[0001] Die Erfindung betrifft eine Infrarot-Heizeinrichtung zum Beheizen eines Gebäudes
sowie ein Verfahren zum Beheizen eines Gebäudes mit einer solchen Infrarot-Heizeinrichtung
gemäß dem Oberbegriff von Anspruch 1 und 11.
[0002] Heizungsanlagen zum Beheizen von großen Gebäuden, wie insbesondere Hallen, die eine
Vielzahl von einzelnen Infrarotstrahlern, insbesondere Dunkelstrahlem, umfassen, werden
seit langem von der Anmelderin vertrieben und sind darüber hinaus beispielsweise aus
der
DE 10 2007 047 661 A1 bekannt. Die Dunkelstrahler umfassen ein oberhalb eines zu beheizenden Bereichs des
Gebäudes horizontal aufgehängtes, nach unten hin offenes Gehäuse, in welchem ein Strahlungsrohr
aufgenommen ist, das durch einen Gasbrenner mit erhitztem Abgas beaufschlagt wird.
Das andere Ende des Strahlungsrohres wird über ein Sauggebläse mit Unterdruck beaufschlagt
und ist an eine Abgasleitung angeschlossen. Aufgrund der hierdurch erzeugten Temperatur
der in der Regel schwarzen Außenseite des Strahlungsrohres im Bereich von 300 °C bis
750 °C strahlt diese Infrarot-Strahlung nach Art eines schwarzen Körpers ab, welche
zu einer direkten Erwärmung des Aufenthaltsbereich von Menschen unterhalb des Strahlungsrohres
führt. Hierbei ist es gegenüber herkömmlichen Gebäude-Heizungen, bei denen Warmluftheizungen
zum Einsatz gelangen, von Vorteil, dass in einem Gebäude lediglich die Oberflächen
von Menschen, Tieren und Gegenständen durch die Infrarotstrahlung erwärmt werden,
nicht jedoch das Luftvolumen innerhalb des Gebäudes. Da in diesem Falle keine Luft
im Bodenbereich der Halle erwärmt wird, die anschließend nach oben steigt und im Aufenthaltsbereich
der Personen nicht mehr als warme Luft zur Verfügung steht, arbeiten die beschriebenen
Infrarotheizungen vergleichsweise ökonomisch und werden demgemäß bevorzugt zum Beheizen
von Hallen eingesetzt.
[0003] Weiterhin ist es bekannt, elektrischen Strom durch Fotovoltaik-Anlagen zu erzeugen,
die jeweils eine Vielzahl von Fotovoltaik-Modulen aufweisen, die aus dem auftreffenden
Sonnenlicht elektrischen Strom erzeugen, der bekannter Maßen über Wechselrichter in
das öffentliche Stromnetz zurückgespeist wird. Aufgrund des in den letzten Jahren
stark angewachsenen Anteils an regenerativen Energieerzeugungseinrichtungen, die an
das elektrische Stromnetz angeschlossen sind, ist die Produktion an elektrischer Energie
hierbei starken Schwankungen unterworfen, die mangels fehlender geeigneter Energiespeicher
oftmals zu lokalen Überlastungen der Stromnetze führen können, so dass seitens der
Betreiber der Stromnetze für die Abnahme von elektrischer Energie zu Spitzenzeiten
sogar Vergütungen für den abgenommenen Strom gezahlt werden, um die Abnahme von elektrischer
Energie zu den Spitzenzeiten zu begünstigen.
[0004] Bei den zuvor genannten Infrarot-Heizeinrichtungen ergibt sich das Problem, dass
diese ausschließlich mit Gas beheizt werden können, ohne dass die Möglichkeit besteht,
diese bei einem Überschuss an elektrischer Energie im öffentlichen Stromnetz, wie
er beispielsweise an kalten sonnen- und windreichen Wintertagen auftritt, in effizienter
Weise zum Beheizen von Gebäuden einzusetzen.
[0005] Ein weiteres Problem der zuvor genannten Infrarot-Heizungsanlagen besteht darin,
dass die Oberflächentemperatur der Strahlungsrohre durch die Abkühlung der Heißgase
vom brennerseitigen Ende zum stromabwärtigen Ende des Rohres hin fortlaufend abnimmt.
Durch die T
4 - Abhängigkeit der Intensität der abgestrahlten Infrarotstrahlung von der Temperatur
(Stefan-Boltzmann-Gesetz) nimmt die Intensität der Infrarotstrahlung vom brennerseitigen
Ende zum stromabwärtigen Ende des Strahlungsrohrs hin überproportional ab, was dazu
führt, dass die Intensität der abgestrahlten Infrarotstrahlung über die Länge des
Strahlungsrohres hinweg nicht konstant ist. Da die maximal zulässige Oberflächentemperatur
des Strahlungsrohres materialbedingt bei ca. 650 °C liegt, wird die maximal mögliche
Intensität der Infrarotstrahlung nur im ersten Teilbereich des Strahlungsrohres erhalten,
wohingegen zum stromabwärtigen Ende des Rohres hin lediglich ein geringerer Teil der
im Heißgas enthaltenen Wärmeenergie in Infrarotstrahlung umgesetzt wird. Da der Wirkungsgrad
des Gesamtsystems bezogen auf die eingesetzte Primärenergie beim Beheizen von großen
Gebäuden wie Hallen umso höher liegt, je größer der Anteil der vom Strahlungsrohr
abgegebenen Infrarotstrahlung ist, verringert sich der Gesamtwirkungsgrad der Dunkelstrahler
aufgrund der abkühlungsbedingten Abnahme der Temperatur des Strahlungsrohres hierdurch
in nachteiliger Weise.
[0006] Demgemäß ist es eine Aufgabe der vorliegenden Erfindung, eine Infrarot-Heizeinrichtung
mit einem heißgasbeaufschlagen Strahlungsrohr zu schaffen, welche eine effizientere
Beheizung eines Gebäudes sowohl mit einem fossilen Energieträger, als auch mit elektrischen
Strom ermöglicht.
[0007] Diese Aufgabe wird erfindungsgemäß durch die Merkmale von Anspruch 1 gelöst.
[0008] Weiterhin ist es eine Aufgabe der vorliegenden Erfindung, ein Verfahren zur Beheizung
eines Gebäudes mit einer Infrarot-Heizeinrichtung zu schaffen, mit welcher sich der
für den Betrieb der Heizeinrichtung erforderliche Bedarf an fossilen Energieträgern
verringern lässt.
[0009] Diese Aufgabe wird erfindungsgemäß durch die Merkmale von Anspruch 11 gelöst.
[0010] Weitere Merkmale der Erfindung sind in den Unteransprüchen beschrieben.
[0011] Gemäß der Erfindung umfasst eine Infrarot-Heizeinrichtung zum Beheizen von Gebäuden
ein Strahlungsrohr und einen mit diesem an einem ersten Ende strömungsmäßig verbundenen
Brenner, insbesondere einen Gas oder Ölbrenner, der das Strahlungsrohr in bekannter
Weise mit erhitztem Abgas beaufschlagt, das das Strahlungsrohr an seiner Oberfläche
auf eine Temperatur von z.B. 600 °C erwärmt, so dass dieses Infrarotstrahlung nach
Art eines schwarzen Körpers oder Dunkelstrahlers in das zu beheizende Gebäude abstrahlt.
[0012] Die erfindungsgemäße Infrarot-Heizeinrichtung zeichnet sich dadurch aus, dass das
Strahlungsrohr eine elektrische Widerstandsheizung aufweist oder eine solche enthält,
mit welcher dieses zumindest abschnittsweise zusätzlich oder auch alternativ zur Beheizung
durch den Brenner mit elektrischem Strom einer Stromquelle beheizt werden kann.
[0013] Durch die Erfindung ergibt sich der Vorteil, dass bei einem Überschuss an elektrischem
Strom im öffentlichen Netz, wie er beispielsweise an kalten windreichen und sonnenreichen
Wintertagen zu beobachten ist, die überschüssige Energie in effizienter Weise zum
Beheizen von Gebäuden eingesetzt werden kann, in denen bereits eine Infrarot-Heizeinrichtung
mit Dunkelstrahlern installiert ist. Um diese zu betreiben, ist es im einfachsten
Falle lediglich erforderlich, das Strahlungsrohr elektrisch von seiner Aufhängung
im Bereich der Hallendecke und dem Brenner zu isolieren und über beispielsweise an
der Außenseite des Strahlungsrohres angebrachte Elektroden mit einer Stromquelle,
vorzugsweise dem öffentlichen 50-Hertz Wechselstrom- Netz, zu verbinden.
[0014] Ein weiterer Vorteil, der sich durch die erfindungsgemäße Lösung ergibt, ist darin
zu sehen, dass der Brenner mit einer geringeren Leistung betrieben und der zur Erreichung
des optimalen Oberflächentemperatur des Strahlungsrohres erforderliche zusätzliche
Anteil an Energie über die Widerstandsheizung aus dem elektrischen Stromnetz bezogen
werden kann. Hierdurch lassen sich die Heizkosten insgesamt insbesondere bei einem
Überschuss an elektrischem Strom im Stromnetz mitunter beachtlich reduzieren.
[0015] Nach einem weiteren der Erfindung zu Grunde liegenden Gedanken umfasst das Strahlungsrohr
wenigstens einen ersten elektrisch leitenden Teilabschnitt, der auch das gesamte Strahlungsrohr
umfassen kann, wenn dieses wie üblich aus Stahlblech mit einer Wandstärke von beispielsweise
1,5 mm besteht. Die Widerstandsheizung umfasst bei dieser Ausführungsform wenigstens
ein erstes und ein zweites im Abstand zueinander am Teilabschnitt angeordnetes elektrisches
Kontaktelement, welches über eine elektrische Schalteinrichtung mit der elektrischen
Stromquelle verbindbar ist, um den elektrisch leitenden Teilabschnitt, d.h. den zwischen
den beiden elektrischen Kontaktelementen liegenden Bereich des Strahlungsrohres, zu
bestromen. Diese Ausführungsform der Erfindung besitzt den Vorteil, dass sie sich
mit geringem Aufwand an bestehenden Infrarot-Heizeinrichtungen nachrüsten lässt, da
die Strahlungsrohre hierzu lediglich elektrisch isoliert und zwei Elektroden im Abstand
voneinander am Strahlungsrohr befestigt werden müssen, beispielsweise durch eine Klemmschelle
oder dergleichen.
[0016] Bei der bevorzugten Ausführungsform der Erfindung sind zusätzlich zum ersten Teilabschnitt
wenigstens ein oder vorzugsweise auch mehrere weitere elektrisch leitende Teilabschnitte
am Strahlungsrohr definiert, welche durch Anbringen einer entsprechenden Anzahl von
elektrischen Kontaktelementen/Elektroden an der Außenseite des Strahlungsrohrs bereitgestellt
werden können. Die Vielzahl von elektrisch leitenden Teilabschnitten sind dabei vorzugsweise
jeweils einzeln oder auch gruppenweise über die elektrische Schalteinrichtung mit
der Stromquelle, das heißt vorzugsweise dem elektrischen Wechselstromnetz, verbindbar,
um beispielsweise zwei oder mehr der Teilabschnitte bei Bedarf zu- oder abschalten
zu können und dementsprechend die vom Strahlungsrohr in das Gebäude abgegebene Strahlungsleistung
der Infrarotstrahlung auf ein gewünschtes Maß zu verändern.
[0017] Um bei der zuletzt beschriebenen Ausführungsform der Erfindung die elektrisch leitenden
Teilabschnitte zu aktivieren, ist jeder Teilabschnitt der Vielzahl von elektrisch
leitenden Teilabschnitten über ein jeweiliges elektrisches Kontaktelement und einen
diesem zugeordneten Schalter mit der Stromquelle verbindbar. Obgleich die Schalter
auch mechanische KontaktSchalter wie beispielsweise handbetätigte mechanische Schalter
oder Relais sein können, werden bei der bevorzugten Ausführungsform der Erfindung
vorzugsweise elektronische Schalter eingesetzt, wie beispielsweise Hochleistungs-Halbleiterschalter,
die vorzugsweise durch eine entsprechende elektronische Steuerungseinrichtung der
elektrischen Schaltungsrichtung über ein Bussystem ansteuerbar sind.
[0018] Hierbei ist es von besonderem Vorteil, wenn die elektrische Schalteinrichtung die
Schalter mit einer vorzugsweise veränderbaren Taktfrequenz und/oder einer veränderbaren
Dauer öffnet und schließt, um die in dem jeweiligen Teilabschnitt im Mittel erzeugte
elektrische Heizleistung zu verändern. Dies eröffnet die Möglichkeit, die Heizleistung
in den jeweiligen elektrisch leitenden Teilabschnitten des Strahlungsrohres mit einer
vergleichsweise hohen Genauigkeit auf einen vorgegebenen Wert einzustellen, bzw. auf
einen solchen zu regeln, was mit den bekannten, ausschließlich durch einen Brenner
beheizten Strahlungsrohren aufgrund der zur Modulation der Brenner benötigten Regelungseinrichtungen
nur mit großem Aufwand möglich ist. Hinzu kommt, dass es aufgrund der durch die Abkühlung
des heißen Gases bedingten Abkühlung der Oberfläche des Strahlungsrohres vom brennerseitigen
Ende zum stromabwärtigen Ende hin bei den bekannten, rein gasbetriebenen Dunkelstrahlern
mit einem einzelnen Strahlungsrohr bisher nicht möglich war, die Abnahme der Oberflächentemperatur
über die Länge des Strahlungsrohres hinweg überhaupt zu kompensieren. Dies wird nun
erstmals durch die erfindungsgemäße Lösung ermöglicht.
[0019] Anders ausgedrückt ist es mit der erfindungsgemäßen, zuletzt beschriebenen Lösung
möglich, die Oberflächentemperatur des Strahlungsrohres durch eine entsprechende Anpassung
der Stromstärke, bzw. der Ein- und Ausschaltfrequenz der jeweiligen elektrischen Schalter,
über die der Stromfluss in dem betreffenden Teilabschnitt zu- oder abgeschaltet wird,
nach einem vorgegebenen Temperaturprofil zu regeln. Diese Regelung ist insbesondere
bei einem Mischbetrieb der Heizeinrichtung von besonderem Vorteil, da hierdurch nicht
nur der Brennstoffverbrauch des Brenners reduziert, sondern auch der Infrarot-Strahlungswirkungsgrad
insgesamt erhöht werden kann, da vereinfacht ausgedrückt auch die sonst kälteren stromabwärtigen
Bereiche des Strahlungsrohres durch die gezielt zugeführte elektrische Heizenergie
auf die gewünschte Oberflächentemperatur angehoben werden.
[0020] In besonders einfacher und kostengünstiger Weise lässt sich die zuvor beschriebene
Ausführungsform in der Praxis dadurch verwirklichen, dass das Strahlungsrohr insgesamt
aus einem elektrisch leitenden Werkstoff, insbesondere Edelstahl, besteht, und die
Kontaktelemente in vorzugsweise gleichen Abständen voneinander über die Länge des
Strahlungsrohres hinweg an oder auf dem Strahlungsrohr angeordnet sind. Obgleich die
Stromquelle hierbei auch eine elektrische Gleichstromquelle sein kann, deren positive
und negative Pole wechselweise nacheinander über die Länge der Strahlungsrohres hinweg
mit den Kontaktelementen elektrisch leitend verbindbar sind, ist diese bei der bevorzugten
Ausführungsform der Erfindung eine Wechselstromquelle, deren Nullleiter und deren
wenigstens eine Phase abwechselnd über die Länge des Strahlungsrohres hinweg elektrisch
leitend mit den Kontaktelementen verbindbar sind. Durch diese Schaltungsanordnung
ergibt sich der Vorteil, dass mit einer minimalen Anzahl an elektrischen Schaltern
und Kontakten eine Vielzahl von elektrisch leitenden Teilabschnitten des Strahlungsrohres
einzeln, bzw. in Gruppen beheizt werden können.
[0021] Obgleich die Stromquelle bei den zuvor beschriebenen Ausführungsformen der Erfindung
vorzugsweise eine Stromquelle mit einer festen Wechselstromfrequenz ist, ist es nach
einem weiteren Gedanken der Erfindung ebenfalls möglich, eine elektrische Wechselstromquelle
mit einer veränderbaren Frequenz einzusetzen. Hierdurch ist es möglich, die Frequenz
der Wechselspannung beispielsweise auf einige 100 Hz oder gar Kilohertz einzustellen,
wodurch aufgrund des sogenannten Skineffekts der elektrische Stromfluss in den Bereich
der Außenseite des Strahlungsrohres verlagert wird, was in vorteilhafter Weise dazu
führt, dass bei einem Mischbetrieb insbesondere im stromabwärtigen Bereich des Strahlungsrohres
ein geringerer Anteil an der zugeführten elektrischen Heizleistung auf das in diesem
Bereich kühlere Abgas übergeht und von diesem abgeführt wird. Auch bei dieser Ausführungsform
der Erfindung ist es möglich, dass die zugeführte Heizleistung nicht über die Höhe
des Wechselstroms sondern über die Taktzeiten, mit denen dieser den entsprechenden
elektrischen Teilabschnitten zugeleitet wird, verändert wird.
[0022] Um die Anpassung der Oberflächentemperaturen des Strahlungsrohres in den verschiedenen
elektrisch leitenden Teilabschnitten des Strahlungsrohres in steuerungstechnischer
Hinsicht besonders einfach vornehmen zu können, kann es weiterhin vorgesehen sein,
dass die elektrische Schalteinrichtung den Stromfluss und/oder die Frequenz des Stromflusses,
d.h. die ein- und Ausschaltfrequenz der Schalter, in einem oder mehreren der elektrisch
leitenden Teilabschnitte in der Weise verändert, dass die Differenz der Oberflächentemperaturen
zwischen den elektrisch leitenden Teilabschnitten im Bereich des ersten Endes und
den elektrisch leitenden Teilabschnitten im Bereich des zweiten Endes des Strahlungsrohres
verringert wird. Hierzu kann die Temperatur in den jeweiligen Teilabschnitten/Heizzone
der Widerstandsheizung ggf. über Sensoren, wie z.B. Infrarotsensoren, erfasst werden.
[0023] Um das der erfindungsgemäßen Infrarot-Heizeinrichtung zu Grunde liegende Prinzip
einer Kombination eines bekannten heißgasbeaufschlagten Strahlungsrohres mit einer
elektrischen (ohmschen) Widerstandsheizung nicht nur bei Neuanlagen, sondern auch
bei bereits installierten Altanlagen auf einfache Weise im Nachhinein anwenden zu
können, kann es weiterhin vorgesehen sein, dass das Strahlungsrohr in einer Halterung
aus einem elektrisch isolierenden Werkstoff aufgenommen ist, der eine hinreichende
Temperaturbeständigkeit aufweist. Dieser Werkstoff ist vorzugsweise ein keramischer
Werkstoff.
[0024] In diesem Zusammenhang ist es ebenfalls von Vorteil, wenn das Strahlungsrohr durch
ein elektrisch nicht leitendes Trennelement, wie beispielsweise eine Keramikscheibe
oder einen Keramikstutzen, elektrisch vom Brenner sowie auch von einem das Heißgas
aus dem zweiten Ende des Strahlungsrohes absaugenden Gebläse isoliert ist.
[0025] Nach einem weiteren der Erfindung zu Grunde liegenden Gedanken ist die elektrische
Stromquelle bei dem erfindungsgemäßen Verfahren zur Beheizung eines Gebäudes mit einer
zuvor beschriebenen Infrarot-Heizeinrichtung ein öffentliches Stromnetz oder eine
Fotovoltaikanlage. Gemäß dem Verfahren wird bei einem Überschuss an elektrischer Energie
im öffentlichen Stromnetz oder bei einem Überschuss an von der Fotovoltaikanlage produzierter
elektrischer Energie die elektrische Widerstandsheizung aktiviert und das Strahlungsrohr
ausschließlich oder zusätzlich zu der vom Brenner erzeugten thermischen Energie elektrisch
beheizt. Hierbei ist es von besonderem Vorteil, wenn die von der elektrischen Widerstandsheizung
in das Strahlungsrohr eingebrachte elektrische Heizleistung vom ersten brennerseitigen
Ende aus in Strömungsrichtung des Heißgases zunehmend erhöht wird, so dass die Oberflächentemperatur
über die Länge des Strahlungsrohres hinweg, welche beispielsweise 5 m oder auch mehr
betragen kann, konstant ist oder einem gewünschten Temperaturprofil entspricht.
[0026] Um hierbei den Anteil der vom Strahlungsrohres in das Gebäude abgestrahlten Infrarotstrahlung
so soweit wie möglich zu erhöhen und dementsprechend den Gesamtwirkungsgrad der Infrarot-Heizeinrichtung
entsprechend zu steigern, kann es nach einem weiteren der Erfindung zu Grunde liegenden
Gedanken vorgesehen sein, die vom Brenner erzeugte Heizleistung insbesondere durch
eine Verringerung der zugeführten Brennstoffmenge und eine entsprechende Verringerung
der Luftzufuhr zum Brenner in dem Umfang zu reduzieren, in dem die von der elektrischen
Widerstandsheizung bereit gestellte Heizleistung erhöht wird.
[0027] Die Erfindung wird nachfolgend mit Bezug auf die Zeichnung anhand einer bevorzugten
Ausführungsform beschrieben.
[0028] In der Zeichnung zeigt:
- Fig. 1
- eine schematische Darstellung der erfindungsgemäßen Infrarot-Heizeinrichtung, bei
der das Strahlungsrohres in insgesamt neun elektrisch leitende Teilabschnitte, bzw.
Heizzonen unterteilt ist, die über entsprechende Schalter einzeln oder in Gruppen
elektrisch beheizbar sind.
[0029] Wie in Fig. 1 gezeigt ist, umfasst eine erfindungsgemäße Infrarot-Heizung 1 zum Beheizen
eines nicht näher gezeigten Gebäudes ein Strahlungsrohr 2, das an seinem ersten Ende
in bekannter Weise mit einem Brenner, insbesondere einem Gasbrenner oder auch ein
Ölbrenner 4, verbunden ist, der das Innere des Strahlungsrohres 2 mit erhitztem Abgas
beaufschlagt, um dieses auf eine Oberflächentemperatur von z.B. 600 °C oder mehr zu
erwärmen. Wie bei derartigen Infrarot-Heizeinrichtungen üblich, wird das Abgas 6 des
Brenners 4, welches aufgrund des Wärmeaustauschs mit der Innenwand des Strahlungsrohres
2 vom brennerseitigen Ende zum stromabwärtigen Ende hin zunehmend abkühlt, von einem
Gebläse 20 abgesaugt, welches repräsentativ für eine Absaugeinrichtung steht, die
insbesondere auch das Gebläse einer Sammel-Abgasanlage sein kann, an die eine Vielzahl
von Strahlungsrohren 2 angeschlossen sind.
[0030] Wie der Darstellung der Fig. 1 weiterhin entnommen werden kann, weist das Strahlungsrohr
2 eine elektrische Widerstandsheizung 8 auf, mit welcher dieses durch eine elektrische
Stromquelle 14 beheizbar ist. Die Stromquelle 14 bildet bei der in Fig. 1 gezeigten
Ausführungsform der Erfindung das öffentliche 50 Hz - Wechselstromnetz, dessen Phase
P und Nullleiter N ebenfalls über einen symbolisch gezeigten Wechselrichter 14b mit
einer Fotovoltaik-Anlage verbunden sind, welche beispielhaft durch das Fotovoltaik-Modul
14a symbolisiert wird.
[0031] Wie der Darstellung der Fig. 1 weiterhin entnommen werden kann, ist das Strahlungsrohr
2 in Halterungen 16 aus einem elektrisch isolierenden Werkstoff aufgenommen und über
elektrisch ebenfalls nicht leitende Trennabschnitte 18 vom Brenner 4 sowie auch vom
Gebläse 20 elektrisch isoliert.
[0032] Das Strahlungsrohr 2 besteht bei der gezeigten Ausführungsform in bekannter Weise
aus Metall, z.B. aus Edelstahl, und ist von seinem brennerseitigen Ende aus zu seinem
stromabwärtigen Ende hin in mehrere elektrisch leitende Teilabschnitte A1 bis A9 unterteilt,
die jeweils eine Heizzone bilden und durch die zugehörigen Kontakte K1 bis K10 definiert
werden. Wie dargestellt sind die Kontakte K1 bis K10 abwechselnd mit dem Nullleiter
N und der Phase P des elektrischen Wechselstromnetzes 14 verbunden, wobei bei der
gezeigten Ausführungsform lediglich die mit der Phase verbundenen elektrischen Kontaktstellen
K2, K4, K6, K8 und K10 über elektrisch betätigbare Schalter S1 bis S5 mit der Phase
P verbunden sind. Die übrigen Kontakte K1, K3, K5, K7 und K9 sind demgegenüber direkt
an den Nullleiter N des Wechselstromnetzes 14 angeschlossen, was den Schaltungsaufbau
und die benötigte Anzahl an elektrischen Schaltern S1 bis S5 in vorteilhafter Weise
verringert. Dennoch besteht die Möglichkeit, auch die mit dem Nullleiter N verbundenen
Kontakte K1, K3, K5, K7 und K9 mit entsprechenden elektrischen Schaltern zu versehen,
die in gleicher Weise wie die anderen Schalter über eine elektrische Schalteinrichtung
12 und ein in gestrichelten Linien angedeutetes Bussystem geöffnet und/oder geschlossen
werden können, um die einzelnen Teilabschnitte A1 bis A9 entsprechend einem gewünschten
Temperatur elektrisch zu beheizen.
[0033] Um hierbei die Heizleistung in den unterschiedlichen Heizzonen, die durch die Teilabschnitte
A1 bis A9 definiert werden, beispielsweise vom brennerseitigen Ende zum gebläseseitigen
Ende hin sukzessive von Zone zu Zone zu erhöhen, erfolgt das Einschalten und Ausschalten
der Schalter S1 bis S5 vorzugsweise getaktet mit unterschiedlichen Taktraten und/oder
Einschaltdauern, wie dies beispielsweise von der Ansteuerung von elektrischen Gleichstromantrieben
nach dem sogenannten elektrischen Pulsweitenmodulationsverfahren her bekannt ist.
Hierdurch ergibt sich der Vorteil, dass sich die auf das Strahlungsrohr 2 in den jeweiligen
Heizzonen übertragene elektrische Leistung, die aufgrund des ohmschen Widerstandes
des Werkstoffs des Strahlungsrohres zu einer Erwärmung desselben führt, ohne eine
aufwendige Einzelregelung des Stroms in jeder Heizzone, bzw. den betreffenden Teilabschnitten
A1 bis A 9 verändern lässt. Das zuvor Gesagte gilt in gleicher Weise für den Fall,
dass die Stromquelle eine elektrische Gleichstromquelle wie z.B. ein Fotovoltaikmodul
14a ist, das in entsprechender Weise unter Umgehung des Wechselrichters 14b direkt
über die betreffenden Kontakte K1 bis K9 und nicht näher gezeigte elektrische Schutzreinrichtungen
mit dem Strahlungsrohr 2 verbunden werden kann.
[0034] Gemäß einer nicht näher gezeigten Ausführungsform der Erfindung kann weiterhin zwischen
dem Gebläse 20 und dem stromabwärtigen Ende des Strahlungsrohres 2 ein Wärmetauscher
angeordnet sein, der die thermische Restenergie des heißen Abgases 6 aus diesem extrahiert
und diese beispielsweise einem Pufferspeicher zuführt, von welchem aus die zurückgewonnene
Wärmeenergie einer herkömmlichen Konvektionsheizung, oder auch einem Brauchwasserspender
zugeführt werden kann, welcher sich bevorzugt in einem zweiten, von dem Bereich des
Strahlungsrohres 2 thermisch isolierten Gebäudeteil befindet. Hierdurch wird der Vorteil
erhalten, dass auch der Teil der insbesondere im stromabwärtigen Teil des Strahlungsrohres
2 eingebrachten elektrischen Heizenergie, welche auf das kühlere Abgas 6 übergeht
und dieses in unerwünschter Weise erwärmt, zu einem großen Teil zurückgewonnen werden
kann.
Bezugszeichenliste
[0035]
- 1
- erfindungsgemäße Infrarot-Heizeinrichtung
- 2
- Strahlungsrohr
- 4
- Brenner
- 6
- erhitztes Gas/Abgas
- 8
- elektrische Widerstandsheizung
- 12
- elektrische Schalteinrichtung
- 14
- Stromquelle
- 14a
- Fotovoltaik - Anlage
- 14b
- Wechselrichter
- 16
- elektrisch isolierende Halterung für Strahlungsrohr
- 18
- nicht leitendes Trennelement
- 20
- Gebläse
- A1 - A9
- elektrisch leitende Teilabschnitte des Strahlungsrohres/Heizzonen
- S1 - S5
- Schalter
- K1 - K10
- elektrisch leitende Kontaktelemente
- P
- elektrische Phase des Stromnetzes
- N
- elektrischer Nullleiter
1. Infrarot-Heizung (1) zum Beheizen von Gebäuden, mit einem Strahlungsrohr (2) und einem
mit diesem an einem ersten Ende strömungsmäßig verbundenen Brenner (4), über welchen
dem Strahlungsrohr (2) ein vom Brenner (4) erhitztes Gas (6) zuführbar ist, mittels
welchem das Strahlungsrohr (2) zur Abgabe von Infrarotstrahlung an seiner Oberfläche
erwärmbar ist,
dadurch gekennzeichnet,
dass das Strahlungsrohr (2) eine elektrische Widerstandsheizung (8) aufweist, mit welcher
dieses zumindest abschnittsweise mit elektrischem Strom einer Stromquelle (14, 14a)
beheizbar ist.
2. Vorrichtung nach Anspruch 1,
dadurch gekennzeichnet,
dass das Strahlungsrohr (2) wenigstens einen ersten Teilabschnitt (A1) aus einem elektrisch
leitenden Werkstoff aufweist, und dass die Widerstandsheizung (8) wenigstens ein erstes
und zweites im Abstand zueinander am Teilabschnitt (A1) angeordnetes elektrisches
Kontaktelement (K1, K2) umfasst, welches über eine elektrische Schalteinrichtung (12,
S1 bis S5) mit der elektrischen Stromquelle (14, 14a) verbindbar ist.
3. Vorrichtung nach Anspruch 2,
dadurch gekennzeichnet,
dass das Strahlungsrohr eine Vielzahl von elektrisch leitenden Teilabschnitten (A1 bis
A9) aufweist, die jeweils einzeln oder in Gruppen über die elektrische Schalteinrichtung
(12, S1 bis S5) mit der Stromquelle (14, 14a) verbindbar ist.
4. Vorrichtung nach Anspruch 3,
dadurch gekennzeichnet,dass
jeder Teilabschnitt der Vielzahl von elektrisch leitenden Teilabschnitte (A1 bis A9)
über ein jeweiliges elektrische Kontaktelemente (K1 bis K5) und einen diesem zugeordneten
Schalter (S1 bis S5) mit der Stromquelle (14, 14a) verbindbar ist.
5. Vorrichtung nach Anspruch 4,
dadurch gekennzeichnet,dass
die elektrische Schalteinrichtung (12) die Schalter (S1 bis S5) mit einer vorzugsweise
veränderbaren Taktfrequenz und/oder einer veränderbaren Dauer öffnet und schließt,
um die in dem jeweiligen Teilabschnitt (A1 bis A9) erzeugte elektrische Heizleistung
zu verändern.
6. Vorrichtung nach Anspruch 4 oder 5,
dadurch gekennzeichnet,dass
das Strahlungsrohr (2) insgesamt aus einem elektrisch leitenden Werkstoff, insbesondere
Edelstahl, besteht, dass die Kontaktelemente (K1 bis K10) in vorzugsweise gleichen
Abständen voneinander über die Länge des Strahlungsrohres (2) hinweg am Strahlungsrohr
angeordnet sind, und dass die Stromquelle (14, 14a) eine elektrische Gleichstromquelle
ist, deren positive Pole und negative Pole abwechselnd nacheinander über die Länge
des Strahlungsrohes (2) hinweg mit den Kontaktelementen (K1 bis K10) elektrisch leitend
verbindbar sind, oder dass die Stromquelle (14, 14a) eine Wechselstromquelle ist,
deren Phase (P) und Nullleiter (N) abwechselnd über die Länge des Strahlungsrohres
(2) hinweg elektrisch leitend mit den Kontaktelementen (K1 bis K10) verbindbar sind.
7. Vorrichtung nach einem der vorhergehenden Ansprüche,
dadurch gekennzeichnet,dass
die Stromquelle (14) eine elektrische Wechselstromquelle mit einer vorzugsweise veränderbaren
Frequenz ist.
8. Vorrichtung nach einem der Ansprüche 3 bis 7,
dadurch gekennzeichnet,dass
die elektrische Schalteinrichtung (12) den Stromfluss und/oder die Frequenz des Stromflusses
in einem oder mehreren der elektrisch leitenden Teilabschnitte (A1 bis A9) in der
Weise verändert, dass die Differenz der Oberflächentemperaturen zwischen den elektrisch
leitenden Teilabschnitten (A1 bis A4) im Bereich des ersten Endes und den elektrisch
leitenden Teilabschnitten (A5 bis A9) im Bereich des zweiten Endes des Strahlungsrohres
(2) verringert wird und/oder einem vorgegebenen Temperaturprofil entspricht.
9. Vorrichtung nach einem der vorhergehenden Ansprüche,
dadurch gekennzeichnet,dass
das Strahlungsrohr (2) in einer Halterung (16) aus einem elektrisch isolierenden Werkstoff
aufgenommen ist, insbesondere in einer Halterung (16) aus einem keramischen Werkstoff.
10. Vorrichtung nach einem der vorhergehenden Ansprüche,
dadurch gekennzeichnet,dass
das Strahlungsrohr (2) durch ein elektrisch nicht leitendes Trennelement (18), insbesondere
eine Keramikscheibe oder einen Keramikstutzen, elektrisch vom Brenner (4) und/oder
einem das Heißgas (6) aus dem zweiten Ende des Strahlungsrohes absaugenden Gebläse
(20) getrennt ist.
11. Verfahren zum Beheizen eines Gebäudes mit einer Infrarot-Heizeinrichtung (1) nach
einem der Ansprüche 1 bis 10,
dadurch gekennzeichnet,
dass die elektrische Stromquelle (14) ein öffentliches Stromnetz oder eine Fotovoltaikanlage
ist, und dass bei einem Überschuss an elektrischer Energie im öffentlichen Stromnetz
oder bei einem Überschuss an von der Fotovoltaikanlage produzierter elektrischer Energie
die elektrische Widerstandsheizung (8) aktiviert und das Strahlungsrohr (2) ausschließlich
oder zusätzlich zu der vom Brenner (4) erzeugten thermischen Energie elektrisch beheizt
wird.
12. Verfahren nach Anspruch 11,
dadurch gekennzeichnet,
dass die von der elektrischen Widerstandsheizung (8) in das Strahlungsrohr (2) eingebrachte
elektrische Heizleistung vom ersten brennerseitigen Ende aus in Strömungsrichtung
des Heißgases betrachtet zunimmt.
13. Verfahren nach Anspruch 12,
dadurch gekennzeichnet,
dass die vom Brenner (4) erzeugte Heizleistung in dem Umfang reduziert wird, in dem die
von der elektrischen Widerstandsheizung (8) bereit gestellte Heizleistung erhöht wird.