[0001] Die Erfindung betrifft eine Musiksaite gemäß dem Oberbegriff des Patentanspruches
1.
[0002] Musiksaiten weisen einen Saitenkern auf, welcher die Spannung der Musiksaite trägt.
In der Regel weisen Musiksaiten weiters eine Umwicklung auf, welche einen Massebelag
bildet, welche jedoch keine Saitenspannung trägt.
[0003] Es ist bekannt einen Saitenkern einer Musiksaite entweder aus Metalldraht bzw. Metalldrähten,
aus Tierdarm oder aus Kunststofffasern zu bilden, wobei je nach verwendetem Rohmaterial
und Einsatzzweck die unterschiedlichen Ausbildungen Vorteile haben. Hinsichtlich der
Klangqualität, sowie der Möglichkeit Musiksaiten mit möglichst identischen Eigenschaften
herstellen zu können, haben sich insbesondere Kunststofffasern bzw. Kunststofffäden
als Werkstoff für einen Saitenkern einer Musiksaite bewährt.
[0004] Wie alle Musiksaiten, so altern auch Musiksaiten mit einem Saitenkern aus Kunststofffäden
im Betrieb. Dabei verändern die Musiksaiten deren Klangcharakteristik und deren Ansprache
über die Zeitdauer, die der Musiker die betreffende Saite spielt, in der Regel zum
schlechteren hin, bis der Musiker mit der betreffenden Musiksaite nicht mehr zufrieden
ist, und diese auswechselt.
[0005] Bei modernen Musiksaiten mit Kunststoffkernen kommen oftmals Hochleistungskunststoffe
zum Einsatz, welche entsprechend aufwendig in der Herstellung und kostenintensiv sind.
Die Art des Kunststoffes hat dabei erheblichen Einfluss auf die Klangeigenschaften
der Musiksaite. Das häufige Austauschen der Musiksaiten kann für einen Musiker zu
einer erheblicher Kostenbelastung werden, und belastet zudem die Umwelt.
[0006] Aufgabe der Erfindung ist es daher eine Musiksaite der eingangs genannten Art anzugeben,
mit welcher die genannten Nachteile vermieden werden können, welche einen ausgewogenen
Klang und eine lange Lebensdauer aufweist.
[0007] Erfindungsgemäß wird dies durch die Merkmale des Patentanspruches 1 erreicht.
[0008] Dadurch kann eine Musiksaite geschaffen werden, welche eine lange Lebensdauer aufweist.
Dadurch kann eine Musiksaite geschaffen werden, welche über eine lange Zeitdauer einen
guten Klang und eine gute Ansprache, insbesondere bei Anregung der Musiksaite durch
Streichen mittels eines Bogens, aufweist. Durch die beiden Gruppen an Kunststofffäden,
welche sich in deren Eigenschaften unterscheiden, kann ein Verhalten des einen Kunststoffes
durch ein Verhalten des anderen Kunststoffes ausgeglichen bzw. kompensiert werden.
Dadurch kann weiters ein besonders ausgewogener Klang erzielt werden.
[0009] Die Unteransprüche betreffen weitere vorteilhafte Ausgestaltungen der Erfindung.
[0010] Ausdrücklich wird hiermit auf den Wortlaut der Patentansprüche Bezug genommen, wodurch
die Ansprüche an dieser Stelle durch Bezugnahme in die Beschreibung eingefügt sind
und als wörtlich wiedergegeben gelten.
[0011] Die Erfindung wird unter Bezugnahme auf die beigeschlossenen Zeichnungen, in welchen
lediglich bevorzugte Ausführungsformen beispielhaft dargestellt sind, näher beschrieben.
Dabei zeigt:
Fig. 1 eine erste Ausführungsform einer Musiksaite im Querschnitt;
Fig. 2 eine zweite Ausführungsform einer Musiksaite im Querschnitt;
Fig. 3 eine dritte Ausführungsform einer Musiksaite im Querschnitt;
Fig. 4 eine vierte Ausführungsform einer Musiksaite im Querschnitt;
Fig. 5 eine fünfte Ausführungsform einer Musiksaite im Querschnitt;
Fig. 6 eine sechste Ausführungsform einer Musiksaite im Querschnitt; und
Fig. 7 ein Zeit/Dehnungsdiagramm eines Kunststoffes der ersten Gruppe und der zweiten
Gruppe.
[0012] Die Fig. 1 bis 6 zeigen Ausführungsformen einer Musiksaite 1, insbesondere einer
Streichinstrumentenmusiksaite, wobei die Musiksaite 1 wenigstens einen tragenden Saitenkern
2 aufweist, wobei der Saitenkern 2 eine vorgebbare Mehrzahl Kunststofffäden aufweist,
wobei die Kunststofffäden eine erste Gruppe 3 erster Kunststofffäden und eine zweite
Gruppe 4 zweiter Kunststofffäden umfassen, wobei sich die ersten Kunststofffäden in
einer vorgebbaren physikalischen, insbesondere mechanischen, Eigenschaft von den zweiten
Kunststofffäden unterscheiden.
[0013] Dadurch kann eine Musiksaite 1 geschaffen werden, welche eine lange Lebensdauer aufweist.
Dadurch kann eine Musiksaite 1 geschaffen werden, welche über eine lange Zeitdauer
einen guten Klang und eine gute Ansprache, insbesondere bei Anregung der Musiksaite
1 durch Streichen mittels eines Bogens, aufweist. Durch die beiden Gruppen 3, 4 an
Kunststofffäden, welche sich in deren Eigenschaften unterscheiden, kann ein Verhalten
des einen Kunststoffes durch ein Verhalten des anderen Kunststoffes ausgeglichen bzw.
kompensiert werden. Dadurch kann weiters ein besonders ausgewogener Klang erzielt
werden.
[0014] Die in den Figuren 1 bis 6 dargestellten verschiedenen Ausführungsformen sind in
vereinfachter Darstellung abgebildet. Die Proportionen müssen nicht den vorgesehenen
realen Proportionen entsprechen. Zum besseren Verständnis können einzelne Teile in
stark vergrößerter Ansicht bzw. deutlich überzeichneten Proportionen dargestellt sein.
Weiters sind in den Darstellungen die einzelnen Teile der dargestellten Musiksaiten
1 teilweise unmittelbar aneinander anliegend dargestellt, wobei diesbezüglich reale
Musiksaiten 1 partielle Abstände zwischen einzelnen Teilen bzw. an einzelnen Stellen
aufweisen können.
[0015] Ein bevorzugtes Einsatzgebiet derartiger Musiksaiten 1 sind die Instrumente der Geigen-
Familie, daher die Violine oder Geige, die Bratsche oder Viola, das Violoncello oder
Cello, und der Bass bzw. Kontrabass bzw. die Bassgeige. Weitere bevorzugte Instrumente
zum Einsatz erfindungsgemäßer Musiksaiten 1 sind Viola da Gamba und Viola d'Amore.
Derartige, erfindungsgemäße Musiksaiten 1 können für alle gestrichenen Saiteninstrumente
vorgesehen sein.
[0016] Erfindungsgemäße Musiksaiten 1 sind zum Erzeugen tongebender Schwingungen vorgesehen,
wobei ein bestimmter Typ von Musiksaite 1 für den Einsatz bei einer bestimmten Art
von Musikinstrument vorgesehen ist, und weisen des Weiteren einen Stimmton und ein
sog. Stimmgewicht als Merkmale auf, wobei der Stimmton den Grundton angibt, mit welchem
ein Teillängenstück der Musiksaite 1 - innerhalb der Gesamtlänge der Musiksaite 1
zwischen deren Endbereichen - von der Länge der Mensur der bestimmten Art von Musikinstrument
schwingt, wenn die Musiksaite 1 mit dem Stimmgewicht belastet, daher gespannt, ist,
und natürlich zu einer Schwingung angeregt wurde.
[0017] Erfindungsgemäße Musiksaiten 1 weisen einen Saitenkern 2 auf, welcher dazu vorgesehen
und ausgebildet ist die Belastung bzw. die Spannung, welcher die Musiksaite 1 im,
auf einem Musikinstrument aufgespannten Zustand ausgesetzt ist, aufzunehmen.
[0018] Die gegenständliche Musiksaite 1 weist eine im Wesentlichen kreiszylinderförmige
Außenkontur bei gespannter Musiksaite 1 auf.
[0019] Musiksaiten 1 für Streichinstrumente für tiefere Stimmungen weisen in der Regel Umwicklungen
bzw. wenigstens eine Wickellage 7 auf, um den Massebelag der Musiksaite 1 zu erhöhen.
Die Grundfrequenz, mit welcher eine Musiksaite 1 schwingt, hängt von der schwingenden
Länge bzw. Mensur der betreffenden Musiksaite 1, der Kraft, mit welcher die betreffende
Musiksaite 1 gespannt ist, sowie vom Massebelag der Musiksaite 1 ab. Bevorzugt ist
vorgesehen, dass die Musiksaite 1 wenigstens eine erste Wickellage 7 aufweist, welche
wenigstens ein erstes Wickelelement aufweist, wobei das wenigstens eine erste Wickelelement
schraublinienförmig um den Saitenkern 2 gewickelt ist.
[0020] Gemäß einer besonders bevorzugten Ausführungsform ist vorgesehen, dass die Musiksaite
1 wenigstens eine weitere Wickellage aufweist, welche um die erste Wickellage 7 oder
zwischen der ersten Wickellage 7 und dem Saitenkern 2 angeordnet ist.
[0021] Bevorzugt ist das wenigstens eine erste Wickelelement der ersten Wickellage 7, bzw.
weitere Wickelelemente weiterer Wickellagen, als Band, mit im Wesentlichen rechteckigem
Querschnitt und vorgebbarer Kantenausformung ausgebildet, wobei auch vorgesehen sein
kann, mehrere Bänder in Form einer mehrgängigen Schraubenlinie in der ersten Wickellage
7 anzuordnen. Weiters kann vorgesehen sein, dass ein oder mehrere Wickelelemente als
Runddraht ausgebildet sind.
[0022] Besonders bevorzugt ist vorgesehen, dass der wenigstens eine Runddraht oder das wenigstens
eine Band umfassend wenigstens einen Werkstoff ausgewählt aus der Gruppe: Aluminium,
Magnesium, Eisen, Chrom, Nickel, Silizium, Silber, Gold, Platin, Rhodium, Kupfer,
Wolfram, gebildet ist, wobei jeder der genannten Stoffe als Reinstoff im technischen
Sinne aber auch als Bestandteil einer Legierung vorgesehen sein kann. Als besonders
vorteilhaft haben sich Musiksaiten 1 erwiesen, bei welchen der wenigstens eine Runddraht
oder das wenigstens eine Band umfassend wenigstens einer Legierung ausgewählt aus
der Gruppe: Stahl, Aluminium-Magnesiumlegierungen, Aluminium-Magnesium-Manganlegierungen,
Silber-Kupferlegierungen, Silber-Platinlegierungen, Silber-Rhodiumlegierungen, Silber-Palladiumlegierungen,
Eisen-Chrom-Nickel-Silizium-Aluminiumlegierungen, gebildet ist.
[0023] Der Saitenkern 2 weist eine vorgebbare Mehrzahl Kunststofffäden auf. Dabei kann an
sich jede Art Kunststofffäden vorgesehen sein, etwa umfassend Polymerfasern, insbesondere
umfassend Polyamide, Aramidfasern, PEK, PAEK, PEEK, PBT, Polyester, Nylon, Polyethylen,
PET, PEET, PES, PE, PP, POM, PTFE, PVDF, PVDC, HPPE (High Performance Polyethylen),
PA und/oder PVC.
[0024] Die Kunststofffäden des Saitenkerns 2 sind dabei die tragenden Elemente des Saitenkerns
2 und verlaufen im Wesentlichen in Längsrichtung bzw. entlang der Erstreckung der
Musiksaite 1, wobei diese auch eingedreht bzw. miteinander verseilt sein können.
[0025] Es ist vorgesehen, dass die Kunststofffäden des Saitenkerns 2 wenigstens eine erste
Gruppe 3 erster Kunststofffäden und eine zweite Gruppe 4 zweiter Kunststofffäden umfassen,
wobei sich die ersten Kunststofffäden in einer vorgebbaren physikalischen, insbesondere
mechanischen, Eigenschaft von den zweiten Kunststofffäden unterscheiden. Die erste
Gruppe 3 und die zweite Gruppe 4 bilden dabei gemeinsam den Saitenkern 2.
[0026] Besonders bevorzugt ist vorgesehen, dass die physikalische Eigenschaft eine Stoffeigenschaft
ist.
[0027] Dabei ist gemäß einer ersten bevorzugten Ausführung der gegenständlichen Erfindung
vorgesehen, dass die physikalische Stoffeigenschaft ein E-Modul ist, dass die ersten
Kunststofffäden einen E-Modul innerhalb eines ersten E-Modulbereichs, insbesondere
im Wesentlichen einen ersten E-Modul, aufweisen, und dass die zweiten Kunststofffäden
einen E-Modul innerhalb eines zweiten E-Modulbereichs, insbesondere im Wesentlichen
einen zweiten E-Modul, aufweisen. Unterschiedliche E-Module führen bei den elastischen
Dehnungsvorgängen im Zuge der Schwingungen einer Musiksaite 1 zu unterschiedlichen
Kräfteverteilungen und Federsteifigkeiten innerhalb des Saitenkerns 2, und zu einem
ausgewogenen Klangbild. Dadurch kann erreicht werden, dass die Haft- und Gleitreibungsübergänge
innerhalb des Saitenkerns über einen breiteren Zeitbereich erfolgen, und derart weniger
deutlich in Erscheinung treten.
[0028] Die E-Module können sowohl zwischen unterschiedlichen Kunststoffsorten unterschiedlich
sein, als auch innerhalb ein und derselben Kunststoffsorte Unterschiede aufweisen.
[0029] Beispielhaft werden einige typische Bereiche für E-Module einiger Kunststoffsorten
angegeben: PAEK: 2,2 bis 12 GPa, insbesondere 2,6 bis 7,7 GPa; PA: 0,7 bis 6 GPa,
insbesondere 3,8 bis 5,8 GPa; PE: 43 bis 172 GPa, insbesondere 55 bis 81 GPa; PVDF
0,1 bis 7 GPa, insbesondere 2,7 bis 5,2 GPa.
[0030] Da innerhalb der ersten bzw. zweiten Gruppe 3, 4 gewisse statistische Schwankungen
der E-Module der einzelnen Kunststofffäden zu erwarten sind, wird gegenständlich jeweils
auf einen ersten bzw. zweiten E-Modulbereich Bezug genommen.
[0031] Es hat sich hinsichtlich der Paarung der ersten Kunststofffäden und der zweiten Kunststofffäden
als vorteilhaft erwiesen, wenn ein E-Modul innerhalb des ersten E-Modulbereichs wenigstens
103% eines E-Moduls innerhalb des zweiten E-Modulbereichs beträgt, um eine entsprechende
Wirkung durch unterschiedliche E-Module zu erzielen.
[0032] Weiters hat es sich hinsichtlich der Paarung der ersten Kunststofffäden und der zweiten
Kunststofffäden als vorteilhaft erwiesen, wenn ein E-Modul innerhalb des ersten E-Modulbereichs
höchstens das 1750-fache, insbesondere das 245-fache, eines E-Moduls innerhalb des
zweiten E-Modulbereichs beträgt.
[0033] Die Bestimmung eines E-Moduls bzw. Elastizitätsmoduls ist hinlänglich bekannt.
[0034] Gemäß einer zweiten bevorzugten Ausführung der gegenständlichen Erfindung ist vorgesehen,
dass die physikalische Stoffeigenschaft ein Kriechmodul ist, dass die ersten Kunststofffäden
einen Kriechmodul innerhalb eines ersten Kriechmodulbereichs, insbesondere im Wesentlichen
einen ersten Kriechmodul, aufweisen, und dass die zweiten Kunststofffäden einen Kriechmodul
innerhalb eines zweiten Kriechmodulbereichs, insbesondere im Wesentlichen einen zweiten
Kriechmodul, aufweisen. Kriechen bezeichnet die zeitabhängige Längenänderung eines
Werkstoffes und Belastung. Die erste Gruppe 3 und die zweite Gruppe 4 dehnen sich
mit fortdauernder Belastung unterschiedlich. Dies führt zu einer belastungszeitabhängigen
Verlagerung der Belastung von einer der wenigstens zwei Gruppen 3, 4 zur anderen.
Dadurch kann insbesondere die Lebensdauer der Musiksaite 1 verlängert werden.
[0035] Beispielhaft werden einige typische Bereiche für Kriechmodule einiger Kunststoffsorten
angegeben: PAEK: 2500 MPa; PA: 700 MPa; PET: ca. 2000 MPa; PVDF 1750 MPa, PE-HD 400
MPa.
[0036] Da innerhalb der erste bzw. zweiten Gruppe 3, 4 gewisse statistische Schwankungen
der Kriechmodule der einzelnen Kunststofffäden zu erwarten sind, wird gegenständlich
jeweils auf einen ersten bzw. zweiten Kriechmodulbereich Bezug genommen.
[0037] Es hat sich hinsichtlich der Paarung der ersten Kunststofffäden und der zweiten Kunststofffäden
als vorteilhaft erwiesen, wenn ein Kriechmodul innerhalb des ersten Kriechmodulbereichs
wenigstens 103% eines Kriechmoduls innerhalb des zweiten Kriechmodulbereichs beträgt.
[0038] Weiters hat es sich hinsichtlich der Paarung der ersten Kunststofffäden und der zweiten
Kunststofffäden als vorteilhaft erwiesen, wenn ein Kriechmodul innerhalb des ersten
Kriechmodulbereichs höchstens 625% eines Kriechmoduls innerhalb des zweiten Kriechmodulbereichs
beträgt.
[0039] Die Bestimmung des Kriechmoduls erfolgt insbesondere gemäß ISO 899-1 (Zug-Kriechmodul
0,5%; 1000h).
[0040] Unabhängig vom Kriechmodul ist gemäß einer dritten besonders bevorzugten Ausführung
der gegenständlichen Erfindung vorgesehen, dass sich die erste Gruppe 3 derart von
der zweiten Gruppe 4 unterscheidet, dass für eine erste Zeitdauer vom Spannen der
Musiksaite 1 mit einem vorgegebenen Stimmgewicht bis zu einem ersten Zeitpunkt im
Wesentlichen die erste Gruppe 3 das Stimmgewicht trägt, und das nachfolgend im Wesentlichen
die zweite Gruppe 4 das Stimmgewicht trägt. Dabei kann sowohl ein zeitabhängiges Kriechverhalten
als auch ein Relaxationsvorgang Ursache des betreffenden Verhaltens sein, welches
sich in einem unterschiedlichen zeitabhängigen Dehnungsverhalten der ersten und zweiten
Kunststofffäden äußert.
[0041] Dadurch kann ein Saitenkern 2 derart ausgebildet werden, dass zu einem Zeitpunkt,
an dem eine herkömmliche Musiksaite 1 bereits am Ende deren Lebenszyklus angelangt
ist, und durch den Musiker getauscht werden würde, die gegenständliche Musiksaite
1 noch weiter betrieben werden kann.
[0042] Dabei ist, insbesondere zur Bestimmung des Verhaltens bzw. der Auswahl der ersten
und zweiten Kunststofffäden vorgesehen, dass - bei Belastung mit dem Stimmgewicht
- die zeitabhängige Länge eines der ersten Kunststofffäden und die zeitabhängige Länge
eines der zweiten Kunststofffäden lediglich am ersten Zeitpunkt gleich sind.
[0043] Dies kann in einem sog. Zeitstandversuch überprüft werden, bei dem die ersten und
zweiten Kunststofffäden jeweils mit einem konstanten Gewicht belastet werden und deren
Dehnung ermittelt wird. Fig. 7 zeigt ein Diagramm eines solchen Zeitstandversuchs,
wobei zu beachten ist, dass es sich dabei um einen statischen Versuch handelt, bei
welchem der betreffende Kunststofffaden keinen wiederholten Lastwechseln ausgesetzt
wird. Der entsprechende erste Zeitpunkt, welcher bei ca. 450 h liegt, wird bei der
dynamischen Belastung durch das Spielen früher erreicht werden.
[0044] Das betreffende Verhalten kann weiters derart beschrieben bzw. bestimmt werden, dass
ein - unter vorgebbaren ersten Messbedingungen ermittelter - erster Differenzialquotient
der zeitabhängigen Längenänderung eines der ersten Kunststofffäden unterschiedlich
ist zu einem - unter den ersten Messbedingungen ermittelten - zweiten Differenzialquotienten
der zeitabhängigen Längenänderung eines der zweiten Kunststofffäden.
[0045] Alternativ zur Dehnung bei gleichbleibender Kraft gilt insbesondere auch, dass -
bei fortdauernder Belastung eines der ersten Kunststofffäden und eines der zweiten
Kunststofffäden - eine erforderliche erste Kraft um den ersten Kunststofffaden auf
einer vorgebbaren Länge größer einer vorgebbaren Ausgangslänge zu halten vor einer
Schnittzeit der Belastungsdauern größer ist, als eine erforderliche zweite Kraft um
den zweiten Kunststofffaden auf der vorgebbaren Länge größer der vorgebbaren Ausgangslänge
zu halten.
[0046] Beispielhaft seien folgende Werte für erste Zeitpunkte bei statischer Belastung einiger
ausgewählter Paarungen erster und zweiter Kunststofffäden angegeben: PVDF zu PAEK
372 h; HPPE zu PAEK 2339 h; PAEK einer ersten Charge zu PAEK einer zweiten Charge
375 h; HPPE zu PVDF 3041 h.
[0047] Bei den vorstehend beschriebenen Ausbildungen einer Musiksaite 1 ist die physikalische
Eigenschaft eine physikalische Stoffeigenschaft. Alternativ bzw. zusätzlich hiezu
kann vorgesehen sein, dass die physikalische Eigenschaft eine Fadenstärke ist, dass
die ersten Kunststofffäden jeweils im Wesentlichen eine erste Fadenstärke aufweisen,
und dass die zweiten Kunststofffäden jeweils im Wesentlichen eine, von der ersten
Fadenstärke unterschiedliche, zweite Fadenstärke aufweisen. Es hat sich dabei gezeigt,
dass durch unterschiedliche Fadenstärken sowohl ein ausgewogenerer Klang gegenüber
ein derselben Fadenstärken erzielt werden kann, als auch dass dickere Kunststofffäden
über die Zeit deren mechanische Eigenschaften langsamer ändern, als dünnere Kunststofffäden.
[0048] Die einzelnen Kunststofffäden können jeweils Fadenstärken im Bereich zwischen 10
dtex und 1300 dtex aufweisen.
[0049] Jeder Kunststofffaden besteht auch einer vorgebbaren Anzahl an Filamenten. Dabei
kann vorgesehen sein, dass die Kunststofffäden als Monofilament, daher umfassend lediglich
ein Filament, oder als Multifilament, umfassend eine vorgebbare Mehrzahl an Filamenten,
ausgebildet sind.
[0050] Neben bzw. alternativ zu den bereits beschriebenen physikalische Eigenschaften kann
weiters vorgesehen sein, dass die physikalische Eigenschaft eine Filamentanzahl ist,
dass die ersten Kunststofffäden jeweils im Wesentlichen eine erste Filamentanzahl
aufweisen, und dass die zweiten Filamentanzahl jeweils im Wesentlichen eine, von der
ersten Filamentanzahl unterschiedliche, zweite Filamentanzahl aufweisen.
[0051] Insbesondere sind Kombinationen aus unterschiedlicher Filamentanzahl und Fadenstärke
vorgesehen. Nachfolgend werden bevorzugte Kombinationen aus Fadenstärke und Filamentanzahl
angegeben. Dabei bezeichnet der Wert vor dem "f" die Fadenstärke in dtex und der Wert
nach dem "f" die Filamentanzahl:
| 20 f 1 |
185 f 17 |
200 f 12 |
| 110 f 25 |
185 f 30 |
230 f 30 |
| 150 f 8 |
300 f 12 |
300 f 3 |
| 180 f 1 |
400 f 12 |
400 f 200 |
| 185 f 3 |
200 f 8 |
1000 f 50 |
| 185 f 10 |
200 f 10 |
1100 f 40 |
[0052] Bevorzugt ist vorgesehen, dass die ersten und zweiten Kunststofffäden jeweils als
Teil wenigstens eines Faserbündels in dem Saitenkern 2 angeordnet sind, wobei bevorzugt
je Gruppe 3, 4, 5 eine vorgebbare Mehrzahl an Faserbündeln vorgesehen ist.
[0053] Nachfolgend wird eine erste Anzahl bevorzugter Ausführungen von Saitenkernen 2 angegeben:
Gemäß einer ersten bevorzugten Ausführung eines Saitenkerns 2 ist vorgesehen, dass
die erste Gruppe 3 aus zwei Kunststofffäden mit 200 f 12 mit einem ersten E-Modul,
sowie einer zweiten Gruppe 4 aus vier Kunststofffäden mit 185 f 30 mit einem, vom
ersten E-Modul unterschiedlichen, zweiten E-Modul besteht.
[0054] Gemäß einer zweiten bevorzugten Ausführung eines Saitenkerns 2 ist vorgesehen, dass
die erste Gruppe 3 aus sechs Kunststofffäden mit 150 f 8 mit einem ersten E-Modul,
sowie einer zweiten Gruppe 4 aus vier Kunststofffäden mit 110 f 25 mit einem, vom
ersten E-Modul unterschiedlichen, zweiten E-Modul besteht.
[0055] Gemäß einer dritten bevorzugten Ausführung eines Saitenkerns 2 ist vorgesehen, dass
die erste Gruppe 3 aus vier Kunststofffäden mit 1100 f 40 mit einem ersten E-Modul,
sowie einer zweiten Gruppe 4 aus zwei Kunststofffäden mit 200 f 8 mit einem, vom ersten
E-Modul unterschiedlichen, zweiten E-Modul besteht.
[0056] Hinsichtlich der Gesamtstärke des Saitenkerns 2 ist bevorzugt vorgesehen, dass diese
zwischen 300 dtex und 12000 dtex beträgt.
[0057] Nachfolgend werden einige weitere bevorzugte Ausbildungen der ersten und zweiten
Gruppe 3, 4 hinsichtlich konkreter Kunststoffsorten beschrieben.
[0058] Bevorzugt ist vorgesehen, dass, den vorstehend beschriebenen, bevorzugten unterschiedlichen
Eigenschaften entsprechend, die ersten Kunststofffäden aus einem ersten Kunststoff
bestehen, dass die zweiten Kunststofffäden aus einem zweiten Kunststoff bestehen,
und dass der erste Kunststoff ein Kunststoff einer ersten Kunststoffsorte ist und
dass der zweite Kunststoff ein Kunststoff einer, von der ersten Kunststoffsorte unterschiedlichen
zweiten Kunststoffsorte ist.
[0059] Dabei haben sich insbesondere folgende Kombinationen als vorteilhaft erwiesen:
erste Kunststofffäden aus PA und zweite Kunststofffäden aus PAEK
erste Kunststofffäden aus PVDF und zweite Kunststofffäden aus PAEK
erste Kunststofffäden aus PA und zweite Kunststofffäden aus PVDF
erste Kunststofffäden aus PET und zweite Kunststofffäden aus PAEK
erste Kunststofffäden aus PET und zweite Kunststofffäden aus PA
erste Kunststofffäden aus PVDF und zweite Kunststofffäden aus PET
erste Kunststofffäden aus HPPE und zweite Kunststofffäden aus PAEK
erste Kunststofffäden aus HPPE und zweite Kunststofffäden aus PVDF
erste Kunststofffäden aus HPPE und zweite Kunststofffäden aus PA
[0060] Wie bereits dargelegt, hat sich gezeigt, dass innerhalb ein und derselben Kunststoffsorte
teilweise erhebliche Unterschiede der physikalischen Eigenschaften auftreten können.
Es ist daher weiters bevorzugt vorgesehen, dass die ersten Kunststofffäden aus einem
ersten Kunststoff bestehen, dass die zweiten Kunststofffäden aus einem zweiten Kunststoff
bestehen, und dass der erste Kunststoff und der zweite ein Kunststoff ein Kunststoff
derselben Kunststoffsorte sind. Dabei ist selbstverständlich vorgesehen, dass sich
die beiden Kunststoffe ein und derselben Sorte in deren physikalischen Eigenschaften
unterscheiden.
[0061] Dabei haben sich insbesondere folgende Kombinationen als vorteilhaft erwiesen:
erste Kunststofffäden und zweite Kunststofffäden aus PAEK
erste Kunststofffäden und zweite Kunststofffäden aus PA
[0062] Bevorzugt ist vorgesehen, dass die Kunststofffäden des Saitenkerns 2 weiters eine
dritte Gruppe 5 dritter Kunststofffäden umfassen, wobei sich die dritten Kunststofffäden
in einem Wert einer vorgebbaren physikalischen, insbesondere mechanischen, Eigenschaft
von den ersten Kunststofffäden und den zweiten Kunststofffäden unterscheiden.
[0063] Es kann bevorzugt vorgesehen sein, dass die Kunststofffäden des Saitenkerns 2 weitere
entsprechende Gruppen von Kunststofffäden umfassen, welche sich hinsichtlich derer
vorgebbaren physikalischen, insbesondere mechanischen, Eigenschaften, vorzugsweise
den Stoffeigenschaften, von den Kunststofffäden der anderen Gruppen 3, 4 unterscheiden.
Hinsichtlich der bevorzugten Art der Unterscheidung sind die, zu ersten und zweiten
Gruppen 3, 4 angeführten Bedingungen entsprechend anzuwenden.
[0064] Es haben sich insbesondere folgende Kombinationen als vorteilhaft erwiesen:
erste, zweite und dritte Kunststofffäden aus PA
erste und zweite Kunststofffäden aus PAEK, dritte Kunststofffäden aus PA
[0065] Es ist bevorzugt vorgesehen, dass die Kunststofffäden des Saitenkerns 2 mit wenigstens
einem ersten Fluid 6 vorgebbar benetzt sind. Dadurch kann neben der inneren Reibung,
Dämpfung und Bindung auch die altersbedingte Veränderung der Kunststofffäden beeinflusst
werden, etwa über das Maß der physikalischen und/oder chemischen Wechselwirkung des
ersten Fluides mit den Kunststofffäden.
[0066] Weiters ist bevorzugt vorgesehen, dass zwischen dem Saitenkern 2 und der ersten Wickellage
7 wenigstens ein zweites Fluid angeordnet ist, wodurch die Dämpfung sowie die Bindung
weiter beeinflusst werden kann.
[0067] Das erste und/oder zweites Fluid ist dabei bevorzugt umfassend Wachs, insbesondere
Naturwachse, wie etwa Bienenwachs oder Karnaubawachs, und/oder Kunstwachse, wie etwa
Polyolefinwachse, Paraffin, Öl, etwa fette Öle, Mineralöle und/oder Syntheseöle, Harz,
insbesondere Naturharze, etwa Lärchenharz und/oder Fichtenharz, und/oder Kunstharze,
etwa Polyesterharz, Phenolharz und/oder Epoxyharz, ausgebildet, wobei weitere Zusatzstoffe
vorgesehen sein können, etwa Metallpulver.
[0068] Die wenigstens zwei Gruppen 3, 4 können im Saitenkern 2 unterschiedlich angeordnet
sein. Die Fig. 1 bis 6 zeigen jeweils unterschiedliche Ausführungsformen einer Musiksaite
1, welche jeweils einen unterschiedlich ausgebildeten Saitenkern 2, sowie eine erste
Wickellage 7 aufweisen.
[0069] Die Musiksaite 1 gemäß Fig. 1 weist einen Saitenkern 2 auf, bei welchem die ersten
und zweiten Kunststofffäden vermischt sind. Die ersten und zweiten Kunststofffäden
können dabei gleichmäßig vermischt sein. Es kann aber auch vorgesehen sein, dass die
ersten Kunststofffäden glockenkurvenförmig verteilt innerhalb der zweiten Kunststofffäden
bzw. mit diesen gemischt angeordnet sind. Dabei sind dann die ersten Kunststofffäden
im Zentrum des Saitenkerns 2 höher konzentriert als in den Randbereichen des Saitenkerns,
welcher im Wesentlichen durch zweite Kunststofffäden gebildet wird.
[0070] Die Musiksaite 1 gemäß Fig. 2 weist einen Saitenkern 2 auf, bei welchem die erste
Gruppe 3 und die zweite Gruppe 4 jeweils eine Halbkreisfläche des Saitenkernquerschnitts
einnehmen.
[0071] Die Musiksaite 1 gemäß Fig. 3 weist einen Saitenkern 2 auf, bei welchem die erste
Gruppe 3 als Vollkreisfläche innerhalb der ringförmigen zweiten Gruppe 4 angeordnet
ist.
[0072] Die Musiksaite 1 gemäß Fig. 4 weist einen Saitenkern 2 auf, bei welchem eine erste,
eine zweite und eine dritte Gruppe 3, 4, 5 jeweils kreissegmentartig angeordnet sind.
[0073] Die Musiksaite 1 gemäß Fig. 5 weist einen Saitenkern 2 auf, bei welchem die erste
Gruppe 3 und die zweite Gruppe 4 jeweils für sich einen Kreisflächenquerschnitt aufweisen,
und nebeneinander und bevorzugt verdrillt miteinander angeordnet sind. Die erste Gruppe
3 und die zweite Gruppe 4 sind von einem ersten Fluid 6 umgeben.
[0074] Die Musiksaite 1 gemäß Fig. 6 weist einen Saitenkern 2 auf, bei welchem die erste
Gruppe 3 durch einen Strang mit Kreisquerschnitt gebildet wird, welcher von sieben,
jeweils der zweiten Gruppe 4 zugehörigen Strängen mit Kreisquerschnitt umgeben ist.
[0075] Die ersten, zweiten und dritten Gruppen 3, 4, 5 bzw. Kunststofffäden sind bevorzugt
entsprechend den Angaben zu den physikalischen Eigenschaften austauschbar.
[0076] Bevorzugt ist vorgesehen, dass eine der Gruppen 3, 4, 5 bzw. die Kunststofffäden
eben einer der Gruppen 3, 4, 5 wenigstens 1% der Masse der gesamten Kunststofffäden
und/oder der Summenquerschnittsfläche der gesamten Kunststofffäden des Saitenkerns
2 ausmachen. Besonders bevorzugt ist dabei vorgesehen, dass eine der Gruppen 3, 4,
5 bzw. die Kunststofffäden eben einer der Gruppen im Wesentlichen 10% oder 20% oder
30% oder 40% oder 50% oder 60% oder 70% oder 80% oder 90% oder 99% der Masse der gesamten
Kunststofffäden und/oder der Summenquerschnittsfläche der gesamten Kunststofffäden
des Saitenkerns 2 ausmachen.
1. Musiksaite (1), insbesondere Streichinstrumentenmusiksaite, wobei die Musiksaite (1)
wenigstens einen tragenden Saitenkern (2) aufweist, wobei der Saitenkern (2) eine
vorgebbare Mehrzahl Kunststofffäden aufweist, wobei die Kunststofffäden eine erste
Gruppe (3) erster Kunststofffäden und eine zweite Gruppe (4) zweiter Kunststofffäden
umfassen, wobei sich die ersten Kunststofffäden in einer vorgebbaren physikalischen,
insbesondere mechanischen, Eigenschaft von den zweiten Kunststofffäden unterscheiden,
dadurch gekennzeichnet, dass sich die erste Gruppe (3) derart von der zweiten Gruppe (4) unterscheidet, dass für
eine erste Zeitdauer vom Spannen der Musiksaite (1) mit einem vorgegebenen Stimmgewicht
bis zu einem ersten Zeitpunkt im Wesentlichen die erste Gruppe (3) das Stimmgewicht
trägt, und das nachfolgend im Wesentlichen die zweite Gruppe (4) das Stimmgewicht
trägt.
2. Musiksaite (1) nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, dass - bei Belastung mit dem Stimmgewicht - die zeitabhängige Länge eines der ersten Kunststofffäden
und die zeitabhängige Länge eines der zweiten Kunststofffäden lediglich am ersten
Zeitpunkt gleich sind.
3. Musiksaite (1) nach Anspruch 1 oder 2, dadurch gekennzeichnet, dass die physikalische Eigenschaft eine Stoffeigenschaft ist.
4. Musiksaite (1) nach Anspruch 3, dadurch gekennzeichnet, dass die physikalische Stoffeigenschaft ein E-Modul ist, dass die ersten Kunststofffäden
einen E-Modul innerhalb eines ersten E-Modulbereichs, insbesondere im Wesentlichen
einen ersten E-Modul, aufweisen, und dass die zweiten Kunststofffäden einen E-Modul
innerhalb eines zweiten E-Modulbereichs, insbesondere im Wesentlichen einen zweiten
E-Modul, aufweisen.
5. Musiksaite (1) nach Anspruch 4, dadurch gekennzeichnet, dass ein E-Modul innerhalb des ersten E-Modulbereichs wenigstens 103% eines E-Moduls innerhalb
des zweiten E-Modulbereichs beträgt.
6. Musiksaite (1) nach Anspruch 4 oder 5, dadurch gekennzeichnet, dass ein E-Modul innerhalb des ersten E-Modulbereichs höchstens das 1750-fache, insbesondere
das 245-fache, eines E-Moduls innerhalb des zweiten E-Modulbereichs beträgt.
7. Musiksaite (1) nach einem der Ansprüche 3 bis 6, dadurch gekennzeichnet, dass die physikalische Stoffeigenschaft ein Kriechmodul ist, dass die ersten Kunststofffäden
einen Kriechmodul innerhalb eines ersten Kriechmodulbereichs, insbesondere im Wesentlichen
einen ersten Kriechmodul, aufweisen, und dass die zweiten Kunststofffäden einen Kriechmodul
innerhalb eines zweiten Kriechmodulbereichs, insbesondere im Wesentlichen einen zweiten
Kriechmodul, aufweisen.
8. Musiksaite (1) nach Anspruch 7, dadurch gekennzeichnet, dass ein Kriechmodul innerhalb des ersten Kriechmodulbereichs wenigstens 103% eines Kriechmoduls
innerhalb des zweiten Kriechmodulbereichs beträgt.
9. Musiksaite (1) nach Anspruch 7 oder 8, dadurch gekennzeichnet, dass ein Kriechmodul innerhalb des ersten Kriechmodulbereichs höchstens 625% eines Kriechmoduls
innerhalb des zweiten Kriechmodulbereichs beträgt.
10. Musiksaite (1) nach einem der Ansprüche 1 bis 9, dadurch gekennzeichnet, dass die ersten Kunststofffäden aus einem ersten Kunststoff bestehen, dass die zweiten
Kunststofffäden aus einem zweiten Kunststoff bestehen, und dass der erste Kunststoff
ein Kunststoff einer ersten Kunststoffsorte ist und dass der zweite Kunststoff ein
Kunststoff einer, von der ersten Kunststoffsorte unterschiedlichen zweiten Kunststoffsorte
ist.
11. Musiksaite (1) nach Anspruch 10, dadurch gekennzeichnet, dass die ersten Kunststofffäden aus PA und die zweiten Kunststofffäden aus PAEK gebildet
sind, oder dass die ersten Kunststofffäden aus PVDF und die zweiten Kunststofffäden
aus PAEK gebildet sind, oder dass die ersten Kunststofffäden aus PA und die zweiten
Kunststofffäden aus PVDF gebildet sind, oder dass die ersten Kunststofffäden aus PET
und die zweiten Kunststofffäden aus PAEK gebildet sind, oder dass die ersten Kunststofffäden
aus PET und die zweiten Kunststofffäden aus PA gebildet sind, oder dass die ersten
Kunststofffäden aus PVDF und die zweiten Kunststofffäden aus PET gebildet sind, oder
dass die ersten Kunststofffäden aus HPPE und die zweiten Kunststofffäden aus PAEK
gebildet sind, oder dass die ersten Kunststofffäden aus HPPE und die zweiten Kunststofffäden
aus PVDF gebildet sind, oder dass die ersten Kunststofffäden aus HPPE und die zweiten
Kunststofffäden aus PA gebildet sind.
12. Musiksaite (1) nach einem der Ansprüche 1 bis 11, dadurch gekennzeichnet, dass die Kunststofffäden weiters eine dritte Gruppe (5) dritter Kunststofffäden umfassen,
wobei sich die dritten Kunststofffäden in einem Wert einer vorgebbaren physikalischen,
insbesondere mechanischen, Eigenschaft von den ersten Kunststofffäden und den zweiten
Kunststofffäden unterscheiden.
13. Musiksaite (1) nach Anspruch 12, dadurch gekennzeichnet, dass die ersten Kunststofffäden und die zweiten Kunststofffäden und die dritten Kunststofffäden
aus PA gebildet sind, oder dass die ersten Kunststofffäden und die zweiten Kunststofffäden
aus PAEK gebildet sind, und dass die dritten Kunststofffäden aus PA gebildet sind.
14. Musiksaite (1) nach einem der Ansprüche 1 bis 13, dadurch gekennzeichnet, dass die Kunststofffäden des Saitenkerns (2) mit wenigstens einem ersten Fluid (6) vorgebbar
benetzt sind.
15. Musiksaite (1) nach einem der Ansprüche 1 bis 14, dadurch gekennzeichnet, dass die Musiksaite (1) wenigstens eine erste Wickellage (7) aufweist, welche um den Saitenkern
herum angeordnet ist, wobei vorzugsweise zwischen dem Saitenkern (2) und der ersten
Wickellage (7) wenigstens ein zweites Fluid angeordnet ist.