[0001] Die Erfindung betrifft eine hydrostatische Ventilanordnung gemäß dem Oberbegriff
des Patentanspruchs 1, sowie eine hydrostatische Hebevorrichtung mit dieser Ventilanordnung
gemäß dem Patentanspruch 15.
[0002] Eine hydraulische oder hydrostatische Hebevorrichtungen, beispielsweise eine hydrostatische
Schiffshebevorrichtung, hat eine oder mehrere hydrostatische Pumpen, von der oder
denen eine oder mehrere hydrostatische Motoren oder hydrostatische Zylinder mit Druckmittel
versorgbar sind. Die Hydromotoren oder die Zylinder können bei Druckmittelbeaufschlagung
einen Hubmechanismus bewegen, so dass die Last, insbesondere ein Schiff, beispielsweise
entgegen der Schwerkraft bewegt wird.
[0003] Bei einer Schiffshebevorrichtung, insbesondere solchen mit Zahnstangensystemen, werden
beispielsweise mehrere hydraulisch parallel geschaltete Hydromotoren mit der oder
den Hydropumpen über Leitungen und insbesondere Schläuche zur Druckmittelversorgung
verbunden. Bei einem Bruch der Leitung oder des Schlauchs kann der unerwünschte und
gefährliche Effekt eintreten, dass es zu einem überraschenden Absinken der Last, des
Schiffes, kommt. Dies birgt eine erhebliche Gefahr, die es zu vermeiden gilt. Hinzu
kommt die negative Wirkung austretenden Druckmittels.
[0004] Beispielsweise zeigt die Druckschrift
US 6253 658 B1 eine Ventilanordnung mit einer Druckmittelquelle und einer Druckmittelsenke, die
über ein Richtungsventil mit einer Arbeitsleitung verbindbar sind, über die ein Bodenraum
eines Hebezylinders mit Druckmittel versorgbar ist. In der Arbeitsleitung ist ein
steuerdruckbelastetes Rückschlagventil eingesetzt.
[0005] Beim Heben der Last öffnet der anstehende Pumpendruck das Rückschlagventil und gibt
die Druckmittelverbindung frei. Zusätzlich weist die Ventilanordnung einen Umgehungsströmungspfad
auf, über den der Bodenraum unter Umgehung des Rückschlagventils mit dem Ausgang des
Richtungsventils verbindbar ist. Im Umgehungsströmungspfad ist ein absperrbares Wegeventil
mit zwei zusätzlichen Schaltstellungen für schnelles und langsames Absenken der Last
angeordnet. Über die Schaltstellung für schnelles Absenken wird ein ansonsten mit
Lastdruck belasteter Rückraum des Rückschlagventils druckentlastet, so dass Druckmittel
vom Bodenraum über das Rückschlagventil in den Tank fließen kann. In der langsamen
Schaltstellung bleibt das Rückschlagventil geschlossen, da dessen Rückraum den Lastdruck
aufweist und das Absenken erfolgt lediglich über die Bypassleitung langsam.
[0006] Nachteilig an dieser Lösung ist, dass im Falle des Bruches der Arbeitsleitung zwischen
der Druckmittelquelle und dem Rückschlagventil kein Absperren der Verbraucherversorgung
erfolgt, sondern dann lediglich das einsetzende Absenken der Last langsam anstatt
schnell erfolgt. Damit verbunden ist eine stete Entleerung des Bodenraums, also Leckage,
und dass die Last im Falle des Bruches nicht gehalten ist.
[0007] Diesem Nachteil wird beispielsweise in der von der Druckschrift
US 4353 286 gezeigten Lösung entgegengetreten. Dort ist eine Stranggussanlage mit zwei Differentialzylindern
zum Niederhalten einer Pressrolle offenbart. Die Bodenräume der Differentialzylinder
sind dabei über eine Sicherheitsventilanordnung mit einer Druckmittelquelle oder eine
Tank verbindbar. Zwischen der Druckmittelquelle und den Bodenräumen ist ein druckbelastetes
Rückschlagventil angeordnet. In Schließrichtung ist dieses permanent mit dem Druck
im Bodenraum der Zylinder und einer Federkraft belastet. Alternativ kann der Rückraum
mit Druckmittel hohen Drucks, das in einem Hydrospeicher vorgehalten ist, belastet
werden. Eine Steuerung der Druckmittelbeaufschlagung des Rückraums erfolgt dabei über
ein komplexes Schaltventil, das im Arbeitsbetrieb mit Steuerdruck in einer Stellung
beaufschlagt ist, in der der Rückraum mit der den Pumpendruck führenden Arbeitsleitung
verbunden ist. Über eine Volumenstromerfassungseinheit kann bei Bruch dieser Arbeitsleitung
ein daraus resultierender Leckagestrom detektiert werden und ein Signal an ein Schaltventil
gesendet werden, eine Steuerdruckleitung, über die das Druckauswahlventil zur Auswahl
des Drucks im Rückraum gesteuert wird, zu entlasten. Bei Bruch der Arbeitsleitung
wird folglich die Steuerdruckleitung entlastet, wodurch über das Druckauswahlventil
der Rückraum mit der "Notdruckmittelquelle" des Hydrospeichers verbunden wird und
so der im Rückraum schließend wirkende Druck des Rückschlagventils aufrechterhalten
wird. Aufgrund dessen, dass der in der Arbeitsleitung anstehende und auf das Rückschlagventil
öffnende Druck aufgrund des Bruchs abgefallen ist, schließt das Rückschlagventil.
[0008] Nachteilig an dieser Lösung ist, dass sie vorrichtungstechnisch und steuerungstechnisch
aufwendig ist. Insbesondere bedarf diese Lösung dem Vorhalten einer "Notdruckmittelquelle",
beispielsweise in Form eines Hydrospeichers, um das Absperren des Verbrauchers beim
genannten Bruch sicherzustellen.
[0009] Dem gegenüber liegt der Erfindung die Aufgabe zugrunde, eine hydrostatische Ventilanordnung
zur Druckmittelversorgung wenigstens eines hydrostatischen Verbrauchers, insbesondere
einer Hebeeinrichtung, und zu dessen Absperrung bei Leckage oder Bruch zu schaffen,
die vorrichtungstechnisch oder steuerungstechnisch einfach ausgestaltet ist. Des Weiteren
ist die Aufgabe, eine hydrostatische Hebeeinrichtung mit einer derartigen Ventilanordnung
zu schaffen.
[0010] Diese erste Aufgabe wird gelöst durch eine hydrostatische Ventilanordnung mit den
Merkmalen des Patentanspruchs 1, die zweite, durch eine hydrostatische Hebeeinrichtung
mit den Merkmalen des Patentanspruchs 15.
[0011] Vorteilhafte Weiterbildungen der Ventilanordnung sind in den Patentansprüchen 2 bis
14 beschrieben.
[0012] Eine hydrostatische Ventilanordnung zur Druckmittelversorgung eines hydrostatischen
Verbrauchers, insbesondere dem einer Hebeeinrichtung, und zu dessen Absperrung bei
Leckage oder Bruch, hat einen ersten Arbeitsströmungspfad von einem ersten Druckanschluss,
über ein erstes Sperrventil hin zu einem ersten Verbraucheranschluss der Ventilanordnung.
Dabei ist ein Ventilkörper des ersten Sperrventils in Schließrichtung mit einem Schließdruck
beaufschlagbar, insbesondere beaufschlagt. Erfindungsgemäß weist die Ventilanordnung
einen druckbeaufschlagten ersten Strömungspfad, der über eine Drosselstelle hin zum
ersten Verbraucheranschluss vorgesehen. Dabei ist der Schließdruck in Abhängigkeit
eines Drucks stromab der Drosselstelle, insbesondere auf einen Wert zu dem das erste
Sperrventil absperrt, erhöhbar.
[0013] Ein Bruch einer Leitung oder eines Schlauches stromab des ersten Arbeitsanschlusses
führt an diesem zu einem Druckabfall und aufgrund der Druckbeaufschlagung des ersten
Strömungspfades zu einem Volumenstrom in diesem. Aufgrund der Drosselwirkung der Drosselstelle
sinkt dadurch auch der Druck stromab der Drosselstelle, was dann als ein geeignetes
und verlässliches Signal zur ausreichenden Erhöhung des Schließdrucks, bis hin zum
Schließen des ersten Sperrventils, dient.
[0014] In einer Weiterbildung, insbesondere zur Anbindung des Verbrauchers an die Ventilanordnung
mit Vor- und Rücklauf, weist die Ventilanordnung einen zweiten Arbeitsströmungspfad
von einem zweiten Druckanschluss, über ein zweites Sperrventil hin zu einem zweiten
Verbraucheranschluss auf, wobei ein Ventilkörper des zweiten Sperrventils in Schließrichtung
mit dem Schließdruck beaufschlagbar ist. Um die beschriebene Absperrfunktionalität
auch für den Bruch einer an den zweiten Verbraucheranschluss angeschlossenen Leitung
bereitzustellen, weist diese Weiterbildung eine druckbeaufschlagten zweiten Strömungspfad
über die Drosselstelle hin zum zweiten Verbraucheranschluss auf.
[0015] Der oder die Druckanschlüsse sind mit einer Druckmittelquelle, beispielsweise einer
Hydromaschine, insbesondere einer Hydropumpe, fluidisch verbindbar, insbesondere verbunden.
[0016] In einer Weiterbildung ist der erste Strömungspfad in Abhängigkeit eines Drucks oder
Druckgradienten am ersten Verbraucheranschluss aufsteuerbar und ansonsten zugesteuert.
Insbesondere ist der erste Strömungspfad oberhalb eines vorbestimmten Druckwertes
am ersten Verbraucheranschluss zugesteuert und erst bei Absinken des Drucks unterhalb
dieses Wertes aufgesteuert. Das Absinken unter den Wert ist dann das Signal zum Aufsteuern
des ersten Strömungspfades und der Ausbildung des Druckmittelvolumenstroms darin,
und bewirkt so die Absperrung zumindest des ersten Verbraucheranschlusses.
[0017] In einer Weiterbildung ist analog dazu der zweite Strömungspfad in Abhängigkeit eines
Drucks oder Druckgradienten am zweiten Verbraucheranschluss aufsteuerbar und ansonsten
zugesteuert.
[0018] In einer Weiterbildung ist zum Zwecke der Auf- und Zusteuerung des ersten Strömungspfades
stromab der Drossel ein erstes Ventil, insbesondere ein 2/2-Wegeschaltventil, vorgesehen.
Dieses hat eine Öffnungsstellung, in der die Drossel mit dem ersten Arbeitsanschluss
fluidisch verbindbar oder verbunden ist, und eine Schließstellung, in der die Drossel
vom ersten Arbeitsanschluss fluidisch getrennt ist.
[0019] Natürlich bietet sich diese Art der Weiterbildung auch bei Vorhandensein des zweiten
Strömungspfades an, indem stromab der Drossel ein zweites Ventil, insbesondere ein
2/2-Wegeschaltventil, vorgesehen ist, das eine Öffnungsstellung hat, in der die Drossel
mit dem zweiten Arbeitsanschluss fluidisch verbindbar ist, und das eine Schließstellung
hat, in der die Drossel vom zweiten Arbeitsanschluss fluidisch getrennt ist.
[0020] Beide letztgenannten Weiterbildungen haben den Vorteil, dass der jeweilige Strömungspfad
(erster, zweiter) im Normalbetrieb ganz geschlossen ist, wodurch eine Leckage über
ihn weitestgehend unterbunden ist.
[0021] In einer Weiterbildung ist ein Ventilkörper des ersten Ventils in die Öffnungsstellung
mit einem vorbestimmten Druckäquivalent, insbesondere dem einer Feder, und in die
Schließstellung mit dem am ersten Verbraucheranschluss anstehenden Druck belastet.
Sinkt der Druck am ersten Verbraucheranschluss unter den Sollwert des vorbestimmten
Druckäquivalents ab, so wird auf dieses Weise mit einfachsten vorrichtungstechnischen
Mitteln (Feder) der Volumenstrom über die Drosselstelle und schlussendlich die Absperrung
zumindest des ersten Sperrventils verursacht.
[0022] Auch hier bietet sich diese Art der Weiterbildung bei Vorhandensein des zweiten Strömungspfades
an, indem ein Ventilkörper des zweiten Ventils in die Öffnungsstellung mit einem vorbestimmten
Druckäquivalent, insbesondere dem einer Feder, und in die Schließstellung mit dem
am zweiten Verbraucheranschluss anstehenden Druck belastet ist.
[0023] In einer Weiterbildung ist im ersten Strömungspfad und außerhalb des ersten Arbeitsströmungspfad,
zwischen dem ersten Ventil und dem ersten Verbraucheranschluss, eine Dämpfungsblende
oder Dämfungsdrossel vorgesehen, um zufällige, negative Druckspitzen / Druckabsenkungen
am ersten Verbraucheranschluss, die nicht von einem Bruch verursacht, sondern rein
betriebsbedingt und nicht permanent sind, zu dämpfen. So ist eine Fehlauslösung der
Absperrung verhinderbar.
[0024] Auch diese Weiterbildung bildet sich für Ausführungen mit zweitem Arbeitsströmungspfad
und Strömungspfad an, indem im zweiten Strömungspfad und außerhalb des zweiten Arbeitsströmungspfades,
zwischen dem zweiten Ventil und dem zweiten Verbraucheranschluss eine Dämpfungsblende
oder Dämfungsdrossel vorgesehen ist.
[0025] Mit dem gleichen Ziel, eine Fehlauslösung zu vermeiden, ist in einer Weiterbildung
ein Hydrospeicher zur Dämpfung von negativen Druckspitzen / Druckabsenkungen stromab
der Drossel vorgesehen, der mit dem ersten oder dem ersten und zweiten Strömungspfad
verbunden ist.
[0026] Um den Schließdruck sehr gezielt verändern zu können und so die Absperrung prozesssicher
durchführen zu können, ist in einer Weiterbildung ein Druckauswahlventil vorgesehen,
über das in Abhängigkeit des Drucks stromab der Drossel der erhöhte Schließdruck oder
ein niedrigerer Schließdruck auswählbar ist.
[0027] In einer Weiterbildung dazu weist das Druckauswahlventil einen Niederdruckanschluss
auf, an den eine Druckmittelsenke oder ein Tank anschließbar ist. Zudem weist es einen
Hochdruckanschluss hat, an den eine Druckmittelquelle anschließbar ist. Als dritten
Anschluss hat es einen Schließdruckanschluss, der fluidisch mit einer in Schließrichtung
wirksamen Steuerfläche des Ventilkörpers des ersten Sperrventils, oder im Falle der
Weiterbildung mit je einem Sperrventil für Vor- und Rücklauf, des ersten und des zweiten
Sperrventils verbindbar ist.
[0028] In einer Weiterbildung hat das Druckauswahlventil eine Arbeitsstellung, in die es
mit dem Druck stromab der Drossel belastet ist, und in der der Schließdruckanschluss
mit dem Niederdruckanschluss verbunden und vom Hochdruckanschluss getrennt ist. Zudem
hat es eine "Sperrstellung", in die es mit einem vorbestimmten Druckäquivalent, insbesondere
dem einer Feder, belastet ist, und in der der Schließdruckanschluss mit dem Hochdruckanschluss
verbunden und vom Niederdruckanschluss ist, sodass der erhöhte Schließdruck an der
oder den Steuerflächen des oder der Sperrventile wirksam ist.
[0029] In einer Weiterbildung ist die Druckmittelquelle vom ersten Druckanschluss oder von
demjenigen aus erstem und zweite Druckanschluss gebildet ist, der den höheren Druck
aufweist. Im zweiten Fall weist die Ventilanordnung vorzugsweise ein Wechselventil,
insbesondere eine Rückschlagventilanordnung, auf über das der höhere von beiden Drücken
auswählbar ist. Insbesondere ist an einen Ausgang des Wechselventils oder der Rückschlagventilanordnung
ein Druckreduzier- oder Druckregelventil angeschlossen, über das ein Eingangsdruck
der Drosselstelle auf einem definierten Wert gehalten ist. Vorzugsweise ist das Druckreduzier-
oder das Druckregelventil, das der Drossel stromaufwärts vorgeschaltet ist.
[0030] Vorrichtungstechnisch einfach ist die Drosselstelle in einer Weiterbildung fest ausgestaltet.
[0031] Damit der Druck stromab der Drosselstelle sicher und in ausreichendem Maße absinkt,
wenn im Falle des Bruchs der Druck am ersten oder zweiten Verbraucheranschluss abfällt,
ist in einer Weiterbildung ein jeweiliger Druckverlust oder Strömungswiderstand des
ersten oder des ersten und des zweiten Ventils in der genannten Öffnungsstellung kleiner,
als ein Druckverlust oder Strömungswiderstand der Drosselstelle. Hierzu kann ein Öffnungsquerschnitt
des ersten oder des ersten und des zweiten Ventils größer sein als derjenige der Drosselstelle.
[0032] In einer Weiterbildung weist die Ventilanordnung zur Druckmittelversorgung mehrerer
hydrostatischer Verbraucher und zu deren Absperrung bei Leckage oder Bruch, pro Verbraucher
jeweils zumindest einen ersten Arbeitsströmungspfad, einen ersten Druckanschluss,
ein erstes Sperrventil, einen ersten Verbraucheranschluss, und einen Ventilkörper
des jeweiligen ersten Sperrventils, der in Schließrichtung mit dem Schließdruck beaufschlagbar
ist, auf.
[0033] Um der Drosselstelle dann eine Druckmittelquelle mit möglichst hohem Druck bereitstellen
zu können, weist die Ventilanordnung in einer Weiterbildung eine Wechselventilanordnung
zur Auswahl eines höchsten der Drücke der ersten Druckanschlüsse, oder der ersten
und zweiten Druckanschlüsse, der Verbraucher auf.
[0034] In einer Weiterbildung mit mehreren Verbrauchern sind dann die ersten Strömungspfade
oder die ersten und die zweiten Strömungspfade stromab der Drosselstelle fluidisch
parallel. Auf diese Weise ist nur die eine Drosselstelle zur Detektierung des durch
Bruch verursachten Druckmittelvolumenstroms in einem der ersten oder der zweiten Strömungspfade
notwendig.
[0035] Um das Druckauswahlventil zur Steuerung des Absperrens aller Sperrventile zu nutzen,
weist die Ventilanordnung eine Sammelleitung auf, über die die in Schließrichtung
wirksamen Steuerflächen der Sperrventile (erste und / oder zweite) mit dem Schließdruckanschluss
verbunden sind.
[0036] Eine hydrostatische Hebevorrichtung, insbesondere eine Schiffshebevorrichtung, hat
wenigstens eine hydrostatische Ventilanordnung, die gemäß einem der vorhergehenden
Ansprüche ausgestaltet ist, und wenigstens einen hydrostatischen Verbraucher, der
mit dem ersten Verbraucheranschluss fluidisch verbunden ist.
[0037] Zwei Ausführungsbeispiele einer erfindungsgemäßen, hydrostatischen Hebevorrichtung
mit jeweils einer erfindungsgemäßen Ventilanordnung sind in den Zeichnungen dargestellt.
Anhand der beiden Figuren dieser Zeichnungen wird die Erfindung nun näher erläutert.
[0038] Es zeigen
- Figur 1
- eine hydrostatische Hebevorrichtung mit einem Verbraucher und einer hydrostatischen
Ventilanordnung zur Druckmittelversorgung und Isolierung des Verbrauchers bei Bruch
oder Leckage, gemäß einem ersten Ausführungsbeispiel, und
- Figur 2
- eine hydrostatische Hebevorrichtung mit mehreren Verbrauchern und einer hydrostatischen
Ventilanordnung zur Druckmittelversorgung und Isolierung der Verbraucher bei Bruch
oder Leckage, gemäß einem zweiten Ausführungsbeispiel.
[0039] Die Figuren 1 und 2 zeigen je eine hydrostatische Hebevorrichtung 1; 101, wie sie
beispielsweise zum Heben von Schiffen zur Anwendung kommen kann. Prinzipiell sind
die gezeigten Hebevorrichtungen 1; 101 aber nicht das Heben von Schiffen beschränkt,
sondern sie können prinzipiell zum Heben von Lasten verwendet werden, bei denen ein
Bruch oder eine schlagartig auftretende Leckage einer Arbeitsleitung sicher gehandhabt
werden muss. Insbesondere trifft das natürlich auf Anwendungen zu, bei der über hydrostatische
Verbraucher eine Last gehoben wird und bei Bruch der Arbeitsleitung das Absinken der
Last droht.
[0040] Gemäß Figur 1 hat die hydrostatische Hebevorrichtung einen hydrostatischen Verbraucher
2, der einen in beiden Drehrichtungen betreibbaren Hydromotor 4 mit konstantem Verdrängungsvolumen
aufweist. Dieser treibt mittels Rotation seiner Triebwelle 6 ein Hubwerk 8 mit einer
Zahnstange 10 an. Abweichend von den gezeigten Ausführungsbeispielen kann der Verbraucher
2 anstatt dem Hydromotor 4 beispielsweise einen Hydrozylinder, insbesondere einen
Gleichgangs- oder Differentialzylinder aufweisen.
[0041] Der Hydromotor 4 ist in einem geschlossenen Kreislauf mit einer zweiten Hydromaschine
12, die als Hydropumpe ausgestaltet ist, angeordnet. Zwischen der Hydropumpe 12 und
dem Hydromotor 4 ist eine hydrostatische Ventilanordnung 14 geschaltet, die einerseits
die Druckmittelversorgung ermöglicht und über die andererseits das Absperren der Druckmittelversorgung
des Verbrauchers bei Bruch einer Arbeitsleitung oder gravierender Leckage erfolgt.
Die Ventilanordnung 14 hat einen ersten Druckanschluss a und einen zweiten Druckanschluss
b, der mit einem jeweiligen Anschluss der Hydropumpe 12 verbunden ist. Verbraucherseitig
hat die Ventilanordnung 14 einen ersten Verbraucheranschluss A und einen zweiten Verbraucheranschluss
B, die beide mit einem jeweiligen Anschluss des Hydromotors 4 verbunden sind. Der
Verbraucheranschluss A bzw. B ist über eine erste Verbraucherleitung 16 bzw. eine
zweite Verbraucherleitung 18 mit dem Hydromotor 4 fluidisch verbunden. Die erste Verbraucherleitung
16 hat dabei einen ersten Schlauchabschnitt 20, die zweite Verbraucherleitung 18 einen
zweiten Schlauchabschnitt 22. Insbesondere die Schlauchabschnitte 20, 22 sind dabei
konstruktiv bedingt besonders bruchgefährdet.
[0042] Um zu vermeiden, dass die von der Zahnstange 10 gehobene Last beispielsweise ein
Schiff, bei Bruch eines der Schlauchabschnitte 20, 22 absackt und eine zu große Menge
Druckmittel austritt, ist die Ventilanordnung 14 vorgesehen. In der Ventilanordnung
14 ist der erste Druckanschluss a über ein erstes Sperrventil 24 mit dem ersten Verbraucheranschluss
A fluidisch verbindbar, so dass ein erster Arbeitsströmungspfad 26 ausbildbar ist.
Entsprechend ist der zweite Druckanschluss b über ein zweites Sperrventil 28 mit dem
zweiten Verbraucheranschluss B fluidisch verbindbar, so dass ein zweiter Arbeitsströmungspfad
30 ausbildbar ist. Die Arbeitsströmungspfade 26, 30 mit ihren Sperrventilen 24, 28
sind im gezeigten Ausführungsbeispiel baugleich ausgestaltet. Das Sperrventil 24 bzw.
28 hat einen Ventilkörper 32 bzw. 34, der in Öffnungsrichtung mit einem Druck am ersten
Druckanschluss a und ersten Verbraucheranschluss A bzw. zweiten Druckanschluss b und
zweiten Verbraucheranschluss B beaufschlagt ist. In Schließrichtung ist der Ventilkörper
32 bzw. 34 mit einem in einem Rückraum 36 bzw. 38 anstehenden Schließdruck beaufschlagbar,
insbesondere beaufschlagt. Bei Bruch beispielsweise eines der Schlauchabschnitte 20,
22 oder einer der Verbraucherleitungen 16, 18 wird über die Ventilanordnung 14 der
Schließdruck in den Rückräumen derart erhöht, dass beide Sperrventile 24, 28 schließen.
[0043] Zur Steuerung des Schließvorgangs bei Bruch der Schlauchabschnitte 20, 22 oder Verbraucherleitungen
16, 18 dienen die folgenden Komponenten: Die Rückräume 36, 38 sind über eine Steuerdruckleitung
40 miteinander fluidisch verbunden. In letztgenannte mündet eine Steuerdruckleitung
42 ein. Diese wiederum ist mit einem Schließdruckanschluss S eines Druckauswahlventils
44 verbunden. Das Druckauswahlventil 44 ist im gezeigten Ausführungsbeispiel als 3/3-Wegeventil
ausgestaltet. Es hat neben dem Schließdruckanschluss S zwei Eingänge, einen Hochdruckanschluss
D und einen Niederdruckanschluss T. Es hat des Weiteren eine zentrale Sperrstellung
a, in der alle Anschlüsse S, D, T abgesperrt sind. Des Weiteren hat es eine Arbeitsstellung
b, in der der Niederdruckanschluss T mit dem Schließdruckanschluss S verbunden und
der Hochdruckanschluss D abgesperrt ist. Als dritte Stellung hat es eine "Sperrstellung"
c, in der der Hochdruckanschluss D mit dem Schließdruckanschluss S verbunden und der
Niederdruckanschluss T abgesperrt ist. In die Richtung der "Sperrstellung" c ist ein
Ventilkörper des Druckauswahlventils 44 mit dem Druckäquivalent einer Feder 46 belastet.
In die entgegengesetzte Richtung der Arbeitsstellung b ist der Ventilkörper mit einem
Druck stromab einer, im gezeigten Ausführungsbeispiel festen, Drosselstelle 48 beaufschlagt.
Der Niederdruckanschluss T ist über eine Steuerdruckleitung 50 mit einem Niederdruck-
oder Leckageanschluss T der Ventilanordnung 14 verbunden.
[0044] Der erste Druckanschluss a bzw. zweite Druckanschluss b ist über einen Leitungsabschnitt
52 bzw. 54 mit einem Ringraum des ersten Sperrventils 24 bzw. zweiten Sperrventils
28 verbunden. Der Leitungsabschnitt 52 bzw. 54 ist mit einem Eingang 56 bzw. 58 einer
Rückschlagventilanordnung 60 fluidisch verbunden. Die Rückschlagventilanordnung 60
hat dabei die Funktionalität eines Wechselventils oder Druckauswahlventils, welches
den höheren der beiden an den Eingängen 50, 58 anstehenden Drücke der Leitungsabschnitte
52, 54 an einen Ausgang 62 der Rückschlagventilanordnung 60 meldet. Der Ausgang 62
ist dabei über eine Steuerdruckleitung 52 mit dem Hochdruckanschluss D des Druckauswahlventils
44 verbunden. Des Weiteren ist der Ausgang 62 mit einem Druckreduzierventil 64 verbunden,
dessen Ausgang 66 wiederum mit der Drosselstelle 48 verbunden ist. In diesem Richtungssinn
stromab der Drosselstelle 48 ist ein Abgriff 68 vorgesehen, über den der Druck stromab
der Drosselstelle 48 abgreifbar und an eine Steuerfläche 70 des Ventilkörpers des
Druckauswahlventils 44 meldbar ist. Auf diese Weise wirkt der stromab der Drossel
48 anstehende Druck auf die Steuerfläche 70 und wirkt in Richtung der Schaltung der
Arbeitsstellung b.
[0045] Der Abgriff 68 ist über eine Steuerdruckleitung 72 mit einem ersten Ventil 74 verbunden,
wodurch ein erster Strömungspfad 88 ausgebildet ist. Zudem ist er über die Steuerdruckleitung
72 mit einem zweiten Ventil 76 verbunden, wodurch ein zweiter Strömungspfad 89 ausgebildet
ist. Die Ventile 74, 76 sind fluidisch parallel an die Steuerdruckleitung 72 angebunden.
Ihnen vorgeschaltet ist jeweils ein Rückschlagventil 72, das hin zum jeweiligen Ventil
74, 76 öffnet. Die Ventile 74, 76 sind jeweils über eine Dämpfungsblende 80 mit dem
dazugehörigen Verbraucheranschluss A bzw. B verbunden. Des Weiteren sind sie einander
baugleich, als 2/2-Wegeschaltventil ausgeführt.
[0046] Dabei ist das erste Ventil 74 bzw. das zweite Ventil 76 vom Druck am ersten Verbraucheranschluss
A bzw. zweiten Verbraucheranschluss B in eine Sperrstellung a belastet. In entgegengesetzter
Richtung ist das jeweilige Ventil 74, 76 in eine Durchflussstellung b mittels einer
Feder 82 belastet. In der jeweiligen Durchflussstellung b ist die Steuerdruckleitung
72 über das erste Ventil 74 bzw. das zweite Ventil 76 mit dem ersten Verbraucheranschluss
A bzw. dem zweiten Verbraucheranschluss B fluidisch verbunden.
[0047] Hinzu kommt, dass an die Steuerdruckleitung 72 ein vergleichsweise kleiner Hydrospeicher
84, zur Dämpfung von, insbesondere negativen, Druckspitzen in der Steuerdruckleitung
72 angeschlossen ist.
[0048] Im Arbeitsbetrieb der Schiffshebevorrichtung 1 hebt diese beispielsweise über die
Zahnstange 10 ein Boot oder Schiff. Zu diesem Zweck fördert die Hydropumpe 12 Druckmittel
über beispielsweise den ersten Druckanschluss a, den Leitungsabschnitt 52 hin zum
Ringraum des ersten Sperrventils 24. Im Leitungsabschnitt 52 baut sich so ein Druck
auf. Im in diesen Fall als Rücklauf fungierenden Leitungsabschnitt 54 steht hingegen
ein vergleichsweise niedriger Druck an, da die Last des Schiffes nur im ersten Arbeitsströmungspfad
26, der die Hebung bewirkt, wirksam ist. Der zweite Arbeitsströmungspfad 30 ist in
diesem Fall der Rücklauf und im Wesentlichen lastfrei.
[0049] Demgemäß wählt die Rückschlagventilanordnung 60 den am Eingang 56 anstehenden höheren
der Drücke der Leitungsabschnitte 52, 54 aus und meldet ihn an den Ausgang 62. Über
das Druckreduzierventil 64 wird dieser Druck auf einen am Druckreduzierventil 64 eingestellten
Sollwert reduziert, der dann am Ausgang 66 des Druckreduzierventil 64 ansteht.
[0050] Zu diesem Zeitpunkt ist das erste Sperrventil 24 noch geschlossen. Durch weiteres
Fördern der Hydropumpe 12 steigt der Druck im Leitungsabschnitt 52 weiter an, bis
der Ventilkörper 32 aus seinem Ventilsitz abhebt und die Druckmittelverbindung hin
zum ersten Verbraucheranschluss A freigibt. Der an der Dämpfungsblende 80 anstehende
Lastdruck bewirkt, dass das erste Ventil 74 in seiner Sperrstellung a gehalten ist.
Auch der Druck in der zweiten Verbraucherleitung 18 ist, obwohl diese nur als Rücklauf
fungiert, ausreichend groß, um das zweite Ventil 76 in seine Sperrstellung a zu belasten.
Im gezeigten Ausführungsbeispiel wird der Rücklaufdruck in der zweiten Verbraucherleitung
18, und in umgekehrter Bewegungsrichtung in der ersten Verbraucherleitung 16, ausreichend
hoch gehalten, damit im Arbeitsbetrieb die Ventile 74, 76 immer ihre Sperrstellung
a aufweisen. Dadurch bleibt der Druck am Abgriff 68 hoch und das Druckauswahlventil
44 ist durch den auf der Steuerfläche 70 lastenden Druck in seine Arbeitsstellung
b belastet.
[0051] Somit sind die Rückräume 36, 38 über den Schließdruckanschluss S mit dem Niederdruckanschluss
T des Druckauswahlventils 44 verbunden und weisen Niederdruck auf. Auf diese Weise
reichen die in den Leistungsabschnitten 52 und 54 anstehenden Drücke aus, um die beiden
Sperrventile 24, 28 offen zu halten.
[0052] Auf diese Weise wird über den Druckmittelvolumenstrom im ersten Arbeitsströmungspfad
26 der Hydromotor 4 in Drehung versetzt, was in einer Hebung des Schiffes resultiert.
Der Rücklaufvolumenstrom über den zweiten Arbeitsströmungspfad 30 führt dann über
den zweiten Verbraucheranschluss B, das zweite Sperrventil 28 und den zweiten Druckanschluss
b zurück zur Hydropumpe 12.
[0053] Im Falle eines Bruchs beispielsweise, des ersten Schlauchabschnitts 20, kommt es
am ersten Verbraucheranschluss A zu einem schlagartigen Druckabfall. In der Folge
wird der Ventilkörper des ersten Ventils 74 mit einem weitaus geringeren Druck in
die Sperrstellung a belastet, was dazu führt, dass die Federkraft der Feder 82 überwiegt
und ausreicht, das erste Ventil 74 in seine Öffnungsstellung b zu schalten. In dem
Fall ist der über das Druckreduzierventil 64 eingestellte Druck am Ausgang 66 ausreichend,
einen Druckmittelvolumenstrom über die Drossel 48, den Abgriff 68, die Steuerdruckleitung
72, das Rückschlagventil 78 hin zum ersten Verbraucheranschluss A zu bewirken, also
den ersten Strömungspfad 88 auszubilden.
[0054] Da ein Strömungswiderstand der Drosselstelle 48 größer ist als ein Strömungswiderstand
des ersten Ventils 74, sinkt der Druck am Abgriff 68, stromab der Drosselstelle 48,
merklich ab. Dadurch wird die Steuerfläche 70 des Druckauswahlventils 44 aber mit
weitaus geringerem Druck belastet, wodurch über die Federkraft der Feder 46 das genannte
Ventil 44 in seine "Sperrstellung" c bewegt wird. Dann ist der Schließdruckanschluss
S mit dem Hochdruckanschluss D verbunden und der Niederdruckanschluss T des Druckauswahlventils
44 ist gesperrt. In der Konsequenz steht in der Steuerdruckleitung 42 und in der Steuerdruckleitung
40, und damit in den Rückräumen 36 und 38, jeweils der am Ausgang 62 ermittelte Hochdruck
des ersten Leitungsabschnitts 52 an. Dieser reicht aus, um beide Ventilkörper 32,
34 in ihre Sperrstellung, auf ihren Ventilsitz zu bewegen. In dem Moment ist die Druckmittelverbindung
vom ersten Druckanschluss a hin zum ersten Verbraucheranschluss A, sowie die Druckmittelverbindung
des zweiten Verbraucheranschlusses B hin zum zweiten Druckanschluss b jeweils gesperrt.
Damit ist eine aufgrund des Bruchs des Schlauchabschnitts 20 verursachte Leckage abgestellt.
[0055] Zur Fixierung der gehobenen Last (Schiff) hat die Schiffshebeeinrichtung 1 eine Blockiereinrichtung
86, die einfährt, sobald der vorher besprochene Druckverlust am ersten Verbraucheranschluss
A detektiert ist. Die Steuerung dieses Mechanismus ist nicht dargestellt.
[0056] Bei der vorangegangen beschriebenen Absperrung der Arbeitsströmungspfade 26, 30 über
die Ventilanordnung 14 kommt es im Anschluss an die Absperrung lediglich zu einem
sehr kleinen Leckagestrom über die Drosselstelle 48, die Steuerdruckleitung 72 und
das aufgrund des niedrigen Drucks am ersten Verbraucheranschluss A nach wie vor in
seine Öffnungsstellung b geschaltete, erste Ventil 74. Dabei ist der Volumenstrom
über diesen ersten Strömungspfad 88 sehr klein.
[0057] Bei umgekehrter Bewegungsrichtung, wenn also im zweiten Arbeitsströmungspfad 30 der
Hoch- oder Lastdruck des zu hebenden Schiffes wirksam ist, kann beispielsweise der
zweite Schlauchabschnitt 22 brechen. In diesem Fall erfolgt die skizzierte Absperrung
der Arbeitsströmungspfade 26, 30 in analoger Weise wie bei der vorhergehenden Drehrichtung
oder Bewegungsrichtung beschrieben. Als Ausgangspunkt der Absperrung dient dann allerdings
das sich aufgrund des niedrigen Drucks am zweiten Verbraucheranschluss B öffnende,
zweite Ventil 76, das in seine Öffnungsstellung b geschaltet wird. Im nachfolgenden
sinkt wieder der Druck stromab der Drossel 48 am Abgriff 68 so stark ab, dass das
Druckauswahlventil 44, wie bereits beschrieben, in seine "Sperrstellung" c geschaltet
wird. Dies führt, wie bereits erwähnt, zur Beaufschlagung der Rückräume 36, 38 mit
dem ausreichend hohen Druck des Hochdruckanschlusses D und zum Schließen der Sperrventile
24, 28.
[0058] Ein Druckäquivalent der Feder 46 ist in diesem und in dem anderen gezeigten Ausführungsbeispiel
wenigstens 5 bar höher als das Druckäquivalent der Federn 82 der Ventile 74, 76.
[0059] In diesem und in dem anderen gezeigten Ausführungsbeispiel ist ein Druck in dem als
Rücklauf fungierenden Arbeitsströmungspfad 26 bzw. 30 auf wenigstens 15 bar eingestellt.
[0060] Ein Druckäquivalent der Federn 82 ist in diesem und im anderen gezeigten Ausführungsbeispiel
etwa 8 bar. Eine Druckdifferenz aus Rücklaufdruck und Druckäquivalent der Federn 82,
von dann etwa 7 bar, ergibt eine ausreichende Sicherheit, dass die Ventile 74, 76
im regulären Arbeitsbetrieb mit ausreichender Sicherheit in ihrer Sperrstellung a
gehalten sind. Auf diese Weise ist ein ungewolltes Auslösen des genannten Absperrvorgangs
der Sperrventile 24, 28 - der ja nur bei Bruch im Bereich einer der Verbraucherleitungen
16, 18 und nicht aufgrund betrieblicher Druckschwankung erfolgen soll - sichergestellt.
[0061] Damit insbesondere negative Druckspitzen in der jeweiligen Verbraucherleitung 16,
18 nicht zum ungewollten Auslösen des Absperrvorgangs der Sperrventile 24, 28 führen,
sind die Dämpfungsblenden 80 vorgesehen. Über sie wird die jeweilige negative Druckspitze,
d. h., das Abfallen des Drucks am jeweiligen Verbraucheranschluss A, B nur gemindert
auf den Ventilkörper der Ventile 74, 76 weitergegeben, so dass die Ventile 74, 76
jeweils verlässlicher in ihrer Sperrstellung a verharren.
[0062] Gegen Druckschwankungen am Abgriff 68, die beispielsweise zur ungewollten Verstellung
des Druckauswahlventils 44 über die Feder 46 in die "Sperrstellung" c führen könnten,
ist der Hydrospeicher 84 vorgesehen.
[0063] Die beiden Hydromaschinen 4, 12 sind jeweils im vier Quadranten Betrieb betreibbar.
[0064] Um den von Bruch betroffenen Hydromotor 4 in einen Freilaufmodus zu schalten, weist
die Ventilanordnung 14 eine Freilaufventilanordnung 90 auf Figur 2 zeigt eine Schiffshebevorrichtung
mit mehreren Hydromotoren 4, 4a, 4b und von diesen angetriebenen Zahnstangen 10, 10a,
10b. Auf eine Darstellung der Hydropumpe wurde verzichtet. Dabei sind alle ersten
Druckanschlüsse a gemeinsam mit einem Druckanschluss der Hydropumpe und die zweiten
Druckanschlüsse b gemeinsam mit einem anderen Druckanschluss der Hydropumpe verbunden
(nicht dargestellt). Die Hebevorrichtung 101 hat eine hydrostatische Ventilanordnung
114, die als Untereinheit die Ventilanordnung 14 gemäß dem ersten Ausführungsbeispiel
aufweist. Diese ist, wie bereits beschrieben, dem Hydromotor 4 und der Zahnstange
10 zugeordnet. Des Weiteren hat die Ventilanordnung 114 zwei zusätzliche Ventileinheiten
14a, 14b, die den Hydromotoren 4a, 4b mit den von Ihnen angetriebenen Zahnstangen
10a, 10b zugeordnet sind. Die Ventileinheiten 14a, 14b entsprechen dabei in weiten
Teilen der hydrostatischen Ventilanordnung 14, was durch die Verwendung der gleichen
Bezugszeichen verdeutlicht wird. Allerdings fehlen den Ventileinheiten 14a, 14b jeweils
die Komponenten zur Steuerung der Absperrung der Sperrventile 24, 28, wie beispielsweise
das Druckauswahlventil 44, die Drossel 48, das Druckreduzierventil 64 und die damit
verknüpften Steuerdruckleitungen. Stattdessen übernehmen die genannten Komponenten
der hydrostatischen Ventilanordnung 14 die Funktion der Steuerung der Absperrung aller
Verbraucheranschlüsse A, B, also auch für die der Ventileinheiten 14a, 14b.
[0065] Zu diesem Zweck weist die hydrostatische Ventilanordnung 114 drei zusätzliche Steuerdruckleitungen
auf. Eine davon ist eine Druckauswahlleitung 188, die die Ausgänge 62 der jeweiligen
Rückschlagventilanordnungen 60 verbindet. Dabei ist zwischen die Ausgänge 62 der Ventileinheit
14a, 14b und die Druckauswahlleitung 188 jeweils ein, hin zur Druckauswahlleitung
188 öffnendes Rückschlagventil 61 geschaltet. Auf diese Weise wird an den Ausgang
62 der hydrostatischen Ventilanordnung 14 der jeweils höchste der Drücke aller Druckanschlüsse
a, b gemeldet.
[0066] Des Weiteren weist die hydrostatische Ventilanordnung 114 gemäß Figur 2 eine Schließdruckverteilerleitung
190 auf, die mit allen Rückräumen 36, 38 und mit dem Schließdruckanschluss S des Druckauswahlventils
44 verbunden ist. Auf diese Weise steht in allen Rückräumen 36, 38 der vom Druckauswahlventil
44 ausgewählte Schließdruck an. Die Folge ist, dass alle Sperrventile schließen, sobald
an nur einem der Verbraucheranschlüsse A, B ein signifikanter Druckabfall eintritt.
[0067] Des Weiteren hat die hydrostatische Ventilanordnung 114 gemäß Figur 2 eine Verbindungsleitung
192, über die alle Steuerdruckleitungen 72 der hydrostatischen Ventilanordnung 14
und der hydrostatischen Ventileinheiten 14a, 14b verbunden sind. Auf diese Weise ist
die beschriebene Funktionalität der Drossel 48 bei Ansprechen von bereits nur einem
der Ventile 74, 76 der jeweiligen hydrostatischen Verbraucher 4, 4a, 4b wirksam. In
der Konsequenz reicht bereits der Bruch eines der Schlauchabschnitte 20, 22, 20a,
22a, 20b, 22b aus, um die vorher beschriebene Absperrung der Sperrventile 24, 28 zu
bewirken. Damit sind automatisch alle Hydromotoren 4, 4a, 4b gestoppt, was beispielsweise
dann sinnvoll ist, wenn das Stoppen nur eines der Hydromotoren 4, 4a, 4b, der vom
Bruch betroffen ist, das Gleichgewicht des zu hebenden Schiffes gefährden würde oder
die Tragkraft sicherheitsgefährdend absinken würde.
[0068] Die gezeigte Absperrung arbeitet, wie gezeigt, unabhängig von einer Arbeitsrichtung
oder Drehrichtung der Hydromaschinen 4, 4a, 4b und 12.
[0069] Eine Detektierung des Bruchs durch Druckabfall stromab der Drosselstelle 48 erfolgt
aufgrund des sehr hohen Strömungswiderstandes der Drosselstelle 48 bei Ausbildung
des ersten 88 und / oder zweiten Strömungspfades 89 sehr zuverlässig und damit unabhängig
vom eigentlichen Arbeitsdruckmittelvolumenstrom.
[0070] Offenbart ist eine hydrostatische Ventilanordnung zur Druckmittelversorgung eines
hydrostatischen Verbrauchers und zu dessen sicheren, fluidischen Abtrennung bei Bruch
einer verbraucherseitigen Arbeitsleitung. Hierzu weist die Ventilanordnung einen separaten
Strömungspfad auf, der bei ausreichendem, verbraucherseitigem Druckabfall aufgesteuert
ist und dessen sich dabei ergebender Druckverlust ein Steuersignal ist, über das ein
Sperrventil zum Absperren des Verbrauchers aktivierbar ist.
[0071] Offenbart ist weiterhin eine Hebevorrichtung mit wenigstens einem hydrostatischen
Verbraucher und der Ventilanordnung, über die er versorgbar und absperrbar ist.
Bezugszeichenliste
[0072]
- 1; 101
- Schiffshebeeinrichtung
- 2; 2a, 2b
- hydrostatischer Verbraucher
- 4; 4a, 4b
- Hydromotor
- 6
- Triebwelle
- 8
- Hubwerk
- 10
- Zahnstange
- 12
- Hydropumpe
- 14; 114
- hydrostatische Ventilanordnung
- 14a, 14b
- hydrostatische Ventileinheit
- 16
- erste Verbraucherleitung
- 18
- zweite Verbraucherleitung
- 20
- erster Schlauchabschnitt
- 22
- zweiter Schlauchabschnitt
- 24
- erstes Sperrventil
- 26
- erster Arbeitsströmungspfad
- 28
- zweites Sperrventil
- 30
- zweiter Arbeitsströmungspfad
- 32
- erster Ventilkörper
- 34
- zweiter Ventilkörper
- 36
- erster Rückraum
- 38
- zweiter Rückraum
- 40
- Steuerdruckleitung
- 42
- Steuerdruckleitung
- 44
- Druckauswahlventil
- 46
- Feder
- 48
- Drosselstelle
- 50
- Steuerdruckleitung
- 52
- Leitungsabschnitt
- 54
- Leitungsabschnitt
- 56, 58
- Eingang
- 60
- Rückschlagventilanordnung
- 61
- Rückschlagventil
- 62
- Ausgang
- 64
- Druckreduzierventil
- 66
- Ausgang
- 68
- Abgriff
- 70
- Steuerfläche
- 72
- Steuerdruckleitung
- 74
- erstes Ventil
- 76
- zweites Ventil
- 78
- Rückschlagventil
- 80
- Dämpfungsblende
- 82
- Feder
- 84
- Hydrospeicher
- 86; 86a, 86b
- Blockiereinrichtung
- 88
- erster Strömungspfad
- 89
- zweiter Strömungspfad
- 90
- Freilaufventilanordnung
- 188
- Druckauswahlleitung
- 190
- Schließdruckverteilerleitung
- 192
- Verbindungsleitung
1. Hydrostatische Ventilanordnung zur Druckmittelversorgung eines hydrostatischen Verbrauchers
(2, 2a, 2b), insbesondere einer Hebeeinrichtung (1; 101), und zu dessen Absperrung
bei Leckage oder Bruch, mit einem ersten Arbeitsströmungspfad (26) von einem ersten
Druckanschluss (a), über ein erstes Sperrventil (24) hin zu einem ersten Verbraucheranschluss
(A), wobei ein Ventilkörper (32) des ersten Sperrventils (24) in Schließrichtung mit
einem Schließdruck beaufschlagbar ist, dadurch gekennzeichnet, dass ein druckbeaufschlagter erster Strömungspfad (88) über eine Drosselstelle (48) hin
zum ersten Verbraucheranschluss (A) vorgesehen ist, und dass der Schließdruck in Abhängigkeit
eines Drucks stromab der Drosselstelle (48) erhöhbar ist.
2. Ventilanordnung nach Anspruch 1, wobei der erste Strömungspfad (88) in Abhängigkeit
eines Drucks oder Druckgradienten am ersten Verbraucheranschluss (A), oder einem davon
abhängigen Druck, aufsteuerbar und ansonsten zugesteuert ist.
3. Ventilanordnung nach Anspruch 1 oder 2, wobei stromab der Drosselstelle (48) ein erstes
Ventil (74), vorgesehen ist, das eine Öffnungsstellung (b) hat, in der die Drosselstelle
(48) mit dem ersten Arbeitsanschluss (A) fluidisch verbindbar ist, und das eine Schließstellung
(a) hat, in der die Drosselstelle (48) vom ersten Arbeitsanschluss (A) fluidisch getrennt
ist.
4. Ventilanordnung nach Anspruch 3, wobei ein Ventilkörper des ersten Ventils (74) in
die Öffnungsstellung (b) mit einem vorbestimmten Druckäquivalent (82) und in die Schließstellung
(a) mit dem am ersten Verbraucheranschluss (A) anstehenden Druck, oder dem davon abhängigen
Druck, belastet ist.
5. Ventilanordnung nach Anspruch 3 oder 4, wobei im ersten Strömungspfad (88) und außerhalb
des ersten Arbeitsströmungspfades (26), zwischen dem ersten Ventil (74) und dem ersten
Verbraucheranschluss (A) eine Dämpfungsblende (80) oder Dämpfungsdrossel vorgesehen
ist.
6. Ventilanordnung nach einem der Ansprüche 3 bis 5, mit einem Hydrospeicher (84) zur
Dämpfung zumindest negativer Druckspitzen, der stromab der Drosselstelle (48) mit
dem ersten Strömungspfad (88) verbunden ist.
7. Ventilanordnung nach einem der vorhergehenden Ansprüche, mit einem Druckauswahlventil
(44), über das in Abhängigkeit des Drucks stromab der Drosselstelle (48) der erhöhte
Schließdruck oder ein niedriger Schließdruck auswählbar ist.
8. Ventilanordnung nach Anspruch 7, wobei das Druckauswahlventil (44) einen Niederdruckanschluss
(T) hat, an den eine Druckmittelsenke (T) anschließbar ist, und wobei das Druckauswahlventil
(44) einen Hochdruckanschluss (D) hat, der mit einer Druckmittelquelle (52, 54) verbindbar
ist, und wobei das Druckauswahlventil (44) einen Schließdruckanschluss (S) hat, der
fluidisch mit einer in Schließrichtung wirksamen Steuerfläche des Ventilkörpers (32)
des ersten Sperrventils (24) verbindbar ist.
9. Ventilanordnung nach Anspruch 8, wobei das Druckauswahlventil (44) eine Arbeitsstellung
(b) hat, in die es mit dem Druck stromab der Drosselstelle (48) belastet ist, und
in der der Schließdruckanschluss (S) mit dem Niederdruckanschluss (T) verbunden und
vom Hochdruckanschluss (D) getrennt ist, und wobei das Druckauswahlventil (44) eine
"Sperrstellung" (c) hat, in die es mit einem vorbestimmten Druckäquivalent (46) belastet
ist, und in der der Schließdruckanschluss (S) mit dem Hochdruckanschluss (D) verbunden
und vom Niederdruckanschluss (T) getrennt ist.
10. Ventilanordnung nach Anspruch 8 oder 9, wobei die Druckmittelquelle vom ersten Druckanschluss
(a) gebildet ist, oder wobei die Druckmittelquelle von demjenigen aus erstem (a) und
zweiten Druckanschluss (b) gebildet ist, der den höheren Druck aufweist.
11. Ventilanordnung nach Anspruch 3 oder einem darauf rückbezogenen Anspruch, wobei ein
Druckverlust oder Strömungswiderstand des ersten Ventils (74) in seiner Öffnungsstellung
(b) kleiner ist als ein Druckverlust oder Strömungswiderstand der Drosselstelle (48).
12. Ventilanordnung nach einem der vorhergehenden Ansprüche zur Druckmittelversorgung
mehrerer hydrostatischer Verbraucher (2, 2a, 2b) und zu deren Absperrung bei Leckage
oder Bruch, mit jeweils einem ersten Arbeitsströmungspfad (26), einem ersten Druckanschluss
(a), einem ersten Sperrventil (24), einem ersten Verbraucheranschluss (A), einem Ventilkörper
(32) des jeweiligen ersten Sperrventils (24), der in Schließrichtung mit dem Schließdruck
beaufschlagbar ist.
13. Ventilanordnung nach Anspruch 12 mit einer Wechselventil- oder Druckauswahlventilanordnung
(60) zur Auswahl eines höchsten der Drücke der ersten Druckanschlüsse (a) der Verbraucher
als Druckmittelquelle.
14. Ventilanordnung nach Anspruch 12 oder 13, wobei die ersten Strömungspfade (88) stromab
der Drosselstelle (48) beginnen und fluidisch parallel sind.
15. Hydrostatische Hebevorrichtung (1; 101), insbesondere Schiffshebeeinrichtung, mit
wenigstens einer hydrostatischen Ventilanordnung (14), die gemäß einem der vorhergehenden
Ansprüche ausgestaltet ist, und mit wenigstens einem hydrostatischen Verbraucher (2),
der mit dem ersten Verbraucheranschluss (a) fluidisch verbunden ist.