[0001] Die vorliegende Erfindung betrifft einen Vliesleger zum Legen eines Vlieses aus einer
Florbahn.
[0002] Vliesleger dienen dazu, die von einer Krempel erzeugte Florbahn möglichst gleichmäßig
auf einem Abliefertransportband in mehrlagigen Schichten zu einem Vlies abzulegen.
Dabei wird die Florbahn üblicherweise zunächst durch einen Oberwagen und von dort
zu einem Legewagen geführt, durch dessen Legespalt die Florbahn auf das Abliefertransportband
abgelegt wird. Zur Führung der Florbahn durch den Vliesleger dienen mindestens zwei
Flortransportbänder, die über mehrere Umlenkwalzen im Maschinengestell des Vlieslegers,
im Oberwagen und im Legewagen durch den Vliesleger verlaufen. Jedes Flortransportband
wird dabei üblicherweise von mindestens einer Antriebswalze angetrieben. Die Bewegungen
der Flortransportbänder, des Oberwagens und des Legewagens werden aufeinander abgestimmt
gesteuert.
[0003] Derartige Vliesleger sind beispielsweise aus der
EP 0 865 521 A1 und der
EP 1 816 243 A1 bekannt. Üblicherweise erfolgt bei diesen Vlieslegern die Kraftübertragung zum Antrieb
der Flortransportbänder mittels Reibschluss zwischen den Antriebswalzen und den Flortransportbändern.
Die Antriebswalzen sind dabei ortsfest im Maschinengestell des Vlieslegers gelagert,
werden von mindestens einem Antrieb rotatorisch angetrieben und von dem anzutreibenden
Flortransportband teilweise umschlungen. Zur Optimierung der Kraftübertragung zwischen
den Antriebswalzen und den Flortransportbändern weisen die Antriebswalzen in der Regel
eine gummierte Mantelfläche auf, um die Reibung zwischen den Antriebswalzen und den
Flortransportbändern zu erhöhen.
[0004] Flortransportbänder können als Siebband ausgebildet sein, falls ein Ansaugen der
Florbahn durch das entsprechende Flortransportband hindurch gewünscht ist. Ansonsten
können Flortransportbänder auch luftundurchlässig ausgebildet sein. Werden solche
luftundurchlässigen Flortransportbänder verwendet, wird üblicherweise bei höheren
Fördergeschwindigkeiten die Vorspannung dieser Flortransportbänder erhöht, um die
Schleppluft, die zwischen ein Flortransportband und eine Antriebswalze gerät, seitlich
auszuleiten und so ein Aufschwimmen des Flortransportbands auf der Antriebswalze zu
verhindern.
[0005] Es hat sich jedoch herausgestellt, dass es bei sehr hohen Antriebsgeschwindigkeiten
nicht mehr gelingt, die Schleppluft zwischen der Innenseite des Flortransportbands
und der Antriebswalze allein durch die erhöhte Vorspannung vollständig seitlich auszuleiten.
Die zwischen der gummierten Antriebswalze und dem luftundurchlässigen Flortransportband
eingeschlossenen Schleppluftpolster bewirken indes einen Traktionsverlust in diesen
Bereichen, sodass es zu einem unvorhersehbaren Schlupf zwischen Flortransportband
und Antriebswalze kommt.
[0006] Bei Vlieslegern der eingangs beschriebenen Art kann beispielsweise pro Legewagenfahrt
bei einer Fahrbewegung des Legewagens von ca. 7 Metern ein Unterschied von mehr als
einem Meter zwischen dem Oberflächenweg der Antriebswalze und dem Oberflächenweg des
Flortransportbands festgestellt werden. Demzufolge sind eine kinematische Kontrolle
des Flortransportbands und die damit einhergehende Kontrolle der exakten Geschwindigkeit
des Flortransportbands und der darauf befindlichen Florbahn nicht möglich und es treten
z.B. Abweichungen vom Sollflächengewicht der zu legenden Vliesbahn auf.
[0007] Der Erfindung liegt daher die Aufgabe zugrunde, einen Vliesleger bereitzustellen,
bei dem auch bei hohen Antriebsgeschwindigkeiten von luftundurchlässigen Flortransportbändern
die Schleppluft zwischen Antriebswalzen und den Flortransportbändern zuverlässig abgeführt
werden kann und die kinematische Kontrolle über den Vlieslegeprozess beibehalten wird.
[0008] Diese Aufgabe wird durch die Merkmale des Anspruchs 1 gelöst.
[0009] Erfindungsgemäß umfasst ein Vliesleger zum Legen eines Vlieses aus einer Florbahn
einen hin- und herverfahrbaren Oberwagen, durch den die Florbahn geführt ist, einen
in derselben Richtung wie der Oberwagen hin- und herverfahrbaren Legewagen, durch
den die vom Oberwagen kommende Florbahn geführt ist und der zur Abgabe der Florbahn
auf ein Abliefertransportband dient, mindestens ein erstes Flortransportband zur Führung
der Florbahn zum Oberwagen und mindestens ein zweites Flortransportband zur Führung
der Florbahn vom Oberwagen weiter zum Legewagen, wobei mindestens eines aus dem mindestens
einen ersten und zweiten Flortransportband ein luftundurchlässiges Flortransportband
ist. Der Vliesleger umfasst außerdem mindestens eine erste Antriebswalze zum Antreiben
des mindestens einen ersten Flortransportbands und mindestens eine zweite Antriebswalze
zum Antreiben des mindestens einen zweiten Flortransportbands. Mindestens eine aus
der mindestens einen ersten und zweiten Antriebswalze weist erfindungsgemäß eine Mehrzahl
von rillenförmigen Ausnehmungen auf, die in einer Mantelfläche der mindestens einen
aus der mindestens einen ersten und zweiten Antriebswalze ausgebildet sind und die
mindestens eine aus der mindestens einen ersten und zweiten Antriebswalze zumindest
teilweise umlaufen, wobei die Ausnehmungen zumindest abschnittsweise von dem mindestens
einen luftundurchlässigen Flortransportband bedeckt sind.
[0010] Auf diese Weise wird erreicht, dass auch bei sehr hohen Fördergeschwindigkeiten luftundurchlässiger
Flortransportbänder bzw. bei sehr hohen Drehzahlen der Antriebswalzen die Schleppluft,
die zwischen eine Antriebswalze und die Innenseite eines luftundurchlässigen Flortransportbands
gerät, zuverlässig abgeführt werden kann, indem sie aus dem Bereich, in dem die Antriebswalze
von dem Flortransportband bedeckt ist, durch die rillenförmigen Ausnehmungen abgeleitet
wird. Dadurch wird eine erhöhte Traktion zwischen der Antriebswalze und dem ihr zugeordneten
luftundurchlässigen Flortransportband erreicht, sodass der Schlupf zwischen diesen
Komponenten minimiert und die kinematische Kontrolle über die Fördergeschwindigkeit
des luftundurchlässigen Flortransportbands und der Florbahn erhalten bleibt.
[0011] Vorzugsweise umschlingt das mindestens eine luftundurchlässige Flortransportband
mindestens eine aus der mindestens einen ersten und zweiten Antriebswalze in einem
Winkelbereich, der zwischen 45° und 270°, mehr bevorzugt zwischen 90° und 240°, und
noch mehr bevorzugt zwischen 180° und 225° beträgt. So wird eine ausreichend große
Kontaktfläche zwischen dem mindestens einen luftundurchlässigen Flortransportband
und der ihm zugeordneten Antriebswalze bereitgestellt, um die Kraftübertragung zwischen
diesen beiden Komponenten zum Zwecke des Antriebs des mindestens einen luftundurchlässigen
Flortransportbands zu optimieren.
[0012] Um die Effizienz des Vlieslegers zu erhöhen und die Vorteile der vorliegenden Erfindung
in vollem Umfang nutzen zu können, beträgt eine maximale Umfangsgeschwindigkeit der
mindestens einen aus der mindestens einen ersten und zweiten Antriebswalze mindestens
200 m/min, mehr bevorzugt mindestens 300 m/min, noch mehr bevorzugt mindestens 400
m/min.
[0013] In einer bevorzugten Ausführungsform sind die Ausnehmungen ringförmig ausgebildet
und jede der Mehrzahl von Ausnehmungen umläuft die mindestens eine aus der mindestens
einen ersten und zweiten Antriebswalze vollständig. Dadurch wird erreicht, dass in
jeder Winkelstellung der Antriebswalze und unabhängig von dem Winkelbereich, in dem
das luftundurchlässige Flortransportband die Antriebswalze umschlingt, rillenförmige
Ausnehmungen in dem Bereich der Antriebswalze angeordnet sind, der von dem luftundurchlässigen
Flortransportband bedeckt ist, und sich diese Ausnehmungen jeweils weit genug entlang
der Mantelfläche der Antriebswalze erstrecken, um in jeder Winkellage das zuverlässige
Abführen von Luft aus diesem Bereich zu gewährleisten.
[0014] Vorzugsweise definiert jede ringförmige Ausnehmung eine Zylinderscheibe, die senkrecht
zu einer Längsachse der mindestens einen aus der mindestens einen ersten und zweiten
Antriebswalze angeordnet ist. Insbesondere wenn eine Rotationsachse dieser Zylinderscheibe
auf der Längsachse der Antriebswalze liegt, können die rillenförmigen Ausnehmungen
in der Antriebswalze besonders einfach hergestellt werden. Die von den Ausnehmungen
definierten Zylinderscheiben sind dann konzentrisch mit der Antriebswalze ausgebildet.
[0015] In einer alternativen Ausführungsform definiert jede ringförmige Ausnehmung vorzugsweise
eine Zylinderscheibe, die schräg zu einer Längsachse der mindestens einen aus der
mindestens einen ersten und zweiten Antriebswalze angeordnet ist. Die Achse der Zylinderscheiben
schneidet dann die Längsachse der Antriebswalze unter einem Winkel, der weniger als
90°, vorzugsweise weniger als 45°, beträgt.
[0016] Besonders bevorzugt ist dabei, wenn die ringförmigen Ausnehmungen in einer ersten
Hälfte der Mantelfläche der Antriebswalze in eine erste Richtung geneigt sind und
die Ausnehmungen in einer zweiten Hälfte der Antriebswalze in eine zweite Richtung
entgegengesetzt der ersten Richtung geneigt sind. Auf diese Weise wird erreicht, dass
sich die Kontaktstellen zwischen Antriebswalze und Flortransportband während einer
Umdrehung der Antriebswalze axial verschieben, sodass eine gleichmäßige Beanspruchung
der Innenseite des Flortransportbands gewährleistet ist. Sind die ringförmigen Ausnehmungen
bzw. die durch diese definierten Zylinderscheiben nur in eine Richtung schräg bezüglich
der Längsachse der Antriebswalze angeordnet, kann dies unter Umständen zu einer seitlichen
bzw. axialen Verschiebung des Flortransportbands führen. Sind hingegen die Ausnehmungen
in einer ersten Hälfte der Antriebswalze entgegengesetzt den Ausnehmungen in einer
zweiten Hälfte der Antriebswalze geneigt, so können diese derart gestaltet sein, dass
sich die daraus resultierenden Kräfte auf das Flortransportbands aufheben und das
Flortransportband auf der dafür vorgesehenen Laufbahn bleibt.
[0017] In weiteren Ausführungsformen verläuft jede ringförmige Ausnehmung sinusförmig oder
zickzack-förmig entlang des Umfangs der mindestens einen aus der mindestens einen
ersten und zweiten Antriebswalze. Auf diese Weise wird eine gleichmäßige Beanspruchung
der Innenseite des Flortransportbands gewährleistet, ohne dass eine seitliche Verschiebung
des Flortransportbands gegenüber der Antriebswalze verursacht wird.
[0018] In besonders bevorzugten Ausführungsformen weisen die Ausnehmungen in einem Querschnitt
der mindestens einen aus der mindestens einen ersten und zweiten Antriebswalze entlang
deren Längsachse einen rechteckigen oder U-förmigen Querschnitt auf. Derartige Profile
sind aufgrund der Einfachheit der für die Herstellung benötigten Werkzeuge besonders
günstig herzustellen.
[0019] Vorzugsweise beträgt eine Breite der Ausnehmungen zwischen 1 mm und 10 mm, bevorzugt
zwischen 1,5 mm und 6 mm, und mehr bevorzugt zwischen 2 mm und 4 mm.
[0020] Vorzugsweise beträgt eine Tiefe der Ausnehmungen zwischen 0,5 mm und 6 mm, bevorzugt
zwischen 0,7 mm und 4 mm, und mehr bevorzugt zwischen 1 mm und 2 mm.
[0021] Diese Maße haben sich als vorteilhaft erwiesen, um rillenförmige und vorzugsweise
ringförmige Ausnehmungen in den betreffenden Antriebswalzen bereitzustellen, durch
die auch bei hohen Drehgeschwindigkeiten ausreichend Luft abgeführt wird, wobei zugleich
ausreichend Kontaktfläche zwischen dem luftundurchlässigen Flortransportband und der
Antriebswalze vorhanden ist. Ebenso wird der Arbeitsaufwand bei der Herstellung hinsichtlich
des zu erreichenden Ergebnisses optimiert.
[0022] Vorzugsweise beträgt eine Teilung zweier benachbarter Ausnehmungen in Längsrichtung
der mindestens einen aus der mindestens einen ersten und zweiten Antriebswalze zwischen
2 mm und 30 mm, bevorzugt zwischen 5 mm und 20 mm, und mehr bevorzugt zwischen 11
mm und 15 mm. Auf diese Weise kann die Anzahl an Ausnehmungen in Längsrichtung der
Antriebswalze möglichst gering gehalten werden, um den Herstellungsaufwand zu begrenzen.
Andererseits wird so für eine ausreichende Anzahl von Ausnehmungen gesorgt, um die
Luft zwischen dem luftundurchlässigen Flortransportband und der Antriebswalze zuverlässig
abzuführen.
[0023] Schließlich umfasst der Vliesleger in einer bevorzugten Ausführungsform eine Mehrzahl
von passiven Umlenkwalzen zur Führung des mindestens einen ersten Flortransportbands
und des mindestens einen zweiten Flortransportbands im Maschinengestell des Vlieslegers,
im Oberwagen und im Legewagen, wobei mindestens eine dieser Umlenkwalzen eine Mehrzahl
von rillenförmigen Ausnehmungen aufweist, die in einer Mantelfläche der mindestens
einen Umlenkwalze ausgebildet sind und die mindestens eine Umlenkwalze zumindest teilweise
umlaufen, wobei die Ausnehmungen zumindest abschnittsweise von dem mindestens einen
luftundurchlässigen Flortransportband bedeckt sind.
[0024] So wird auch bei dieser Art von Walzen die Traktion zwischen der Innenseite des mindestens
einen luftundurchlässigen Flortransportbands und der entsprechenden Umlenkwalze gewährleistet,
was insbesondere bei Umlenkwalzen, die als Steuerwalzen oder zur Drehzahlüberwachung
verwendet werden, weitere vorteilhafte Anwendungsbereiche der Erfindung darstellt.
[0025] Weitere Merkmale und Vorteile der vorliegenden Erfindung ergeben sich aus der nachfolgenden
Beschreibung unter Bezugnahme auf die Zeichnungen.
- Fig. 1
- zeigt eine schematische Darstellung eines erfindungsgemäßen Vlieslegers; und
- Fig. 2
- zeigt eine schematische Darstellung einer Ausführungsform einer im Vliesleger gemäß
Fig. 1 verwendeten Antriebswalze in Seitenansicht mit einer Detailansicht der Ausnehmungen.
[0026] In den vorgenannten Zeichnungen sind nur die für die Erläuterung der Erfindung wesentlichen
Teile dargestellt, um die Zeichnungen nicht mit überflüssigen Details zu beladen.
So sind insbesondere ein Maschinengestell und die Schienen, auf denen die beweglichen
Wagen im Maschinengestell verschiebbar geführt sind, nicht dargestellt. Man erkennt
lediglich ein in gestrichelten Linien dargestelltes Gehäuse eines Vlieslegers.
[0027] Fig. 1 zeigt eine schematische Ansicht eines Vlieslegers 40 in einer in Bezug auf
das Abliefertransportband 1 stirnseitigen Ansicht. Man erkennt in Fig. 1 ein endlos
umlaufendes Abliefertransportband 1, das dazu bestimmt ist, ein gelegtes Vlies in
einer senkrecht zur Zeichnungsebene verlaufenden Transportrichtung abzutransportieren.
Von Führungseinrichtungen des Abliefertransportbands 1 ist eine obere Umlenkwalze
2 strichpunktiert dargestellt. Über dem Abliefertransportband 1 ist ein Legewagen
3 auf Schienen (nicht dargestellt) quer zur Transportrichtung des Abliefertransportbands
1 hin- und herverfahrbar. In dem Legewagen 3 sind zwei Umlenkwalzen 4 und 5 frei drehbar
gelagert. Die erste Umlenkwalze 4 ist von einem dritten Flortransportband 6 teilumschlungen,
das ein unteres Trum aufweist, das in dichtem Abstand über dem Abliefertransportband
1 zu einer dritten Antriebswalze 7, über eine weitere ortsfeste Umlenkwalze 8 und
zu einer Umlenkwalze 9 verläuft, die in einem ersten Spannwagen 10 frei drehbar gelagert
ist, der unterhalb des Abliefertransportbands 1 quer zu dessen Transportrichtung auf
Schienen (nicht dargestellt) hin- und herverfahrbar ist. Von der im Spannwagen 10
gelagerten Umlenkwalze 9 verläuft das genannte dritte Flortransportband 6 über zwei
weitere ortsfeste Umlenkwalzen 8 zurück zum Legewagen 3. Die dritte Antriebswalze
7 ist mit einem Motor (nicht dargestellt) gekoppelt und ist dazu bestimmt, das dritte
Flortransportband 6 in unterschiedlichen Richtungen anzutreiben.
[0028] In ähnlicher Weise ist die andere Umlenkwalze 5, die im Legewagen 3 frei drehbar
gelagert ist, von einem zweiten Flortransportband 11 teilumschlungen, das über eine
zweite Antriebswalze 12 und eine ortsfeste Umlenkwalze 13 zu einer im ersten Spannwagen
10 gelagerten zweiten Umlenkwalze 14 geführt ist, die von dem zweiten Flortransportband
11 teilumschlungen wird, von wo aus das zweite Flortransportband 11 über weitere ortsfeste
Umlenkwalzen 13 zum Legewagen 3 zurückläuft. Das zweite Flortransportband 11 weist
ein unteres Trum auf, das in dichtem Abstand über dem Abliefertransportband 1 verläuft.
Die zweite Antriebswalze 12 ist mit einem Motor (nicht dargestellt) gekoppelt und
ist dazu bestimmt, das zweite Flortransportband 11 in unterschiedlichen Richtungen
anzutreiben.
[0029] Am Legewagen 3 ist eine Kette oder ein Zahnriemen 15 angebracht, der über ein mit
einem Motor (nicht dargestellt) verbundenes Antriebszahnrad 16 und ein Umlenkrad 17
läuft. Mit Hilfe dieser Antriebseinrichtungen lässt sich der Legewagen 3 oberhalb
des Abliefertransportbands 1 quer zu dessen Transportrichtung hin und her verfahren.
[0030] In einer gegenüber dem Höhenniveau des Legewagens 3 erhöhten Lage ist in dem Maschinengestell
des Vlieslegers 40 ein Oberwagen 18 quer zur Transportrichtung des Abliefertransportbands
1 und in derselben Richtung wie der Legewagen 3 auf Schienen (nicht dargestellt) hin-
und herverfahrbar gelagert. Der Oberwagen 18 hat eine obere Umlenkwalze 19 und eine
untere Umlenkwalze 20, die seitlich gegeneinander versetzt sind. Über diese beiden
Umlenkwalzen 19 und 20 läuft ein erstes Flortransportband 21. In dem Bereich, der
von den beiden Umlenkwalzen 19 und 20 im Oberwagen 18 begrenzt wird, verläuft das
erste Flortransportband 21 schräg abwärts geneigt. Von der unteren Umlenkwalze 20
im Oberwagen 18 ausgehend verläuft das erste Flortransportband 21 parallel zu den
oberen Trummen des zweiten und dritten Flortransportbands 11, 6. Es ist über eine
im Maschinengestell ortsfest gelagerte (nachfolgend "ortsfeste") Umlenkwalze 22 und
von dort über eine in einem zweiten Spannwagen 23 gelagerte Umlenkwalze 24 geführt,
um dann über eine ortsfest gelagerte, motorisch angetriebene erste Antriebswalze 25
zu laufen, bevor es den Oberwagen 18 wieder erreicht. Der Oberwagen 18 und der zweite
Spannwagen 23 sind über eine Kette oder einen Zahnriemen 26 miteinander verbunden,
die bzw. der über ein mit einem Motor (nicht dargestellt) verbundenes Antriebszahnrad
27 und ein Umlenkrad 28, die im Maschinengestell gelagert sind, läuft. Ferner erkennt
man in Fig. 1 ein schräg nach oben verlaufendes Zuführband 29, das eine zu legende
Florbahn (nicht dargestellt) dem ersten Flortransportband 21 zuführt.
[0031] In dem Bereich zwischen der unteren Umlenkwalze 20 des Oberwagens 18 und der zweiten
Umlenkwalze 5 des Legewagens 3 sind das erste Flortransportband 21 und das zweite
Flortransportband 11 parallel zueinander in engem Abstand geführt, so dass eine vom
ersten Flortransportband 21 herangeführte Florbahn in dem genannten Bereich zwischen
dem Oberwagen 18 und dem Legewagen 3 vom ersten Flortransportband 21 und dem zweiten
Flortransportband 11 sandwichartig eingeschlossen ist. Dabei ist die Florbahn von
dem zweiten Flortransportband 11 abgestützt.
[0032] Bei dem erfindungsgemäßen Vliesleger 40 ist zumindest eines der Flortransportbänder
6, 11, 21 luftundurchlässig gestaltet.
[0033] Man erkennt in der Zeichnung, dass im Betrieb, wenn der Legewagen 3 eine über dem
Abliefertransportband 1 hin- und hergehende Bewegung ausführt, der erste Spannwagen
10 eine gegenläufige Bewegung ausführt, weil die Schleifenlängen der Flortransportbänder
6 und 11 konstant sind. Weiterhin führen der Oberwagen 18 und sein zugehöriger zweiter
Spannwagen 23 im Betrieb eine zueinander gegenläufige Bewegung aus, weil sie durch
die Kette oder den Zahnriemen 26 kraftschlüssig miteinander verbunden sind. Der zweite
Spannwagen 23 ist notwendig, um die Schleifenlänge des ersten Flortransportbands 21
konstant zu halten.
[0034] Die Kinematik des Vlieslegers 40 ist dabei derart ausgelegt, dass die Bewegungen
von Legewagen 3 und Oberwagen 18 so aufeinander abgestimmt sind, dass bei Zuführung
der Florbahn über das Zuführband 29 mit gleichförmiger Geschwindigkeit eine gesteuerte
Ablage der Florbahn ohne Streckungen oder Stauchungen innerhalb des dargestellten
Vlieslegers 40 auf dem Abliefertransportband 1 stattfinden kann. Dabei wird auch der
Tatsache Rechnung getragen, dass der Legewagen 3 im Bereich seiner Bewegungsumkehrstellung
bis zum Stillstand abgebremst und wieder beschleunigt werden muss. Wird die Florbahn
mit schwankender Geschwindigkeit zugeführt, etwa weil vor dem Zuführband 29 ein zyklisch
arbeitendes Streckwerk angeordnet ist, das eine wechselnde Dicke in der Florbahn zum
Zwecke der Erzielung einer Querprofilierung des gelegten Vlieses erzeugt, kann mit
Hilfe einer voneinander unabhängigen Steuerung der Bewegung von Oberwagen 18 und Legewagen
3 in bekannter Weise eine Florbahnpufferung innerhalb des Vlieslegers 40 vorgenommen
werden. In diesem Falle ist der Pufferung, die für den Ausgleich der schwankenden
Legewagengeschwindigkeit erforderlich ist, eine zweite Pufferung überlagert, die für
den Ausgleich der schwankenden Floreinlaufgeschwindigkeit erforderlich ist. Abhängig
von der Abstimmung der Zeitlage der Streckvorgänge mit derjenigen der Legewagenbewegung
können diese Pufferungen ggf. einander gegenphasig sein, sich also gegenseitig ganz
oder teilweise aufheben.
[0035] Normalerweise sind die Antriebe des zweiten und dritten Flortransportbands 6, 11
mittels der zweiten und dritten Antriebswalzen 7, 12 so gesteuert, dass das in Bewegungsrichtung
des Legewagens 3 hinten liegende zweite oder dritte Flortransportband 6, 11 sich einfach
nur auf das gelegte Vlies legt und sich diesem gegenüber nicht bewegt, während das
in Bewegungsrichtung des Legewagens 3 vorn liegende zweite oder dritte Flortransportband
6, 11 sich mit gegenüber der Bewegungsgeschwindigkeit des Legewagens 3 doppelten Geschwindigkeit
nach vorn bewegt. Die Umfangsgeschwindigkeit der Umlenkwalze 5 im Legewagen 3, um
die das die Florbahn zusammen mit dem ersten Flortransportband 21 transportierende
zweite Flortransportband 11 läuft, ist so groß wie die Geschwindigkeit zwischen dem
Legewagen 3 und dem ersten Flortransportband 21.
[0036] Alternativ sind das zweite Flortransportband 11 und das dritte Flortransportband
6 von jeweils zwei Antriebswalzen antreibbar, sodass ihnen eine von der Bewegungsgeschwindigkeit
des Legewagens 3 unabhängige Geschwindigkeit verliehen werden kann.
[0037] Das zweite Flortransportband 11 und das dritte Flortransportband 6 bilden an der
Stelle, an der sie im Legewagen 3 von ihren Umlenkwalzen 4 und 5 umgelenkt werden,
einen Legespalt aus. Im Betrieb des Vlieslegers ist das zweite Flortransportband 11
so angetrieben, dass sein oberes Trum der Bewegung des unteren Trums des ersten Flortransportbands
21 folgt, weil beide Flortransportbänder 11, 21 die Florbahn auf ihrem Weg zwischen
dem Oberwagen 18 und dem Legewagen 3 zwischen sich einschließen. Damit es in dem Legespalt
nicht zu Scherkräften an der Florbahn durch Reibung an den zweiten und dritten Flortransportbändern
6, 11 kommt, die den Legespalt begrenzen, ist das dritte Flortransportband 6 so angetrieben,
dass die Umfangsgeschwindigkeit der ersten Umlenkwalze 4 im Legewagen 3 genau so groß
wie die Umfangsgeschwindigkeit der zweiten Umlenkwalze 5 ist, aber entgegengesetzten
Drehsinn hat.
[0038] Aus der obigen Beschreibung der kinematischen Zusammenhänge in einem Vliesleger 40,
insbesondere zwischen Antriebswalzen, Umlenkwalzen, Flortransportbändern und einer
Florbahn geht hervor, dass die präzise Steuerung und Kontrolle der Bewegungen, Geschwindigkeiten
und Beschleunigungen dieser Komponenten von großer Bedeutung für die Qualität der
zu legenden Vliesbahn und die Beherrschung des Vlieslegeprozesses ist. Vor allem bei
sehr hohen Fördergeschwindigkeiten der Flortransportbänder 6, 11, 21 sind hier hoch
dynamische Prozesse zu beobachten.
[0039] Für den Fachmann ist ersichtlich, dass der Einschluss von Schleppluft zwischen den
Antriebswalzen 7, 12, 25 und den Innenseiten eines luftundurchlässigen Flortransportbands,
z.B. mindestens einem aus erstem, zweitem und dritten Flortransportband 6, 11, 21,
einen unkontrollierbaren Schlupf zwischen diesen Komponenten hervorrufen kann und
zu einem Verlust der kinematischen Kontrolle zwischen Antriebswalze 7, 12, 25, Flortransportband
6, 11, 21 und der darauf mitgeführten Florbahn führen kann. Unvorhersehbare Änderungen
oder Schwankungen in der Fördergeschwindigkeit der Florbahn können dabei zu ungewünschten
Streckungen oder Stauchungen in der Florbahn bzw. in der zu legenden Vliesbahn führen.
Die möglichst umfassende Kontrolle der dynamischen Prozesse ist daher sowohl für den
Betrieb des Vlieslegers als auch für die Qualität der zu legenden Vliesbahn ausschlaggebend.
[0040] Um auch bei sehr hohen Drehgeschwindigkeiten der Flortransportbänder 6, 11, 21 die
kinematische Kontrollierbarkeit der Prozesse und die Qualität zu gewährleisten, stellt
die vorliegende Erfindung einen Vliesleger 40 bereit, bei dem mindestens eine aus
erster, zweiter und dritter Antriebswalze 7, 12, 25, die von einem luftundurchlässigen
Flortransportband (eines der Flortransportbänder 6, 11, 21) teilumschlungen ist, vorteilhaft
modifiziert ist. Besondere Vorteile liefert die Erfindung bei einer maximalen Umfangsgeschwindigkeit
zumindest einer der Antriebswalzen 7, 12, 25 von mindestens 200 m/min, mehr bevorzugt
mindestens 300 m/min, noch mehr bevorzugt mindestens 400 m/min.
[0041] Beispielhaft wird die Erfindung im Folgenden unter Bezugnahme auf die zweite Antriebswalze
12 und das zweite Flortransportband 11 beschrieben, das luftundurchlässig ausgebildet
ist. Es versteht sich, dass diese Beschreibung ebenso auf die erste und dritte Antriebswalze
7, 25 zutreffen kann, falls die diese umschlingenden ersten oder dritten Flortransportbänder
6, 21 luftundurchlässig ausgebildet sind, sowie auf alle weiteren Kombinationen aus
Antriebwalzen und luftundurchlässigen Flortransportbändern, die in alternativen Ausführungsformen
von Vlieslegern 40 vorhanden sein können. Ebenso ist es denkbar, dass mehrere Antriebswalzen
für ein Flortransportband vorgesehen sind.
[0042] Fig. 2 zeigt ein Beispiel einer zweiten Antriebswalze 12, die in einem Vliesleger
40 entsprechend Fig. 1 anzuordnen ist und im eingebauten Zustand von einem zweiten
Flortransportband 11 teilumschlungen ist. Für den Fachmann ist ersichtlich, dass derartige
zweite Antriebswalzen 12 an verschiedenen Positionen im Vliesleger 40 angeordnet sein
können und von luftundurchlässigen Flortransportbändern teilumschlungen sind. Die
zweite Antriebswalze 12 ist drehbar und ortsfest im Maschinengestell des Vlieslegers
40 gelagert und von einem oder mehreren Antrieben (nicht dargestellt) antreibbar.
[0043] Im Allgemeinen weist die zweite Antriebswalze 12 eine Länge L auf, die üblicherweise
mindestens der Breite des um die zweite Antriebswalze 12 geführten zweiten Flortransportbands
11 entspricht. In Fig. 2 ist die zweite Antriebswalze 12 unterbrochen dargestellt,
um zu verdeutlichen, dass die Länge L der zweiten Antriebswalze 12 an die jeweils
vorliegenden Bedingungen angepasst werden kann. Des Weiteren weist die zweite Antriebswalze
12 einen Durchmesser D auf, aus dem auf bekannte Weise der Umfang der zweiten Antriebswalze
12 berechnet werden kann. Der Umfang ist tangential zu einer Mantelfläche 30 und in
einer Seitenansicht (Fig. 2) senkrecht zu einer Rotations- bzw. Längsachse S der zweiten
Antriebswalze 12 definiert. Insgesamt weist die zweite Antriebswalze 12 vorzugsweise
die Form eines Kreiszylinders auf.
[0044] Zur Verbesserung der Kraftübertragung zwischen der zweiten Antriebswalze 12 und dem
diese umschlingenden zweiten Flortransportband 11 ist die Mantelfläche 30 der zweiten
Antriebswalze 12 gummiert ausgebildet. Die dafür vorgesehene Gummischicht 31 bildet
in diesem Fall die Mantelfläche 30 der zweiten Antriebswalze 12. Wie weiter zu erkennen
ist, weist die zweite Antriebswalze 12 eine Mehrzahl von rillenförmigen Ausnehmungen
32 auf, die in die Mantelfläche 30 eingebracht sind. Die rillenförmigen Ausnehmungen
32 können dabei über die gesamte Länge L der Mantelfläche 30 der zweiten Antriebswalze
12 in Längsrichtung derselben verteilt sein oder nur in einem Teilbereich der Mantelfläche
30 ausgebildet sein. Vorzugsweise sind die rillenförmigen Ausnehmungen 32 in Längsrichtung
der zweiten Antriebwalze 12 zumindest in dem gesamten Bereich vorgesehen, der von
dem zweiten Flortransportband 11 bedeckt wird. Die rillenförmigen Ausnehmungen 32
erstrecken sich im Wesentlichen entlang des Umfangs der zweiten Antriebswalze 12 und
sind im eingebauten Zustand der zweiten Antriebswalze 12 im Vliesleger 40 von dem
luftundurchlässigen zweiten Flortransportband 11 zumindest abschnittsweise bedeckt.
[0045] In der Detailansicht in Fig. 2 ist zu erkennen, dass eine Breite B der Ausnehmungen
32 in axialer Richtung der zweiten Antriebswalze 12 und eine Tiefe T der Ausnehmungen
32 in radialer Richtung der zweiten Antriebswalze 12 definiert ist. Die Breite B der
Ausnehmungen 32 beträgt vorzugsweise zwischen 1 mm und 10 mm, mehr bevorzugt zwischen
1,5 mm und 6 mm, und noch mehr bevorzugt zwischen 2 mm und 4 mm. Die Tiefe T der Ausnehmungen
32 beträgt vorzugsweise zwischen 0,5 und 6 mm, mehr bevorzugt zwischen 0,7 mm und
4 mm, und noch mehr bevorzugt zwischen 1 mm und 2 mm. Ist die zweite Antriebswalze
12 mit einer Gummischicht 31 versehen, ist die Tiefe T der Ausnehmungen 32 vorzugsweise
kleiner als die Dicke G der Gummischicht 31, sodass die Ausnehmungen 32 ausschließlich
in der Gummischicht 31 ausgebildet sind. Die Teilung A der rillenförmigen Ausnehmungen
32 ist in einer Seitenansicht der zweiten Antriebswalze 12 zwischen einer linken Kante
einer Ausnehmung 32 und der linken Kante einer benachbarten Ausnehmung 32 in axialer
Richtung der zweiten Antriebswalze 12 definiert. Mit anderen Worten ergibt sich die
Teilung A aus der Summe der Breite B einer Ausnehmung 32 und der Breite des Stegs
zwischen zwei benachbarten Ausnehmungen 32. Vorzugsweise beträgt die Teilung A zwischen
2 mm und 30 mm, mehr bevorzugt zwischen 5 mm und 20 mm, und noch mehr bevorzugt zwischen
11 mm und 15 mm. Diese Dimensionen für die Breite B, die Tiefe T und die Teilung A
der Ausnehmungen 32 haben sich dahingehend als vorteilhaft erwiesen, dass sie einen
Querschnitt und eine Verteilung der Ausnehmungen 32 bilden, die für eine zuverlässige
Ausleitung der mitgeführten Schleppluft ausreichend sind. Es versteht sich jedoch,
dass die Dimensionen an die jeweils vorliegenden Gegebenheiten angepasst werden können.
[0046] Die zweite Antriebswalze 12 wird üblicherweise von dem luftundurchlässigen zweiten
Flortransportband 11 in einem Winkelbereich umschlungen, der vorzugsweise zwischen
45° und 270°, mehr bevorzugt zwischen 90° und 240°, und noch mehr bevorzugt zwischen
180° und 225° beträgt. Der Winkel, um den das luftundurchlässige zweite Flortransportband
11 die zweite Antriebswalze 12 umschlingt, ist dabei als der Winkel zwischen einem
ersten Berührpunkt des zweiten Flortransportbands 11 mit der zweiten Antriebswalze
12 und einem letzten Berührpunkt zwischen dem zweiten Flortransportband 11 und der
zweiten Antriebswalze 12 in Förderrichtung des zweiten Flortransportbands 11 definiert.
[0047] Die Ausnehmungen 32 umlaufen die zweite Antriebswalze 12 mindestens so weit, dass
unabhängig von der Winkelposition der zweiten Antriebswalze 12 zumindest ein Teil
der Ausnehmungen 32 sich von einem Bereich der Mantelfläche 30 der zweiten Antriebswalze
12, der nicht von dem zweiten Flortransportband 11 bedeckt ist, entlang des Bereichs,
der von dem zweiten Flortransportband 11 bedeckt ist, bis hin zu dem Bereich, der
nicht von dem zweiten Flortransportband 11 bedeckt ist, erstreckt. Auf diese Weise
wird Schleppluft, die zwischen die zweite Antriebswalze 12 und das zweite Flortransportband
11 gerät, in die Ausnehmungen 32 gedrückt und durch diese aus dem von dem zweiten
Flortransportband 11 bedeckten Bereich der zweiten Antriebswalze 12 abgeleitet. In
einer radialen Querschnittsansicht der zweiten Antriebswalze 12 betrachtet, bedeutet
dies, dass sich die rillenförmigen Ausnehmungen 32 in einem Winkelbereich erstrecken,
der größer als der Winkelbereich ist, in dem das zweite Flortransportband 11 die Antriebswalze
12 umschlingt.
[0048] In einer besonders bevorzugten Ausführungsform sind die rillenförmigen Ausnehmungen
32 ringförmig ausgebildet und jede Ausnehmung 32 umläuft die zweite Antriebswalze
12 vollständig. Dadurch wird sichergestellt, dass unabhängig von der Winkelposition
der zweiten Antriebswalze 12 und unabhängig von dem Winkelbereich, in dem das zweite
Flortransportband 11 die zweite Antriebswalze 12 umschlingt, das Abführen von Luft
durch die Ausnehmungen 32 gewährleistet ist.
[0049] Im dargestellten Fall definiert jede ringförmige Ausnehmung 32 eine Zylinderscheibe,
die senkrecht zu der Längsachse S der zweiten Antriebswalze 12 angeordnet ist. Alle
Ausnehmungen 32 sind in diesem Fall parallel zum Umfang der kreiszylindrischen zweiten
Antriebswalze 12 angeordnet und die Rotationsachsen der Zylinderscheiben liegen auf
der Längsachse S der zweiten Antriebswalze 12.
[0050] In alternativen Ausführungsformen (nicht dargestellt) definiert jede ringförmige
Ausnehmung 32 eine Zylinderscheibe, die schräg zur Längsachse S der zweiten Antriebswalze
12 angeordnet ist. Die Rotationsachsen der Zylinderscheiben schneiden die Längsachse
S der zweiten Antriebswalze 12 dann unter einem spitzen Winkel, der zwischen 30° und
89°, mehr bevorzugt zwischen 45° und 89°, und noch mehr bevorzugt zwischen 80° und
88° beträgt. Auch in diesem Fall umlaufen die Ausnehmungen 32, wie oben beschrieben,
die zweite Antriebswalze 12 ausreichend weit, vorzugsweise vollständig. Dabei kann
jede der Ausnehmungen 32 unabhängig von den benachbarten Ausnehmungen 32 ausgebildet
sein und die zweite Antriebswalze 12 ringförmig umlaufen. Es ist aber auch möglich,
dass die Ausnehmungen 32 eine gewisse Steigung aufweisen und derart miteinander verbunden
sind, dass sie gewindeähnliche Ausnehmungen in der Mantelfläche 30 der zweiten Antriebswalze
12 bilden.
[0051] Da im Fall von bezüglich der Längsachse S der zweiten Antriebswalze 12 geneigten
Ausnehmungen 32 oder von gewindeartig ausgebildeten Ausnehmungen 32 eine axiale Kraft
auf das zweite Flortransportband 11 bezüglich der zweiten Antriebswalze 12 erzeugt
wird, sind derartige Ausnehmungen 32 daher vorzugsweise so zu gestalten, dass sie
in einem ersten Bereich der zweiten Antriebswalze 12 (z. B. einem in axialer Richtung
linken Bereich) in eine erste Richtung geneigt sind und in einem zweiten Bereich (z.B.
einem in axialer Richtung rechten Bereich) in eine zweite, der ersten Richtung entgegengesetzte
Richtung geneigt sind. Die Neigungen sind dabei vorzugsweise so ausgebildet, dass
sich die jeweils hervorgerufenen Kräfte auf das zweite Flortransportband 11 gegenseitig
aufheben und das zweite Flortransportband 11 auf der dafür vorgesehenen Bewegungsbahn
bleibt.
[0052] Gemäß Fig. 2 umlaufen die Ausnehmungen 32 die zweite Antriebswalze 12 geradlinig.
Das heißt, dass die sich radial erstreckenden Seitenflächen der Ausnehmungen 32 parallel
zu einer durch den Umfang der zweiten Antriebswalze 12 definierten Kreisscheibe sind.
Derartige Ausnehmungen 32 sind besonders einfach herzustellen.
[0053] Alternativ können die Ausnehmungen 32 sinusförmig oder zickzack-förmig entlang des
Umfangs der zweiten Antriebswalze 12 verlaufen. Dies bedeutet, dass sich die Kanten
zwischen der Mantelfläche 30 der zweiten Antriebswalze 12 und den Ausnehmungen 32
in einer Draufsicht auf eine Abwicklung der Mantelfläche 30 in Form einer Sinuskurve
oder eines Zickzacks entlang einer Umfangslinie erstrecken. Die Amplitude und Periodenlänge
der Sinuskurve oder die Gestalt der Zickzack-Form können beliebig an die gegebenen
Umstände angepasst werden. Derartige Gestaltungen der Ausnehmungen 32 bieten den Vorteil,
dass sich die Kontaktstellen zwischen der zweiten Antriebswalze 12 und dem zweiten
Flortransportband 11 während einer Umdrehung der zweiten Antriebswalze 12 in axialer
Richtung verschieben. Dadurch wird eine gleichmäßigere Beanspruchung der Innenseite
des zweiten Flortransportbands 11 und damit eine gleichmäßigere Abnutzung derselben
ermöglicht.
[0054] Basierend auf den hierin beschriebenen Ausführungsformen der Ausnehmungen 32 sind
dem Fachmann alternative Modifikationen ersichtlich, um die Ausnehmungen 32 entsprechend
an die vorliegenden Bedingungen anzupassen und dabei weiterhin den gewünschten Effekt
der Erfindung zu erzielen, die Schleppluft, die zwischen die zweite Antriebswalze
12 und das luftundurchlässige zweite Flortransportband 11 gerät, durch die Ausnehmungen
32 abzuführen.
[0055] In einem Querschnitt entlang der Längsachse S der zweiten Antriebswalze 12 (siehe
den vergrößerten Ausschnitt aus Fig. 2) weisen die Ausnehmungen 32 vorzugsweise einen
rechteckigen Querschnitt oder einen U-förmigen Querschnitt auf. Ausnehmungen 32 mit
derartigen Querschnittsformen lassen sich aufgrund der einfachen Geometrie der benötigten
Werkzeuge besonders günstig herstellen. Ebenso ist es denkbar, bei alternativen Ausführungsformen
Ausnehmungen 32 vorzusehen, die einen V-förmigen Querschnitt aufweisen. Anhand der
hierin gegebenen Beispiele sind dem Fachmann weitere Alternativen zur Gestaltung der
Ausnehmungen 32 ersichtlich.
[0056] Im Vliesleger 40 ist neben den ersten, zweiten und dritten Antriebswalzen 7, 12,
25 eine Mehrzahl von passiven Umlenkwalzen 4, 5, 8, 9, 13, 14, 19, 20, 24 zur Führung
der ersten, zweiten und dritten Flortransportbänder 6, 11, 21 im Maschinengestell
des Vlieslegers 40, im Oberwagen 18 und im Legewagen 3 vorgesehen. Mindestens eine
von diesen Umlenkwalzen 4, 5, 8, 9, 13, 14, 19, 20, 24 kann eine Mehrzahl von rillenförmigen
Ausnehmungen aufweisen, die in einer Mantelfläche der mindestens einen Umlenkwalze
4, 5, 8, 9, 13, 14, 19, 20, 24 ausgebildet sind und die mindestens eine Umlenkwalze
4, 5, 8, 9, 13, 14, 19, 20, 24 zumindest teilweise umlaufen. Die Umlenkwalzen 4, 5,
8, 9, 13, 14, 19, 20, 24 sind in der Regel frei drehbar gelagert. Die Ausnehmungen
sind zumindest abschnittsweise von dem mindestens einen luftundurchlässigen Flortransportband
6, 11, 21 bedeckt.
[0057] Die Ausnehmungen in mindestens einer der Umlenkwalzen 4, 5, 8, 9, 13, 14, 19, 20,
24 können dabei entsprechend der obigen Beschreibung der Ausnehmungen 32 in der zweiten
Antriebswalze 12 ausgebildet sein, um auch bei der mindestens einen der Umlenkwalzen
4, 8, 9, 13, 14, 19, 20, 24 eine möglichst schlupffreie Kraftübertragung zwischen
dem luftundurchlässigen Flortransportband 6, 11, 21 und der mindestens einen passiven
Umlenkwalze 4, 5, 8, 9, 13, 14, 19, 20, 24 zu gewährleisten. Dies ist insbesondere
dann von Bedeutung, wenn die betreffende Umlenkwalze z.B. als Steuerwalze oder zur
Drehzahlüberwachung verwendet wird. Anhand dieser Beispiele sind dem Fachmann auch
weitere Anwendungsbereiche im Vliesleger ersichtlich, in denen derartige Antriebs-
und Umlenkwalzen vorteilhaft einsetzbar sind.
1. Vliesleger (40) zum Legen eines Vlieses aus einer Florbahn mit
einem hin- und herverfahrbaren Oberwagen (18), durch den die Florbahn geführt ist,
einem in derselben Richtung wie der Oberwagen (18) hin und herverfahrbaren Legewagen
(3), durch den die vom Oberwagen (18) kommende Florbahn geführt ist und der zur Abgabe
der Florbahn auf ein Abliefertransportband (1) dient,
mindestens einem ersten Flortransportband (21) zur Führung der Florbahn zum Oberwagen
(18) und mindestens einem zweiten Flortransportband (11) zur Führung der Florbahn
vom Oberwagen (18) weiter zum Legewagen (3), wobei mindestens eines aus dem mindestens
einen ersten (21) und zweiten (11) Flortransportband ein luftundurchlässiges Flortransportband
ist,
mindestens einer ersten Antriebswalze (25) zum Antreiben des mindestens einen ersten
Flortransportbands (21) und mindestens einer zweiten Antriebswalze (12) zum Antreiben
des mindestens einen zweiten Flortransportbands (11),
dadurch gekennzeichnet, dass
mindestens eine aus der mindestens einen ersten (25) und zweiten (12) Antriebswalze
eine Mehrzahl von rillenförmigen Ausnehmungen (32) aufweist, die in einer Mantelfläche
(30) der mindestens einen aus der mindestens einen ersten (25) und zweiten (12) Antriebswalze
ausgebildet sind und die mindestens eine aus der mindestens einen ersten (25) und
zweiten (12) Antriebswalze zumindest teilweise umlaufen, und die Ausnehmungen (32)
zumindest abschnittsweise von dem mindestens einen luftundurchlässigen Flortransportband
(11, 21) bedeckt sind.
2. Vliesleger (40) nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, dass das mindestens eine luftundurchlässige Flortransportband (11, 21) mindestens eine
aus der mindestens einen ersten (25) und zweiten (12) Antriebswalze in einem Winkelbereich
umschlingt, der zwischen 45° und 270°, mehr bevorzugt zwischen 90° und 240°, und noch
mehr bevorzugt zwischen 180° und 225° beträgt.
3. Vliesleger (40) nach einem der vorangehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, dass eine maximale Umfangsgeschwindigkeit der mindestens einen aus der mindestens einen
ersten (25) und zweiten (12) Antriebswalze mindestens 200 m/min, mehr bevorzugt mindestens
300 m/min, noch mehr bevorzugt mindestens 400 m/min beträgt.
4. Vliesleger (40) nach einem der vorangehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, dass die Ausnehmungen (32) ringförmig ausgebildet sind und jede der Mehrzahl von Ausnehmungen
(32) die mindestens eine aus der mindestens einen ersten (25) und zweiten (12) Antriebswalze
vollständig umläuft.
5. Vliesleger (40) nach Anspruch 4, dadurch gekennzeichnet, dass jede ringförmige Ausnehmung (32) eine Zylinderscheibe definiert, die senkrecht zu
einer Längsachse (S) der mindestens einen aus der mindestens einen ersten (25) und
zweiten (12) Antriebswalze angeordnet ist.
6. Vliesleger (40) nach Anspruch 4, dadurch gekennzeichnet, dass jede ringförmige Ausnehmung (32) eine Zylinderscheibe definiert, die schräg zu einer
Längsachse (S) der mindestens einen aus der mindestens einen ersten (25) und zweiten
(12) Antriebswalze angeordnet ist.
7. Vliesleger (40) nach Anspruch 4, dadurch gekennzeichnet, dass jede ringförmige Ausnehmung (32) sinusförmig entlang des Umfangs der mindestens einen
aus der mindestens einen ersten (25) und zweiten (12) Antriebswalze verläuft.
8. Vliesleger (40) nach Anspruch 4, dadurch gekennzeichnet, dass jede ringförmige Ausnehmung (32) zickzack-förmig entlang des Umfangs der mindestens
einen aus der mindestens einen ersten (25) und zweiten (12) Antriebswalze verläuft.
9. Vliesleger (40) nach einem der vorangehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, dass die Ausnehmungen (32) in einem Querschnitt der mindestens einen aus der mindestens
einen ersten (25) und zweiten (12) Antriebswalze entlang deren Längsachse (S) einen
rechteckigen oder U-förmigen Querschnitt aufweisen.
10. Vliesleger (40) nach einem der vorangehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, dass eine Breite (B) der Ausnehmungen (32) zwischen 1 mm und 10 mm, bevorzugt zwischen
1,5 mm und 6 mm, und mehr bevorzugt zwischen 2 mm und 4 mm beträgt.
11. Vliesleger (40) nach einem der vorangehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, dass eine Tiefe (T) der Ausnehmungen (32) zwischen 0,5 mm und 6 mm, bevorzugt zwischen
0,7 mm und 4 mm, und mehr bevorzugt zwischen 1 mm und 2 mm beträgt.
12. Vliesleger (40) nach einem der vorangehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, dass eine Teilung (A) zweier benachbarter Ausnehmungen (32) in Längsrichtung (S) der mindestens
einen aus aus der mindestens einen ersten (25) und zweiten (12) Antriebswalze zwischen
2 mm und 30 mm, bevorzugt zwischen 5 mm und 20 mm, und mehr bevorzugt zwischen 11
mm und 15 mm beträgt.
13. Vliesleger (40) nach einem der vorangehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, dass der Vliesleger (40) eine Mehrzahl von passiven Umlenkwalzen (4, 5, 8, 9, 13, 14,
19, 20, 22, 24) zur Führung des mindestens einen ersten Flortransportbands (21) und
des mindestens einen zweiten Flortransportbands (11) im Maschinengestell des Vlieslegers
(40), im Oberwagen (18) und im Legewagen (3) aufweist und mindestens eine dieser Umlenkwalzen
(4, 5, 8, 9, 13, 14, 19, 20, 22, 24) eine Mehrzahl von rillenförmigen Ausnehmungen
aufweist, die in einer Mantelfläche der mindestens einen Umlenkwalzen (4, 5, 8, 9,
13, 14, 19, 20, 22, 24) ausgebildet sind und die mindestens eine Umlenkwalze (4, 5,
8, 9, 13, 14, 19, 20, 22, 24) zumindest teilweise umlaufen, wobei die Ausnehmungen
zumindest abschnittsweise von dem mindestens einen luftundurchlässigen Flortransportband
(11, 21) bedeckt sind.