[0001] Die vorliegende Erfindung betrifft ein Verfahren und eine Vorrichtung zum Herstellen
und Kodieren von Metallpulver sowie ein Kodierungsgas zum Kodieren von Metallpulver.
[0002] Es gibt zahlreiche Verfahren, um Metallpulver herzustellen. Dazu gehören das mechanische
Zerkleinern von festem Metall, das Ausscheiden aus Salzlösungen, die thermische Zersetzung
einer chemischen Verbindung, die Reduktion einer chemischen Verbindung, meist des
Oxides in fester Phase, das elektrolytische Abscheiden und die Verdüsung von flüssigem
Metall. Die drei letztgenannten Verfahren werden in der Praxis am häufigsten zur Herstellung
von Metallpulver verwendet.
[0003] Bei der Verdüsung wird geschmolzenes Metall in kleine Tröpfchen zerteilt und rasch
erstarrt, bevor die Schmelzetröpfchen in Kontakt miteinander oder mit einer festen
Oberfläche kommen. Das Prinzip dieses Verfahrens beruht auf der Zerteilung eines dünnen,
flüssigen Metallstrahls durch einen mit hoher Geschwindigkeit auftreffenden Gas- oder
Flüssigkeitsstrom. Luft, Stickstoff und Argon sind die meistgenutzten Gase, als Flüssigkeit
wird vor allem Wasser eingesetzt.
[0004] Auch andere Verfahren zur Schmelzezerteilung finden zunehmend Anwendung, wie z.B.
die Zentrifugalverdüsung, bei der Schmelzetröpfchen von einer rotierenden Quelle weggeschleudert
werden.
[0005] Während die Wasserverdüsung insbesondere für die Herstellung von Pulvern aus Eisen,
Stahl, Kupfer und Kupferlegierungen eingesetzt wird erfolgt die Verdüsung von Aluminium
und Zink überwiegend, die von Kupfer teilweise unter Luft.
[0006] Für die Druckluftverdüsung wird zunächst eine Schmelze des zu verdüsenden Metalls
oder der zu verdüsenden Legierung aufgebaut und entsprechend überhitzt. Diese überhitzte
Schmelze läuft meist über einen zweiten kleineren Tiegel oder einen Eingießtrichter
und bildet dort einen Schmelzestrahl aus, der senkrecht durch eine Düsenkonstruktion
fällt. Der Schmelzestrahl wird durch ein Gas (Trägergas) zerstäubt und die entstehenden
Tröpfchen erstarren in einer Verdüsungskammer in der Bewegung. In der Verdüsungskammer
und/oder in nachgeschalteten Gasreinigungsanleitung (Zyklone, Filter) wird das Metallpulver
vom Trägergas getrennt.
[0007] Bei der industriellen Stahlpulvergewinnung durch Wasserverdüsung werden bevorzugt
niedriggekohlte, im LD-Verfahren hergestellte, Stahlschmelzen verwendet. Eine weitere
Möglichkeit zur Stahlpulvergewinnung besteht darin, sortierten Schrott zu verwenden
und diesen in einem Lichtbogenofen zu schmelzen.
[0008] Hochreine Pulver aus Sonderstahl, Superlegierungen und anderen hochlegierten bzw.
oxidationsempfindlichen Werkstoffen lassen sich vorteilhaft durch Verdüsung mit Inertgas
herstellen. Dieses Verfahren liefert meist kugelförmige Pulver, die für das konventionelle
mechanische Pressen von Formteilen kaum, für eine Verarbeitung durch isostatisches
Pressen und Pulverspritzgießen hervorragend geeignet sind.
[0009] Großtechnisch wird häufig das ASEA-STORA-Verfahren zur Verdüsung von Schnellarbeitsstahlschmelzen
angewendet. Durch Verwendung von gereinigtem Inertgas, wie z.B. N
2 und Ar, und Arbeiten in einer geschlossenen Anlage lassen sich Pulver mit in etwa
100 ppm Sauerstoff erzeugen. Zur Erhöhung der Abkühlgeschwindigkeit der Metalltröpfchen
wird die Verdüsungskammer von außen gekühlt und für das Sammeln der Pulver ein wassergekühlter
Boden verwendet.
[0010] Ein anderes Verfahren umfasst die Verdüsung mit Gasen in einer Laval-Düse nach NANOVAL.
Für die Erzeugung reiner kugeliger Metallpulver aus reaktiven Metallen wie Titan oder
Zirkonium sind Verfahren vorteilhaft, die den Kontakt des schmelzflüssigen Metalls
mit keramischem Tiegelmaterial nicht zulassen, da dies zu einer Oxidation der Schmelze
und möglicherweise zur Zerstörung des Tiegels führen könnte. Daher erschmilzt man
das reaktive Metall induktiv oder mittels Plasma in einem gekühlten Kupfertiegel.
Zwischen Kupfertiegel und Schmelze bildet sich eine dünne erstarrte Schicht des zu
verdüsenden Metalls, welche eine Reaktion der Schmelze mit dem Tiegelmaterial wirkungsvoll
verhindert.
[0011] Eine andere Möglichkeit der keramikfreien Meiallverdüsung, die sich besonders für
reaktive Werkstoffe eignet und z. B. in der Herstellung von Titanpulver Verwendung
findet, stellt das EIGA-Verfahren dar. Bei diesem Verfahren wird das zu verdüsende
Metall bzw. die zu verdüsende Legierung als Elektrode in Stangenform senkrecht einer
ringförmigen Induktionsspule zugeführt und hier oberflächlich aufgeschmolzen. Um ein
gleichförmiges Anschmelzen zu gewährleisten, unterliegt die Stange während des Verfahrens
einer Drehbewegung. Die so erzeugte Schmelze tropft schließlich im freien Fall durch
eine Ringdüse, wird hier zerstäubt und erstarrt. Anschließend wird das Pulver in einen
Verdüsungsbehälter abgeschieden.
[0012] Ebenfalls für die Herstellung reiner sphärischer Titan- und titan-Legierungspulver
wird die Plasma-Verdüsung verwendet. Ein aus der zu verdüsenden Legierung gefertigter
Draht von ca. 3 mm Durchmesser wird einer Anordnung von drei Plasmabrennern zugeführt,
wo er in einem Schritt geschmolzen und zerstäubt wird. Durch die Reinheit des Ausgangsmaterials,
das Fehlen jeglichen Tiegelmaterials und das Schmelzen unter inerter Atmosphäre erhält
man ein Endprodukt höchster Reinheit.
[0013] Eine Zerteilung von Schmelzen unter Vakuum, die man vom Prinzip her auch der Verdüsung
zuordnen muss, ist mit Hilfe von Edelgasen oder Wasserstoff möglich. Die unter Druck
mit dem Gas angereicherte Schmelze wird in dünnem Strahl in eine evakuierte Kammer
gedrückt. Die Expansion des in der Schmelze gelösten Gases zerteilt diese in feine
Tröpfchen.
[0014] Häufig werden Metallpulver nach der Herstellung einer Glühbehandlung unterworfen.
Eine Reduktion der Pulver ist z.B. notwendig, wenn in Folge längerer oder ungünstiger
Lagerung (erhöhte Feuchtigkeit und Temperatur) die Pulverteilchen mehr oder weniger
oberflächlich oxidiert sind. Die Reduktion wird in herkömmlichen, auch für das Sintern
genutzten Öfen vorgenommen. Am häufigsten werden als Reduktionsatmosphäre reiner Wasserstoff
und Ammoniakspaltgas verwendet.
[0015] Ein übergreifendes Problem bei der Herstellung von Ausgangsmaterialien besteht darin,
dass es momentan nicht möglich ist, die Ausgangmaterialien, wie z.B. Metallpulver,
und somit auch daraus hergestellte Bauteile auf einfache und sichere Weise von Fälschungen
bzw. billigen Kopien zu unterscheiden. Es ist meist schwierig festzustellen, ob eine
[0016] Ausgangsmaterial oder ein Bauteil vom Originalhersteller (Original Equipment Manufacture
(OEM)) hergestellt ist oder ob ein Ausgangsmaterial oder ein Bauteil eine von einem
Dritten hergestellte Kopie ist, da diese sich auf Grund ihres Erscheinungsbildes kam
voneinander unterscheiden lassen. Jedoch können erhebliche qualitative Unterschiede
(Festigkeit, Elastizität, Härte, Porosität, Duktüität, etc.) bestehen.
[0017] Insbesondere ist problematisch, dass es bspw. das generative Fertigen ermöglicht
Bauteile ohne aufwändige Entwicklungs- oder Produktionskosten bzw. Herstellungsverfahren
in geringer Stückzahl einfach nachzubauen bzw. zu fälschen.
[0018] In der Industrie besteht der Bedarf an eindeutigen Kennzeichnungen der Ausgangsmaterialien,
um besonders bei Schadensfällen die Haftungsfrage klären zu können.
[0019] Bestehende Möglichkeiten zum Kodieren eines Bauteils mittels Prägen oder Gravieren
sind hinsichtlich der Geometrie oder der Funktionalität des Bauteils beschränkt. Beispielsweise
ist das Oberflächengravieren mittels Laser wirtschaftlich nur sinnvoll, wenn dieses
in den Herstellungsprozess integriert ist. Zudem erfordert es eine spezielle Positionierung
des Laserstrahls hinsichtlich seines Winkels bezüglich des Bauteils. Sogenannte DNA-paintings
sind leicht entfernbar. Zudem ist es bekannt, Bauteile mittels Radiofrequenzverfahren
zu identifizieren. Diese Technologie ist jedoch sehr teuer und insbesondere ist es
schwierig uns kostspielig, diese auf einzelne Bauteile aufzubringen. Daher markieren
Hersteller zumeist eine komplette Vorrichtung bzw. eine Maschine an einer einzelnen
Stelle und nicht jedes einzelne Bauteil dieser Maschine. Daher schützt eine derartige
Markierung einer kompletten Maschine nicht vor Fälschungen, wenn beispielsweise Ersatzteile
in diese Maschine eingebaut werden.
[0020] Aufgabe der vorliegenden Erfindung ist es daher, ein einfaches, sicheres und zuverlässiges
Verfahren zum Kodieren von Ausgangsmaterialien, insbesondere Metallpulver, bereitzustellen,
möglichst ohne zusätzliche Arbeitsschritte.
[0021] Diese Aufgabe wird durch die unabhängigen Ansprüche gelöst. Vorteilhafte Ausgestaltungen
sind in den Unteransprüchen angegeben.
[0022] Erfindungsgemäß ist ein Verfahren zum Kodieren von Metallpulver vorgesehen. Dieses
umfasst die folgenden Schritte:
Bereitstellen einer Schmelze,
Ausbilden eines Schmelzestrahls,
Verdüsen des Schmelzestrahls mittels eines Verdüsungsfluids, und
Ausbilden von Metallpulverpartikeln aus dem Schmelzestrahl.
[0023] Das Verfahren zeichnet sich dadurch aus, dass während des Verdüsens der Schmelze
und/oder dem Verdüsungsfluid eine Kodierungskomponente oder ein Kodierungsgas derart
zugesetzt ist, dass die Verwendung der Kodierungskomponente im Metallpulver detektierbar
ist, wobei die gasförmige Kodierungskomponente ein oder mehrere Isotope zumindest
eines Gases umfasst und der Anteil des zumindest einen Isotops gegenüber dem natürlich
vorkommenden Anteil dieses Isotops im Gas verändert ist und/oder wobei die gasförmige
Kodierungskomponente gasförmige Legierungselemente enthält
[0024] Mittels des erfindungsgemäßen Verfahrens ist es möglich, ein Metallpulver auf einfache
und kostengünstige Weise sicher und zuverlässig zu kodieren.
[0025] Insbesondere ist es vorteilhaft, dass zum Kodieren des Metallpulvers kein zusätzlicher
Fertigungsschritt notwendig ist. Das Kodieren erfolgt dadurch, dass während des Verdüsens
die Schmelze mit einer Kodierungskomponente beaufschlagt wird. Ist diese gasförmige
Kodierungskomponente chemisch aktiv, geht sie mit dem Metall eine Reaktion ein und
das Reaktionsprodukt (z.B. ein Oxid, Nitrid, Carbid) wird in die metallische Struktur
eingebettet. Aber auch Kodierungsmoleküle die nicht reagieren (weil z.B. die lokale
Temperatur zu niedrig ist) können in die kleinen Zwischenräume der körnigen Struktur
eingefangen werden. Dieser Mechanismus funktioniert auch bei inerten Gasen. Diese
können in ihrem Ursprungszustand im Bauteil gefangen bleiben.
[0026] Die Kodierungskomponente kann im Metallpulver und/oder im fertigen Bauteil beispielsweise
mittels chemischer Analyseverfahren oder mittels eines Massenspektrometers detektiert
werden. Das kann in einem Labor oder mit mobilen Geräten erfolgen.
[0027] Ein weiterer Vorteil besteht darin, dass die Produktionsparameter während der Herstellung
des Metallpulvers aufgrund des Kodierens nicht verändert oder angepasst werden müssen.
Zudem ist vorteilhaft, dass die Kodierung keinen zusätzlichen Produktionsschritt erfordert.
[0028] Weiterhin können Kodierungsinformationen protokolliert werden.
[0029] Unter Protokollieren kann das pulverspezifische Speichern der Daten in elektronischer
Form oder das Ausdrucken der Informationen auf einem Zertifikat, z.B. auch in maschinenlesbarer
Form verstanden werden.
[0030] Das Protokollieren von Kodierungsinformationen kann bspw. das Abspeichern von Kodierungsinformationen
in einer Datenbank, auf einem Chip, etc. umfassen.
[0031] Dadurch, dass die Kodierungsinformationen protokolliert und/oder in einer Datenbank
abgespeichert werden, wird genau festgehalten bzw. protokolliert welche Kodierungskomponente
in das Metallpulver eingebracht wurde.
[0032] Die Kodierungsinformationen können somit Angaben über die Art und die Zusammensetzung
der Kodierungskomponente enthalten.
[0033] Aufgrund der Kodierungsinformationen lässt sich zu einem späteren Zeitpunkt auf einfach
Art und Weise feststellen, nämlich indem das Metallpulver, untersucht wird, ob es
sich um ein Originalbauteil handelt oder nicht.
[0034] Eine solche Kodierung ist nahezu fälschungssicher, da einem potenziellen Fälscher
die Kodierungsinformationen nicht zur Verfügung stehen und diese von außen nicht sichtbar
sind.
[0035] Somit kann anhand der Kodierungsinformationen das Metallpulver hinsichtlich seiner
Kodierungskomponente beispielsweise mittels eines chemischen Analyseverfahrens oder
mittels eines Massenspektrometers detektiert werden.
[0036] Unter der Herstellung von Metallpulver wird im Rahmen der vorliegenden Erfindung
ein Verfahren wie z.B. das Verdüsen verstanden.
[0037] Bei der Verdüsung wird geschmolzenes Metall in kleine Tröpfchen zerteilt und rasch
erstarrt, bevor die Schmelzetröpfchen in Kontakt miteinander oder mit einer festen
Oberfläche kommen. Das Prinzip dieses Verfahrens beruht auf der Zerteilung eines dünnen,
flüssigen Metallstrahls durch einen mit hoher Geschwindigkeit auftreffenden Strom
eines Verdüsungsfluids, wie z.B. einen Gas- oder Flüssigkeitsstrom.
[0038] Als gasförmiges Verdüsungsfluid können Luft, Stickstoff und Argon vorgesehen sein.
Als flüssiges Verdüsungsfluid kann vor allem Wasser vorgesehen sein.
[0039] Diesbezüglich wird auf die in der Beschreibungseinleitung genannten Verfahren zur
Verdüsung mit Gas, Wasser oder Zentrifugalkraft Bezug genommen.
[0040] Das gasförmige Verdüsungsfluid kann ein inertes Gas, wie z.B. Argon, Helium, Neon,
Krypton, Xenon oder Radon oder ein Aktivgas, wie z.B. O
2, CO
2, H
2, und N
2, oder auch Mischungen daraus umfassen.
[0041] Eine Mischung aus gasförmigen Verdüsungsfluid und Kodierungskomponente wird im Folgenden
als Verdüsungsgas bezeichnet.
[0042] Als Kodierungskomponente, die mit einem entsprechenden Gasförmigen Verdüsungsfluid
vermischt oder auch in reiner Form verwendet werden kann, ist vorzugsweise Sauerstoff
18 Kohlendioxid (C
18O
2), Kohlenstoff 13 Kohlendioxid (
13CO
2), Kohlenstoff 13 Kohlenmonoxid (
13CO
2), Deuterium (D
2), Stickstoff 15 (
15N
2) und Sauerstoff 18 (
18O
2) vorgesehen.
[0043] Die Kodierungskomponente umfasst somit beispielsweise ein oder mehrere Isotope eines
Gases, vorzugsweise des Verdüsungsmediums, wobei der Anteil eines Isotops gegenüber
dem natürlichen Anteil der Isotope im Gas verändert ist. Das bedeutet das Verhältnis
der Isotope ist gegenüber dem natürlich vorkommenden Verhältnis verändert. Beispielsweise
bei Stickstoff das Verhältnis von
15N (Häufigkeit = 99,634) zu
15N (Häufigkeit = 0,366) derart verändert, dass der Anteil an
15N erhöht und der Anteil an N14 verringert ist oder umgekehrt. Beispielsweise bei Kohlenstoff
das Verhältnis von
12C (Häufigkeit = 98,9) zu
13C (Häufigkeit = 1,1) derart verändert, dass der Anteil an
13C erhöht und der Anteil an
12C verringert ist oder umgekehrt. Beispielsweise kann bei Wasserstoff das Verhältnis
von H (Häufigkeit = 98,9885) zu
2H (Häufigkeit = 0,0115) derart verändert werden, dass der Anteil an
2H erhöht und der Anteil an H verringert ist oder umgekehrt.
[0044] Es kann bspw. vorgesehen sein, dass die Häufigkeit der Isotope gegenüber der natürlich
vorkommenden Häufigkeit in etwa um oder mehr als 0,5% oder 1,0% oder 1,5% oder 2,5%
oder 5,0% oder 10,0% oder 25% oder 50,0% oder 75% oder 100% oder 150% oder 200% oder
500% oder 1000% erhöht oder verringert ist.
[0045] Als Isotope sind vorzugsweise Stickstoff 15 und Stickstoff 14 und/oder Kohlenstoff
12, Kohlenstoff 13 und/oder Kohlenstoff 14 und/oder auch beispielsweise Sauerstoff-16
und/oder Sauerstoff 18 vorgesehen. Weiterhin kann auch Argon -36, -38,-39, -40 vorgesehen
sein. Argon ist zwar inert und reagiert nicht mit dem Werkstoff, da aber insbesondere
bei den Pulverbettverfahren keine 100% Bauteildichte erreicht wird, ist es möglich
gasförmige Einschlüsse zur Kodierung vorzusehen.
[0046] Grundsätzlich denkbar ist auch die Verwendung von Wasserstoff 2 oder Wasserstoff
3 sowie Helium 3 und Helium 4 Isotopen.
[0047] Um komplexere Kodierungen vorzusehen, können auch zwei oder mehr verschiedene Isotope
in der Kodierungskomponente enthalten sein. Demgemäß kann die Kodierungskomponente
ein oder mehrere andere als die natürlich vorkommenden Isotope des Prozessgases umfassen.
Bspw. können Sauerstoff-Isotope mit Stickstoff-Isotopen oder auch C-Isotope im CO
2 mit H-Isotopen in H
2 kombiniert werden
[0048] Die Kodierungskomponente kann zusätzlich oder alternativ zu den Isotopen auch gasförmige
Legierungselemente umfassen, wobei der Anteil des gasförmigen Legierungselements vorzugsweise
derart gewählt ist, dass das gasförmige Legierungselement die Materialeigenschaften
des Metallpulvers nur unwesentlich verändert.
[0049] Die Einlagerung der gasförmigen Legierungselemente im Metallpulver ist derart groß,
dass die Legierungselemente im Metallpulver und vorzugsweise sogar im fertigen Bauteil
z.B. mittels metallurgischer und/oder chemischer und/oder Magnet Resonanz Analyseverfahren
detektierbar sind.
[0050] Weiterhin ist erfindungsgemäß eine Vorrichtung zum Herstellen und Kodieren von Metallpulver
vorgesehen. Diese umfasst:
eine Einrichtung zum Bereitstellen einer Schmelze,
eine Düseneinrichtung zum Verdüsen der Schmelze mittels eines Verdüsungsfluids,
eine Verdüsungskammer zum Ausbilden von Metallpulverpartikeln aus der verdüsten Schmelze
mittels eines Verdüsungsfluids.
[0051] Die Vorrichtung zeichnet sich dadurch aus, dass eine
Kodierungskomponentezuführeinrichtung vorgesehen ist, die der verdüsten Schmelze und/oder
dem Verdüsungsfluid eine Kodierungskomponente oder ein Kodierungsgas derart zusetzt,
dass die Verwendung der Kodierungskomponente im Metallpulver detektierbar ist, wobei
die gasförmige Kodierungskomponente vorzugsweise ein oder mehrere Isotope zumindest
eines Gases umfasst und der Anteil des zumindest einen Isotops gegenüber dem natürlich
vorkommenden Anteil dieses Isotops im Gas verändert ist und/oder wobei die gasförmige
Kodierungskomponente gasförmige Legierungselemente enthält.
[0052] Zudem kann eine Datenbank zum Abspeichern von Kodierungsinformationen vorgesehen
sein.
[0053] Die Vorteile der erfindungsgemäßen Vorrichtung entsprechen im Wesentlichen den Vorteilen
des erfindungsgemäßen Verfahrens.
[0054] Weiterhin kann die Kodierungskomponentezuführeinrichtung eine Mischkammer zum Beimischen
der Kodierungskomponente zum Verdüsungsfluid umfassen, wobei aus der Mischkammer dem
Bauteil zumindest bereichsweise eine Kodierungskomponente oder ein Prozessgas oder
eine Mischung aus Prozessgas und Kodierungskomponente zuführbar ist. Demgemäß weist
die Mischkammer einen ersten Einlass zum Zuführen eines Prozessgases und einen zweiten
Einlass zum Zuführen einer Kodierungskomponente oder einen zweiten Einlass zum Zuführen
eines eine Kodierungskomponente enthaltenden Prozessgases und einen Auslass der mit
einer Düse verbunden ist auf. Eine solche externe Mischkammer ist vorteilhaft, da
sich bestehend Anlagen bzw. Vorrichtungen damit derart erweitern lassen, dass eine
Kodierung eines Bauteils möglich ist.
[0055] Die Kodierungskomponentezuführeinrichtung kann auch zumindest eine Düse umfassen,
um die Kodierungskomponente oder ein die Kodierungskomponente enthaltendes Gas in
die Verdüsungskammer einzubringen.
[0056] Die Düseneinrichtung kann auch selbst zwei Einlässe aufweisen, wobei ein Einlass
zum Zuführen von gasförmigem Verdüsungsfluid und der andere Einlass zum Zuführen einer
Kodierungskomponente oder eines eine Kodierungskomponente enthaltenden Gases (Premix)
aus entsprechenden Vorratsbehältern vorgesehen ist
[0057] Das gasförmige Verdüsungsfluid ist derart ausgebildet bzw. zusammengesetzt, dass
es die chemisch metallurgisch erwünschten Eigenschaften des Metallpulvers gewährleisten
kann und zusätzlich eine eindeutige Kennzeichnung bzw. Kodierung ermöglicht. Somit
müssen gasförmige Verdüsungsfluide mit entsprechender Kodierungskomponente bereitgestellt
werden. Die Kodierungskomponente kann somit auch als Premix aus einem Gasvorratsbehälter
bereitgestellt werden, der sowohl Prozessgas als auch einen entsprechenden Anteil
an Kodierungskomponente enthält. Dieser den Premix enthaltende Gasvorratsbehälter
bildet dann die Kodierungskomponentezuführeinrichtung aus.
[0058] Die Kodierungskomponentezuführeinrichtung kann somit die Mischkammer, der Premix-Vorratsbehälter
oder der Vorratsbehälter enthaltend die Kodierungskomponente, ggfs. mit entsprechenden
Düsen sein.
[0059] Die Zugabe der Kodierungskomponente kann von einer Steuereinrichtung gesteuert werden.
Diese Steuereinrichtung kann eine Kodierungskomponentereglereinrichtung mit einem
geschlossenen Regelkreis umfassen, die die Zugabe regelt. Die Kodierungskomponentereglereinrichtung
erfasst mittels eines Sensors ein Ist-Wert eines oder mehrerer Volumenströme in der
Verdüsungskammer und/oder einer Verdüsungsdüse und/oder der Verdüsungskammer und/oder
der Mischkammer und/oder einer Verdüsungsfluidkammer, vergleicht diesen mit einem
vorgegebenen Sollwert eines oder mehrerer Volumenströme und über ein Stellglied wird
dann der vorgegebenen Sollwert eingestellt.
[0060] Unter Volumenstrom bzw. Ströme werden die Werte der entsprechenden Gasströme verstanden,
die von der Kodierungskomponentezuführeinrichtung der Verdüsungskammer und/oder der
Verdüsungseinrichtung zugeführt werden.
[0061] Weiterhin ist erfindungsgemäß ein Kodierungsgas zum Kodieren von Metallpulver vorgesehen.
Dieses umfasst ein Verdüsungsgas und zeichnet sich dadurch aus dass das Verdüsungsgas
eine Kodierungskomponente enthält, wobei die gasförmige Kodierungskomponente ein oder
mehrere Isotope zumindest eines Gases umfasst und der Anteil des zumindest einen Isotops
gegenüber dem natürlich vorkommenden Anteil dieses Isotops im Gas verändert ist, und/oder
wobei die gasförmige Kodierungskomponente gasförmige Legierungselemente enthält.
[0062] Durch Verwendung eines derartigen Kodierungsgases ist eine nachträgliche eindeutige
Kennzeichnung bzw. Identifikation eines Metallpulvers und sogar eines Bauteiles möglich.
Die Kodierungskomponente des Kodierungsgases wird und während der Herstellung in das
Metallpulver oder durch Verarbeitung des Metallpulvers in das Bauteil eingebracht
und wird somit Bestandteil des Metallpulver und des daraus hergestellten Bauteiles.
[0063] Das Verdüsungsgas kann ein inertes Gas, wie z.B. Argon, Helium, Neon, Krypton, Xenon
oder Radon und/oder ein Aktivgas, wie z.B. O
2, CO
2, H
2, und N
2 oder auch Mischungen daraus umfassen.
[0064] Die Kodierungskomponente kann vorzugsweise Sauerstoff 18 Kohlendioxid (C
18O
2), Kohlenstoff 13 Kohlendioxid (
13CO
2), Kohlenstoff 13 Kohlenmonoxid (
13CO
2), Deuterium (D2), Stickstoff 15 (
15N
2) und Sauerstoff 18 (
18O
2) oder auch Mischungen daraus umfassen.
[0065] Die Häufigkeit des Isotops kann gegenüber der natürlich vorkommenden Häufigkeit in
etwa um 0,5% oder um 1,0% oder um 1,5% oder um 2,5% oder um 5,0% oder um 10,0% oder
um 25% oder um 50,0% oder um 75% oder um 100% oder um 150% oder um 200% oder um 500%
oder um 1000% erhöht oder verringert sein.
[0066] Beispiele für konkrete Vorgaben zur Erhöhung oder Verringerung der Isotopenverhältnisse
sind in der nachfolgenden Tabelle angegeben.
Art der Kodierung |
|
|
|
|
|
|
Element |
Art des Isotops das zum Anreichern eines Basisgases verwendet wird um eine Codierung
vorzusehen |
Natürlich vorkommende Konzentration der Isotope |
Mögliche Moleküle |
Bereich der Isotopen Zudosierung zu einem Basisgas |
Inerte Isotope, zum |
Ar |
36Ar |
36Ar: 0.337% |
N/A |
Zwischen dem 1.1-fachen und dem 10-fachen des natürlich vorkommenden Anteil des Isotops
oder kleiner gleich dem 0.9-fachen des natürlichen Anteils |
Einlagern in |
|
|
38Ar: 0.063% |
|
Mikroporositäten eines Bauteiles |
|
|
40Ar: 99.6% |
|
|
He |
3He |
3He: 0.000137% Rest: 4He |
N/A |
Zwischen dem 1.1-fachen und dem 10-fachen des natürlich vorkommenden Anteil des Isotops
oder kleiner gleich dem 0.9-fachen des natürlichen Anteils |
|
H |
2H |
2H: 0.012% |
2H2 |
2H2: Zwischen 1 ppm und 10 ppm 2H1H: Zwischen dem 1.1-fachen und dem 10-fachen des natürlich vorkommenden Anteil des
Isotops oder kleiner gleich dem 0.9-fachen des natürlichen Anteils N2H3 : Zwischen 1 ppm und 10 ppm |
|
|
|
Rest 1H |
2H1H |
|
|
|
|
N2H3 |
|
Kr |
78Kr |
78Kr: 0.35% |
N/A |
78Kr und 82Kr: Zwischen dem 1,1-fachen und dem 10-fachen des natürlich vorkommenden Anteil des
Isotops oder kleiner gleich dem 0.9-fachen des natürlichen Anteils. |
|
|
82Kr |
80Kr: 2.25% |
|
|
|
84Kr |
82Kr: 11.6% |
|
|
|
86Kr |
83Kr: 11.5% |
|
|
|
|
84Kr: 17.3% |
|
Andere: Zwischen dem 1,001-fachen und dem 1,1-fachen des natürlich vorkommenden Anteil
des Isotops oder kleiner gleich dem 0.99-fachen des natürlichen Anteils |
|
|
|
86Kr: 17.3% |
|
|
Ne |
20Ne21Ne22Ne |
20Ne: 90.48% |
N/A |
21Ne und 22Ne: Zwischen dem 1,001-fachen und dem 1,1-fachen des natürlich vorkommenden Anteil
des Isotops oder kleiner gleich dem 0.99-fachen des natürlichen Anteils |
|
|
|
21Ne: 0.27% |
|
|
|
|
22Ne: 9.25% |
|
|
Xe |
124Xe |
124Xe: 0.095% |
N/A |
124Xe, 129Xe: Zwischen dem 1,1-fachen und dem 10-fachen des natürlich vorkommenden Anteil des
Isotops oder kleiner gleich dem 0.9-fachen des natürlichen Anteils. |
|
|
129Xe |
126Xe: 0.089% |
|
|
|
131Xe |
128Xe: 1.91% |
|
|
|
132Xe |
129Xe: 26.4% |
|
|
|
134Xe |
130Xe: 4.07% |
|
Andere: Zwischen dem 1,001-fachen und dem 1,1-fachen des natürlich vorkommenden Anteil
des Isotops oder kleiner gleich dem 0.99-fachen des natürlichen Anteils |
|
|
136Xe |
131Xe: 21.2% |
|
|
|
|
132Xe: 26.9% |
|
|
|
|
134Xe: 10.4% |
|
|
|
|
136Xe: 8.86% |
|
Reaktive Isotope, die zum Kodieren geeignete Verbindungen mit dem Material des Bauteils
eingehen |
C |
12C |
12C: 98.8% |
12CO |
13CO, 13CO2: Zwischen dem 1,1-fachen und dem |
|
13C |
13C: 1.1% |
13CO |
10-fachen des natürlich vorkommenden Anteil des |
|
|
|
13CO2 |
Isotops oder kleiner gleich dem 0.9-fachen des natürlichen Anteils |
|
O |
17O |
16O: 99.76% |
18O2 |
17O2, 18O2, C18:O2: Zwischen dem 1,1-fachen und dem 10-fachen des natürlich vorkommenden Anteil des
Isotops oder kleiner gleich dem 0.9-fachen des natürlichen Anteils der beiden Sauerstoff
Isotope |
|
|
18O |
17O: 0.039% |
17O2 |
|
|
|
18O: 0.201% |
C18O2 |
|
N |
15N |
14N: 99.634% |
16N2 |
15N2, 15NH3: Zwischen dem 1,01-fachen und dem 1,1-fachen des natürlich vorkommenden Anteil des
Isotops oder kleiner gleich dem 0.99-fachen des natürlichen Anteils des 15N Isotops |
|
|
|
15N: 0.366% |
15NH3 |
[0067] Die Kodierungskomponente kann mindestens ein Isotop eines Aktivgases enthalten das
mit dem Werkstoff des herzustellenden Metallpulvers derart reagiert, dass es im Metallpulver
verbleibt.
[0068] Die Kodierungskomponente kann zumindest ein Isotop eines inerten Gases umfassen,
wobei sich das Isotop in das Metallpulver einlagert.
[0069] Die Kodierungskomponente kann mehrere unterschiedliche Isotope (Isotope verschiedener
Gase) in vorbestimmten Verhältnissen enthalten, wobei die verschiedenen Isotope im
Bauteil die Kodierung ausbilden.
[0070] Die Isotope können Isotope des Gases sein, das die Hauptkomponente des Verdüsungsgases
ausbildet.
[0071] Die Isotope können auch Isotope sein, die im Prozessgas nicht vorkommen.
[0072] Stickstoff
15N-Isotope können sich abhängig vom Legierungselement, der Temperatur, der Konzentration
und/ oder der Reaktionszeit manchmal inert und manchmal reaktiv verhalten.
[0073] Wasserstoff-Isotope können auch im gasförmigen Zustand in Mikroporositäten eingelagert
sein, mit atomaren Sauerstoff O
2 reagieren und sich auflösen oder sie können metallische Hydride mittels Adsorption
auf metallischen Oberflächen ausbilden und im Bauteil verbleiben.
[0074] Kohlenstoff-Isotope
12C und
13C werden in Form von Kohlendioxid bereitgestellt, welches dann im Verfahren abgetrennt
wird.
[0075] Einige Isotope von H, N, CO können dem Verfahren als Teil einer chemischen Verbindung
wie z. B: C
18, O
2,
13CO
2, N
2H
3 und
15NH
3
[0076] Die beigemischten Isotope können aus Gasen ausgebildet die metallurgisch unbedenklich
sind und die Materialeigenschaften nicht anders beeinträchtigen.//Lässt sich dies
auch anders beschreiben?//
[0077] Die Kodierungskomponente kann ein gasförmiges Legierungselement umfassen, wobei der
Anteil des gasförmigen Legierungselements derart gewählt ist, dass das gasförmige
Legierungselement die Materialeigenschaften des Bauteils nur unwesentlich verändert.
[0078] Das Kodierungsgas kann zum Kodieren von Metallpulver bei dessen Herstellung gemäß
dem vorstehend beschriebenen Verfahren vorgesehen sein.
[0079] Die Erfindung wird im Folgenden an Hand der Figuren näher erläutert. Diese zeigen
in
Figur 1 eine schematische, seitlich geschnittene Darstellung einer erfindungsgemäßen
Vorrichtung zum Herstellen und Kodieren von Metallpulver, und
Figur 2 eine schematische, seitlich geschnittene Darstellung einer Düseneinrichtung
der Vorrichtung aus Figur 1.
[0080] Im Folgenden wird eine erfindungsgemäße Vorrichtung zum Kodieren von Metallpulver
anhand einer Vorrichtung 1 zur Herstellung von Metallpulver durch Verdüsen beschrieben
(Figur 1).
[0081] Diese Vorrichtung 1 umfasst einen Schmelzetiegel 2 zum Bereitstellen einer Metallschmelze.
[0082] Weiterhin umfasst die Vorrichtung 1 einen Eingießtrichter 3, der mittels des Schmelzetiegels
2 mit Schmelze befüllbar ist. Der Eingießtrichter 3 ist mit einer keramischen Beschichtung
versehen.
[0083] Ein Auslasskanal 4 des Eingießtrichters 3 mündet in eine Düseneinrichtung 4.
[0084] Die Düseneinrichtung 4 umfasst zentral eine Durchgangsöffnung 5, über die ein vom
Auslasskanal 4 des Eingießtrichters 3 ausgebildeter Schmelzestrahl hindurchtreten
kann.
[0085] Die Durchgangsöffnung 5 ist von einer kreisringförmigen Verdüsungsfluidkammer 6 zum
Aufnehmen und Verteilen eines Verdüsungsfluids umgeben. Die Verdüsungsfluidkammer
6 mündet in einen konzentrisch zur Durchgangsöffnung 5 angeordneten Ringspalt 7. Der
Ringspalt 7 bildet eine Verdüsungsdüse zum Erzeugen von Schmelzetröpfchen aus dem
Schmelzestrahl aus.
[0086] Zudem ist eine Verdüsungsfluidzuführeinrichtung 8 vorgesehen, mittels der die Verdüsungsfluidkammer
6 mit einem Verdüsungsfluid beaufschlagbar ist.
[0087] Die Verdüsungsfluidzuführeinrichtung 8 weist einen Verdüsungsfluidvorratsbehälter
9 für das Verdüsungsfluid auf, wobei der Verdüsungsfluidvorratsbehälter 9 über einen
Leitungsabschnitt 10 mit der Verdüsungsfluidkammer 6 verbunden ist.
[0088] Weiterhin ist eine Kodierungskomponentezuführeinrichtung 11 vorgesehen. Die Kodierungskomponentezuführeinrichtung
11 umfasst einen Kodierungskomponentevorratsbehälter 12. Der Kodierungskomponentevorratsbehälter
12 ist über einen Leitungsabschnitt 13 mit der Verdüsungsfluidkammer 6 verbunden.
[0089] Im Kodierungskomponentevorratsbehälter 12 ist ein Kodierungsgas oder eine gasförmige
Kodierungskomponente bevorratet.
[0090] Alternativ kann eine Mischkammer (nicht dargestellt) vorgesehen sein. Die Mischkammer
weist einen Einlass zum Zuführen von Verdüsungsfluid aus dem Verdüsungsfluidvorratsbehälter
9 und einen Einlass zum Zuführen von Kodierungskomponente aus dem Kodierungskomponentevorratsbehälter
12 für die Kodierungskomponente auf.
[0091] Das Verdüsungsfluid und die Kodierungskomponente oder ein Kodierungsgas können auch
als Premix aus einem Gasvorratsbehälter (nicht dargestellt) bereitgestellt werden,
der sowohl Verdüsungsfluid als auch einen entsprechenden Anteil an Kodierungskomponente
enthält. Dieser den Premix enthaltende Gasvorratsbehälter bildet dann die Kodierungskomponentezuführeinrichtung
aus und ist mit der Verdüsungsfluidkammer 6 direkt, zusätzlich zum dem Vorratsbehälter
für das Verdüsungsfluid verbunden oder mit der Mischkammer verbunden.
[0092] Sowohl die Durchgangsöffnung 5 als auch die Verdüsungsdüse 7 der Düseneinrichtung
münden in eine Verdüsungskammer 8 zum Verdüsen der Schmelzetröpfchen in Pulverpartikel.
[0093] Weiterhin ist eine Steuereinrichtung (nicht dargestellt) zum Steuern der Zugabe der
Kodierungskomponente vorgesehen. Die Steuereinrichtung umfasst eine Kodierungskomponentereglereinrichtung
mit einem geschlossenen Regelkreis, die die Zugabe regelt. Die Kodierungskomponentereglereinrichtung
kann einen P-Regler, einen I-Regler, einen D-Regler und Kombinationen daraus, wie
z.B. einen PID-Regler umfassen. Die Kodierungskomponentereglereinrichtung erfasst
mittels eines Sensors ein Ist-Wert der einen oder mehrere Volumenströme in der Verdüsungsfluidkammer
und/oder Verdüsungskammer 8udn/oder der Mischkammer, vergleicht diesen mit einem vorgegebenen
Sollwert eines oder mehrerer Volumenströme vergleicht und über ein Stellglied wird
dann der vorgegebenen Sollwert eingestellt.
[0094] Im Folgenden wird ein erfindungsgemäßes Verfahren zum Kodieren von Metallpulver beschrieben.
[0095] Im Schmelzetiegel 2 wird zunächst eine Schmelze eines zu verdüsenden Metalls oder
einer zu verdüsenden Legierung aufgebaut und überhitzt.
[0096] Anschließend wird die überhitzte Schmelze in den Eingießtrichter 3 eingebracht und
bildet in dessen Auslasskanal 4 einen Schmelzestrahl aus, der senkrecht durch die
Durchgangsöffnung 5 der Düseneinrichtung 4 hindurchtritt.
[0097] Dieser Schmelzestrahl wird über die Verdüsungsdüse 7 der Düseneinrichtung 4 in der
Verdüsungskammer 14 mittels des Verdüsungsmediums und der Kodierungskomponente zerstäubt
und kodiert. Die entstehenden Tröpfchen erstarren in der Verdüsungskammer 14 in der
Bewegung.
[0098] Weiterhin kann vorgesehen sein, entweder in der Verdüsungskammer 14 und/oder in nachgeschalteten
Gasreinigungsanlagen (Zyklone, Filter) das Metallpulver vom Verdüsungsfluid zu trennen.
[0099] In einem nächsten Schritt lässt sich das Metallpulver mit Hilfe einer Detektionseinrichtung,
wie beispielsweise einem Massenspektrometer (Gaschromatograph), analysieren und somit
die Kodierung bzw. die Originalität des Metallpulvers überprüfen. Eine Analyse mittels
Magnetresonanz oder auch chemische Analyseverfahren sind möglich.
[0100] Durch die Kodierungskomponente erhält das Metallpulver eine einzigartige Isotopen-Signatur.
[0101] Die Kodierungsinformationen werden in einer Datenbank abgespeichert.
[0102] Somit es mittels des erfindungsgemäßen Verfahrens möglich ein Metallpulver zu kodieren
und diese Kodierung anschließend zu detektieren.
[0103] Das Kodierungsgas umfasst bspw. das Verdüsungsmedium und die Kodierungskomponente
derart, dass der Anteil an Stickstoff-15 und Stickstoff-14 Isotopen gegenüber dem
natürlichen Anteil an Stickstoff-15 und Stickstoff-14 Isotopen bzw. deren Verhältnis
verändert ist. Beispielsweise bei Stickstoff ist das Verhältnis von
15N (Häufigkeit = 99,634) zu
15N (Häufigkeit = 0,366) derart verändert, dass der Anteil an
15N erhöht und der Anteil an
14N verringert ist (oder umgekehrt).
[0104] Erfindungsgemäß können die verwendeten Isotope Isotope des Verdüsungsfluids sein,
d.h. das beispielsweise bei Verwendung von Stickstoff als Verdüsungsfluid das Verhältnis
von Stickstoff-15 zu Stickstoff-14 Isotopen verändert ist. Beispielsweise kann auch
Kohlendioxid, welches Kohlenstoff-12, Kohlenstoff-13 und Kohlenstoff-14 Isotope enthält,
vorgesehen sein.
[0105] Inerte Isotope sind prinzipiell Werkstoff unabhängig einsetzbar, da die Einbettung
in die Mikroporositäten ein rein mechanischer Vorgang ist.
[0106] Es ist aber auch möglich, dem Verdüsungsfluid als Kodierungskomponente andere Isotope
eines anderen Gases zusammen mit einem Anteil dieses anderen Gases zuzusetzen.
[0107] Gemäß einem weiteren Ausführungsbeispiel des erfindungsgemäßen Verfahrens ist als
Kodierungskomponente zusätzlich oder alternativ ein gasförmiges Legierungselement
vorgesehen. Hierbei kann beispielsweise vorgesehen sein, ein Inertgas wie Argon als
Prozessgas zu verwenden, welches einen geringen Anteil zwischen 1ppm und 10.000ppm
Stickstoff-15 als Kodierungskomponente enthält. In dem metallischen Ausgangsmaterial
ist Titanium enthalten. Demgemäß reagiert bei der Herstellung des dreidimensionalen
Bauteils ein kleiner Anteil des Titanium mit dem Stickstoff-15 und bildet Titaniumnitrid-15.
Dieses ist in seinen chemischen und physikalischen Eigenschaften nicht von Titaniumnitrid-14
zu unterscheiden und daher kann dies nicht mittels chemischer Analyseverfahren detektiert
werden. Jedoch ist es möglich, das Bauteil mit einem Massenspektrometer zu analysieren.
Dabei wird dann festgestellt, dass das Bauteil unter einer Stickstoff Atmosphäre mit
erhöhtem Stickstoff-15-Anteil hergestellt wurde.
Bezu-gszeichenliste:
[0108]
- 1
- Vorrichtung
- 2
- Schmelzetiegel
- 3
- Eingießtrichter
- 4
- Düseneinrichtung
- 5
- Durchgangsöffnung
- 6
- Verdüsungsfluidkammer
- 7
- Verdüsungsdüse
- 8
- Verdüsungsfluidzuführeinrichtung
- 9
- Verdüsungsfluidvorratsbehälter
- 10
- Leitungsabschnitt
- 11
- Kodierungskomponentezuführeinrichtung
- 12
- Kodierungskomponentevorratsbehälter
- 13
- Leitungsabschnitt
- 14
- Verdüsungskammer
- 15
- Auslasskanal
1. Kodierungsgas zum Kodieren von Metallpulver umfassend ein Verdüsungsgas zum Verdüsen
von Metallpulver,
dadurch gekennzeichnet,
dass das Verdüsungsgas eine Kodierungskomponente enthält, wobei die gasförmige Kodierungskomponente
ein oder mehrere Isotope zumindest eines Gases umfasst und der Anteil des zumindest
einen Isotops gegenüber dem natürlich vorkommenden Anteil dieses Isotops im Gas verändert
ist, und/oder wobei die gasförmige Kodierungskomponente gasförmige Legierungselemente
enthält.
2. Kodierungsgas nach Anspruch 1,
dadurch gekennzeichnet,
dass das Verdüsungsgas ein inertes Gas, wie z.B. Argon, Helium, Neon, Krypton, Xenon oder
Radon oder ein Aktivgas, wie z.B. O2, CO2, H2, und N2 oder auch Mischungen daraus umfasst und die Kodierungskomponente Sauerstoff 18 Kohlendioxid
(C18O2), Kohlenstoff 13 Kohlendioxid (13CO2), Kohlenstoff 13 Kohlenmonoxid (13CO2), Deuterium (D2), Stickstoff 15 (15N2) und Sauerstoff 18 (18O2) oder auch Mischungen daraus umfasst.
3. Kodierungsgas nach Anspruch 1 oder 2,
dadurch gekennzeichnet,
die gasförmige Kodierungskomponente vorzugsweise ein oder mehrere Isotope zumindest
eines Gases umfasst und der Anteil des zumindest einen Isotops gegenüber dem natürlich
vorkommenden Anteil dieses Isotops im Gas verändert ist, wobei die Häufigkeit der
Isotope gegenüber der natürlich vorkommenden Häufigkeit um mehr als 0,5% oder um mehr
als 1,0% oder um mehr als 1,5% oder um mehr als 2,5% oder um mehr als 5,0% oder um
mehr als 10,0% oder um mehr als 25% oder um mehr als 50% oder um mehr als 75% oder
um mehr als 100% oder um mehr als 150% oder um mehr als 200% oder um mehr als 500%
oder um mehr als 1000% erhöht oder verringert ist.
4. Kodierungsgas nach einem der Ansprüche 1 bis 3,
dadurch gekennzeichnet,
dass die Kodierungskomponente mindestens ein Isotop eines Aktivgases enthält das mit den
Pulverpartikeln des Metallpulvers derart reagiert, dass es in den Pulverpartikeln
des Metallpulvers verbleibt und/oder dass die Kodierungskomponente zumindest ein Isotop
eines inerten Gases umfasst, wobei sich das Isotop in die Pulverpartikel des Metallpulvers
einlagert.
5. Kodierungsgas nach einem der Ansprüche 1 bis 4,
dadurch gekennzeichnet,
dass die Kodierungskomponente ein oder mehrere Isotope des Verdüsungsgases und/oder eines
anderen Gases umfasst, wobei der Anteil eines Isotops gegenüber dem natürlichen Anteil
der Isotope im Verdüsungsgas, d.h. deren Verhältnis, verändert ist, so dass die Kodierungskomponente
mehrere unterschiedliche Isotope in vorbestimmten Verhältnissen enthält, wobei die
verschiedenen Isotope im Bauteil die Kodierung ausbilden.
6. Kodierungsgas nach einem der Ansprüche 1 bis 5,
dadurch gekennzeichnet,
dass die Isotope Isotope des Gases sind, das die Hauptkomponente des Verdüsungsgases ausbildet
und/oder
dass die Isotope verschieden zu den Isotopen des Verdüsungsgases sind.
7. Kodierungsgas nach einem der Ansprüche 1 bis 6,
dadurch gekennzeichnet,
dass die Kodierungskomponente ein gasförmiges Legierungselement umfasst, wobei der Anteil
des gasförmigen Legierungselements derart gewählt ist, dass das gasförmige Legierungselement
die Materialeigenschaften des Bauteils nur unwesentlich verändert.
8. Verfahren zum Herstellen und Kodieren von Metallpulver umfassend die folgenden Schritte
Bereitstellen einer Schmelze,
Ausbilden eines Schmelzestrahls,
Verdüsen des Schmelzestrahls mittels eines Verdüsungsfluids,
Ausbilden von Metallpulverpartikeln aus dem Schmelzestrahl,
dadurch gekennzeichnet,
dass während des Verdüsens der Schmelze und/oder dem Verdüsungsfluid eine Kodierungskomponente
oder ein Kodierungsgas derart zugesetzt ist, dass die Verwendung der Kodierungskomponente
im Metallpulver detektierbar ist, wobei die gasförmige Kodierungskomponente ein oder
mehrere Isotope zumindest eines Gases umfasst und der Anteil des zumindest einen Isotops
gegenüber dem natürlich vorkommenden Anteil dieses Isotops im Gas verändert ist und/oder
wobei die gasförmige Kodierungskomponente gasförmige Legierungselemente enthält
9. Verfahren nach Anspruch 8,
dadurch gekennzeichnet,
dass Kodierungsinformationen in einer Datenbank abgespeichert werden, wobei die Kodierungsinformsationen
Informationen über die Art der Kodierungskomponente und deren Zusammensetzung enthalten.
10. Verfahren nach Anspruch 8 oder 9,
dadurch gekennzeichnet,
dass an Hand der Kodierungsinformationen das Metallpulver hinsichtlich seiner Kodierungskomponente,
bspw. mittels chemischer Analyseverfahren oder mittels eines Massenspektrometers,
detektiert wird.
11. Verfahren nach einem der Ansprüche 8 bis 10,
dadurch gekennzeichnet,
dass die Kodierungskomponente oder das Kodierungsgas nach einem der Ansprüche 1 bis 10
ausgebildet ist.
12. Vorrichtung zum Herstellen und Kodieren von Metallpulver umfassend eine Einrichtung
zum Bereitstellen einer Schmelze,
eine Düseneinrichtung zum Verdüsen der Schmelze mittels eines Verdüsungsfluids, eine
Verdüsungskammer zum Ausbilden von Metallpulverpartikeln aus der verdüsen Schmelze
mittels eines Verdüsungsfluids,
dadurch gekennzeichnet,
dass eine Kodierungskomponentezuführeinrichtung vorgesehen ist, die der Schmelze beim
Verdüsen und/oder dem Verdüsungsfluid eine Kodierungskomponente oder ein Kodierungsgas
derart zusetzt, dass die Verwendung der Kodierungskomponente im Metallpulver detektierbar
ist, wobei die gasförmige Kodierungskomponente ein oder mehrere Isotope zumindest
eines Gases umfasst und der Anteil des zumindest einen Isotops gegenüber dem natürlich
vorkommenden Anteil dieses Isotops im Gas verändert ist und/oder wobei die gasförmige
Kodierungskomponente gasförmige Legierungselemente enthält.
13. Vorrichtung nach Anspruch 12,
dadurch gekennzeichnet
dass eine Datenbank zum Abspeichern von Kodierungsinformationen vorgesehen ist.
14. Vorrichtung nach Anspruch 12 oder 13,
dadurch gekennzeichnet,
dass die Kodierungskomponentezuführeinrichtung eine Mischkammer umfasst, die zum Beimischen
der Kodierungskomponente zu einem gasförmigen Verdüsungsfluid vorgesehen ist, um ein
Kodierungsgas auszubilden oder dass die Kodierungskomponentezuführeinrichtung ein
Gasvorratsbehälter ist der sowohl gasförmiges Verdüsungsfluid als auch einen entsprechenden
Anteil an Kodierungskomponente enthält und/oder dass die Kodierungskomponentezuführeinrichtung
mit der Düseneinrichtung und/oder einer Verdüsungsfluidkammer verbunden ist.
15. Verwendung eines Kodierungsgases gemäß einem der Ansprüche 1 bis 7 zum Kodieren und
Herstellen von Metallpulver gemäß einem Verfahren nach einem der Ansprüche 8 bis 11.