[0001] Die Erfindung betrifft axiale Turbomaschinen wie zum Beispiel Ventilatoren, Pumpen,
Kompressoren, Luft-, Dampf- und Gasturbinen.
[0002] Eine solche Turbomaschine bzw. Strömungsmaschine hat einen Rotor, der um eine feste
Drehachse umläuft. Der Rotor umfasst eine Nabe und eine Anzahl von Schaufeln oder
Rotorblättern, welche von der Nabe radial nach außen abstehen. Die Schaufeln können,
müssen aber nicht unbedingt einen profilierten Querschnitt haben. Die Schaufeln stehen
zudem schräg, so dass sie sich in axialer Richtung zwischen einer Vorderkante und
einer Hinterkante in die Tiefe erstrecken.
[0003] Der Rotor mit den Schaufeln wird von einem rohrartigen Gehäuse umgeben. Bei bestimmten
Turbomaschinen geht das rohrartige Gehäuse an seiner Lufteinlassseite in eine trichterförmige
Einlassdüse mit stetig sich erweiterndem Radius über.
[0004] Zwischen den radialen Enden der Schaufelköpfe und der Innenwandung des Gehäuses ergibt
sich konstruktiv unvermeidbar ein radialer Kopfspalt, der als berührungslose Dichtung
zwischen Saug- und Druckraum bzw. Ein- und Auslassseite der Maschine funktioniert.
Die aufgrund des Druckunterschieds zwischen Vorder- und Rückseite des Rotors unvermeidliche
Strömung über den Kopfspalt reduziert den Gesamtwirkungsgrad der Maschine und erhöht
gleichzeitig die Emission strömungsinduzierten Schalls. Ursache hierfür sind wirbelartige
sekundäre Strömungsphänomene im Bereich des Kopfspalts.
[0005] Zur Reduzierung von Druckverlusten und zur Verringerung unerwünschter Schallabstrahlung
ist man bestrebt, den radialen Kopfspalt so klein wie möglich zu halten. Dem sind
allerdings konstruktive Grenzen gesetzt. Denn zum einen können Rotor und Gehäuse fertigungsbedingt
leicht unrund sein. Ferner kann der Rotor aufgrund von Fertigungstoleranzen exzentrische
oder Taumelbewegungen ausführen, so dass die Gefahr besteht, dass die Schaufelköpfe
in Kontakt mit der Innenwand des Gehäuses geraten. Aufgrund von Restunwuchten kann
der Rotor auch in der Rotorebene schwingen.
[0006] Berührungen zwischen den Schaufelenden und der Gehäuseinnenwand können insbesondere
bei schnell rotierenden Schaufeln starke Geräusche, Funkenbildung oder sogar Abriss
einer Schaufel mit Totalausfall der Maschine zur Folge haben. Deshalb darf der Kopfspalt
nicht zu klein ausgeführt werden, sondern darf ein bestimmtes Mindestmaß, das durch
Konstruktion und Material vorgegeben ist, nicht unterschreiten.
[0007] Es wurden unterschiedliche konstruktive Maßnahmen zur Verbesserung des Wirkungsgrades
und zur Reduzierung des Kopfspaltgeräusches vorgeschlagen.
[0008] DE 4310104 A1 schlägt zur Begrenzung der Schallemission der Strömungsmaschine einen Turbulenzerzeuger
im ringförmigen Spalt zwischen den Blattspitzen der Schaufeln und der Innenoberfläche
des Gehäuses vor. Dieser Turbulenzerzeuger kann durch ein an der Innenoberfläche des
Gehäuses befestigte Sandpapier, ein Drahtgewebe oder Textilgewebe oder eine Aufrauhung
der Innenoberfläche des Gehäuses sein.
[0009] EP 1 278 943 B und die zugehörige
WO 01/083950 beschreiben eine Strömungsmaschine mit einem Dichtelement zwischen Rotor und Gehäuse.
Das Dichtelement ragt von der gesamten Innenfläche des Gehäuses hervor und in einen
Spalt, der zwischen einer Außenfläche eines ringförmigen Reifens und der Innenfläche
des Gehäuses verläuft, hinein, um Wirbel zu reduzieren und Luftverlust durch den Spalt
zu minimieren. Das Dichtelement kann aus Fasern, Borsten oder Fäden gebildet sein.
[0010] US 6,471,472 B1 bzw. die parallele
EP 1 081 388 B1 offenbaren einen Lüfter, bei dem zwischen Einlassseite und Druckseite eine Sperreinrichtung
in Form einer streifenförmigen Bürste vorgesehen ist.
[0011] Eine weitere bekannte Maßnahme, um sehr kleine Kopfspalte zuzulassen, liegt in der
Auskleidung oder Beschichtung der Innenwand des Gehäuses mit einem leicht abtragbaren
Material, wie zum Beispiel Schaumstoff oder porösem Kunststoff, so dass eine kurzzeitige
Berührung der Schaufeln, so genanntes Anlaufen, ohne nennenswerte Schäden bleibt.
Im laufenden Betrieb wird dieses zusätzliche weiche Material so abgetragen, dass sich
von selbst ein ausreichender Kopfspalt einstellt. Nachteile sind die deutlich erhöhten
Fertigungskosten und die geringe Standfestigkeit des Materials, zudem Probleme in
der Einlaufphase.
[0012] Zur Reduktion des Geräuschs durch die Sekundärströmung am Kopfspalt zwischen Laufschaufel
und Gehäuse wurde auch schon versucht, diese Sekundärströmung an den Schaufelspitzen
durch ein mitrotierendes Band zu mindern und gleichzeitig die unvermeidbare Rezirkulationsströmung
im Bereich des Spalts dem Rotor wieder geordnet zuzuführen.
[0013] DE 20 2004 005 548 U schlägt vor, mitrotierende plattenförmige Elemente, so genannte Winglets, am Kopf
der Schaufel vorzusehen.
[0014] Alle diese beschriebenen Maßnahmen sind konstruktiv aufwendig, haben mäßige Wirkung
und/oder reduzieren die Standzeiten der Maschine.
[0015] Das zu lösende technische Problem besteht somit in der konstruktiven Gestaltung einer
axialen Turbomaschine der eingangs beschriebenen Art so, dass ohne wesentliche Reduzierung
des Kopfspalts eine erhebliche Verbesserung des Wirkungsgrades und ein leiserer Lauf
erzielt wird.
[0016] Bei der Lösung dieser Aufgabe wird ausgegangen von einer axialen Turbomaschine gemäß
dem Oberbegriff des Patentanspruchs 1. Gelöst wird das Problem gemäß dem kennzeichnenden
Teil des Patentanspruchs dadurch, dass auf der Innenwand des Gehäuses ein radial umlaufender
Ringsteg aufgebracht ist, und dass die Schaufelköpfe korrespondierende Radialnuten
aufweisen.
[0017] Durch das erfindungsgemäße Zusammenwirken von Ringsteg und korrespondierenden Radialnuten
wird die die wirbelartige sekundäre Strömung im Kopfspalt reduziert oder unterdrückt.
Dadurch wird auch eine Interaktion der - ohne den erfindungsgemäßen Ringsteg und korrespondierende
Radialnuten entstehenden - wirbelartigen Sekundärströmung mit anderen Bereichen der
Schaufel oder Nachbarschaufeln und letztlich die Emission strömungsinduzierten Schalls
reduziert oder verhindert. Darüber hinaus führt das Zusammenwirken von Ringsteg und
korrespondierenden Radialnuten zu einer besseren Dichtwirkung zwischen Druck- und
Saugseite, ohne dass das minimale radiale Maß des Kopfspalts verringert werden müsste.
Der Kopfspalt wird lediglich in seiner axialen Erstreckung gefaltet und damit etwas
verlängert, allerdings bei unveränderter Baulänge des Gehäuses und unveränderter axialer
Erstreckung (Tiefe) der Schaufeln am Kopfende.
[0018] Messungen ergaben eine Erhöhung des Wirkungsgrads von bis zu 10 Prozent im Vergleich
zu einer baugleichen Turbomaschine ohne Ringsteg und korrespondierende Radialnuten.
[0019] Akustische Messungen ergaben eine überraschend große Absenkung des Schalldrucks von
mehr als 5 dB im hörbaren Frequenzbereich und in bestimmten Frequenzbereichen sogar
eine Schalldruckminderung um mehr als 10 dB.
[0020] Die erfindungsgemäße Konstruktion hat den großen Vorteil, dass der radial umlaufende
Ringsteg fertigungstechnisch sehr einfach realisierbar ist und auch die Einbringung
der korrespondierenden Radialnuten in die Schaufelköpfe keinen großen Aufwand erfordert.
Ein weiterer Vorteil besteht darin, dass auch vorhandene Maschinen problemlos nachgerüstet
werden können. Ringsteg und Radialnuten unterliegen auch keinem größeren Verschleiß
als die Maschine selbst, so dass auch hinsichtlich der Standfestigkeit keine Nachteile
zu befürchten sind.
[0021] Der Kopfspalt wird im Bereich des Ringstegs durch die Konturen des Ringstegs und
die korrespondierenden Konturen der Radialnuten an den Schaufeln definiert. Der minimale
Abstand zwischen Gehäuse und Rotor wird durch die erfindungsgemäße Verlagerung des
Kopfspalts im Bereich des Ringstegs nach innen nicht oder jedenfalls nicht notwendigerweise
kleiner als ohnehin notwendig. Allerdings ist es möglich, den minimalen Abstand zwischen
den Wandungen des Ringstegs und des der Radialnuten gegebenenfalls auch größer zu
wählen als das Maß des Kopfspalts außerhalb des Bereichs des Ringstegs, beispielsweise,
um die Gefahr des Anlaufens speziell im Bereich des Ringstegs weiter herabzusetzen.
[0022] Vorteilhaft ragt der Ringsteg zumindest ein Stück weit in die Radialnuten hinein.
Dadurch entsteht ein labyrinthartiger Kopfspalt mit besonders guter Dichtwirkung.
Bevorzugt entspricht die Höhe des Ringstegs in etwa der Tiefe der korrespondierenden
Radialnuten, und entspricht der Abstand zwischen Ringsteg und Nutenwandung ungefähr
dem Maß des Kopfspalts außerhalb des Bereichs des Ringstegs.
[0023] Die axiale Erstreckung, also die Breite des Ringstegs, hat bevorzugt ein Maß, das
deutlich kleiner ist als die axiale Erstreckung, also die so genannte Tiefe der Schaufel
am Kopfende. Als optimal hat sich ein Verhältnis zwischen Breite des Ringstegs und
Tiefe der Schaufel zwischen 1:5 und 1:10 herausgestellt.
[0024] Der Ringsteg kann rechteckigen, insbesondere quadratischen Querschnitt haben. Besonders
bevorzugt wird ein dreieckiger Querschnitt, insbesondere ein Querschnitt in Form eines
etwa gleichseitigen Dreiecks, dessen Spitze radial in Richtung der Drehachse weist.
Die Kontur bzw. Querschnittsform der Radialnuten an den Schaufeln folgt vorzugsweise
der Querschnittsform des Ringstegs, wobei aber auch leicht unterschiedliche Konturen
denkbar sind. Wichtig ist vor allem, dass Ringsteg und Radialnuten in axialer Richtung
genau fluchten.
[0025] Der Ringsteg ist vorteilhaft einstückig an das Gehäuse angeformt. Als Material für
das Gehäuse kommen insbesondere Kunststoff oder Metall in Betracht. Insbesondere in
Kunststoff lässt sich ein Gehäuse mit erfindungsgemäßem Ringsteg sehr leicht herstellen,
zum Beispiel im Spritzgussverfahren.
[0026] Alternativ kann der Ringsteg natürlich auch separat hergestellt und nachträglich
auf die Innenwand des Gehäuses aufgebracht werden, zum Beispiel durch Aufkleben. Gegebenenfalls
kann der Ringsteg auch als offener Ring vorgefertigt werden, so dass er leicht nachträglich
in das rohrartige Gehäuse eingesetzt werden kann.
[0027] Da die Außenform des Gehäuses keinen Einfluss auf die aerodynamischen Eigenschaften
der Maschine hat, könnte der Ringsteg auch durch eine Einschnürung oder, im Falle
eines Metallgehäuses, durch Rollierung hergestellt werden. Dabei ergeben sich eher
runde Konturen bzw. Querschnittsformen von Ringsteg und korrespondierenden Radialnuten.
[0028] Auch wenn der Ringsteg bevorzugt aus demselben Material besteht wie das übrige Gehäuse,
kann es in speziellen Fällen vorteilhaft sein, wenn der Ringsteg alternativ aus einem
weicheren, leicht abtragbaren Material besteht. Der Ringsteg kann auch als auswechselbares
Verschleißteil ausgebildet sein.
[0029] Besonders bevorzugt wird eine axiale Position des Ringstegs und der korrespondierenden
Radialnuten nicht genau in der Mitte der axialen Erstreckung bzw. Tiefe der Schaufelköpfe,
sondern eine asymmetrische Position im Bereich der hinteren Schaufelkante. Dies hat
sich insbesondere akustisch als besonders vorteilhaft erwiesen.
[0030] Das erfindungsgemäße Vorsehen eines Ringstegs an der Gehäuseinnenwandung und von
korrespondierenden Radialnuten an den Schaufelenden hat sich insbesondere bei solchen
Turbomaschinen als sehr vorteilhaft und wirksam erwiesen, bei denen die Schaufelköpfe
an ihren radial äußeren Enden zylindrische Endflächen aufweisen, welche koaxial zur
Innenwandung des Gehäuses verlaufen und damit den Kopfspalt definieren. Die Radialnuten
liegen dann in diesen zylindrischen Endflächen, zwischen Vorderkante und Hinterkante
der Schaufelköpfe. Aufgrund der Schrägstellung der Schaufel verläuft die Radialnut
dabei nicht parallel zur Hauptachse des Schaufelprofils, sondern notwendigerweise
exakt in Umfangsrichtung, dass heißt, die Mittelachse der Radialnut verläuft schräg
gegenüber der Profil-Hauptachse.
[0031] Anstelle von Schaufeln mit tragflächenartiger Profilierung können ebensogut auch
einfache, aus Blech gepresste Schaufeln mit konstanter Dicke eingesetzt werden. Auch
mit solchen Schaufeln funktioniert die Erfindung ganz hervorragend.
[0032] Das Prinzip der Erfindung sowie ein Ausführungsbeispiel einer erfindungsgemäßen Turbomaschine
werden nachstehend anhand der beigefügten Abbildungen weiter erläutert. Es zeigen:
- Figur 1a
- eine axiale Turbomaschine nach dem Stand der Technik, in einem stark vereinfachten
Prinzipbild;
- Figur 1b
- eine erfindungsgemäße Turbomaschine im Prinzip;
- Figur 2a
- eine erfindungsgemäße Turbomaschine in einer Ansicht von der Seite, teilweise geschnitten;
- Figur 2b
- eine Ausschnittsvergrößerung des Bereichs A von Figur 2a
- Figur 2c
- eine vergrößerte Draufsicht auf das Kopfende der Schaufel im Bereich B von Figur 2a;
- Figur 3
- Gehäuse und Rotor der Turbomaschine gemäß Figur 2a, perspektivisch.
[0033] Das Prinzipbild von Figur 1a zeigt eine axiale Turbomaschine mit einem Rotor 1, der
um eine feste Drehachse 2 umläuft. Der Rotor 1 umfasst eine Nabe 3 und radial nach
außen abstehende Schaufeln 4. Ein feststehendes, als rundes Rohr ausgebildetes Gehäuse
5 umgibt den Rotor 1 koaxial. Der Rotor 1 wird von einem (nicht dargestellten) Motor
angetrieben. Luft oder ein anderes gasförmiges Fluid wird an der Einlassseite (hier
links) angesaugt, verdichtet und an der Auslassseite (rechts) wieder ausgeblasen.
[0034] Zwischen dem axial äußeren Ende der Schaufeln 4 und der Innenwand des Gehäuses 5
verbleibt ein radialer Kopfspalt 6, dessen Maß S nicht unterschritten werden darf,
wenn ein Kontakt zwischen Schaufeln 4 und Gehäuse 5 im Betrieb zuverlässig vermieden
werden soll. Der Kopfspalt 6 stellt eine berührungslose Dichtung zwischen Saug- und
Druckraum der Maschine dar. Je kleiner das Maß S des Kopfspalts, desto größer ist
die Dichtwirkung und desto höher ist der Wirkungsgrad der Turbomaschine. Die Kopfspaltströmung
verursacht Geräusche.
[0035] Figur 1b erläutert das Prinzip der Erfindung. Auf der Innenwand des Gehäuses 5 ist
ein radialer Ringsteg 7 aufgebracht. Die Schaufeln 4 haben eine Radialnut 8, die mit
dem Ringsteg 7 in Lage und Querschnitt korrespondiert. Ohne die Radialnut 8 würde
der aufgebrachte Ringsteg 7 den Durchmesser des Gehäuses 5 verringern und den Kopfspalt
6 auf das Maß S' reduzieren. Ein derart kleiner Kopfspalt würde aber nicht ausreichen,
um das Anlaufen der Schaufeln 4 zuverlässig zu verhindern. Die Radialnut 8, die in
Form und Abmessungen mit der Kontur des Ringstegs 7 korrespondiert, gewährleistet
einen ausreichend großen Kopfspalt 6, ungefähr mit dem Maß S, über die gesamte axiale
Länge der Schaufel 4 und insbesondere auch im Bereich des Ringstegs 7.
[0036] Die Turbomaschine gemäß Figur 2a hat einen Rotor 10, der um eine Drehachse 20 rotiert.
Der Rotor 10 hat eine Nabe 30, die eine Anzahl von radial nach außen abstehenden Schaufeln
40 trägt. Ein als kurzes rundes Rohr ausgebildetes Gehäuse 50 umgibt den Rotor 10
koaxial. Um den Blick auf die Schaufeln 40 freizugeben, ist in Figur 2a das Gehäuse
50 in einem Horizontalschnitt durch die Drehachse 20 gezeichnet.
[0037] Auf der Innenwand des Gehäuses 50 ist ein kleiner Ringsteg 70 aufgebracht. Die Kontur
des Ringstegs 70 entspricht ungefähr einem gleichseitigen Dreieck, dessen Spitze radial
nach innen zur Drehachse 20 weist. An den Enden der Schaufeln 40 sind Radialnuten
80 eingearbeitet, welche mit dem Ringsteg 70 korrespondieren, dass heißt, sie haben
gleichfalls dreieckige Kontur.
[0038] Zur Saugseite hin erweitert sich das Gehäuse 50 trichterförmig zu einer Ansaugdüse
51. Das Gehäuse 50 besteht aus Metall, kann aber ebenso gut auch aus Kunststoff gefertigt
sein. Der Ringsteg 70 ist einstückig angeformt.
[0039] Der Rotor 10 wird durch einen Motor 90 über eine Welle 100 angetrieben.
[0040] Insbesondere Figur 2b zeigt das berührungslose Ineinandergreifen des Ringstegs 70
und der korrespondierenden Radialnut 80 an einer der Schaufeln 40. Die beiden schrägen
Flanken des Ringstegs 70 verlaufen näherungsweise parallel zu den gegenüberliegenden
Wänden der Radialnut 80. Die Spitze des Ringstegs 70 und das Dreieck bzw. V der Radialnut
80 fluchten in axialer Richtung. Die Flanken des Ringstegs 70 und die Wände der Radialnut
80 stehen mit Abstand einander gegenüber; in diesem Bereich wird der Kopfspalt 60
also durch die Konturen des Ringstegs 70 und der korrespondierenden Radialnut 80 definiert.
Die schädliche Wirbelstruktur der Strömung im Bereich des Kopfspalts wird dadurch
aufgelöst, teilweise wird die Strömung über den Kopfspalt von der Druck- auf die Saugseite
auch blockiert. Dadurch läuft die Maschine wesentlich leiser und es ergibt sich eine
erhöhte Dichtwirkung im Vergleich zu einem geraden Kopfspalt (vgl. Figur 1a).
[0041] Wie insbesondere aus Figur 2c ersichtlich, haben die Schaufeln 40 eine tragflügelartige
Profilierung. Zudem stehen die Schaufeln 40 unter einem schrägen Winkel gegenüber
der Drehachse 20 (vgl. Figur 2a) und zeigen überdies auch noch eine Verwindung. Die
Schaufelköpfe 41 haben eine geringere Breite als die Schaufelwurzeln 42. Die axiale
Erstreckung bzw. Tiefe zwischen Vorderkante 44 und Hinterkante 45 ist am oberen Ende
der Schaufelköpfe 41 am kleinsten.
[0042] Aus Figur 2b und Figur 2c wird ferner ersichtlich, dass die Schaufelköpfe 41 Endflächen
43 haben; diese sind in radialer Richtung zylindrisch gekrümmt und verlaufen koaxial
zur Innenwand des Gehäuses 50. Die axiale Position des Ringstegs 70 liegt in der Nähe
der Hinterkante 45 des Schaufelkopfs 41. In anderen Ausführungsbeispielen sind die
Endflächen 43 zusätzlich auch in axialer Richtung konturiert, der Kopfspalt verengt
sich dabei stetig bis zu einem Minimum zwischen Schaufelvorder- und hinterkante.
[0043] Insbesondere aus Figur 2c wird auch deutlich, dass die Radialnuten 80 unter einem
spitzen Winkel schräg gegenüber der Hauptachse des tragflächenartigen Profils des
Schaufelkopfs 41 verlaufen.
[0044] Anstelle der tragflügelartig profilierten Schaufeln 40 können ebenso gut auch einfache
Schaufeln mit konstanter Dicke, insbesondere aus einem Blechstück gepresste Schaufeln
eingesetzt werden.
Bezugszeichen
[0045]
- 1
- Rotor
- 2
- Drehachse
- 3
- Nabe
- 4
- Schaufel
- 5
- Gehäuse
- 6
- Kopfspalt
- 7
- Ringsteg
- 8
- Radialnut
- 10
- Rotor
- 20
- Drehachse
- 30
- Nabe
- 40
- Schaufel
- 41
- Schaufelkopf
- 42
- Schaufelwurzel
- 43
- Endfläche
- 44
- Vorderkante
- 45
- Hinterkante
- 50
- Gehäuse
- 51
- Einlaufdüse
- 60
- Kopfspalt
- 70
- Ringsteg
- 80
- Radialnut
- 90
- Motor
- 100
- Welle
1. Axiale Turbomaschine, umfassend
wenigstens einen, um eine feste Drehachse (2, 20) umlaufenden Rotor (1, 10) mit einer
Nabe (3, 30) und radial nach außen abstehenden Schaufeln (4, 40)
ein feststehendes rohrartiges Gehäuse (5, 50), das den Rotor (1, 10) koaxial derart
umgibt, dass zwischen den Schaufelköpfen (41) und der Innenwand des Gehäuses (5, 50)
ein radialer Kopfspalt (6, 60) verbleibt,
dadurch gekennzeichnet, dass
auf der Innenwand des Gehäuses (5, 50) ein radial umlaufender Ringsteg (7, 70) aufgebracht
ist,
die Schaufelköpfe (41) korrespondierende Radialnuten (8, 80) aufweisen, so dass der
Kopfspalt (6, 60) im Bereich des Ringstegs (7, 70) durch die Konturen des Ringstegs
(7, 70) und der korrespondierenden Radialnut (8, 80) definiert wird.
2. Turbomaschine nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, dass der Ringsteg (7, 70) in radialer Richtung ein Stück weit in die Radialnuten (8, 80)
hineinragt.
3. Turbomaschine nach einem der vorhergehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, dass die Höhe des Ringstegs (7, 70) und die Tiefe der korrespondierenden Radialnuten (8,
80) ungefähr dem Maß des Kopfspalts (6, 60) außerhalb des Bereichs des Ringstegs (7,
70) entspricht.
4. Turbomaschine nach einem der vorhergehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, dass der Ringsteg (7, 70) und die Radialnuten (8, 80) einen Querschnitt in Form eines
Dreiecks haben, wobei die Spitze des Dreiecks radial zur Drehachse (2, 20) weisen.
5. Turbomaschine nach einem der Ansprüche 1 bis 3, dadurch gekennzeichnet, dass der Ringsteg (7, 70) und die Radialnuten (8, 80) rechteckigen Querschnitt, insbesondere
ungefähr quadratischen Querschnitt haben.
6. Turbomaschine nach einem der vorhergehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, dass der Ringsteg (7, 70) einstückig an das Gehäuse (5, 50) angeformt ist.
7. Turbomaschine nach einem der vorhergehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, dass der Ringsteg (7, 70) aus einem leicht abtragbaren Material besteht.
8. Turbomaschine nach einem der vorhergehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, dass die Schaufelköpfe (41) an ihren radial äußeren Enden zylindrische Endflächen (43)
haben, welche koaxial zur Innenwand des Gehäuses (50) verlaufen, und die Radialnuten
(80) in diesen Endflächen (43) verlaufen.
9. Turbomaschine nach einem der vorhergehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, dass die Radialnuten (80) zwischen Vorderkante (44) und Hinterkante (45) der Schaufelköpfe
(41) angeordnet sind.
10. Turbomaschine nach Anspruch 9, dadurch gekennzeichnet, dass die Radialnuten (80) in der Nähe der zur Druckseite weisenden Hinterkante (45) angeordnet
sind.