[0001] Die vorliegende Erfindung betrifft eine Antriebseinheit zum Schließen eines Flügels
einer Tür oder eines Fensters gemäß dem Oberbegriff des Anspruchs 1.
[0002] Türschließer dienen üblicherweise dazu, eine Tür mittels potentieller Energie zu
schließen, die zuvor beispielsweise beim Öffnen der Tür in einen Energiespeicher wie
beispielsweise eine Feder eingespeist wurde.
[0003] Ganz allgemein, insbesondere jedoch bei Brandschutztüren, ist es dabei wichtig, dass
nach dem Schließen der Tür die Schlossfalle derselben zuverlässig mit dem Schließblech
der Türzarge in Eingriff steht, die Tür also wirklich geschlossen ist.
[0004] Um dies sicherzustellen, kann ein Türschließer die Tür ausgehend von ihrer geöffneten
Stellung zunächst entgegen der Kraft eines Dämpfers schließen, wobei bei Erreichen
eines bestimmten Winkels, dem sogenannten Endschlagwinkel α
end, die Dämpfung reduziert wird, so dass der Türflügel beschleunigt und mit einer erhöhten
Geschwindigkeit auf die Zarge trifft. Diese Geschwindigkeit, mit der der Türflügel
auf die Zarge trifft, wird hier auch als Endschlaggeschwindigkeit ω
end bezeichnet.
[0005] Eine nach diesem Prinzip arbeitende Antriebseinheit umfasst eine Kolben-Zylinder-Einheit,
wobei der Kolben bei Erreichen einer dem Endschlagwinkel entsprechenden Stellung eine
Ventilbohrung als zusätzliche Abströmöffnung für Hydraulikfluid freigibt, die durch
den Kolben bis dahin verschlossen war. Hierdurch reduziert sich die Dämpfungswirkung
der Kolben-Zylinder-Einheit, so dass die Schließgeschwindigkeit des Türflügels zunimmt,
was zur Folge hat, dass der Türflügel mit einer erhöhten Geschwindigkeit und einem
erhöhten Impuls auf die Zarge trifft.
[0006] Im Unterschied zu hydraulisch gedämpften Türschließern machen sich generatorisch
gedämpfte Türschließer die Bremswirkung eines als Generator arbeitenden Elektromotors
zunutze. Insbesondere kann hierbei ein kurzgeschlossener Gleichstrommotor zum Einsatz
kommen, dessen sogenannte Gegenelektromotorische Kraft (kurz Gegen-EMK) der Schließkraft
der Schließerfeder entgegenwirkt, um so für die gewünschte Dämpfung zu sorgen. Erreicht
der Türflügel während des Schließvorgangs den Endschlagwinkel, wird ein Schalter mittels
einer Nocke betätigt, wodurch der Kurzschluss des Motors und damit auch die durch
die Gegen-EMK bewirkte Dämpfung aufgehoben wird, so dass der Türflügel beschleunigt
wird und mit einer erhöhten Geschwindigkeit auf die Zarge trifft.
[0007] Zwar kann sowohl bei hydraulisch als auch bei generatorisch gedämpften Türschließern
die Endschlaggeschwindigkeit eingestellt werden. Dies erfolgt bei hydraulisch gedämpften
Türschließern, indem beispielweise die Durchströmöffnung der zusätzlichen Abströmöffnung
verändert wird. Bei generatorisch gedämpften Türschließern kann hingegen beispielweise
der Endschlagwinkel durch Verstellung der Position des Schaltnockens eingestellt werden,
um die Endschlaggeschwindigkeit einzustellen.
[0008] Die tatsächliche Endschlaggeschwindigkeit hängt jedoch auch von äußeren Einflüssen
wie beispielsweise der Reibung der Schließerfeder oder des Türflügels, der Temperatur
des Dämpfungsöls oder des Motors, dem Differenzdruck über die Tür hinweg, Windeinflüssen
und anderen externen Größen ab, die sich mit der Zeit verändern können.
[0009] Um die Schlossfalle des Türflügels zuverlässig mit dem Schließblech der Türzarge
in Eingriff zu bringen, werden Türschließer daher häufig so eingestellt, dass der
Türflügel mit einer Geschwindigkeit auf die Zarge trifft, die höher ist, als sie eigentlich
für einen zuverlässigen Eingriff der Schlossfalle in das Schließblech sein müsste.
Mit anderen Worten wird also der Endschlag häufig zu stark eingestellt, was nicht
nur zu lauten Knallgeräuschen führen kann, wenn der Türflügel auf die Zarge trifft,
sondern sogar zu einem Zurückspringen bzw. Abprallen des Türflügels von der Zarge,
so dass die Tür dann unter Umständen nicht geschlossen ist.
[0010] Der Erfindung liegt daher die Aufgabe zu Grunde, für ein zuverlässiges Einfallen
einer Schlossfalle in ein Schließblech zu sorgen.
[0011] Gemäß einem Aspekt der Erfindung wird diese Aufgabe mit einer Antriebseinheit mit
den Merkmalen des Anspruchs 1 und insbesondere dadurch gelöst, dass die Antriebseinheit
ein Regelmodul für den Elektromotor umfasst, welches derart eingerichtet ist, dass
es zumindest über einen vorgegebenen Öffnungsbereich des Flügels den Elektromotor
in Abhängigkeit der Ist-Schließgeschwindigkeit des Flügels so ansteuert, dass sich
der Flügel mit einer Soll-Schließgeschwindigkeit in Richtung seiner Schließlage bewegt.
[0012] Gemäß einem anderen Aspekt der Erfindung wird die der Erfindung zu Grunde liegenden
Aufgabe ferner mit einem Verfahren mit den Merkmalen des Anspruchs 11 und insbesondere
dadurch gelöst, dass zumindest über einen vorgegebenen Öffnungsbereich des Flügels
der Elektromotor in Abhängigkeit der Ist-Schließgeschwindigkeit des Flügels so angesteuert
wird, dass sich der Flügel mit einer Soll-Schließgeschwindigkeit in Richtung seiner
Schließlage bewegt.
[0013] Wie bei herkömmlichen generatorisch gedämpften Türschließern wird also die bremsende
Gegen-EMK eines als Generator arbeitenden Elektromotors genutzt, um der Schließkraft
der Schließerfeder entgegenzuwirken und diese zu dämpfen. Insbesondere kann hierzu
ein vorzugsweise als Gleichstrommotor ausgebildeter Elektromotor kurzgeschlossen werden,
wodurch dieser infolge der Drehung seines Rotors eine Gegen-EMK erzeugt, die der Schließkraft
der Schließerfeder als Dämpfungskraft entgegenwirkt. Würde der Kurzschluss nun unkontrolliert
aufgehoben werden, kann dies dazu führen, dass der Flügel entweder zu schnell oder
zu langsam auf die Zarge trifft, was zur Folge haben kann, dass die Tür danach nicht
zuverlässig geschlossen ist.
[0014] Erfindungsgemäß wird daher vorgeschlagen, dass der Elektromtor in Abhängigkeit der
Ist-Schließgeschwindigkeit des Flügels der Tür so angesteuert wird, dass sich der
Flügel mit einer gewünschten Soll-Schließgeschwindigkeit in Richtung seiner Schließlage
bewegt und auf die Zarge trifft. Mit anderen Worten wird also die Schließgeschwindigkeit
des Türflügels gezielt geregelt, und zwar so, so dass diese einer vorgegebenen Soll-Geschwindigkeit
entspricht. Da für das sichere Einfallen der Schlossfalle in das Schließblech der
Impuls maßgeblich ist, in den die Endschlaggeschwindigkeit und das Massenträgheitsmoment
des Türflügels einfließt, wobei letzteres konstant ist, ist die Schließgeschwindigkeit
des Türflügels die einzige variable Größe, die Einfluss auf das Einfallen der Schlossfalle
in das Schließblech hat. Es ist daher ausreichend, für die Soll-Schließgeschwindigkeit
eine verhältnismäßig geringe Endschlaggeschwindigkeit vorzugeben bzw. die Soll-Schließgeschwindigkeit
auf eine verhältnismäßig geringe Endschlaggeschwindigkeit einzustellen, da die Regelung
des Regelmoduls selbst bei sich ändernden äußeren Einflüssen dafür sorgt, dass die
gewünschte Endschlaggeschwindigkeit eingehalten wird.
[0015] Im Folgenden wird nun auf bevorzugte Ausführungsformen der Erfindung im Detail eingegangen.
Weitere Ausführungsformen können sich aus den abhängigen Ansprüchen, der Figurenbeschreibung
sowie den Figuren selbst ergeben. An dieser Stelle sei angemerkt, dass sich die nachfolgenden
Ausführungen bezüglich bevorzugter Ausführungsformen der erfindungsgemäßen Antriebseinheit
in analoger Weise auf das erfindungsgemäße Verfahren übertragen lassen.
[0016] So ist es gemäß einer Ausführungsform vorgesehen, dass das Regelmodul derart eingerichtet
ist, dass es den vorzugsweise als Gleichstrommotor ausgebildeten Elektromotor in Abhängigkeit
der Regelabweichung zwischen der Soll-Schließgeschwindigkeit und der Ist-Schließgeschwindigkeit
intermittierend kurzschließt.
[0017] Gemäß einer weiteren Ausführungsform kann das Regelmodul derart eingerichtet sein,
dass es die Gegen-EMK des Elektromotors über eine Puls-Weiten-Modulation des Kurzschlusses
des Elektromotors in Abhängigkeit der Regelabweichung zwischen der Soll-Schließgeschwindigkeit
und der Ist-Schließgeschwindigkeit einstellt.
[0018] Der Kurschluss des Elektromotors wird also durch das Regelmodul wiederholt unterbrochen,
so dass sich Kurzschlussphasen und Kurzschlussunterbrechungsphasen gegenseitig abwechseln.
Während der Kurzschlussphasen erzeugt dabei der Elektromotor in an sich bekannter
Weise eine Gegen-EMK, die die Schließkraft der Schließerfeder dämpft bzw. dieser entgegenwirkt.
Wird hierbei im Rahmen der von dem Regelmodul durchgeführten Regelung festgestellt,
dass die Ist-Schließgeschwindigkeit kleiner ist als die Soll-Schließgeschwindigkeit
und zunehmend kleiner wird, was bedeutet, dass die Dämpfungswirkung des Elektromotors
tendenziell zu groß ist, so kann das Regelmodul die Länge der Kurzschlussphasen reduzieren
und/oder die Länge der Kurzschlussunterbrechungsphasen verlängern. Wird hingegen die
Ist-Schließgeschwindigkeit zunehmend größer als die Soll-Schließgeschwindigkeit, so
deutet dies darauf hin, dass die Dämpfungswirkung des Elektromotors tendenziell zu
gering ist, woraufhin von dem Regelmodul im Rahmen der erfindungsgemäßen Regelung
die Länge der Kurzschlussphasen erhöht und/oder die Länge der Kurzschlussunterbrechungsphasen
reduziert wird.
[0019] Wird als Tastgrad beispielweise das Verhältnis der Kurzschlussphasendauer zur Periodendauer
definiert, so nimmt also der Tastgrad ab, wenn die Ist-Schließgeschwindigkeit zunehmend
kleiner als die Soll-Schließgeschwindigkeit wird, wohingegen der Tastgrad zunimmt,
wenn die Ist-Schließgeschwindigkeit zunehmend größer als die Soll-Schließgeschwindigkeit
wird.
[0020] Im Unterschied zu den voranstehenden Ausführungen, gemäß denen der Elektromotor intermittierend
kurzgeschlossen wird bzw. der Kurzschluss des Elektromotors über eine Puls-Weitenmodulation
des Kurzschlusses in Abhängigkeit der Regelabweichung zwischen der Soll-Schließgeschwindigkeit
und der Ist-Schließgeschwindigkeit eingestellt wird, kann es gemäß einer weiteren
Ausführungsform vorgesehen sein, dass das Regelmodul derart eingerichtet ist, dass
es einen elektrischen Widerstand zwischen den Klemmen des Elektromotors in Abhängigkeit
der Regelabweichung zwischen der Soll-Schließgeschwindigkeit und der Ist-Schließgeschwindigkeit
einstellt. Wird also bei der Puls-Weiten-Modulation des Kurzschlusses des Elektromotors
dafür gesorgt, dass während der Kurzschlussphasen ein Strom fließen kann, wohingegen
während der Kurzschlussunterbrechungsphasen kein Strom fließen kann, was bedeutet,
dass über ein längeres Zeitintervall hinweg gemittelt ein rechnerischer Strom mittlerer
Größe fließt, so wird bei der Ausführungsform, bei der ein elektrischer Widerstand
zwischen den Klemmen des Elektromotors in Abhängigkeit der Regelabweichung zwischen
Soll-und Ist-Schließgeschwindigkeit eingestellt wird, direkt dafür gesorgt, dass sich
ein kontinuierlicher Stromfluss mittlerer Größe zwischen den Klemmen des Elektromotors
einstellen kann.
[0021] Wird also beispielsweise die Ist-Schließgeschwindigkeit zunehmend größer als die
Soll-Schließgeschwindigkeit, so kann der elektrische Widerstand von dem Regelmodul
zwischen den Klemmen des Elektromotors reduziert werden, wodurch sich ein größerer
Stromfluss und folglich eine größere Gegen-EMK einstellt. Wird hingegen die Ist-Schließgeschwindigkeit
zunehmend kleiner als die Soll-Schließgeschwindigkeit, so kann das Regelmodul den
elektrischen Widerstand zwischen den Klemmen des Elektromotors vergrößern, wodurch
sowohl der Stromfluss zwischen den Klemmen des Elektromotors als auch die Gegen-EMK
abnimmt.
[0022] Gemäß einer weiteren Ausführungsform kann es vorgesehen sein, dass die Regelung der
Ist-Schließgeschwindigkeit sowohl durch intermittierendes Zuschalten eines elektrischen
Widerstands zwischen die Klemmen des Elektromotors als auch durch Variation des elektrischen
Widerstands zwischen den Klemmen des Elektromotors in Abhängigkeit der Regelabweichung
zwischen der Soll-Schließgeschwindigkeit und der Ist-Schließgeschwindigkeit erfolgt.
Zwischen den Klemmen des Elektromotors kann also ein elektrischer Widerstand variabler
Größe intermittierend zugeschaltet werden, wobei sowohl die Dauer der Zuschaltung
des Widerstands als auch die Größe des Widerstands von der Regelabweichung zwischen
der Soll- und der Ist-Schließgeschwindigkeit des Flügels variiert wird.
[0023] Gemäß einer weiteren Ausführungsform kann die Antriebseinheit derart eingerichtet
sein, dass sie den Elektromotor erst dann regelnd ansteuert, wenn der Flügel eine
vorbestimmte Schließstellung erreicht hat. Wenn also beispielsweise der Türflügel
einen Endschlagwinkel von 10° erreicht hat, beginnt das Regelmodul die Schließgeschwindigkeit
des Türflügels durch entsprechende Ansteuerung des Motors regelnd zu beeinflussen,
wohingegen der Flügel vor dem Erreichen des Endschlagwinkels ohne regelnden Eingriff
durch das Regelmodul von der Schließerfeder in Richtung seiner Schließlage gedrängt
wird.
[0024] Um eine Entscheidung darüber treffen zu können, ob der Flügel beispielsweise einen
gewünschten Endschlagwinkel erreicht hat, ab dem dann das Regelmodul aktiv werden
kann, kann die Antriebseinheit gemäß einer weiteren Ausführungsform eine Einrichtung
zur Erfassung einer vorbestimmten Schließstellung des Flügels umfassen. Beispielsweise
kann die Antriebseinheit einen durch einen Nocken betätigten Schalter umfassen, wobei
sich der Nocken an einer für die vorbestimmte Schließstellung des Flügels repräsentativen
Position befindet, so dass das Regelmodul durch den Nocken-betätigten Schalter dann
aktiv geschaltet wird, wenn der Flügel seine vorbestimmte Schließstellung erreicht
hat.
[0025] Gemäß einer anderen Ausführungsform kann die vorbestimmte Schließstellung des Flügels
jedoch auch mittels eines Stellungssensors wie beispielsweise eines Potentiometers,
eines Hallsensors, eines Magnetfeldsensors oder dergleichen gemessen werden, wobei
das Regelmodul erst dann regelnd tätig wird, wenn die so gemessene Stellung einer
vorbestimmten Schließstellung entspricht.
[0026] Zwar kann die Antriebseinheit gemäß einer weiteren Ausführungsform eine Einrichtung
zur direkten Messung der Ist-Schließgeschwindigkeit des Flügels wie beispielsweise
einen Tachogenerator umfassen, deren bzw. dessen Ausgang das Regelmodul als Regelgröße
verwendet. Wenn die Einrichtung zur Erfassung der vorbestimmten Schließstellung des
Flügels jedoch einen Stellungssensor zur Bestimmung der Stellung des Flügels umfasst,
wird nicht unbedingt eine gesonderte Einrichtung zur Messung der Ist-Schließgeschwindigkeit
des Flügels benötigt, da aus dem Stellungssignal des Stellungssensors beispielsweise
durch Differentiation die Ist-Schließgeschwindigkeit des Flügels ermittelt werden
kann. Dem Stellungssensor kommt somit zugunsten der Reduzierung der erforderlichen
Komponenten der Antriebseinheit eine Doppelfunktion zu.
[0027] Gemäß einer weiteren Ausführungsform kann die Soll-Schließgeschwindigkeit des Flügels
als Führungsgröße der Regelung des Regelmoduls in Abhängigkeit der Schließstellung
des Flügels unterschiedlich sein. Mit anderen Worten kann die Soll-Schließgeschwindigkeit
des Flügels als Funktion der Schließstellung des Flügels veränderlich sein. Es kann
also eine bestimmte Bahnkurve vorgegeben werden, die jeder Schließstellung des Flügels
eine bestimmte Soll-Schließgeschwindigkeit zuordnet, die die Regelung des Regelmoduls
als Führungsgröße im Rahmen der Regelung der Ist-Geschwindigkeit verwendet. Auf diese
Weise können unterschiedliche Bahnkurven bzw. Geschwindigkeitsprofile vorgegeben werden,
sofern hierzu die von der Schließerfeder gespeicherte Energie ausreicht. Auch hier
erfolgt die Regelung der Schließgeschwindigkeit entsprechend den voranstehenden Ausführungen
wiederum beispielsweise durch eine Puls-Weiten-Modulation des Kurzschlusses des Elektromotors
und/oder durch Einstellung des elektrischen Widerstands zwischen den Klemmen des Elektromotors,
wobei der Elektromotor jedoch gegebenenfalls temporär auch als Motor bestromt werden
kann, falls die von der Schließerfeder gespeicherte Energie nicht ausreichend sein
sollte, um eine bestimmte, von der Schließstellung des Flügels abhängige Soll-Schließgeschwindigkeit
sicherzustellen.
[0028] Im Folgenden wird die Erfindung nun rein exemplarisch unter Bezugnahme auf die Zeichnungen
beschrieben, in denen:
- Fig. 1
- eine schematische Darstellung einer mit einer erfindungsgemäßen Antriebseinheit ausgestatteten
Tür zeigt;
- Fig. 2
- ein Blockdiagramm zur Veranschaulichung der Arbeitsweise der erfindungsgemäßen Antriebseinheit
gemäß einer ersten Ausführungsform zeigt;
- Fig. 3
- ein Blockdiagramm zur Veranschaulichung der Arbeitsweise der erfindungsgemäßen Antriebseinheit
gemäß einer zweiten Ausführungsform zeigt;
- Fig. 4
- ein Blockdiagramm zur Veranschaulichung der Arbeitsweise der erfindungsgemäßen Antriebseinheit
gemäß einer dritten Ausführungsform zeigt; und
- Fig. 5
- eine Bahnkurve zeigt, gemäß der die Soll-Geschwindigkeit als Funktion der Schließstellung
des Flügels veränderlich ist.
[0029] Die Fig. 1 zeigt eine an einer Drehtür montierte Antriebseinheit 1. Die Drehtür weist
einen Türflügel 6 auf, welcher über Bänder 8 um eine vertikale Drehachse drehbar an
einer ortsfesten Türzarge 7 gelagert ist. Die Antriebseinheit 1, die auch als Türschließer
bezeichnet werden kann, weist ein Gehäuse 2 auf, das an einem oberen horizontalen
Querholm der Türzarge 7 montiert ist. In dem Gehäuse 2 ist ein als Abtriebswelle ausgebildetes
Abtriebsglied 3 drehbar um eine vertikale Achse gelagert, wobei die Enden des Abtriebsglieds
3 aus dem Gehäuse 2 hinausragen. Am unteren, dem Türflügel 6 zugewandten Ende des
Abtriebsglieds 3 ist das eine Ende eines als Gleitarm ausgebildeten Kraftübertragungselements
4 drehfest montiert. Das andere Ende des Kraftübertragungselements 4 ist mittels eines
Gleiters in einer im Bereich der oberen horizontalen Kante des Türflügels 6 montierten
Gleitschiene 5 linear verschiebbar geführt. Eine Drehbewegung des Abtriebsglieds 3
der Antriebseinheit 1 bewirkt somit, dass das Kraftübertragungselement 4 verschwenkt
wird und über den in der Gleitschiene 5 geführten Gleiter den Türflügel 6 bewegt,
und umgekehrt.
[0030] Mit dem Abtriebsglied 3 ist eine Schließerfeder 12 (siehe beispielsweise Fig. 2)
antriebswirksam gekoppelt, so dass diese vorgespannt wird, wenn der Türflügel 6 ausgehend
aus der dargestellten Schließlage der Tür geöffnet wird. In die Schließerfeder 12
wird somit beim Öffnen der Tür potentielle Energie eingespeichert, durch die der Türflügel
6 bei Bedarf, beispielsweise im Brandfall, wieder geschlossen werden kann.
[0031] Um hierbei sicherzustellen, dass der Türflügel 6 mit einer gewünschten Schließgeschwindigkeit
auf die Türzarge 7 trifft, so dass die Schlossfalle zuverlässig mit dem Schließblech
an der Türzarge 7 in Eingriff gelangt, weist die Antriebseinheit 10 gemäß der Fig.
2 eine Dämpfungseinheit 14 auf, die einen generatorisch betreibbaren Gleichstrommotor
16 umfasst, der insbesondere eine der Schließkraft der Schließerfeder 12 entgegenwirkende
Dämpfungskraft erzeugt, wenn der Motor 16 kurzgeschlossen ist.
[0032] Des Weiteren verfügt die Dämpfungseinrichtung 14 über ein Regelmodul 18, durch das
der Gleichstrommotor 16 in Abhängigkeit der Schließgeschwindigkeit ω(t) des Türflügels
6 so angesteuert wird, dass sich der Türflügel 6 mit einer SollSchließ- bzw. Endschlaggeschwindigkeit
ω
end in Richtung seiner Schließlage bewegt und auf die Türzarge 7 trifft. Gemäß der in
der Fig. 2 dargestellten Ausführungsform wird eine für die Ist-Schließgeschwindigkeit
ω(t) des Türflügels 6 repräsentative Größe direkt mittels eines Geschwindigkeitssensors
20, beispielsweise eines Tachogenerators, gemessen und einem Summierknoten 22 zugeführt,
der als Regelabweichung e die Differenz zwischen der gewünschten Endschlaggeschwindigkeit
ω
end und der gemessenen Ist-Schließgeschwindigkeit ω(t) ermittelt. Die auf diese Weise
berechnete Regelabweichung e wird dem Regelmodul 18 zugeführt, das auf Grundlage dieser
Regelabweichung e die als Dämpfungskraft wirkende Gegen-EMK des Gleichstrommotors
16 durch Puls-Weiten-Modulation des Kurzschlusses des Gleichstrommotors 16 einstellt.
[0033] Ist also beispielsweise die gemessene Ist-Schließgeschwindigkeit kleiner als die
gewünschte Soll-Schließ- bzw. Endschlaggeschwindigkeit ω
end, so greift zum Ausgleich dieser Regelabweichung e das Regelmodul 18 regelnd ein,
indem es beispielsweise den Tastgrad zur Puls-Weiten-Modulation des Kurzschlusses
des Gleichstrommotors reduziert, wozu beispielsweise die Länge der Kurzschlussphasen
verringert und/oder die Länge der Kurzschlussunterbrechungsphasen vergrößert werden
kann.
[0034] Wie dem Blockdiagramm der Fig. 2 des Weiteren entnommen werden kann, umfasst die
Antriebseinheit 10 ferner einen Schalter 24, durch den das Regelmodul 18 aktiv geschaltet
werden kann. Der Schalter 24 wird dabei seinerseits durch einen Nocken (nicht dargestellt)
betätigt, der sich an einer für den Endschlagwinkel α
end repräsentativen Position befindet. Wird daher beim Schließen des Türflügels 6 in
Richtung seiner Schließlage der Nocken überfahren, so wird durch diesen der Schalter
24 betätigt, so dass das Regelmodul 18 ab Erreichen des Endschlagwinkels α
end beginnt, beispielweise durch Puls-Weiten-Modulation des Kurzschlusses regelnd auf
den Gleichstrommotor 16 einzuwirken. Der Türflügel 6 kann somit bis zum Erreichen
des Endschlagwinkels α
end durch die Schließerfeder 12 beschleunigt werden, bevor anschließend das Regelmodul
18 regelnd tätig wird, um die Ist-Schließgeschwindigkeit ω(t) so zu regeln, dass der
Türflügel 6 mit der gewünschten Endschlaggeschwindigkeit bzw. Soll-Schließgeschwindigkeit
ω
end auf die Zarge 7 trifft.
[0035] Bei der zuvor unter Bezugnahme auf die Fig. 2 beschriebenen Ausführungsform wird
der nockenbetätigte Schalter 24 benötigt, um das Regelmodul 18 ab Erreichen des Endschlagwinkels
α
end aktiv schalten zu können. Bei der in der Fig. 3 dargestellten Ausführungsform wird
hingegen kein gesonderter Schalter zur Aktivierung des Regelmoduls 18 benötigt. Bei
der in der Fig. 3 dargestellten Ausführungsform wird im Unterschied zu der Fig. 2
nicht die Ist-Schließgeschwindigkeit sondern die Ist-Stellung bzw. der Ist-Winkel
α(t) des Türflügels 6 beispielsweise mittels eines Stellungssensors 26 wie beispielsweise
eines Potentiometers, eines Hallsensors, eines Magnetfeldsensors oder dergleichen
gemessen, woraus ein Ableitungsmodul 30 die Ist-Schließgeschwindigkeit ω(t) durch
Differentiation bilden kann. Gleichzeitig wird die gemessene Ist-Stellung α(t) auch
dem Regelmodul 18 zugeführt, welches die auf diese Weise erhaltene Ist-Stellung kontinuierlich
mit dem Endschlagwinkel α
end vergleicht, um erst dann aktiv regelnd durch Puls-Weiten-Modulation des Kurzschlusses
des Gleichstrommotors 16 auf diesen einzuwirken, wenn die Ist-Stellung α(t) die Endschlagstellung
bzw. den Endschlagwinkel α
end erreicht hat.
[0036] Bei den beiden zuvor unter Bezugnahme auf die Fig. 2 und 3 beschriebenen Ausführungsformen
war die Endschlaggeschwindigkeit ω
end eine konstante Größe, welche vorab durch entsprechende Parameterauswahl oder Potentiometereinstellung
eingestellt werden kann. Demgegenüber ist bei der unter Bezugnahme auf die Fig. 4
beschriebenen Ausführungsform die Soll-Schließgeschwindigkeit nicht konstant; vielmehr
hängt bei dieser Ausführungsform die Soll-Schließgeschwindigkeit ω von der Schließstellung
α des Türflügels 6 ab und kann gemäß der in der Fig. 5 dargestellten Bahnkurve insbesondere
als Funktion der Schließstellung α des Türflügels 6 variieren.
[0037] Wie der Fig. 5 entnommen werden kann, weist die Soll-Schließgeschwindigkeit bei einer
vollständig geöffneten Türflügelstellung von 90° zunächst einen Wert von Null auf,
wenn der Türflügel 6 aus dieser Stellung sich in Richtung seiner Schließstellung in
Bewegung setzt. Anschließend nimmt die Soll-Schließgeschwindigkeit bis zu einem Schließwinkel
von etwa 70° kontinuierlich zu, um danach kontinuierlich bis auf eine gewünschte Endschlaggeschwindigkeit
ω
end abzunehmen, mit der der Türflügel in seiner Schließlage bei 0° auf die Türzarge treffen
soll.
[0038] Diese Abhängigkeit der Soll-Schließgeschwindigkeit ω von der Schließstellung α kann
bei der in der Fig. 4 dargestellten Ausführungsform beispielsweise in einer Nachschlagetabelle
32 hinterlegt sein, der die auch von einem Stellungssensor 26 gemessene Ist-Schließstellung
des Türflügels 6 zugeführt wird, woraufhin die Nachschlagetabelle 32 an den Summierknoten
22 zur Bestimmung der Regelabweichung e die von der Stellung des Türflügels abhängige
Soll-Schließgeschwindigkeit liefert. Die Abhängigkeit der Soll-Schließgeschwindigkeit
ω von der Schließstellung α kann jedoch auch als Bahnkurve in Form einer Funktion
hinterlegt sein, anhand derer die Soll-Geschwindigkeit als abhängige Größe unter Verwendung
der Schließstellung α berechnet werden kann. Sofern die von der Schließerfeder 12
gespeicherte potentielle Energie ausreicht, kann somit das Regelmodul 18 die Ist-Schließgeschwindigkeit
ω(t) des Türflügels durch Puls-Weiten-Modulation des Kurzschlusses des Gleichstrommotors
16 so regeln, dass diese in jeder Stellung des Türflügels 6 im Wesentlichen der Soll-Schließgeschwindigkeit
ω(α) entspricht.
[0039] Der Vollständigkeit halber sei an dieser Stelle angemerkt, dass der Einsatzzweck
der Erfindung nicht auf Drehflügeltüren beschränkt ist, sondern dass die Erfindung
auch bei Schiebetüren zum Einsatz kommen kann, deren Flügel in Richtung ihrer Schließlage
mittels einer Schließerfeder oder eines sonstigen Energiespeichers vorgespannt sind.
Bezugszeichenliste
[0040]
- 1
- Antriebseinheit
- 2
- Gehäuse
- 3
- Abtriebsglied
- 4
- Kraftübertragungselement
- 5
- Gleitschiene
- 6
- Flügel
- 7
- Türzarge
- 8
- Bänder
- 10
- Antriebseinheit
- 12
- Schließerfeder
- 14
- Dämpfungseinrichtung
- 16
- Gleichstrommotor
- 18
- Regelmodul
- 20
- Geschwindigkeitssensor
- 22
- Summierknoten
- 24
- Schalter
- 26
- Stellungssensor
- 30
- Ableitungsmodul
- 32
- Nachschlagetabelle
1. Antriebseinheit (1, 10) zum Schließen eines Flügels (6) einer Tür oder eines Fensters
mit einem Energiespeicher, insbesondere einer Schließerfeder (12), zur Speicherung
potentieller Energie zum Bereitstellen einer Kraft zum Schließen des Flügels (6) und
einer der Schließkraft entgegenwirkenden Dämpfungseinrichtung (16), die einen generatorisch
betriebenen Elektromotor, insbesondere Gleichstrommotor (16), umfasst;
dadurch gekennzeichnet, dass
die Antriebseinheit (1, 10) ein Regelmodul (18) für den Elektromotor umfasst, welches
derart eingerichtet ist, dass es zumindest über einen vorgegebenen Öffnungsbereich
des Flügels (6) den Elektromotor in Abhängigkeit der Ist-Schließgeschwindigkeit des
Flügels (6) so ansteuert, dass sich der Flügel (6) mit einer Soll-Schließgeschwindigkeit
in Richtung seiner Schließlage bewegt.
2. Antriebseinheit nach Anspruch 1,
dadurch gekennzeichnet, dass
das Regelmodul (18) derart eingerichtet ist, dass es den Elektromotor in Abhängigkeit
der Regelabweichung zwischen der Soll- und der Ist-Schließgeschwindigkeit intermittierend
kurzschließt.
3. Antriebseinheit nach Anspruch 1 oder 2,
dadurch gekennzeichnet, dass
das Regelmodul (18) derart eingerichtet ist, dass es eine gegenelektromotorische Kraft
des Elektromotors über eine Puls-Weiten-Modulation des Kurschlusses des Elektromotors
in Abhängigkeit der Regelabweichung zwischen der Soll-Schließgeschwindigkeit und Ist-Schließgeschwindigkeit
einstellt.
4. Antriebseinheit nach Anspruch 1,
dadurch gekennzeichnet, dass
das Regelmodul (18) derart eingerichtet ist, dass es einen elektrischen Widerstand
zwischen den Klemmen des Elektromotors in Abhängigkeit der Regelabweichung zwischen
der Soll-Schließgeschwindigkeit und der Ist-Schließgeschwindigkeit einstellt.
5. Antriebseinheit nach zumindest einem der vorstehenden Ansprüche,
dadurch gekennzeichnet, dass
die Antriebseinheit (1, 10) derart eingerichtet ist, dass sie den Elektromotor erst
dann regelnd ansteuert, wenn der Flügel (6) eine vorbestimmte Schließstellung erreicht
hat.
6. Antriebseinheit nach Anspruch 5,
dadurch gekennzeichnet, dass
die Antriebseinheit (1, 10) eine Einrichtung zur Erfassung der vorbestimmten Schließstellung
des Flügels (6) umfasst.
7. Antriebseinheit nach Anspruch 6,
dadurch gekennzeichnet, dass
die Einrichtung zur Erfassung der vorbestimmten Schließstellung des Flügels einen
Stellungsensor (26) zur Bestimmung der Stellung des Flügels (6) umfasst.
8. Antriebseinheit nach zumindest einem der vorstehenden Ansprüche,
dadurch gekennzeichnet, dass die Antriebseinheit (1, 10) eine Einrichtung zur Messung der Ist-Schließgeschwindigkeit
des Flügels (6) umfasst, deren Ausgang das Regelmodul (18) als Regelgröße verwendet.
9. Antriebseinheit nach zumindest einem der vorstehenden Ansprüche,
dadurch gekennzeichnet, dass
die Soll-Schließgeschwindigkeit als Führungsgröße der Regelung des Regelmoduls (18)
in Abhängigkeit der Schließstellung des Flügels (6) unterschiedlich ist.
10. Antriebseinheit nach zumindest einem der vorstehenden Ansprüche,
dadurch gekennzeichnet, dass
die Soll-Schließgeschwindigkeit einstellbar ist.
11. Verfahren zum Schließen eines Flügels (6) einer Tür oder eines Fensters mit einem
Energiespeicher, insbesondere einer Schließerfeder (12), zur Speicherung potentieller
Energie zum Bereitstellen einer Kraft zum Schließen des Flügels (6) und einer der
Schließkraft entgegenwirkenden Dämpfungseinrichtung (14), die einen generatorisch
betriebenen Elektromotor, insbesondere Gleichstrommotor (16), umfasst;
dadurch gekennzeichnet, dass
zumindest über einen vorgegebenen Öffnungsbereich des Flügels (6) der Elektromotor
in Abhängigkeit der Ist-Schließgeschwindigkeit des Flügels (6) so angesteuert wird,
dass sich der Flügel (6) mit einer Soll-Schließgeschwindigkeit in Richtung seiner
Schließlage bewegt.