[0001] Die Erfindung betrifft ein Verfahren zum Stützen eines Gießstrangs mit rechteckigen
Querschnitt gemäß Anspruch 1.
[0002] Nach dem Stand der Technik sind beim Stranggießen von Brammen mit einem rechteckigem
Querschnitt Strangführungseinrichtungen bekannt, bei denen Führungsrollen, sog. Fußrollen,
mit einer zylindrischen Außenkontur zur Strangstützung an der Schmalseite des Strangschalenkastens
eingesetzt werden. In Fig. 8 ist eine solche Führungsrolle, die eine zylindrische
Außenkontur aufweist, im Querschnitt gezeigt. Mit solchen zylindrischen Fußrollen
wird im Idealfall ein Führen bzw. Halten des Strangschalenkastens in Rechteckform
erreicht. Jedoch hat der Gießstrang nach dem Kontakt mit solchen Fußrollen, d.h. in
der Transportrichtung des Gießstrangs stromabwärts bzw. hinter diesen Fußrollen, das
Bestreben wieder auszubauchen, bedingt durch den ferrostatischen Innendruck des Flüssigstahls
und die innerhalb der Strangschale auftretenden Kriechvorgänge. In einem solchen Fall
kommt es dann bei der erzeugten Bramme zu Abweichungen von dem gewünschten Querschnitt.
[0003] Ein weiterer Nachteil bei der Verwendung von Führungsrollen mit einer zylindrischen
Außenkontur zum Stützen von Brammen besteht darin, dass an deren Kanten höhere Druckkräfte
auftreten, weil die Strangschale durch den Innendruck des Flüssigstahls gegen die
Rollenkante gepresst wird. Dies führt bei einer zu starken Anstellung der Führungsrolle
gegen den Strangschalenkasten zu Druckstellen, die sich als sichtbare Laufbahnen auf
der fertigen Bramme abbilden können.
[0004] Aus
DE 101 19 550 A1 sind ein Verfahren und eine Vorrichtung zum Herstellen von Strangguss-Vormaterial
bekannt. Hierbei wird ein Gießstrang einer
[0005] Vorprofilierung unterzogen, indem Rollen mit konvexen Außenkontur in die Oberfläche
der Strangschale an deren Längsseite hineingedrückt werden. In Folge dessen wird an
der Oberfläche des Gießstrangs an dessen Längsseite eine konkave Rille ausgebildet,
wobei die konkave Rille durch den Einsatz von weiteren Rollen mit größerem Durchmesser
vergrößert bzw. nachgeformt wird. Jedenfalls kommt es durch den Kontakt der Rollen
mit konvexer Außenkontur zu einer dauerhaften Verformung des Gießstrangs, die nicht
reversibel ist.
[0006] DE 195 20 939 C1 zeigt eine Strangführungseinrichtung mit den Merkmalen des Oberbegriffs von Anspruch
1 bzw. von Anspruch 3. Hierbei sind auslaufseitig an der Stranggieß-Kokille Träger
vorgesehen, an denen Rollen zur Führung des Stranges angeordnet sind. Zur Anpassung
an einen sich verändernden Schrumpf des Stranges ist vorgesehen, dass die Träger,
und somit die daran angebrachten Rollen, quer zur Abzugsrichtung des Stranges verstellt
werden können. Die einzelnen Rollen, die an den jeweiligen Trägern drehbar gelagert
angebracht sind, haben jeweils einen zylindrischen Querschnitt, und unterliegen somit
den vorstehend genannten Nachteilen.
[0008] Entsprechend liegt der Erfindung die Aufgabe zugrunde, beim Stranggießen eines Gießstrangs
dessen gewünschte Formgenauigkeit mit einfachen Mitteln zu optimieren.
[0009] Diese Aufgabe wird durch ein Verfahren mit den in Anspruch 1 angegebenen Merkmalen
gelöst. Eine vorteilhafte Weiterbildungen der Erfindung ist in dem abhängigen Anspruch
definiert.
[0010] Eine Strangführungseinrichtung dient zum Stützen eines Gießstrangs mit rechteckigem
Querschnitt, nämlich wenn der Gießstrang in einer Transport- bzw. Abzugsrichtung aus
der Stranggieß-Kokille austritt. Zu diesem Zweck umfasst die Strangführungseinrichtung
zumindest eine Führungsrolle, die um eine Rotationsachse drehbar gelagert ist, wobei
die Führungsrolle mit ihrer in Richtung der Rotationsachse verlaufenen Außenkontur
mit dem Gießstrang in Kontakt gebracht werden kann, um den Gießstrang geeignet zu
führen und zu stützen. Die Außenkontur der Führungsrolle ist konvex und derart ausgebildet,
dass sie mit ihrer Längserstreckung entlang der Rotationsachse an eine Schmalseite
des rechteckigen Gießstrangs angepasst ist. Dies bedeutet im Sinne der vorliegenden
Erfindung, dass eine Gesamtlänge der Führungsrolle in Richtung ihrer Rotationsachse,
und somit auch der Verlauf der ballig konvexen Außenkontur dieser Führungsrolle, maximal
einer Länge des Strangschalenkastens an der Schmalseite des rechteckigen Gießstrangs
entsprechen. Hierbei ist die konvexe Außenkontur der Führungsrolle ballig ausgebildet,
wobei die konvex nach außen gewölbte Kurve der Führungsrolle unmittelbar an den Stirnseiten
der Führungsrolle beginnt und in Richtung des mittigen Bereichs der Führungsrolle
verläuft.
[0011] Nach einer weiteren Ausgestaltung umfasst die Strangführungseinrichtung zumindest
eine Führungsrolle, die um eine Rotationsachse drehbar gelagert ist, wobei die Führungsrolle
mit ihrer in Richtung der Rotationsachse verlaufenen Außenkontur mit dem Gießstrang
in Kontakt gebracht werden kann, um den Gießstrang geeignet zu führen und zu stützen.
Die Außenkontur der Führungsrolle ist ballig konvex ausgebildet, wobei der größte
Durchmesser der Außenkontur der Führungsrolle im Vergleich zu einem Durchmesser der
Führungsrolle an den Rollenenden, d.h. an ihrer Stirnseite in dem Verhältnis maximal
den Wert 1,5 und minimal den Wert 1,0 annimmt. Eine solche Führungsrolle kann dazu
vorgesehen sein, entweder gegen die Schmalseite eines Gießstrangs oder gegen die Längsseite
eines Gießstrangs angestellt zu werden.
[0012] Bei der zuletzt genannten Ausführungsform ist die Außenkontur der Führungsrolle derart
ausgebildet, dass sie mit ihrer Längserstreckung entlang der Rotationsachse an eine
Schmalseite des rechteckigen Gießstrangs angepasst ist.
[0013] In dem erfindungsgemäßen Verfahren zum Stützen eines Gießstrangs mit rechteckigem
Querschnitt ist vorgesehen, dass zumindest eine drehbar gelagerte Führungsrolle eine
ballig konvexe Außenkontur aufweist, wobei die Außenkontur der Führungsrolle durch
eine durchgehende konvex nach außen gewölbte Kurve ohne Wendepunkt aus einem oder
mehreren Radien ausgebildet ist, und die Führungsrolle mit dieser Außenkontur gegen
eine Seite des Gießstrangs angestellt wird, während der Gießstrang in einem randnahen
Bereich noch elastische Eigenschaften aufweist, wobei der größte Durchmesser (D_max)
der Außenkontur der Führungsrolle im Vergleich zu einem Durchmesser (D_min) der Führungsrolle
an ihrer Stirnseite in dem Verhältnis maximal den Wert 1,5 und minimal den Wert 1,0
annimmt, und dass in der Transportrichtung (T) des Gießstrangs mehrere Führungsrollen
fluchtend hintereinander vorgesehen sind und gemeinsam gegen eine Seite des rechteckigen
Gießstrangs angestellt werden, wobei für die einzelnen Führungsrollen - stromabwärts
der Transportrichtung (T) des Gießstrangs - die Balligkeit der Außenkontur zunimmt,
derart, dass der Quotient aus größtem Durchmesser (D_max) der Außenkontur einer Führungsrolle
zum Durchmesser (D_min) der Führungsrolle an ihrer Stirnseite zunehmend ist.
[0014] Der Erfindung liegt die wesentliche Erkenntnis zugrunde, dass der Strangschale des
Gießstrangs, solange dieser unmittelbar nach dem Verlassen der Stranggieß-Kokille
in einem randnahen Bereich noch elastische Eigenschaften aufweist, durch den Kontakt
mit den Führungsrollen, die wie erläutert eine ballig konvexe Außenkontur aufweisen,
eine gezielt konkave Formgebung aufgezwungen wird, die dem Bestreben der Strangschale
zu einer Ausbauchung entgegenwirkt. Hierbei ist das Maß für die Balligkeit der Außenkontur
einer Führungsrolle geeignet auf die jeweiligen Herstellungsparameter und die erzeugte
Stahlsorte abgestimmt. Dies bedeutet, dass die Balligkeit der Außenkontur, die sich
durch das Verhältnis des größten Durchmessers der Rollenoberfläche zu dem Durchmesser
an den Rollenenden der Führungsrolle bestimmt, gerade nur so groß gewählt ist, wie
es für eine Kompensation des Bestrebens der Strangschale zu einem Ausbauchen notwendig
ist. Jedenfalls ist für die Erfindung von Bedeutung, dass durch den Kontakt der Strangschale
des Gießstrangs mit einer Führungsrolle der Strangführungseinrichtung keine dauerhafte
Umformung des Gießstrangs an der Stelle des Kontakts mit der Führungsrolle entstehen
soll. Dies wird dadurch gewährleistet, dass die Führungsrolle der Strangführungseinrichtung
mit dem Gießstrang zu einem Zeitpunkt in Kontakt gebracht wird, während der Gießstrang
noch elastische Eigenschaften aufweist.
[0015] Die ballig konvexe Außenkontur einer Führungsrolle ist auf die individuelle Problemstellung
hin optimiert, die sich für eine bestimmte Stahlsorte und deren Herstellungsparameter
darstellt. Entsprechend kann die ballig konvexe Außenkontur einer Führungsrolle in
Anpassung an den Einzelfall verschieden ausgebildet sein, wobei sich das Verhältnis
des größten Durchmessers der Rollenfläche zum Durchmesser der Rollenoberfläche an
den Rollenenden, d.h. an einer Stirnseite der Führungsrolle in dem Bereich zwischen
1,5 und 1,0 bewegt. Innerhalb dieses Bereichs der beiden genannten Durchmesser relativ
zu einander kann die Außenkontur der Führungsrolle auf den jeweiligen Einsatzfall
geeignet angepasst sein.
[0016] Dank der ballig konvexen Ausbildung der Außenkontur einer Führungsrolle, die gegen
eine Seite des Gießstrangs unmittelbar nach dessen Verlassen der Stranggieß-Kokille
angestellt wird, lässt sich die Ausbauchung des Gießstrangs bzw. einer Bramme ohne
zu starke Kanteneffekte kompensieren.
[0017] Idealerweise hebt sich das Maß, mit dem die Außenkontur einer Führungsrolle konvex
ballig ausgebildet ist, mit dem Bestreben der Strangschale des Gießstrangs zu einem
Ausbauchen zu Null auf. Im Ergebnis dieser Wechselwirkung, die aus dem Kontakt der
ballig konvexen Außenkontur einer Führungsrolle mit der Strangschale des Gießstrangs
resultiert, bildet sich für die Strangschale im Querschnitt eine gewünschte gleichmäßige
Rechteckform.
[0018] In vorteilhafter Weiterbildung der Erfindung ist die zumindest eine Führungsrolle
der Strangführungseinrichtung in einer Käfighalterung drehbar gelagert aufgenommen.
Eine solche Käfighalterung zeichnet sich durch einen robusten und preiswerten Aufbau
aus, und gewährleistet eine sichere Drehhalterung für die Führungsrolle auch unter
Berücksichtigung der beträchtlichen Kräfte, die beim Stranggießen auf die Führungsrolle
einwirken.
[0019] In vorteilhafter Weiterbildung der Erfindung kann vorgesehen sein, dass mehrere Führungsrollen
mit jeweils einer ballig konvexen Außenkontur vorgesehen sind, wobei zumindest eine
Führungsrolle gegen die Schmalseite eines Gießstrangs angestellt wird, und wobei zumindest
eine weitere Führungsrolle gegen die Längsseite des Gießstrangs angestellt wird.
[0020] Der Tendenz der Strangschale eines Gießstrangs zum Ausbauchen wird erfindungsgemäß
dadurch entgegengewirkt, dass mehrere Führungsrollen vorgesehen sind, nämlich in der
Transportrichtung des Gießstrangs fluchtend hintereinander. Zweckmäßigerweise sind
alle diese Führungsrollen gemeinsam in einer Käfighalterung der Strangführungseinrichtung
drehbar gelagert aufgenommen.
[0021] Die Führungsrollen, die fluchtend hintereinander angeordnet sind, sind jeweils mit
einer unterschiedlichen ballig konvexen Außenkontur versehen. Entsprechend bestehen
für die fluchtend hintereinander angeordneten Führungsrollen unterschiedliche Konturausprägungen
in Bezug auf deren ballig konvexe Außenkontur. Hierbei ist vorgesehen, dass bei einer
Führungsrolle, die - in der Transportrichtung des Gießstrangs gesehen - weiter von
der Stranggieß-Kokille beanstandet ist, der Quotient gebildet aus größtem Durchmesser
der Außenkontur bzw. der Rollenoberfläche zum Durchmesser der Führungsrolle an ihrer
Stirnseite größer ist als im Vergleich zu einer Führungsrolle, die - in der Transportrichtung
des Gießstrangs gesehen - sich näher an der Stranggieß-Kokille befindet. In dieser
Weise wird durch die Mehrzahl von Führungsrollen mit einer Balligkeit, die in der
Transportrichtung des Gießstrangs zunimmt, ein schonendes Stützen für die Strangschale
des Gießstrangs erreicht, um gleichzeitig dabei dem unerwünschten Ausbauchen der Strangschale
entgegenzuwirken.
[0022] In vorteilhafter Weiterbildung der Erfindung ist eine Verbindungseinrichtung vorgesehen,
mit der die Strangführungseinrichtung an einer Stranggieß-Kokille oder angrenzend
dazu formschlüssig angebracht werden kann. Die Führungsrollen werden beim Stranggie-ßen
einem ausgeprägten Verschleiß unterworfen. Entsprechend ist es durch die Verbindungseinrichtung
möglich, die Strangführungseinrichtung bei Bedarf von der Stranggieß-Kokille zu demontieren,
und durch eine neue Strangführungseinrichtung auszutauschen. Zu diesem Zweck kann
eine Hebeeinrichtung für die Strangführungseinrichtung vorgesehen sein, mittels der
die Strangführungseinrichtung in vertikaler Richtung nach oben angehoben werden kann.
Eine solche Hebeeinrichtung kann als Ringauge ausgebildet sein, das z.B. an einer
Oberseite der Käfighalterung befestigbar ist, z.B. durch eine Schraubverbindung.
[0023] Durch eine Ausstattung der Strangführungseinrichtung mit der genannten Verbindungseinrichtung
ist es somit möglich, eine austauschbare Rolleneinheit für das Stranggießen bereitzustellen,
die bei Bedarf - entweder im Falle eines Verschleißes oder zur Anpassung an spezielle
Stahlsorten - in kurzer Zeit ausgetauscht werden kann. Zu diesem Zweck kann die Strangführungseinrichtung
mittels der Hebeeinrichtung von einem Kran oder dergleichen vertikal nach oben aus
der Stranggieß-Kokille herausgehoben werden.
[0024] In vorteilhafter Weiterbildung umfasst die Strangführungseinrichtung auch eine längliche
Kupferplatte, die - in der Transportrichtung des Gießstrangs gesehen - stromaufwärts
der Führungsrolle(n) vorgesehen ist. Zweckmäßigerweise kann hierbei die Kupferplatte
an der genannten Käfighalterung angebracht sein. In dieser Weise bilden die Käfighalterung,
in der zumindest eine Führungsrolle drehbar gelagert aufgenommen ist, und die daran
angebrachte Kupferplatte ein vorteilhaftes Austauschmodul, dass bei Bedarf schnell
von der Stranggieß-Kokille demontiert werden kann und sich somit austauschen lässt.
[0025] Nachstehend sind Ausführungsbeispiele der Erfindung anhand einer schematisch vereinfachten
Zeichnung im Detail beschrieben.
[0026] Es zeigen:
Fig. 1a-c
jeweils Seitenansichten von Führungsrollen nach verschiedenen Ausführungsformen,
Fig. 2
eine Perspektivansicht und eine Seitenansicht einer Strangführungseinrichtung,
Fig. 3-5
jeweils Perspektivansichten einer, zu Zwecken der Veranschaulichung, teilweise demontierten
Stranggieß-Kokille (Ausschnitt der Gießform), in Verbindung mit Strangführungseinrichtungen,
Fig. 6
eine Perspektivansicht einer Stranggießkokille (Ausschnitt der Gießform), aus der
Strangführungseinrichtungen herausgehoben sind,
Fig. 7
eine Perspektivansicht einer Stranggießkokille (Ausschnitt der Gießform), in der die
Strangführungseinrichtungen bestimmungsgemäß eingebaut sind, und
Fig. 8
eine Seitenansicht einer herkömmlichen Führungsrolle.
[0027] Beschrieben wird eine Strangführungseinrichtung 10 zum Führen und Stützen eines Gießstrangs
12, wobei die Strangführungseinrichtung 10 zu diesem Zweck zumindest eine drehbar
gelagerte Führungsrolle 14 aufweist.
[0028] In den Fig. 1a, 1b und 1c sind jeweils verschiedene Ausführungsformen für eine Führungsrolle
14 im Querschnitt dargestellt. Die Führungsrollen 14 sind jeweils um eine Rotationsachse
16 drehbar gelagert, und haben eine in der Längserstreckung entlang der Rotationsachse
16 verlaufende Außenkontur 18, die ballig konvex ausgebildet ist. Hierbei ist ein
maximaler Durchmesser D_max einer Führungsrolle 14, der in etwa in einem mittigen
Bereich 20 hiervon vorliegt, größer als ein minimaler Durchmesser D_min der Führungsrolle,
der an einem Rollenende bzw. an einer Stirnseite 19 der Führungsrolle 14 vorliegt.
Die Ausbildung der ballig konvexen Außenkontur 18 einer Führungsrolle 14 ist derart
gewählt, dass das Verhältnis von maximalem Durchmesser D_max der Rollenoberfläche
zum minimalen Durchmesser an einem Rollenende bzw. an einer Stirnseite der Führungsrolle
14 die Bedingung erfüllt:

[0029] Ein Vergleich der verschiedenen Ausführungsformen für eine Führungsrolle 14 nach
den Figuren 1a, 1b bzw. 1c verdeutlicht, dass die Radien für die konvexe Außenkontur
18, mit denen jeweils die Balligkeit für die einzelnen Führungsrollen 14 definiert
wird, unterschiedlich sind.
[0030] Bei den Ausführungsformen gemäß Fig. 1a und Fig. 1b weist die Außenkontur 18 der
Führungsrolle 14 ausgehend von ihren Stirnseiten 19 zunächst einen gleichbleibenden
Durchmesser auf. Dieser Bereich, in dem die Außenkontur 18 zunächst zylindrisch ist,
kann eine Längserstreckung zwischen 5-50 mm aufweisen. Erst im Anschluss an diesen
zylindrischen Bereich nimmt die Außenkontur 18 einen kurvenförmigen Verlauf an, wie
erläutert in ballig konvexer Form.
[0031] Bei der Ausführungsform gemäß Fig. 1b nimmt der Durchmesser der Außenkontur 18 der
Führungsrolle 14 ausgehend von der Stirnseite 19 in Richtung des mittigen Bereichs
20 bis zu einem Wendepunkt W zu, wobei ab diesem Wendepunkt die Zunahme bzw. das Anwachsen
des Durchmessers bis zum Erreichen des mittigen Bereichs 20 wieder abnimmt. Der kurvenförmige
Verlauf der Außenkontur 18 bis zu dem Wendepunkt W, ausgehend von der Stirnseite 19,
ist durch einen ersten Radius R1 definiert, wobei der kurvenförmige Verlauf der Außenkontur
18 zwischen dem Wendepunkt W und dem mittigen Bereich 20 durch einen zweiten Radius
R2 definiert ist. Hierbei können der erste und zweite Radius R1, R2 jeweils einen
Wert von 1mm oder mehr annehmen, wodurch für die Außenkontur 18 "weiche" Rundungen
gewährleistet sind.
[0032] Für eine vereinfachte Darstellung sind bei der Ausführungsform von Fig. 1b die Radien
R1, R2 und der Wendepunkt W nur für den Bereich der Führungswalze 14 links der Mitte
gezeigt. Es versteht sich, dass die Führungswalze 14 vorzugsweise symmetrisch bezüglich
ihrer Mitte ausgebildet ist, so dass die Radien R1, R2 und der Wendepunkt W für die
Außenkontur 18 auch in dem Bereich rechts von der Mitte vorgesehen sind.
[0033] Ein weiteres Merkmal der Ausführungsform gemäß Fig. 1b besteht darin, dass der mittigen
Bereich 20 der Außenkontur 18 der Führungsrolle 14 einen unveränderlichen Durchmesser
aufweist, und somit zylindrisch ausgebildet ist.
[0034] Die Ausführungsformgemäß Fig. 1c ist dadurch charakterisiert, dass deren Außenkontur
18 durch eine durchgehende konvex nach außen gewölbte Kurve ohne Wendepunkt ausgebildet
ist, wobei diese Kurve einen oder mehrere Radien aufweisen kann. Diese nach außen
gewölbte Kurve kann einen vorbestimmten Abstand zur Stirnseite 19 der Führungsrolle
14 aufweisen, wobei bei der Darstellung gemäß Fig. 1c dieser vorbestimmte Abstand
den Wert null hat. Anders ausgedrückt, beginnt bei der Ausführungsform gemäß Fig.
1c die konvex nach außen gewölbte Kurve unmittelbar an den Stirnseiten 19 der Führungsrolle
14, und verläuft dann in Richtung des mittigen Bereichs 20. Alternativ hierzu ist
es möglich, dass bei dieser Ausführungsform der vorbestimmte Abstand zur Stirnseite
19, an dem die nach außen gewölbte Kurve für die Außenkontur 18 einsetzt, einen Wert
von bis zu 50 mm aufweist.
[0035] Nach einer weiteren (nicht dargestellten) Ausführungsform ist z.B. eine Kombination
der Fig. 1b und Fig. 1c möglich. Dies bedeutet, dassdie nach außen gewölbte Kurve
der Außenkontur 18, so wie in Fig. 1c veranschaulicht, in ihrem mittigen Bereich 20
einen zylindrischen Bereich mit unveränderlichem Durchmesser aufweisen kann, so wie
bei der Fig. 1b veranschaulicht.
[0036] Eine Führungsrolle 14 der Strangführungseinrichtung 10 dient zu dem Zweck, gegen
einen Strangschalenkasten 21 des Gießstrangs 12 angestellt zu werden. In den Fig.
1a, 1b und 1c ist jeweils verdeutlicht, dass eine Führungsrolle 14 gegen eine Schmalseite
22 des Gießstrangs 12, der einen rechteckigen Querschnitt aufweist, gedrückt bzw.
angestellt wird. Es ist zu erkennen, dass hierbei eine Länge der Führungsrolle 14
entlang ihrer Rotationsachse 16 kürzer ist als eine Länge der Schmalseite 22 des Gießstrangs
12. In dieser Weise ist die Außenkontur 18 einer Führungsrolle 14 mit ihrer Längserstreckung
entlang der Rotationsachse 16 an die Schmalseite 22 des Gießstrangs 12 mit rechteckigem
Querschnitt angepasst.
[0037] In den Fig. 1a-1c ist mit dem Bezugszeichen "23" jeweils ein noch flüssiger Sumpf
des Gießstrangs 12 symbolisiert. Demgegenüber ist ein Randbereich des Gießstrangs
12 insbesondere an einer Schmalseite 22 davon, mit dem die Führungsrolle 14 in Kontakt
gebracht wird, bereits verfestigt, jedoch nur in dem Maße, dass ein solch verfestigter
Bereich des Gießstrangs 12 noch elastische Eigenschaften aufweist.
[0038] Bei einem Kontakt mit der ballig konvexen Außenkontur 18 einer Führungsrolle 14 wird
der Schmalseite 22 des Gießstrangs 12 eine entsprechend konkave Prägung aufgezwungen,
wie dies in den jeweiligen Querschnittsansichten der Fig. 1a - 1c veranschaulicht
ist. Wie bereits erläutert, ist in diesem Zusammenhang von Bedeutung, dass diese konkave
Prägung, für die Beispiele gemäß der Fig. 1a-1c an der Schmalseite 22 des Gießstrangs
12, in den Randbereich des Gießstrangs 12 eingebracht wird, solange dieser noch elastische
Eigenschaften aufweist. Somit wird durch das Einbringen einer solch konkaven Prägung
erreicht, dass das Bestreben des Gießstrangs 12 zu einem Ausbauchen, wenn in Folge
einer Bewegung des Gießstrangs in seiner Transportrichtung T kein weiterer Kontakt
zu einer Führungsrolle 14 besteht, kompensiert wird und sich im Idealfall zu Null
aufhebt. Hieraus resultiert dann eine ideale Rechteckform für den Strangschalenkasten
21 des Gießstrangs 12.
[0039] Fig. 2 zeigt eine weitere Ausführungsform für eine Strangführungseinrichtung 10,
hier sowohl in einer Perspektivansicht (oberer Bereich von Fig. 2 ) als auch in einer
Seitenansicht (unterer Bereich von Fig. 2 ). Bei dieser Ausführungsform umfasst die
Strangführungseinrichtung 10 eine Käfighalterung 24, an bzw. in der eine Mehrzahl
von Führungsrollen 14 drehbar gelagert angebracht sind. Des Weiteren ist eine Kupferplatte
26 vorgesehen, die an der Käfighalterung 24 angebracht ist. In Bezug auf eine Transportrichtung
bzw. Abzugsrichtung des Gießstrangs 12, in der Fig. 2 symbolisch mit dem Pfeil "T"
bezeichnet, ist die Kupferplatte 26 stromaufwärts von der Käfighalterung 24 vorgesehen.
[0040] Für die Ausführungsform einer Strangführungseinrichtung 10 gemäß Fig. 2 wird gesondert
darauf hingewiesen, dass die Kombination einer Käfighalterung 24 mit einer daran angebrachten
Kupferplatte 26 ein Austauschmodul 27 bildet, das sich bei Bedarf in kurzer Zeit austauschen
bzw. ersetzen lässt. Für dieses Austauschmodul 27 kann - gemäß der Darstellung von
Fig. 2 - vorgesehen sein, dass an der Käfighalterung 24 eine Mehrzahl von Führungsrollen
14 angebracht ist. Abweichend von der Darstellung in Fig. 2 kann auch vorgesehen sein,
dass an der Käfighalterung 24 lediglich eine einzige Führungsrolle 14 drehbar gelagert
angebracht ist.
[0041] Falls an der Käfighalterung 24 mehrere Führungsrollen 14 angebracht sind, so wird
diesbezüglich darauf hingewiesen, dass deren Außenkontur 18 jeweils eine unterschiedlich
große Balligkeit aufweist, mit der Maßgabe, dass die Balligkeit, d.h. der vorstehend
genannte Quotient D_max/D_min, in Richtung der Transportbewegung T des Gießstrangs
12 zunimmt. Anders ausgedrückt, wird die Balligkeit einer entsprechenden Führungsrolle
14 umso größer, je weiter sie von einer (in Fig. 2 nicht gezeigten) Stranggieß-Kokille
beanstandet ist.
[0042] Der Einsatz der Strangführungseinrichtung 10 als Austauschmodul 27 wird dadurch ermöglicht,
dass sie eine Verbindungseinrichtung 28 aufweist, mittels der die Strangführungseinrichtung
10 an einer Stranggieß-Kokille 30 ( Fig. 3 ) oder angrenzend dazu formschlüssig angebracht
werden kann. Beispielsweise ist diese Verbindungseinrichtung in Form eines seitlichen
Bolzens 28 ausgebildet, der in eine komplementär hierzu ausgebildete Halteeinrichtung
29 der Stranggieß-Kokille 30 oder eines zugehörigen Verstellelements 31 einrasten
kann. An einer Oberseite der Kupferplatte 26 ist eine Hebeeinrichtung 32, z.B. in
Form eines Ringauges, eingeschraubt. Somit kann die Strangführungseinrichtung 10 durch
einen Kran oder dergleichen in vertikaler Richtung angehoben werden, um entweder in
die Stranggieß-Kokille 30 eingesetzt oder daraus herausgehoben zu werden.
[0043] In der Perspektivansicht gemäß Fig. 3 ist die Stranggieß-Kokille 30, zu Zwecken einer
vereinfachten Darstellung, teilweise demontiert gezeigt. Somit ist zu erkennen, in
welcher Weise eine Strangführungseinrichtung 10 an der Stranggieß-Kokille 30 anbringbar
ist. Im Bildbereich links ist eine Strangführungseinrichtung 10 derart gezeigt, dass
deren Bolzen 28 sich knapp oberhalb der Halteeinrichtungen 29, die an den freien Enden
der jeweiligen Verstellelemente 31 vorgesehen sind, befinden. Im Bildbereich rechts
ist eine Strangführungseinrichtung 10 in einem Zustand gezeigt, wenn sie aus der Stranggieß-Kokille
30 herausgehoben ist.
[0044] Figur 4 zeigt eine Perspektivansicht der Stranggieß-Kokille 30 von Fig. 3, nunmehr
in einem Zustand, wenn zwei Strangführungseinrichtungen 10 an den Verstelleinrichtungen
31 der Stranggieß-Kokille 30 angebracht bzw. montiert sind. Hierbei sind dann die
Bolzen 28 in den zugeordneten Halteeinrichtungen 29 jeweils eingerastet, wodurch sich
eine formschlüssige Anbringung der Strangführungseinrichtung 10 an der Stranggieß-Kokille
30 ergibt.
[0045] Fig. 5 zeigt eine weitere Perspektivansicht der Stranggieß-Kokille 30, nunmehr in
einem Zustand, wenn beide Strangführungseinrichtungen 10 nach oben aus der Stranggieß-Kokille
30 herausgehoben sind. Wie bereits erwähnt, kann ein solches Herausheben der Strangführungseinrichtungen
10 dadurch erfolgen, dass Zugmittel an den Ringaugen 30 angebracht werden und anschließend
durch einen Kran oderdergleichen nach oben gezogen werden.
[0046] Die Fig. 6 und Fig. 7 zeigen jeweils eine Perspektivansicht der Stranggieß-Kokille
30 von Fig. 3 in einem Zustand, wenn ein vorderer Teil 34 der Stranggieß-Kokille 30
daran montiert ist. Im Einzelnen sind die Strangführungseinrichtungen 10 in der Darstellung
von Fig. 6 aus der Stranggieß-Kokille 30 herausgehoben (in gleicher Weise wie bei
Fig. 5), und in der Darstellung von Fig. 7 innerhalb der Stranggieß-Kokille eingesetzt.
Zur Verdeutlichung einer Transport- bzw. Abzugsrichtung des Gießstrangs 12 in Bezug
zur Stranggieß-Kokille 30 ist diese Richtung in der Darstellung von Fig. 7 durch den
Pfeil "T" symbolisiert.
[0047] Für das Ausführungsbeispiel nach den Fig. 3-7 dienen die Strangführungseinrichtungen
10, wenn sie in der Stranggieß-Kokille 30 montiert sind, zu dem Zweck, einen Gießstrang
mit rechteckigem Querschnitt an dessen Schmalseite zu führen und dabei geeignet zu
stützen. Wie ersichtlich, kommen dabei die Führungsrollen 14 der Strangführungseinrichtungen
10 mit dem Gießstrang 12 in Kontakt, unmittelbar nachdem der Gießstrang 12 aus der
Stranggieß-Kokille 30 ausgetreten ist. Entsprechend weist ein Randbereich des Gießstrangs
12, mit dem die ballig-konvexen Führungsrollen 14 in Kontakt gelangen, noch elastische
Eigenschaften auf. Dies führt dann dazu, dass diesem Randbereich des Gießstrangs 12,
durch den Kontakt mit den ballig-konvexen Führungsrollen 14, eine konkave Prägung
aufgezwungen wird, wobei sich das Bestreben der Strangschale des Gießstrangs 12 zu
einem Ausbauchen, nämlich nachdem der Gießstrang 12 an den Führungsrollen 14 vorbeigetreten
ist und dann keinen Kontakt mehr zu den Führungsrollen 14 hat, mit der konkaven Prägung
zu Null aufhebt.
[0048] Gemäß einer weiteren vorteilhaften Ausführungsform kann eine Strangführungseinrichtung
10 auch eine Führungsrolle aufweisen, die in Kontakt mit einer Längsseite des Gießstrangs
12 gebracht wird. Beispielsweise ist eine solche Führungsrolle in der Darstellung
von Fig. 5 gezeigt, und dort mit dem Bezugszeichen "15" versehen. Eine solche Führungsrolle
15 weist ebenfalls eine ballig konvexe Außenkontur auf, wie vorstehend unter Bezugnahme
auf Fig. 1 erläutert, und dient dazu, dass das Einbringen einer gezielten konkaven
Prägung in die Längsseite des Gießstrangs dem Bestreben eines Ausbauchens der Strangschale
entgegenwirkt und somit ein solches Ausbauchen kompensiert. Insoweit entspricht die
Funktionsweise einer Führungsrolle 15, die in Kontakt mit der Längsseite eines Gießstrangs
gebracht wird, mutatis mutandis der Funktionsweise einer Führungsrolle 14, die gegen
die Schmalseite 12 des Gießstrangs 12 angestellt wird.
[0049] Schließlich sei darauf hingewiesen, dass eine Strangführungseinrichtung 10 zum Stützen
eines Gießstrangs 12 mit rechteckigem Querschnitt mehrere Führungsrollen 14, 15 aufweisen
kann, die sowohl gegen die Schmalseite 22 des Gießstrangs 12 als auch gegen die Längsseite
des Gießstrangs 12 angestellt werden, nämlich zu einem Zeitpunkt, wenn der Gießstrang
12 in randnahen Bereichen sowohl an seiner Schmal - und Längsseite noch elastische
Eigenschaften aufweist.
Bezugszeichenliste
[0050]
- 10
- Strangführungseinrichtung
- 12
- Gießstrang
- 14
- Führungsrolle (an der Schmalseite des Gießstrangs 12)
- 15
- Führungsrolle (an der Längsseite des Gießstrangs 12)
- 16
- Rotationsachse (der Führungsrolle 14)
- 18
- Außenkontur (der Führungsrolle 14)
- 19
- Stirnseite (der Führungsrolle 14)
- 20
- Mittiger Bereich (der Führungsrolle 14)
- 21
- Strangschalenkasten (des Gießstrangs 12)
- 22
- Schmalseite (des Gießstrangs 12)
- 23
- Flüssiger Sumpf (innerhalb des Gießstrangs 12)
- 24
- Käfighalterung
- 26
- Kupferplatte
- 27
- Austauschmodul
- 28
- Verbindungseinrichtung
- 29
- Halteeinrichtung
- 30
- Stranggieß-Kokille
- 31
- Verstelleinrichtung (der Stranggieß-Kokille 30)
- 32
- Hebeeinrichtung
- 34
- Vorderer Teil (der Stranggieß-Kokille 30)
- 36
- Herkömmliche zylindrische Rolle
- T
- Transportrichtung (des Gießstrangs 12)