgeschäft eine Steuervorrichtung
aufweist, die ausgebildet ist zum automatischen Bewegen des Vehikels entlang der Trajektorie
und zum automatischen Projizieren von Bildern auf die erste Fix-Leinwand, wobei das
Projizieren mit der Bewegung des Vehikels synchronisiert ist. In anderen Worten wird
eine vorgegebene Filmsequenz genau dann auf die Fix-Leinwand projiziert, wenn das
Vehikel in einer vorgegebenen Position angekommen ist.
[0026] Alternativ oder zusätzlich ist die Steuervorrichtung eingerichtet zum automatischen
Projizieren eines Filmes auf die Bildwiedergabefläche, die Teil des Vehikels ist.
Besonders günstig ist es, wenn das Projizieren auf die Fix-Leinwand und das Projizieren
auf die mit dem Vehikel verbundene Bildwiedergabefläche sowie die Bewegung der Bildwiedergabefläche
zueinander synchronisiert sind.
[0027] Beispielsweise ist es dann möglich, dass das Vehikel vor einer Fix-Leinwand automatisch
positioniert wird, dann eine vorgegebene Filmsequenz gezeigt wird, wobei die am Vehikel
befestigte Bildwiedergabefläche in ihrer inaktiven Stellung ist. Danach wird die am
Vehikel befestigte Bildwiedergabefläche in die aktive Stellung gebracht, wobei es
möglich ist, dass bereits während des Bringens in die aktive Stellung das Zeigen eines
Films auf der Bildwiedergabefläche begonnen wird. Die Steuervorrichtung ist in diesem
Fall ausgebildet zum automatischen Ansteuern der Komponenten des Fahrgeschäfts, sodass
dieses Verfahren durchgeführt wird. Ein besonders eindrucksvoller Effekt ergibt sich,
wenn der auf die Bildwiedergabefläche projizierte Film dem auf die Fix-Leinwand projizierten
Film entspricht, sodass das Bringen der Bildwiedergabefläche von der inaktiven Stellung
in die aktive Stellung von den Fahrgästen kaum wahrgenommen wird.
[0028] Im Folgenden wird die Erfindung anhand der beigefügten Zeichnung näher erläutert.
Dabei zeigt
- Figur 1
- ein erfindungsgemäßes Fahrgeschäft in einer ersten Position,
- Figur 2
- das Fahrgeschäft gemäß Figur 1, bei dem das Vehikel in einer zweiten Position ist,
und
- Figur 3
- das Vehikel gemäß Figuren 1 und 2, bei dem die Bildwiedergabefläche in der inaktiven
Stellung ist.
- Figur 4
- zeigt ein Ablaufdiagramm eines erfindungsgemäßen Verfahrens.
[0029] Figur 1 zeigt ein Fahrgeschäft 10, das ein Vehikel 12 und eine erste Kulisse 14.1
in Form einer Fix-Leinwand aufweist. Das Vehikel 12 besitzt ein Fahrgestell 16, das
selbstfahrend ausgebildet ist und sich an einer Schiene 18 orientiert. In anderen
Worten ist das Fahrgestellt16 so ausgebildet, dass es der Schiene 18 folgt, ohne an
der Schiene 18 geführt zu sein.
[0030] Alternativ kann das Vehikel 12 an genau einer Schiene geführt sein, wobei die Schiene
die Antriebskraft und die Führungskraft sowie gegebenenfalls Kippmomente aufnimmt.
[0031] Das Vehikel 12 besitzt einen Hexapodantrieb 20, auf dem ein Drehtisch 22 montiert
ist. Am Drehtisch 22 ist eine Fahrgastaufnahme 24 befestigt, in der Fahrgäste Platz
nehmen können.
[0032] Figur 1 zeigt, dass das Vehikel 12 zudem eine Bildwiedergabefläche 26 besitzt, die
ganz allgemein auch als Projektionsfläche bezeichnet werden könnte. In Figur 1 ist
die Bildwiedergabefläche 26 in ihrer aktiven Stellung gezeigt, in der Fahrgäste auf
die Bildwiedergabefläche 26 blicken können. Figur 3 zeigt die Bildwiedergabefläche
26 in ihrer inaktiven Stellung. In der vorliegenden Ausführungsform ist die Bildwiedergabefläche
26 relativ zur Fahrgastaufnahme 24 schwenkbar befestigt.
[0033] In Figur 1 ist schematisch ein Projektor 28 eingezeichnet, mittels dem ein Film auf
die Bildwiedergabefläche 26 projiziert werden kann, die als gekrümmte Leinwand ausgebildet
ist. Selbstverständlich ist auch möglich, dass das Vehikel alternativ oder zusätzlich
zur Bildwiedergabefläche 26 einen Bildschirm aufweist.
[0034] Figur 2 zeigt das Vehikel 12 in einer abweichenden Position, bei der die Fahrgastaufnahme
24 angehoben ist. In Figur 2 ist die Bildwiedergabefläche 26 nicht mit eingezeichnet.
Die Fahrgastaufnahme 24 besitzt eine Mehrzahl an Sitzen, von denen der Sitz 30.1 schematisch
eingezeichnet ist. Der Sitz 30.1 besitzt eine Rückenlehne 32, die einen Neigungswinkel
α mit der Horizontalen H einschließt, der in der in Figur 2 gezeigten Stellung kleiner
ist als α = 20°. Ein schematisch eingezeichneter Fahrgast 34 liegt dann quasi auf
dem Rücken.
[0035] Der Hexapodantrieb 20 besitzt sechs Teleskopantriebe von 36.1, 36.2, ..., 36.6, die
mit jeweiligen Fußpunkten 38.i (i = 1, 2, 3, 4, 5, 6) an einer Plattform 40 befestigt
sind. Im rechten Teilbild ist die Plattform 40 schematisch von oben gezeigt. Es ist
zu erkennen, dass die Fußpunkte 38.i im vorliegenden Fall auf einem Ausgleichskreis
K liegen, der einen Mittelpunkt M hat.
[0036] Die Fahrgastaufnahme 24 ist um eine Fahrgastaufnahmen-Drehachse D
24 kippbar gelagert. Ein Abstand der Fahrgastaufnahmen-Drehachse D
24 von dem Mittelpunkt M ist im vorliegenden Fall größer als ein Radius R des Ausgleichskreises
K. Das stellt eine bevorzugte Ausführungsform der Erfindung dar.
[0037] Figur 3 zeigt, dass der Drehtisch 22 eine Drehtisch-Drehachse D
22 hat, die im vorliegenden Fall durch den Mittelpunkt M (vergleiche Figur 2) des Ausgleichskreises
K verläuft. Die Drehtisch-Drehachse D
22 verläuft zudem senkrecht zu einer Ebene durch den Ausgleichskreis K. Die Fahrgäste
34 können auf eine zweite Kulisse in Form einer Fix-Leinwand 14.2 blicken.
[0038] In Figur 3 ist die Bildwiedergabefläche 26 in ihrer inaktiven Stellung gezeigt. Dabei
befindet sie sich außerhalb eines Sichtfeldes S der Fahrgäste 34. Das Sichtfeld bezeichnet
den Bereich von β
1 = 60° oberhalb der Horizontalen und β
2 = 70° unterhalb der Horizontalen. Diese Angabe gilt insbesondere, wenn die Fahrgäste
in einer normalen Sitzposition sind. Wird die Fahrgastaufnahme 34 nach hinten verkippt,
bezieht sich diese Winkelangabe nicht auf die Horizontale, sondern auf eine Ebene,
die um den gleichen Winkel verkippt wurde wie die Fahrgastaufnahme 34.
[0039] Die Bildwiedergabefläche 26 kann im vorliegenden Fall in die in Figur 1 gezeigte
aktive Stellung gekippt werden, wobei die Drehachse, um die die Kippung stattfindet,
parallel zur Fahrgastaufnahmen-Drehachse D
24 verläuft.
[0040] Im Folgenden wird beschrieben, wie ein erfindungsgemäßes Verfahren zur Verwendung
des erfindungsgemäßen Fahrgeschäfts durchgeführt wird. Zunächst wird das Vehikel 12
in eine Position gebracht, in der die Fahrgäste 34 die Fahrgastaufnahme 24 besteigen
können, insbesondere können sich die Fahrgäste 34 in die Fahrgastaufnahme 24 setzen.
Danach fährt das Vehikel 12 beispielsweise zu einer ersten Kulisse 14.1, bei der es
sich um eine Fix-Leinwand handeln kann. Dort wird, nachdem das Vehikel 12 angekommen
ist, ein Film vorgeführt, den die Fahrgäste 34 betrachten können. Gegen Ende des Films
schwenkt die Bildwiedergabefläche 26 in das Sichtfeld der Fahrgäste und der Projektor
28 projiziert einen Film auf diese Bildwiedergabefläche 26. Dieser Film kann so gestaltet
sein, dass die Fahrgäste 34 das Verschwenken der Bildwiedergabefläche 26 kaum bemerken.
[0041] Sobald die Bildwiedergabefläche 26 vollständig im Sichtfeld der Fahrgäste ist, bewegt
sich das Vehikel 12 zur nächsten Kulisse 14.2. Bei dieser Bewegung kann der Hexapodantrieb
zusammen mit dem Drehtisch eine Bewegung simulieren, die auf den Film abgestimmt ist,
der auf die Bildwiedergabefläche 26 projiziert wird. Die Fahrgäste haben dann die
Illusion, in die im Film gezeigte Szene einzutauchen.
[0042] Sobald das Vehikel vor der nächsten Kulisse angekommen ist, wird die Bildwiedergabefläche
26 weggeklappt. Dabei handelt es sich bei der zweiten Kulisse um eine Fix-Leinwand
und es kann auf dieser ein weiterer Film gezeigt werden. Die angegebenen Verfahrensschritte
werden dadurch ausgeführt, dass eine Steuervorrichtung 42 die beteiligten Komponenten
des Fahrgeschäfts 10, insbesondere des Vehikels 12, entsprechend ansteuert.
[0043] Figur 4 zeigt ein Ablaufdiagramm eines erfindungsgemäßen Verfahrens.
Bezugszeichenliste
[0044]
- 10
- Fahrgeschäft
- 12
- Vehikel
- 14
- erste Kulisse
- 16
- Fahrgestell
- 18
- Schiene
- 20
- Hexapodantrieb
- 22
- Drehtisch
- 24
- Fahrgastaufnahme
- 26
- Bildwiedergabefläche
- 28
- Projektor
- 30
- 1 Sitz
- 32
- Rückenlehne
- 34
- Fahrgast
- 36
- Teleskopantrieb
- 38
- Fußpunkt
- 40
- Plattform
- D22
- Drehtisch-Drehachse
- D24
- Fahrgastaufnahmen-Drehachse
- H
- Horizontale
- K
- Ausgleichskreis
- M
- Mittelpunkt
- R
- Radius
- S
- Sichtfeld
- α
- Neigungswinkel
1. Fahrgeschäft (10), insbesondere Geisterbahn,
mit einem Vehikel (12), das
(a) ein Fahrgestell (16) und
(b) eine Fahrgastaufnahme (24) für Fahrgäste (34) aufweist,
(c) wobei das Vehikel (12)
- einen auf dem Fahrgestell (16) angeordneten Hexapodantrieb (20) und
- einen Drehtisch (22), der mit dem Hexapodantrieb (20) verbunden ist, aufweist,
(d) wobei der Hexapodantrieb (20) sechs Teleskopantriebe (36) aufweist, die in jeweiligen
Fußpunkten (38) an einer Plattform (38) befestigt sind, und der einen Zentralpunkt
hat, der der Mittelpunkt (M) des Ausgleichskreises (K) durch alle Fußpunkte ist,
dadurch gekennzeichnet, dass
(e) die Fahrgastaufnahme (24) am Drehtisch (22) um eine Fahrgastaufnahmen-Drehachse
(D24) kippbar befestigt ist und
(f) eine senkrechte Projektion der Fahrgastaufnahmen-Drehachse (D24) auf eine Ebene (E) durch den Ausgleichskreis (K) einen Abstand vom Zentralpunkt
hat, der zumindest zwei Drittel des Radius (R) des Ausgleichskreises (K) entspricht.
2. Fahrgeschäft (10) nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, dass das Fahrgestell (16) pfadgebunden, insbesondere schienengebunden, ist.
3. Fahrgeschäft (10) nach einem der vorstehenden Ansprüche,
dadurch gekennzeichnet, dass das Vehikel (12) eine, insbesondere gekrümmte, Bildwiedergabefläche (26), aufweist,
die
- in eine aktive Stellung, in der die Bildwiedergabefläche (26) in einem Sichtfeld
(S) von auf der Fahrgastaufnahme (24) sitzenden Fahrgästen (34) ist, und
- in eine inaktive Stellung, in der die Bildwiedergabefläche (26) außerhalb des Sichtfelds
(S) ist,
bringbar ist.
4. Fahrgeschäft (10) nach einem der vorstehenden Ansprüche,
dadurch gekennzeichnet, dass
- die Fahrgastaufnahme (24) eine Rückenlehne (32) aufweist und
- der Hexapodantrieb (20) und die Fahrgastaufnahme (24) so ausgebildet sind, dass
die Rückenlehne (32) in eine Neigungsstellung bringbar ist, in der ein Neigungswinkel
(α) der Rückenlehne (32) zur Horizontalen (H) kleiner ist als 20°, insbesondere kleiner
als 15°.
5. Fahrgeschäft (10) nach einem der vorstehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, dass die senkrechte Projektion der Fahrgastaufnahmen-Drehachse (D24) auf eine Ebene (E) durch den Ausgleichskreis (K) einen Abstand vom Zentralpunkt
hat, der größer ist als der Radius (R) des Ausgleichskreises (K).
6. Fahrgeschäft (10) nach einem der vorstehenden Ansprüche,
dadurch gekennzeichnet, dass das Vehikel (12) ein Lichtraumprofil besitzt,
- das Fahrgeschäft (10) Kulissen (14.1, 14.2) aufweist und
- alle Kulissen (14.1, 14.2) außerhalb des Lichtraumprofils angeordnet sind.
7. Fahrgeschäft (10) nach einem der vorstehenden Ansprüche,
dadurch gekennzeichnet, dass
- das Vehikel (12) zum Bewegen entlang einer vorgegebenen Trajektorie ausgebildet
ist,
- das Fahrgeschäft (10) zumindest eine erste Kulisse (14) in Form einer Fix-Leinwand
(26) an einer ersten Stelle entlang der Trajektorie aufweist und
- das Fahrgeschäft (10) eine Steuervorrichtung (42) aufweist, die ausgebildet ist
zum automatischen Bewegen des Vehikels (12) entlang der Trajektorie und zum automatischen
Projizieren von Bildern auf die erste Fix-Leinwand (26), wobei das Projizieren mit
der Bewegung des Vehikels synchronisiert ist.
8. Fahrgeschäft (10) nach einem der vorstehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, dass die Trajektorie zumindest einer Schiene (18) folgt, sodass das Vehikel (12) durch
Bewegen an der Schiene (18) entlang der Trajektorie bewegbar ist.