[0001] Die Erfindung betrifft ein Kleidungsstück, insbesondere einen Bodysuit oder einen
Overall für Säuglinge und Kleinkinder, aus elastischem Material zum variablen Einpacken
und zur Schlafförderung eines Säuglings oder Kleinkinds, durch das zumindest Rumpf
und zumindest teilweise Arme des Körpers des Säuglings oder Kleinkinds bedeckbar sind,
und ein Armband zum Befestigen an einen Armabschnitt eines Kleidungsstücks. Zudem
betrifft die Erfindung ein Verfahren zum Herstellen eines Kleidungsstücks.
[0002] Mit Pucken wird eine spezielle Wickeltechnik bezeichnet, mit der Neugeborene eng
eingewickelt werden, um ihnen das Gefühl von Geborgenheit und Enge zu vermitteln,
ähnlich wie in dem Mutterleib während der Schwangerschaft. Im gepuckten Zustand liegen
die Arme des Neugeborenen dabei eng am Körper an, und die Bewegung der Arme und der
Beine ist stark eingeschränkt. Diese Wickeltechnik ist seit langem bekannt, denn schon
in der Antike wurden Kinder ganz eingewickelt z. B. gepuckt.
[0003] Bei Eltern und Hebammen ist das sogenannte Pucken heute weit verbreitet. Dabei werden
die Babys meist nur stundenweise, beispielsweise zum Schlafen, gepuckt. Durch die
beschützende Hülle mit klar erkennbaren und erfühlbaren Grenzen fühlt sich das Baby
behütet und sicher. Gepuckte Babys schlafen oft länger und ruhiger, und die von Kinderärzten
und von der Weltgesundheitsorganisation empfohlene Rückenlage für das Schlafen wird
gefördert, wodurch auch das Risiko eines plötzlichen Kindstods reduziert werden kann,
und auch wenn ein Baby zum Schreien neigt, kann Pucken helfen. Durch die enge Wicklung
und das Gefühl der Geborgenheit schlafen Neugeborene oft länger und ruhiger.
[0004] Üblicherweise wird von den Eltern und Hebammen hierzu ein sogenanntes Pucktuch verwendet,
das meist ein gewöhnliches Tuch oder eine gewöhnliche Decke von ausreichender Erstreckung
ist. Das Baby wird dabei beispielsweise mittig auf das Tuch gelegt, und die beiden
Seiten werden nach innen über das Baby eingeschlagen und unter dem Baby fixiert. Das
Pucktuch besteht aus dehnbarem Textilmaterial. Ferner sind sogenannte Pucksäcke bekannt,
die aus mehreren miteinander vernähten Stofflagen bzw. Tüchern bestehen und die das
Einpu cken des Säuglings vereinfachen sollen. Ein Pucksack sollte der Größe des Kindes
und der Umgebungstemperatur angemessen sein, was zur Folge hat, dass mehrere Pucksäcke
benötigt werden, um unterschiedlichen Temperaturen und dem Wachstum des Säuglings
Rechnung zu tragen. Eine Alternative zur Verwendung von Tüchern, Decken oder Pucksäcken
ist das Verwenden von Bändern.
[0005] Des Weiteren wird durch das Pucken der Moro-Reflex des Kindes unterdrückt. Bei diesem
Reflex kommt es zum ruckartigen Strecken der Arme, Spreizen der Finger und zum Öffnen
des Mundes. Dabei fallen Arme und Beine des Säuglings in der Rückenlage auseinander.
Viele Säuglinge wecken sich dadurch selbst und beginnen zu schreien. Dieser Reflex
wird aber auch durch Schrecksituationen hervorgerufen und erschwert manchen Neugeborenen
das Einschlafen, wodurch es zu Übermüdung und zum Schreien kommen kann.
[0006] Weitere Nachteile des Puckens können die Entstehung von größerer Wärme bzw. die Ausbildung
eines größeren Wärmestaus sein, und damit kann sich das Risiko eines Hitzschlags oder
einer Dehydrierung erhöhen. Des Weiteren können durch das Pucken abgeklemmte Nerven
die Folge sein, oder es kann schlicht nicht genügend Raum zum tiefen Luftholen und
Schreien für das Baby vorhanden sein. Ferner wird das Risiko für eine Fehlstellung
des Hüftgelenks, der sogenannten Hüftdisplasie, erhöht.
[0007] Es ist die Aufgabe der Erfindung, eine Möglichkeit bereitzustellen, einen Säugling
oder ein Kleinkind einfach und zuverlässig zu wickeln bzw. zu pucken, wobei unabhängig
von der Größe und/oder der Breite des Säuglings ein zufriedenstellendes Puckergebnis
erzielbar ist, d. h. es sollen Säuglinge unterschiedlicher Größe und/oder Breite einfach,
zuverlässig und ausreichend fest gepuckt werden können, und dabei sollen keine gewöhnlichen
Wickelteile für das Pucken mittransportiert werden müssen.
[0008] Diese Aufgabe wird durch die unabhängigen Ansprüche gelöst. Vorteilhafte Ausgestaltungen
sind in den abhängigen Ansprüchen angegeben.
[0009] Diese Aufgabe wird gemäß einem ersten Aspekt der Erfindung dadurch gelöst, dass ein
Kleidungsstück, insbesondere ein Bodysuit oder ein Overall für Säuglinge und Kleinkinder,
aus elastischem Material zum variablen Einpacken und zur Schlafförderung eines Säuglings
oder Kleinkinds, durch das zumindest Rumpf und zumindest teilweise Arme des Körpers
des Säuglings oder Kleinkinds bedeckbar sind, bereitgestellt wird. Das Kleidungsstück
umfasst einen Rumpfabschnitt und einen Armabschnitt, wobei der Rumpfabschnitt mit
dem Armabschnitt verbunden ist und der Armabschnitt wenigstens zwei Bereiche zum variablen
Befestigen der Arme des Säuglings oder Kleinkinds aufweist, und Befestigungsmittel
zum variablen Einpacken des Säuglings oder Kleinkinds, wobei die Befestigungsmittel
zumindest teilweise in den zwei Bereichen des Armabschnitts angebracht sind, so dass
das Kleidungsstück im Bereich der Arme und/oder des Rumpfs an die Körpergröße und
an die Körperform des Säuglings oder Kleinkinds anpassbar ist.
[0010] Somit wird eine Möglichkeit bereitgestellt, das Kind zu beruhigen, ihm ausreichend
Wärme zu geben und dadurch ein leichteres Einschlafen bzw. ein besseres Durchschlafen
zu ermöglichen. Außerdem wird vermieden, dass das Kind sich durch seine eigenen Armbewegungen
verletzt, und gleichzeitig wird der natürliche Bewegungsdrang des Kinds gefördert
und damit auch der Lernprozess des Gehirns, das die Motorik steuert.
[0011] Insbesondere kann es sich bei dem Kleidungsstück um einen Overall für Kleinkinder
handeln. Ein Overall ist ein einteiliger Anzug, der Rumpf, Arme und Beine seines Trägers
im Wesentlichen vollständig bedeckt. Während ein Body üblicherweise direkt auf der
Haut seines Trägers aufliegt, stellt ein Overall üblicherweise die oberste Kleidungsschicht
dar und wird beispielsweise über einem Body oder einem Unterhemd oder einer Unterhose
getragen. Insbesondere als Kleinkindkleidung ist ein Overall von Vorteil, da er dem
Kleinkind zum einen die notwendige Bewegungsfreiheit erlaubt und zum anderen durch
seine Einteiligkeit sicherstellt, dass die einzelnen Abschnitte des Overalls nicht
verrutschen können. Hierdurch wird verhindert, dass einzelne Körperregionen des Kleinkinds
unbedeckt sind und auskühlen. Ferner vereinfacht ein Overall das Wickeln des Kleinkinds.
Vorteilhafterweise schützt ein solcher Overall die Gliedmaßen seines Trägers nicht
nur vor Unterkühlung, sondern durch das variable Einpacken kann die Wärme sogar in
warmen Jahreszeiten reguliert werden, insbesondere kann dadurch eine natürliche Bewegungsfreiheit
der Arme und/oder der Beine vorgegeben werden, und die Armstellung des Säuglings kann
verändert oder angepasst werden.
[0012] Der Ausdruck "miteinander verbunden" bedeutet im Folgenden, dass die einzelnen Abschnitte
dauerhaft miteinander verbunden sind, so dass diese nicht zerstörungsfrei voneinander
trennbar sind. Hierzu können die jeweiligen Abschnitte des Kleidungsstücks beispielsweise
miteinander vernäht sein. Auch ist es möglich, dass die jeweiligen Abschnitte des
Kleidungsstücks einteilig ausgebildet sind, d. h. aus einer durchgängigen Gewebebahn
oder aus mehreren übereinanderliegenden durchgängigen Gewebebahnen ausgebildet sind.
Das variable Einpacken des Säuglings erfolgt je nach Bedarf, beispielsweise kann gezielt
eine Schlafförderung bei genügend Armfreiheit gewährleistet werden.
[0013] Die wenigstens zwei Bereiche sind vorzugsweise an den jeweiligen Ärmeln des Kleidungsstücks
angebracht, d. h. der Armabschnitt umfasst beide Ärmel, und jeder Ärmel weist vorzugsweise
einen Bereich zum variablen Befestigen auf. Dazu werden die entsprechenden Befestigungsmittel
ausgewählt und die nicht ausgewählten Befestigungsmittel bleiben unverbunden. Vorteilhafterweise
kann durch Bündchen und/oder durch Bänder an den Beinabschnitten das Kleidungsstück
auch im Bereich der Beine an den Säuglingskörper angepasst werden. Die Idee der Erfindung
kann generell auf den Bereich eines Kleidungsstücks angewendet werden, der den Rumpf
und zumindest teilweise die Arme seines Trägers bedeckt. Somit können nicht nur Bodysuits
oder Overalls, sondern auch beispielsweise Jacken betroffen sein. Vorteilhafterweise
besteht das Kleidungsstück aus einem körperfreundlichen und leicht zu reinigenden
Gewebe, beispielsweise aus Baumwolle oder Nickiplüsch. Jedoch sind auch andere Gewebearten,
beispielsweise synthetische Gewebe oder Kombinationen aus natürlichen und synthetischen
Fasern möglich.
[0014] Vorteilhafterweise kann das Kleidungsstück vorzugsweise aus kuschelig weicher Baumwolle
hergestellt werden. Es ist eine Idee der Erfindung, dass das Kleidungsstück ideal
für die Sommer- und die Winterzeit ist, denn es erlaubt ein variables Einpacken des
Säuglings oder Kleinkinds. Vorzugsweise weist das Kleidungsstück einen angenehm soften,
elastischen und breiten Bund auf und sitzt gut am Körper des Kindes. Die großzügige
Form gibt dem Baby bzw. dem Säugling oder Kleinkind vorteilhafterweise viel Freiheit
zur Bewegung und genügend Luft für die Beine. Auch ein Strampeln kann im Gegensatz
zum festen Wickeln ermög15 licht werden, aber trotzdem bleibt das Kleinkind stets
zugedeckt.
[0015] Gemäß einem bevorzugten Ausführungsbeispiel der Erfindung sind die Befestigungsmittel
und die komplementär dazu ausgebildeten Befestigungsmittel in dem Rumpfabschnitt und/oder
über dem Armabschnitt verteilt angebracht, so dass eine effektive Kleidungsstückbreite
durch das Befestigen des einen oder der mehreren Befestigungsmittel an dem einen oder
an den mehreren komplementär dazu ausgebildeten Befestigungsmitteln variabel einstellbar
ist.
[0016] Im Folgenden bedeutet der Ausdruck "über den Armabschnitt verteilt" auch den Abschnitt
außerhalb der zwei Bereiche des Armabschnitts. Die effektive Kleidungsstückbreite
korreliert mit der Stärke des Wickelns bzw. des Puckens. Somit kann die effektive
Kleidungsstückbreite variabel eingestellt werden. Das Kleidungsstück kann somit für
Säuglinge unterschiedlicher Größe verwendet werden bzw. mit dem Säugling mitwachsen.
Reißverschlüsse, Klettverschlüsse, Knöpfe, insbesondere Druckknöpfe, Bänder, Haken
und/oder Ösen sind als Befestigungsmittel ausgebildet. Außerdem können die Breite
und der Umfang am Rücken- und Brust/Bauch-Bereich variabel und dennoch zuverlässig
bzw. sicher eingestellt werden. Somit kann unabhängig von dem Brustumfang des Säuglings
ein zufriedenstellendes Puckergebnis erzielt werden.
[0017] Gemäß einem anderen bevorzugten Ausführungsbeispiel der Erfindung weisen die zwei
Bereiche des Armabschnitts eine schienenförmige Gestalt auf, und die Befestigungsmittel
und/oder die komplementär dazu ausgebildeten Befestigungsmittel auf den schienenförmigen
Bereichen sind in vertikaler Richtung im Rumpfabschnitt verschiebbar, so dass die
gewünsch10 te Stellung der Arme des Säuglings oder Kleinkinds einstellbar ist.
[0018] Im Folgenden bedeutet der Ausdruck "in vertikaler Richtung" die Richtung zum Kopf
und/oder zu den Beinen des Kindes. Somit wird es ermöglicht, die Arme des Säuglings
oder Kleinkinds nach Bedarf einzustellen. Die schienenförmige Gestalt ist insbesondere
für Reißverschlüsse und Knöpfe als Befestigungsmittel vorteilhaft, da sich diese einfach
und sicher in die Schiene bzw. die Schienenform einrasten lassen.
[0019] Gemäß einem weiteren bevorzugten Ausführungsbeispiel der Erfindung weisen die zwei
Bereiche des Armabschnitts eine streifenförmige Gestalt auf, und die Befestigungsmittel
und/oder die komplementär dazu ausgebildeten Befestigungsmittel auf den streifenförmigen
Bereichen sind in vertikaler Richtung im Rumpfabschnitt befestigbar, so dass die gewünschte
Stellung der Arme des Säuglings oder Kleinkinds einstellbar ist. Auch durch Knöpfe
und Klettverschlüsse als Befestigungsmittel kann die gewünschte Armstellung des Säuglings
eingestellt werden. Auch eine Kombination der schienen- und streifenförmigen Gestalt
ist vorteilhafterweise möglich. Die langgestreckten Klettstreifen ermöglichen ein
einfaches, aber dennoch effizientes Einstellen der effektiven Kleidungsstückbreite
bzw. der effektiven Puckbreite, so dass mit dem erfindungsgemäßen Kleidungsstück Säuglinge
unterschiedlicher Breite bzw. unterschiedlichen Umfangs einfach, zuverlässig und ausreichend
fest gepuckt werden können, insbesondere in Umfangsrichtung. Das bedeutet, dass der
Oberkörper des Säuglings, einschließlich der Arme, unabhängig von der Breite des Säuglings
sicher und fest anliegend eingepuckt werden kann. Vorteilhafterweise ermöglichen die
Befestigungsmittel ein einfaches, aber dennoch effizientes Einstellen der effektiven
Kleidungsstückbreite, so dass mit dem erfindungsgemäßen Kleidungsstück Säuglinge unterschiedlicher
Größe bzw. Länge einfach, zuverlässig und ausreichend fest gepuckt werden können,
insbesondere auch in Längsrichtung. Das bedeutet, dass die Beine und Füße des Säuglings
auch in Längsrichtung fest anliegend eingepuckt werden können. Vorteilhafterweise
ermöglichen die Klettverschlüsse, die Ärmel mit einer Hand zu öffnen und wieder zu
verschließen, ohne dass die Vorder- und 10 Rückseiten der Ärmel exakt zueinander positioniert
werden müssen.
[0020] Da insbesondere Kleinkinder in ihren ersten Lebensmonaten sehr schnell wachsen, ist
es von Vorteil, im Rumpfabschnitt und/oder im Armabschnitt mehrere Reihen von Befestigungsmitteln
vorzusehen, um in diesem Bereich einem Wachstum des Kleinkinds zumindest innerhalb
gewisser Grenzen folgen zu können und das Kleidungsstück entsprechend anpassen zu
können. Hierdurch wird der Sitz des Kleidungsstücks verbessert und Druck- oder Scheuerstellen
wird vorgebeugt. Außerdem kann durch das variable Einpacken des Kleinkinds unterschiedlich
dicken Windeln Rechnung getragen werden, beispielsweise eine dünnere Windel am Tag
und eine dickere Windel in der Nacht.
[0021] Gemäß einem bevorzugten Ausführungsbeispiel der Erfindung ist ein Temperatursensor
vorgesehen, der wenigstens teilweise in das elastische Material integriert ist und
dazu geeignet ist, die Temperatur innerhalb des Kleidungsstücks zu messen. Damit wird
eine Möglichkeit bereitgestellt, jederzeit die Temperatur innerhalb des Kleidungsstücks
bzw. in der Nähe des Babykörpers zu messen und damit den unterschiedlichen Wärmebedürfnissen
des Kindes zu verschiedenen Jahreszeiten und/oder zu verschiedenen Tageszeiten gerecht
zu werden. Außerdem wird es möglich, gezielt eine Wohlfühltemperatur für den Säugling
einzustellen, welche nicht zum Schwitzen führt.
[0022] Gemäß einem anderen bevorzugten Ausführungsbeispiel der Erfindung ist ein Drucksensor
im Armabschnitt und/oder im Rumpfabschnitt vorgesehen, der wenigstens teilweise in
das elastische Material integriert ist und dazu geeignet ist, die auf den Säugling
oder das Kleinkind wirkende Kraft zu messen. Damit wird eine Möglichkeit bereitgestellt,
auch die auf das Kleinkind wirkende Kraft zu messen und damit zu kontrollieren, ob
die Stärke des Wickelns bzw. des Puckens angemessen ist und ob eine Nachbesserung
erforderlich ist.
[0023] Gemäß einem bevorzugten Ausführungsbeispiel der Erfindung ist eine Anzeige auf einer
Oberfläche des elastischen Materials vorgesehen, wobei die Anzeige mit dem Temperatursensor
gekoppelt ist und dazu geeignet ist, die von dem Temperatursensor gemessene Temperatur
anzuzeigen. Dadurch wird es ermöglicht, ohne das Kleidungsstück zu öffnen, die Temperatur
direkt von der Anzeige auf einer Oberfläche des Kleidungsstücks abzulesen.
[0024] Gemäß einem anderen bevorzugten Ausführungsbeispiel der Erfindung ist eine Anzeige
auf einer Oberfläche des elastischen Materials vorgesehen, wobei die Anzeige mit dem
Drucksensor gekoppelt ist und dazu geeignet ist, die vom Drucksensor gemessene Kraft
im Armabschnitt und/oder im Rumpfabschnitt anzuzeigen. Hiermit kann die Stärke des
Puckens überwacht und angepasst werden. Auch eine Kombination des Temperatursensors
und des Drucksensors ist möglich, wobei die gemessenen Werte auf derselben Anzeige
oder auf unterschiedlichen Anzeigen angezeigt werden können.
[0025] Vorteilhafterweise kann das Kleidungsstück durch die Befestigungsmittel an die unterschiedliche
Größe des Kindes im Rumpfbereich sowie im Bereich der Arme und auch der Beine angepasst
werden, so dass das Kleidungsstück für jede Körpergröße des Kindes anpassbar ist und
mit dem Neugeborenen mitwachsen kann. Des Weiteren kann durch den wenigstens teilweise
integrierten Temperatursensor und/oder Drucksensor die Gefahr der Überwärmung und/oder
Überlastung des Kindes minimiert werden. Dies kann besonders vorteilhaft sein, wenn
das Baby an fiebrigen Infekten erkrankt. Außerdem kann eine Bewegungsfreiheit vorgegeben
bzw. eingestellt werden, so dass insbesondere bei Frühchen das lockere Pucken dazu
dienen kann, die schwachen und wenig beweglichen Arme am Körper des Kindes zu halten.
Somit wird auch eine Erleichterung von Bewegungen erzielt, die das Frühchen bereits
ausführen kann. Die extrem retardierte motorische Entwicklung dieser Kinder erfordert
die Simulation des zuvor "schwerelosen" Zustands der Arme im wässrigen Medium des
Uterus. Daher werden die Arme dieser Frühchen in Beugung gewickelt und nicht in Streckung.
Außerdem werden die Hände nahe am Mund platziert. Diese Position erlaubt die Selbstberuhigung,
etwas, was bei gewöhnlichem Wickeln gerade verhindert wird.
[0026] Gemäß einem zweiten Aspekt der Erfindung wird die Aufgabe dadurch gelöst, dass ein
Armband zum Befestigen an einem Armabschnitt des Kleidungsstücks nach dem ersten Aspekt
der Erfindung bereitgestellt wird, wobei das Armband ein elastisches Material und
Befestigungsmittel aufweist und wobei die Befestigungsmittel auf einer Oberfläche
des elastischen Materials angebracht sind, so dass die Arme des Körpers des Säuglings
oder Kleinkinds vollständig bedeckbar sind. Somit kann der Armabschnitt des Kleidungsstücks
variabel verlängert werden, was insbesondere in der kälteren Jahreszeit gewünscht
ist.
[0027] Vorteilhafterweise ist das Armband separat erwerbbar, und die Breite kann bedingt
durch das elastische Material und/oder die Befestigungsmittel variiert werden. Zusätzlich
kann in dem Armband ein Pulsmesser integriert sein, wobei der Pulsmesser mit einer
Anzeige gekoppelt ist und so der gemessene Puls am Handgelenk des Säuglings auf der
Anzeige dargestellt wird.
[0028] Gemäß einem dritten Aspekt der Erfindung wird die Aufgabe dadurch gelöst, dass ein
Verfahren zum Herstellen eines Kleidungsstücks, insbesondere eines Bodysuits oder
eines Overalls für Säuglinge und Kleinkinder, nach dem ersten Aspekt der Erfindung
bereitgestellt wird, wobei das Verfahren die Schritte umfasst: a) Anbringen wenigstens
zweier Bereiche zum variablen Befestigen der Arme des Säuglings oder Kleinkinds in
einem Armabschnitt des Kleidungsstücks und Verbinden eines Rumpfabschnitts mit dem
Armabschnitt, wobei der Rumpfabschnitt und der Armabschnitt ein elastisches Material
aufweisen, und b) Anbringen von Befestigungsmitteln zumindest teilweise in den zwei
Bereichen des Armabschnitts.
[0029] Nachfolgend wird die Erfindung anhand bevorzugter Ausführungsbeispiele unter Bezugnahme
auf die Zeichnungen weiter im Detail erläutert.
- Fig. 1
- zeigt ein Kleinkind in einem Kleidungsstück gemäß einem ersten bevorzugten Ausführungsbeispiel
der Erfindung;
- Fig.2
- zeigt ein Kleidungsstück und Armbänder gemäß einem zweiten bevorzugten Ausführungsbeispiel
der Erfindung; und
- Fig. 3
- zeigt die Schritte eines Verfahrens zum Herstellen eines Kleidungsstücks gemäß einem
dritten bevorzugten Ausführungsbeispiel der Erfindung.
[0030] Fig. 1 zeigt ein Kleinkind in einem Kleidungsstück 1 gemäß einem ersten bevorzugten
Ausführungsbeispiel der Erfindung. Das Kleidungsstück 1 umfasst einen Rumpfabschnitt
2 und einen Armabschnitt 3, die miteinander dauerhaft verbunden sind. In diesem ersten
bevorzugten Ausführungsbeispiel der Erfindung sind zwei Bereiche 4 zum variablen Befestigen
der Arme des Kleinkinds am Armabschnitt 3 vorgesehen. Des Weiteren sind Befestigungsmittel
5 zum variablen Einpacken des Kleinkinds bereitgestellt, wobei die Befestigungsmittel
5 in den zwei Bereichen 4 des Armabschnitts 3 angebracht sind, und die komplementär
dazu ausgebildeten Befestigungsmittel 5 sind im Rumpfabschnitt 2 angebracht. Als Befestigungsmittel
sind in diesem ersten bevorzugten Ausführungsbeispiel Klettstreifen 5 vorgesehen.
Das Kleidungsstück 1 bedeckt den Rumpf, die Arme und Beine des Kleinkinds, d. h. nur
die Hände und der Kopf des Kleinkinds bleiben in diesem ersten Ausführungsbeispiel
unbedeckt.
[0031] Fig. 2 zeigt ein Kleidungsstück 1 und zwei Armbänder 9 gemäß einem zweiten bevorzugten
Ausführungsbeispiel der Erfindung. Das Kleidungsstück 1 in diesem zweiten bevorzugten
Ausführungsbeispiel weist einen kurzen Beinabschnitt auf. Auch der Armabschnitt 3
ist kurz, kann aber durch das Befestigen oder Anbringen eines oder beide der Armbänder
9 entsprechend verlängert werden. Des Weiteren sind ein Temperatursensor 6 und ein
Drucksensor 7 in das elastische Material des Kleidungsstücks 1 integriert und mit
einer Anzeige 8 gekoppelt, wobei die Anzeige 8 die gemessene Temperatur und Kraft
im Rumpfabschnitt 2 anzeigt. Somit können Eltern oder Hebammen jederzeit die Temperatur
im Kleidungsstück und die auf das Baby wirkende Kraft kontrollieren. Somit ist die
Möglichkeit einer Nachbesserung der effektiven Kleidungsstückbreite und damit der
Temperatur und/oder der Kraft gegeben.
[0032] Fig. 3 zeigt die Schritte eines Verfahrens gemäß einem dritten bevorzugten Ausführungsbeispiel
der Erfindung. In einem ersten Schritt des Verfahrens werden zumindest die zwei Bereiche
4 zum variablen Befestigen der Arme des Säuglings in einem Armabschnitt 3 des Kleidungsstücks
1 angebracht 10 und ein Rumpfabschnitt 2 des Kleidungsstücks 1 wird mit dem Armabschnitt
3 verbunden, wobei sowohl der Rumpfabschnitt 2 als auch der Armabschnitt 3 ein elastisches
Material aufweisen. In einem zweiten Schritt werden die Befestigungsmittel 5 zumindest
teilweise in den zwei Bereichen 4 des Armabschnitts 3 angebracht 11. Des Weiteren
können die Befestigungsmittel 5 auch im Rumpfabschnitt 2 angebracht werden, so dass
das Kleidungsstück 1 sowohl im Bereich der Arme als auch des Rumpfs an die Körpergröße
und an die Körperform des Kleinkinds anpassbar wird. In weiteren Schritten können
Temperatur- und/oder Drucksensoren oder auch Anzeigen angebracht werden.
1. Kleidungsstück, insbesondere Bodysuit oder Overall für Säuglinge und Kleinkinder,
aus elastischem Material zum variablen Einpacken und zur Schlafförderung eines Säuglings
oder Kleinkinds, durch das zumindest Rumpf und zumindest teilweise Arme des Körpers
des Säuglings oder Kleinkinds bedeckbar sind, umfassend:
einen Rumpfabschnitt (2) und einen Armabschnitt (3), wobei der Rumpfabschnitt (2)
mit dem Armabschnitt (3) verbunden ist und der Armabschnitt (3) wenigstens zwei Bereiche
(4) zum variablen Befestigen der Arme des Säuglings oder Kleinkinds aufweist, und
Befestigungsmittel (5) zum variablen Einpacken des Säuglings oder Kleinkinds, wobei
die Befestigungsmittel (5) zumindest teilweise in den zwei Bereichen (4) des Armabschnitts
(3) angebracht sind, so dass das Kleidungsstück (1) im Bereich der Arme und/oder des
Rumpfs an die Körpergröße und an die Körperform des Säuglings oder Kleinkindes anpassbar
ist.
2. Kleidungsstück nach Anspruch 1, wobei die Befestigungsmittel (5) und die komplementär
dazu ausgebildeten Befestigungsmittel (5) in dem Rumpfabschnitt (2) und/oder über
den Armabschnitt (3) verteilt angebracht sind, so dass eine effektive Kleidungsstückbreite
durch das Befestigen des einen oder der mehreren Befestigungsmittel (5) an dem einen
oder an den mehreren komplementär dazu ausgebildeten Befestigungsmitteln (5) variabel
einstellbar ist.
3. Kleidungsstück nach Anspruch 1 oder 2, wobei die zwei Bereiche (4) des Armabschnitts
(3) eine schienenförmige Gestalt aufweisen und die Befestigungsmittel (5) und/oder
die komplementär dazu ausgebildeten Befestigungsmittel (5) auf den schienenförmigen
Bereichen in vertikaler Richtung im Rumpfabschnitt (2) verschiebbar sind, so dass
die gewünschte Stellung der Arme des Säuglings oder Kleinkinds einstellbar ist.
4. Kleidungsstück nach Anspruch 1 oder 2, wobei die zwei Bereiche (4) des Armabschnitts
(3) eine streifenförmige Gestalt aufweisen und die Befestigungsmittel (5) und/oder
die komplementär dazu ausgebildeten Befestigungsmittel (5) auf den streifenförmigen
Bereichen in vertikaler Richtung im Rumpfabschnitt (2) befestigbar sind, so dass die
gewünschte Stellung der Arme des Säuglings oder Kleinkinds einstellbar ist.
5. Kleidungsstück nach einem der vorhergehenden Ansprüche, wobei ein Temperatursensor
(6) vorgesehen ist, der wenigstens teilweise in das elastische Material integriert
ist, und dazu geeignet ist, die Temperatur innerhalb des Kleidungsstücks (1) zu messen.
6. Kleidungsstück nach einem der vorhergehenden Ansprüche, wobei ein Drucksensor (7)
im Armabschnitt (3) und/oder im Rumpfabschnitt (2) vorgesehen ist, der wenigstens
teilweise in das elastische Material integriert ist, und dazu geeignet ist, die auf
das Säugling oder das Kleinkind wirkende Kraft zu messen.
7. Kleidungsstück nach Anspruch 5, wobei eine Anzeige (8) auf einer Oberfläche des elastischen
Materials vorgesehen ist und wobei die Anzeige (8) mit dem Temperatursensor (6) gekoppelt
ist und dazu geeignet ist, die von dem Temperatursensor (6) gemessene Temperatur anzuzeigen.
8. Kleidungsstück nach Anspruch 6, wobei eine Anzeige (8) auf einer Oberfläche des elastischen
Materials vorgesehen ist, und wobei die Anzeige (8) mit dem Drucksensor (7) gekoppelt
ist und dazu geeignet ist, die von dem Drucksensor (7) gemessene Kraft im Armabschnitt
(3) und/oder im Rumpfabschnitt (2) anzuzeigen.
9. Armband (9) zum Befestigen an einen Armabschnitt (3) des Kleidungsstücks (1) nach
einem der Ansprüche 1 bis 8, wobei das Armband (9) ein elastisches Material und Befestigungsmittel
aufweist, und wobei die Befestigungsmittel (5) auf einer Oberfläche des elastischen
Materials angebracht sind, so dass die Arme des Körpers des Säuglings oder Kleinkinds
vollständig bedeckbar sind.
10. Verfahren zum Herstellen eines Kleidungsstücks (1), insbesondere eines Bodysuits oder
eines Overalls für Säuglinge und Kleinkinder, nach einem der Ansprüche 1 bis 8, umfassend
die Schritte:
a) Anbringen (10) wenigstens zweier Bereiche (4) zum variablen Befestigen der Arme
des Säuglings oder Kleinkinds in einem Armabschnitt (3) des Kleidungsstücks (1) und
Verbinden eines Rumpfabschnitts (2) mit dem Armabschnitt (3), wobei der Rumpfabschnitt
(2) und der Armabschnitt (3) ein elastisches Material aufweisen, und
b) Anbringen (11) von Befestigungsmitteln (5) zumindest teilweise in den zwei Bereichen
(4) des Armabschnitts (3).