[0001] Die Erfindung betrifft eine Vorrichtung zum Falten von Textilien, vorzugsweise Bekleidungsstücken,
gemäß dem Oberbegriff des Anspruchs 1.
[0002] Von im Fachjargon als Faltautomaten bezeichneten Vorrichtungen der hier angesprochenen
Art werden Textilien, vor allem Bekleidungsstücke wie zum Beispiel Kittel, Hemden,
Hosen oder dergleichen, gefaltet. Dies geschieht durch aufeinanderfolgendes Längs-
und Querfalten bzw. Quer- und Längsfalten. Die gefalteten Textilien werden anschließend
gestapelt und Stapel mehrerer übereinanderliegender gefalteter Textilien abgefördert.
[0003] Bekannte Vorrichtungen zum Falten von Textilien verfügen über eine Längsfaltstation
mit einer Längsfaltauflage aus einem Mittelteil und zwei gegenüberliegenden Längsrändern
des Mittelteils zugeordneten Längsfaltflügel. Die Längsfaltflügel sind um parallel
zu den Längsrändern des Mittelteils verlaufende Drehachsen verschwenkbar. Das Verschwenken
der Längsfaltflügel erfolgt bei bekannten Vorrichtungen dieser Art pneumatisch, nämlich
durch Pneumatikzylinder. Diese verfügen über mehrere Nachteile. Vor allem ermöglichen
sie nur begrenzte Schwenkgeschwindigkeiten der Längsfaltflügel. Außerdem lassen sich
die Endpositionen der Pneumatikzylinder nicht präzise und auch nicht lastsensibel
anfahren.
[0004] Der Erfindung liegt die Aufgabe zugrunde, eine Vorrichtung zum Falten von Textilien,
insbesondere Bekleidungsstücken, zu schaffen, die eine hohe Faltleistung beim gleichwohl
exakten und schonenden Falten, insbesondere Längsfalten, der Textilien bzw. Bekleidungsstücke
zulässt.
[0005] Eine Vorrichtung zur Lösung dieser Aufgabe weist die Merkmale des Anspruchs 1 auf.
Demnach ist es vorgesehen, dass der Antrieb des mindestens einen, insbesondere jedes,
Längsfaltflügels von einem Servoantrieb, vorzugsweise einem Servomotor, gebildet ist.
Hierbei handelt es sich um präzise und lastabhängige steuerbare Elektromotoren, die
ein rasches Verschwenken des oder des jeweiligen Längsfaltflügels zulassen. Das rasche
Verschwenken der Längsfaltflügel führt zu hohen Faltleistungen. Die präzise Steuerbarkeit
der Servomotoren ermöglicht die Beendigung des zum Längsfalten dienenden Schwenkvorgangs
des jeweiligen Längsfaltflügels exakt nach dem Absolvieren des erforderlichen Schwenkwinkels.
Dieser Schwenkwinkel bzw. Schwenkweg ist abhängig von der Textilart bzw. der Gewebeart
der Bekleidungsstücke, vor allem die Dicke. Dadurch kann der Faltvorgang exakt an
die Material- bzw. Gewebeart der Bekleidungsstücke oder sonstiger Textilien angepasst
werden. Eine lastsensible Steuermöglichkeit der Servomotoren oder ähnlicher Servoantriebe
stellt sicher, dass Textilien oder andere Bekleidungsstücke unterschiedlicher Material-
bzw. Gewebeart nur mit einer bestimmten Kraft zusammengedrückt werden.
[0006] Bevorzugt ist es vorgesehen, dass der jeweilige Servomotor über ein Koppelgetriebe,
vorzugsweise ein mehrgliedriges Koppelgetriebe, mit dem ihm zugeordneten Längsfaltflügel
verbunden ist. Das Koppelgetriebe ermöglicht eine den Anforderungen entsprechende
Schwenkbewegung des jeweiligen Längsfaltflügels beim Längsfalten der Bekleidungsstücke
oder sonstiger Textilien.
[0007] Das Koppelgetriebe weist bevorzugt mindestens zwei an benachbarten Enden gelenkig
miteinander verbundene Koppelarme auf. Bevorzugt verfügt das Koppelgetriebe über drei
gelenkig miteinander verbundene Koppelarme. Die gelenkig miteinander verbundenen Koppelarme
stellen eine Art Mehrgelenkkette dar, die es ermöglicht, die Längsfaltflügel auf erforderliche
Weise zum Längsfalten der Textilien, insbesondere Bekleidungsstücke, zu verschwenken,
und zwar insbesondere um etwa 180°, gegebenenfalls auch um bis zu 20° darüber oder
darunter. Durch das Koppelgetriebe kann demnach jeder Längsfaltflügel sich mindestens
annähernd auf einer Halbkreisbahn bewegen.
[0008] Gemäß einer vorteilhaften Ausgestaltungsmöglichkeit der Vorrichtung ist eine drehend
antreibbare Abtriebswelle des jeweiligen Servomotors mit einem freien Ende eines ersten
Koppelarms unverdrehbar verbunden. Dadurch ist die Drehbewegung der Abtriebswelle
des Servomotors über das Koppelgetriebe, insbesondere mindestens einen den ersten
Koppelarm nachfolgenden Koppelarm, umsetzbar, die eine Bewegung, die zum gewünschten
Verschwenken des jeweiligen Längsfaltflügels führt, und vor allem auch ein Verschwenken
des jeweiligen Längsfaltflügels um etwa 180° ermöglicht.
[0009] Eine besonders vorteilhafte Weiterbildungsmöglichkeit der Vorrichtung sieht es vor,
das Koppelgetriebe so auszubilden, dass beim anfänglichen Verschwenken und/oder zum
Schluss des Verschwenkens sich der Schwenkwinkel des jeweiligen Längsfaltflügels im
Vergleich zum Drehwinkel der Abtriebswelle des Servomotors weniger ändert als der
Verdrehwinkel des Servomotors. Es findet so mindestens in der anfänglichen Ausgangsstellung
des Koppelgetriebes, also zu Beginn des Längsfaltvorgangs und/oder Ende des Längsfaltvorgangs,
eine Untersetzung der Drehwinkeländerung der Abtriebswelle des Servomotors gegenüber
der Schwenkwinkeländerung des jeweiligen Längsfaltflügels statt. Diese Untersetzung
liegt bevorzugt im Bereich von 0,7 bis 0,3. Das bedeutet bei einem Verdrehen der Abtriebswelle
des Servomotors um 90° beim Verschwenken des jeweiligen Längsfaltflügels um lediglich
63° bis 27°. Durch diese Untersetzung ist es mit einem kleinen Servomotor mit einer
relativ geringen Leistung möglich, die nötige Kraft zum Beschleunigen des jeweiligen
Längsfaltflügels aus seiner Anfangsposition heraus und vorzugsweise auch zum Abbremsen
des Längsfaltflügels beim Erreichen seiner Endposition bereitzustellen.
[0010] Eine andere Ausgestaltungsmöglichkeit der Vorrichtung sieht es vor, das Koppelgetriebe
mit dem mindestens einen gelenkig mit dem ersten Koppelarm verbundenen zweiten Koppelarm
zu versehen. Die zueinander gerichteten benachbarten Enden des ersten und zweiten
Koppelarms bilden dann eine Schwenkachse. Dabei sind zu Beginn des Längsfaltvorgangs,
wenn die Längsfaltflügel sich noch in ihrer Ausgangsstellung befinden, der erste und
zweite Koppelarm in einer Relativstellung zueinander, in der sie bezogen auf die Schwenkachse
an ihren miteinander verbundenen Enden einen spitzen Winkel einschließen, der bevorzugt
zwischen 15° und 45° liegt. Aufgrund dieser Relativanordnung des ersten und zweiten
Koppelarms zu Beginn des Längsfaltvorgans ist das von der Abtriebswelle des Servomotors
auf das dieser zugeordnete Ende des ersten Koppelarms ausübende Drehmoment zur Beschleunigung
des Koppelgetriebes und des diesem zugeordneten Längsfaltflügels aus der Ausgangsstellung
relativ klein. Erst wenn das Koppelgetriebe mit dem Längsfaltflügel in Bewegung gesetzt
ist, ändert sich die Relativposition insbesondere zwischen dem ersten und zweiten
Koppelarm derart, dass der jeweilige Längsfaltflügel zunehmend schneller in die Längsfaltposition
bewegt wird. Gegebenenfalls kann es sich analog beim Abbremsen des jeweiligen Längsfaltflügels
nach Beendigung des Längsfaltvorgangs verhalten.
[0011] Eine vorteilhafte Weiterbildungsmöglichkeit der Erfindung besteht darin, den letzten
Koppelarm des Koppelgetriebes, der dem jeweiligen Längsfaltflügel zugeordnet ist,
als einen Winkelarm und/oder mehrarmigen Koppelarm auszubilden. Demnach verfügt dieser
Koppelarm über mehr als zwei Stellen, die eine Schwenkachse und Drehachsen zur Anlenkung
am Längsfaltflügel und an einem vorangehenden Koppelarm bilden.
[0012] Vorzugsweise ist mit einem Ende der Koppelarm gelenkig mit jeweils einem Längsfaltflügel
verbunden, während das gegenüberliegende Ende an eine ortsfeste Schwenkachse angelenkt
ist, die parallel zur Transportrichtung des zu faltenden Bekleidungsstücks oder eines
anderen textilen Gegenstands verläuft. Zwischen den Enden des dritten Koppelarms ist
ein freies Ende des zum Beispiel zweiten Koppelarms des Koppelgetriebes angelenkt.
Infolge der Anlenkung dieses dritten Koppelarms an einer ortsfesten Schwenkachse kann
das Koppelgetriebe eine definierte Bewegung ausführen und dabei der jeweilige Längsfaltflügel
auf einer definierten Bahn verschwenkt werden. Dabei kann der Längsfaltflügel zur
Anpassung an unterschiedliche Gewebe- bzw. Materialdicken des jeweils zu faltenden
Textilgegenstands auch relativ zum ihm zugeordneten Ende des dritten Koppelarms verschwenkt
werden.
[0013] Bevorzugt ist es vorgesehen, die Abtriebswelle des Servomotors parallel verlaufend
zur ortsfesten Schwenkachse des am jeweiligen Längsfaltflügel angelenkten dritten
Koppelarms anzuordnen. Durch die parallele Drehachse der Abtriebswelle des Servomotors
und Schwenkachse des dritten Koppelarms sind alle Koppelarme des Koppelgetriebes in
einer Ebene bewegbar, die quer zur Dreh- und Schwenkachse verläuft.
[0014] Eine andere vorteilhafte Ausgestaltungsmöglichkeit der Vorrichtung sieht es vor,
dass der dem jeweiligen Längsfaltflügel zugeordnete dritte Koppelarm abgewinkelt ist,
vorzugsweise um mehr als 90°, insbesondere 120° bis 160°. Dadurch lässt sich das gesamte
Koppelgetriebe raumsparend ausbilden. Infolge der Abwinklung kann der dritte Koppelarm
an seiner ortsfesten Schwenkachse, der Längsfaltklappe und dem vorangehenden, vorzugsweise
zweiten, Koppelarm angelenkt werden. Bevorzugt verfügt der abgewinkelte dritte Koppelarm
über zwei freie Enden, bei denen ein freies Ende der ortsfesten Schwenkachse und das
andere freie Ende der Längsfaltklappe zugeordnet ist. An einer zwischen diesen Enden
liegenden Stelle ist der abgewinkelte dritte Koppelarm mit einem vorangehenden Koppelarm
gelenkig verbunden. Diese Stelle liegt bevorzugt dichter an dem am Längsfaltflügel
angekoppelten Ende des dritten Koppelarms als dem seiner ortsfesten Schwenkachse zugeordneten
Ende. Das trägt auch zur angestrebten Untersetzung zu Beginn des Faltvorgangs, nämlich
zum Herausbewegen des jeweiligen Längsfaltflügels aus seiner heruntergeschwenkten
Ausgangsstellung und/oder zum Abbremsen des jeweiligen Längsfaltflügels in der um
vorzugsweise 180° umgeschwenkten Längsfaltstellung, bei.
[0015] Es ist denkbar, die Vorrichtung mit weiteren Servomotoren zu versehen. Ein Servomotor
ist bevorzugt einem Zuführförderer von an Bügeln hängenden Bekleidungsstücken oder
sonstigen Textilien in Richtung zur ersten Faltstation, beispielsweise einer Querfaltstation
oder der Längsfaltstation, zugeordnet. Ein anderer Servomotor kann einem Abförderer
zum Herausziehen eingeklappter Bügel aus den Bekleidungsstücken oder sonstigen Textilien
und zum Abtransport leerer Bügel zugeordnet sein. Auch im Zusammenhang mit den vorgenannten
Transportaufgaben erfüllen Servomotoren wegen ihrer individuellen Steuerungsmöglichkeiten
und relativ großer Geschwindigkeiten kurze Taktzeiten und/oder einen exakten, störungsfreien
Bewegungsablauf der Vorrichtung.
[0016] Ein bevorzugtes Ausführungsbeispiel der Vorrichtung wird nachfolgend anhand der Zeichnung
näher erläutert. In dieser zeigen:
- Fig. 1
- eine schematische, teilweise geschnittene Seitenansicht der Vorrichtung,
- Fig. 2
- einen Querschnitt durch eine Längsfaltstation mit beiden sich in der Ausgangsstellung
befindenden Längsfaltflügeln,
- Fig. 3
- einen Querschnitt durch die Längsfaltstation analog zu Fig. 2 mit einem teilweise
hochgeschwenkten Längsfaltflügel,
- Fig. 4
- einen Schnitt durch die Längsfalteinrichtung analog zu den Fig. 2 und 3 bei einem
in die Endfaltstellung verschwenkten Längsfaltflügel,
- Fig. 5
- eine vereinfachte Prinzipdarstellung der Längsfaltstation mit einem in der Ausgangsstellung
(analog zu Fig. 2) sich befindenden Längsfaltflügel, und
- Fig. 6
- eine Darstellung analog zu Fig. 5 mit in der Endfaltstellung (analog zur Fig. 4) sich
befindendem Längsfaltflügel.
[0017] Die Fig. 1 zeigt schematisch eine Vorrichtung zum Falten und anschließenden Stapeln
von Bekleidungsstücken 10 oder auch anderen textilen Gegenständen. Die Vorrichtung
verfügt über eine Falteinrichtung 11 und eine dieser nachgeordneten Stapeleinrichtung
12. Der hier gezeigten Vorrichtung werden die Bekleidungsstücke 10 an in den Figuren
nicht gezeigten Transportbügeln hängend zugeführt. Die Erfindung ist aber hierauf
nicht beschränkt. Die Bekleidungsstücke 10 können auf andere Weise der Vorrichtung
zugeführt werden. Außerdem eignet sich die Erfindung auch für Vorrichtungen, die über
keine Stapeleinrichtung 12 verfügen.
[0018] Die Zufuhr des jeweils an einem Transportbügel hängenden Bekleidungsstücks 10 zur
Falteinrichtung 11 der Vorrichtung erfolgt mit einem Bügelzuführförderer 13. Dieser
verfügt über eine vorzugsweise geradlinige Förderstrecke, an der Bügelhaken der Transportbügel
hängen, und zwar vorzugsweise an einem Schlitten, der von einem Förderstrang längs
der Förderstrecke des Bügelzuführförderers 13 weiterbewegt wird. Der Förderstrang
des Bügelzuführförderers 13 wird von einem Servomotor 14 angetrieben.
[0019] Gegen Ende des Bügelzuführförderers 13 gelangen die Bekleidungsstücke 10 auf einen
Zuförderer 15. Sobald die Bekleidungsstücke 10 den Zuförderer 15 erreicht haben, wird
der Transportbügel eingeklappt und von einem leicht in Förderrichtung ansteigenden
Bügelauszugförderer 16 aus dem Bekleidungsstück 10 herausgezogen und abtransportiert.
Dabei hängen die Transportbügel mit ihren Bügelhaken auch an einem Schlitten eines
Bügelauszugförderers 16, der von einem umlaufenden Förderstrang entlang der Förderstrecke
des Bügelauszugförderers 16 weitertransportiert wird. Der Antrieb des Förderstrangs
des Bügelauszugförderers 16 erfolgt durch einen weiteren, dem Bügelauszugförderer
16 zugeordneten Servomotor 17.
[0020] Vom Zuförderer 15 gelangt das jeweilige Bekleidungsstück 10 in den Bereich einer
ersten Querfaltstation 18. Der Zuförderer 15 kann bereits Bestandteil der ersten Querfaltstation
18 sein, nämlich einen ersten Förderer derselben bilden. Bei Bekleidungsstücken 10
mit Ärmeln werden diese vor Erreichen der ersten Querfaltstation 18 oder am Anfang
derselben vor der ersten Querfaltung des Bekleidungsstücks 10 umgelegt auf ein Rumpfteil
des Bekleidungsstücks 10. Die erste Querfaltstation 18 ist in an sich bekannter Weise
mit einem Reversier- und/oder Zwischenförderer 19 versehen, der durch Antrieb in unterschiedliche
Richtungen das Bekleidungsstück 10 durch einen Querfaltspalt transportiert und dabei
zwei jeweils eine Hälfte des Bekleidungsstücks 10 umfassende Lagen des Bekleidungsstücks
10 übereinanderlegt. Von einem Zwischenförderer 19 wird dann das mit einer ersten
Querfaltung versehene Bekleidungsstück 10 zur Längsfaltstation 20 transportiert.
[0021] Die Längsfaltstation 20 verfügt über ein im gezeigten Ausführungsbeispiel ortsfestes
Mitteilteil 21 und zwei gegenüberliegenden Längsrändern 22 zugeordnete Längsfaltflügel
23. Die Längsfaltflügel 23 sind gleich ausgebildet, jedoch in einer spiegelverkehrten
Orientierung den gegenüberliegenden Längsrändern 22 des Mitteilteils 21 zugeordnet.
Das Mitteilteil 21 der Längsfaltstation 20 der gezeigten Vorrichtung ist als ein Gurtförderer
ausgebildet mit mehreren nebeneinanderliegenden, schmalen umlaufenden Fördergurten
oder nur einem breiten umlaufenden Fördergurt, wovon das Bekleidungsstück 10 in die
Längsfaltstation 20 eintransportierbar und nach dem Längsfalten abtransportierbar
ist. Die Förderrichtung des nur einen Fördergurts oder auch mehrere nebeneinanderliegende
Fördergurte aufweisenden Mitteilteils 21 verläuft in Längsrichtung der Längsfaltstation
20 und der Längsränder 22 des Mittelteils 21. Die Längsrichtung der Längsfaltflügel
23 entspricht auch der Förderrichtung.
[0022] Die Längsfaltstation 20 weist vorzugsweise zwei Faltschablonen oder gegebenenfalls
auch nur eine in den Figuren nicht dargestellte Faltschablone auf. Hierbei handelt
es sich um längliche Zungen, die durchgehend über die gesamte Längsrichtung der Längsfaltstation
20, insbesondere ihres Mitteilteils 21, verlaufen. Bei mehreren Faltschablonen sind
diese in der Nähe der Längsränder 22 mit Abstand oberhalb des Obertrums des Gurtförderers
des Mittelteils 21 angeordnet, wobei gegebenenfalls der Abstand der Faltschablonen
zueinander bzw. untereinander verändert werden kann zur Anpassung an die gewünschte
Faltbreite des Bekleidungsstücks 10 in der Längsfaltstation 20. Das jeweilige Bekleidungsstück
10 wird zwischen der mindestens einen Faltschablone und dem Obertrum des Gurtförderers
des Mittelteils 21 hindurch in und durch die Längsfaltstation 20 transportiert. Dabei
befindet sich die mindestens eine Faltschablone über dem jeweils längs zu faltenden
Bekleidungsstück 10. Auf dem Gurtförderer des Mittelteils 21 zum Hindurchfördern der
Bekleidungsstücke 10 durch die Längsfaltstation 20 liegt das längs zu faltenden Bekleidungsstück
10 auf.
[0023] In der Längsfaltstation 20 werden gegenüberliegende Randbereiche des Bekleidungsstücks
10 nacheinander um etwa 180° umgelegt auf die sich auf dem Mitteilteil 21 der Längsfaltstation
20 befindende Rumpfmitte des Bekleidungsstücks 10.
[0024] Nach dem Längsfalten in der Längsfaltstation 20 wird das einmal quer und einmal längs
gefaltete Bekleidungsstück 10 bei der hier gezeigten Vorrichtung durch eine nachfolgende
zweite Querfaltstation 24 transportiert und in dieser bedarfsweise (also optional)
ein zweites Mal quer gefaltet. Auch diese zweite Querfaltstation 24 ist in an sich
bekannter Weise ausgebildet.
[0025] Die fertig gefalteten Bekleidungsstücke 10 werden von der zweiten Querfaltstation
24 zu einer Abstapelstation 25 transportiert. Diese verfügt über einen Ablagetisch,
der als ein kurzer Gurtförderer 26 ausgebildet ist. Der kurze Gurtförderer 26 ist
von einer Hubeinrichtung 27 auf- und abbewegbar, und zwar vorzugsweise taktweise.
Dadurch bilden der kurze Gurtförderer 26 und die diesem zugeordnete Hubeinrichtung
27 der Abstapelstation 25 ein Hubband. Die Hubeinrichtung 27 verfügt über einen Linearantrieb
28 zum taktweisen Auf- und Abbewegen des Gurtförderers 26. Die Betätigung des Linearantriebs
erfolgt durch einen Servomotor 29. Dadurch ist vom Linearantrieb 28 der kurze Gurtförderer
26 rasch und um einen exakt den Anforderungen entsprechenden Weg absenkbar. Dieses
Absenken erfolgt derart, dass auf dem kurzen Gurtförderer 26 der Abstapelstation 25
gefaltete Bekleidungsstücke 10 nach und nach übereinander abgelegt werden können zur
Bildung eines Stapels. Nachdem auf dem kurzen Gurtförderer 26 der Abstapelstation
25 die gewünschte Anzahl von gefalteten Bekleidungsstücken 10 abgelegt worden ist,
also der Stapel mit mehreren Bekleidungsstücken 10 komplett ist, wird vom Linearantrieb
28 der kurze Gurtförderer 26 mit dem daraufliegenden Stapel mehrerer gefalteteter
Bekleidungsstücke 10 zunächst herabgefahren und anschließend wieder hochgefahren zum
den Anforderungen entsprechenden Zusammenpressen des Stapels. Dazu wird vor dem erneuten
Hochfahren der Hubeinrichtung 27 ein Gegenhalter, beispielsweise eine Andruckplatte,
über den Stapel gefahren und der Stapel von unten gegen diese Andruckplatte gepresst,
und zwar mit einer vorbestimmten Kraft. Danach wird vom Linearantrieb 28 der kurze
Gurtförderer 26 mit dem darauf befindlichen Stapel wieder etwas heruntergefahren und
durch einen Antrieb des kurzen Gurtförderer 26 der Stapel auf ein in der Fig. 1 nicht
gezeigtes Abförderband übergeben. Dazu ist der kurze Gurtförderer 26 und die Abstapelstation
25 mit einem eigenen Antrieb versehen. Dieser Antrieb kann auf verschiedene Weise
realisiert werden. Beispielsweise kann es sich beim Antrieb auch um einen separaten,
eigenen Servomotor des kurzen Gurtförderers 26 handeln.
[0026] Jeder der gleich ausgebildeten und spiegelverkehrt den gegenüberliegenden Längsrändern
22 des Mittelteils 21 der Längsfaltstation 20 zugeordneten Längsfaltflügel 23 ist
von einem Servoantrieb, vorzugsweise einem elektrisch betriebenen Servomotor 30, um
eine mit parallelem Abstand neben dem jeweiligen Längsrand 22 des Mittelteils 21 verlaufende
Drehachse 31 in entgegengesetzten Richtungen um etwa 180° umklappbar. Dabei verlaufen
die Drehachsen 31 wie die Längsränder 22 des Mittelteils 21 in Längsrichtung der Längsfaltstation
20.
[0027] Die Fig. 2 zeigt beide Längsfaltflügel 23 in ihrer horizontalen Ausgangsstellung
auf gegenüberliegenden Seiten des Mittelteils 21. Die in der Ausgangsstellung horizontalen
Auflageflächen 32 für das Bekleidungsstück 10 auf den Längsfaltflügeln 23 verlaufen
dabei etwa in der gleichen horizontalen Ebene der Längsfaltstation 20. Dabei verbreitern
die Auflageflächen 32 des Längsfaltflügels 23 das Mittelteil 21 auf beiden Seiten.
Auf der Auflagefläche 32 jedes Längsfaltflügels 23 liegt ein Randbereich des in der
Längsfaltstation 20 von jedem Längsfaltflügel 23 längs zu faltenden Bekleidungsstücks
10 auf. Dieser Randbereich ist vorzugsweise etwas schmaler als ein Mittelbereich des
Bekleidungsstücks 10, der auf dem Mittelteil 21 der Längsfaltstation 20 aufliegt.
Demzufolge sind die Auflageflächen 32 der Längsfaltflügel 23 etwas schmaler als die
Breite des Mittelteils 21.
[0028] Zwischen jedem Längsfaltflügel 23 und dem Servomotor 30 zum Verschwenken jedes Längsfaltflügels
23 ist ein Koppelgetriebe 33 vorgesehen. Die Koppelgetriebe 33 beider Längsfaltflügel
23 sind abgesehen von ihrer spiegelverkehrten Anordnung gleich ausgebildet. Jedes
Koppelgetriebe 33 verfügt im Wesentlichen über drei Koppelarme, und zwar über einen
ersten Koppelarm 34, einen zweiten Koppelarm 35 und einen dritten Koppelarm 36. Der
erste Koppelarm 34 und der zweite Koppelarm 35 sind im Wesentlichen gerade ausgebildet.
Der erste Koppelarm 34 ist mit einem Ende unverdrehbar mit einer Abtriebswelle des
Servomotors 30 zum Betätigen des Koppelgetriebes 33 verbunden. Ein gegenüberliegendes
Ende des ersten Koppelarms 34 ist mit einem zu diesem weisenden Ende des zweiten Koppelarms
35 gelenkig, nämlich um eine horizontale Drehachse parallel zum Längsrand 22 des Mittelteils
21 verschwenkbar, verbunden. Ein gegenüberliegendes Ende des zweiten Koppelarms 35
ist an dem dritten Koppelarm 36 angelenkt, und zwar auch um eine Drehachse drehbar.
Diese Drehachse verläuft parallel zur Drehachse zwischen dem ersten Koppelarm 34 und
dem zweiten Koppelarm 35.
[0029] Der dritte Koppelarm 36 verfügt über einen bogenförmigen bzw. abgewinkelten Verlauf.
Der Bogen bzw. die Abwinklung erstreckt sich über einen Bereich von 110° bis 160°,
vorzugsweise 120° bis 150°. Im gezeigten Ausführungsbeispiel betragen die Abwinklung
oder der Bogenbereich etwa 135°. Ein Ende des dritten Koppelarms 36 ist mit einer
Schwenkachse 37 drehbar verbunden. Diese Schwenkachse 37 definiert gleichzeitig die
Drehachse 31 des jeweiligen Längsfaltflügels 23. Die Schwenkachse 37 verläuft parallel
neben jeweils einem Längsrand 22 des Mittelteils 21, und zwar mit geringem Abstand
neben dem Längsrand 22 und etwas unter dem Obertrum des Gurtförderers des Mittelteils
21. Ein gegenüberliegendes Ende des dritten Koppelarms 36 ist um eine Drehachse 38
schwenkbar am jeweiligen Längsfaltflügel 23 angelenkt. Diese Drehachse 38 verläuft
parallel zur Schwenkachse 37. Die Drehachse 38 ist außermittig dem Längsfaltflügel
23 zugeordnet, und zwar so, dass sie um etwa ein Viertel der Breite des Längsfaltflügels
23 von seinem äußeren Rand 39 entfernt ist.
[0030] Mit Abstand von der Drehachse 38 ist dem Koppelarm 36 eine weitere Schwenkachse 40
zugeordnet, an der gelenkig der zweite Koppelarm 35 angelenkt ist, und zwar mit seinem
dem am ersten Koppelarm 34 angelenkten Ende gegenüberliegenden Ende. Die Drehachse
40 befindet sich dichter an der Drehachse 38 an einem Ende des Koppelarms 36 als an
der Schwenkachse 37 des gegenüberliegenden Endes des Koppelarms 36. Infolge der abgewinkelten
bzw. bogenförmigen Ausbildung des dritten Koppelarms 36 liegt die Drehachse 40 nicht
auf einer Linie zwischen der Schwenkachse 37 und der Drehachse 38, sondern (bezogen
auf die Darstellung der Fig. 2) unterhalb dieser Linie. Aufgrund dessen liegen die
Schwenkachse 37 und die Drehachsen 38 und 40 des dritten Koppelarms 36 auf den Ecken
eines Dreiecks. Hierbei handelt es sich um ein ungleichschenkliges Dreieck, wobei
die Drehachse 40 etwas dichter an der Drehachse 38 liegt.
[0031] Die Fig. 3 zeigt eine Zwischenstellung eines um etwa 90° hochgeschwenkten Längsfaltflügels
23, und zwar des (bezogen auf die Darstellung der Fig. 3) linken Längsfaltflügels
23. Die Fig. 4 zeigt den linken Längsfaltflügel 23 in der Endfaltstellung, also in
einer um etwa 180° gegenüber der in der Fig. 2 dargestellten Ausgangsstellung umgeschwenkten
Stellung, in der der linke Längsfaltflügel 23 den linken Randbereich des Bekleidungsstücks
10 längsgefaltet hat, so dass dieser längsgefaltete linke Randbereich des Bekleidungsstücks
10 auf dem Mittelteil desselben liegt und die in Längsrichtung verlaufende Längsfaltlinie
sich etwa über dem linken Längsrand 22 des Mittelteils 21 befindet. Diese Position
der linken Längsfaltlinie bezogen zum linken Längsrand 22 des Mittelteils 21 wird
durch die entsprechende Faltschablone vorherbestimmt. Durch Verstellung der Faltschablonen
ist es denkbar, dass die Längsfaltlinie zwar parallel zum linken Längsrand 22 des
Mittelteils 21 verläuft, aber vom Längsrand 22 in Richtung zur Mitte des Mittelteils
21 etwas nach innen versetzt ist.
[0032] Die Fig. 5 und 6 zeigen die Ausgangsstellung und die Endfaltstellung des linken Längsfaltflügels
23 bei schematisch dargestelltem Koppelgetriebe 33.
[0033] Aus der schematischen Darstellung des Koppelgetriebes 33 wird ersichtlich, dass der
erste und der zweite Koppelarm 34, 35 etwa gleich lang sind. Am dritten Koppelarm
36 ist der Abstand der Schwenkachse 37 zur Drehachse 38 etwa genauso groß wie die
Länge der Koppelarme 34, 35. Dieser Abstand kann aber auch geringer sein, vorzugsweise
um 10% bis 20%.. Der Abstand der dritten Achse, nämlich der Drehachse 40, des Koppelarms
36 von einer gedachten Verbindungslinie zwischen der Schwenkachse 37 und der Drehachse
38 ist hingegen etwas kleiner als der Abstand zwischen der Schwenkachse 37 und der
Drehachse 38, beträgt nur etwa zwei Drittel des gesamten Abstands zwischen der Schwenkachse
37 und der Drehachse 38.
[0034] Aus der die Ausgangsstellung des Koppelgetriebes mit dem Längsfaltflügel 23 zeigenden
Darstellung der Fig. 5 wird ersichtlich, dass zu Beginn des Schwenkvorgangs des Längsfaltflügels
23 der erste und der zweite Koppelarm 34 und 35 unter einem spitzen Winkel zueinander
verlaufen (gemessen an den miteinander verbundenen und zueinander gerichteten Enden
der Koppelarme 34 und 35). Dieser spitze Winkel beträgt im gezeigten Ausführungsbeispiel
etwa 25°, kann aber hiervon um +/- 20° abweichen. Infolge dieses spitzen Winkels der
Koppelarme 34 und 35 in der Ausgangsstellung des Längsfaltflügels 23 und des Koppelgetriebes
33 ist anfänglich eine Untersetzung des Schwenkwegs der Abtriebswelle des Servomotors
30 zum Verschwenkwinkel des jeweiligen Längsfaltflügels 23 gegeben. Diese Untersetzung
beträgt im gezeigten Ausführungsbeispiel etwa 0,4 bis 0,6. Das heißt, bei einem Schwenkwinkel
der Abtriebswelle des Servomotors 30 von zum Beispiel 10° wird der Längsfaltflügel
23 um seine Schwenkachse 37 nur um etwa 4° bis 6° verschwenkt. Dadurch ist es mit
einem relativ kleinen Servomotor 30, insbesondere einem Servomotor mit relativ geringer
Leistung bzw. einem relativen geringen Drehmoment, möglich, die Massenträgheit des
Längsfaltflügels 23 und der Komponenten des Koppelgetriebes 33 bei einem Beschleunigen
des Längsfaltflügels 23 aus seiner Ruhestellung zu überwinden. Analog verhält es sich
beim Abbremsen bzw. Verzögern des Längsfaltflügels 23 vor Erreichen seiner in den
Fig. 4 und 6 dargestellten Endfaltstellung. Jedoch ist hier eine kleinere oder keine
Untersetzung vorgesehen. Gegebenenfalls kann das Abbremsen auch mit einer geringfügigen
Übersetzung, die von der Übersetzung in Bewegung des Längsfaltflügels 23 zwischen
der Ausgangs- und der Endfaltstellung deutlich abweicht, erfolgen. Die Übersetzung
beim Abbremsen bzw. Verzögern des Längsfaltflügels 23 beträgt nur etwa 1,4 bis 1,7.
Das heißt, bei 10° Winkelbewegung der Abtriebswelle des Servomotors 30 wird der Längsfaltflügel
23 zwischen 14° bis 17° verschwenkt.
[0035] Zwischen der Ausgangsstellung und Endfaltstellung ermöglicht das Koppelgetriebe eine
höhere Übersetzung, bei der der Längsfaltflügel 23 bezogen auf den Drehwinkel der
Abtriebswelle des Servomotors 30 um einen vielfach größeren Schwenkbereich verschwenkt
werden kann. Das führt zu einer in allen Schwenkphasen des jeweiligen Längsfaltflügels
23 nahezu vollständigen Ausnutzung der zur Verfügung stehenden Leistung und/oder des
zur Verfügung stehenden Drehmoments des Servomotors 30. Aufgrund dessen ermöglicht
es das Koppelgetriebe 33, einen hinsichtlich der Leistung bzw. des maximalen Drehmoments
und auch der Baugröße relativ klein dimensionierten Servomotor 30 einzusetzen.
[0036] Darüber hinaus ist das Koppelgetriebe 33 so ausgebildet, dass zumindest in der Ausgangsstellung
des jeweiligen Längsfaltflügels 23 die Abtriebsachse des Servomotors 30 und die Drehachse
40, womit das freie Ende des zweiten Koppelarms 35 mit dem dritten Koppelarm 36 verbunden
ist, dicht beieinanderliegen. Vorzugsweise ist vorgesehen, dass in der Ausgangsstellung
die Drehachse 40 zwischen dem zweiten Koppelarm 35 und dem dritten Koppelarm 36 sowie
die Abtriebsachse des Servomotors 30 am dichtesten zusammenliegen. Demzufolge wird
der Abstand zwischen der Drehachse 40 und der Abtriebsachse des Servomotors 30 ausgehend
von der Ausgangsstellung des Längsfaltflügels 23 zunehmend größer. Der Abstand kann
aber während des Verschwenkens des Längsfaltflügels 23 vor Erreichen der Endfaltstation
der Längsfaltklappe 23 wieder kleiner werden. Die Abtriebswelle des Servomotors 30
und die Schwenkachse 37 des dritten Koppelarms 36 des Koppelgetriebes 33 verändern
ihren Abstand nicht, weil es sich dabei um fixe Endpunkte des Koppeltriebes 33 handelt.
Der Abstand der Schwenkachse 37 zur Längsmittelachse der Abtriebswelle des Servomotors
30 ist aber relativ klein gewählt, indem er ein Drittel bis zwei Drittel, vorzugsweise
die halbe Länge, des ersten Koppelarms 34 und/oder zweiten Koppelarms 35 entspricht.
[0037] Der Servomotor 30 ist ebenso wie die übrigen Servomotoren elektromotorisch angetrieben.
Es handelt sich hierbei um Elektromotoren mit speicherprogrammierbaren Steuerungen
(SPS Steuerungen). Solche Servomotoren, insbesondere der Servomotor 30, lassen sich
hinsichtlich ihrer Drehzahl und damit hinsichtlich des maximal abgebbaren Drehmoments
exakt bedarfsgerecht steuern. Insbesondere können die Servomotoren beliebig programmiert
werden, insbesondere mit beliebigen Drehzahlverläufen. Auch ist es möglich, zumindest
Servomotoren 30 für die Betätigung der Koppelgetriebe 33 der Längsfaltflügel 23 lastsensitiv
zu steuern. Dann ist es möglich, den Faltweg und Faltwinkel der Längsfaltflügel 23
an unterschiedliche Materialien, insbesondere unterschiedlich dicke Materialien, der
Bekleidungsstücke 10 anzupassen. Das kann derart erfolgen, dass die Längsfaltflügel
23 in ihrer Endfaltstellung unabhängig von der Materialdicke der Bekleidungsstücke
10 stets eine gleiche Druckkraft auf den längsgefalteten äußeren Randbereich des betreffenden
Bekleidungsstücks 10 ausüben. Außerdem ist es möglich, diese Druckkraft nach Art des
Gewebes der Bekleidungsstücke 10 zu variieren. Dadurch gewährleisten die Servoantriebe,
insbesondere die den Längsfaltflügeln 23 zugeordneten Servomotoren 30, ein bedarfsgerechtes
Falten der Bekleidungsstücke 10, und zwar gegebenenfalls auch in Abhängigkeit von
ihrer Gewebeart, Gewebedicke und/oder der Verwendungszweck bzw. die Art des Bekleidungsstücks
10.
Bezugszeichenliste:
| 10 |
Bekleidungsstück |
36 |
Koppelarm |
| 11 |
Falteinrichtung |
37 |
Schwenkachse |
| 12 |
Stapeleinrichtung |
38 |
Drehachse |
| 13 |
Bügelzuführförderer |
39 |
äußerer Rand |
| 14 |
Servomotor |
40 |
Drehachse |
| 15 |
Zuförderer |
|
|
| 16 |
Bügelauszugförderer |
|
|
| 17 |
Servomotor |
|
|
| 18 |
erste Querfaltstation |
|
|
| 19 |
Zwischenförderer |
|
|
| 20 |
Längsfaltstation |
|
|
| 21 |
Mitteilteil |
|
|
| 22 |
Längsrand |
|
|
| 23 |
Längsfaltflügel |
|
|
| 24 |
zweite Querfaltstation |
|
|
| 25 |
Abstapelstation |
|
|
| 26 |
kurzer Gurtförderer |
|
|
| 27 |
Hubeinrichtung |
|
|
| 28 |
Linearantrieb |
|
|
| 29 |
Servomotor |
|
|
| 30 |
Servomotor |
|
|
| 31 |
Drehachse |
|
|
| 32 |
Auflagefläche |
|
|
| 33 |
Koppelgetriebe |
|
|
| 34 |
Koppelarm |
|
|
| 35 |
Koppelarm |
|
|
1. Vorrichtung zum Falten von Textilien, vorzugsweise Bekleidungsstücken (10), mit mindestens
einer Längsfaltstation (20), die wenigstens eine Faltschablone und mindestens einen
von einem Antrieb schwenkbaren Längsfaltflügel (23) aufweist, dadurch gekennzeichnet, dass der Antrieb des mindestens einen Längsfaltflügels (23) als ein Servoantrieb ausgebildet
ist.
2. Vorrichtung nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, dass der Servoantrieb über ein vorzugsweise mehrgliedriges Koppelgetriebe (33) mit dem
oder dem jeweiligen Längsfaltflügel (23) verbunden ist.
3. Vorrichtung nach Anspruch 2, dadurch gekennzeichnet, dass das Koppelgetriebe (33) mindestens zwei an benachbarten Enden gelenkig miteinander
verbundene Koppelarme (34, 35) aufweist.
4. Vorrichtung nach Anspruch 2 oder 3, dadurch gekennzeichnet, dass eine drehend antreibbare Abtriebswelle des Servoantrieb mit einem freien Ende eines
ersten Koppelarms (34) unverdrehbar verbunden ist.
5. Vorrichtung nach einem der Ansprüche 2 bis 4, dadurch gekennzeichnet, dass das Koppelgetriebe (33) derart ausgebildet ist, dass beim anfänglichen Verschwenken
und/oder zum Schluss des Verschwenkens sich der Schwenkwinkel des jeweiligen Längsfaltflügels
(23) weniger ändert als der Drehwinkel der Abtriebswelle des Servorantriebs.
6. Vorrichtung nach einem der vorhergehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, dass das Koppelgetriebe (33) mindestens einen gelenkig mit dem ersten Koppelarm (34) verbundenen
zweiten Koppelarm (35) aufweist, der beim anfänglichen Verschwenken des jeweiligen
Längsfaltbügels (23) aus seiner Ausgangsstellung einen spitzen Winkel zum ersten Koppelarm
(34) einschließt, der vorzugsweise zwischen 15° und 45° liegt.
7. Vorrichtung nach einem der vorhergehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, dass der letzte (dritte) Koppelarm (36) als ein mehrarmiger Koppelarm (36) mit vorzugsweise
drei Ankopplungsstellen ausgebildet ist, dessen Anlenkungsstelle zwischen entgegengesetzten
Enden des Koppelarms (36) gelenkig mit dem freien Ende eines ihm in Richtung zum Servoantrieb
vorgeordneten zweiten Koppelarms (35) verbunden ist.
8. Vorrichtung nach einem der vorhergehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, dass ein letzter (dritter) Koppelarm (36) des Koppelgetriebes (33) mit einem Ende drehbar
mit dem ihm zugeordneten Längsfaltflügel (23) verbunden ist und ein gegenüberliegendes
Ende dieses Koppelarms an einer ortsfesten Drehachse (38) angelenkt ist.
9. Vorrichtung nach einem der vorhergehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, dass die Abtriebswelle des Servoantriebs parallel zur Schwenkachse (37) des am jeweiligen
Längsfaltflügel (23) angelenkten Koppelarms (36) verläuft.
10. Vorrichtung nach einem der vorhergehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, dass der dem Längsfaltflügel (23) zugeordnete Koppelarm (36) abgewinkelt ist, vorzugsweise
um mehr als 90°, insbesondere um 120° bis 160°.
11. Vorrichtung nach einem oder mehreren der vorhergehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, dass der Servoantrieb als Servomotor (30), vorzugsweise ein elektrisch betriebener Servomotor
(30), ausgebildet ist.
12. Vorrichtung nach einem der vorhergehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, dass ein Zuförderer (15) für an Bügeln hängenden Bekleidungsstücken (10) von einem Servomotor
(14) antreibbar ist.
13. Vorrichtung nach einem der vorhergehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, dass ein Abförderer von eingeklappten Bügeln von einem Servomotor (17) antreibbar ist.