[0001] Die Erfindung betrifft ein Flurförderzeug mit
- einem Hubgerüst,
- einer daran auf-und abwärts bewegbaren Lasttragvorrichtung, welche wenigstens ein
Lastaufnahmemittel zur Aufnahme einer zu transportierenden Last und eine das Lastaufnahmemittel
mit dem Hubgerüst verbindende Tragstruktur aufweist, wobei das Lastaufnahmemittel
eine mit der Tragstruktur verbundene Lastträgeranordnung aufweist, und
- einer Einrichtung zur Reduzierung von Schwingungen.
[0002] Die Erfindung kann mit besonderen Vorzügen Anwendung finden bei Seitenstaplern und
Hochregalstaplerfahrzeugen, insbesondere bei Kommissionier-Dreiseitenstaplern, bei
welchen Lasttraggabelzinken für Seitenschuboperationen quer zur Geradeausfahrtrichtung
des Flurförderzeugs orientiert bzw. ausrichtbar sind. Mit solchen Seitenstaplern in
ihrer Bauart als Hochregalstaplerfahrzeuge lässt sich das Ein-und Ausstapeln ganzer
Paletten und das Kommissionieren einzelner Artikel aus dem Hochregal mühelos verbinden.
Hochregalstaplerfahrzeuge der hier betrachteten Art umfassen solche, bei denen ein
Fahrerplatz an dem Hubgerüst auf-und abwärts bewegbar mittels eines Fahrerplatzträgers
angeordnet ist, wobei an dem Fahrerplatz in dessen Front ein Seitenschubrahmen vorgesehen
ist, der zusammen mit dem Fahrerplatz an dem Hubgerüst auf-und abwärts bewegbar ist
und eine seitlich quer zur Geradeausfahrtrichtung des Flurförderzeugs hin- und her
bewegbare Lasttragvorrichtung trägt. Da der Fahrerplatz mit einer sich darauf befindenden
Bedienungsperson zusammen mit der Lasttragvorrichtung vertikal am Hubgerüst verfahrbar
ist, bezeichnet man derartige Flurförderzeuge auch als man-up-Fahrzeuge oder man-up-Flurförderzeuge.
Bei verschiedenen Bautypen von man-up-Flurförderzeugen ist das Hubgerüst teleskopisch
ausfahrbar und einziehbar, wobei der Fahrerplatz an der am höchsten ausfahrbaren Teleskopstufe
des Hubgerüstes höhenverstellbar befestigt ist.
[0003] Die an dem Seitenschubrahmen bewegbar geführte Lasttragvorrichtung kann ein Zusatzhubgerüst
mit daran relativ zum Fahrerstand auf-und abwärts bewegbaren Lastaufnahmemitteln umfassen,
bei denen es sich üblicherweise um Lasttragzinken bzw. um eine Lasttraggabel mit solchen
Lasttragzinken handelt. Das Zusatzhubgerüst ist an einem Schwenkschubgerät angeordnet
und daran um eine üblicherweise vertikale Achse um ca. 180° schwenkbar, so dass die
an dem Zusatzhubgerüst höhenverstellbar befestigte Lasttraggabel aus einer Stellung
mit Ausrichtung seitlich quer zur Geradeausfahrtrichtung des Flurförderzeugs in eine
Stellung mit entgegengesetzter seitlicher Ausrichtung verschwenkt werden kann. Das
Schwenkschubgerät ist an dem Seitenschubrahmen linear geführt.
[0004] Eine typische Aufgabe für das Flurförderzeug besteht zum Beispiel darin, eine Palette
mit darauf befindlicher Last in ein Regal einzulagern, wobei sich das Flurförderzeug
in einem Schmalgang zwischen Regalen eines Hochregallagers befindet und die Palette
auf der Lasttraggabel aufgenommen ist. Das Einschieben der Palette in das Regal erfolgt
seitlich quer zur Geradeausfahrtrichtung des Flurförderzeugs, wobei vorausgesetzt
sei, dass die Lasttraggabel bereits seitlich zu dem Regal hin korrekt auf den gewünschten
Lagerplatz ausgerichtet ist und sich das Schwenkschubgerät mit dem daran vorgesehenen
Zusatzhubgerüst in einer seitlichen Endstellung an dem vom betreffenden Regal entfernten
Ende des Seitenschubrahmens befindet. Durch lineares seitliches Verschieben des Schwenkschubgerätes
entlang des Seitenschubrahmens kann dann die beladene Palette in das Regal eingeführt
werden.
[0005] Zum Antreiben der verschiedenen bewegbaren Komponenten an dem Hubgerüst sind verschiedene
steuerbare Antriebsmittel vorgesehen. Sie dienen je nach Ausstattung des Flurförderzeugs
zum Bewegen der Lastaufnahmemittel am Zusatzhubgerüst, zum Schwenken des Zusatzhubgerüstes
um eine Hochachse, zum Bewegen der Lasttragvorrichtung bzw. des Schwenkschubgerätes
an dem Seitenschubrahmen, zum Bewegen des Fahrerstandes am Hubgerüst und ggf. zum
teleskopischen Ausfahren und Einziehen des Hubgerüstes sowie zum Bewegen des Seitenschubrahmens
relativ zum Fahrerstand. Üblicherweise und vorzugsweise handelt es sich dabei um hydraulische
Antriebsmittel, wobei jedoch andere Antriebe nicht ausgeschlossen sein sollen.
[0006] Es ist ein bekanntes Problem, dass bei Flurförderzeugen der hier betrachteten Art
Schwingungen am Hubgerüst, insbesondere Schwingungen mit seitlichen, d.h. quer zur
Geradeausfahrtrichtung des Flurförderzeug gerichteten Schwingungskomponenten auftreten,
insbesondere bei Fahrt auf unebenem Fahruntergrund. Solche Schwingungen sind oft umso
heftiger je höher der Fahrerstand und seine Vorbaugeräte am Hubgerüst angehoben sind
und je größer die mittels der Lasttragvorrichtung ggf. aufgenommene Last ist. Solche
Schwingungsbewegungen können für eine im Fahrerstand befindliche Bedienungsperson
unangenehm sein und machen das Einlagern und Auslagern von Paletten in-und aus Regalen
schwierig oder gar zeitweise unmöglich, so dass die Bedienungsperson einen Einlagerungs
-oder Auslagerungsvorgang erst dann sicher einleiten kann, wenn die Schwingungen bei
stehendem Flurförderzeug abgeklungen sind. Alternativ könnte die Bedienungsperson
das Flurförderzeug bei Fahrt auf unebenem Boden grundsätzlich mit reduzierter Geschwindigkeit
fahren, um Schwingungsanregungen weitestgehend zu vermeiden. Beides würde jedoch die
Produktivität bei der Arbeit mit dem Flurförderzeug senken.
[0007] Aus der
EP 2 368 832 B1 ist ein als man-up-Fahrzeug ausgebildetes Flurförderzeug der eingangs genannten Art
bekannt, bei dem bereits Maßnahmen zur Schwingungsreduzierung getroffen wurden. Diese
Maßnahmen bestehen darin, dass eine als Lastaufnahmeabschnitt bezeichnete, am Hubgerüst
auf- und ab bewegbare, den Fahrerplatz und die damit verbundene Lasttragvorrichtung
zusammenhängend umfassende Baugruppe so an dem Hubgerüst angebracht ist, dass sie
insgesamt quer zur Geradeausfahrtrichtung (Hauptfahrtrichtung) des Flurförderzeugs
Bewegungen mit einer seitlichen, d.h. normalerweise horizontalen Bewegungskomponente
relativ zu dem Hubgerüst ausführen kann, wobei hierzu ein gesonderter, nicht für den
planmäßigen Betrieb des Flurförderzeugs vorgesehener Bewegungsfreiheitsgrad für die
Baugruppe eingerichtet ist. Das bekannte Flurförderzeug weist Mittel zum Dämpfen oder
Vermeiden von Schwingungen in der relativen Lage zwischen dem Lastaufnahmeabschnitt
und dem Hubgerüst, d.h. zwischen dem Fahrerstand (Fahrerplatz) und dem Hubgerüst,
auf. Dabei kann es sich um aktive, semiaktive und/oder passive Schwingungsdämpfungsmittel
handeln, die geeignet sind, eine Kraft oder einen Moment zwischen dem Hubgerüst und
dem Lastaufnahmeabschnitt zu erzeugen, die bzw. das eine Komponente entlang des gesonderten,
nicht für den planmäßigen Betrieb des Flurförderzeugs vorgesehenen Bewegungsfreiheitsgrades
hat. In der
EP 2 368 832 B1 sind zur Schwingungsreduzierung u.a. Dämpfungselemente und Federn vorgeschlagen,
die einer Auslenkung des Hubgerüstes und der als Lastaufnahmeabschnitt bezeichneten
Baugruppe entlang des gesonderten Bewegungsfreiheitsgrades entgegenwirken. Nachteilig
an dieser bekannten Lösung ist ein relativ großer Montageaufwand, um die komplette
Baugruppe aus Fahrerstand und allen gemeinsam damit am Hubgerüst vertikal verfahrbaren
Lastaufnahmekomponenten unter Einrichtung des gesonderten, nicht für den planmäßigen
Betrieb des Flurförderzeugs vorgesehenen Bewegungsfreiheitsgrades an dem Hubgerüst
anzubringen. Auch das Nachrüsten eines betreffenden Flurförderzeugs mit diesen bekannten
schwingungsreduzierenden Maßnahmen würde sich kompliziert und aufwendig gestalten.
[0008] Der Erfindung liegt die Aufgabe zu Grunde, ein Flurförderzeug der eingangs genannten
Art bereitzustellen, welches mit montagetechnisch relativ einfach zu realisierenden
schwingungsreduzierenden Maßnahmen ausgestattet ist, die einen effizient schwingungsreduzierenden
Betrieb insbesondere bei weitgehend geringer Beeinflussung des Aufenthaltskomforts
für eine Bedienungsperson auf einem on-board-Fahrerplatz ermöglichen.
[0009] Erfindungsgemäß wird ein Flurförderzeug mit den Merkmalen des Patentanspruchs 1 vorgeschlagen,
nämlich ein Flurförderzeug mit
- einem Hubgerüst,
- einer daran auf-und abwärts bewegbaren Lasttragvorrichtung, welche wenigstens ein
Lastaufnahmemittel zur Aufnahme einer zu transportierenden Last und eine das Lastaufnahmemittel
mit dem Hubgerüst verbindende Tragstruktur aufweist, wobei das Lastaufnahmemittel
eine mit der Tragstruktur verbundene Lastträgeranordnung aufweist, und
- einer Einrichtung zur Reduzierung von Schwingungen, wobei das Flurförderzeug dadurch
gekennzeichnet ist, dass die Einrichtung zur Reduzierung von Schwingungen wenigstens
eine die Lastträgeranordnung zumindest bereichsweise oben überdeckende Lastenunterlage
aufweist, auf der eine von der Lasttragvorrichtung aufgenommenen Last abstützbar ist
und die begrenzt bewegbar an der Lastenträgeranordnung vorgesehen ist, so dass sie
Schwingungsreduzierungsbewegungen relativ zu der Lastenträgeranordnung ausführen kann.
[0010] Gemäß der vorliegenden Erfindung kann die Einrichtung zur Reduzierung von Schwingungen
unmittelbar an der Schnittstelle zwischen dem Lastaufnahmemittel und einer auf deren
Lastträgeranordnung aufgenommenen Last eine schwingungsreduzierende Ausgleichsbewegung
zulassen, so dass die auf der Lastenunterlage aufstehende Last zusammen mit der Lastenunterlage
schwingungsreduzierende Ausgleichsbewegungen auf der Lastträgeranordnung ausführen
kann. Grundsätzlich könnte die Lastenunterlage so an der Lastträgeranordnung angeordnet
sein, dass sie in verschiedenen Richtungen begrenzt bewegbar und ggf. sogar in gewissem
Maße um eine oder gegebenenfalls mehrere Achsen schwenkbar gelagert ist und ihre Masse
sowie die Masse einer etwaig darauf abgestützten Last von der Masse des Restfahrzeuges
"entkoppelt oder weich damit gekoppelt" ist.
[0011] Ein Grundgedanke der Erfindung besteht darin, die Lastenunterlage und jede darauf
abgestützte Last, d.h. deren Massen, und das Restfahrzeug, d.h. dessen Masse, nicht
starr miteinander zu koppeln, so dass die Lastenunterlage mit darauf abgestützter
Last beschleunigten Bewegungen, wie sie bei Hubmastschwingungen auftreten, vorzugsweise
nur indirekt, verzögert und phasenverschoben folgen können und dabei Bewegungsenergie
in eine andere Energieform, insbesondere Wärme, umgewandelt wird.
[0012] Vorzugsweise umfasst die Lastträgeranordnung wenigstens eine Lasttragzinke, besonders
bevorzugt eine Lasttraggabel mit Lasttragzinken, an welcher die Lastenunterlage zur
Ausführung von Schwingungsreduzierungsbewegungen relativ dazu gehalten ist. Bei einer
besonders einfach zu realisierenden Ausführungsform der Erfindung ist die Lastenunterlage
ausschließlich oder zumindest hauptsächlich in Haupterstreckungsrichtung (Längsrichtung)
der Lasttragzinken begrenzt bewegbar.
[0013] Gemäß einer Weiterbildung dieser Ausführungsform der Erfindung ist eine Lasttraggabel
mit einem Lasttragzinkenpaar als Lastträgeranordnung vorgesehen, wobei jede der Lasttragzinken
einen ihr zugeordneten Abschnitt der Lastenunterlage trägt und wobei die Abschnitte
der Lastenunterlage zur begrenzten Bewegung in Längsrichtung der Lasttragzinken an
diesen geführt sind, so dass die Abschnitte der Lastenunterlage Schwingungsreduzierungsbewegungen
in Längsrichtung der Lasttragzinken ausführen können. Bei einer solchen Ausführungsform
der Erfindung kann die Lastenunterlage somit in gesonderte Abschnitte unterteilt sein.
Zur Führung der Abschnitte der Lastenunterlage kann es gemäß einer bevorzugten Variante
der Erfindung vorgesehen sein, dass jede der Lasttragzinken an ihrer Oberseite und
an beiden dazu benachbarten Lateralseiten von einem jeweiligen zugeordneten Abschnitt
der Lastenunterlage nach außen überdeckt ist. Dabei können die so die Lasttragzinken
mehrseitig umgebenden Abschnitte der Lastenunterlage an den Lasttragzinken in ihrem
Bewegungsbereich vor- und zurück rutschen, dies z.B. in Bezug auf eine Vorzugsruhestellung
bzw. Nulllage.
[0014] Gemäß einer Ausführungsform der Erfindung kann es vorgesehen sein, dass die Abschnitte
der Lastenunterlage im Wesentlichen ausschließlich gleitend an den Lasttragzinken
bewegbar geführt sind, wobei wenigstens eine der aneinander gleitenden Flächen einen
Reibbelag aufweisen kann, um eine Bremswirkung bei der Bewegung der Abschnitte der
Lastenunterlage relativ zu den Lasttragzinken zu erzeugen. Solche Reibbeläge können
beispielsweise an wenigstens einer von einander berührend gegenüberliegenden Lateralseitenflächen
eines Abschnittes der Lastenunterlage und einer Lasttragzinke vorgesehen sein. Ganz
allgemein können Endanschläge vorgesehen sein, die den Bewegungsbereich der Lastenunterlage
begrenzen.
[0015] Gemäß einer anderen Ausführungsform der Erfindung sind die Abschnitte der Lastenunterlage
auf Rollen abgestützt, die an den Lasttragzinken drehbar gelagert sind, so dass die
Abschnitte der Lastenunterlage unter Drehung der Rollen Schwingungsreduzierungsbewegungen
relativ zu den Lasttragzinken ausführen können. Auch diese Ausführungsform der Erfindung
lässt Varianten zu. Eine dieser Varianten könnte darin bestehen, dass die Rollen relativ
schwergängig gelagert sind, so dass sie eine Bremswirkung auf die Bewegungsdynamik
der Abschnitte der Lastenunterlage haben, wobei dies auch noch in Abhängigkeit von
der Masse einer aufgenommenen Last variierbar sein kann.
[0016] Zusätzlich oder alternativ könnten die Rollen auch so ausgestaltet und gelagert sein,
dass eine federnde Rückstellkraft beispielsweise einer Drehfeder, z.B. Spiralfeder,
auf sie wirkt, wobei die Rückstellkraft die betreffende Rolle zu einer Vorzugsruhedrehstellung
hin belastet.
[0017] Gemäß einer weiteren Variante könnten die Rollen auch leichtgängig gelagert sein
und eine schwingungsmindernde Bewegungsbeeinflussung der Lastenunterlage mittels anderer
Einrichtungen vorzunehmen sein.
[0018] So kann beispielsweise ein die Bewegung der Lastenunterlage relativ zur Lastenträgeranordnung
beeinflussendes passives oder/und aktives Dämpfungssystem mit der Lastenträgeranordnung
gekoppelt sein. Ein solches Dämpfungssystem kann an geeigneter Stelle der Lasttragvorrichtung,
z.B. an Vertikalabschnitten von Lasttragzinken (Zinkenrücken) oder an einem Gabelträger
angeordnet sein.
[0019] Insbesondere in der Ausführungsform als passives Dämpfungssystem umfasst dieses vorzugsweise
eine Reibungsdämpfungsanordnung. Reibungsdämpfungsanordnungen sind in diversen Ausführungsformen
realisierbar, so z.B. als Reibungsklammer-Reibungsschiene-Paar, wobei eine der Komponenten
eines solchen Paares an der Lastenträgeranordnung-und die andere Komponente an der
Lastenunterlage angekoppelt sein sollte.
[0020] Eine für die vorliegende Erfindung in Frage kommende Reibungsdämpfungsanordnung kann
gemäß einer Ausführungsform wenigstens einen hydraulischen oder/und pneumatischen
Reibungsdämpfungszylinder umfassen.
[0021] Vorzugsweise umfasst das Dämpfungssystem ferner eine Federanordnung, die so eingestellt
ist, dass sie die Lastenunterlage, also beispielsweise die auf Lasttragzinken aufgenommenen
Abschnitte der Lastenunterlage zu einer Soll-Ruhestellung (Nulllage) hin belasten
oder vorspannen.
[0022] Auch kann es vorgesehen sein, dass eine Bewegung der Lastenunterlage relativ zur
Lasttragzinke bis zum Stillstand außerhalb der Nullposition durch Reibung (oder ggf.
an einem Anschlag) gebremst wird und die Reibungsbremse dann gelüftet wird, so dass
dann die Lastenunterlage mittels Federkraft oder und durch einen Stellantrieb wieder
in eine Nullposition gebracht wird.
[0023] Gemäß einer weiteren Ausführungsform der Erfindung umfasst das Dämpfungssystem wenigstens
eine aktive Komponente, insbesondere wenigstens einen steuerbaren hydraulischen oder/und
pneumatischen Zylinder oder/und wenigstens einen steuerbaren Elektromotor, vorzugsweise
einen Servomotor, wobei die aktive Komponente des Dämpfungssystems zwischen der Lastenträgeranordnung,
also z.B. zwischen einer Lasttraggabel oder einer Lasttragzinke davon und der Lastenunterlage
bzw. wenigstens einem der Abschnitte davon wirksam ist, um die Lastenunterlage in
schwingungsreduzierende Weise zu beaufschlagen. Dabei werden die zur Schwingungsreduzierung
entkoppelten bzw. weich gekoppelten Massen der Lastenunterlage mit darauf stehender
Last und der Lasttragvorrichtung aktiv und dynamisch tendenziell in ihrer Nullposition
zueinander gehalten.
[0024] Eine Steuerungseinrichtung ist in einem aktiven System vorgesehen, um die aktiven
Komponenten zu steuern. Ferner können Sensoren vorgesehen sein, die Schwingungsamplituden
des Hubgerüstes oder daran höhenbeweglich angeordneten Komponenten erfassen, wobei
die Steuerungseinrichtung Daten dieser Sensoren verarbeiten kann, um die aktiven Komponenten
im Sinne einer optimierten Schwingungsreduzierung zu steuern. In diesem Sinne können
auch Sensoren vorgesehen sein, die die Relativbewegung der Lastenunterlage relativ
zur Lastenträgeranordnung erfassen.
[0025] Wie oben bereits dargelegt, kann die vorliegende Erfindung insbesondere bei einem
Seitenstapler, insbesondere in der Bauform als Hochregalstaplerfahrzeug, vorteilhaft
eingesetzt werden, um Querschwingungen des Hubgerüstes und daran höhenbeweglich angeordneter
Komponenten, d.h. Schwingungen mit Komponenten quer zur Geradeausfahrtrichtung des
Flurförderzeugs, zu reduzieren. Demgemäß ist das Flurförderzeug bevorzugt als Seitenstapler,
insbesondere Dreiseitenstapler, ausgebildet, welcher als Lastträgeranordnung eine
Lasttraggabel mit Lasttragzinken aufweist, welche quer zur Geradeausfahrtrichtung
des Flurförderzeugs orientiert bzw. ausrichtbar sind, wobei die Lastenunterlage Schwingungsreduzierungsbewegungen
längs der Lasttraggabelzinken und somit quer zur Geradeausfahrtrichtung des Flurförderzeugs
ausführen kann.
[0026] Damit soll jedoch nicht unbedingt eine Ausführungsform der Erfindung ausgeschlossen
sein, bei der es sich um ein Flurförderzeug mit in Geradeausfahrtrichtung orientierten
Lasttraggabelzinken handelt.
[0027] Die Einrichtung zur Reduzierung von Schwingungen kann gemäß einer Weiterbildung der
Erfindung wahlweise aktivierbar und deaktivierbar sein. Hierzu kann eine steuerbare
Verriegelungsvorrichtung vorgesehen sein, welche die Lastenunterlage mit der Lastträgeranordnung
im deaktivierten Zustand der Einrichtung zur Reduzierung von Schwingungen im Wesentlichen
starr koppelt, und welche die Lastenunterlage aus der starren Kopplung freigibt, wenn
die Einrichtung zur Reduzierung von Schwingungen aktiviert wird.
[0028] Gemäß einer Ausführungsform der Erfindung ist die Einrichtung zur Reduzierung von
Schwingungen in Abhängigkeit vom jeweiligen Betriebszustand des Flurförderzeugs steuerbar,
insbesondere aktivierbar bzw. deaktivierbar. Die Steuerung der Einrichtung zur Reduzierung
von Schwingungen kann je nach Ausgestaltung dieser Ausführungsform z.B. in Abhängigkeit
von der Fahrbeschleunigung oder/und Fahrgeschwindigkeit des Flurförderzeugs, von der
jeweiligen Hubhöhe der Lasttragvorrichtung, der Masse der Last, von der Ausrichtung
von Lasttraggabelzinken, von Stößen, etwa bei Fahrbahnunebenheiten, usw. erfolgen,
wobei Sensoren oder sonstige Erfassungsmittel zur Erfassung dieser Parameter vorgesehen
sind. So kann gemäß einer Variante der Erfindung die Steuerung der Einrichtung zur
Reduzierung von Schwingungen die "Starrheit bzw. Härte" der Kopplung zwischen der
Lastenunterlage und der Lastträgeranordnung in Abhängigkeit von einem oder mehreren
dieser Parameter ändern. Je weniger Schwingungsreduzierungsbedarf gegeben ist, desto
starrer bzw. härter kann die Kopplung zwischen Lastenunterlage und Lastträgeranordnung
beispielsweise eingestellt werden.
[0029] Soll die Einrichtung zur Reduzierung von Schwingungen beispielsweise nur zur Reduzierung
von Querschwingungen wirksam werden, so kann es vorgesehen sein, dass sie in Abhängigkeit
von der Ausrichtung der Lasttraggabelzinken oder/und in Abhängigkeit von der Hubhöhenstellung
der Lasttraggabelzinken oder/und nur bei Aufenthalt des Flurförderzeugs im Schmalgang
steuerbar ist, so dass sie beispielsweise im Schmalgang bei Querstellung der Lasttraggabelzinken
relativ zur Geradeausfahrtrichtung des Flurförderzeugs wirksam ist.
[0030] Ausführungsbeispiele der Erfindung werden nachstehend unter Bezugnahme auf die Figuren
erläutert.
Figur 1 zeigt in einer Seitenansicht ein Ausführungsbeispiel eines Flurförderzeugs
nach der Erfindung, welches als Dreiseiten-Hochregalstapler ausgebildet ist.
Figur 2a zeigt einen dem Dreiseiten-Hochregalstapler aus Figur 1 sehr ähnlichen Dreiseiten-Hochregalstapler
nach der Erfindung in einer perspektivischen Darstellung.
Figur 2b zeigt einen in Figur 2a mit B gekennzeichneten Bereich in vergrößerter Darstellung,
wobei ein Lastenauflageabschnitt mit einem Ausbruch dargestellt ist, um Rollen erkennbar
zu machen.
Figur 3a zeigt in einer Schnittseitenansicht mit der in Figur 3b bei A-A angedeuteten
Schnittebene eine Lasttragzinke mit darauf aufsitzendem Lastenauflageabschnitt.
Figur 3b zeigt einen Schnitt durch die Anordnung aus Figur 3a mit der in Figur 3a
bei B-B gekennzeichnet Schnittebene.
Figur 3c zeigt die Anordnung aus Figur 3b, nämlich ein Lasttragzinkenpaar mit darauf
aufsitzenden Lastenauflageabschnitten, die eine Palette untergreifen.
Figur 4a und Figur 4b zeigen Seitenansichten einer Lasttragzinke mit Zinkenrücken
und einem auf der Lasttragzinke aufsitzenden Lastenauflageabschnitt und mit Komponenten
eines Schwingungsdämpfungssystems, die seitlich an dem Zinkenrücken angeordnet sind,
wobei der Lastenauflageabschnitt in Figur 4a in einer Nullposition- und in Figur 4b
in einer ausgelenkten Position dargestellt ist.
[0031] Figur 1 zeigt in einer Seitenansicht ein Ausführungsbeispiel eines Flurförderzeugs
nach der Erfindung, nämlich einen Hochregalstapler, der als Dreiseitenstapler ausgebildet
ist.
[0032] Das Flurförderzeug weist ein über Räder 2 am Fahruntergrund 4 abgestütztes Chassis
6 und ein an dem Chassis 6 aufrecht stehend befestigtes Hubgerüst 8 auf. Das Hubgerüst
8 ist mehrteilig teleskopisch ausfahrbar ausgebildet, wie dies in Figur 1 anhand der
mit gestrichelten Linien gezeigten Ausfahrstellung zu erkennen ist. An der am weitesten
ausfahrbaren Teleskopstufe 10 des Hubgerüstes 8 ist ein Fahrerplatz 12 vermittels
eines Fahrerplatzträgers 24 als Tragstruktur vertikal verfahrbar angebracht. Der Fahrerplatz
12 ist als hebbare Fahrerkabine ausgestaltet, die einen Rahmen mit Kabinenboden, Rückwand,
Wangen und Fahrerschutzdach 22 aufweist. In Front des Fahrerplatzes 12 ist am Fahrerplatzträger
24 eine Seitenschubrahmenführung 26 befestigt, die im Beispielsfall aus zwei feststehenden
vertikalen Holmen 28 gebildet ist, die an ihren Enden Führungsprofile 30 und darin
längs verschiebbare Halteschienen 32 für den Seitenschubrahmen 34 aufweisen.
[0033] Die Seitenschubrahmenführung 26 erlaubt ein seitlich horizontales Verschieben des
Seitenschubrahmens 34 in einer Ebene quer zur Geradeausfahrtrichtung G des Flurförderzeuges
(Überschubfunktion). Hierbei handelt es sich um eine spezielle Option des in Fig.
1 gezeigten Flurförderzeugs. Der Seitenschubrahmen 34 kann bei Modellen ohne Überschubfunktion
unmittelbar an der Tragstruktur 24 (insbesondere vorne am Fahrerplatzträger) fixiert
sein.
[0034] An dem Seitenschubrahmen 34 ist eine an sich bekannte Lasttragvorrichtung 36 seitlich
quer zur Geradeausfahrtrichtung G des Flurförderzeugs verschiebbar angeordnet. Sie
umfasst ein an dem Seitenschubrahmen 34 verfahrbares Schwenkschubgerät 38 mit einem
vorne daran angeordneten Zusatzhubgerüst 40, an welchem als Lastträgeranordnung eine
Lasttraggabel 42 mit einer Gabelträgeranordnung vertikal verfahrbar ist. Das Zusatzhubgerüst
40 ist zusammen mit der Lasttraggabel 42 um die Hochachse 44 zwischen der in Fig.1
gezeigten Stellung mit seitlicher Ausrichtung der Lasttraggabel 42 bzw. deren Lasttragzinken
43 (Querausrichtung nach links in Bezug auf die Geradeausfahrtrichtung G) und einer
Stellung mit entgegengesetzter seitlicher Ausrichtung (Querausrichtung nach rechts)
der Lasttragzinken 43 schwenkbar.
[0035] Besonderheit des Flurförderzeugs nach der Erfindung ist eine Einrichtung zur Reduzierung
von Schwingungen, welche dazu eingerichtet ist, Schwingungen mit Auslenkungskomponenten
in Längsrichtung der Lasttraggabelzinken 43 zu reduzieren. Hierzu ist in dem gezeigten
Ausführungsbeispiel eine in zwei Abschnitte 50a und 50b unterteilte Lastenunterlage
50 vorgesehen, die relativ zu der Lastenträgeranordnung 41 und den zugehörigen Gabelzinken
43 begrenzt bewegbar ist. Die Lastenunterlage 50 bildet eine zu Schwingungsreduzierungsbewegungen
in Längsrichtung der Lasttraggabelzinken 43 fähige Schnittstelle zwischen der Lasttraggabel
42 und einer darauf aufgenommenen Last (nicht gezeigt). Jeder der Lasttraggabelzinken
43 ist ein jeweiliger Abschnitt 50a bzw. 50b der Lastenunterlage zugeordnet. Jeder
Abschnitt 50a und 50b der Lastenunterlage ist ein auf der ihm zugeordneten Lasttraggabelzinke
43 aufsitzender und daran zur begrenzten Bewegung in deren Längsrichtung geführter
Hülsenkörper, der die Lasttraggabelzinke 43 zumindest an deren Oberseite 52 und an
den daran angrenzenden Lateralseiten 54 nach außen überdeckt.
[0036] Das in Figur 2a perspektivisch dargestellte Flurförderzeug ist ebenfalls ein Dreiseitenstapler
mit einer Einrichtung zur Reduzierung von Schwingungen, welcher sich für die Zwecke
der Erläuterung der Erfindung von dem in Figur 1 gezeigten Flurförderzeug nur unwesentlich
unterscheidet. Die in Bezug auf das Flurförderzeug in Figur 1 gemachten Aussagen treffen
in gleicher Weise auch auf das Flurförderzeug in Figur 2 zu. Merkmale in Figur 2a,
die gegenständlich oder funktional Merkmalen in Figur 1 entsprechen, sind mit korrespondierend
gleichen Bezugszeichen wie die betreffenden Merkmale in Figur 1 markiert.
[0037] In Figur 2a und insbesondere in Figur 2b, welche das in Figur 2a bei B angedeutete
Detail vergrößert darstellt, sind einige Details der Einrichtung zur Reduzierung von
Schwingungen besser zu erkennen. Die Einrichtung zur Reduzierung von Schwingungen
weist auch bei dem Flurförderzeug nach Figur 2a gleichartige Hülsenkörper 50a, 50b
als Abschnitte der Lastenunterlage 50 auf, welche jeweils eine Gabelzinke 43 an der
Oberseite 52 und an den Lateralseiten 54 nach außen hin überdecken. Unterseitig müssen
die Abschnitte 50a, 50b der Lastenunterlage 50 nicht geschlossen sein. Diesbezüglich
reicht ein unterseitiger Umgriff, der ein Abheben des jeweiligen Abschnittes 50a,
50b von der ihm zugeordneten Lasttragzinke 43 unterbindet (vergleiche hierzu auch
die Figuren 3a-3c).
[0038] An beiden Lateralseiten 54 weist jede Lasttragzinke 43 einen Satz Rollen 56 auf,
die um parallel zueinander verlaufende, horizontale Drehachsen 58 drehbar an der jeweiligen
Lasttragzinke 43 befestigt sind und den betreffenden Abschnitt 50a oder 50b an dessen
der Oberseite 52 der Lasttragzinke 43 zugewandten Fläche 53 abstützen, so dass die
Abschnitte 50a 50b der Lastenunterlage 50 unter Drehung der Rollen 56 Schwingungsreduzierungsbewegungen
relativ zu den Lasttragzinken 43,43 ausführen können. In Figur 2a und Figur 2b ist
einer der Lastenauflageabschnitte 50a mit einer ausgebrochenen Stelle dargestellt,
um die Rollen 56 erkennbar zu machen.
[0039] Das Prinzip der Rollenabstützung der Abschnitte 50a, 50b an den Gabelzinken 43 ist
auch in den Schnittdarstellungen in den Figuren 3a-3c zu erkennen. Die obersten Stellen
der Rollen 56 liegen etwas höher als die Oberseite 52 der Gabelzinken, so dass die
Fläche 53 der Abschnitte 50a, 50b vorzugsweise ausschließlich an den Rollen abgestützt
ist. Die Abschnitte 50a, 50b umgreifen mit ihren lateralseitigen Wangen 60 die Rollen
56 an deren seitlich nach außen weisenden Stirnflächen, wobei von den lateralseitigen
Wangen 60 an deren unteren Enden Umgriffsabschnitte 62 abstehen, welche die Rollen
56 unter Belassung eines kleinen Abstandes untergreifen, so dass die Abschnitte 50a,
50b der Lastenunterlage 50 an der jeweiligen Lasttragzinke 43 gegen Abheben gesichert
und in Längsrichtung der Lasttragzinken 43 bewegbar geführt sind.
[0040] Die Abschnitte 50a, 50b sind durch ein die Bewegung der Lastenunterlage 50 relativ
zur Lastenträgeranordnung 41 (Lasttraggabel 42) beeinflussendes Dämpfungssystem 64
mit der Lastenträgeranordnung 41 gekoppelt. Das Dämpfungssystem 64 umfasst für jeden
Abschnitt 50a, 50b der Lastenunterlage 50 einen jeweiligen hydraulischen Dämpfungszylinder
(gegebenenfalls auch Stellgliedzylinder) 70 und eine Schraubenfeder 72, die in dem
Ausführungsbeispiel gemäß Figur 2a - 2b, 3a - 3c im Wesentlichen parallel zueinander
angeordnet sind und jeweils einen Vertikalabschnitt 66 (Rücken) einer betreffenden
Lasttragzinke 43 mit einer rückseitigen Anschlagplatte 68 eines zugeordneten Abschnittes
50a bzw. 50b verbinden. Gemäß einer Variante der Einrichtung zur Reduzierung von Schwingungen
bilden der Dämpfungszylinder 70 und die Feder 72 ein passives Dämpfungssystem. Die
Feder 72 ist so ausgelegt, dass sie den jeweiligen Abschnitt 50a bzw. 50b der Lastenunterlage
50 zu einer Soll-Ruhestellung hin zu drängen sucht, sollte der Abschnitt 50a bzw.
50b etwa bei seinen Schwingungsausgleichsbewegungen aus dieser Soll-Ruhestellung heraus
ausgelenkt sein. Der Dämpfungszylinder 70 ist so ausgelegt, dass er eine Bremswirkung
auf Schwingungsbewegungen des mit ihm verbundenen Abschnittes 50a bzw. 50b der Lastenunterlage
50 ausübt, um Bewegungsenergie in eine andere Energieform, insbesondere Wärme, umzuwandeln,
so dass eine Schwingungsdämpfung von Schwingungen des Flurförderzeugs, insbesondere
des Hubgerüstes 8, mit Schwingungskomponenten in Längsrichtung der Lasttragzinken
43 stattfindet. Bei Querstellung der Lasttragzinken 43 findet somit bei einem Seitenstapler
eine Reduzierung von Querschwingungen statt.
[0041] In den Figuren 4a und 4b ist in einer Seitenansicht eine Variante eines Dämpfungssystems
64x aus einem Zylinder 70x und einem Federpaar 72x an einer Lasttragzinke mit einem
zugeordnetem Abschnitt 50a der Lastenunterlage dargestellt, und zwar in einer Soll-Ruhestellung
des Abschnittes 50a (Figur 4a) und in einer Auslenkungsstellung des Abschnittes 50a
(Figur 4b). Der Abschnitt 50a erstreckt sich mit einem Ausleger 73 bis in den Bereich
des vertikalen Abschnitts oder Rückens 66 der Lasttragzinke und steht dort gelenkig
mit einem Hebelarm 75 eines seitlich an dem Rücken 66 um eine horizontale Achse drehbar
gelagerten zweiarmigen Hebels 76 in Verbindung. Der zweite Arm 78 des Hebels 76 wirkt
auf das Federpaar 72x, welches den Hebel 76 und damit den Abschnitt 50a der Lastenunterlage
zu einer mittleren Soll-Ruhelageposition hin beaufschlagt. Hierzu ist der zweite Arm
78 des Hebels 76 an der Verbindungsstelle 80 des Federpaares mit dem Federpaar verbunden.
Ferner steht der zweite Arm 78 des Hebels 76 an der Verbindungsstelle 80 mit dem Kolbenstangenende
82 des hydraulischen Dämpfungszylinders 70x in Verbindung, der andererseits an dem
Lasttragzinkenrücken 66 seitlich angelenkt ist. Anstelle des Dämpfungszylinders 70x
oder zusätzlich dazu könnte eine gesonderte Reibungsdämpfungsanordnung mit einem Reibungselementepaar,
beispielsweise aus einer Reibungslasche oder Reibungsschiene und einer Reibungsklammer,
vorgesehen sein, welche Reibbeläge aufweisen können und beispielsweise zwischen dem
Hebel 76 und dem Lasttragzinkenrücken 66 reibend wirken.
[0042] Eine Variante der Einrichtung zur Reduzierung von Schwingungen gemäß Figur 4a und
4b könnte darin bestehen, dass der jeweilige Hydraulikzylinder 70x als Stellantrieb
betreibbar ist, welcher den Abschnitt 50a der Lastenunterlage relativ zu der Lasttragzinke
aktiv bewegen kann und z.B. die Soll-Ruheposition (Nulllage) wiederherstellt, wenn
das Federpaar 72x alleine hierzu nicht in der Lage sein sollte. Die Soll-Ruheposition
(Nulllage) des Abschnitts 50a kann mittels (nicht gezeigter) Sensoren überwacht werden,
welche mit einer Steuereinrichtung in Verbindung stehen, die ihrerseits zur Steuerung
des Stellantriebs dient. Auch die maximal zulässige relative Bewegung zwischen dem
Abschnitt 50a der Lastenunterlage und der Lasttragzinke 43 kann mittels (nicht gezeigter)
Sensoren erfasst und überwacht und durch Anschlagmittel begrenzt werden.
[0043] Es sei darauf hingewiesen, dass gemäß Varianten der gezeigten Ausführungsbeispiele
die Steifigkeit der Federanordnungen 72 bzw. 72x oder/und die Reibungswirkung der
Reibungsdämpfungsanordnung bzw. Bremswirkung des Dämpfungszylinders 70 bzw. 70 x von
bestimmten Betriebsparametern oder Betriebsbedingungen des Flurförderzeugs abhängig
steuerbar sein können, um die Schwingungsdämpfungswirkung bedarfsweise zu modulieren.
[0044] Während der Fahrt des Flurförderzeugs in einem Schmalgang eines Hochregallagers sei
die Einrichtung zur Reduzierung von Schwingungen beispielsweise aktiviert, wobei die
Reibungsdämpfungsanordnung eine der aktuellen Situation angepasste Reibungswirkung
bereitstellt. Kommt es bei Fahrt über Bodenunebenheiten zu einer Querbeschleunigung
am Hubgerüst 8 und am Fahrerplatzträger 24 und somit an den quer zur Geradeausfahrtrichtung
G ausgerichteten Lasttragzinken, so wird über die Reibungsdämpfungsanordnung und die
Federanordnung 72x die Querbeschleunigung auf die Lastenunterlage und eine etwaige
darauf abgestützte Last übertragen. Überschreitet die Trägheitskraft der "entkoppelt
bzw. weich gekoppelten" Massen den Wert der eingestellten Reibkraft und der parallel
wirkenden Federkraft, so kommt es zu einer Relativbewegung zwischen der Lastenunterlage
und den Lasttragzinken. Diese relativ zur Soll-Ruhelage hin-und hergehende Relativbewegung
reduziert die Gesamt-Schwingungsamplitude und es wird kinetische Energie in der Reibungsdämpfungsanordnung
vorwiegend in Wärme umgewandelt.
[0045] Es sei darauf hingewiesen, dass gemäß einer Variante der Einrichtung zur Reduzierung
von Schwingungen mit wenigstens einer aktiven Komponente der in Figur 4a und Figur
4b gezeigte Zylinder 70x als aktiv gesteuerter und dynamisch wirkender Stellantrieb
eine solche aktive Komponente bildet, um die Lastenunterlage 50 in schwingungsreduzierender
Weise zu beaufschlagen.
[0046] Auch der Zylinder 70 in den Figuren 3a-3c könnte in einer entsprechend Ausführungsform
ein aktiver Stellzylinder sein.
[0047] Eine Steuerungseinrichtung ist in einem solchen aktiven System vorgesehen, um die
aktiven Komponenten zu steuern. Ferner können Sensoren vorgesehen sein, die Schwingungsamplituden
des Hubgerüstes oder daran höhenbeweglich angeordneter Komponenten erfassen, wobei
die Steuerungseinrichtung Daten dieser Sensoren verarbeiten kann, um die aktiven Komponenten
im Sinne einer optimierten Schwingungsreduzierung zu steuern. In diesem Sinne können
auch Sensoren vorgesehen sein, die die Relativbewegung der Lastenunterlage relativ
zur Lastenträgeranordnung erfassen.
[0048] Wenngleich als Ausführungsbeispiel der Erfindung ein man-up-Flurförderzeug mit vertikal
verfahrbarem Fahrerplatz beschrieben wurde, so soll die Erfindung nicht darauf beschränkt
sein. Sie ist gleichermaßen bei sog. man-down-Fahrzeugen mit festem bodennahem Fahrerplatz.
oder "fahrerlosen" Flurförderzeugen, z. B. automatischen Regalbediengeräten, anwendbar.
1. Flurförderzeug mit
- einem Hubgerüst (8),
- einer daran auf-und abwärts bewegbaren Lasttragvorrichtung (36), welche wenigstens
ein Lastaufnahmemittel zur Aufnahme einer zu transportierenden Last und eine das Lastaufnahmemittel
mit dem Hubgerüst (8) verbindende Tragstruktur (24) aufweist, wobei das Lastaufnahmemittel
eine mit der Tragstruktur (24) verbundene Lastträgeranordnung (41) aufweist, und
- einer Einrichtung zur Reduzierung von Schwingungen,
dadurch gekennzeichnet, dass die Einrichtung zur Reduzierung von Schwingungen wenigstens eine die Lastträgeranordnung
(41) zumindest bereichsweise oben überdeckende Lastenunterlage (50) aufweist, auf
der eine von der Lasttragvorrichtung (36) aufgenommenen Last abstützbar ist und die
begrenzt bewegbar an der Lastenträgeranordnung (41) vorgesehen ist, so dass sie Schwingungsreduzierungsbewegungen
relativ zu der Lastenträgeranordnung (41) ausführen kann.
2. Flurförderzeug nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, dass die Lastträgeranordnung (41) wenigstens eine Lasttragzinke (43), vorzugsweise eine
Lasttraggabel mit Lasttragzinken, umfasst, an welcher die Lastenunterlage (50) zur
Ausführung von Schwingungsreduzierungsbewegungen relativ dazu gehalten ist.
3. Flurförderzeug nach Anspruch 2, dadurch gekennzeichnet, dass die Lastträgeranordnung (41) eine Lasttraggabel (42) mit einem Lasttragzinkenpaar
(43, 43) umfasst und dass jede der Lasttragzinken (43) einen ihr zugeordneten Abschnitt
(50 a, 50b) der Lastenunterlage (50) trägt, wobei die Abschnitte (50 a, 50b) der Lastenunterlage
(50) zur begrenzten Bewegung in Längsrichtung der Lasttragzinken (43) an diesen geführt
sind, so dass die Abschnitte (50 a, 50b) der Lastenunterlage (50) Schwingungsreduzierungsbewegungen
in Längsrichtung der Lasttragzinken (43) ausführen können.
4. Flurförderzeug nach Anspruch 3, dadurch gekennzeichnet, dass jede der Lasttragzinken (43,43) an ihrer Oberseite (52) und an beiden dazu benachbarten
Lateralseiten (54) von einem jeweiligen zugeordneten Abschnitt (50a bzw. 50b) der
Lastenunterlage (50) nach außen überdeckt ist.
5. Flurförderzeug nach Anspruch 3 oder 4, dadurch gekennzeichnet, dass die Abschnitte (50a, 50b) der Lastenunterlage (50) auf Rollen (56) abgestützt sind,
die an den Lasttragzinken (43) drehbar gelagert sind, so dass die Abschnitte (50a,
50b) der Lastenunterlage (50) unter Drehung der Rollen (56) Schwingungsreduzierungsbewegungen
relativ zu den Lasttragzinken (43) ausführen können.
6. Flurförderzeug nach einem der vorhergehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, dass die Lastenunterlage (50) durch ein die Bewegung der Lastenunterlage (50) relativ
zur Lastenträgeranordnung (41) beeinflussendes passives oder/und aktives Dämpfungssystem
(64) mit der Lastenträgeranordnung (41) gekoppelt ist.
7. Flurförderzeug nach Anspruch 6, dadurch gekennzeichnet, dass das Dämpfungssystem (64) eine Reibungsdämpfungsanordnung umfasst.
8. Flurförderzeug nach Anspruch 7, dadurch gekennzeichnet, dass die Reibungsdämpfungsanordnung wenigstens einen hydraulischen oder/und pneumatischen
Reibungsdämpfungszylinder (70; 70x) umfasst.
9. Flurförderzeug nach wenigstens einem der Ansprüche 6 - 8, dadurch gekennzeichnet, dass das Dämpfungssystem (64) eine Federanordnung (72; 72x) umfasst.
10. Flurförderzeug nach einem der Ansprüche 6 - 9, dadurch gekennzeichnet, dass das Dämpfungssystem (64) wenigstens eine aktive Komponente umfasst, insbesondere
wenigstens einen steuerbaren hydraulischen oder/und pneumatischen Zylinder oder/und
wenigstens einen steuerbaren Elektromotor, vorzugsweise Servomotor, wobei die aktive
Komponente des Dämpfungssystems zwischen der Lastenträgeranordnung und der Lastenunterlage
wirksam ist, um die Lastenunterlage in schwingungsreduzierender Weise zu beaufschlagen.
11. Flurförderzeug nach einem der Ansprüche 1 - 10, dadurch gekennzeichnet, dass es als Seitenstapler, vorzugsweise Dreiseitenstapler, ausgebildet ist, welcher als
Lastträgeranordnung (41) eine Lasttraggabel (42) mit Lasttragzinken (43) aufweist,
welche quer zur Geradeausfahrtrichtung (G) des Flurförderzeugs positioniert bzw. ausrichtbar
sind, wobei die Lastenunterlage (50) Schwingungsreduzierungsbewegungen längs der Lasttragzinken
(43) und somit quer zur Geradeausfahrtrichtung (G) des Flurförderzeugs ausführen kann.
12. Flurförderzeug nach einem der vorhergehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, dass die Einrichtung zur Reduzierung von Schwingungen wahlweise aktivierbar und deaktivierbar
ist.
13. Flurförderzeug nach Anspruch 12, dadurch gekennzeichnet, dass die Einrichtung zur Reduzierung von Schwingungen in Abhängigkeit vom jeweiligen Betriebszustand
des Flurförderzeugs oder/und in Abhängigkeit vom Aufenthalt des Flurförderzeugs in
bestimmten Umgebungen, z. B. in einem Schmalgang, automatisch aktivierbar bzw. deaktivierbar
ist.
14. Flurförderzeug nach Anspruch 11, 12 und 13, dadurch gekennzeichnet, dass die Einrichtung zur Reduzierung von Schwingungen in Abhängigkeit von der Ausrichtung
der Lasttragzinken (43) oder/und in Abhängigkeit von der Hubhöhenstellung der Lasttragzinken
(43) oder/und in Abhängigkeit vom Aufenthalt des Flurförderzeugs in bestimmten Umgebungen,
z. B. in einem Schmalgang, steuerbar ist.