[0001] Die Erfindung betrifft ein Fenstersystem und/oder Türsystem, mit mehreren Fenstern
und/oder Türen, wobei die Fenster und/oder Türen eine nicht zu öffnende Bauart, mindestens
eine Öffnungsart, mindestens ein Format und/oder mindestens eine Sicherheitsklasse
aufweisen.
[0002] Bei Fenstern und Türen ist es bekannt, dass sie in verschiedenen Bauarten, Formaten
und Sicherheitsklassen geliefert und am Montageort eingebaut werden. Die Fenster-
beziehungsweise Türhersteller müssen eine sehr große Artikelvielfalt vorhalten, um
die sich aus den vorgenannten Anforderungen ergebende Kombinationsvielfalt bedienen
zu können. Bei den Bauarten handelt es sich um nicht zu öffnende Fenster beziehungsweise
Türen und bei den Öffnungsarten um verschiedene Möglichkeiten einer Fenster- beziehungsweise
Türöffnung, beispielsweise nur Drehöffnen oder Dreh-Kippöffnen. Hinsichtlich der Sicherheitsklassen
wird zwischen einer Grundsicherheit und einer erhöhten Sicherheit unterschieden. So
sind beispielsweise Fenster mit einer erhöhten Sicherheit weitaus schwieriger bei
einem Einbruchsversuch aufzubrechen als Fenster, die lediglich eine Grundsicherheit
aufweisen.
[0003] Der Erfindung liegt die Aufgabe zugrunde, ein Fenstersystem und/oder Türsystem zur
Verfügung zu stellen, das trotz einem hohen Anforderungsspektrum nur eine relativ
kleine Artikelvielfalt erfordert, sodass die Herstellungskosten und die Lagerhaltungskosten
stark reduziert werden können. Dennoch werden die Marktanforderungen an diese Fenster
und Türen erfüllt.
[0004] Zur Lösung dieser Aufgabe ist bei dem vorgenannten Fenstersystem und/oder Türsystem
vorgesehen, dass die Fenster und/oder Türen mit unter sich baugleichen, jeweils einen
Grundbeschlag bildenden Garniturteilen eines Beschlaggarnitursystems versehen sind.
"Unter sich" bedeutet, dass jeweils alle die Garniturteile, die dieselbe Funktion
erfüllen, für alle Fenster und/oder Türen des Fenster- und/oder Türsystems baugleich
sind. Erfindungsgemäß steht daher ein Grundbeschlag zur Verfügung, der sich aus mehreren
Garniturteilen des Beschlaggarnitursystems zusammensetzt, wobei bei jedem Fenster
und/oder jeder Tür des Fenstersystems beziehungsweise Türsystems baugleiche Garniturteile
eingesetzt werden.
[0005] Demzufolge wird, unabhängig davon, welche Öffnungsart vorliegt beziehungsweise ob
eine nicht zu öffnende Bauart vorliegt, welches Format realisiert wird und bei Einhaltung
der Sicherheit, zumindest der Grundbeschlag bei jedem Fenster und/oder jeder Tür des
jeweiligen Fenstersystems beziehungsweise Türsystems verwendet. Aufgrund der Baugleichheit
der Garniturteile ist die herzustellende und vorzuhaltende Artikelvielfalt bezüglich
des Beschlaggarnitursystems gegenüber dem Stand der Technik erheblich reduziert. In
Bezug auf die nicht zu öffnende Bauart und die mindestens eine Öffnungsart ist bei
den Fenstern und/oder Türen des erfindungsgemäßen Fenstersystems und/oder Türsystems
vorgesehen, dass auch bei einer nicht zu öffnenden Bauart zumindest der Grundbeschlag
eingesetzt wird. Dies hat zur Folge, dass auch ein derartiges Fenster oder eine derartige
Tür einen Flügelrahmen und einen Blendrahmen aufweist, wobei insbesondere im Falzbereich
zwischen diesen beiden Bauteilen zumindest der Grundbeschlag installiert wird, sodass
bezüglich der Bauart des Flügelrahmens und der Bauart des Blendrahmens und im Hinblick
auf den Grundbeschlag keine Unterschiede gegenüber einem Fenster oder einer Tür bestehen,
das/die auf eine bestimmte Art und Weise zu öffnen ist. Vielmehr wird bei der nicht
zu öffnenden Bauart das Fenster beziehungsweise die Tür geschlossen, mittels des Grundbeschlags
und gegebenenfalls weiterer Garniturteile verriegelt und dadurch in einen Zustand
versetzt, dass im Normalbetrieb kein Öffnen mehr möglich ist. Dieses Vorgehen hat
auch zur Folge, dass sich die Optik eines derartigen Fensters oder einer derartigen
Tür nicht unterscheidet von einem zu öffnenden Fenster beziehungsweise einer zu öffnenden
Tür. Die nicht zu öffnende Bauart kann auch - wie üblich - mit "Festverglasung" bezeichnet
werden. Auch unabhängig von dem jeweiligen Format des Fensters und/oder der Tür wird
zumindest der erwähnte Grundbeschlag jeweils verwendet. Ferner wird bezüglich der
Sicherheitsklasse stets eine erhöhte Sicherheit realisiert, sodass die Grundsicherheit
entfällt und alle Fenster und/oder Türen des erfindungsgemäßen Fenstersystems und/oder
Türsystems erhöhten Sicherheitsanforderungen genügen. Die erfindungsgemäß vorgesehenen
Maßnahmen ermöglichen es, dass der Verarbeiter die Vormontage der Fenster und/oder
Türen zum Einbau auf der Baustelle auf ein und derselben Montagelinie durchführen
kann, sodass sich der maschinelle Aufwand erheblich verringert.
[0006] Nach einer Weiterbildung der Erfindung ist vorgesehen, dass der Grundbeschlag aus
mehreren Treibstangen, insbesondere drei Treibstangen, mehreren Eckumlenkungen, insbesondere
drei Eckumlenkungen, und einem Getriebe besteht. Die Treibstangen verbinden insbesondere
die Eckumlenkungen miteinander und dienen ferner zur Verbindung des Getriebes mit
mindestens einer der Eckumlenkungen. Das Getriebe ist wie üblich mit einem Handgriff
bestückbar, mit dem das entsprechende Fenster und/oder die entsprechende Tür betätigt
werden kann.
[0007] Eine Weiterbildung der Erfindung sieht vor, dass die Fenster und/oder Türen jeweils
den Grundbeschlag und in Abhängigkeit ihrer Funktionsart ferner jeweils folgende weitere
Garniturteile aufweisen: einen Axerstulp, einen Axer/ein Axerlager, eine weitere Treibstange,
zwei Kippscheren, zwei Kippaxerarme/zwei Kippaxerstulp und/oder ein Eckband/ein Ecklager,
wobei auch diese weiteren Garniturteile alle entsprechend baugleich ausgebildet sind.
Wird also zumindest ein über den Grundbeschlag hinausgehendes Garniturteil verwendet,
so ist dieses bei allen Fenstern und/oder Türen des Fenstersystems und/oder Türsystems
stets baugleich ausgebildet, gleiches gilt beim Einsatz mehrerer derartiger Garniturteile
pro Fenster/pro Tür. Die über den Grundbeschlag hinausgehenden, genannten Garniturteile
des Beschlaggarnitursystems lassen verschiedene Funktionsarten zu, beispielsweise
ein reines Drehöffnen, ein reines Kippöffnen, ein Dreh-Kippöffnen. Demzufolge ist
vorzugsweise vorgesehen, dass die Öffnungsart, ein Drehöffhen, ein Kippöffnen oder
ein Drehkippöffnen bei dem jeweiligen Fenster beziehungsweise der jeweiligen Tür des
Fenstersystems und/oder Türsystems ist.
[0008] Ferner ist bezüglich der Sicherheitsklasse insbesondere vorgesehen, dass Verschlusszapfen
zumindest am Grundbeschlag als Pilzzapfen ausgebildet sind. Vorzugsweise sind sämtliche
Garniturteile, die Verschlusszapfen benötigen, mit Pilzzapfen bei allen Fenstern und/oder
Türen des Fenstersystems und/oder Türsystems versehen. Diese Pilzzapfen wirken mit
entsprechenden Schließstücken zusammen, um das Fenster beziehungsweise die Tür zu
verriegeln oder zu entriegeln. Vorzugsweise befinden sich die Pilzzapfen am Flügelrahmen
und die Schließstücke am Blendrahmen des entsprechenden Fensters beziehungsweise der
entsprechenden Tür. Die Verlagerung der Pilzzapfen erfolgt durch entsprechend bewegliche
Teile der Garniturteile, angetrieben durch das Getriebe, das mittels des Handgriffs
vom Benutzer betrieben wird. Alternativ oder zusätzlich ist natürlich auch eine motorische
Verlagerung möglich.
[0009] Vorzugsweise ist ferner vorgesehen, dass die Fenster und/oder die Türen jeweils eine
Treibstange auf ihrer Getriebeseite, eine Treibstange auf ihrer Bandseite und eine
Treibstange auf ihrem unteren Horizontalschenkel aufweisen. Die Getriebeseite ist
diejenige, die das Getriebe aufweist und oftmals der Bandseite diametral gegenüberliegt.
Bevorzugt befindet sich das Getriebe am Flügelrahmen und somit auf der Getriebeseite
des Flügelrahmens. Die Bandseite betrifft den Holm des Flügelrahmens, der die Bänder
(Scharniere) insbesondere zum Drehöffnen des Flügelrahmens relativ zum Blendrahmen
ermöglicht. Bei dem unteren Horizontalschenkel handelt es sich vorzugsweise um den
unteren horizontalen Holm des Flügelrahmens des Fensters beziehungsweise der Tür.
[0010] Eine Weiterbildung der Erfindung sieht vor, dass die Treibstangen werksseitig keine
Getriebestanzung und/oder keine Eckumlenkungsstanzung aufweisen. Diese Stanzungen
dienen der Kopplung von Getriebe und/oder Eckumlenkung mit der angrenzenden Treibstange.
Insbesondere ist vorgesehen, dass diese Stanzungen vom Verarbeiter eingebracht werden,
also von demjenigen, der die Fenster beziehungsweise Türen vorbereitet und auf der
Baustelle einbaut. Hierzu werden von dem Verarbeiter die Getriebestanzungen und die
Eckumlenkungsstanzungen bei den Treibstangen der Fenster und/oder Türen vorgesehen,
wobei vorzugsweise ein identisches Stanzbild für die jeweilige einzubringende Getriebestanzung
und die jeweilige einzubringende Eckumlenkungsstanzung realisiert wird, wodurch sich
der Aufwand erheblich reduziert.
[0011] Eine Weiterbildung der Erfindung sieht vor, dass nur das Getriebe, nur der Axerstulp
und/oder nur die Eckumlenkungen jeweils mit einer Mittenfixierung versehen ist/sind.
Gegenüber dem derzeitigen Vorgehen, dass jedes Garniturteil mit einer Mittenfixierung
versehen wird, ist bei dem erfindungsgemäßen System vorgesehen, dass nur noch ganz
bestimmte und somit wenige Bauteile des Beschlaggarnitursystems mit Mittenfixierungen
versehen werden, wodurch der Aufwand reduziert und auch das Losbrechmonent bei der
erstmaligen Inbetriebnahme verkleinert wird. Die Mittenfixierung dient jeweils dazu,
die Garniturteile für die Montage in einem ganz bestimmten Positionszustand zu halten.
Zur Aufnahme des danach erfolgenden Betriebs ist es erforderlich, die Mittenfixierung
"aufzubrechen", um eine Beweglichkeit zu erzielen. Hierzu weist jede Mittenfixierung
eine entsprechende Sollbruchstelle auf.
[0012] Die Zeichnungen veranschaulichen die Erfindung anhand von Ausführungsbeispielen und
zwar zeigt:
- Figur 1
- eine Beschlaggarnitur eines Beschlaggarnitursystems für Fenster eines Fenstersystems
und/oder Türen eines Türsystems in Explosionsdarstellung,
- Figur 2
- Garniturteile des Beschlaggarnitursystems für eine nicht zu öffnende Bauart von Fenstern
und/oder Türen des Fenstersystems und/oder Türsystems,
- Figur 3
- ein nicht zu öffnendes Fenster (Bauart Festverglasung) des Fenstersystems,
- Figur 4
- eine Außenansicht zweier aneinandergrenzender Fenster des Fenstersystems, wobei eines
der Fenster eine nicht zu öffnende Bauart und das andere der Fenster eine Öffnungsart
aufweist,
- Figur 5
- eine Beschlaggarnitur des Beschlaggarnitursystems, die ein reines Kippöffnen von Fenstern
und/oder Türen des Fenstersystems und/oder Türsystems ermöglicht,
- Figur 6
- Garniturteile der Beschlaggarnitur der Figur 5,
- Figur 7
- ein als Eckumlenkung ausgebildetes Garniturteil des Beschlaggarnitursystems sowie
Details davon und
- Figur 8
- eine perspektivische Ansicht auf einen Bereich der Beschlaggarnitur der Figur 1.
[0013] Die Figur 1 zeigt Garniturteile 1 eines Beschlaggarnitursystems 2. Die Garniturteile
1 sind derart in Explosionsdarstellung angeordnet, dass sie bei einem (nicht dargestellten)
Fenster verwendet werden, das als Dreh-Kipp-Fenster ausgebildet ist. Dieses Fenster
weist einen Flügelrahmen und einen Blendrahmen auf. Im Einzelnen handelt es sich bei
den Garniturteilen 1 der Figur 1 um drei Treibstangen 3, drei Eckumlenkungen 4, einem
Getriebe 5, einen Axerstulp 6, einen Axer 7 (auch Axerarm genannt) und ein Eckband
9, wobei diese Garniturteile 1 an dem Flügelrahmen befestigt werden. Ferner weist
die Figur 1 Garniturteile 1 auf, die als Axerlager 8 sowie Ecklager 10 ausgebildet
sind und an dem Blendrahmen befestigt werden.
[0014] Folgende Garniturteile 1 der Figur 1 gehören einem Grundbeschlag 11 an: mehrere der
Treibstangen 3, mehrere der Eckumlenkungen 4 und das Getriebe 5. Dieser Grundbeschlag
11 wird bei allen Fenstern und/oder Türen eines Fenstersystems und/oder Türsystems
eingesetzt, wobei die Fenster und/oder Türen eine nicht zu öffnende Bauart, mindestens
eine Öffnungsart, mindestens ein Format und/oder mindestens eine Sicherheitsklasse
aufweisen. Das Fenstersystem und/oder das Türsystems besteht somit aus einer Vielzahl
von Fenstern und/oder Türen, die sich beispielsweise im Hinblick auf die Öffnungsart
und im Hinblick auf das Format unterscheiden, denn am Einsatzort, also dem jeweiligen
Gebäude, liegen üblicherweise Fensteröffnungen unterschiedlichen Formats vor, in die
passend entsprechende Fenster eingebaut werden sollen. Entsprechendes gilt für Türen.
Erfindungsgemäß werden jedem dieser Fenster und/oder Türen des Fenstersystems und/oder
Türsystems jeweils baugleiche Garniturteile des Grundbeschlags 11 des Beschlaggarnitursystems
zugeordnet.
[0015] Das Fenster (beziehungsweise die Tür) ist in der Figur 1 nicht dargestellt. Auch
sind die sich im Hinblick auf die Größe, also auf das Format und auf die Öffnungsart,
beziehungsweise die nicht zu öffnende Bauart unterscheidenden Fenster und/oder Türen
des Fenstersystems und/oder Türsystem nicht dargestellt, da aufgrund der Gesamtunterlagen
dieser Anmeldung für den Fachmann Klarheit über das Fenstersystem und/oder Türsystem
erzielt ist. Hinsichtlich des Formats besteht eine Größenstaffelung in der Höhe und
der Breite der Fenster und/oder Türen, wobei selbstverständlich die entsprechenden
Garniturteile 1 des Beschlaggarnitursystems 2 mit dem Format entsprechend länger beziehungsweise
kürzer sind, was insbesondere für die Treibstangen 3, den Axerstulp 6 und den Axer
7 gilt. Dieses widerspricht nicht der in den Gesamtunterlagen erläuterten Baugleichheit.
Es ist an dieser Stelle auch nicht erforderlich, die Funktion der verschiedenen Garniturteile
1 des Beschlaggarnitursystems 2 im Einzelnen zu erläutern, da dem Durchschnittsfachmann
klar ist, wie diese Garniturteile 1 eingebaut sind, verwendet werden und funktionieren.
[0016] Wie bereits erläutert, ist die Zusammenstellung der Garniturteile 1 des Beschlaggarnitursystems
2 in der Figur 1 derart ausgelegt, um ein Dreh-Kippöffnen des entsprechenden Fensters
beziehungsweise der entsprechenden Tür zu ermöglichen. Die Figur 2 zeigt Garniturteile
1 des Beschlaggarnitursystems 2 in einer Zusammenstellung, die bei einem Fenster beziehungsweise
einer Tür des Fenstersystems und/oder Türsystems verwendet werden, um eine nicht zu
öffnende Bauart zu realisieren. Das Fenster beziehungsweise die Tür weist in gleicher
Weise wie beim Ausführungsbeispiel der Figur 1 einen Blendrahmen 21 und einen Flügelrahmen
20 auf, wobei der Flügelrahmen 20 mit dem Blendrahmen 21 jedoch mittels des Beschlaggarnitursystems
1 bei der Montage in Schließstellung verriegelt und anschließend dann im normalen
Betrieb nicht mehr betätigt wird. Durch die Verwendung von Flügelrahmen und Blendrahmen
ergibt sich im Hinblick auf die Optik einer nicht zu öffnenden Bauart kein Unterschied
zu einer Situation, die eine Öffnungsart, beispielsweise ein Dreh-Kippöffnen, ein
reines Drehöffnen oder ein reines Kippöffnen ermöglicht. Die Figur 4 gibt ein Beispiel.
Sie zeigt auf der linken Seite ein Fenster 12 in nicht zu öffnender Bauart und auf
der rechten Seite ein Fenster 12 in Dreh-Kipp-Öffhungsbauart. Dennoch ist die Außenansicht
(auch die Innenansicht) der beiden Fenster 12 gleich, was einem Gebäude ein strukturiertes
Erscheinungsbild gibt.
[0017] Gemäß Figur 2 sind bei der nicht zu öffnenden Bauart des Fensters 12 folgende Garniturteile
1 verwendet: vier Treibstangen 3, ein Getriebe 5, drei Eckumlenkungen 4. Die vorstehend
genannten Garniturteile 1 sind dem Flügelrahmen 20 des Fensters 12 zugeordnet. Ferner
sind Schließstücke 13 in der Figur 2 dargestellt, die dem Blendrahmen 21 des Fensters
12 zugeordnet sind. Im Ausführungsbeispiel der Figur 2 sind den Treibstangen 3 Verschlusszapfen
14 zugeordnet, die mit den Schließstücken 13 zusammenwirken können. Alle Verschlusszapfen
14 sind als Pilzzapfen 15 ausgebildet und führen zu einer erhöhten Sicherheitsklasse,
da durch die Pilzzapfen 15 Hintergriffssituationen zu den Schließstücken 13 geschaffen
werden, die üblichen Einbruchsversuchen standhalten.
[0018] Die Anordnung der Figur 2 ist nun so getroffen, dass bei der Montage des entsprechenden
Fensters 12 des Fenstersystems das Getriebe 5 bei geschlossenem Fenster 12 mittels
eines steckbaren Griffs betätigt wird, sodass es zu einer Verriegelungssituation kommt,
das heißt, die Pilzzapfen 15 gehen in Hintergriffsstellung zu den jeweiligen Schließstücken
13. Anschließend wird der Griff abgezogen und - gemäß Figur 3 - ersetzt durch einen
Blindverschluss 16, der mit einem nicht drehbaren Viereckzapfen 17 das Getriebe 5
blockiert und mittels Rastzapfen 18 am Flügelrahmen 20, und zwar auf der Innenseite
von diesem, festgelegt wird. Eine Platte 19 des Blindverschlusses 16 verschließt dann
den Zugang zum Getriebe 5. Damit ist die Verriegelungsstellung des Beschlags der Figur
2, der beim Ausführungsbeispiel der Figur 3 eingesetzt ist, gesichert und bleibt im
Normalbetrieb beibehalten. Nur im Wartungsfalle ist es möglich, wieder eine Betätigung
vorzunehmen, indem zunächst der Blindverschluss 16 entfernt wird und dann mittels
die aufsteckbaren Griffs eine Betätigung des Getriebes 5 erfolgt, um den Verriegelungssitz
der einzelnen Pilzzapfen 15 zu den zugehörigen Schließstücken 13 aufzuheben.
[0019] Auch beim Ausführungsbeispiel der Figur 2, also bei einer nicht zu öffnenden Bauart,
wird der bereits erwähnte Grundbeschlag 11 eingesetzt, bestehend aus mehreren Treibstangen
3, mehreren Eckumlenkungen 4 und dem Getriebe 5.
[0020] Die Figuren 5 und 6 betreffen eine Ausgestaltung des jeweiligen Fensters beziehungsweise
der jeweiligen Tür des Fenstersystems beziehungsweise Türsystems, bei dem Garniturteile
1 des Beschlaggarnitursystems 2 eingesetzt werden, um eine reine Kippfunktion als
Öffnungsart, zu realisieren. Gemäß Figur 5 weist hierzu beispielsweise das jeweilige
Fenster als Garniturteile 1 vier Treibstangen 3, drei Eckumlenkungen 4, zwei Kippscheren
22 sowie zwei Kippaxerarme inklusive Kippaxerstulp 23 auf. Fast alle Treibstangen
3 sind mit Pilzzapfen 15 versehen. Insbesondere weist die untere, horizontal verlaufende
Treibstange 3 Pilzzapfen 15 auf, das heißt, dort am unteren, horizontalen Schenkel
des entsprechenden Fensters beziehungsweise der entsprechenden Tür erfolgt ein Verschluss,
was bei derzeitigen, bekannten Kippbeschlägen nicht der Fall ist. Beim Ausführungsbeispiel
der Figur 5 weist der obere, horizontal verlaufende Bereich der Beschlaggarnitur das
Getriebe 5 auf. Die jeweiligen Pilzzapfen 15 wirken mit Schließstücken 13 zusammen.
Im oberen inneren Bereich der dargestellten Beschlaggarnitur der Figur 5 ist eine
der beiden Kippscheren 22 zur Veranschaulichung nochmals abgebildet. Gleiches gilt
für den unteren inneren Bereich der Beschlaggarnitur der Figur 5, da dort der Kippaxerarm
inklusiv Kippaxerstulp 23 näher dargestellt ist. Auch wie bei den übrigen Ausführungsbeispielen
weist das Beschlagsystem der Figur 5 Garniturteile 1 auf, die dem Grundbeschlag 11
angehören. Dies sind die Treibstangen 3, die Eckumlenkungen 4 und das Getriebe 5.
Um den Kippbetrieb herbeizuführen, wird mittels eines Handgriffs das Getriebe 5 derart
betätigt, dass eine Entriegelung stattfindet. Sodann lässt sich der Flügelrahmen des
Fensters um Kippachsen 24' kippen. Die beiden Kippscheren 22 begrenzen die Kippbewegung.
Die Figur 6 verdeutlicht den Aufbau der Beschlaggarnitur der Figur 5. Dargestellt
ist ein Bereich der Figur 5, nämlich der rechte untere Eckbereich.
[0021] Aus der Figur 1 ist ersichtlich, dass das jeweilige Fenster und/oder die jeweilige
Tür des erfindungsgemäßen Fenstersystems und/oder Türsystems jeweils eine Treibstange
3 auf der Getriebeseite 24, eine Treibstange 3 auf der Bandseite 25 und eine Treibstange
3 auf dem unteren Horizontalschenkel 26 aufweist.
[0022] Die Figur 7 zeigt anhand der im oberen Bereich dargestellten Eckumlenkung 4 eine
Mittenfixierung 27, die sich innerhalb des eingezeichneten Ovals befindet. In der
mittleren und in der unteren Darstellung der Figur 7 wird die Mittenfixierung 27 verdeutlicht.
Sie ist durch einen Vorsprung 28 eines Gehäuses 29 der Eckumlenkung 4 gebildet, wobei
der Vorsprung 28 in eine Ausnehmung 30 einer Anschlussstange 31 der Eckumlenkung 4
ragt. Die Anschlussstange 31 ist über einen Verbinder 32 mit einer zugehörigen Treibstange
3 verbunden. Wird die Treibstange 3 über das Getriebe 5 bewegt, so wird der Vorsprung
28 abgeschert und die Eckumlenkung 4 ist frei betätigbar. Die mittels der Mittenfixierung
27 zunächst fixierte Position ermöglicht eine Montage der Beschlaggarnitur am Fenster
beziehungsweise der Tür in definierter Stellung, sodass im späteren Betrieb eine einwandfreie
Funktion gegeben ist. Bei der Erfindung ist vorgesehen, nur die Eckumlenkungen 4 und/oder
das Getriebe 5 und/oder den Axerstulp 6 jeweils mit einer Mittenfixierung 27 zu versehen,
das heißt, alle übrigen Garniturteile 1 besitzen keine Mittenfixierung 27, wodurch
einerseits die Herstellung vereinfacht ist und andererseits die Inbetriebnahme erleichtert
wird, da bei dem ersten Betätigen nur ein entsprechend niedriges Gesamtabschermoment
zu überwinden ist.
[0023] Die Figur 8 zeigt die Beschlaggarnitur der Figur 1 im Bereich der linken oberen Seite.
Dargestellt ist das Getriebe 5, die Treibstange 3 und ein Kuppelelement 32', das der
Eckumlenkung 4 angehört. Ferner ist ein Kupplungselement 33 ersichtlich, das zum Getriebe
5 gehört. Da die Treibstange 3 das Getriebe 5 mit der Eckumlenkung 4 verbindet und
dazu dient, eine Kraftübertragung vorzunehmen, ist es einerseits erforderlich, das
Getriebe 5 mit der Treibstange 3 zu verbinden und andererseits eine Verbindung zwischen
der Treibstange 3 und der Eckumlenkungen 4 zu schaffen. Dies wird mittels Ausstanzungen
34 und 35 an der Treibstange 3 bewirkt, in die das Kuppelelement 32' beziehungsweise
das Kupplungselement 33 eingreifen, so wie es aus der Figur 8 ersichtlich ist. Wird
das Getriebe 5 mittels des erwähnten Handgriffs betätigt, so verlagert sich das Kupplungselement
33 entlang des Doppelpfeils 36. Da das Kupplungselement 33 in die Ausnehmung 35 eingreift,
wird die Treibstange 3 entsprechend mitgenommen. Das Kuppelelement 32' der Eckumlenkung
4 greift in die Ausstanzung 34 ein und wird dadurch in entsprechender Weise mitgenommen,
sodass die Linearverlagerung der Treibstange 3 zur Betätigung der Eckumlenkung 4 führt.
Die Anordnung ist nun derart getroffen, dass die beiden Ausstanzungen 34 und 35 identisch
ausgebildet sind. Die Ausstanzung 34 bildet eine Eckumlenkungsausstanzung 37 und die
Ausstanzung 35 eine Getriebeausstanzung 38. Demzufolge sind Eckumlenkungsausstanzung
37 und Getriebeausstanzung 38 mit einem identischen Stanzbild hergestellt. Gemäß Figur
8 ist die Anordnung derart getroffen, dass die beiden Ausstanzungen 34 und 35 langlochartig
in Rechteckstruktur erstellt sind, wobei die beiden Längsseiten der Rechteckstruktur
mit Zähnen versehen sind. Diese Zähne können mit entsprechenden Zähnen des Kuppelelements
32' kämmen, wodurch eine Längenverstellmöglichkeit gegeben ist, da die Längserstreckung
des Kuppelelements 32' kleiner ist als die Längserstreckung der Ausnehmung 34. Das
Kupplungselement 33 weist eine Länge auf, die ebenso groß ist, wie die Länge der Ausstanzung
35, sodass die Stirnseiten des Kupplungselements 33 die Mitnahme der Treibstange 3
bewirken. Das Kupplungselement 33 ist schmaler als die Breite der Ausstanzung 35,
mit der Folge, dass von den Zähnen der Längsseiten der Ausstanzung 35 kein Gebrauch
gemacht wird.
[0024] Werksseitig werden weder Eckumlenkungsausstanzung 37 noch Getriebeausstanzung 38
in die Treibstange 3 eingebracht. Dieses Einbringen erfolgt vom Verarbeiter, wobei
aufgrund des identischen Stanzbildes der beiden Ausstanzungen 34 und 35 eine erhebliche
Arbeitserleichterung vorliegt. Die jeweilige Position der Ausstanzungen 34 und 35
wird individuell gewählt, so wie es für den Anwendungsfall erforderlich ist. Die in
Figur 8 dargestellte Kupplung zwischen Treibstange 3 und Eckumlenkung 4 ist in gleicher
Weise auch an den anderen notwendigen Kuppelstellen vorgenommen. So ist eine derartige
Kupplung gemäß dem Ausführungsbeispiel der Figur 1 auch zwischen der Eckumlenkung
4 und dem Axerstulp auf der linken Seite und in gleicher Weise auf der rechten Seite
erforderlich, ferner zwischen der oberen rechten Eckumlenkung 4 und der rechten Treibstange
3, zwischen der linken Treibstange 3 und der unteren linken Eckumlenkung 4 sowie zwischen
der unteren linken Eckumlenkung 4 und der unteren horizontalen Treibstange 3. Entsprechendes
gilt für die anderen Ausführungsbeispiele der Figuren und ebenfalls für die dort jeweils
vorhandene Kupplung des Getriebes 5 mit der zugehörigen Treibstange 3.
1. Fenstersystem und/oder Türsystem, mit mehreren Fenstern und/oder Türen, wobei die
Fenster und/oder Türen eine nicht zu öffnende Bauart, mindestens eine Öffnungsart,
mindestens ein Format und/oder mindestens eine Sicherheitsklasse aufweisen, dadurch gekennzeichnet, dass die Fenster (12) und/oder Türen mit unter sich baugleichen, jeweils einen Grundbeschlag
(11) bildenden Garniturteilen (1) eines Beschlaggarnitursystems (2) versehen sind.
2. Fenstersystems und/oder Türsystem nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, dass der Grundbeschlag (11) aus mehreren Treibstangen (3), insbesondere drei Treibstangen
(3), mehreren Eckumlenkungen (4), insbesondere drei Eckumlenkungen (4), und einem
Getriebe (5) besteht.
3. Fenstersystem und/oder Türsystem nach einem der vorhergehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, dass die Fenster (12) und/oder Türen jeweils den Grundbeschlag (11) und in Abhängigkeit
ihrer Funktionsart ferner jeweils folgende weitere Garniturteile (1) aufweisen: einen
Axerstulp (6), einen Axer (7)/ein Axerlager (8), eine weitere Treibstange (3), zwei
Kippscheren (22), zwei Kippaxerarme/zwei Kippaxerstulp (23) und/oder ein Eckband (9)/ein
Ecklager (10), wobei auch diese weiteren Garniturteile (1) unter sich baugleich ausgebildet
sind.
4. Fenstersystem und/oder Türsystem nach einem der vorhergehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, dass die Öffnungsart ein Drehöffnen, ein Kippöffnen oder ein Drehkippöffnen ist.
5. Fenstersystem und/oder Türsystem nach einem der vorhergehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, dass die Sicherheitsklasse Verschlusszapfen (14) zumindest am Grundbeschlag (11) betrifft,
die als Pilzzapfen (15) ausgebildet sind.
6. Fenstersystem und/oder Türsystem nach einem der vorhergehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, dass die Fenster (12) und/oder Türen jeweils eine Treibstange (3) auf ihrer Getriebeseite
(24), eine Treibstange (3) auf ihrer Bandseite (25) und eine Treibstange (3) auf ihrem
unteren Horizontalschenkel (26) aufweisen.
7. Fenstersystem und/oder Türsystem nach einem der vorhergehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, dass die Treibstangen (3) werksseitig keine Getriebestanzung und/oder keine Eckumlenkungsstanzung
aufweisen.
8. Fenstersystem und/oder Türsystem nach einem der vorhergehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, dass die vom Verarbeiter in die jeweilige Treibstange (3) einzubringende Getriebestanzung
und Eckumlenkungsstanzung mit identischem Stanzbild hergestellt wird.
9. Fenstersystem und/oder Türsystem nach einem der vorhergehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, dass nur das Getriebe (5), nur der Axerstulp (6) und/oder nur die Eckumlenkungen (4) jeweils
mit einer Mittenfixierung (27) versehen ist/sind.