[0001] Die Erfindung betrifft eine Lageranordnung zum aktiven magnetischen Lagern eines
Spinnrotorschafts einer Offenend-Spinnvorrichtung, einen Spinnrotorschaft zur aktiven
magnetischen Lagerung in einer solchen Lageranordnung sowie eine Spinnrotorantriebseinrichtung
umfassend eine solche Lageranordnung mit einem entsprechenden Spinnrotorschaft.
[0002] Mit dem Dokument
DE 10 2014 104 531 A1 ist ein Magnetlager für einen Spinnrotor offenbart, welches auf einer Kombination
einer aktiven magnetischen Radiallagerung mit einer passiven magnetischen Axiallagerung
beruht. Dabei kann eine aktive magnetische Radiallagerkomponente durch einen Motor
bewirkt werden, der zusätzlich zum Antriebsmoment Radialkräfte zur radialen Zentrierung
eines Spinnrotorschafts des Spinnrotors erzeugen kann.
[0003] Die Dokumente
DE 10 2006 030 187 A1 und
DE 10 2007 028 935 A1 offenbaren jeweils eine Lageranordnung zum magnetischen Lagern eines Spinnrotors
mit einem passiven magnetischen Radiallager und einem aktiven magnetischen Axiallager.
[0004] Solche vorbekannten Magnetlager sind insbesondere für einen annähernd verschleißfreien
Betrieb des Spinnrotors mit hohen Drehzahlen von bis zu 200.000 min
-1 vorteilhaft. Jedoch unterliegen diese Magnetlager aufgrund der Auslegung und der
entsprechenden Ausgestaltung des Spinnrotorschafts einer Drehzahlgrenze, die einen
Betrieb des mit dem Spinnrotorschaft gekoppelten Spinnrotors mit Drehzahlen deutlich
über 200.000 min
-1 verhindert. Weiterhin bedingt die jeweils eingesetzte passive magnetische Radial-
bzw. Axiallagerung eine geringere Steifigkeit in der entsprechenden Lagerrichtung,
wodurch die Positionsgenauigkeit negativ beeinflusst werden kann. Ein passives Magnetlager
zeichnet sich im Allgemeinen durch die Nutzung einer regelfreien Wechselwirkung von
zwischen Permanentmagneten vorherrschenden an- oder abstoßenden Kräften aus.
[0005] Ausgehend vom vorgenannten Stand der Technik liegt der Erfindung die Aufgabe zugrunde,
eine Lageranordnung zum magnetischen Lagern eines Spinnrotorschafts einer Offenend-Spinnmaschine,
einen dafür geeigneten Spinnrotorschaft sowie eine Spinnrotorantriebseinrichtung bereitzustellen,
mittels welchen eine Positionsgenauigkeit des Spinnrotorschafts verbessert und insbesondere
ein Betrieb eines mit dem Spinnrotorschaft gekoppelten oder koppelbaren Spinnrotors
mit sehr hohen Drehzahlen, insbesondere von deutlich über 200.000 min
-1, insbesondere von mehr als 220.000 min
-1 möglich ist. Ferner soll die Lageranordnung in bevorzugter Weise eine hohe Radial-
als auch Axialsteifigkeit gewährleisten.
[0006] Diese Aufgabe wird durch eine Lageranordnung mit den Merkmalen nach dem Anspruch
1, durch einen Spinnrotorschaft mit den Merkmalen nach dem Anspruch 7 und einer Spinnrotorantriebseinrichtung
nach Anspruch 13 gelöst.
[0007] Vorteilhafte Ausgestaltungen sind jeweils Gegenstand der Unteransprüche.
[0008] Die Lageranordnung umfasst zumindest ein mittels eines elektronischen Regelsystems
beeinflussbares aktives magnetisches Radiallager für den zu lagernden Spinnrotorschaft.
Das aktive magnetische Radiallager begünstigt eine kompaktere Bauform der Lageranordnung
sowie des davon zu lagernden Spinnrotorschafts. Zum einen kann auf eine für eine passive
magnetische Radiallagerung erforderliche aktive Dämpfung zur Unterstützung einer geringen
Lagersteifigkeit bei instationären Betriebszuständen verzichtet werden.
[0009] Die Lageranordnung nach der vorliegenden Erfindung zeichnet sich dadurch aus, dass
die Lageranordnung ein mittels des oder eines weiteren elektronischen Regelsystems
beeinflussbares aktives magnetisches Axiallager für den Spinnrotorschaft aufweist.
Das aktive magnetische Axiallager ermöglicht eine höhere Axialsteifigkeit, wodurch
eine sehr genaue Positionierung des Spinnrotorschafts bzw. des damit gekoppelten oder
koppelbaren Spinnrotors erreicht wird. Weiterhin kann einer Verschiebung der Welle
in axialer Richtung durch äußere Kräfte bedingt bspw. durch den Spinnunterdruck bzw.
dessen Schwankung gezielt entgegen gewirkt werden. Des Weiteren kann in Verbindung
mit dem aktiven magnetischen Radiallager durch Beeinflussung der Lage in Richtung
der jeweiligen Lagerachsen aufgrund des besseren Durchgriffs ein ruhigerer Lauf und
somit eine sehr hohe Drehzahl von über 220.000 min
-1 erreicht werden. In bevorzugter Weise kann das bereits mit dem aktiven magnetischen
Radiallager vorgesehene Regelsystem für eine Beeinflussung des aktiven magnetischen
Axiallagers eingesetzt werden, wodurch Kosten, Bauraum und Elektronik eingespart werden
können.
[0010] Bei dem jeweiligen aktiven magnetischen Radial- und Axiallager kann es sich um handelsübliche
aktive magnetische Lager handeln, die entsprechend als Radial- bzw. Axiallager ausgelegt
sind und eingesetzt werden.
[0011] Unter einem aktiven magnetischen Lager wird im Sinne der vorliegenden Erfindung ein
elektromagnetisch wirkendes Lager verstanden, dessen mittels eines oder mehreren Elektromagneten
erzeugten Magnetkräfte in kontrollierter Weise beeinflussbar sind, um auf äußere Einflussfaktoren
bzw. Kräfte mit regelbaren magnetischen Gegenkräften reagieren zu können, damit die
zu lagernde Komponente, also der Spinnrotorschaft, in der gewünschten Position stabil
gehalten werden kann. Üblicherweise sind einem aktiven magnetischen Lager Lage- bzw.
Positionssensoren zur Erfassung einer Lage bzw. Position der zu lagernden Komponente
zugeordnet. Die Lagesensoren sind mit einem Regelsystem gekoppelt, welches abhängig
von den übermittelten Sensorinformationen das elektromagnetisch wirkende Lager zur
stabilen Lagerung der zu lagernden Komponente bedarfsgerecht regelt.
[0012] Nach einer bevorzugten Ausführungsform der Erfindung ist der Lageranordnung ein lagerloser
Motor zum Antrieb des Spinnrotorschafts zugeordnet, wobei der lagerlose Motor ferner
als ein weiteres oder als das zumindest eine oder als das einzige aktive magnetische
Radiallager eingerichtet ist. Lagerlose Motoren zeichnen sich dadurch aus, dass diese
zum berührungsfreien Antrieb einer Komponente sowie zum berührungsfreien radialen
Lagern der anzutreibenden Komponente geeignet sind. Dabei können solche lagerlosen
Motoren zwei Statorwicklungen, eine zum berührungsfreien Antrieb und die andere zum
berührungsfreien Lagern aufweisen. Alternativ dazu können in ein und derselben Statorwicklung
sowohl "Antriebsströme" als auch "Lagerströme" überlagert eingespeist werden. Dadurch
kann der lagerlose Motor neben Kräften für das Vortriebsmoment gleichzeitig auch die
erforderlichen Kräfte bereitstellen, die zur Stabilisierung der translatorischen Freiheitsgrade
der zu lagernden und anzutreibenden Komponente erforderlich sind. Die Verwendung eines
lagerlosen Motors für die Lageranordnung einer Offenend-Spinnmaschine begünstigt eine
kürzere Ausgestaltung des Spinnrotorschafts entlang seiner Rotationsachse. Dadurch
kann die biegekritische Drehzahl des Spinnrotorschafts erhöht werden. Sofern die Spinnrotorschaftlänge
ein Maß überschreitet, bei welchem die aktive magnetische Radiallagerung nur durch
den lagerlosen Motor nicht mehr in zuverlässiger Weise gewährleistbar ist, kann die
Lageranordnung insbesondere ein weiteres aktives magnetisches Radiallager aufweisen,
das beispielsweise durch ein vorbekanntes aktives magnetisches Radiallager ausgebildet
sein kann.
[0013] Gemäß einer bevorzugten Ausführungsform ist das aktive magnetische Axiallager in
der Lageranordnung angeordnet, einem querschnittlich stufenförmigen Mantelflächenabschnitt
des zu lagernden Spinnrotorschafts gegenüber zu liegen. Das magnetische Axiallager
weist zumindest einen ersten Elektromagneten zur gegenüberliegenden Anordnung eines
ersten querschnittlich stufenförmigen Mantelflächenabschnitts zum Erzeugen einer innerhalb
des zu lagernden Spinnrotorschafts entlang seiner Rotationsachse gerichteten ersten
Magnetkraftwirkung und einen zweiten Elektromagneten zur gegenüberliegenden Anordnung
eines zweiten querschnittlich stufenförmigen Mantelflächenabschnitts zum Erzeugen
einer innerhalb des zu lagernden Spinnrotorschafts entlang der Rotationsachse der
ersten Magnetkraftwirkungsrichtung entgegengesetzt gerichteten zweiten Magnetkraftwirkung
auf. Die den stufenförmigen Mantelflächenabschnitten gegenüberliegende Anordnung ist
zum Erzeugen der für die Axiallagerung erforderlichen Reluktanzkräfte notwendig, deren
Betrag und Richtung von der Ausgestaltung der Stufenform sowie der Anordnung der jeweiligen
Elektromagnete zu der jeweilig zugeordneten Stufenform abhängt. Die Anordnung und
Ausbildung der Stufenform ist so zu wählen, dass von den beiden Elektromagneten zueinander
entgegengerichtete Reluktanzkräfte erzeugt werden. Die entgegengesetzt gerichteten
elektromagnetisch erzeugten Reluktanzkräfte werden somit in axialer Lagerrichtung
des Spinnrotorschafts regelbar überlagert, wodurch ein Betrag und eine Richtung einer
auf den Spinnrotorschaft entlang seiner Rotationsachse bzw. axialen Lagerachse wirkenden
elektromagnetischen Kraft einstellbar ist. Dadurch kann in geeigneter Weise auf Fremdkräfte
reagiert werden, welche auf den Spinnrotorschaft entlang seiner axialen Lagerachse
wirken und diesen aus der stabilen axialen Position verbringen könnten.
[0014] Die Elektromagnete des aktiven magnetischen Axiallagers können insbesondere derart
ausgebildet sein, dass die jeweilige Wicklung einen zur Aufnahme des Spinnrotorschafts
geeigneten Raum umläuft. Alternativ dazu kann die jeweilige Wicklung der Elektromagneten
in bevorzugter Weise parallel zu der Rotationsachse erfolgen. Diese alternative Möglichkeit
der Ausgestaltung des aktiven magnetischen Axiallagers begünstigt eine bedarfsgerechte
Auslegung der Lageranordnung.
[0015] Weiter bevorzugt ist zumindest der erste oder der zweite Elektromagnet angeordnet,
einem querschnittlich stufenförmigen Mantelflächenabschnitt des Schaftendes des zu
lagernden Spinnrotorschafts gegenüber zu liegen. Dadurch können die von der aktiven
magnetischen Axiallagerung ausgehenden radial wirkenden Magnetkräfte zum Unterstützen
der Radiallagerung im Besonderen im Bereich des Schaftendes ausgenutzt werden. Besonders
bevorzugt sind beide Elektromagneten benachbart zueinander angeordnet, um jeweils
einem zugeordneten querschnittlich stufenförmigen Mantelflächenabschnitt des Schaftendes
des zu lagernden Spinnrotorschafts gegenüber zu liegen. Damit können die aktiven magnetischen
Radial- und Axiallagerungen weitestgehend unter Wahrung einer kompakten Anordnung
voneinander magnetisch entkoppelt werden, um gegenseitige magnetische Störungen zu
vermeiden.
[0016] Alternativ bevorzugt können der erste und zweite Elektromagnet entlang einer Anordnungsrichtung
den lagerlosen Motor einrahmen. Dies begünstigt dahingegen einen besonders einfachen
Aufbau der Lageranordnung.
[0017] Nach einer alternativ bevorzugten Ausführungsform ist das aktive magnetische Axiallager
angeordnet, einem stirnseitigen Schaftende des zu lagernden Spinnrotorschafts gegenüber
zu liegen. Das aktive magnetische Axiallager weist dabei einen permanentmagnetischen
Nord- oder Südpol zum Beaufschlagen des stirnseitigen Schaftendes mit einer Magnetkraft
und einen Elektromagneten zum bedarfsgerechten Überlagern der Magnetkraft auf. Die
Lageranordnung ist zudem ausgelegt, den Spinnrotorschaft in einer der magnetischen
Magnetkraftwirkungsrichtung entgegengesetzten Richtung magnetisch vorgespannt zu lagern.
Die Anordnung des aktiven magnetischen Axiallagers gegenüber dem stirnseitigen Ende
des Spinnrotorschafts erlaubt eine äußerst kompakte Lageranordnung für entsprechend
kurz ausgebildete Spinnrotorschäfte. Die magnetische Vorspannung kann äußerst einfach
durch eine axial versetzte Anordnung der einander zugeordneten Stator- und Rotorkomponenten
des aktiven magnetischen Radiallagers und/oder des Elektromotors zum Antrieb des Spinnrotorschafts
erreicht werden.
[0018] Nach einer alternativ bevorzugten Ausführungsform kann anstelle zweier sich gegenüberliegender
permanentmagnetischer Pole eine Kombination aus einem permanentmagnetischen Pol und
einem Magnetflussleitenden Material verwendet werden, wobei der permanentmagnetische
Pol entweder dem aktiven magnetischen Axiallager oder dem stirnseitigen Schaftende
und das Magnetflussleitende Material entsprechend der dem permanentmagnetischen Pol
gegenüberliegenden Komponente zugeordnet sind. Dadurch kann auf äußerst kostengünstige
Weise eine Anziehungskraft zwischen dem aktiven magnetischen Axiallager und dem Schaftende
realisiert werden.
[0019] Gemäß einer weiteren alternativ bevorzugten Ausführungsform kann das aktive magnetische
Axiallager entweder einen permanentmagnetischen Pol zum Beaufschlagen eines stirnseitigen
Schaftendes mit einer Magnetkraft oder ein Magnetflussleitendes Material zum Wechselwirken
mit einer von einem in dem stirnseitigen Schaftende angeordneten permanentmagnetischen
Pol ausgehenden Magnetkraft aufweisen. Weiterhin umfasst das aktive magnetische Axiallager
einen Elektromagneten zum Erzeugen einer die Magnetkraft überlagernden stabilisierenden
axialen elektromagnetischen Kraft. Der permanentmagnetische Pol bzw. das Magnetflussleitende
Material ist dabei angeordnet, einem stirnseitigen Schaftende des Spinnrotorschafts
gegenüber zu liegen. Der Elektromagnet ist angeordnet, einem querschnittlich stufenförmigen
Mantelflächenabschnitt des Spinnrotorschafts gegenüber zu liegen. Der Aufbau des aktiven
magnetischen Axiallagers kann dadurch entzerrt werden. Ferner ist eine solch bevorzugte
Lageranordnung auch für die Verwendung von Spinnrotorschäften für eine der anderen
vorstehend beschriebenen bevorzugten Lageranordnungen mit zwei Elektromagneten geeignet,
wodurch eine verbesserte Auswahl an Lageranordnungen bereitgestellt werden kann.
[0020] Die Ausgestaltung des aktiven magnetischen Axiallagers nach einem der vorstehend
beschriebenen bevorzugten Ausführungsformen erlaubt in Verbindung mit dem aktiven
magnetischen Radiallager zudem eine Verwendung eines glatt im Sinne eines entlang
einer Spinnrotorschaft-Rotationsachse annähernd gleichmäßig ausgeformten Durchmessers
ausgebildeten Spinnrotorschafts, wodurch insgesamt eine Fliehkraftbelastung sowie
eine Luftreibung des Spinnrotorschafts verringert und damit einhergehend ein wesentlich
ruhigerer Lauf des Spinnrotorschafts in der Lageranordnung ermöglicht werden kann.
[0021] Nach einem weiteren Aspekt der vorliegenden Erfindung wird ein Spinnrotorschaft zur
magnetischen Lagerung in einer Lageranordnung gemäß einer der vorstehend beschriebenen
Ausführungsformen vorgeschlagen. Der Spinnrotorschaft ist wenigstens in den aktiven
magnetischen Radial- und Axiallagern gegenüberliegenden Schaftabschnitten, durch welche
im Lagerzustand elektromagnetische Flüsse zur axialen und radialen Lagerung des Spinnrotorschafts
strömen, aus einem Magnetfluss leitenden Material ausgebildet. Dadurch kann der elektromagnetische
Fluss im Spinnrotorschaft verlustfrei r oder annähernd verlustfrei geleitet werden.
Weiterhin bevorzugt ist der Spinnrotorschaft ausschließlich in den Schaftabschnitten,
durch welche im Lagerzustand permanent- und elektromagnetische Flüsse zur axialen
und radialen Lagerung des Spinnrotorschafts strömen, aus einem Magnetflussleitenden
Material ausgebildet. Dadurch kann der Gefahr eines magnetischen Kurzschlusses innerhalb
des Spinnrotorschafts zuverlässig begegnet werden.
[0022] Vorzugsweise ist der Spinnrotorschaft wenigstens außerhalb der zum Durchleiten der
radialen Lagerung bewirkenden elektromagnetischen Flüsse vorgesehenen Schaftabschnitte
als glatte Welle kreiszylindrisch ausgebildet. Eine als glatte Welle kreiszylindrisch
ausgebildete Form zeichnet sich im Sinne der vorliegenden Erfindung dadurch aus, dass
der Spinnrotorschaft wenigstens außerhalb der vorbezeichneten Schaftabschnitte frei
von radialen Vorsprüngen ist, die einen den Kreiszylinder definierenden Außendurchmesser
radial überragen oder von diesem abragen. Dadurch kann das Gewicht und somit eine
Fliehkraftbelastung des Spinnrotorschafts weiter verringert werden, wodurch sehr hohe
Drehzahlen mit dem Spinnrotorschaft begünstigt werden. Ferner wird dadurch eine in
radialer Richtung des Spinnrotorschafts kompakte Bauform der zugeordneten Lageranordnung
ermöglicht, welches sich mit Blick auf den Bauraum der Offenend-Spinnvorrichtung begünstigend
auswirkt. Des Weiteren kann der Spinnrotorschaft ohne größeren Aufwand aus der zugeordneten
Lageranordnung insbesondere entlang der Rotations- bzw. axialen Lagerachse entfernt
bzw. in diese entlang dieser Achse eingesetzt werden.
[0023] Weiterhin bevorzugt ist der Spinnrotorschaft in Schaftabschnitten, welche zum Zusammenwirken
mit einem Fang- oder Begrenzungslager vorgesehen sind, einen wenigstens zu benachbarten
bzw. angrenzenden Schaftabschnitten kleineren Durchmesser aufweisen. Dadurch weist
der Spinnrotorschaft in diesen Schaftabschnitten während des Betriebes bzw. seiner
Rotation eine kleinere Umfangsgeschwindigkeit auf. So kann sichergestellt werden,
dass in diesen Lagerbereichen geringere Kräfte bei einem Ausfall der Lageranordnung
wirken, wodurch die Sicherheit der Lageranordnung für den Defektfall erhöht werden
kann. Bei dem Fang- oder Begrenzungslager handelt es sich um übliche Lager zum Fangen
des Spinnrotorschafts bzw. Begrenzen einer Verschiebebewegung des Spinnrotorschafts
entlang seiner axialen und/oder radialen Richtung.
[0024] Besonders bevorzugt ist der Spinnrotorschaft vollständig als glatte Welle kreiszylindrisch
ausgeformt. So weisen die vorbezeichneten Schaftabschnitte einen Außendurchmesser
auf, der gleich oder kleiner dem den Kreiszylinder definierenden Außendurchmesser
ist, wodurch die vorstehenden vorteilhaften Wirkungen in verbesserter Weise erreicht
werden können.
[0025] Weiterhin bevorzugt ist der zum Durchleiten des die radiale Lagerung bewirkenden
elektromagnetischen Flusses ausgebildete Schaftabschnitt ein von dem Spinnrotorschaft
getrenntes Bauteil, welches auf den Spinnrotorschaft montierbar ist. Der Schaftabschnitt
ist dabei in bevorzugter Weise auf den Spinnrotorschaft bis zu einer definierten Position
aufschiebbar und/oder in einer dem Schaftabschnitt in der Mantelfläche des Spinnrotorschafts
zugeordneten Aussparung positionierbar ausgestaltet. Der Spinnrotorschaft kann dadurch
einfach und kostengünstig ausgebildet werden, wobei die Magnetflussleitenden Schaftabschnitte
an von der Lageranordnung festgelegte Erfordernisse bedarfsgerecht ausgestaltbar und
anordbar sind. So kann ein Spinnrotorschaft für verschiedenartig ausgestaltete Lageranordnungen
bereitgestellt werden, wobei der jeweilige auf die Lageranordnung abgestimmte Schaftabschnitt
an einer definierten Position entlang der Schaftlängsachse bzw. der Rotationsachse
insbesondere auswechselbar platzierbar ist. Eine entlang der Schaftlängsachse bzw.
Rotationsachse des Spinnrotorschafts gerichtete feste Positionierung des Schaftabschnittes
kann in geeigneter Weise beispielsweise mittels Eingreif- und/oder Anlageelementen
an dem Spinnrotorschaft und/oder dem Schaftabschnitt erfolgen.
[0026] Insbesondere ist der Spinnrotorschaft auf die vorstehend beschriebene Lageranordnung
mit der aktiven magnetischen Axiallagerung umfassend einen ersten und zweiten Elektromagneten
abgestimmt bzw. für eine solche ausgebildet. Der Spinnrotorschaft weist dazu im Wirkungsbereich
des ersten und zweiten Elektromagneten jeweils einen querschnittlich stufenförmig
ausgebildeten Mantelflächenabschnitt bzw. eine entlang der Rotationsachse des Spinnrotorschafts
stufenförmig ausgebildete Kontur zum Erzeugen von zueinander entgegengesetzt gerichteten
Reluktanzkräften auf. Die querschnittlich stufenförmige Ausgestaltung bewirkt im Wirkungsbereich
des jeweiligen Elektromagneten einen unterschiedlichen Abstand des jeweiligen Mantelflächenabschnitts
zu dem zugeordneten Elektromagneten, um den erzeugten elektromagnetischen Fluss derart
bedarfsgerecht gerichtet in den Spinnrotorschaft zu leiten, dass die zum Positionieren
bzw. Verschieben geeignete, regelbare axiale Reluktanzkraftkomponente auf den Spinnrotorschaft
erzeugbar ist.
[0027] Nach einer alternativ bevorzugten Ausführungsform ist der Spinnrotorschaft auf die
bevorstehend beschriebene Lagerordnung mit der aktiven magnetischen Axiallagerung
umfassend den permanentmagnetischen Pol bzw. das Magnetflussleitende Material und
den Elektromagneten abgestimmt. Der Spinnrotorschaft ist dafür an seinem stirnseitigen
Schaftende, der zur gegenüberliegenden Anordnung zu dem aktiven magnetischen Axiallager
vorgesehen ist, aus einem Magnetflussleitenden Material ausgebildet, sofern das aktive
magnetische Axiallager den permanentmagnetischen Pol aufweist. Alternativ dazu kann
der Spinnrotorschaft an dem stirnseitigen Schaftende einen permanentmagnetischen Pol
wie einen Nord- oder Südpol aufweisen, der, sofern das aktive magnetische Axiallager
einen permanentmagnetischen Pol aufweist, unterschiedlich zu diesem ist. Somit kann
zwischen dem stirnseitigen Schaftende und dem aktiven magnetischen Axiallager im Betrieb
eine magnetische Anziehungskraft sichergestellt werden.
[0028] Gemäß einem weiteren Aspekt der vorliegenden Erfindung wird eine Spinnrotorantriebseinrichtung
für eine Offenend-Spinnvorrichtung umfassend ein Antriebsgehäuse mit einer Lageranordnung
nach einem der vorstehend beschriebenen Ausführungsformen in Verbindung mit einem
entsprechend ausgestalteten Spinnrotorschaft nach einem der vorstehend beschriebenen
Ausführungsformen vorgeschlagen. Der Spinnrotorschaft ist insbesondere auswechselbar
in der Lageranordnung gelagert. So kann für die Offenend-Spinnvorrichtung eine als
Baueinheit mit aufeinander abgestimmten Komponenten ausgeführte Antriebseinheit für
einen Spinnrotor bereitgestellt werden, für welchen weiterhin bevorzugt eine Rotortasse
mit dem Spinnrotorschaft zu koppeln ist oder der Spinnrotorschaft bereits mit einer
Rotortasse zum Ausbilden eines Spinnrotors gekoppelt oder einstückig ausgebildet ist.
Der Spinnrotorschaft weist für die Kopplung eine übliche drehmomentübertragende Kopplungsstelle
auf.
[0029] Weitere Merkmale und Vorteile der Erfindung ergeben sich aus der nachfolgenden Beschreibung
von bevorzugten Ausführungsbeispielen der Erfindung, anhand der Figuren und Zeichnungen
und aus den Patentansprüchen. Die einzelnen Merkmale können je einzeln für sich oder
zu mehreren in beliebiger Kombination bei einer bevorzugten Ausführungsform der Erfindung
verwirklicht sein.
[0030] Bevorzugte Ausführungsbeispiele der Erfindung werden nachfolgend anhand der beigefügten
Zeichnungen näher erläutert.
[0031] Es zeigen:
- Fig. 1
- eine schematische Darstellung einer Lageranordnung mit einem Spinnrotorschaft nach
einem ersten Ausführungsbeispiel;
- Fig. 2
- eine schematische Darstellung einer Lageranordnung mit einem Spinnrotorschaft nach
einem zweiten Ausführungsbeispiel;
- Fig. 3
- eine schematische Darstellung einer Lageranordnung mit einem Spinnrotorschaft nach
einem dritten Ausführungsbeispiel;
- Fig. 4
- eine schematische Darstellung einer Lageranordnung mit einem Spinnrotorschaft nach
einem vierten Ausführungsbeispiel;
- Fig. 5
- eine schematische Darstellung einer Lageranordnung mit einem Spinnrotorschaft nach
einem fünften Ausführungsbeispiel; und
- Fig. 6
- eine schematische Darstellung einer Lageranordnung mit einem Spinnrotorschaft nach
einem sechsten Ausführungsbeispiel.
[0032] In der nachfolgenden Beschreibung von Ausführungsbeispielen nach der vorliegenden
Erfindung werden für die in den verschiedenen Figuren dargestellten und ähnlich wirkenden
Elemente gleiche oder ähnliche Bezugszeichen verwendet, wobei auf eine wiederholte
Beschreibung dieser Elemente verzichtet wird.
[0033] Figuren 1 bis 6 zeigen in schematischer Darstellung eine Lageranordnung 100 mit einem
Spinnrotorschaft 200 nach einem ersten bis sechsten Ausführungsbeispiel.
[0034] Die mit Figur 1 gezeigte Lageranordnung 100 nach dem ersten Ausführungsbeispiel umfasst
zwei aktive magnetische Radiallager 110, welche in Anordnungsrichtung beiderseits
eines Motors 120 zum Antrieb des als glatte Welle kreiszylindrisch ausgebildeten Spinnrotorschafts
200 einrahmen. Bei dem Motor 120 handelt es sich um einen üblichen, zum drehbeweglichen
Antrieb eines Spinnrotorschafts geeigneten kommutierten Gleichstrommotor mit einem
Wicklungspaket 122 im Stator und einem mit dem Spinnrotorschaft 200 gekoppelten Permanentmagneten
124 im Rotor.
[0035] Das jeweilige aktive magnetische Radiallager 110 ist üblich mit einem Stator und
einem Rotor aufgebaut. Der Rotor ist aus einem elektromagnetischen Fluss leitenden
Material 114 ausgebildet und in der Mantelfläche 202 des Spinnrotorschafts 200 eingelassen
angeordnet. Im Stator sind Wicklungen 112 zum Erzeugen eines elektromagnetischen Feldes
gleichverteilt um den Spinnrotorschaft 200 derart angeordnet, dass die von den Wicklungen
112 erzeugten regelbaren Magnetkräfte radial zum Rotor 114 wirken, um den Spinnrotorschaft
200 in Position halten zu können.
[0036] Die Lageranordnung 100 weist zudem ein aktives magnetisches Axiallager 130 auf, welches
auf einer einer Rotortasse fernen Seite der Lageranordnung 100 zum Gegenüberliegen
eines Schaftendes 210 des Spinnrotorschafts 200 angeordnet ist. Das aktive magnetische
Axiallager 130 weist einen ersten 131 und zweiten Elektromagneten 132 mit jeweils
eine um das Schaftende 210 umlaufende Wicklung 134 zum Erzeugen von axial wirkenden
Magnetkräften auf. Das aktive magnetische Axiallager 130 wird derart angesteuert,
dass die von den Elektromagneten 131, 132 erzeugten Magnetkräfte zueinander entgegengerichtet
sind, um durch betragsmäßige Überlagerung der Magnetkräfte eine stabile axiale Positionierung
des Spinnrotorschafts 200 zu ermöglichen. Sowohl die aktiven magnetischen Radiallager
110 und als auch das aktive magnetische Axiallager 130 werden über ein gemeinsames
elektronisches Regelsystem 300 geregelt. Der Aufbau eines Regelsystems zur Lageregelung
eines Spinnrotorschafts ist üblich. Bei der Lageranordnung 100 nach der vorliegenden
Erfindung liegt die Besonderheit aber darin, dass bei den gezeigten Ausführungsbeispielen
sowohl das jeweilige aktive magnetische Radiallager 110 als auch das aktive magnetische
Axiallager 130 über ein, insbesondere gemeinsames, Regelsystem 300 zur Positionierung
des Spinnrotorschafts 200 in einer stabilen Lagerstellung geregelt wird. Ein solches
Regelsystem 300 umfasst in vorbekannter Weise axiale und radiale Positionssensoren
zum Erfassen der radialen bzw. axialen Position des Spinnrotorschafts 200 sowie einen
damit gekoppelten Messverstärker zum Verstärken der von den Sensoren übertragenen
Messsignale und einem Signalprozessor zum Verarbeiten der Messsignale. Der Signalprozessor
ist ausgangsseitig mit einem Leistungsverstärker gekoppelt, über welchen entsprechende
Regelsignale zum Verbringen des Spinnrotorschafts 200 aus einer Ist- in eine Sollposition
ausgegeben und an die aktiven magnetischen Radial- 110 und Axiallager 130 übertragen
werden.
[0037] Zur Regelung dieser aktiven magnetischen Lager können vorzugsweise auch mehr als
ein Regelsystem zum Einsatz kommen. Dabei können in besonders bevorzugter Weise ein
oder mehrere Regelsysteme redundant ausgelegt sein, um sowohl bei Defekt eines Regelsystems
die entsprechende Regelung der davon geregelten Komponenten zu übernehmen, als auch
optional oder alternativ während des Betriebes die Regelung des einen Regelsystems
zu überprüfen.
[0038] Die Lageranordnung 100 nach diesem ersten Ausführungsbeispiel weist darüber hinaus
ein beispielsweise aus dem Dokument
DE 10 2007 028 935 A1 vorbekanntes axiales Begrenzungslager 140 auf, welches einen axialen Positionssensor
trägt, der mit dem Regelsystem 300 gekoppelt ist und auf das Schaftende 210 wirkt.
Das Schaftende 210 weist für die Funktion der Begrenzung ein von diesem entlang der
Rotationsachse abragenden, in das Begrenzungslager 140 hineinragenden Fortsatz 212
auf.
[0039] Der Spinnrotorschaft 200 ist vollständig als glatte Welle kreiszylindrisch ausgebildet.
Der den Kreiszylinder definierende Außendurchmesser des Spinnrotorschafts 200 wird
dabei durch keinen dem Spinnrotorschaft 200 zugeordneten, von diesem radial abragenden
Vorsprung überragt. Dadurch kann die Lageranordnung 100 in radialer Lagerrichtung
äußerst kompakt ausgebildet werden. Ferner kann ein Austausch des Spinnrotorschafts
200 problemlos vorgenommen werden.
[0040] Der Spinnrotorschaft 200 weist an seinem Schaftende 210, welches dem Rotortassen
seitigen Ende abgewandt ist, im Bereich des aktiven magnetischen Axiallagers 130 jeweils
eine Einschnürung auf, durch welche die Mantelfläche 202 in einem jeweiligen dem aktiven
magnetischen Axiallager 130 gegenüberliegenden Abschnitt 204, 206 querschnittlich
stufenartig ausgebildet ist. Die stufenartige Kontur bewirkt eine Erzeugung von Reluktanzkräften,
welche bei entsprechender Regelung des aktiven magnetischen Axiallagers 130 eine Korrektur
der axialen Position des Spinnrotorschafts 200 ermöglichen.
[0041] Im Bereich des Motors 120 ist der Spinnrotorschaft 200, wie vorstehend beschrieben,
mit einem Permanentmagneten 124 im Rotor des Motors 120 versehen. Im jeweiligen Bereich
der aktiven magnetischen Radiallager 110 ist ein Magnetflussleitendes Material in
der Mantelfläche 202 des Spinnrotorschafts 200 eingelassen.
[0042] Das mit Figur 2 gezeigte zweite Ausführungsbeispiel unterscheidet sich von dem ersten
Ausführungsbeispiel lediglich durch die Ausgestaltung des Motors. Bei dem zweiten
Ausführungsbeispiel ist ein lagerloser Motor 150 eingesetzt, welcher neben der Antriebskomponente
auch eine radiale Lagerkomponente übernimmt, wodurch die Lageranordnung 100 nach dem
zweiten Ausführungsbeispiel gegenüber der Lageranordnung 100 nach dem ersten Ausführungsbeispiel
um ein aktives magnetisches Radiallager körperlich reduziert ist. Ein solcher lagerloser
Motor 150 ist in üblicher Weise derart ausgestaltet, dass ein vierpoliges Tragfeld
gegenüber einem zweipoligen Rotorfeld erzeugt wird, so dass die zur radialen Lagerung
benötigten Magnetkräfte im Aktivteil des lagerlosen Motors 150 erzeugt werden können.
Die Verwendung des lagerlosen Motors 150 erlaubt eine Vereinfachung des Aufbaus der
Lageranordnung. Lediglich der Positionssensor sowie die Lageregelung durch das Regelsystem
300 bleiben erhalten.
[0043] Mit Figur 3 wird ein drittes Ausführungsbeispiel einer Lageranordnung 100 gezeigt,
welches sich von dem zweiten Ausführungsbeispiel durch eine weitere Reduzierung eines
aktiven magnetischen Radiallagers sowie durch eine veränderte Anordnung der Elektromagnete
131, 132 des aktiven magnetischen Axiallagers 130 unterscheidet. Die Elektromagnete
131, 132 sind beidseits des lagerlosen Motors 150 angeordnet. Diese Lageranordnung
100 ist insbesondere vorteilhaft für kurze Spinnrotorschäfte 200. Aufgrund der Tatsache,
dass das aktive magnetische Axiallager 130 neben einer axialen Magnetkraftkomponente
auch eine radiale Magnetkraftkomponente im Betrieb erzeugt, kann die radiale Magnetkraftkomponente
zum radialen Lagern des Spinnrotorschafts 200 genutzt werden.
[0044] Der Spinnrotorschaft 200 nach diesem dritten Ausführungsbeispiel unterscheidet sich
von den Spinnrotorschäften 200 nach dem ersten und zweiten Ausführungsbeispiel durch
die Ausbildung der querschnittlich stufenartigen Mantelfläche 202 in einem der geänderten
Anordnung des aktiven magnetischen Axiallagers 130 gerecht werdenden anderen Abschnitt
des Spinnrotorschafts 200.
[0045] Figur 4 zeigt im Unterschied zu dem zweiten Ausführungsbeispiel eine Lageranordnung
100 nach einem vierten Ausführungsbeispiel mit einer alternativen Ausgestaltung des
aktiven magnetischen Axiallagers 130 und des zugeordneten Schaftendes 210 des Spinnrotorschafts
200. Diese Variante kann insbesondere in alternativer Weise auch in einem der anderen
beiden Ausführungsbeispiele Verwendung finden. Die alternative Variante des aktiven
magnetischen Axiallagers 130 ist angeordnet, dem stirnseitigen Schaftende 210 des
zu lagernden Spinnrotorschafts 200 gegenüber zu liegen, und umfasst einen permanentmagnetischen
Südpol 136 zum Beaufschlagen des stirnseitigen Schaftendes 210 mit einer Magnetkraft
und einen Elektromagneten 133 zum bedarfsgerechten Überlagern der permanentmagnetischen
Kraft. Der Spinnrotorschaft 200 nach diesem vierten Ausführungsbeispiel weist an dem
zur gegenüberliegenden Anordnung zu dem aktiven magnetischen Axiallager 130 vorgesehenen
stirnseitigen Schaftende 210 einen permanentmagnetischen Nordpol 208 zum Erzeugen
einer zwischen den unterschiedlichen permanentmagnetischen Polen wirkenden magnetischen
Anziehungskraft auf. Der permanentmagnetische Nordpol 208 ist in das stirnseitige
Schaftende 210 eingelassen.
[0046] Ferner ist die Lageranordnung 100 nach dem vierten Ausführungsbeispiel ausgelegt,
den Spinnrotorschaft 200 in einer der magnetischen Anziehungskraftwirkungsrichtung
entgegengesetzten Richtung magnetisch vorgespannt zu lagern. Dies kann beispielhaft
dadurch erreicht werden, dass in einem betriebslosen Zustand des lagerlosen Motors
150 die im Stator vorgesehene Wicklung 152 in axialer Lagerrichtung versetzt zu dem
Rotor 154 angeordnet wird. In einem Betriebszustand des lagerlosen Motors 150 werden
dann in axialer Lagerrichtung wirkende magnetische Vorspannkräfte erzeugt, die entgegen
der Anziehungskraft des aktiven magnetischen Axiallagers 130 wirken. Der Versatz ist
insbesondere derart gewählt, dass im dargestellten Betriebszustand der Lageranordnung
100 der Versatz zwischen Wicklung 152 und Rotor 154 aufgehoben ist.
[0047] Figur 5 zeigt mit dem fünften Ausführungsbeispiel eine alternative Variante zu dem
vierten Ausführungsbeispiel mit dem einzigen Unterschied, dass der Spinnrotorschaft
200 anstelle eines permanentmagnetischen Pols ein Magnetflussleitendes Material 207
aufweist, welches in magnetischer Wechselwirkung mit dem permanentmagnetischen Südpol
136 des aktiven magnetischen Axiallagers 130 steht.
[0048] Figur 6 zeigt ein sechstes Ausführungsbeispiel mit einer zu dem vierten Ausführungsbeispiel
alternativen Variante eines aktiven magnetischen Axiallagers 130 und eines dafür vorgesehenen
Spinnrotorschafts 200. Das aktive magnetische Axiallager 130 weist ein Magnetflussleitendes
Material 135 auf, welches angeordnet ist, einem permanentmagnetischen Südpol 208,
welcher in dem stirnseitigen Schaftende 210 des Spinnrotorschafts 200 angeordnet ist,
gegenüber zu liegen, um in axialer Lagerrichtung des Spinnrotorschafts 200 magnetische
Anziehungskräfte zu erzeugen.
[0049] Des Weiteren ist dem aktiven magnetischen Axiallager 130 ein Elektromagnet 133 zugeordnet,
der angeordnet ist, wie die Elektromagnete 131, 132 der ersten bis dritten Ausführungsbeispiele
einem stufenartigen Mantelflächenabschnitt 209 gegenüber zu liegen, um in axialer
Lagerrichtung Reluktanzkräfte erzeugen zu können. Der Elektromagnet 133 ist eingerichtet
und ansteuer- sowie regelbar, in axialer Lagerrichtung der magnetischen Anziehungskraft
entgegengerichtete regelbare Kräfte zur Stabilisierung der axialen Lagerposition des
Spinnrotorschafts 200 zu erzeugen. Dadurch kann der Aufbau der Lageranordnung 100
im Vergleich zu dem vierten und fünften Ausführungsbeispiel vereinfacht werden, da
der dem aktiven magnetischen Axiallager 130 zugeordnete Elektromagnet 133 in dieser
Anordnung und Wirkweise in vorteilhafter Weise die vorstehend beschriebene magnetische
Vorspannung ersetzt.
[0050] In einer nicht dargestellten alternativen Weise zu dem sechsten Ausführungsbeispiel
kann das Magnetflussleitende Material des aktiven magnetischen Axiallagers 130 gemäß
einem weiteren Ausführungsbeispiel durch einen permanentmagnetischen Pol ersetzt werden,
welcher unterschiedlich zu dem in dem stirnseitigen Schaftende 210 angeordneten permanentmagnetischen
Pol 208 magnetisiert ist. Weiterhin alternativ kann nach einem weiteren Ausführungsbeispiel
das stirnseitige Schaftende 210 anstelle des permanentmagnetischen Pols ein Magnetflussleitendes
Material aufweisen, wobei das aktive magnetische Axiallager 130 dem Magnetflussleitenden
Material gegenüberliegend einen permanentmagnetischen Pol aufweist. Grundsätzlich
ist jegliche Variante denkbar, solange zwischen dem stirnseitigen Schaftende 210 des
Spinnrotorschafts 200 und der diesem gegenüberliegende Komponente des aktiven magnetischen
Axiallagers 130 eine in axialer Lagerrichtung wirkende magnetische Anziehungskraft
erzeugbar ist.
[0051] Die beschriebenen und in den Figuren gezeigten Ausführungsbeispiele sind nur beispielhaft
gewählt. Unterschiedliche Ausführungsbeispiele können vollständig oder in Bezug auf
einzelne Merkmale miteinander kombiniert werden. Auch kann ein Ausführungsbeispiel
durch Merkmale eines weiteren Ausführungsbeispiels ergänzt werden. So sind beispielsweise
die Anordnungen der aktiven magnetischen Radiallager und/oder des aktiven magnetischen
Axiallager nicht auf die in den Figuren 1 bis 6 gezeigten Darstellungen beschränkt.
Auch kann das aktive magnetische Axiallager 130 dergestalt sein, dass die Wicklungen
134 der jeweiligen Elektromagnete 131, 132 parallel zu einer Rotationsachse 220 des
Spinnrotorschafts 200 verlaufen. Ferner können grundsätzlich bei allen Ausführungsbeispielen
übliche vorbekannte Fang- und/oder Begrenzungslager vorgesehen sein, um einen sicheren
Betrieb des Spinnrotorschafts 200 durch Verhindern eines Ausreißens des Spinnrotorschafts
200 bspw. im Defektfall der Lageranordnung 100 zu gewährleisten.
[0052] Umfasst ein Ausführungsbeispiel eine "und/oder" Verknüpfung zwischen einem ersten
Merkmal und einem zweiten Merkmal, so kann dies so gelesen werden, dass das Ausführungsbeispiel
gemäß einer Ausführungsform sowohl das erste Merkmal als auch das zweite Merkmal und
gemäß einer weiteren Ausführungsform entweder nur das erste Merkmal oder nur das zweite
Merkmal aufweist.
1. Lageranordnung (100) für einen Spinnrotorschaft (200) einer Offenend-Spinnvorrichtung,
wobei die Lageranordnung (100) zumindest ein mittels eines elektronischen Regelsystems
(300) beeinflussbares aktives magnetisches Radiallager (110) für den Spinnrotorschaft
(200) umfasst, dadurch gekennzeichnet, dass die Lageranordnung (100) ein mittels des oder eines weiteren elektronischen Regelsystems
(300) beeinflussbares aktives magnetisches Axiallager (130) für den Spinnrotorschaft
aufweist.
2. Lageranordnung (100) nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, dass die Lageranordnung (100) einen lagerlosen Motor (150) zum Antrieb des Spinnrotorschafts
(200) umfasst, welcher ferner als ein weiteres oder als das zumindest eine aktive
magnetische Radiallager eingerichtet ist.
3. Lageranordnung (100) nach Anspruch 1 oder 2, dadurch gekennzeichnet, dass das aktive magnetische Axiallager (130) angeordnet ist, einem querschnittlich stufenförmigen
Mantelflächenabschnitt (204, 206) des zu lagernden Spinnrotorschafts (200) gegenüber
zu liegen, wobei das aktive magnetische Axiallager (130) zumindest einen ersten Elektromagneten
(131) zur gegenüberliegenden Anordnung eines ersten querschnittlich stufenförmigen
Mantelflächenabschnitts (204) zum Erzeugen einer innerhalb des zu lagernden Spinnrotorschafts
(200) entlang seiner Rotationsachse (220) gerichteten ersten Magnetkraftwirkung und
einen zweiten Elektromagneten (132) zur gegenüberliegenden Anordnung eines zweiten
querschnittlich stufenförmigen Mantelflächenabschnitts (206) zum Erzeugen einer innerhalb
des zu lagernden Spinnrotorschafts (200) entlang der Rotationsachse (220) der ersten
Magnetkraftwirkungsrichtung entgegengesetzt gerichteten zweiten Magnetkraftwirkung
aufweist.
4. Lageranordnung (100) nach Anspruch 3, dadurch gekennzeichnet, dass zumindest der erste (131) oder zweite Elektromagnet (132) angeordnet ist, einem querschnittlich
stufenförmigen Mantelflächenabschnitt (204; 206) des Schaftendes (210) des zu lagernden
Spinnrotorschafts (200) gegenüber zu liegen.
5. Lageranordnung (100) nach Anspruch 1 oder 2, dadurch gekennzeichnet, dass das aktive magnetische Axiallager (130) angeordnet ist, einem stirnseitigen Schaftende
(210) des zu lagernden Spinnrotorschafts (200) gegenüber zu liegen, wobei das aktive
magnetische Axiallager (130) entweder einen permanentmagnetischen Pol (136) zum Beaufschlagen
des stirnseitigen Schaftendes (210) mit einer Magnetkraft oder ein Magnetflussleitendes
Material (135) zum Wechselwirken mit einer von einem in dem stirnseitigen Schaftende
(210) angeordneten permanentmagnetischen Pol (208) ausgehenden Magnetkraft und einen
Elektromagneten (133) zum bedarfsgerechten Überlagern der Magnetkraft aufweist, wobei
die Lageranordnung (100) ausgelegt ist, den Spinnrotorschaft (200) in einer der magnetischen
Magnetkraftwirkungsrichtung entgegengesetzten Richtung magnetisch vorgespannt zu lagern.
6. Lageranordnung (100) nach Anspruch 1 oder 2, dadurch gekennzeichnet, dass das aktive magnetische Axiallager (130) entweder einen permanentmagnetischen Pol
(136) zum Beaufschlagen eines stirnseitigen Schaftendes (210) mit einer Magnetkraft
oder ein Magnetflussleitendes Material (135) zum Wechselwirken mit einer von einem
in dem stirnseitigen Schaftende (210) angeordneten permanentmagnetischen Pol (208)
ausgehenden Magnetkraft und einen Elektromagneten (133) zum Erzeugen einer die Magnetkraft
überlagernde stabilisierende axiale elektromagnetische Kraft aufweist, wobei der permanentmagnetische
Pol (136) bzw. das Magnetflussleitende Material (135) angeordnet ist, einem stirnseitigen
Schaftende (210) des Spinnrotorschafts (200) gegenüber zu liegen und der Elektromagnet
(133) angeordnet ist, einem querschnittlich stufenförmigen Mantelflächenabschnitt
des Spinnrotorschafts (200) gegenüber zu liegen.
7. Spinnrotorschaft (200) zur aktiven magnetischen Lagerung in einer Lageranordnung (100)
nach einem der Ansprüche 1 bis 6, dadurch gekennzeichnet, dass der Spinnrotorschaft (200) wenigstens in Schaftabschnitten, durch welche im Lagerzustand
elektromagnetische Flüsse zur axialen und radialen Lagerung des Spinnrotorschafts
(200) strömen, aus einem Magnetflussleitenden Material ausgebildet ist.
8. Spinnrotorschaft (200) nach Anspruch 7, dadurch gekennzeichnet, dass der Spinnrotorschaft (200) wenigstens außerhalb der zum Durchleiten der radialen
Lagerung bewirkenden elektromagnetischen Flüsse vorgesehenen Schaftabschnitte als
glatte Welle kreiszylindrisch ausgebildet ist.
9. Spinnrotorschaft (200) nach Anspruch 7 oder 8, dadurch gekennzeichnet, dass wenigstens ein zum axialen Durchleiten des radial ein- und austretenden elektromagnetischen
Flusses ausgebildeter Schaftabschnitt ein von dem Spinnrotorschaft (200) getrenntes
Bauteil ist, welches auf den Spinnrotorschaft (200) montierbar ist.
10. Spinnrotorschaft (200) nach einem der Ansprüche 7 bis 9, dadurch gekennzeichnet, dass der Spinnrotorschaft in Schaftabschnitten, welche zum Zusammenwirken mit einem Fang-
oder Begrenzungslager vorgesehen sind, einen zu benachbarten Schaftabschnitten kleineren
Durchmesser aufweist.
11. Spinnrotorschaft (200) nach einem der Ansprüche 7 bis 10 zur aktiven magnetischen
Lagerung in einer Lageranordnung (100) nach Anspruch 3 oder 4, dadurch gekennzeichnet, dass der Spinnrotorschaft (200) im Wirkungsbereich des ersten (131) und zweiten Elektromagneten
(132) jeweils einen querschnittlich stufenförmig ausgebildeten Mantelflächenabschnitt
(204, 206) zum Erzeugen von zueinander entgegengesetzt gerichteten Reluktanzkräften
aufweist.
12. Spinnrotorschaft (200) nach einem der Ansprüche 7 bis 10 zur aktiven magnetischen
Lagerung in einer Lageranordnung (100) nach Anspruch 5 oder 6, dadurch gekennzeichnet, dass der Spinnrotorschaft (200) an einem zur gegenüberliegenden Anordnung zu dem aktiven
magnetischen Axiallager (130) vorgesehenen stirnseitigen Schaftende (210) aus einem
Magnetflussleitenden Material (207) ausgebildet ist oder einen permanentmagnetischen
Pol (208) zum Erzeugen einer zwischen den permanentmagnetischen Polen (136, 208) bzw.
zwischen dem permanentmagnetischen Pol (136; 208) und dem Magnetflussleitenden Material
(207; 135) wirkenden magnetischen Anziehungskraft aufweist.
13. Spinnrotorantriebseinrichtung für eine Offenend-Spinnvorrichtung umfassend ein Antriebsgehäuse
mit einer Lageranordnung (100) nach einem der Ansprüche 1 bis 6 in Verbindung mit
einem entsprechenden Spinnrotorschaft (200) nach einem der Ansprüche 7 bis 12.