Gebiet der Erfindung
[0001] Die Erfindung betrifft ein Verfahren und eine Anlage zum Aufbereiten von Kunststoffabfällen,
insbesondere Kunststoffabfällen auf (i) Basis von Polyolefinen und/oder (ii) organischen
Flüssigkeiten auf der Basis von Erdöl, unter Überführung solcher Kunststoffabfälle
in Kohlenwasserstoffe mit 1 C-Atom (Methan) bis zu Kohlenwasserstoffen mit mehr als
22 C-Atomen.
Hintergrund
[0002] In Anbetracht der endlichen Erdölreserven, des steigenden Verbrauchs an Kunststoffen
und der immer restriktiveren Auflagen der Regierungen im Hinblick auf die Aufbereitung
von Abfallstoffen und das Recyceln von Wertstoffen, gewinnt die Aufbereitung von Kunststoffabfällen,
die beispielsweise aus dem Restmüll aussortiert werden, immer mehr an Bedeutung.
[0003] Es sind bereits einige Verfahren zur Kunststoffabfall-Aufbereitung bekannt doch haben
diese noch diverse Nachteile.
[0004] Aus der
WO 2005/071043 A1 ist ein Aufbereitungsverfahren bekannt, bei dem Kunststoffabfälle zu Öl verarbeitet
werden.
[0005] Dabei werden aus Kunststoffabfälle und/oder aus ölhaltigen Reststoffen fraktionierte
Kohlenwasserstoffe gewonnen, wobei die Kunststoffabfälle und/oder Reststoffe zuerst
sortiert und unter Verwendung eines Eintrag-Systems unter Luftabschluss verdichtet
werden. Die verdichtete Masse wird einem Aufschmelzbehälter zugeführt und darin aufgeheizt,
so dass eine Auftrennung in eine erste Flüssigphase, eine erste Gasphase und einen
Rückstandanteil stattfindet, wonach die erste Flüssigphase und die erste Gasphase
in einen Verdampfungsbehälter transportiert werden, in welchem unter weiterem Wärmeeintrag
eine zweite Flüssigphase und eine zweite Gasphase entstehen, wobei die zweite Flüssigphase
in einen Nacherhitzer überführt und dort unter weiterem Wärmeeintrag weiter erhitzt
wird, so dass eine dritte Gasphase entsteht, wonach die zweite Gasphase aus dem Verdampfungsbehälter
und die dritte Gasphase aus dem Nacherhitzer einem Crackreaktor zugeführt werden,
wo ein weiteres Aufbrechen (Cracken) der langkettigen Kohlenwasserstoffe in kurzkettige
Kohlenwasserstoffe stattfindet und das entstandene Ölgas danach einem Kondensator
zugeführt wird, in welchem das Ölgas zu flüssigem Öl kondensiert wird, wobei das Öl
das Zielprodukt darstellt.
[0006] Dieses Verfahren wird den heutigen Umweltanforderungen in Bezug auf die Schwefel-
und Chlorgehalte nicht gerecht, führt zu einem hohen Anteil an kohlenstoffreichen
Rückständen und weist Mängel auf hinsichtlich Flexibilität und Qualität des Endproduktes.
[0007] WO 2008/022790 beschreibt ein Verfahren zum Aufbereiten von kunststoffhaltigen Abfällen und organischen
Flüssigkeiten auf der Basis von Erdöl, Speiseöl, Fetten oder dergleichen, mit den
Schritten:
- Eintragen des Stoffgemischs in einen Reaktor, der in eine Schmelz- und eine Crackzone
unterteilt ist, oder in zwei hintereinander geschaltete Reaktoren,
- Aufschmelzen des Stoffgemischs in einer Schmelzzone des Reaktors bei 250°C bis 350°C,
- Austragen von Störstoffen aus der Schmelze,
- Cracken von in der Schmelze enthaltenen langkettigen Polymeren in einer Crackzone
des Reaktors bei 420°C bis 450°C bis diese in den gasförmigen Zustand übergehen,
- Austragen der Gasphase aus dem Reaktor,
- Kondensieren der Gasphase in einem Kühler,
- Entfernen von Verunreinigungen aus der nach dem Kühlen (Quenchen) vorliegenden Leichtflüssigkeit
und
- Speichern der Leichtflüssigkeit.
[0008] Die nach der Crackzone des Reaktors vorliegende Gasphase wird beispielsweise einer
Destillationseinrichtung zugeführt, die derart betrieben wird, dass langkettige Polymere
kondensieren und wieder der Crackzone des Reaktors zugeführt werden. Relativ kurzkettige,
nach der Destillationseinrichtung und einem sich daran anschliessenden Kühler gasförmig
vorliegende Kohlenwasserstoffe (C1-C4) können als Brennstoff energetisch genutzt werden.
[0009] Bei den Verfahren des Stands der Technik fallen relativ grosse Mengen Schlacke an
und die Endprodukte sind nur mässig an die Bedürfnisse anpassbar und von massiger
Reinheit.
[0010] WO 2012/149590 A1 beschreibt ein Verfahren zur Depolymerisation von Kunststoffmaterial, insbesondere
Alt- bzw. Abfallkunststoffen, mittels Wärmeeintrag, wobei das Kunststoffmaterial zu
einer Kunststoffschmelze geschmolzen und entgast wird, bevor es einem Depolymerisationsreaktor
zugeführt wird, wobei der Kunststoffschmelze eine aus Rohöl gewonnene Fraktion als
Lösungsmittel zugesetzt wird, so dass die Viskosität der dern Depolymerisationsreaktor
(3) zugeführten Kunststoffschmelze-Lösung gegenüber der Viskosität der Kunststoffschmelze
verringert wird.
Zusammenfassung der Erfindung
[0011] Während die Erfindung in den unabhängigen Ansprüchen definiert ist, ergeben sich
weitere Aspekte der Erfindung aus den abhängigen Ansprüchen, den Zeichnungen und der
nachfolgenden Beschreibung.
[0012] Ziel der vorliegenden Erfindung war es, ein verbessertes Verfahren zur Aufbereitung
von Kunststoffabfällen (in der Folge auch als Kunststoffwertstoffe bezeichnet) und
eine Anlage zur Durchführung dieses Verfahrens bereitzustellen. Die Verbesserungen
umfassen Reduktion der Schlackebildung und/oder flexiblere Produktsteuerung und/oder
optimierte Reinheit der Produkte. In einem Ausführungsbeispiel betrifft die Erfindung
das Bereitstellen eines Verfahrens zum Gewinnen von Kohlenwasserstoffen aus vorzugsweise
Polyolefinabfällen mittels rein thermolytischen Crackens in einem Crackreaktor, dem
eine erste Heizvorrichtung und eine zweite Heizvorrichtung vorgeschaltet sind, ohne
Verwendung von Katalysatoren, wobei
(b1) die gegebenenfalls und vorzugsweise bereits teilweise geschmolzenen Kunststoffwertstoffe
einer ersten Heizvorrichtung zugeführt werden, in der sie bei einer Temperatur von
300°C bis 380°C (weiter) aufgeschmolzen werden,
(b2) die geschmolzenen Kunststoffwertstoffe zusammen mit Rückführstrom, welcher aus
dem Crackreaktor abgepumpt wurde, einer zweiten Heizvorrichtung zugeleitet werden,
in der sie weiter erhitzt werden auf Temperaturen von 380°C bis 400°C,
(b3) die geschmolzenen Kunststoffwertstoffe zusammen mit bereits gebildeten kohlenwasserstoffhaltigen
Dämpfen aus der zweiten Heizvorrichtung dem Crackreaktor zugeführt werden, in dem
die geschmolzenen Kunststoffwertstoffe bei ca. 400°C weiter aufgespalten (gecrackt)
werden, wobei die gasförmigen Kohlenwasserstoffe einem Partialkondensator zugeführt
werden, in dem langkettige Kohlenwasserstoffe kondensieren und in den Crackreaktor
zurückgeführt werden, vorzugsweise einem Kondensator, dem eine Füllkörperkolonne vorgeschaltet
ist,
(b4) kurzkettige Kohlenwasserstoffe aus dem Crackreaktor austreten und einer Destillationseinrichtung
zugeführt werden, in der sie in eine gasförmige und eine flüssige Fraktion zerlegt
werden und aus der die flüssige Fraktion als Produkt-Diesel abgezogen wird, und die
gasförmige Fraktion über einen Kühler geleitet wird, in dem sie aufgespalten wird
in Leichtsieder (C5-C7), die gelagert werden, und in die nicht kondensierten Gase
(C1-C4), die vorzugsweise als Brennstoff zum Heizen des Thermoöls verwendet werden,
(b5) hochenergetische aber nicht in den gasförmigen Zustand übergehende pech- und
teerartige Substanzen, sowie beim thermolytischen Cracken von Polymeren entstehender
Kohlenstoffüberschuss zusammen mit dem Rückführstrom aus dem Crackreaktor abgepumpt
und mittels einer Separiervorrichtung in Rückführstrom und Rückstand aufgetrennt werden,
wobei der Rückführstrom zwischen der ersten Heizvorrichtung und der zweiten Heizvorrichtung
den geschmolzenen Kunststoffwertstoffen beigemischt und der Rückstand in einen Auffangbehälter
geleitet wird.
[0013] Die abgezogenen Flüssigkeiten (Produkt-Diesel und Leichtsieder) können vor dem Überführen
in Lagertanks in speziellen Adsorptions- und/oder Filtersystemen gereinigt und eventuell
entstandene störende Bestandteile (z.B. organische Säuren) entfernt werden.
[0014] Ein für die erfindungsgemässe Anlage bevorzugtes Einbringsystem umfasst die Zuführung
der Kunststoffabfälle zur ersten Heizvorrichtung via ein Einbringsystem, in dem
(a2) in einer ersten Stufe in einem mechanischen Verdichtersystem bei 120 bis 150°C
Wasserdampf abgeführt wird und eine Verdichtung und Trocknung erfolgt,
(a3) in einer zweiten Stufe, in einem Extruder, bei 250 bis 300°C zumindest partielles
Aufschmelzen und Entfernung saurer Gase, insbesondere von HCl und H2S, mittels Vakuum erfolgt.
[0015] Diese sauren Abgase werden vorzugsweise einer Gaswäsche mit Lauge, wie Natronlauge,
unterzogen, worauf die Waschlauge, die praktisch keine Kohlenwasserstoffe enthält,
unkritisch entsorgt werden kann.
[0016] Die Verdichtung in der ersten Stufe (a2) erfolgt geeigneterweise mittels eines Schneckenverdichters
und die zweite Stufe (a3) mittels eines Extruder, wobei der Verdichter, wie auch der
Extruder heizbar sein sollten. Ein bevorzugtes Heizmedium ist Thermoöl.
[0017] Die Zuführung der Kunststoffwertstoffe in einer der Stufe (a2) vorgeschalteten Stufe
(a1) erfolgt geeigneterweise über ein System von mindestens zwei und bevorzugt zwei
Pufferbehältern, die vorzugsweise mit Stickstoff beaufschlagt und/oder gespült werden,
und von denen der eine gefüllt wird, währendem der andere entleert wird, und die beide
mit einem Wägesystem verbunden sind, welches ein dosiertes Befüllen des Einbringsystems
mit Kunststoffabfall gestattet.
[0018] Der oben in (b5) genannte Rückführstrom wird erhalten, indem unten aus dem Crackreaktor
mittels Hochtemperaturpumpe geschmolzene Kunststoffwertstoffe, hochenergetische aber
nicht in den gasförmigen Zustand übergehende pech- und teerartige Substanzen, sowie
beim Cracken von Polymeren entstehender Kohlenstoffüberschuss abgepumpt und einem
Separator-System zugeleitet wird. Bei diesem Separator-System handelt es sich vorzugsweise
um einen Zyklon-Separator, gegebenenfalls und vorzugsweise verbunden mit einem Sedimentierbehälter
(Absetzbehälter).
[0019] Die gasförmigen Kohlenwasserstoffe aus dem Crackreaktor werden dem Partialkondensator
vorzugsweise über eine Füllkörperkolonne zugeführt, damit der Weg für die Trennung
der noch nicht ausreichend gecrackten Kohlenwasserstoffe (üblicherweise mehr als 22
C-Atome) länger wird. Dies hat die positive Wirkung, dass der Partialkondensator bei
höherer Temperatur betrieben werden kann, ohne dass ein wesentlicher Anteil an überlangen
Kohlenwasserstoffe den Crackreaktor verlassen kann, oder aber dass die Temperatur
im Partialkondensator nicht so tief eingestellt werden muss, dass ein wesentlicher
Anteil an Kohlenwasserstoffen mit 22 oder weniger C-Atomen in den Crackreaktor zurückgeführt
und dort weiter gecrackt wird, was den Anteil an längerkettigen Kohlenwasserstoffen
im Produkt-Diesel vermindern würde.
[0020] Die aus dem Crackreaktor nach der Füllkörperkolonne und dem Kondensator austretenden
Gase/Dämpfe werden einer Destillationseinrichtung mit Reboiler und Destillationskolonne,
die zumindest partiell als Füllkörperkolonne und mit einem Zwischenboden gestaltet
ist, zugeführt. In dieser Deatillationseinrichtung werden die Gase/Dämpfe in eine
gasförmige und eine flüssige Fraktion zerlegt. Die flüssige Fraktion wird am Zwischenboden
als Produkt-Diesel und die gasförmige Fraktion oben an der Destillationskolonne abgezogen.
Die gasförmige Fraktion wird gekühlt, so dass Leichtsieder (C5-C7/C8) kondensieren
und als flüssige Fraktion abgezogen werden können. Die nicht kondensierten Gase (C1-C4)
werden vorzugsweise als Brennstoff zum Heizen des Thermoöls verwendet.
[0021] Die Längen der Kohlenwasserstoffe in den einzelnen Fraktionen können gut gesteuert
werden, einerseits durch die Temperatur des Partialkondensators, dann durch die Länge
der Destillationskolonne und die Temperatur in dieser und im Kühler.
[0022] Dank der Eintragung der Kunsstoffwertstoffe via zwei Puffersysteme lässt sich die
Anlage kontinuierlich betreiben.
[0023] Im Rahmen dieser Erfindung bevorzugte erste und zweite Heizvorrichtungen sind mit
Thermoöl umspülte Röhrenwärmetauscher.
[0024] Damit die Kettenlänge den jeweiligen Wünschen angepasst werden kann, ist es bevorzugt,
wenn die Temperatur des Partialkondensators einstellbar ist, beispielsweise in einem
Bereich von 150°C bis 350°C, für Kettenlängen von maximal 22 C-Atomen vorzugsweise
auf 300°C.
[0025] Die thermische Feintrennung des aus dem Crackreaktor austretenden Gases erfolgt vorzugsweise
mittels Gegenstromdestillation, bei der ein Teil des Produkt-Diesels oberhalb der
Entnahmestelle in die Destillationskolonne zurückgeführt, insbesondere eingesprüht
wird. Durch dieses Zurückführen von Produkt-Diesel in die Destillationskolonne kann
die Temperatur in dieser Kolonne variiert bzw. eingestellt werden, z.B. derart, dass
- je nach Einstellung - Kohlenwasserstoffe mit 8-9 bis 20-22 C-Atomen am Zwischenboden
als Produkt-Diesel abgezogen werden. Auch die Art des Kohlenwasserstoffgemisches der
Leichtsieder bzw. der nichtkondensierten Gase kann über die Temperatureinstellung
beim Kühlen variiert bzw. bestimmt werden.
[0026] Üblicherweise werden der Produkt-Diesel und/oder die Leichtsieder abgezogen und für
spätere Verwendungen gelagert, währenddem die nicht kondensierten Gase (C1-C4) direkt
als Brennstoff zum Heizen des Thermoöls energetisch genutzt werden.
[0027] Im Produkt-Diesel und/oder den Leichtsiedern allenfalls vorhandene Verunreinigungen,
insbesondere schwefelhaltige Verbindungen, Halogen-Säuren und organische Säuren können
durch Absorption und/oder Filtrierung entfernt werden.
[0028] Eine Vorrichtung zum Aufbereiten von kunststoffhaltigen Abfällen und organischen
Flüssigkeiten auf der Basis von Erdöl, die insbesondere zur Durchführung des oben
beschriebenen Verfahrens geeignet ist, umfasst eine erste Heizvorrichtung, eine zweite
Heizvorrichtung, einen Crackreaktor, und eine Rückführstrom-Leitung, die von einem
unteren Bereich des Crackreaktors via ein Separator-System in die Zuleitung des geschmolzenen
Kunststoffabfalls aus der ersten Heizvorrichtung in die zweite Heizvorrichtung führt.
[0029] In einer bevorzugten Ausführungsform sind die erste und die zweite Heizvorrichtung
je ein mit Thermoöl umspülter Röhrenwärmetauscher. Die erste und/oder die zweite Heizvorrichtung
können auch aus mehreren in Serie oder parallel geschalteten Heizvorrichtungen bestehen,
die aber als Gesamtheit die Eigenschaften der ersten und zweiten Heizvorrichtungen
aufweisen.
[0030] Für optimale Flexibilität haben die erste und die zweite Heizvorrichtung und der
Crackreaktor unabhängig voneinander regelbare Heizungen.
[0031] Bevorzugte Heizvorrichtungen sind Wärmetauscher, die als Rohrwärmetauscher ausgeführt
sind, wobei die Rohre mit der Schmelze gefüllt sind und von Thermoöl umspült werden.
Dadurch wird eine möglichst grosse Wärmeübertragungsfläche gewährleistet, was den
Vorteil bietet, dass mit geringem Temperaturunterschied (üblicherweise max. 20°C)
zwischen Wunschtemperatur in der Schmelze und der Temperatur des Wärmeübertragungsmediums,
des Thermoöls, gearbeitet werden kann.
[0032] Der Rückführstrom umfasst neben Plastikschmelze kohlenstoffreiche Partikel sowie
nicht schmelzbare Verunreinigungen, die sich im Sumpf des Crackreaktors ansammeln.
Dieser Rückführstrom wird aus dem Crackreaktor kontinuierlich abgepumpt und über ein
Separator-System geleitet, in welchem Partikel abgeschieden werden, worauf der Reststrom
vor der zweiten Heizvorrichtung wieder der Plastikschmelze zugeführt wird. Das Separator-System
umfasst einen Zyklon-Separator. Dieser Zyklon-Separator umfasst einen zylindrischen
Teil mit zentral angeordnetem Rohr. Infolge der Zentrifugalkraft werden grössere Teilchen
nach aussen bewegen, so dass über das zentral angeordnete Rohr primär Plastik-Schmelze
und gegebenenfalls kleine Partikel über die zweite Heizvorrichtung in den Crackreaktor
zurückgeführt werden.
[0033] Durch diesen Kreislauf, insbesondere das kontinuierliche Abpumpen, wird im Crackreaktor
eine kontinuierliche Durchmischung bewirkt, die ein zusätzliches Rühren in vielen
Fällen unnötig macht.
[0034] In einer weiteren bevorzugten Ausführungsform weist das Separator-System neben dem
Zyklon-Separator einen ausserhalb der Rückführstrom-Leitung angeordneten aber mit
dem Zyklon-Separator verbundenen Sedimentationstank auf, der aber gegebenenfalls via
Bypass heizvorrichtungsseitig mit der Rückführstrom-Leitung verbunden sein kann und
vorzugsweise verbunden ist.
[0035] Der Crackreaktor ist mit einem Partialkondensator bestückt, der eine Kühl-/Heizvorrichtung
aufweist, die derart ausgelegt ist, dass im Partialkondensator eine definierte Temperatur
eingestellt werden kann. Eine bevorzugte Kühl-/Heizvorrichtung enthält als Wärmeübertragungsmittel
einen Wärmeträger, der mittels einer Temperiereinheit auf eine Temperatur gebracht
werden kann, die benötigt wird, um die innerhalb des Partialkondensators benötigte
Temperatur einzustellen. Ein bevorzugter Wärmeträger ist ein Thermoöl.
[0036] Diesem Partialkondensator vorgeschaltet, d.h. zwischen dem Crackreaktor und dem Partialkondensator
angeordnet, kann eine Füllkörperkolonne sein, die üblicherweise nicht beheizt ist.
Diese Füllkörperkolonne dient der besseren Auftrennung im Partialkondensator.
[0037] Der Partialkondensator, insbesondere in Kombination mit einer Füllkörperkolonne,
bewirkt, dass nur - oder zumindest überwiegend - Moleküle definierter Kettenlänge
aus dem Crackreaktor austreten.
[0038] Dem Crackreaktor bzw. dem Partialkondensator nachgeschaltet ist eine Destillationseinrichtung,
die derart betrieben werden kann, dass langkettige Moleküle kondensieren (Produkt-Diesel)
und aus der kurzkettige Moleküle als Gasphase austreten. Diese Gasphase kann in einem
der Destillationskolonne nachgeschalteten Kühler partiell kondensiert werden (Leichtsieder
und nicht-kondensierte Gase).
[0039] Die Destillationseinrichtung umfasst einen Reboiler und eine Destillationskolonne,
die vorzugsweise einen als Füllkörperkolonne gestalteten Bereich und ebenfalls vorzugsweise
einen Zwischenboden aufweist, an dem die flüssige Fraktion, z.B. kondensierter Produkt-Diesel,
abgezogen wird. Ein Teil dieser flüssigen Fraktion, dieses Produkt-Diesels, kann zur
Optimierung der Temperatur oberhalb der Entnahmestelle in die Destillationskolonne
zurückgeführt werden, was der besseren Trennung der Kohlenwasserstoff-Fraktionen dient.
[0040] Der zur weiteren Auftrennung der Gasphase in Leichtsieder und nicht-kondensierte
Gase bestimmte Kühler weist eine Heiz-/Kühlvorrichtung auf, mit der im Kühler eine
definierte Temperatur - und damit die Zusammensetzung der Kohlenwasserstoff-Fraktionen
- einstellbar ist.
[0041] Der Destillationskolonne bzw. dem Kühler nachgeschaltet können Adsorptions- und/oder
Filtereinheiten zum Adsorbieren von Verunreinigungen aus der Leichtflüssigkeit und/oder
dem Produkt-Diesel vorgesehen sein. Diese Adsorptions- beziehungsweise Filtereinheiten
können mehrere Adsorber bzw. Filter umfassen, die abwechselnd zum Adsorbieren oder
Regenerieren zu- oder abgeschaltet werden können.
[0042] In der Folge wird nun ein Gesamtverfahren vom angelieferten Abfall bis zu den Endprodukten
im Detail beschrieben.
[0043] Gereinigte und vorsortierte polyolefinreiche Abfälle, in der Folge auch als Kunststoffwertstoffe
bezeichnet, werden in einem Bunker gelagert. Die Vorsortierung kann mittels gängiger
Verfahren durchgeführt werden. Dabei werden die Kunststoffe, z.B. PVC, PET anhand
ihrer IR-Spektren oder anderer Merkmale erkannt und Fremdstoffe z.B. mittels eines
punktuell platzierbaren Luftstroms entfernt. Trotz dieser Vorsortierung enthalten
die Kunststoffwertstoffe möglicherweise immer noch geringe Anteile an Störstoffen,
wie z.B. chlor- und/oder schwefelhaltige Verbindungen, Gummi, Metalle, Sand etc.,
die zu einem späteren Zeitpunkt innerhalb des Verfahrens entfernt werden.
[0044] Da das Aufbereitungsverfahren zur Verhinderung unerwünschter Oxidation unter weitgehendem
Sauerstoffausschluss durchgeführt werden muss, werden die Kunststoffwertstoffe der
Anlage vorzugsweise mit Hilfe des im Folgenden geschilderten Einbringsystems zugeführt.
Dieses System besitzt den Vorteil, dass bei der Befüllung der Schmelzzonen und des
Crackreaktors auf eine permanente Spülung mit Inertgas (Stickstoff) verzichtet werden
kann, da das mit zumindest teilweise geschmolzenen Kunststoffwertstoffen befüllte
Einbringsystem einen luftdichten Abschluss darstellt. Grundsätzlich ist die Anlage
aber auch mit einem anderen Einbringsystem befüllbar.
[0045] Die exakte und reproduzierbare Dosierung im erfindungsgemässen Einbringsystem geschieht
mit Hilfe von zwei Pufferbehältern, welche gewogen werden. Diese Pufferbehälter können
gegebenenfalls mit Stickstoff beaufschlagt oder gespült werden. Vom jeweiligen Pufferbehälter
aus geschieht die Befüllung des Systems mit Hilfe eines mechanischen Einbringsystems.
[0046] Dieses Einbringsystem selbst ist in mindestens zwei Zonen aufgeteilt, die unterschiedliche
Aufgaben übernehmen. Das zu verarbeitende Kunststoffgemisch wird dem Einbringsystem
aus den Pufferbehältern, die abwechselnd gefüllt bzw. entleert werden, kontinuierlich
zugeführt und zwar zuerst in einen Verdichter, in dem es homogenisiert und im Wesentlichen
durch Friktion erhitzt wird. Falls erforderlich kann die Erhitzung durch zusätzliches
Heizen unterstützt werden, insbesondere über die Aussenwand des Verdichters, die,
z.B. mit Thermoöl, beheizt werden kann. Im Verdichter sollte das Material auf eine
Temperatur von 120 bis 150°C erhitzt werden, damit in dieser Stufe Wasserdampf ausgedampft
und, insbesondere durch Anlegen eines leichten Vakuums, abgesaugt werden kann.
[0047] Danach wird das Material in einen vorzugsweise mit Thermoöl beheizten Extruder befördert
und dort auf ca. 250 - 300°C erhitzt. Bei diesen Temperaturen werden schwefelhaltige
und chlorhaltige Kunststoffanteile zerstört. HCl und H
2S werden aus dem Extruder mit einer Vakuumpumpe abgezogen. Die sauren Schadstoffe
werden vorzugsweise mit Natronlauge im Rahmen einer Gaswäsche neutralisiert und entsorgt.
Bei max. 300°C enthält das Abgas nur geringe Mengen an Kohlenwasserstoffen, Neben
der Entfernung von Wasser, HCl und H
2S bei relativ geringen Temperaturen besitzt diese Technik zudem den Vorteil, dass
bei der Befüllung der Heizvorrichtungen (Schmelzzonen) und des Crackreaktors auf eine
permanente Spülung mit Inertgas (Stickstoff) verzichtet werden kann, da das mit bereits
teilweise geschmolzenem Kunststoff befüllte Einbringsystem bzw. der Extruder einen
luftdichten Abschluss darstellt.
[0048] Der Extruder verdichtet und transportiert die Kunststoffwertstoffe in eine erste
Heizvorrichtung, einen ersten Röhrenwärmetauscher, in welchem die Kunststoffwertstoffe
durch die Röhren fliessen, die mit Thermoöl als Heizmedium umspült werden. Die gesamte
Heizfläche der Röhren ist so gross gewählt, dass mit einer möglichst kleinen Temperaturdifferenz
zwischen Heizmedium und Kunststoffwertstoffen gearbeitet werden kann. Damit wird eine
Ablagerung von Koks durch Crackprozesse an den Röhrenwänden minimiert. Ein zusätzlicher
Vorteil von Röhrenwärmetauschern ist, dass sie leicht zu reinigen sind. Um die Kunststoffwertstoffe
vollständig zu schmelzen werden sie auf ca. 380°C erhitzt.
[0049] Der Ausgang der ersten Heizvorrichtung, des ersten Wärmetauschers, ist verbunden
mit einer Rückführstrom-Leitung. Durch diese Rückführstrom-Leitung wird Rückführstrom,
welcher aus dem Crackreaktor via einen als Schlackenaustrags-System fungierenden Zyklon-Separator
geleitet wurde, der Kunststoffschmelze aus der ersten Heizvorrichtung zugemischt.
Der gemischte Strom fliesst in eine zweite Heizvorrichtung, einen zweiten Röhrenwärmetauscher,
in welchem die Kunststoffschmelze auf 400°C erhitzt wird. Aus diesem zweiten Wärmetauscher
gelangen die geschmolzenen Kunststoffwertstoffe zusammen mit den bei dieser Temperatur
bereits entstandenen Crackgasen in den Crackreaktor. In diesem Reaktor werden bei
ca. 400°C die Kunststoff-Moleküle rein thermolytisch, d.h. ohne Verwendung von Katalysatoren,
in ein im Wesentlichen gasförmiges Kohlenwasserstoff-Gemisch zerlegt (gecrackt).
[0050] Als gut geeignet hat sich beispielsweise ein Verfahren erwiesen, das mit grossen
Wärmeaustauschflächen arbeitet, so dass trotz gutem Durchsatz mit Wärmeträgermittel
einer Temperatur gearbeitet werden kann, die maximal ca. 20°C über der angestrebten
Temperatur liegt. Durch diese Temperaturbeschränkung kann Koksbildung weitgehend vermieden
oder zumindest stark reduziert werden.
[0051] Die Wärmeübertragung im Crackreaktor erfolgt zur Vermeidung von pyrolytischen Zersetzungsreaktionen
vorzugsweise nicht oder nicht nur durch die Reaktorwand (Heizkesselprinzip). Vorzugsweise
erfolgt der Wärmeeintrag über eine grosse Fläche mit einer möglichst kleinen Temperaturdifferenz,
wodurch Anbacken und Koksbildung vermieden oder zumindest stark vermindert werden
kann. Ein geeignetes Heizmittel sind mehrere innerhalb des Crackreaktors angeordnete
Röhrenwärmetauscher oder Bündel von Heizrohren, die mit Wärmeträgermittel, insbesondere
Wärmeträgeröl, gefüllt sind bzw. von Wärmeträgermittel durchströmt werden.
[0052] Die Röhrenwärmetauscher bzw. Heizrohre können innerhalb des Crackreaktors problemlos
so angeordnet werden, dass auch bei deren Anwesenheit auf ein übliches, zentral angeordnetes
Rührwerk verzichtet werden kann, d.h. dass alleine aufgrund des kontinuierlich abgepumpten
und zurückgeführten Rückführstroms ausreichende Durchmischung der Schmelze erreicht
wird.
[0053] Aufgrund der grossen Wärmeübertragungsflächen kann das Wärmeträgermedium, das zur
Erhitzung der Kunststoffschmelze im Crackreaktor verwendet wird, auf einer vergleichsweise
tiefen Temperatur von vorzugsweise 405°C bis maximal 420°C gehalten werden.
[0054] Am unteren Ende des Crackreaktors befindet sich ein Auslass, der zu einer Hochtemperaturflüssigkeitspumpe
führt. Diese Pumpe ist in der Lage, Fluide mit einer Temperatur von 400°C zu pumpen,
und wird nicht durch mögliche abrasive Bestandteile in der Kunststoffschmelze beeinträchtigt.
Hochenergetische aber nicht in den gasförmigen Zustand übergehende pech- und teerartige
Substanzen sowie der beim Cracken von Polymeren entstehende Kohlenstoffüberschuss
werden durch ein Separatorsystem, insbesondere einen zylindrischen Zyklon-Separator
mit damit verbundenem Sedimentationsbehälter, gepumpt. Beim Eintritt in den Zyklon-Separator
wird die tangentiale Geschwindigkeit des Fluids aufgrund der Dimensionen des Zyklon-Separators
erhöht.
[0055] Der Anstieg der Geschwindigkeit der Kunststoffschmelze in Kombination mit der zylindrischen
Form des Zyklon-Separators führt zu einer Zentrifugalwirkung. Teilchen höherer Dichte
werden zur Aussenseite des Zyklons geschwenkt, während leichtere Teilchen ihren Weg
in die Mitte des Zyklon-Separators finden. Diese leichteren Teilchen werden zusammen
mit einem Grossteil des geschmolzenen Kunststoffs durch ein Rohr aus dem Zyklon geleitet.
Diese Rohr ist vorteilhafterweise parallel zur Zylinderachse und konzentrisch um diese
herum angeordnet. Dieser aus dem Zyklon-Separator geleitete Strom wird wieder mit
geschmolzenem Kunststoff, der aus der ersten Heizvorrichtung kommt, gemischt und über
die zweite Heizvorrichtung in den Crackreaktor zurückgeleitet.
[0056] Die schwereren Teile fliessen im Zyklon-Separator nach unten, vorzugsweise in ein
Absetzbecken, da diese immer noch grössere Mengen an geschmolzenem Plastik umfassen.
Die Strömungsgeschwindigkeit im Absetzbecken ist sehr gering, so dass eine zusätzliche
Trennung zwischen Teilen hoher und niedriger Dichte, bzw. Feststoffteilchen und geschmolzenem
Kunststoff erreicht werden kann.
[0057] Eine im Absetzbecken erhaltene Phase, die reich ist an geschmolzenem Kunststoff,
kann via Bypass zurückgeführt werden in die Rückführstromleitung, die abgeschiedene
Phase höherer Dichte, welche die Feststoffe umfasst, wird entfernt und kann als hochenergetischer
Brennstoff verwendet werden.
[0058] Das im Crackreaktor gebildete gasförmige Kohlenwasserstoff-Gemisch strömt aus dem
Crackreaktor in einen Partialkondensator, und vorzugsweise zuerst durch eine Füllkörperkolonne
und dann erst in einen Partialkondensator. Dieser Partialkondensator ist vorzugsweise
aktiv heiz- und/oder kühlbar, insbesondere kühlbar und ebenfalls vorzugsweise so eingestellt,
dass Kohlenwasserstoffe, welche nicht dem gewünschten Produktcharakter, z.B. Diesel/Heizölcharakter
entsprechen, kondensieren und zurück in den Crackreaktor fliessen, wo sie weiter gecrackt
werden bis sie kürzer sind als Kohlenwasserstoffe mit z.B. maximal 22 C-Atomen und
den Kondensator passieren können.
[0059] Mit dieser Technologie ist es möglich, die Bildung von langkettigen Kohlenwasserstoffen
(Wachs / Paraffinen) weitgehend oder gar vollständig zu vermeiden.
[0060] Der bei niedrigeren Temperaturen siedende Teil (beispielsweise kleiner als C20 oder
C22) wird durch den Kondensator nicht zurückgehalten und aus diesem in eine Quench/Destillationseinrichtung
geschickt, in der eine Abtrennung der Leichtsieder und Gase (C1-C7/C8) vom Mitteldestillat
(C8/C9 - C20/C22) durchgeführt wird. Diese Quench/Destillationseinrichtung umfasst
einen Reboiler (Verdampfer) und eine Destillationskolonne.
[0061] Die Sumpftemperatur in dieser Quench/Destillationseinrichtung wird vorzugsweise durch
einen Verdampfer, einen sogenannten Reboiler geregelt, welcher bis zu 400°C erhitzt
werden kann. Kohlenwasserstoffe mit mehr als 22 C-atomen werden im Reboiler akkumuliert
und aus dem Reboiler in den Crackreaktor zurückgepumpt.
[0062] Die Destillationskolonne ist zumindest teilweise als Füllkörperkolonne gestaltet.
In einem mittleren Bereich, beispielsweise in der Mitte der Destillationskolonne ist
zudem vorzugsweise ein Boden vorgesehen, bei dem zumindest ein Anteil der flüssigen
Kohlenwasserstoffe aufgefangen wird. Diese flüssigen Kohlenwasserstoffe werden abgezogen
und - vorzugsweise in einem Wärmetauscher - abgekühlt. Ein Teil der abgekühlten Flüssigkeit
wird als Rezyklierstrom (Reflux) zur Temperatursteuerung oben in die Destillationskolonne
zurückgeführt, vorzugsweise nach versetzen mit einem Radikalinhibitor, der als Stabilisator
wirkt und die Neubildung von Paraffinen im Produkt-Diesel verhindert.
[0063] Der aus dem Destillationsschritt entnommene und vorzugsweise (infolge des mit einem
solchen Inhibitor versetzten Refluxes) einen Radikalinhibitor enthaltende Produkt-Diesel
wird - wie bereits oben erwähnt - vorzugsweise in einem weiteren Wärmetauscher abschliessend
abgekühlt und gegebenenfalls mittels Adsorptions- und/oder Filtriereinrichtung gefiltert
und aufbereitet. Nach dem Filtrationsschritt bzw. vor dem Einbringen in einen Lagerbehälter
wird vorzugsweise ein Antioxidans zugesetzt, um den Abbau des Produkt-Diesels zu verhindern.
[0064] Der Dampf, der aus dem oberen Teil der Destillationseinrichtung austritt, umfasst
die niedriger siedenden Komponenten (benzinartige Kohlenwasserstoffe, z.B. C1 bis
C8). Dieser Dampf wird in einem aktiv kühlbaren Kondensator abgekühlt. Das Kondensat,
ein Leichtsieder (z.B. C5-C8), wird in einen Vorratsbehälter abgelassen. Der bei Raumtemperatur
nicht kondensierte Teil, C1 bis C4 bzw. Methan bis Butan wird - gegebenenfalls nach
Reinigung, z.B. mittels Adsorptions-/Desorptionsverfahren - entweder mittels eines
Kompressors in einen Vorratsbehälter verbracht, aus dem er zu einem späteren Zeitpunkt
in einem Brenner zum Erhitzen des Wärmeträgermittels verwendet werden kann, oder er
wird direkt einem solchen Brenner zugeführt.
[0065] Obschon hier ein Gesamtverfahren beschrieben wird, sind darin einzelne erfinderische
Aspekte enthalten, die auch zur Verbesserung bestehender Anlagen verwendet werden
können. Solche Aspekte sind:
- (i) Eintrag der Kunststoffwertstoffe über das spezielle Eintragssystem. Dieses Eintragssystem
ermöglicht Prozessführung ohne bzw. mit geringen Mengen Inertgas (Stickstoff), was
die Brennbarkeit der aus dem System abgeführten kohlenwasserstoffhaltigen Gase (C1-C4)
verbessert.
- (ii) Durch die Verwendung des speziellen Eintragssystems, das in der ersten Zone,
dem Verdichter, bei Temperaturen von 120°C - 150°C arbeitet, wird der Anteil an Wasserdampf
stark reduziert, was zu einer Optimierung des Gasvolumens führt.
- (iii) Durch die Anordnung des Extruders vor den Heizvorrichtungen und vor dem Crackreaktor
und durch dessen Betrieb bei 250-300°C werden Schadstoffgase, wie HCl und H2S, ausgetrieben, ohne dass bereits merkbare Mengen an Kohlenwasserstoffen verloren
gingen. Diese frühe Abtrennung von sauren Gasen führt zu einer stark verminderten
Korrosion der nachfolgenden, bei höheren Temperaturen betriebenen Vorrichtungen.
- (iv) Durch den Partialkondensator, insbesondere mit vorgeschalteter Füllstoffkolonne,
wird verhindert, dass Kohlenwasserstoffe, die eine gewünschte Länge überschreiten,
ins Destillationssystem gelangen.
- (v) Die Destillationseinrichtung ermöglicht eine sehr genaue Auftrennung der Kohlenwasserstoff-Fraktionen
in eine flüssige Fraktion, z.B. Produkt-Diesel, und eine gasförmige Fraktion, z.B.
Leichtsieder/nicht-kondensierte Gase. Durch die Einstellung der Sumpftemperatur im
Reboiler einerseits, und durch die Einstellung der Temperatur bzw. des Temperaturprofils
in der Destillationskolonne durch Anpassung des Refluxes an Produkt-Diesel lässt sich
die Auftrennung des aus dem Crackreaktor direkt stammenden Gasstroms in kurzkettige
und langkettige Fraktionen gezielt steuern.
- (vi) Ein Teil der geschmolzenen Kunststoffmischung wird aus dem Crackreaktor und durch
einen Zyklon-Separator gepumpt, wo die Teilchen mit hoher Dichte abgetrennt werden.
Um eine bessere Trennung zu erzielen, wird die Fraktion mit hoher Dichte aus dem Zyklon
in einen Sedimentations-/Absetztank geführt, in dem die Flüssigkeit genügend Zeit
hat, um ein stabiles Gleichgewicht zwischen leichteren und schwereren Teilchen zu
erreichen, so dass ein weiterer Anteil an Kunststoffschmelze zurückgeführt werden
kann. Durch dieses Abpumpen von Bodenmaterial aus dem Crackreaktor und Abscheiden
von Feststoffen bzw. Produkten hoher Dichte im Separatorsystem wird einerseits die
Bildung von Ablagerungen im Crackreaktor vermindert oder gar verhindert, andererseits
wird durch die im Kreislauf geführte Kunststoffschmelze eine Durchmischung im Crackreaktor
erzielt, die ein zusätzliches Mischen oft überflüssig macht.
Kurze Beschreibung der Zeichnungen
[0066] Weitere Ausgestaltungen, Vorteile und Anwendungen der Erfindung ergeben sich aus
den abhängigen Ansprüchen und aus der nun folgenden Beschreibung anhand der Figur.
[0067] Die Figur zeigt schematisch den Aufbau einer erfindungsgemäss bevorzugten Anlage.
Darin haben die Bezugszeichen die folgenden Bedeutungen:
- 1 Verdichter
- 2 Extruder
- 3 erste Heizvorrichtung (erster Wärmetauscher)
- 4 zweite Heizvorrichtung (zweiter Wärmetauscher)
- 5 Crackreaktor
- 6 Heizung für Crackreaktor (Wärmetauscher)
- 7 Hochtemperaturpumpe
- 8 Zyklon-Separator
- 9 Sedimentationsbehälter/Absetzbehälter
- 10 Rückführstrom-Leitung
- 11 Partialkondensator
- 12 Füllkörperkolonne
- 13 Reboiler (Verdampfer)
- 14 Destillationskolonne
- 15 Füllkörperkolonne
- 16 Zwischenboden
- 17 Rezyklierstrom-Leitung
Weg(e) zur Ausführung der Erfindung
[0068] Das Verfahren zur Gewinnung von Kohlenwasserstoffen, insbesondere einzelner Fraktionen
von Kohlenwasserstoffen, aus Kunststoffabfällen, insbesondere Polyolefinabfällen,
mittels pyrolytischen Crackens, wird nun anhand des in der Figur dargestellten Anlageschemas
genauer beschrieben.
[0069] Die Befüllung des Verdichters 1 erfolgt vorzugsweise über zwei Puffersysteme (nicht
gezeigt), die mit Stickstoff beaufschlagt oder gespült sind, und die gewogen werden
können, um die eingebrachte Menge an Kunststoffwertstoffen genau bestimmen und regeln
zu können. Dank der beiden Puffersysteme kann die Anlage kontinuierlich betrieben
werden, da das eine Puffersystem gefüllt wird währenddem das andere Puffersystem entleert
wird.
[0070] Im Verdichter 1 werden die Kunststoffwertstoffe homogenisiert, verdichtet und im
Wesentlichen durch Friktion erhitzt, falls nötig unterstützt durch eine Thermoölheizung,
vorzugsweise in der Aussenwand des Verdichters, insbesondere eines Schraubenverdichters.
Die Erhitzung in diesem Verdichter auf 120-150°C, erlaubt die Entfernung des grössten
Teils des enthaltenen Wassers. Die Wasserentfernung kann durch Anlegen eines Vakuums
unterstützt werden und wird vorzugsweise durch Anlegen eines Vakuums unterstützt.
[0071] Aus dem Verdichter 1 werden die getrockneten, verdichteten Kunststoffwertstoffe in
einen vorzugsweise mit Thermoöl beheizten Extruder 2 gefördert und weiter auf ca.
250 - 300°C erhitzt, so dass zumindest ein Teil der Kunststoffwertstoffe geschmolzen
wird. Am Extruder 2 saugt eine Vakuumpumpe die Schadgase, insbesondere die sauren
Gase HCl und H
2S, ab. Dieses Eintrag-System 1,2, gebildet aus Verdichter 1 und Extruder 2, bzw. diese
Eintragstechnik besitzt zudem den Vorteil, dass bei der Befüllung der Schmelzzonen
und des Crackreaktors auf eine permanente Spülung mit Inertgas (Stickstoff) verzichtet
werden kann, da das mit geschmolzener Plastik befüllte System einen luftdichten Abschluss
darstellt.
[0072] Aus diesem Eintrag-System 1,2 gelangt das zumindest teilweise geschmolzene Plastik
in eine erste Heizvorrichtung, einen ersten Röhrenwärmetauscher, 3 in dem die Kunststoffwertstoffe
auf eine Temperatur von 300°C bis 380°C aufgeheizt werden, so dass aller Kunststoff
geschmolzen vorliegt.
[0073] Nach dem Wärmetauscher 3 werden die aus diesem austretenden Kunststoffwertstoffe
gemischt mit einem Rückführstrom. Dieser Rückführstrom wird aus dem Crackreaktor 5
mittels der Hochtemperaturpumpe 7 entnommen und in der Rückführstrom-Leitung 10 über
den Zyklon-Separator 8 in den aus dem Wärmetauscher 3 austretenden Strom an Kunststoffwertstoffen
geleitet.
[0074] Die Flüssigphase, gebildet aus den aus Wärmetauscher 3 stammenden geschmolzenen Kunststoffwertstoffen
und dem Rückführstrom, wird in einer zweiten Heizvorrichtung, einem zweiten Wärmetauscher,
4 bei einer Temperatur von 380°C bis 400°C - falls noch notwendig - weiter aufgeschmolzen,
wobei bereits ein thermisches Cracken einsetzen kann. Die geschmolzenen Kunststoffwertstoffe,
zusammen mit bereits gebildeten kohlenwasserstoffhaltigen Dämpfen, werden anschliessend
dem Crackreaktor 5 zugeführt, der gegebenenfalls mittels Wärmetauscher 6 geheizt werden
kann und in dem die geschmolzenen Kohlenwasserstoffe bei ca. 400°C aufgespalten (gecrackt)
werden. Die gesamte Kunststoffschmelze, die sich im Crackreaktor 5 und im zweiten
Wärmetauscher 4 befindet, wird mittels der Hochtemperaturpumpe 7 permanent umgewälzt.
Dadurch wird einerseits eine gute Durchmischung erreicht, andererseits dient sie gleichzeitig
dazu die Schlacke aus dem Crackreaktor in das Separator-System 8,9, gebildet aus Zyklon-Separator
8 und dem Sedimentationstank 9 zu pumpen, aus dem sie ausgetragen werden kann. Bei
dieser Schlacke handelt es sich zum überwiegenden Teil um hochenergetische aber nicht
in den gasförmigen Zustand übergehende pech- und teerartige Substanzen, sowie um den
beim Cracken von Polymeren entstehenden Kohlenstoffüberschuss.
[0075] Die den Crackreaktor verlassenden gasförmigen Kohlenwasserstoffe werden einer Füllstoffkolonne
mit anschliessendem Partialkondensator 10 zugeführt, in denen langkettige Kohlenwasserstoffe
(länger als z.B. C22) kondensieren, in den Crackreaktor 5 zurückgeführt und solange
gecrackt werden, bis sie eine Kettenlänge von - je nach Einstellung - maximal C20
bis C22 haben.
[0076] Die Gase, welche nicht in der üblicherweise unbeheizten Füllkörperkolonne 12 beziehungsweise
im Partialkondensator 11 kondensieren (C1-C20/C22) werden einer Destillationseinrichtung
13,14,15,16 zugeführt, in der sie in eine gasförmige und eine flüssige Fraktion zerlegt
und aus der die flüssige Fraktion als Mitteldestillat, die gasförmige Fraktion als
Leichtsieder und nicht kondensierte Gase aus der Destillationseinrichtung 13, 14,
15, 16 abgezogen werden.
[0077] Die Destillationseinrichtung 13,14,15,16 umfasst einen Reboiler 13 und eine Destillationskolonne
14. Die Destillationskolonne 14 weist vorzugsweise einen als Füllkörperkolonne 15
gestalteten Bereich auf und, gegebenenfalls innerhalb dieses Füllkörperenthaltenden
Bereichs oder vorzugsweise oberhalb dieses Bereichs einen Zwischenboden 16, auf dem
flüssige Fraktion (Produkt-Diesel) aufgefangen wird und abgeleitet werden kann. Der
aus der Destillationseinrichtung 13,14,15,16 abgeleitete Produkt-Diesel wird vorzugsweise
mittels eines Wärmetauschers abgekühlt und ein Teil dieses gekühlten Produkt-Diesels
kann zur Einstellung optimaler Temperaturverhältnisse in die Destillationseinrichtung
via Rezyklierstrom-Leitung 17 zurückgeführt werden. Üblicherweise erfolgt die Rückführung,
der Reflux, oben in die Destillationsvorrichtung, auf jeden Fall aber oberhalb des
Zwischenbodens 16, der Entnahmestelle des Produkt-Diesels.
[0078] Dem als Reflux dienenden Produkt-Diesel wird vorzugsweise ein Radikalinhibitor zugesetzt,
der die Entstehung langkettiger Paraffine etc. verhindert. Diese Zugabe erfolgt geeigneterweise
nach dem Wärmetauscher und nach dem Abzweigen des Refluxstroms.
[0079] Die abgezogenen Flüssigkeiten können in Adsorptions- und /oder Filtersystemen gereinigt
und eventuell störende Bestandteile (z.B. organische Säuren) entfernt werden, bevor
die Kohlenwasserstoffe in einen Lagertank überführt werden.
[0080] Vor dem Einlagern des Produkt-Diesels ist es bevorzugt, diesem mindestens einen Stabilisator
zuzugeben.
[0081] Sowohl Radikalinhibitoren wie auch Stabilisatoren und Antioxidantien sind dem Fachmann
geläufig. Ein geeigneter Radikalinhibitor ist z.B. BHT (Butylhydroxitoluol), geeignete
Stabilisatoren sind z.B. stark basische Amine und ein geeignetes Antioxidans ist z.B.
Phenyldiamin.
[0082] Während in der vorliegenden Anmeldung bevorzugte Ausführungen der Erfindung beschrieben
sind, ist klar darauf hinzuweisen, dass die Erfindung nicht auf diese beschränkt ist
und in auch anderer Weise innerhalb des Umfangs der folgenden Ansprüche ausgeführt
werden kann.
1. Verfahren zum Gewinnen von Kohlenwasserstoffen aus kunststoffhaltigen Abfällen und
organischen Flüssigkeiten auf der Basis von Erdöl, gesamthaft bezeichnet als Kunststoffwertstoffe
, vorzugsweise aus polyolefinreichen Kunststoffwertstoffen, mittels rein thermolytischen
Crackens in einem Crackreaktor (5), dem eine erste Heizvorrichtung (3) und eine zweite
Heizvorrichtung (4) vorgeschaltet sind, ohne Verwendung von Katalysatoren, wobei
(b1) die gegebenenfalls und vorzugsweise bereits teilweise geschmolzenen Kunststoffwertstoffe
einer ersten Heizvorrichtung (3) zugeführt werden, in der sie bei einer Temperatur
von 300°C bis 380°C (weiter) aufgeschmolzen werden,
(b2) die geschmolzenen Kunststoffwertstoffe zusammen mit Rückführstrom, welcher aus
dem Crackreaktor (5) abgepumpt wurde, einer zweiten Heizvorrichtung (4) zugeleitet
werden, in der sie weiter erhitzt werden auf Temperaturen von 380°C bis 400°C,
(b3) die geschmolzenen Kunststoffwertstoffe zusammen mit bereits gebildeten kohlenwasserstoffhaltigen
Dämpfen aus der zweiten Heizvorrichtung (4) dem Crackreaktor (5) zugeführt werden,
in dem die geschmolzenen Kunststoffwertstoffe bei ca. 400°C weiter aufgespalten (gecrackt)
werden, wobei die gasförmigen Kohlenwasserstoffe einem Partialkondensator (11) zugeführt
werden, in dem langkettige Kohlenwasserstoffe kondensieren und in den Crackreaktor
(5) zurückgeführt werden,
(b4) kurzkettige Kohlenwasserstoffe aus dem Crackraktor (5) austreten und einer Destillationseinrichtung
zugeführt werden, in der sie in eine gasförmige Fraktion und in eine flüssige Fraktion
zerlegt werden,
(b5) hochenergetische aber nicht in den gasförmigen Zustand übergehende pech- und
teerartige Substanzen, sowie beim thermolytischen Cracken von Polymeren entstehender
Kohlenstoffüberschuss zusammen mit dem Rückführstrom aus dem Crackreaktor (5) abgepumpt
und mittels eines Separator-Systems (8, 9) aufgetrennt werden in Rückführstrom und
Rückstand, wobei der Rückführstrom zwischen der ersten Heizvorrichtung (3) und der
zweiten Heizvorrichtung (4) den in Heizvorrichtung (3) geschmolzenen Kunststoffwertstoffen
beigemischt und der Rückstand in einen Auffangbehälter geleitet wird.
2. Verfahren gemäss Anspruch 1, wobei die Zuführung der Kunststoffabfälle zur ersten
Heizvorrichtung via ein Eintrag-System (1, 2) erfolgt, in dem
(a2) in einer ersten Stufe in einem mechanischen Verdichter (1) bei 120 bis 150°C
Wasserdampf abgeführt wird und eine Verdichtung und Trocknung erfolgt,
(a3) in einer zweiten Stufe, in einem Extruder (2), bei 250 bis 300°C zumindest partielles
Auf-schmelzen und Entfernung saurer Gase, insbesondere von
HCl und H2S, mittels Vakuum und gegebenenfalls anschliessender Gaswäsche erfolgt.
3. Verfahren gemäss Anspruch 2, wobei die Verdichtung in der ersten Stufe (a2) mittels
eines Schraubenverdichters erfolgt.
4. Verfahren gemäss Anspruch 2 oder 3, wobei (a1) die Kunststoffwertstoffe über ein System
von mindestens zwei und bevorzugt zwei gegebenenfalls mit Inertgas, insbesondere Stickstoff,
gespülte Pufferbehälter in das Eintrag-System (1, 2) eingebracht werden, wobei mindestens
ein und bevorzugt ein Pufferbehälter gefüllt wird, währendem mindestens ein anderer
und bevorzugt ein anderer Pufferbehälter in das Eintrag-System (1, 2) entleert wird,
und wobei alle (beide) Pufferbehälter mit einem Wägesystem verbunden sind, welches
ein dosiertes Befüllen des Einbringsystems mit Kunststoffabfall gestattet.
5. Verfahren gemäss irgendeinem der vorangehenden Ansprüche, wobei der Rückführstrom
erhalten wird, indem unten aus dem Crackreaktor (5) mittels Hochtemperaturpumpe (7)
geschmolzene Kunststoffwertstoffe, hochenergetische aber nicht in den gasförmigen
Zustand übergehende pech- und teerartige Substanzen, sowie beim Cracken von Polymeren
entstehender Kohlenstoffüberschuss abgepumpt und einem Separator-System (8, 9) zugeleitet
werden, wobei das Separator-System (8, 9) einen Zyklon-Separator (8) und einen Sedimentier-/Absetzbehälter
(9) umfasst.
6. Verfahren gemäss einem der vorangehenden Ansprüche, wobei die gasförmigen Kohlenwasserstoffe
aus dem Crackreaktor (5) dem Partialkondensator (11) über eine Füllkörperkolonne (12)
zugeführt werden.
7. Verfahren gemäss einem der vorangehenden Ansprüche, wobei die Gase aus dem Crackreaktor
(5) nach dem Partialkondensator (11) einer Destillationseinrichtung (13, 14, 15, 16)
umfassend einen Reboiler (13) und eine Destillationskolonne (14), zugeführt werden,
wobei die Destillationskolonne (14) eine Füllkörperkolonne (15) und einen Zwischenboden
(16) aufweist, wobei die Gase aus dem Crackreaktor (5) in der Destillationseinrichtung
(13, 14, 15, 16) in eine gasförmige Fraktion und in eine flüssige Fraktion zerlegt
werden, wobei die flüssige Fraktion am Zwischenboden (16) als Produkt-Diesel und die
gasförmige Fraktion oben an der Kolonne abgezogen werden, wobei aus der abgezogenen
gasförmigen Fraktion die Leicht-sieder (z.B. C5-C7) kondensiert und von den nicht
kondensierten Gasen (z.B. C1-C4) abgetrennt werden.
8. Verfahren gemäss einem der vorhergehenden Ansprüche, wobei die Anlage kontinuierlich
betrieben wird.
9. Verfahren gemäss einem der vorangehenden Ansprüche, worin die erste Heizvorrichtung
(3) und die zweite Heizvorrichtung (4) je ein mit Thermoöl umspülter Röhrenwärmetauscher
sind.
10. Verfahren gemäss einem der vorangehenden Ansprüche, wobei der Partialkondensator (11)
auf eine Temperatur von 150°C bis 350°C einstellbar ist, vorzugsweise auf 300°C, wodurch
auch die Kettenlänge der Moleküle, die den Partialkondensator passieren können, festgelegt
werden kann, wobei vorzugsweise über Temperatureinstellung im Partialkondensator,
in welchem ein Teil der gasförmigen Fraktion kondensiert wird, die Art der Kohlenwasserstoffgemische
definiert wird.
11. Verfahren nach einem der vorangehenden Ansprüche, wobei die thermische Feintrennung
des aus dem Crackreaktor (5) austretenden Gases in der Destillationskolonne (14) mittels
Gegenstromdestillation durchgeführt wird, derart, dass ein Teil des am Zwischenboden
(16) abgezogenen Produkt-Diesels, vorzugsweise nach Kühlung und vorzugsweise versetzt
mit Radikalinhibitor, über eine Rezyklierstrom-Leitung (17) oben in die Destillationskolonne
zurückgeführt wird, wobei vorzugsweise wobei über Temperatureinstellung in der Destillationskolonne
(14) die Art der Kohlenwasserstoffgemische definiert wird.
12. Verfahren nach einem der vorangehenden Ansprüche, wobei im Produkt-Diesel und/oder
im Leichtsieder allenfalls noch vorliegende Verunreinigungen, insbesondere schwefelhaltige
Verbindungen, Halogen-Säuren und organische Säuren, durch Adsorption und/oder Filtrierung
entfernt werden.
13. Verfahren nach einem der vorhergehenden Ansprüche, wobei kurzkettige, nach dem Kondensator
gasförmig vorliegende Kohlenwasserstoffe (z.B. C1-C4), gegebenenfalls nach Komprimierung
und Zwischenlagerung, als Brennstoff energetisch genutzt werden.
14. Verfahren nach einem der vorhergehenden Ansprüche, wobei Wärmeaustauschflächen zur
Temperatureinstellung so bemessen sind, dass mit Wärmeträgermittel einer Temperatur
gearbeitet werden kann, die maximal 20°C über der angestrebten Temperatur liegt.
15. Vorrichtung zum Aufbereiten von kunststoffhaltigen Abfällen und organischen Flüssigkeiten
auf der Basis von Erdöl, gesamthaft bezeichnet als Kunststoffwertstoffe, umfassend
eine erste Heizvorrichtung (3), eine zweite Heizvorrichtung (4), einen Crackreaktor
(5), und eine Rückführstrom-Leitung (10), die von einem unteren Bereich des Crackreaktors
via ein Separator-System (8, 9) in die Zuleitung der geschmolzenen Kunststoffwertstoffe
aus der ersten Heizvorrichtung (3) in die zweite Heizvorrichtung (4) führt, wobei
der Crackreaktor (5) einen Partialkondensator (11) aufweist, der eine Kühl-/Heizvorrichtung
aufweist, die dazu ausgelegt ist, dass in dem Partialkondensator (11) eine definierte
Temperatur einstellbar ist, und wobei das Separator-System (8, 9) einen Zyklon-Separator
(8) umfasst.
16. Vorrichtung nach Anspruch 15, wobei die erste Heizvorrichtung (3) und die zweite Heizvorrichtung
(4) je ein mit Thermoöl umspülter Röhrenwärmetauscher sind,
wobei die Heizvorrichtungen (3, 4) und der Crackreaktor (5) unabhängig voneinander
regelbare Heizungen haben,
und/oder wobei die Heizvorrichtungen (3, 4) Wärmetauscher sind., die als Rohrwärmetauscher
ausgeführt sind, wobei die Rohre mit den geschmolzenen Kunststoffwertstoffen gefüllt
sind und von Thermoöl umspült werden.
17. Vorrichtung nach einem der Ansprüche 15 oder 16, wobei das Separator-System (8, 9)
neben dem Zyklon-Separator (8) einen ausserhalb der Rückführstrom-Leitung (10) aber
mit dem Zyklon-Separator verbundenen Sedimentations-/Absetz-behälter (9) aufweist,
der via Bypass heizvorrichtungs-seitig mit der Rückführstrom-Leitung (10) verbunden
ist.
18. Vorrichtung nach einem der Ansprüche 15 bis 17, wobei die Kühl-/Heizvorrichtung einen
Wärmeträger umfasst, der mittels einer Temperiereinheit auf eine zum Einstellen der
definierten Temperatur nötige Temperatur bringbar ist, wobei ein bevorzugter Wärmeträger
ein Thermoöl ist,
wobei vorzugsweise im Crackreaktor (5) dem Partialkondensator (11) vorgeschaltet eine
Füllkörperkolonne (12) angeordnet ist.
19. Vorrichtung nach einem der Ansprüche 15 bis 18, worin dem Crackreaktor (5) nachgeschaltet
eine Destillationseinheit (13, 14, 15, 16) umfassend einen Reboiler und eine Destillationskolonne
(14), angeordnet ist, wobei die Destillationskolonne (14) einen Zwischenboden (16)
aufweist, derart, dass am Zwischenboden flüssige Fraktion und oben an der Kolonne
gasförmige Fraktion abgezogen werden kann,
wobei vorzugsweise der Destillationskolonne (14) nachgeschaltet, ein Kühler zum Kühlen
der flüssigen Fraktion und/oder ein Kondensator zum teilweisen Kondensieren der gasförmigen
Fraktion angeordnet ist, wobei der Kühler und/o-der der Kondensator eine Heiz-/Kühlvorrichtung
aufweist mit der im Kühler und/oder im Kondensator eine definierte Temperatur einstellbar
ist,
wobei vorzugsweise die Destillationskolonne (14) mindestens teilweise als Füllkörperkolonne
(15) gestaltet ist
und wobei vorzugsweise die Destillationskolonne (14) mit einer Rezyklierstrom-Leitung
(17) versehen ist, derart, dass ein Teil der aus der Destillationskolonne (14) abgezogenen
flüssigen Fraktion oberhalb des Zwischenbodens (16), der Entnahmestelle, in die Destillationskolonne
(14) zurückgeleitet werden kann.
20. Vorrichtung nach einem der Ansprüche 15 bis 20, mit mindestens einer Adsorptionsbeziehungsweise
Filtereinheit zum Adsorbieren von Verunreinigungen aus der flüssigen Fraktion oder
dem kondensierten Teil der gasförmigen Fraktion, wobei die Adsorptions- beziehungsweise
Filtereinheit vorzugsweise mehrere Adsorber bzw. Filter hat, die abwechselnd zum Adsorbieren
oder Regenerieren zu- oder abgeschaltet werden können.
1. Method for recovering hydrocarbons from plastic-containing waste and organic liquids
based on oil, collectively referred to as recyclable plastic materials, preferably
from polyolefin-rich recyclable plastic materials, by means of purely thermolytic
cracking in a cracking reactor (5), with a first heating device (3) and a second heating
device (4) being arranged upstream thereof, without the use of catalysts, wherein
(b1) the optionally and preferably already partially melted recyclable plastic materials
are fed to a first heating device (3) in which they are (further) melted at a temperature
of from 300°C to 380°C,
(b2) the melted recyclable plastic materials together with the recycle stream which
has been pumped out of the cracking reactor (5) are supplied to a second heating device
(4) in which they are further heated to temperatures of from 380°C to 400°C, (b3)
the melted recyclable plastic materials together with already formed hydrocarbon-containing
vapors are fed from the second heating device (4) to the cracking reactor (5), in
which the melted recyclable plastic materials are further split (cracked) at approx.
400°C, wherein the gaseous hydrocarbons are fed to a partial condenser (11) in which
long-chain hydrocarbons condense and are returned to the cracking reactor (5),
(b4) short-chain hydrocarbons exit the cracking reactor (5) and are fed to a distillation
apparatus in which they are broken down into a gaseous fraction and a liquid fraction,
(b5) high-energy pitch-like and tar-like substances which do not change into the gaseous
state and excess carbon which results during the thermolytic cracking of polymers
are pumped out of the cracking reactor (5) together with the recycle stream and are
separated into recycle stream and residue by means of a separator system (8, 9), wherein
the recycle stream, between the first heating device (3) and the second heating device
(4), is admixed with the recyclable plastic materials melted in the heating device
(3) and the residue is conducted into a collecting tank.
2. Method according to claim 1, wherein the plastic waste is fed to the first heating
device via an entry system (1, 2) in which
(a2) in a first stage, water vapor is removed in a mechanical compressor (1) at 120
to 150°C and is compressed and dried,
(a3) in a second stage, in an extruder (2), acidic gases, in particular HCl and H2S, are at least partially melted and removed at 250 to 300°C by means of a vacuum,
optionally followed by gas scrubbing.
3. Method according to claim 2, wherein the compression in the first stage (a2) is carried
out by means of a screw compressor.
4. Method according to either claim 2 or claim 3, wherein (a1) the recyclable plastic
materials are introduced into the entry system (1, 2) via a system of at least two,
and preferably two, buffer tanks which are optionally flushed with inert gas, in particular
nitrogen, wherein at least one, and preferably one, buffer tank is filled while the
at least one other, and preferably one other, buffer tank is emptied into the entry
system (1, 2), and wherein all (both) buffer tanks are connected to a weighing system
which allows the introduction system to be filled with plastic waste in a metered
manner.
5. Method according to any of the preceding claims, wherein the recycle stream is obtained
by melted recyclable plastic materials, high-energy pitch-like and tar-like substances
which do not change into the gaseous state and excess carbon which results during
the cracking of polymers being pumped out from the bottom of the cracking reactor
(5) by means of a high-temperature pump (7) and being supplied to a separator system
(8, 9), wherein the separator system (8, 9) comprises a cyclone separator (8) and
a sedimentation/settling tank (9).
6. Method according to any of the preceding claims, wherein the gaseous hydrocarbons
are fed from the cracking reactor (5) to the partial condenser (11) via a packed column
(12).
7. Method according to any of the preceding claims, wherein the gases are fed from the
cracking reactor (5), after the partial condenser (11), to a distillation apparatus
(13, 14, 15, 16) comprising a re-boiler (13) and a distillation column (14), wherein
the distillation column (14) has a packed column (15) and an intermediate bottom (16),
wherein the gases from the cracking reactor (5) are broken down in the distillation
apparatus (13, 14, 15, 16) into a gaseous fraction and into a liquid fraction, wherein
the liquid fraction is removed at the intermediate bottom (16) as a diesel product
and the gaseous fraction is removed at the top of the column, wherein the low-boiling
component (e.g. C5-C7) is condensed from the removed gaseous fraction and separated
from the non-condensed gases (e.g. C1-C4).
8. Method according to any of the preceding claims, wherein the system is operated continuously.
9. Method according to any of the preceding claims, wherein the first heating device
(3) and the second heating device (4) are each tube heat exchangers flushed with thermal
oil.
10. Method according to any of the preceding claims, wherein the partial condenser (11)
can be set at a temperature of from 150°C to 350°C, preferably at 300°C, as a result
of which the chain length of the molecules which can pass through the partial condenser
can be determined, wherein the type of the hydrocarbon mixtures is preferably defined
via temperature setting in the partial condenser in which some of the gaseous fraction
is condensed.
11. Method according to any of the preceding claims, wherein the thermal fine separation
of the gas exiting the cracking reactor (5) is carried out in the distillation column
(14) by means of counter-current distillation such that some of the diesel product
removed at the intermediate bottom (16) is returned to the top of the distillation
column via a recycling stream line (17), preferably after cooling and preferably mixed
with a radical inhibitor, wherein the type of the hydrocarbon mixtures is preferably
defined via temperature setting in the distillation column (14).
12. Method according to any of the preceding claims, wherein any impurities, in particular
sulfur-containing compounds, halogen acids and organic acids, still present in the
diesel product and/or in the low-boiling component are removed by adsorption and/or
filtration.
13. Method according to any of the preceding claims, wherein short-chain hydrocarbons
(e.g. C1-C4) present as a gas downstream of the condenser, optionally after compression
and intermediate storage, are used as fuel for energy.
14. Method according to any of the preceding claims, wherein heat exchange surfaces for
setting the temperature are dimensioned such that it is possible to work with a heat
transfer medium which is at a temperature which is at most 20°C above the desired
temperature.
15. Device for processing plastic-containing waste and organic liquids based on oil, collectively
referred to as recyclable plastic materials, comprising a first heating device (3),
a second heating device (4), a cracking reactor (5), and a recycle stream line (10)
which leads from a lower region of the cracking reactor via a separator system (8,
9) into the supply of the melted recyclable plastic materials from the first heating
device (3) into the second heating device (4), wherein the cracking reactor (5) has
a partial condenser (11) which has a cooling/heating device which is designed such
that a defined temperature can be set in the partial condenser (11), and wherein the
separator system (8, 9) comprises a cyclone separator (8).
16. Device according to claim 15, wherein the first heating device (3) and the second
heating device (4) are each tube heat exchangers flushed with thermal oil, wherein
the heating devices (3, 4) and the cracking reactor (5) have independently controllable
heaters, and/or wherein the heating devices (3, 4) are heat exchangers which are designed
as tube heat exchangers, wherein the tubes are filled with the melted recyclable plastic
materials and are flushed with thermal oil.
17. Device according to either claim 15 or claim 16, wherein, in addition to the cyclone
separator (8), the separator system (8, 9) has a sedimentation/settling tank (9) which
is outside the recycle stream line (10) but connected to the cyclone separator, and
which is connected to the recycle stream line (10) via the bypass on the heating-device
side.
18. Device according to any of claims 15 to 17, wherein the cooling/heating device comprises
a heat transfer medium which can be brought to a temperature necessary for setting
the defined temperature by means of a temperature control unit, wherein a preferred
heat transfer medium is a thermal oil, wherein a packed column (12) is preferably
arranged upstream of the partial condenser (11) in the cracking reactor (5).
19. Device according to any of claims 15 to 18, wherein a distillation unit (13, 14, 15,
16) comprising a re-boiler and a distillation column (14) is arranged downstream of
the cracking reactor (5), wherein the distillation column (14) has an intermediate
bottom (16) such that liquid fraction can be removed at the intermediate bottom and
gaseous fraction can be removed at the top of the column, wherein a cooler for cooling
the liquid fraction and/or a condenser for partially condensing the gaseous fraction
is arranged preferably downstream of the distillation column (14), wherein the cooler
and/or the condenser has a heating/cooling device by means of which a defined temperature
can be set in the cooler and/or in the condenser, wherein the distillation column
(14) is preferably at least partially designed as a packed column (15), and wherein
the distillation column (14) is preferably provided with a recycling stream line (17)
such that some of the liquid fraction removed from the distillation column (14) can
be returned to the distillation column (14) above the intermediate bottom (16), which
is the removal point.
20. Device according to any of claims 15 to 20, comprising at least one adsorption or
filter unit for adsorbing impurities from the liquid fraction or the condensed part
of the gaseous fraction, wherein the adsorption or filter unit preferably has a plurality
of adsorbers or filters which can be switched on or off alternately for adsorbing
or regenerating.
1. Procédé d'obtention d'hydrocarbures à partir de déchets contenant du plastique et
de liquides organiques à base de pétrole, appelés collectivement matières plastiques
recyclables, de préférence à partir de matières plastiques recyclables riches en polyoléfine,
par craquage purement thermolytique dans un réacteur de craquage (5), auquel un premier
dispositif de chauffage (3) et un second dispositif de chauffage (4) sont connectés
en amont, sans utilisation de catalyseurs, dans lequel
(b1) les matières plastiques recyclables éventuellement et de préférence déjà partiellement
fondues sont amenées dans un premier dispositif de chauffage (3) dans lequel elles
sont fondues (encore davantage) à une température de 300 °C à 380 °C, (b2) les matières
plastiques recyclables fondues ainsi que le flux de recyclage, qui a été pompé hors
du réacteur de craquage (5), sont conduits à un second dispositif de chauffage (4),
dans lequel ils sont en outre chauffés à des températures de 380 °C à 400 °C,
(b3) les matières plastiques recyclables fondues ainsi que les vapeurs contenant des
hydrocarbures déjà formées sont amenées du second dispositif de chauffage (4) au réacteur
de craquage (5), dans lequel les matières plastiques recyclables fondues sont ensuite
divisées (craquées) à environ 400 °C, les hydrocarbures gazeux étant amenés dans un
condenseur partiel (11) dans lequel les hydrocarbures à longue chaîne se condensent
et sont renvoyés vers le réacteur de craquage (5),
(b4) les hydrocarbures à chaîne courte sortent du réacteur de craquage (5) et sont
conduits dans une unité de distillation dans laquelle ils sont décomposés en une fraction
gazeuse et une fraction liquide,
(b5) les substances de type brai et goudron à haute énergie qui ne passent pas à l'état
gazeux, ainsi que l'excès de carbone généré lors du craquage thermolytique des polymères
sont pompés hors du réacteur de craquage (5) avec le flux de recyclage et séparés
en flux de recyclage et résidus au moyen d'un système de séparateur (8, 9), le flux
de recyclage étant mélangé, entre le premier dispositif de chauffage (3) et le second
dispositif de chauffage (4), avec les matières plastiques recyclables fondues dans
le dispositif de chauffage (3) et le résidu étant conduit à un récipient collecteur.
2. Procédé selon la revendication 1, dans lequel les déchets plastiques sont amenés dans
le premier dispositif de chauffage par l'intermédiaire d'un système d'entrée (1, 2)
dans lequel
(a2) dans une première étape, la vapeur d'eau est évacuée dans un compresseur mécanique
(1) à 120 à 150 °C et une compression et un séchage sont effectués,
(a3) dans une seconde étape, dans une extrudeuse (2), à 250 à 300 °C, les gaz acides,
en particulier de HCl et H2S, sont au moins partiellement fondus et éliminés, au moyen du vide et, le cas échéant,
lavés ultérieurement.
3. Procédé selon la revendication 2, dans lequel la compression à la première étape (a2)
a lieu au moyen d'un compresseur à vis.
4. Procédé selon la revendication 2 ou 3, dans lequel (a1) les matières plastiques recyclables
sont introduites dans le système d'entrée (1, 2) par l'intermédiaire d'un système
d'au moins deux et de préférence deux conteneurs tampons éventuellement rincés avec
du gaz inerte, en particulier de l'azote, au moins un et de préférence un conteneur
tampon étant rempli tandis qu'au moins un autre et de préférence un autre conteneur
tampon étant vidé dans le système d'entrée (1, 2), et tous (les deux) conteneurs tampons
étant connectés à un système de pesage qui permet un remplissage dosé du système d'alimentation
en déchets plastiques.
5. Procédé selon l'une quelconque des revendications précédentes, dans lequel le flux
de recyclage est obtenu en pompant du fond du réacteur de craquage (5) au moyen d'une
pompe à haute température (7) des matières plastiques recyclables fondues, des substances
de type brai et goudron à haute énergie mais qui ne passent pas à l'état gazeux et
un excès de carbone généré lors du craquage des polymères et en les conduisant à un
système de séparateur (8, 9), le système de séparateur (8, 9) comprenant un séparateur
à cyclone (8) et un réservoir de sédimentation/décantation (9).
6. Procédé selon l'une des revendications précédentes, dans lequel les hydrocarbures
gazeux du réacteur de craquage (5) sont amenés au condenseur partiel (11) par l'intermédiaire
d'une colonne garnie (12).
7. Procédé selon l'une des revendications précédentes, dans lequel les gaz issus du réacteur
de craquage (5) sont amenés, après le condenseur partiel (11), à un dispositif de
distillation (13, 14, 15, 16) comprenant un rebouilleur (13) et une colonne de distillation
(14), dans lequel la colonne de distillation (14) comporte une colonne garnie (15)
et un fond intermédiaire (16), les gaz du réacteur de craquage (5) étant décomposés
dans le dispositif de distillation (13, 14, 15, 16) en une fraction gazeuse et une
fraction liquide, la fraction liquide étant retirée au niveau du fond intermédiaire
(16) comme produit diesel et la fraction gazeuse étant retirée en haut de la colonne,
les produits à bas point d'ébullition (par exemple en C5-C7) se condensant à partir
de la fraction gazeuse retirée et étant séparés des gaz non condensés (par exemple
en C1-C4).
8. Procédé selon l'une des revendications précédentes, dans lequel l'installation fonctionne
en continu.
9. Procédé selon l'une des revendications précédentes, dans lequel le premier dispositif
de chauffage (3) et le second dispositif de chauffage (4) sont chacun un échangeur
de chaleur tubulaire baignant dans de l'huile thermique.
10. Procédé selon l'une des revendications précédentes, dans lequel le condensateur partiel
(11) est réglable à une température de 150 °C à 350 °C, de préférence à 300 °C, ce
qui permet également de déterminer la longueur de chaîne des molécules pouvant traverser
le condensateur partiel, la nature des mélanges d'hydrocarbures étant de préférence
définie par l'intermédiaire du réglage de température dans le condenseur partiel dans
lequel une partie de la fraction gazeuse est condensée.
11. Procédé selon l'une des revendications précédentes, dans lequel la séparation thermique
fine du gaz sortant du réacteur de craquage (5) traverse la colonne de distillation
(14) au moyen d'une distillation à contre-courant de telle manière qu'une partie du
produit diesel retiré au niveau du fond intermédiaire (16), de préférence après refroidissement
et de préférence décalé avec un inhibiteur de radicaux, est renvoyé en haut de la
colonne de distillation par l'intermédiaire d'une conduite de flux de recyclage (17),
le type de mélanges d'hydrocarbures étant de préférence défini par le réglage de la
température dans la colonne de distillation (14).
12. Procédé selon l'une des revendications précédentes, dans lequel toutes les impuretés
encore présentes dans le produit diesel et/ou dans le produit à bas point d'ébullition,
notamment les composés soufrés, les acides halogènes et les acides organiques, sont
éliminées par adsorption et/ou filtration.
13. Procédé selon l'une des revendications précédentes, dans lequel des hydrocarbures
à chaîne courte (par exemple en C1-C4) présents sous forme gazeuse après le condenseur
sont utilisés à des fins énergétiques comme combustible éventuellement après compression
et stockage intermédiaire.
14. Procédé selon l'une des revendications précédentes, dans lequel les surfaces d'échange
de chaleur pour le réglage de la température sont dimensionnées de sorte qu'il est
possible de travailler avec un agent caloporteur à une température qui est au maximum
de 20 °C au-dessus de la température souhaitée.
15. Dispositif de traitement de déchets contenant du plastique et de liquides organiques
à base de pétrole, appelés collectivement matières plastiques recyclables, comprenant
un premier dispositif de chauffage (3), un second dispositif de chauffage (4), un
réacteur de craquage (5) et une conduite de flux de recyclage (10), qui mène d'une
zone inférieure du réacteur de craquage par l'intermédiaire d'un système de séparateur
(8, 9) à l'alimentation des matières plastiques recyclables fondues du premier dispositif
de chauffage (3) au second dispositif de chauffage (4), le réacteur de craquage (5)
comportant un condenseur partiel (11) qui est doté d'un dispositif de refroidissement/chauffage
conçu de sorte qu'une température définie peut être réglée dans le condenseur partiel
(11), et le système de séparateur (8, 9) comprenant un séparateur à cyclone (8).
16. Dispositif selon la revendication 15, dans lequel le premier dispositif de chauffage
(3) et le second dispositif de chauffage (4) sont chacun un échangeur de chaleur tubulaire
baignant dans de l'huile thermique, les dispositifs de chauffage (3, 4) et le réacteur
de craquage (5) ayant des chauffages pouvant être réglés indépendamment les uns des
autres, et/ou dans lequel les dispositifs de chauffage (3, 4) sont des échangeurs
de chaleur qui sont conçus comme des échangeurs de chaleur tubulaires, les tubes étant
remplis de matières plastiques recyclables fondues et baignés dans l'huile thermique.
17. Dispositif selon l'une des revendications 15 ou 16, dans lequel le système de séparateur
(8, 9), en plus du séparateur à cyclone (8), a un récipient de sédimentation/décantation
(10) à l'extérieur de la conduite de flux de recyclage (10), mais qui est connecté
au séparateur à cyclone (9), et qui est connecté à la conduite de flux de recyclage
(10) par une dérivation côté dispositif de chauffage.
18. Dispositif selon l'une des revendications 15 à 17, dans lequel le dispositif de refroidissement/chauffage
comprend un fluide caloporteur qui peut être amené à une température nécessaire pour
régler la température définie au moyen d'une unité de contrôle de la température,
un fluide caloporteur préféré étant une huile thermique, de préférence une colonne
garnie (12) étant disposée en amont du condenseur partiel (11) dans le réacteur de
craquage (5).
19. Dispositif selon l'une des revendications 15 à 18, dans lequel une unité de distillation
(13, 14, 15, 16) comprenant un rebouilleur et une colonne de distillation (14) est
disposée en aval du réacteur de craquage (5), la colonne de distillation (14) comportant
un fond intermédiaire (16) de manière à ce que la fraction liquide puisse être retirée
au niveau du fond intermédiaire et la fraction gazeuse en haut de la colonne, un refroidisseur
destiné à refroidir la fraction liquide et/ou un condenseur destiné à condenser partiellement
la fraction gazeuse étant de préférence disposés en aval de la colonne de distillation
(14), le refroidisseur et/ou le condenseur comportant un dispositif de chauffage/refroidissement
permettant de régler une température définie dans le refroidisseur et/ou dans le condenseur,
la colonne de distillation (14) étant de préférence au moins partiellement conçue
comme une colonne garnie (15) et la colonne de distillation (14) étant de préférence
pourvue d'une conduite de flux de recyclage (17) de sorte qu'une partie de la fraction
liquide retirée de la colonne de distillation (14) peut être renvoyée dans la colonne
de distillation (14) au-dessus du fond intermédiaire (16), du point d'élimination.
20. Dispositif selon l'une des revendications 15 à 20, comportant au moins une unité d'adsorption
ou de filtrage pour adsorber les impuretés de la fraction liquide ou de la partie
condensée de la fraction gazeuse, l'unité d'adsorption ou de filtrage comportant de
préférence une pluralité d'adsorbeurs ou de filtres, qui peuvent être activés ou désactivés
alternativement pour l'adsorption ou la régénération.