[0001] Die Erfindung betrifft eine Ventiltriebvorrichtung für eine Brennkraftmaschine, eine
Brennkraftmaschine mit einer Motorbremse und ein Verfahren zum Betrieb der Ventiltriebvorrichtung.
[0002] Aus der
DE 10 2007 048 915 A1 ist bereits eine Ventiltriebvorrichtung für eine Brennkraftmaschine bekannt. Die
Ventiltriebvorrichtung umfasst ein axial verschiebbares Nockenelement und eine Verstellvorrichtung.
Die Verstellvorrichtung umfasst ein erstes Eingriffselement, das dazu vorgesehen ist,
das Nockenelement in eine erste Schaltstellung axial zu verschieben. Ferner umfasst
die Verstellvorrichtung ein zweites Eingriffselement, das dazu vorgesehen ist, das
Nockenelement in eine zweite Schaltstellung axial zu verschieben. Die Verstellvorrichtung
weist eine erste Kulissenbahn auf, in welcher das erste Eingriffselement in der ersten
Schaltstellung geführt ist. Des Weiteren weist die Verstellvorrichtung eine zweite
Kulissenbahn auf, in welcher das zweite Eingriffselement in der zweiten Schaltstellung
geführt ist. Das erste Eingriffselement ist mit dem zweiten Eingriffselement zwangsgekoppelt
ausgebildet.
[0003] Der Erfindung liegt insbesondere die Aufgabe zugrunde, einen besonders zuverlässigen
Betrieb einer Brennkraftmaschine zu erzielen. Sie wird durch eine erfindungsgemäße
Ausgestaltung entsprechend den Ansprüchen 1 und 9, sowie durch ein erfindungsgemäßes
Verfahren entsprechend dem Anspruch 10 gelöst. Weiterbildungen der Erfindung ergeben
sich aus den abhängigen Ansprüchen.
[0004] Die Erfindung geht aus von einer Ventiltriebvorrichtung für eine Brennkraftmaschine,
mit einem axial verschiebbaren Nockenelement und mit einer Verstellvorrichtung, die
ein erstes Eingriffselement umfasst, das dazu vorgesehen ist, das Nockenelement in
eine erste Schaltstellung axial zu verschieben, und die ein zweites Eingriffselement
umfasst, das dazu vorgesehen ist, das Nockenelement in eine zweite Schaltstellung
axial zu verschieben, wobei die Verstellvorrichtung eine erste Kulissenbahn aufweist,
in welcher das erste Eingriffselement in der ersten Schaltstellung geführt ist, und
eine zweite Kulissenbahn aufweist, in welcher das zweite Eingriffselement in der zweiten
Schaltstellung geführt ist, wobei das erste Eingriffselement mit dem zweiten Eingriffselement
zwangsgekoppelt ausgebildet ist.
[0005] Es wird vorgeschlagen, dass die Verstellvorrichtung eine Auslösevorrichtung umfasst,
die dazu vorgesehen ist, das erste Eingriffselement in der zweiten Schaltstellung
entgegen einer Rückstellkraft festzuhalten. Dadurch kann ein besonders sicherer Motorbetrieb,
insbesondere auch bei einem Ausfall der Auslösevorrichtung, erreicht werden. Zusätzliche
Auslösevorrichtungen können vorteilhaft vermieden werden. Ferner können besonders
zuverlässig häufige Wechsel der Schaltstellungen durchgeführt werden, was besonders
vorteilhaft für eine Motorbremse einer Bremskraftmaschine, insbesondere eines Lastkraftfahrzeugs,
ist. Die Ventiltriebvorrichtung ist vorzugsweise für eine Brennkraftmaschine eines
Lastkraftfahrzeugs vorgesehen.
[0006] Das Nockenelement ist vorzugsweise drehbar und axial verschiebbar gelagert. Unter
einem "drehbar und axial verschiebbar gelagerten Nockenelement" soll insbesondere
ein Nockenelement verstanden werden, das drehbar und axial verschiebbar gegenüber
einem Zylinderkopf oder einem anderen ortsfest angeordneten Bauteil der Brennkraftmaschine
gelagert ist. Vorzugsweise nimmt ein Lagerelement das Nockenelement drehbar auf und
ist, insbesondere gemeinsam mit dem Nockenelement, axial verschiebbar in dem Zylinderkopf
gelagert. Der Begriff "axial" ist insbesondere auf eine Hauptrotationsachse des Nockenelements
bezogen, sodass der Ausdruck "axial" insbesondere eine Richtung bezeichnet, die parallel
oder koaxial zu der Hauptrotationsachse verläuft. Ferner ist der Begriff "radial"
insbesondere auf die Hauptrotationsachse des Nockenelements bezogen, sodass der Ausdruck
"radial" insbesondere eine Richtung bezeichnet, die senkrecht zu der Hauptrotationsachse
verläuft.
[0007] Das Nockenelement ist vorzugsweise zur Ventilhubumschaltung axial verschiebbar. Unter
einer "Ventilhubumschaltung" soll insbesondere eine diskrete Umschaltung zwischen
zumindest zwei Ventilbetätigungskurven, die eine Betätigung zumindest eines Gaswechselventils
definieren, verstanden werden. Unter einem "Nockenelement" soll insbesondere ein Element
verstanden werden, das zumindest einen Nocken zu einer Betätigung eines Gaswechselventils
aufweist. Bevorzugt ist lediglich das erste Eingriffselement zu einer axialen Verschiebung
des Nockenelements in zwei entgegengesetzte Richtungen vorgesehen. Unter einer "ersten
Schaltstellung" soll in diesem Zusammenhang insbesondere eine Betriebsstellung verstanden
werden. Unter einer "zweiten Schaltstellung" soll in diesem Zusammenhang insbesondere
eine Auslösestellung und/oder eine Motorbremsstellung verstanden werden. Bevorzugt
ist die Rückstellkraft zumindest im Wesentlichen konstant. Unter "vorgesehen" soll
insbesondere speziell ausgebildet, ausgelegt, ausgestattet und/oder angeordnet verstanden
werden.
[0008] In einer weiteren Ausgestaltung der Erfindung wird vorgeschlagen, dass die Auslösevorrichtung
einen Elektromagneten umfasst, der dazu vorgesehen ist, das erste Eingriffselement
in der zweiten Schaltstellung entgegen der Rückstellkraft festzuhalten. Vorteilhaft
ist die Auslösevorrichtung dazu vorgesehen, eine Auslösekraft bereitzustellen, die
vom Nockenelement ausgehend radial verläuft. Dadurch kann eine besonders langlebige
und schnelle Aktivierung und/oder Beibehaltung der zweiten Schaltstellung erreicht
werden. Dies ist besonders vorteilhaft, wenn die Ventiltriebvorrichtung für einen
Motorbremsvorgang eingesetzt wird.
[0009] Des Weiteren wird vorgeschlagen, dass die Auslösevorrichtung eine Rückstellfeder
umfasst, die zur Ausübung der Rückstellkraft auf das erste Eingriffselement in Richtung
der ersten Kulissenbahn vorgesehen ist. Vorzugsweise bildet die Rückstellfeder eine
Schraubendruckfeder aus. Weiterhin vorteilhaft ist die Rückstellkraft radial in Richtung
des Nockenelements ausgerichtet. Dadurch kann die erste Schaltstellung vorteilhaft
ohne eine externe Energiezufuhr aktiviert und/oder beibehalten werden. In einem Störfall
des Elektromagneten kann die erste Schaltstellung zuverlässig eingenommen werden.
[0010] Weiterhin wird vorgeschlagen, dass die Rückstellfeder dazu vorgesehen ist, das erste
Eingriffselement nach einer Abschaltung des Elektromagneten in die erste Kulissenbahn
zur Durchführung eines Schaltvorgangs in die erste Schaltstellung zurückzuführen.
Somit kann ein Betrieb bei einem elektrischen Ausfall des Elektromagneten vorteilhaft
in der ersten Schaltstellung fortgeführt werden. Weiterhin wird zur Durchführung des
Schaltvorgangs in die erste Schaltstellung vorteilhaft keine externe Energie, wie
insbesondere elektrische Energie, benötigt.
[0011] Ferner wird vorgeschlagen, dass die erste Kulissenbahn dazu vorgesehen ist, bei einer
Drehung des Nockenelements in der ersten Schaltstellung das erste Eingriffselement
oszillierend in eine Radialrichtung des Nockenelements zu bewegen. Vorzugsweise weist
die erste Kulissenbahn, über einen Umfangsverlauf betrachtet, verschiedene Abstände
zur Hauptrotationsachse des Nockenelements auf. Dadurch kann das erste Eingriffselement
vorteilhaft in Abhängigkeit von einem Drehwinkel des Nockenelements herangeführt werden.
Dadurch kann vorteilhaft eine erhöhte Betriebssicherheit erreicht werden.
[0012] Zudem wird vorgeschlagen, dass das erste Eingriffselement derart zur Auslösevorrichtung
angeordnet ist, dass die Rückstellkraft in einem Bewegungsteilbereich des ersten Eingriffselements
größer ist als eine auf das erste Eingriffselement wirkende Auslösekraft der Auslösevorrichtung.
Unter einer "Auslösekraft" soll in diesem Zusammenhang insbesondere eine Haltekraft
und/oder eine Magnetkraft, insbesondere eine anziehende Magnetkraft, verstanden werden.
Unter einem "Bewegungsteilbereich" soll in diesem Zusammenhang insbesondere ein Teilbereich
eines maximal möglichen Bewegungsbereichs verstanden werden. Die Auslösevorrichtung
wirkt auf das erste Eingriffselement vorzugsweise lediglich in einem Nahbereich mit
einer größeren Auslösekraft als die Rückstellkraft. Dadurch kann ein Schaltvorgang
in einer ungewollten Drehwinkellage des Nockenelements vorteilhaft vermieden werden.
Eine zeitliche Steuerung der Auslösevorrichtung kann vorteilhaft auch unpräzise und/oder
unabhängig von einer Drehwinkellage des Nockenelements erfolgen.
[0013] Des Weiteren wird vorgeschlagen, dass die Verstellvorrichtung ein Hebelelement umfasst,
das das erste Eingriffselement und das zweite Eingriffselement um eine gemeinsame
Schwenkachse lagert. Bevorzugt verläuft die Schwenkachse parallel zur Hauptrotationsachse
des Nockenelements. Dadurch kann bei einfacher konstruktiver Ausgestaltung eine Bewegung
des zweiten Eingriffselements an das erste Eingriffselement gekoppelt werden. Weitere
Auslösevorrichtungen können vorteilhaft vermieden werden. Eine Synchronisation zwischen
einer Bewegung des ersten Eingriffselements und einer Bewegung des zweiten Eingriffselements
kann besonders betriebssicher und langlebig erreicht werden.
[0014] Ferner wird vorgeschlagen, dass die Ventiltriebvorrichtung eine Nockenwelle zur drehfesten
Lagerung des Nockenelements umfasst, wobei die Verstellvorrichtung an einem freien
Längsende der Nockenwelle angeordnet ist. Dadurch kann die Ventiltriebvorrichtung
besonders einfach in eine Brennkraftmaschine integriert werden. Unter einem "freien
Längsende" soll in diesem Zusammenhang insbesondere ein freies Ende bezogen auf eine
Haupterstreckungsrichtung eines Elements verstanden werden.
[0015] Weiterhin wird eine Brennkraftmaschine mit einer Motorbremse, die eine erfindungsgemäße
Ventiltriebvorrichtung aufweist, vorgeschlagen. Hierbei kann eine besonders häufige
Umschaltung des Nockenelements zum zuverlässigen Aktivieren einer Motorbremse erfolgen.
[0016] Zudem wird ein Verfahren zur axialen Verschiebung eines sich drehenden Nockenelements
in zwei entgegengesetzte Richtungen von einer ersten Schaltstellung in eine zweite
Schaltstellung vorgeschlagen, mit einer Verstellvorrichtung, wobei ein erstes Eingriffselement
mit einem zweiten Eingriffselement zwangsgekoppelt ist und wobei das erste Eingriffselement
von einer Auslösevorrichtung in der zweiten Schaltstellung entgegen einer Rückstellkraft
festgehalten wird. Dadurch kann eine besonders hohe Betriebssicherheit erreicht werden.
[0017] Weitere Vorteile ergeben sich aus der folgenden Figurenbeschreibung. In den Figuren
1 bis 9 ist ein Ausführungsbeispiel der Erfindung dargestellt. Die Figuren, die Figurenbeschreibung
und die Ansprüche enthalten zahlreiche Merkmale in Kombination. Der Fachmann wird
die Merkmale zweckmäßigerweise auch einzeln betrachten und zu sinnvollen weiteren
Kombinationen zusammenfassen.
[0018] Dabei zeigen:
- Fig. 1
- eine isometrische Ansicht einer Ventiltriebvorrichtung,
- Fig. 2
- eine weitere isometrische Ansicht der Ventiltriebvorrichtung,
- Fig. 3
- eine Seitenansicht der Ventiltriebvorrichtung in einem maximalen Oszillationswinkel,
- Fig. 4
- die Ventiltriebvorrichtung in einer Schnittdarstellung durch IV - IV,
- Fig. 5
- eine weitere Seitenansicht der Ventiltriebvorrichtung in einem minimalen Oszillationswinkel,
- Fig. 6
- eine Schnittdarstellung der Ventiltriebvorrichtung in einem Auslösevorgang,
- Fig. 7
- eine weitere Schnittdarstellung der Ventiltriebvorrichtung in einem Einrastvorgang,
- Fig. 8
- eine weitere Seitenansicht der Ventiltriebvorrichtung in einem Absetzvorgang und
- Fig. 9
- eine weitere Seitenansicht der Ventiltriebvorrichtung in einem Ausschaltvorgang.
[0019] Die Figuren 1 und 2 zeigen eine Ventiltriebvorrichtung für eine nicht näher gezeigte
Brennkraftmaschine. Die Brennkraftmaschine weist eine Motorbremse auf. Die Ventiltriebvorrichtung
umfasst ein axial verschiebbares Nockenelement 10. Die Ventiltriebvorrichtung weist
eine Nockenwelle 22 auf. Die Nockenwelle 22 ist zur drehfesten Lagerung des Nockenelements
10 vorgesehen. Dazu ist das Nockenelement 10 drehfest mit der Nockenwelle 22 verbunden.
Das Nockenelement 10 ist um eine Hauptrotationsachse 23 drehbar gelagert. Die Nockenwelle
22 ist um die Hauptrotationsachse 23 drehbar gelagert. Die Nockenwelle 22 weist zwei
unterschiedlich ausgestaltete, nicht näher gezeigte Nocken auf. Die unterschiedlichen
Nocken weisen dabei einen gleichen Grundkreisradius auf. Die unterschiedlichen Nocken
sind jeweils für unterschiedliche Betriebsmodi vorgesehen, wie insbesondere für einen
Befeuerungsmodus und für einen Motorbremsmodus.
[0020] Die Ventiltriebvorrichtung weist eine Verstellvorrichtung 11 auf. Die Verstellvorrichtung
11 umfasst ein erstes Eingriffselement 12. Das erste Eingriffselement 12 ist dazu
vorgesehen, das Nockenelement 10 in eine erste Schaltstellung axial zu verschieben.
Das erste Eingriffselement 12 ist zylinderförmig ausgebildet.
[0021] Die Verstellvorrichtung 11 weist eine erste Kulissenbahn 14 auf. Die erste Kulissenbahn
14 weist unterschiedliche Segmente auf. Ein Segment bildet ein erstes Einspursegment
27 aus. Ein weiteres Segment bildet ein erstes Verstellsegment 28 aus. Das erste Einspursegment
27 verläuft in Umfangsrichtung und weist drei in Umfangsrichtung um 120° versetzte
Erhebungen auf. Die erste Kulissenbahn 14 weist somit, über einen Umfangsverlauf betrachtet,
verschiedene Abstände zur Hauptrotationsachse 23 des Nockenelements 10 auf. Läuft
das erste Eingriffselement 12 auf dem ersten Einspursegment 27, führt es während einer
Rotation des Nockenelements 10 eine oszillierende Bewegung aus. Einen maximalen Oszillationswinkel
erreicht das erste Eingriffselement 12 auf einer der Erhebungen. Einen minimalen Oszillationswinkel
erreicht das erste Eingriffselement 12 bei einer Mitte zwischen zwei Erhebungen. Die
erste Kulissenbahn 14 ist dazu vorgesehen, bei einer Drehung des Nockenelements 10
in der ersten Schaltstellung das erste Eingriffselement 12 oszillierend in eine Radialrichtung
19 des Nockenelements 10 zu bewegen.
[0022] Neben dem ersten Einspursegment 27 schließt das erste Verstellsegment 28 an. Das
erste Verstellsegment 28 weist eine Richtung mit einer radialen und einer axialen
Komponente auf. Durch die axiale Komponente kann das Nockenelement 10 axial verschoben
werden. Eine radiale Tiefe des ersten Verstellsegments 28 entspricht einer radialen
Tiefe des ersten Einspursegments 27. Eine radiale Höhe einer ersten Führungswandung
29 des ersten Verstellsegments 28 ist gleichbleibend.
[0023] Die Verstellvorrichtung 11 umfasst ein zweites Eingriffselement 13. Das zweite Eingriffselement
13 ist dazu vorgesehen, das Nockenelement 10 in eine zweite Schaltstellung axial zu
verschieben. Die Verstellvorrichtung 11 ist an einem freien Längsende 26 der Nockenwelle
22 angeordnet. Das zweite Eingriffselement 13 ist zylinderförmig ausgebildet.
[0024] Die Verstellvorrichtung 11 weist eine zweite Kulissenbahn 15 auf. Die zweite Kulissenbahn
15 ist axial zur ersten Kulissenbahn 14 beabstandet. Die zweite Kulissenbahn 15 weist
unterschiedliche Segmente auf. Ein Segment bildet ein zweites Einspursegment 30 aus.
Das zweite Einspursegment 30 verläuft in Umfangsrichtung und weist einen in Umfangsrichtung
gleichbleibenden Abstand zur Hauptrotationsachse 23 auf. Neben dem zweiten Einspursegment
30 schließt ein zweites Verstellsegment 31 an. Das zweite Verstellsegment 31 weist
eine Richtung mit einer radialen und einer axialen Komponente auf. Durch die axiale
Komponente kann das Nockenelement 10 axial verschoben werden. Das zweite Verstellsegment
31 ist weiter von der Hauptrotationsachse 23 beabstandet als das zweite Einspursegment
30.
[0025] Zwischen dem zweiten Einspursegment 30 und dem zweiten Verstellsegment 31 ist über
einen gesamten Umfang eine Stufe ausgebildet. Eine Höhe einer zweiten Führungswandung
32 des zweiten Verstellsegments 31 nimmt in Umfangsrichtung ab. Das zweite Verstellsegment
31 ist dazu vorgesehen, bei einer Aktivierung der zweiten Schaltstellung das zweite
Eingriffselement 13 entlang der zweiten Führungswandung 32 in das Einspursegment 30
zu führen. Das Nockenelement 10 wird dabei axial verschoben. Die zweite Führungswandung
32 schließt einen spitzen Winkel zu einer Hauptrotationsebene des Nockenelements 10
ein. Die Hauptrotationsebene verläuft senkrecht zur Hauptrotationsachse 23.
[0026] Das erste Eingriffselement 12 ist in der ersten Schaltstellung in der ersten Kulissenbahn
14 geführt. Die Ventiltriebvorrichtung befindet sich hierbei in einem Befeuerungsmodus.
Das erste Eingriffselement 12 wird auf der ersten Kulissenbahn 14 in einer radialen
Richtung auf und ab bewegt. Die Figur 3 zeigt das erste Eingriffselement 12 mit einem
maximalen Oszillationswinkel. Dabei ist das erste Eingriffselement 12 der Hauptrotationsachse
23 am nächsten. Wie in der Figur 4 gezeigt, befindet sich erste Eingriffselement 12
zwischen zwei Erhebungen des ersten Einspursegments 27. Eine der Erhebungen drückt
das erste Eingriffselement 12 bei einer weiteren Drehung des Nockenelements 10 weg
von der Hauptrotationsachse 23. Die Figur 5 zeigt das erste Eingriffselement 12 mit
einem minimalen Oszillationswinkel. Dabei ist das erste Eingriffselement 12 am weitesten
von der Hauptrotationsachse 23 beabstandet. Das erste Eingriffselement 12 liegt dabei
auf einer der Erhebungen des ersten Einspursegments 27.
[0027] Das zweite Eingriffselement 13 ist während des Befeuerungsmodus von der zweiten Kulissenbahn
15 beabstandet. Das erste Eingriffselement 12 ist mit dem zweiten Eingriffselement
13 zwangsgekoppelt ausgebildet. Die Verstellvorrichtung 11 umfasst ein Hebelelement
33. Das Hebelelement 33 lagert das erste Eingriffselement 12 und das zweite Eingriffselement
13 um eine gemeinsame Schwenkachse 21. Die gemeinsame Schwenkachse 21 verläuft parallel
zur Hauptrotationsachse 23 des Nockenelements 10.
[0028] Die Auslösevorrichtung 16 umfasst eine Rückstellfeder 18. Die Rückstellfeder 18 belastet
das erste Eingriffselement 12 mit einer Rückstellkraft. Die Rückstellfeder 18 ist
dabei zur Ausübung der Rückstellkraft auf das erste Eingriffselement 12 in Richtung
der ersten Kulissenbahn 14 vorgesehen. Die Rückstellfeder 18 bildet eine Schraubendruckfeder
aus. Die Rückstellkraft ist radial in Richtung des Nockenelements 10 ausgerichtet.
[0029] Die Verstellvorrichtung 11 umfasst eine Auslösevorrichtung 16. Die Auslösevorrichtung
16 ist zur Änderung des Betriebsmodus vorgesehen. Genauer gesagt ist die Auslösevorrichtung
16 zur Aktivierung eines Motorbremsmodus vorgesehen. Die Auslösevorrichtung 16 hält
hierfür das erste Eingriffselement 12 entgegen der Rückstellkraft fest (Fig. 6). Hierzu
umfasst die Auslösevorrichtung 16 einen Elektromagneten 17. Der Elektromagnet 17 ist
dazu vorgesehen, das erste Eingriffselement 12 in der zweiten Schaltstellung entgegen
der Rückstellkraft festzuhalten. Der Elektromagnet 17 ist über ein Kabel 34 elektrisch
ansteuerbar.
[0030] Die Auslösevorrichtung 16 ist dazu vorgesehen, eine Auslösekraft bereitzustellen,
die vom Nockenelement 10 ausgehend radial verläuft. Die Auslösekraft entspricht in
diesem Ausführungsbeispiel einer Magnethaltekraft. Der Elektromagnet 17 ist, radial
von der Hauptrotationsachse 23 ausgehend, hinter dem ersten Eingriffselement 12 angeordnet.
Der Elektromagnet 17 zieht das erste Eingriffselement 12 in einem aktivierten Zustand
an. Der Elektromagnet 17 umfasst eine Magnetspule 24. Der Elektromagnet 17 umfasst
ferner ein Magnetgehäuse 25, in welchem die Magnetspule 24 angeordnet ist. Die Rückstellfeder
18 ist innerhalb des Magnetgehäuses 25 angeordnet. Die Rückstellfeder 18 ist von der
Magnetspule 24 umgeben. Die Rückstellfeder 18 ist koaxial zur Magnetspule 24 angeordnet.
[0031] Das erste Eingriffselement 12 ist dabei derart zur Auslösevorrichtung 16 angeordnet,
dass die Rückstellkraft in einem Bewegungsteilbereich 20 des ersten Eingriffselements
12 größer ist als eine auf das erste Eingriffselement 12 wirkende Auslösekraft der
Auslösevorrichtung 16. Ein Abstand zwischen dem Elektromagneten 17 und eine Magnetkraftkraft
des Elektromagneten 17 sind dabei von einem Fachmann so ausgelegt, dass die Auslösekraft
die Rückstellkraft nur im Bereich des minimalen Oszillationswinkels übersteigt.
[0032] Wird der Elektromagnet 17 beispielsweise im Bereich des maximalen Oszillationswinkel
aktiviert, löst die Auslösevorrichtung 16 nicht aus, da die auf das Eingriffselement
12 wirkende Magnetkraft geringer ist als die Rückstellkraft der Rückstellfeder 18.
Mit einem abnehmenden Oszillationswinkel und der damit verbundenen Annäherung des
ersten Eingriffselements 12 an den Elektromagneten 17 vergrößert sich die Wirkung
der Magnetkraft auf das erste Eingriffselement 12 und übersteigt die Rückstellkraft
schließlich in einem Nahbereich. Daraufhin wird das erste Eingriffselement 12 an den
Elektromagneten 17 herangezogen.
[0033] Durch das Hebelelement 33 wird das zweite Eingriffselement 13 an die zweite Kulissenbahn
15 angelegt. Das Nockenelement 10 wird durch Anlage des zweiten Eingriffselements
13 an der zweiten Führungswandung 32 axial verschoben und bewegt sich dann in das
zweite Einspursegment 30. Dadurch ist das Nockenelement 10 axial verriegelt (Figur
7). Die zweite Schaltstellung ist nun eingenommen. Das erste Eingriffselement 13 liegt
in der zweiten Schaltstellung am Elektromagneten 17 an.
[0034] Zum Zurückschalten in die erste Schaltstellung wird der Elektromagnet 17 abgeschaltet.
Die Rückstellfeder 18 ist dazu vorgesehen, das erste Eingriffselement 12 nach der
Abschaltung des Elektromagneten 17 in die erste Kulissenbahn 14 zur Durchführung des
Schaltvorgangs in die erste Schaltstellung zurückzuführen. Bei einem Ausfall des Elektromagneten
17 erfolgt ebenfalls die Durchführung des Schaltvorgangs in die erste Schaltstellung.
[0035] Wie in der Figur 8 gezeigt, drückt die Rückstellfeder 18 das erste Eingriffselement
12 nach der Abschaltung des Elektromagneten 17 auf die erste Kulissenbahn 14. Das
erste Eingriffselement 12 befindet sich dabei auf axialer Höhe des ersten Verstellsegments
28. Bei einem Erreichen der ersten Führungswandung 29 wird das Nockenelement 10 axial
verschoben (Figur 9). Zuletzt befindet sich das Nockenelement 10 im ersten Einspursegment
27.
Bezugszeichenliste
[0036]
- 10
- Nockenelement
- 11
- Verstellvorrichtung
- 12
- Eingriffselement
- 13
- Eingriffselement
- 14
- Kulissenbahn
- 15
- Kulissenbahn
- 16
- Auslösevorrichtung
- 17
- Elektromagnet
- 18
- Rückstellfeder
- 19
- Radialrichtung
- 20
- Bewegungsteilbereich
- 21
- Schwenkachse
- 22
- Nockenwelle
- 23
- Hauptrotationsachse
- 24
- Magnetspule
- 25
- Magnetgehäuse
- 26
- Längsende
- 27
- Einspursegment
- 28
- Verstellsegment
- 29
- Führungswandung
- 30
- Einspursegment
- 31
- Verstellsegment
- 32
- Führungswandung
- 33
- Hebelelement
- 34
- Kabel
1. Ventiltriebvorrichtung für eine Brennkraftmaschine, mit einem axial verschiebbaren
Nockenelement (10) und mit einer Verstellvorrichtung (11), die ein erstes Eingriffselement
(12) umfasst, das dazu vorgesehen ist, das Nockenelement (10) in eine erste Schaltstellung
axial zu verschieben, und die ein zweites Eingriffselement (13) umfasst, das dazu
vorgesehen ist, das Nockenelement (10) in eine zweite Schaltstellung axial zu verschieben,
wobei die Verstellvorrichtung (11) eine erste Kulissenbahn (14) aufweist, in welcher
das erste Eingriffselement (12) in der ersten Schaltstellung geführt ist, und eine
zweite Kulissenbahn (15) aufweist, in welcher das zweite Eingriffselement (13) in
der zweiten Schaltstellung geführt ist, wobei das erste Eingriffselement (12) mit
dem zweiten Eingriffselement (13) zwangsgekoppelt ausgebildet ist,
dadurch gekennzeichnet, dass
die Verstellvorrichtung (11) eine Auslösevorrichtung (16) umfasst, die dazu vorgesehen
ist, das erste Eingriffselement (12) in der zweiten Schaltstellung entgegen einer
Rückstellkraft festzuhalten und die erste Kulissenbahn (14) dazu vorgesehen ist, bei
einer Drehung des Nockenelements (10) in der ersten Schaltstellung das erste Eingriffselement
(12) oszillierend in eine Radialrichtung (19) des Nockenelements (10) zu bewegen.
2. Ventiltriebvorrichtung nach Anspruch 1,
dadurch gekennzeichnet, dass
die Auslösevorrichtung (16) einen Elektromagneten (17) umfasst, der dazu vorgesehen
ist, das erste Eingriffselement (12) in der zweiten Schaltstellung entgegen der Rückstellkraft
festzuhalten.
3. Ventiltriebvorrichtung nach Anspruch 1 oder 2,
dadurch gekennzeichnet, dass
die Auslösevorrichtung (16) eine Rückstellfeder (18) umfasst, die zur Ausübung der
Rückstellkraft auf das erste Eingriffselement (12) in Richtung der ersten Kulissenbahn
(14) vorgesehen ist.
4. Ventiltriebvorrichtung nach den Ansprüchen 2 und 3,
dadurch gekennzeichnet, dass
die Rückstellfeder (18) dazu vorgesehen ist, das erste Eingriffselement (12) nach
einer Abschaltung des Elektromagneten (17) in die erste Kulissenbahn (14) zur Durchführung
eines Schaltvorgangs in die erste Schaltstellung zurückzuführen.
5. Ventiltriebvorrichtung nach einem der vorhergehenden Ansprüche,
dadurch gekennzeichnet, dass
das erste Eingriffselement (12) derart zur Auslösevorrichtung (16) angeordnet ist,
dass die Rückstellkraft in einem Bewegungsteilbereich (20) des ersten Eingriffselements
(12) größer ist als eine auf das erste Eingriffselement (12) wirkende Auslösekraft
der Auslösevorrichtung (16).
6. Ventiltriebvorrichtung nach einem der vorhergehenden Ansprüche,
dadurch gekennzeichnet, dass
die Verstellvorrichtung (11) ein Hebelelement (33) umfasst, das das erste Eingriffselement
(12) und das zweite Eingriffselement (13) um eine gemeinsame Schwenkachse (21) lagert.
7. Ventiltriebvorrichtung nach einem der vorhergehenden Ansprüche,
gekennzeichnet durch
eine Nockenwelle (22) zur drehfesten Lagerung des Nockenelements (10), wobei die Verstellvorrichtung
(11) an einem freien Längsende (26) der Nockenwelle (22) angeordnet ist.
8. Brennkraftmaschine mit einer Motorbremse, die eine Ventiltriebvorrichtung nach einem
der vorhergehenden Ansprüche aufweist.
9. Verfahren zum Betrieb einer Ventiltriebsvorrichtung gemäss Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, dass
das erste Eingriffselement (12) von einer Auslösevorrichtung (16) in der zweiten Schaltstellung
entgegen einer Rückstellkraft festgehalten wird.
1. Valve train device for an internal combustion engine, comprising an axially displaceable
cam element (10) and an adjusting device (11) comprising a first engagement element
(12) provided for axially displacing the cam element (10) into a first switching position
and a second engagement element (13) provided for axially displacing the cam element
(10) into a second switching position, wherein the adjusting device (11) has a first
gate track (14), in which the first engagement element (12) is guided in the first
switching position, and a second gate track (15), in which the second engagement element
(13) is guided in the second switching position, wherein the first engagement element
(12) is positively coupled to the second engagement element (13), characterised in that
the adjusting device (11) comprises a trigger device (16), which is provided for holding
the first engagement element (12) in the second switching position against a restoring
force, and in that the first gate track (14) is provided for moving the first engagement element (12)
in an oscillating fashion in a radial direction (19) of the cam element (10) at a
rotation of the cam element (10) in the first switching position.
2. Valve train device according to claim 1,
characterised in that
the trigger device (16) comprises a solenoid (17) provided for holding the first engagement
element (12) in the second switching position against the restoring force.
3. Valve train device according to claim 1 or 2,
characterised in that
the trigger device (16) comprises a return spring (18) provided for applying the restoring
force to the first engagement element (12) in the direction of the first gate track
(14).
4. Valve train device according to claims 2 and 3,
characterised in that
the return spring (18) is provided for returning the first engagement element (12)
into the first gate track (14) for executing a switching action into the first switching
position after a switch-off of the solenoid (17).
5. Valve train device according to any of the preceding claims,
characterised in that
the first engagement element (12) is arranged in such a way relative to the trigger
device (16) that the restoring force in a movement sub-region (20) of the first engagement
element (12) is greater than a triggering force of the trigger device (16) which acts
on the first engagement element (12).
6. Valve train device according to any of the preceding claims,
characterised in that
the adjusting device (11) comprises a lever element (33), which mounts the first engagement
element (12) and the second engagement element (13) around a common pivot axis (21).
7. Valve train device according to any of the preceding claims,
characterised by
a camshaft (22) for the non-rotatable mounting of the cam element (10), wherein the
adjusting device (11) is located at a free longitudinal end (26) of the camshaft (22).
8. Internal combustion engine with an engine brake having a valve train device according
to any of the preceding claims.
9. Method for operating a valve train device according to claim 1,
characterised in that
the first engagement element (12) is held by a trigger device (16) in the second switching
position against a restoring force.
1. Dispositif de commande de soupapes pour un moteur à combustion interne, comprenant
un élément de came (10) mobile et un dispositif de réglage (11) qui comprend un premier
élément d'engrenage (12) qui est destiné à déplacer axialement l'élément de came (10)
dans une première position de commutation, et qui comprend un second élément d'engrenage
(13) qui est destiné à déplacer axialement l'élément de came (10) dans une seconde
position de commutation, le dispositif de réglage (11) présentant une première voie
de guidage dans laquelle le premier élément d'engrenage (12) est guidé dans la première
position de commutation, et une seconde voie de guidage (15) dans laquelle le second
élément d'engrenage (13) est guidé dans la seconde position de commutation, le premier
élément d'engrenage (12) est couplé par force au second élément d'engrenage (13),
caractérisé en ce que le dispositif de réglage (11) comprend un dispositif de déclenchement (12) qui est
destiné à fixer le premier élément d'engrenage (12) dans la seconde position de commutation
à l'encontre d'une force de rappel et la première voie de guidage (14) est conçue
pour, lorsque l'élément de came (10) tourne dans la première position de commutation,
déplacer par oscillation le premier élément d'engrenage (12) dans une direction radiale
(19) de l'élément de came (10).
2. Dispositif de commande de soupapes selon la revendication 1, caractérisé en ce que le dispositif de déclenchement (16) comprend un électroaimant (17) qui est destiné
à fixer le premier élément d'engrenage (12) dans la seconde position de commutation
à l'encontre de la force de rappel.
3. Dispositif de commande de soupapes selon la revendication 1 ou la revendication 2,
caractérisé en ce que le dispositif de déclenchement (16) comprend un ressort de force de rappel (18) qui
est destiné à exercer la force de rappel sur le premier élément d'engrenage (12) dans
la direction de la première voie de guidage (14).
4. Dispositif de commande de soupapes selon les revendications 2 et 3, caractérisé en ce que le ressort de force de rappel (18) est destiné à ramener le premier élément d'engrenage
(12) après l'arrêt de l'électroaimant (17) dans la première voie de guidage (14) pour
effectuer une opération de commutation dans la première position de commutation.
5. Dispositif de commande de soupapes selon l'une quelconque des revendications précédentes,
caractérisé en ce que le premier élément d'engrenage (12) est disposé de telle sorte par rapport au dispositif
de déclenchement (16) que la force de rappel dans une zone partielle de déplacement
(20) du premier élément d'engrenage (12) soit supérieure à une force de rappel du
dispositif de déclenchement agissant sur le premier élément d'engrenage (12).
6. Dispositif de commande de soupapes selon l'une quelconque des revendications précédentes,
caractérisé en ce que le dispositif de réglage (11) comprend un élément de levier (33) qui supporte le
premier élément d'engrenage (12) et le second élément d'engrenage (13) autour d'un
axe de pivotement commun.
7. Dispositif de commande de soupapes selon l'une quelconque des revendications précédentes,
caractérisé par un arbre à came (22) destiné à bloquer en rotation l'élément de came (10), le dispositif
de réglage (11) étant disposé sur une extrémité longitudinale libre (26) de l'arbre
à came (22).
8. Moteur à combustion interne comprenant un frein moteur qui présente un dispositif
de commande de soupapes selon l'une quelconque des revendications précédentes.
9. Procédé de fonctionnement d'un dispositif de commande de soupapes selon la revendication
1, caractérisé en ce que le premier élément d'engrenage (12) est fixé par un dispositif de déclenchement (16)
dans la seconde position de commutation à l'encontre d'une force de rappel.