[0001] Die Erfindung bezieht sich auf ein Verfahren zur Herstellung eines Flächengebildes,
welches eine erste und zweite Materiallage aufweist, wobei die erste Materiallage
auf eine Unterlage mit einer Auflagefläche, welche zumindest mit einer Vertiefung
versehen ist, aufgelegt wird und unter Ausbildung eines Aufnahmebereiches für ein
Füllmaterial in die Vertiefung eingedrückt wird, im Weiteren das Füllmaterial in den
Aufnahmebereich eingebracht wird, im Weiteren die zweite Materiallage auf die erste
Materiallage und das Füllmaterial aufgelegt wird, und im Weiteren die erste und die
zweite Materiallage mittels einer Anpressvorrichtung aneinander angedrückt werden,
wobei das in den Aufnahmebereich eingebrachte Füllmaterial nach dem Verfestigen die
erste Materiallage und die zweite Materiallage miteinander verbindet und eine Erhebung
des Flächengebildes hervorruft.
[0002] Im Stand der Technik sind verschiedene Ansätze zur Herstellung von Flächengebilden,
insbesondere textilen Flächengebilden, mit Verstärkungen, beispielsweise Randverstärkungen,
bekannt. Ein Beispiel sind zwischen zwei Stofflagen eingenähte oder eingeklebte Einlegeteile
aus Kunststoff oder Metall. Solche Einlegeteile werden beispielsweise verwendet, um
die Formstabilität und Stützwirkung eines Büstenhalters zu erhöhen. Ein Beispiel für
solche Einlegeteile ist in der
US 3,209,756 A gezeigt. Zur Verstärkung eines Randbereiches ist beispielsweise ein elastisches Versäumen
bekannt, wobei im Randbereich zwei Lagen mittels eines Klebstoffs verklebt werden.
Verstärkte Randbereiche können auch durch Umschlagen des Stoffrandes und Vernähen,
mit oder ohne eingelegtem Gummi ausgebildet werden. Auch ein Abrändeln bewirkt eine
gewisse Randverstärkung.
[0003] Aus der
WO 2009/133469 A1 ist es bekannt, Silikon auf eine textile Lage zu drucken und zu beflocken, insbesondere
um eine Randverstärkung auszubilden.
[0004] Ein Verfahren der eingangs genannten Art geht aus der
EP 1 211 956 B2 hervor. Es wird ein Unterbekleidungsstück ausgebildet, welches Erhebungen aufweist,
die insbesondere als Randverstärkung dienen. Die Erhebungen werden hierbei durch ein
zwischen zwei Materiallagen eingebrachtes und verfestigtes Füllmaterial hervorgerufen.
Hierzu werden in die Auflagefläche einer Unterlage, welche von einer Auflageplatte
einer Siebdruckvorrichtung gebildet wird, Vertiefungen eingebracht. Eine auf die Auflageplatte
aufgelegte erste Materiallage wird in die Vertiefungen der Auflagefläche eingedrückt,
sodass sich Aufnahmebereiche bilden, die durch Öffnungen eines Siebdrucksiebes mit
Klebstoff gefüllt werden. Die zweite Materiallage wird aufgelegt und angedrückt. Das
Bekleidungsstück kann in der Folge geschnitten werden, sodass die ausgebildete Erhebung
den Randbereich verstärkt. Auch noppenartige Erhebungen sind möglich. Zudem können
Einlegeteile in das in den jeweiligen Aufnahmebereich eingebrachte Füllmaterial eingelegt
werden. Problematisch bei dem aus dieser Schrift hervorgehenden Verfahren ist es,
dass es bei der Ausbildung des Flächengebildes in den Bereichen der Vertiefungen zu
Faltenbildungen in der ersten Materiallage kommen kann oder die Aufnahmebereiche für
das Füllmaterial nur unvollständig ausgebildet werden.
[0005] Aufgabe der Erfindung ist es, ein vorteilhaftes Verfahren der eingangs genannten
Art bereitzustellen, wobei eine einfache Herstellung des Flächengebildes mit einer
ausreichend guten Reproduzierbarkeit ermöglicht wird.
[0006] Erfindungsgemäß gelingt dies durch ein Verfahren mit den Merkmalen des Anspruchs
1.
[0007] Beim Verfahren gemäß der Erfindung wird die erste Materiallage während des Einbringens
des Füllmaterials in den Aufnahmebereich in Anlage am Boden der Vertiefung in der
Auflagefläche der Unterlage gehalten. Dies kann durch Ankleben mittels eines Klebstoffs
oder durch Ansaugen der ersten Materiallage an den Boden der Vertiefung erfolgen.
Eine Faltenbildung oder ein Verrutschen der ersten Materiallage vor, während oder
nach dem Einbringen des Füllmaterials in den jeweiligen Aufnahmebereich kann dadurch
verhindert werden und es kann sichergestellt werden, dass die erste Materiallage tatsächlich
am Boden der Vertiefung anliegt, also die gewünschte Größe des Aufnahmebereiches für
das Füllmaterial erreicht wird.
[0008] In der Variante der Erfindung, in welcher die erste Materiallage durch den Klebstoff
am Boden der Vertiefung gehalten wird, kann der Klebstoffauftrag vorteilhafterweise
mittels einer Sprühdüse oder mittels einer Auftragwalze erfolgen, und zwar günstigerweise
auf die Auflagefläche der Unterlage. Grundsätzlich könnte der Klebstoff stattdessen
oder zusätzlich auf die erste Materiallage aufgebracht werden.
[0009] Als Klebstoff wird ein derartiger Klebstoff eingesetzt, dass das Flächengebilde nach
dem Einbringen und Verfestigen des Füllmaterials ohne Beschädigung der ersten Materiallage
von der Unterlage abgezogen werden kann.
[0010] In der Ausführungsvariante der Erfindung, bei welcher die erste Materiallage durch
Ansaugen am Boden der Vertiefung gehalten wird, können in der Unterlage Luftabsaugkanäle
ausgebildet sein, durch welche zum Ansaugen der ersten Materiallage Luft abgesaugt
wird. Alternativ könnte die Unterlage ein poröses Material aufweisen, durch welches
hindurch die Luftabsaugung erfolgt.
[0011] Eine vorteilhafte Ausführungsform der Erfindung sieht vor, dass die erste Materiallage
während des Einbringens des Füllmaterials in den Aufnahmebereich nicht nur am Boden
der Vertiefung gehalten wird, sondern auch in einem an die Vertiefung angrenzenden
Bereich der Auflagefläche, vorzugsweise in beidseitig an die Vertiefung angrenzenden
Bereichen der Auflagefläche, an der Auflagefläche gehalten wird, und zwar durch Ankleben
mittels eines Klebstoffs oder durch Ansaugen. Es könnte auch vorgesehen sein, dass
die erste Materiallage mittels eines Klebstoffs oder durch Ansaugen vollflächig an
der Auflagefläche gehalten wird.
[0012] Das Einbringen des Füllmaterials in den jeweiligen Aufnahmebereich kann vorteilhafterweise
mittels einer Einspritzvorrichtung erfolgen, die von einer rechnergestützten numerischen
Steuerung gesteuert wird. Eine robotergeführte Düse der Einspritzvorrichtung kann
dabei entlang der Aufnahmebereiche verfahren werden, um das Füllmaterial in diese
einzuspritzen.
[0013] Andere Möglichkeiten bestünden darin, das Füllmaterial durch Öffnungen in einer Schablone
mittels einer Spachtel oder Rakel manuell oder maschinell in die Aufnahmebereiche
einzubringen.
[0014] Vorteilhafterweise ist das Füllmaterial nach dem Verfestigen elastisch. Durch die
Elastizität des Füllmaterials kann auch eine insgesamte Elastizität des Flächengebildes
erreicht werden, wenn die ersten und zweiten Materiallagen ebenfalls elastisch dehnbar
ausgebildet sind. Es können somit, wenn auch die erste und zweite Materiallage elastisch
dehnbar sind, z.B. elastisch dehnbare Stränge, beispielsweise in Randbereichen des
Flächengebildes ausgebildet werden. Somit kann beispielsweise eine sehr gute Stützfunktion
eines Kleidungsstücks in definierten Bereichen ausgebildet werden.
[0015] Günstigerweise weist das Füllmaterial im verfestigten Zustand eine Reißdehnung von
mehr als 100%, vorzugsweise mehr als 200% auf. Je nach eingesetztem Füllmaterial kann
auch eine Reißdehnung von mehr als 300% vorliegen, beispielsweise im Fall eines Einsatzes
von Silikon kann die Reißdehnung im Bereich von 400% oder auch mehr (bis über 1000%)
liegen.
[0016] Wenn die erste und zweite Materiallage nach dem Verfestigen des Füllmaterials entlang
des Randes zumindest einer wulstartigen Erhebung abgeschnitten werden, kann von einer
solchen wulstartigen Erhebung eine Randverstärkung des Flächengebildes und eines aus
dem Flächengebilde hergestellten Endprodukts, beispielsweise Kleidungsstücks, ausgebildet
werden.
[0017] In einer zweckmäßigen Ausgestaltung der Erfindung bestehen die erste und die zweite
Materiallage, oder zumindest eine dieser Materiallagen, aus einem textilen Material.
[0018] Ein Flächengebilde gemäß der Erfindung kann in vorteilhafter Weise als Halbfertigprodukt
zur Fertigung von Bekleidungsstücken, insbesondere für Unterbekleidung, verwendet
werden. Die Erhebungen des Flächengebildes können der Verstärkung und/oder der Konturierung
von Abschnitten des Flächengebildes dienen. Einerseits können durch die Erhebungen
die mechanischen Eigenschaften des Flächengebildes beeinflusst werden, wobei eine
Erhebung beispielsweise eine örtlich begrenzte Versteifung des Flächengebildes ermöglicht,
um z.B. die Tragfähigkeit oder Stützfähigkeit des Bekleidungsstückes zu erhöhen. Andererseits
können Erhebungen auch zum Setzen von optischen Akzenten des Bekleidungsstückes ausgebildet
werden.
[0019] Mögliche Anwendungsgebiete von in erfindungsgemäßer Weise ausgebildeten Flächengebilden
sind beispielsweise Büstenhalter oder Unterwäsche.
[0020] Ein erfindungsgemäßes Flächengebilde kann aber auch in anderen Bereichen zum Einsatz
kommen, beispielsweise im Bereich der Fahrzeugindustrie (Automobil, Flugzeug, Bus,
Bahn, usw.), Möbelindustrie oder in anderen technischen Bereichen. Durch die erfindungsgemäße
Ausbildung können auch in solchen anderen Bereichen Erhebungen bereitgestellt werden,
die der Verstärkung oder Versteifung dienen oder durch welche optische Akzente gesetzt
werden können.
[0021] Weitere Vorteile und Einzelheiten der Erfindung werden im Folgenden anhand der beiliegenden
Zeichnung erläutert. In dieser zeigen:
Fig. 1 eine Schrägsicht einer Unterlage zur Herstellung eines Flächengebildes mit
dem erfindungsgemäßen Verfahren;
Fig. 2 ein vergrößertes Detail A von Fig. 1;
Fig. 3 eine Draufsicht auf die Unterlage von Fig. 1;
Fig. 4 einen Schnitt entlang der Linie BB von Fig. 3;
Fig. 5 ein vergrößertes Detail der Unterlage mit einer Sprühdüse zum Aufsprühen eines
Klebstoffs;
Fig. 6 eine schematische Schnittdarstellung eines Abschnitts der Unterlage sowie einer
ersten Materiallage, welche auf die Unterlage aufgelegt wird;
Fig. 7 die Unterlage mit der aufgelegten Materiallage und einer Anpressvorrichtung;
Fig. 8 den Arbeitsschritt beim Anpressen der ersten Materiallage mit der Anpressvorrichtung;
Fig. 9 eine schematische Darstellung eines Abschnitts der Unterlage und der ersten
Materiallage nach dem Anpressen mittels der Anpressvorrichtung;
Fig. 10 ein vergrößertes Detail C von Fig. 9;
Fig. 11 eine Schrägsicht der Unterlage mit der ersten Materiallage und einer Düse
einer Einspritzvorrichtung beim Einbringen eines Füllmaterials;
Fig. 12 die Teile von Fig. 11 im schematischen Vertikalschnitt;
Fig. 13 ein vergrößertes Detail D von Fig. 12;
Fig. 14 einen schematischen Schnitt analog Fig. 6 beim Aufbringen der zweiten Materiallage;
Fig. 15 die Situation nach dem Aufbringen der zweiten Materiallage zusammen mit einer
Anpressvorrichtung;
Fig. 16 der Verfahrensschritt des Anpressens der zweiten Materiallage mittels der
Anpressvorrichtung;
Fig. 17 die Situation nach dem Anpressen der zweiten Materiallage;
Fig. 18 eine schematische Darstellung beim Abziehen des Flächengebildes von der Unterlage;
Fig. 19 ein vergrößertes Detail E von Fig. 18;
Fig. 20 eine Schrägsicht des Flächengebildes nach dem Abziehen von der Unterlage;
Fig. 21 ein vergrößertes Detail F von Fig. 20;
Fig. 22 eine schematische Darstellung beim Abschneiden der ersten und zweiten Materiallage
entlang des Randes einer Erhebung;
Fig. 23 eine Schrägsicht des fertiggestellten Flächengebildes, im Ausführungsbeispiel
als Halbfertigprodukt zur Herstellung eines Büstenhalters;
Fig. 24 bis 30 das Einbringen von Füllmaterial in einen Aufnahmebereich gemäß einer
zweiten Ausführungsvariante der Erfindung, wobei Fig. 26 ein vergrößertes Detail G
von Fig. 25 und Fig. 30 ein vergrößertes Detail H von Fig. 29 darstellt;
Fig. 31 und 32 das Einbringen von Füllmaterial in einen Aufnahmebereich gemäß einer
dritten Ausführungsvariante der Erfindung;
Fig. 33 eine schematische Darstellung einer modifizierten Vorrichtung zum Anpressen
der ersten Materiallage an die Auflagefläche;
Fig. 34 eine schematische Darstellung einer unterschiedlichen Art der Aufbringung
eines Klebstoffs auf die Auflagefläche der Unterlage;
Fig. 35 eine schematische Darstellung der Unterlage zur Durchführung des erfindungsgemäßen
Verfahrens entsprechend einer weiteren Ausführungsform;
Fig. 36 eine schematische Darstellung von Beispielen für unterschiedliche mögliche
Querschnittsformen von nutförmigen Vertiefungen in der Auflagefläche;
Fig. 37a, b und c eine Schrägsicht, Draufsicht und einen Vertikalschnitt (Schnittlinie
II in Fig. 37b) eines Beispiels für eine Vertiefung in der Auflagefläche mit über
ihren Verlauf variierender Querschnittsform;
Fig. 38 eine Draufsicht auf eine Unterlage gemäß einer weiteren Ausführungsform der
Erfindung;
Fig. 39 einen Schnitt entlang der Linie II von Fig. 38;
Fig. 40 und 41 eine Ansicht auf die Rückseite und eine Seitenansicht einer mit dem
erfindungsgemäßen Verfahren entsprechend diesem Ausführungsbeispiel hergestellten
Hose;
Fig. 42 bis 45 Darstellungen analog zu den Fig. 38 bis 41 (wobei Fig. 43 einen Schnitt
entlang der Linie JJ von Fig. 42 darstellt) für noch ein weiteres Ausführungsbeispiel
der Erfindung.
[0022] Ein erstes Ausführungsbeispiel für ein Verfahren gemäß der Erfindung wird im Folgenden
anhand der Fig. 1 bis 23 erläutert. Die erfindungsgemäße Herstellung eines Flächengebildes
wird am Beispiel der Ausbildung eines Halbfertigprodukts für einen Büstenhalter erläutert,
wobei auch andere textile Flächengebilde, insbesondere Halbfertigprodukte für Bekleidung,
beispielsweise Unterbekleidung, oder auch nicht-textile Flächengebilde mit dem erfindungsgemäßen
Verfahren ausgebildet werden können.
[0023] Es wird zunächst eine im Ausführungsbeispiel plattenförmige Unterlage 1 bereitgestellt,
die eine Auflagefläche 2 besitzt, welche mit einer Mehrzahl von hier nutförmigen,
d.h. längserstreckten, Vertiefungen 3 versehen ist. Der Boden einer jeweiligen Vertiefung
3 (=die Auflagefläche 2 der Unterlage 1 im Bereich der Vertiefung 3) besitzt im Ausführungsbeispiel
im Querschnitt gesehen (vgl. Fig. 4) eine kreisbogenförmige Kontur. Andere Konturen,
beispielsweise in anderer Form gebogen oder auch polygonal verlaufende Konturen, sind
aber durchaus denkbar und möglich.
[0024] Zumindest ein Teil der nutförmigen Vertiefungen 3 verlaufen in einem Randbereich
des auszubildenden Flächengebildes. Im Ausführungsbeispiel verläuft entlang jedes
Randbereiches des auszubildenden Flächengebildes zumindest eine nutförmige Vertiefung
3. Je nachdem, für welche Belastung ein jeweiliger Randbereich auszulegen ist, können
zwei oder mehr parallele oder parallel zueinander verlaufende Vertiefungen 3 vorgesehen
sein. So verlaufen im Ausführungsbeispiel beispielsweise entlang des unteren Randbereiches
des auszubildenden Halbfertigprodukts für einen Büstenhalter drei parallele nutförmige
Vertiefungen 3.
[0025] Die Unterlage 1 kann insgesamt oder zumindest im Bereich anschließend an die Auflagefläche
2 aus einem Kunststoff, aber auch aus einem anderen Material, z.B. Metall oder Holz,
ausgebildet sein. Die Vertiefungen 3 können mit einer Fräsvorrichtung eingebracht
werden.
[0026] Es folgt ein Arbeitsschritt, in welchem ein Klebstoff 4 auf die Auflagefläche 2 aufgetragen
wird. In Fig. 5 ist hierzu eine Sprühdüse 5 zum Aufsprühen des Klebstoffs 4 dargestellt.
Durch das Verfahren der Sprühdüse 5 über der Auflagefläche 2 kann die Auflagefläche
2 vollflächig mit Klebstoff 4 besprüht werden. Denkbar und möglich wäre es auch, die
Sprühdüse 5 nur entlang der Vertiefungen 3 zu verfahren, sodass Klebstoff nur im Bereich
der Vertiefungen 3, vorzugsweise zumindest auch in an die Vertiefungen 3 beidseitig
anschließenden Bereichen, aufgebracht wird.
[0027] Als Klebstoff 4 kann beispielsweise ein Haftkleber eingesetzt werden. Beispielsweise
sind solche Klebstoffe zum Fixieren von Textilien an Druckplatten von Siebdruckvorrichtungen
bekannt, um das Verrutschen der Textilien während des Drucks zu verhindern.
[0028] Günstigerweise wird ein wasserlöslicher Klebstoff eingesetzt. Damit können Klebstoffreste
in einfacher Weise durch Auswaschen rückstandsfrei entfernt werden.
[0029] In der Folge wird die erste Materiallage 6 auf der Auflagefläche 2 der Unterlage
1 abgelegt, vgl. Fig. 6. Im Bereich einer jeweiligen Vertiefung 3 ist die erste Materiallage
6 hierbei noch von der Auflagefläche 2, also vom Boden der jeweiligen Vertiefung 3,
beabstandet. Es wird in der Folge eine Anpressvorrichtung 7 an die erste Materiallage
6 herangeführt, vgl. Fig. 7, und gegen die erste Materiallage 6 und Unterlage 1 angedrückt,
vgl. Fig. 8. Die Anpressvorrichtung 7 besitzt eine der ersten Materiallage 6 zugewandte
elastisch verformbare Lage 7a, beispielsweise aus Schaumstoff, und eine rückseitig
von dieser angeordnete formstabile Lage 7b. Wird die verformbare Lage 7a mittels der
formstabilen Lage 7b an die erste Materiallage 6 angedrückt, so wird die erste Materiallage
6 im Bereich der Vertiefung 3 von der verformbaren Lage 7a gegen den Boden der Vertiefung
3 gedrückt, wobei sich die verformbare Lage 7a im Bereich der Vertiefung 3 vorwölbt,
vgl. Fig. 8. Die erste Materiallage 6 wird somit im Bereich einer jeweiligen Vertiefung
3 an den Boden der Vertiefung 3 und den darauf aufgebrachten Klebstoff 4 angedrückt
und dadurch am Boden der Vertiefung 3 festgeklebt. Dieser Zustand der ersten Materiallage
6 ist in den Fig. 9 und 10 dargestellt.
[0030] Es wird somit im Bereich einer jeweiligen Vertiefung 3 von der Unterlage 1 zusammen
mit der ersten Materiallage 6 ein muldenförmiger Aufnahmebereich 8 ausgebildet, vgl.
Fig. 9-11, in welchen in einem folgenden Arbeitsschritt ein Füllmaterial 9 eingebracht
wird, vgl. Fig. 11-13. Im Ausführungsbeispiel erfolgt das Einbringen des Füllmaterials
9 mittels einer Einspritzvorrichtung 10, von welcher in den Fig. 11 und 12 lediglich
der Bereich einer Düse dargestellt ist, durch welche das Füllmaterial 9 ausgepresst
wird. Die Düse der Einspritzvorrichtung 10 kann von einem in den Figuren nicht dargestellten
Antrieb beliebig zweidimensional bewegt werden, sodass zumindest der Teil der Auflagefläche
2 der Unterlage 1 überstrichen werden kann, in welchem Vertiefungen 3 ausgebildet
sind. Die Bewegung der Düse kann hierbei in analoger Weise erfolgen, wie dies bei
einer CNC-Fräsmaschine bekannt ist. Die Ansteuerung der Bewegung der Düse erfolgt
durch eine rechnergestützte numerische Steuerung. Auch dies kann in analoger Weise
wie bei einer CNC-Fräsmaschine erfolgen. Als Einspritzvorrichtung 10 kann eine CNC-Fräsmaschine
herangezogen werden, die anstelle eines Fräskopfes mit einer Düse zum Einspritzen
von Füllmaterial 9 ausgestattet ist.
[0031] Die Düse der Einspritzvorrichtung 10 wird entlang einerjeweiligen in der Auflagefläche
2 der Unterlage 1 eingebrachten Vertiefung 3 verfahren, wobei Füllmaterial 9 in den
jeweiligen Aufnahmebereich 8 eingespritzt wird, vgl. Fig. 11-13. Der Aufnahmebereich
8 wird also mit Füllmaterial 9 gefüllt. Bei vielen Arten von auszubildenden Flächengebilden
ist es vorteilhaft, wenn der Aufnahmebereich 8 zumindest vollständig mit Füllmaterial
9 ausgefüllt wird. Es kann auch ein gewisser Überstand von Füllmaterial 9 vorliegen,
wie dieser aus Fig. 14 hervorgeht. D.h. das Füllmaterial 9 wölbt sich über die Höhe
der Auflagefläche 2, wie sie im an die Vertiefung 3 angrenzenden Bereich vorliegt,
nach oben.
[0032] Auch eine nicht vollständige, z.B. im Bereich von 80% bis 95% liegende Füllung des
Aufnahmebereichs 8 kann vorgesehen sein.
[0033] In der Folge wird eine zweite Materiallage 11 auf die erste Materiallage 6 und das
Füllmaterial 9 aufgelegt, vgl. Fig. 14.
[0034] In einem folgenden Verfahrensschritt erfolgt ein Anpressen der zweiten Materiallage
11 an die erste Materiallage 6 und das Füllmaterial 9. Hierzu wird eine Anpressvorrichtung
12 an die zweite Materiallage 11 herangefahren, vgl. Fig. 15, und gegen die zweite
Materiallage 11 angedrückt, vgl. Fig. 16.
[0035] Die Anpressvorrichtung 12 kann in analoger Weise wie die Anpressvorrichtung 7 ausgebildet
sein. Die der zweiten Materiallage 11 zugewandte Lage muss hier aber nicht unbedingt
elastisch verformbar sein bzw. kann eine geringere elastische Verformbarkeit als die
Lage 7a der Anpressvorrichtung 7 aufweisen.
[0036] Das Andrücken der zweiten Materiallage 11 erfolgt im noch nicht verfestigten Zustand
des Füllmaterials 9.
[0037] Bevor das so ausgebildete Flächengebilde von der Unterlage 1 abgenommen wird, wird
ein zumindest teilweises Verfestigen des Füllmaterials 9 abgewartet, was vorteilhafterweise
eine Zeitdauer von weniger als zehn Minuten, vorzugsweise weniger als 5 Minuten in
Anspruch nimmt. Die Anpressvorrichtung 12 kann hierbei die zweite Materiallage 11
weiterhin anpressen. Zumindest über einen Teil der für das Verfestigen des Füllmaterials
9 benötigten Zeit kann die Anpressvorrichtung 12 aber bereits wieder von der zweiten
Materiallage 11 abgehoben sein.
[0038] Das Verfestigen des Füllmaterials 9 kann gegebenenfalls, je nach Art des Füllmaterials,
durch Wärmezufuhr beschleunigt werden. Beispielsweise kann ein Infrarotstrahler eingesetzt
werden, eine Erwärmung in einem Ofen erfolgen oder die Unterlage 1 erwärmt werden.
[0039] Wenn das Füllmaterial 9 ausreichend verfestigt ist, wird das so ausgebildete Flächengebilde
von der Unterlage 1 abgezogen, vgl. Fig. 18. Die Wirkung des Klebstoffs 4, über welchen
die erste Materiallage 6 an der Auflagefläche 2 angeklebt ist, muss hierbei überwunden
werden. Es wird hierbei ein Klebstoff 4 mit einer ausreichend geringen Haftfähigkeit
verwendet, sodass ein zerstörungsfreies Abziehen der ersten Materiallage 6 ermöglicht
wird.
[0040] Anhaftende Reste von Klebstoff 4 können in einem späteren Arbeitsschritt entfernt
werden, beispielsweise durch Auswaschen.
[0041] Das von der Unterlage 1 abgezogene und umgedrehte Flächenprodukt ist in Fig. 20 und
21 dargestellt. In zu den nutförmigen Vertiefungen 3 korrespondieren Bereichen der
ersten Materiallage 6 befinden sich nunmehr im Ausführungsbeispiel längserstreckt
verlaufende Erhebungen 13 des Flächengebildes, die vom Füllmaterial 9 hervorgerufen
sind.
[0042] In der Folge werden nicht benötigte Teile des Flächengebildes abgeschnitten, wie
dies schematisch in Fig. 22 dargestellt ist. Das Flächengebilde wird auf die Oberfläche
eines Schneidtisches 14 aufgelegt. Ein erstes Schneidwerkzeug 15 befindet sich in
einer Nut des Schneidtisches 14 und wird von unten gegen das Flächengebilde verfahren.
Ein zweites Schneidwerkzeug 16 wird von oben her gegen das Flächengebilde verfahren.
Entweder werden die Schneidwerkzeuge 15, 16 gegenüber dem Flächengebilde oder das
Flächengebilde wird gegenüber den Schneidwerkzeugen bewegt. Auf diese Weise wird das
Flächengebilde abgeschnitten, hier entlang des Randes einer Erhebung 13.
[0043] Auch ein einzelnes, an das Flächengebilde andrückbares Schneidwerkzeug könnte zum
Zuschneiden eingesetzt werden, wobei das Schneiden gegen eine feste Kante oder Fläche
(welche auch als Ambos bezeichnet werden kann) erfolgen kann.
[0044] Das fertiggestellte Flächengebilde, welches im Ausführungsbeispiel ein Halbfertigprodukt
für einen Büstenhalter darstellt, ist in Fig. 23 dargestellt. Entlang der Seitenränder
des Flächengebildes verläuft jeweils mindestens eine Erhebung 13, welche somit eine
Randverstärkung bildet. Weitere Erhebungen 13 verlaufen unterhalb des auszubildenden
Körbchenbereichs.
[0045] In weiteren Arbeitsschritten, die nicht Gegenstand der vorliegenden Erfindung sind,
erfolgt die weitere Konfektionierung des Büstenhalters, umfassend Arbeitsschritte
zur Anbringung von Verschlussteilen und zur Ausbildung der Körbchen.
[0046] Denkbar und möglich wäre es, vor dem Auflegen der zweiten Materiallage 11 zumindest
ein Einlegeteil in zumindest einen der Aufnahmebereiche 8, vor oder nach dem Einfüllen
von Füllmaterial 9 einzulegen. Beispielsweise könnten unterhalb der auszubildenden
Körbchen angeordnete Bügel und/oder Verschlussteile für die Träger des Büstenhalters
eingelegt werden.
[0047] Das Füllmaterial 9 ist bei seiner Einbringung in den jeweiligen Aufnahmebereich 8,
also vor seiner Verfestigung, ein Fluid. Die Viskosität ist ausreichend hoch, sodass
das Füllmaterial 9 die Materiallagen 6, 11 nicht völlig durchdringt. Nach der Verfestigung
des Füllmaterials 9 sind die Materiallagen 6, 11 über das Füllmaterial 9 verbunden,
haften also über das Füllmaterial 9 aneinander. Das Füllmaterial 9 kann somit auch
als Klebstoff bezeichnet werden.
[0048] Die Verfestigung des Füllmaterials 9 erfolgt vorzugsweise durch chemische Härtung.
Die Aushärtung des Füllmaterials 9 erfolgt also insbesondere durch eine Vernetzung.
[0049] In einer vorteilhaften Ausführungsform der Erfindung wird als Füllmaterial 9 Silikon
(Silikonkautschuk) eingesetzt. Auch andere Arten von Füllmaterialien 9 könnten eingesetzt
werden, z.B. Polyurethan oder Acryl.
[0050] Das Füllmaterial 9 ist im verfestigten Zustand vorteilhafterweise elastisch. Günstigerweise
beträgt das Elastizitätsmodul des verfestigten Füllmaterials weniger als 1000 N/mm
2, vorzugsweise weniger als 100 N/mm
2.
[0051] Die Reißdehnung des verfestigten Füllmaterials 9 kann beispielsweise im Bereich von
100 bis 500 % liegen. Auch Werte von über 500% sind möglich.
[0052] Die Zugfestigkeit des verfestigten Füllmaterials 9 liegt vorzugsweise unter 100 N/mm
2.
[0053] Eine zweite Ausführungsvariante der Erfindung wird im Folgenden anhand der Fig. 24
bis 30 beschrieben. Abgesehen von den im Folgenden beschriebenen Unterschieden entspricht
diese zweite Ausführungsvariante der zuvor beschriebenen ersten Ausführungsvariante.
[0054] Vor dem Einfüllen des Füllmaterials 9 in die Aufnahmebereiche 8 wird bei dieser Ausführungsvariante
eine Schablone 17 auf die in der zuvor beschriebenen Weise auf die Auflagefläche 2
aufgebrachte erste Materiallage 6 aufgelegt. Die Schablone 17 besitzt Öffnungen 18.
Der Verlauf einer jeweiligen Öffnung 18 korrespondiert mit dem Verlauf des jeweiligen
Aufnahmebereichs 8. Das Füllmaterial 9 wird durch die Öffnungen 18 in die Aufnahmebereiche
8 eingefüllt. Überschüssiges Füllmaterial 9 wird hierbei durch die Schablone 17 von
der ersten Materiallage 6 abgehalten.
[0055] Vor dem Abnehmen der Schablone 17 wird mit Hilfe einer Spachtel 19 überschüssiges
Füllmaterial entfernt, vgl. Fig. 27 und 28. Nach dem Entfernen der Schablone 17 bleibt
der gefüllte Aufnahmebereich 8 zurück, vgl. Fig. 29 und 30. Das Füllmaterial 9 steht
hier nur um die Dicke der Schablone 17 über das beidseitig des jeweiligen Aufnahmebereichs
8 vorliegende Niveau der Oberseite der ersten Materiallage 6 nach oben über.
[0056] Bei dieser zweiten Ausführungsvariante könnte das Füllmaterial 9 beispielsweise auch
manuell in die Aufnahmebereiche 8 eingebracht werden.
[0057] Bei der in den Fig. 31 und 32 dargestellten dritten Ausführungsvariante besteht der
Unterschied zur ersten Ausführungsvariante darin, dass das Füllmaterial 9 durch eine
Schablone 17' in die Aufnahmebereiche 8 eingebracht wird, welche nach Art einer Siebdruckschablone
ausgebildet ist. Die Schablone 17' überdeckt somit zwar die Aufnahmebereiche 8, besitzt
oberhalb der Aufnahmebereiche 8 aber eine für das Füllmaterial 9 durchlässige Gitterstruktur.
In anderen Bereichen ist die Schablone 17' für das Füllmaterial 9 undurchlässig.
[0058] Zur Einbringung des Füllmaterials 9 in die Aufnahmebereiche 8 wird Füllmaterial 9
auf die Schablone 17' aufgebracht und mit einer Rakel verstrichen, sodass es in Bereichen
oberhalb der Aufnahmebereiche 8 durch die Schablone 17' durchtritt, wobei die Aufnahmebereiche
8 mit dem Füllmaterial 9 gefüllt werden.
[0059] Die Situation nach dem Entfernen der Schablone 17' ist in Fig. 32 dargestellt. Entsprechend
dem Abstand der Schablone 17' von der ersten Materiallage 6 steht das Füllmaterial
9 über das beidseitig des jeweiligen Aufnahmebereichs 8 vorliegende Niveau der Oberseite
der ersten Materiallage 6 nach oben über.
[0060] Auch bei einer Schablone 17 mit Öffnungen 18, wie in den Fig. 24 bis 30 dargestellt,
könnte Füllmaterial 9 mit einer Rakel oder Spachtel durch die Öffnungen in die Aufnahmebereiche
8 eingebracht werden.
[0061] Das anschließende Aufbringen der zweiten Materiallage 11 kann in der zuvor beschriebenen
Weise erfolgen.
[0062] In Fig. 33 ist eine mögliche Ausführungsvariante für das Andrücken der ersten Materiallage
6 an den auf die Auflagefläche 2 aufgetragenen Klebstoff 4 dargestellt. Die Anpressvorrichtung
7' weist hier eine Walze auf, welche auf einem formstabilen Kern 7c eine verformbare
Lage 7a, beispielsweise aus Schaumstoff, trägt. Beim Abrollen der Rolle über die erste
Materiallage 6 wird die erste Materiallage 6 an die Auflagefläche 2 angedrückt, wobei
im Bereich von Vertiefungen 3 die verformbare Lage 7a sich in diese hineinwölbt, sodass
die erste Materiallage 6 an den Boden der jeweiligen Vertiefung 3 angedrückt wird.
[0063] Fig. 34 zeigt eine mögliche alternative Ausführungsvariante für den Auftrag von Klebstoff
4 auf die Auflagefläche 2 der Unterlage 1. Der Klebstoff 4 wird mittels einer Auftragwalze
20 auf die Auflagefläche 2 aufgewalzt. Die Auftragwalze 20 besitzt eine verformbare
äußere Lage 20a, beispielsweise in Form von Schaumstoff. Im Bereich einer jeweiligen
Vertiefung 3 wölbt sich die verformbare Lage 20a in diese hinein, sodass auch der
Boden der Vertiefung 3 mit Klebstoff 4 beschichtet wird.
[0064] Die Aufbringung von Klebstoff 4 auf die Auftragwalze 20 erfolgt in der in Fig. 34
schematisch dargestellten Ausführungsform mittels einer Transferwalze 21, auf welche
Klebstoff 4 durch einen Trichter 25 aufgebracht wird.
[0065] Fig. 35 zeigt eine alternative Möglichkeit, die erste Materiallage 6 vor dem Einbringen
des Füllmaterials 9 an den Boden der Vertiefung 3 anzulegen und während des Einbringens
des Füllmaterials 9 in Anlage am Boden der Vertiefung 3 zu halten. Anstelle eines
Einsatzes von Klebstoff erfolgt hier ein Ansaugen der ersten Materiallage 6. Hierzu
ist die Unterlage 1 mit Luftabsaugkanälen 22 versehen, durch welche Luft abgesaugt
werden kann. Die Luftabsaugkanäle 22 münden an der Auflagefläche 2. Zumindest in den
Bereichen der Auflagefläche 2, welche den Boden einer jeweiligen Vertiefung 3 bilden,
münden solche Luftabsaugkanäle 22, vorzugsweise auch in beidseitig an die jeweilige
Vertiefung 3 anschließenden Bereichen der Auflagefläche 2, wie dies in Fig. 35 dargestellt
ist.
[0066] Die von der Auflagefläche 2 abgelegenen Enden der Luftabsaugkanäle 22 gehen von einem
Sammelkanal 23 aus, aus dem die Luft mittels einer Absaugleitung 24, an welche eine
(in den Figuren nicht dargestellte) Pumpe angeschlossen ist, abgesaugt wird.
[0067] In den Bereichen der Auflagefläche 2, in welchen Luftabsaugkanäle 22 münden, wird
die auf die Auflagefläche 2 aufgelegte erste Materiallage 6 somit durch Unterdruck
an die Auflagefläche 2 angelegt. Dieser Unterdruck wird vorzugsweise zumindest bis
zum Abschluss des Einfüllens des Füllmaterials 9 in die Aufnahmebereiche 8 und dem
Auflegen und Anpressen der zweiten Materiallage 11 aufrecht erhalten.
[0068] Da nach Aufhebung dieses Unterdrucks, also nach dem Ende des Absaugens von Luft durch
die Absaugkanäle 22, die erste Materiallage 6 widerstandsfrei von der Unterlage 1
abgehoben werden kann, kann in diesem Ausführungsbeispiel das Abnehmen des ausgebildeten
Flächengebildes von der Unterlage 1 eventuell bereits erfolgen, bevor das Füllmaterial
9 ausgehärtet ist.
[0069] Luftabsaugkanäle 22 könnten auch vollflächig auf der Auflagefläche 2 münden, also
nicht nur in den Bereichen der Vertiefungen 3 und daran beidseitig anschließenden
Bereichen.
[0070] Die Unterlage 1 kann somit in diesem Ausführungsbeispiel nach Art eines Vakuumtischs
ausgebildet sein.
[0071] Im Übrigen ist die Ausbildung des Flächengebildes für dieses Ausführungsbeispiel
analog wie im Zusammenhang mit dem ersten Ausführungsbeispiel beschrieben und die
Beschreibung des ersten Ausführungsbeispiels sowie möglicher Modifikationen hierzu
kann analog herangezogen werden.
[0072] Anstelle von einzelnen Luftabsaugkanälen 22 kann auch eine Unterlage mit einer porösen
Lage eingesetzt werden, durch deren Poren die Luftabsaugung erfolgt.
[0073] Fig. 36 zeigt verschiedene Querschnittsformen von Vertiefungen 3, wie sie in einer
Auflagefläche 2 einer Unterlage 1 vorgesehen sein können, um Erhebungen mit korrespondierenden
Querschnittsformen auszubilden.
[0074] Die Querschnittsform und/oder Breite und/oder Tiefe einer Vertiefung 3 kann sich
über ihre Längserstreckung auch ändern, wie dies in Fig. 37a-c beispielhaft dargestellt
ist.
[0075] Anstelle von längserstreckten Vertiefungen oder zusätzlich hierzu können auch andere
Vertiefungen in der Auflagefläche der Unterlage vorgesehen sein. Beispielsweise können
dadurch noppenartige Erhebungen des Flächengebildes ausgebildet werden.
[0076] Z.B. könnte eine Vertiefung ohne eine ausgesprochene Längserstreckung (also ohne
eine nutartige Ausbildung) in ihrer Form dem mittleren, in Draufsicht rautenförmigen
Abschnitt der in Fig. 37a-c dargestellten Vertiefung entsprechen.
[0077] In den zuvor beschriebenen Ausführungsbeispielen ist die Auflagefläche 2 abgesehen
von den Vertiefungen 3 (im Bereich von denen nach Auflegen der ersten Materiallage
die Aufnahmebereiche 8 gebildet werden, in welche Füllmaterial 9 eingefüllt wird)
eben, d.h. die Bereiche zwischen den Vertiefungen 3 liegen in einer gemeinsamen Ebene.
In anderen Ausführungsbeispielen könnte die Auflagefläche 2 abgesehen von den Vertiefungen
3 zumindest abschnittsweise oder insgesamt eine dreidimensionale Kontur aufweisen.
So könnte beispielsweise bei der Ausbildung eines Büstenhalters die Auflagefläche
im Bereich der Körbchen des Büstenhalters Mulden aufweisen. Vertiefungen 3, welche
zur Ausbildung von Aufnahmebereichen 8 für ein Füllmaterial 9 dienen, könnten zumindest
teilweise in diesen Mulden angeordnet sein. Anstelle von Mulden oder zusätzlich hierzu
können auch Erhebungen der Auflagefläche vorgesehen sein.
[0078] Im Falle einer solchen, abgesehen von den Vertiefungen 3 zumindest abschnittsweise
dreidimensional verlaufenden Auflagefläche könnte eine entsprechend vorgeformte erste
Materiallage 6 und/oder zweite Materiallage 11 eingesetzt werden, wobei die Kontur
der ersten Materiallage 6 und/oder zweiten Materiallage 11 mit der Kontur der Auflagefläche
2 korrespondiert. Die erste und/oder zweite Materiallage 6, 11 wäre dann entsprechend
positioniert aufzubringen. Die erste Materiallage 6 und/oder zweite Materiallage 11
könnte andererseits entsprechend dehnbar ausgebildet sein, sodass sie sich beim Aufbringen
auf die Auflagefläche 2 an die Kontur der Auflagefläche 2 anpasst. Beispielsweise
könnte ein Anpressen an die Auflagefläche 2 mittels einer elastisch verformbaren Lage
erfolgen, welche sich beim Anpressen an die Kontur der Auflagefläche 2 anpasst.
[0079] Durch eine solche, abgesehen von den Vertiefungen 3 zumindest abschnittsweise dreidimensionale
Ausbildung der Auflagefläche 2 kann insbesondere eine Vorformung von durch das Füllmaterial
9 ausgebildeten elastisch dehnbaren Strängen erreicht werden. Diese können somit an
Körperkonturen angepasst werden, sodass beispielsweise erst ab einer bestimmten Größe
der Auswölbung eines textilen Flächengebildes ein zunehmender Stützeffekt erzielt
wird. Beispielsweise kann eine, abgesehen von den Vertiefungen 3 zumindest abschnittsweise
dreidimensionale Auflagefläche auch zur Ausbildung eines Gesäßabschnitts einer Strumpfhose
oder anderen Hose, insbesondere Unterhose, eingesetzt werden.
[0080] Derartige Ausführungsbeispiele sind in den Fig. 39 bis 45 dargestellt. Gemäß den
Fig. 38 und 39 bildet die Auflagefläche 2 im Gesäßbereich des auszubildenden Kleidungsstücks
zwei Mulden 26. Die die Böden dieser Mulden 26 bildenden Abschnitte der Auflagefäche
2 weisen Vertiefungen 3 auf, welche nutförmig ausgebildet sind und beispielsweise
wie dargestellt hufeisenförmig verlaufen können. Die Ausbildung des textilen Halbfertig-
oder Fertigprodukts, hier einer teilweise oder vollständig fertiggestellten Hose,
insbesondere Strumpfhose, erfolgt in der Weise, wie anhand der vorausgehenden Ausführungsbeispiele
beschrieben. Insbesondere bildet die am Boden der jeweiligen Vertiefung 3 anliegende
erste Materiallage einen Aufnahmebereich, in welchen ein Füllmaterial eingefüllt wird,
worauf eine zweite Materiallage aufgebracht wird.
[0081] Den ausgebildeten, hier strangförmigen Erhebungen 13 kann beispielsweise eine Stützfunktion
zukommen. Die gestrichelten Linien in Fig. 40 zeigen an, wo sich die Mulden 26 bei
der Herstellung des textilen Flächenprodukts befunden haben. Beispielsweise kann sich
die zweite Materiallage gerade über diese Bereiche erstrecken oder auch über diese
Bereiche hinausgehen. An ihren Rändern kann die zweite Materiallage mit der ersten
Materiallage beispielsweise durch Vernähen oder Verkleben verbunden sein.
[0082] Die zweite Materiallage liegt hier also innerhalb (=körperseitig) der ersten Materiallage.
Aber auch eine umgekehrte Ausbildung ist möglich, bei der die erste Materiallage auf
der dem Körper zugewandten Seite des textilen Flächengebildes liegt, ist denkbar und
möglich. In diesem Fall könnte auch die erste Materiallage eine kleinere Ausdehnung
als die zweite Materiallage besitzen.
[0083] Ein ähnliches Ausführungsbeispiel ist in den Fig. 42 bis 45 dargestellt. Es ist eine
einzelne nutförmige Vertiefung vorgesehen, welche die Mulden 26 durchsetzt und auch
durch Bereiche verläuft, welche neben und zwischen den Mulden 26 liegen. Der ausgebildeten
strangförmigen Erhebung 13 kann eine formgebende Wirkung zukommen.
[0084] Eine solche, abgesehen von den Vertiefungen 3 zumindest abschnittsweise dreidimensionale
Ausbildung der Auflagefläche 2 kann also insbesondere mindestens eine Mulde 26 und/oder
Erhebung der Auflagefläche 2 umfassen, im Bereich von der mindestens eine Vertiefung
3 zur Ausbildung eines Aufnahmebereichs 8 für Füllmaterial 9 zumindest teilweise liegt,
oder speziell für den Fall einer nutförmigen Vertiefung 3, zumindest über einen Teil
ihrer Längserstreckung verläuft. Beispielsweise kann dadurch eine formgebende Eigenschaft
eines Kleidungsstücks erreicht werden.
[0085] Auch andere Arten von Einlegeteilen als die bereits genannten können vor dem Auflegen
der zweiten Materiallage 11 in zumindest einen der Aufnahmebereiche 8 eingelegt werden.
Solche Einlegeteile können u.a. elektrische Leitungen zur Versorgung von elektrischen
Verbrauchern, Heizleiter, Sensoren oder andere elektrische Bauteile sein.
[0086] Zur Ausbildung von textilen Flächengebilden können die erste und zweite Materiallage
6, 11 aus einem textilen Material ausgebildet sein, beispielsweise einem Gewirk, Gestrick
oder Gewebe. Auch könnte nur eine der beiden Materiallagen 6, 11 von einem textilen
Material gebildet werden und die andere Materiallage 6, 11 in Form einer Folie ausgebildet
sein.
[0087] Auch Ausführungsformen sind möglich, in welchen sowohl die erste Materiallage 6 als
auch die zweite Materiallage 11 von einer Folie gebildet wird.
[0088] Durch ein erfindungsgemäßes Verfahren könnte anstelle eines Halbfertigprodukts auch
ein Fertigprodukt ausgebildet werden.
Legende zu den Hinweisziffern:
[0089]
- 1
- Unterlage
- 2
- Auflagefläche
- 3
- Vertiefung
- 4
- Klebstoff
- 5
- Sprühdüse
- 6
- erste Materiallage
- 7,7'
- Anpressvorrichtung
- 7a
- verformbare Lage
- 7b
- formstabile Lage
- 7c
- Kern
- 8
- Aufnahmebereich
- 9
- Füllmaterial
- 10
- Einspritzvorrichtung
- 11
- zweite Materiallage
- 12
- Anpressvorrichtung
- 13
- Erhebung
- 14
- Schneidtisch
- 15
- Schneidwerkzeug
- 16
- Schneidwerkzeug
- 17, 17'
- Schablone
- 18
- Öffnung
- 19
- Spachtel
- 20
- Auftragwalze
- 20a
- verformbare Lage
- 21
- Transferwalze
- 22
- Luftabsaugkanal
- 23
- Sammelkanal
- 24
- Absaugleitung
- 25
- Trichter
- 26
- Mulde
1. Verfahren zur Herstellung eines Flächengebildes, welches eine erste und zweite Materiallage
(6, 11) aufweist, wobei die erste Materiallage (6) auf eine Unterlage (1) mit einer
Auflagefläche (2), welche zumindest mit einer Vertiefung (3) versehen ist, aufgelegt
wird und unter Ausbildung eines Aufnahmebereiches (8) für ein Füllmaterial (9) in
die Vertiefung (3) eingedrückt wird, im Weiteren das Füllmaterial (9) in den Aufnahmebereich
(8) eingebracht wird, im Weiteren die zweite Materiallage (11) auf die erste Materiallage
(6) und das Füllmaterial (9) aufgelegt wird, und im Weiteren die erste und die zweite
Materiallage (6, 11) mittels einer Anpressvorrichtung (7) aneinander angedrückt werden,
wobei das in den Aufnahmebereich (8) eingebrachte Füllmaterial (9) nach dem Verfestigen
die erste Materiallage (6) und die zweite Materiallage (11) miteinander verbindet
und eine Erhebung (13) des Flächengebildes hervorruft, dadurch gekennzeichnet, dass die erste Materiallage (6) während des Einbringens des Füllmaterials (9) durch ein
Ankleben der ersten Materiallage (6) mittels eines Klebstoffs (4) oder durch ein Ansaugen
der ersten Materiallage (6) in Anlage am Boden der Vertiefung (3) gehalten wird.
2. Verfahren nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, dass die erste Materiallage (6) während des Einbringens des Füllmaterials (9) durch das
Ankleben der ersten Materiallage (6) oder durch das Ansaugen der ersten Materiallage
(6) auch in Anlage an einem an die Vertiefung (3) angrenzenden Bereich der Auflagefläche
(2), vorzugsweise an beidseitig an die Vertiefung (3) angrenzenden Bereichen der Auflagefläche
(2), gehalten wird.
3. Verfahren nach Anspruch 1 oder 2, dadurch gekennzeichnet, dass der Klebstoff (4) mittels einer Auftragwalze (20) oder mittels einer Sprühdüse (5)
auf die Auflagefläche (2) oder auf die erste Materiallage (6) aufgetragen wird.
4. Verfahren nach Anspruch 1 oder 2, dadurch gekennzeichnet, dass in der Unterlage (1) Luftabsaugkanäle (22) ausgebildet sind, durch welche Luft abgesaugt
wird, um die erste Materiallage (6) an die Auflagefläche (2) anzusaugen.
5. Verfahren nach einem der Ansprüche 1 bis 4, dadurch gekennzeichnet, dass das die erste und zweite Materiallage (6, 11) verbindende Füllmaterial (9) im verfestigten
Zustand elastisch ist.
6. Verfahren nach einem der Ansprüche 1 bis 5, dadurch gekennzeichnet, dass das Füllmaterial (9) mittels einer von einer rechnergestützten numerischen Steuerung
gesteuerten Einspritzvorrichtung (10) in den Aufnahmebereich (8) eingebracht wird.
7. Verfahren nach einem der Ansprüche 1 bis 6, dadurch gekennzeichnet, dass das Füllmaterial (9) durch mindestens eine Öffnung (18) einer Schablone (17, 17')
in den Aufnahmebereich (8) eingebracht wird.
8. Verfahren nach einem der Ansprüche 1 bis 7, dadurch gekennzeichnet, dass die erste und zweite Materiallage (6, 11) nach dem Verfestigen des Füllmaterials
(9) entlang des Randes zumindest einer Erhebung (13) abgeschnitten werden.
9. Verfahren nach einem der Ansprüche 1 bis 8, dadurch gekennzeichnet, dass die Vertiefung (3) nutförmig ausgebildet ist.
10. Verfahren nach Anspruch 9, dadurch gekennzeichnet, dass die Auflagefläche (2) mehrere nutförmige Vertiefungen (3) aufweist, wobei zumindest
zwei Vertiefungen (3) zumindest abschnittsweise parallel zueinander verlaufen.
11. Verfahren nach einem der Ansprüche 1 bis 10, dadurch gekennzeichnet, dass die erste und/oder die zweite Materiallage (6, 11) aus einem textilen Material ausgebildet
ist.
12. Verfahren nach einem der Ansprüche 1 bis 11, dadurch gekennzeichnet, dass die erste Materiallage (6) vor dem Einbringen des Füllmaterials (9) mit einer Anpressvorrichtung
(7, 7') an die Auflagefläche (2) angedrückt wird, wobei die Anpressvorrichtung (7,
7') eine elastisch verformbare Lage (7a) aufweist, die der ersten Materiallage (6)
zugewandt ist.
13. Verfahren nach einem der Ansprüche 1 bis 12, dadurch gekennzeichnet, dass die Auflagefläche (2) abgesehen von den Vertiefungen (3) zur Ausbildung der Aufnahmebereiche
(8) für das Füllmaterial (9) eben ausgebildet ist.
14. Verfahren nach einem der Ansprüche 1 bis 12, dadurch gekennzeichnet, dass die Auflagefläche (2) abgesehen von den Vertiefungen (3) zur Ausbildung der Aufnahmebereiche
(8) für das Füllmaterial (9) zumindest abschnittsweise eine dreidimensionale Kontur
aufweist.