[0001] Die Erfindung bezieht sich auf einen Beschlag für Möbel und dergleichen einen Korpus
aufweisende Einrichtungsgegenstände, insbesondere für Küchenschrankmöbel, mit einem
an einem Korpus abstützbaren, translatorisch bewegbaren und/oder schwenkbeweglichen
Auszuggestell mit zumindest einer Aufnahme zur Abstützung von zumindest einem Gegenstand,
wobei die Bewegung des Auszuggestells vor Erreichen einer in dem Korpus gelegenen
Endstellung (Offen- oder Schließendstellung) durch eine Dämpfungsvorrichtung abbremsbar
ist, wobei eine Vorrichtung zur Ermittlung eines Beladungszustandswertes des Auszuggestells
(103) vorgesehen ist und das Abbremsverhalten der Dämpfungsvorrichtung in Abhängigkeit
des Beladungszustandswertes des Auszuggestells (103) selbsttätig veränderbar ist
[0002] Ein Beschlag für Möbel, insbesondere ein Auszuggestell für ein Küchenschrankmöbel,
mit einem Dämpfungssystem ist beispielsweise aus der
DE 10 2008 029 775 A1 bekannt. Bei diesem Möbelbeschlag ist zum Abbremsen einer Bewegung eines relativ
zu einem Korpus bewegbaren Möbelteils eine Dämpfungsvorrichtung vorgesehen mit einem
Kolben, der in einem Verschieberaum zu führen ist, wobei das Verschieben des Kolbens
im Verschieberaum eine Dämpfung erzeugt. Dabei soll beim Abbremsvorgang ein rückfederndes
Moment vermieden werden, um eine der Schließbewegung gegengerichtete Bewegung bei
Erzeugung eines bestimmten Überdrucks während der Schließbewegung zu verhindern. Dazu
ist vorgesehen, dass der Kolbenraum rückseitig offen ausgebildet ist, wobei das verdrängte
Fluid im Schieberaum einem größeren Volumen zugeführt werden muss. Damit lässt sich
möglicherweise ein unerwünschtes rückfederndes Moment vermeiden. Gleichwohl sind bestimmte
und damit fest vorinstallierte Dämpfungseigenschaften vorzusehen, die auf eine nominelle
Zuladung ausgelegt sind. Dies kann sich im Alltagsbetrieb eines derartigen Beschlages
nachteilig auswirken.
[0003] Aus der
DE 20 2011 100 573 U1 ist ein Beschlag für Möbel o. dgl. einen Korpus aufweisende Einrichtungsgegenstände
bekannt mit einem am Korpus abstützbaren, translatorisch bewegbaren und/oder schwenkbeweglichen
Auszuggestell. Dieser Beschlag ist mit einer Aufnahme zur Abstützung von zumindest
einem Gegenstand versehen, wobei die Bewegung des Auszuggestells vor Erreichen einer
in dem Korpus gelegenen Endstellung durch eine Dämpfungsvorrichtung abbremsbar ist.
Dabei ist es möglich, einen Beschleunigungsaufnehmer einzusetzen. In einem Datenspeicher
können hierzu Bewegungsprofile abgespeichert sein, die einer negativen oder positiven
Beschleunigung des bewegbaren Möbelteils zugeordnet sind.
[0004] Aus der
AT 414 004 B ist ein Möbel mit wenigstens einem bewegbaren Möbelteil und einem Antrieb zum Bewegen
des bewegbaren Möbelteils bekannt. Dabei sind eine Steuer- und Regeleinrichtung zum
Steuern bzw. Regeln der Antriebseinheit vorgesehen und eine Sensorvorrichtung vorgesehen,
welche dazu dient, Bewegungen eines außerhalb des Möbels befindlichen Objektes zu
erfassen, deren Signale wenigstens der Steuer- und Regeleinrichtung zuführbar sind.
Die Steuer- und Regeleinrichtung weist einen Betriebsmodus zum Antreiben des bewegbaren
Möbelteils auf, in welchem das bewegbare Möbelteil zumindest einer Bewegungskomponente
des von der Sensorvorrichtung erfassten Objektes folgt. Erfasst die Sensorvorrichtung
ein Objekt, beispielsweise die Hand einer Bedienperson, so sieht dabei der Betriebsmodus
vor, dass das bewegbare Möbelteil beispielsweise eine Schublade entsprechend der Handbewegung
in einem bestimmten Abstand zu dieser geführt wird. Dabei ist es auch möglich, dass
das bewegbare Möbelteil auch direkt an der Hand anliegt und der Bewegung der Hand
folgt. Die Erkennung des Beladungszustandes ist dabei allerdings nicht vorgesehen.
[0005] Aus der
DE 21 2007 000 006 U1 ist eine Vorrichtung für die Bewegungsbeeinflussung von zueinander bewegbaren Möbelteilen
und Möbeln bekannt mit einer Antriebseinheit, mittels der über eine Kontrolleinheit
zur Bewegungskontrolle eines ersten Möbelteils dieses relativ zu einem zweiten Möbelteil
angetrieben bewegbar ist. Dabei ist die Kontrolleinheit derart ausgebildet, dass die
Kontrolleinheit nach einer Inbetriebnahme gemäß einem Programm für die Bewegungskontrolle
des ersten Möbelteils arbeitet, wobei Auswahlmittel vorhanden sind, mit denen an Stelle
des Kontrollprogramms ein alternatives Wahlprogramm für die Bewegungskontrolle des
ersten Möbelteils aktivierbar ist. Damit ist jedoch nicht die Erkennung eines Beladungszustandes
möglich.
[0006] Es ist Aufgabe der vorliegenden Erfindung, einen Beschlag für Möbel o. dgl. einen
Korpus aufweisenden Einrichtungsgegenstände zu schaffen, bei dem sich das translatorisch
bewegbare und/oder schwenkbewegliche Auszuggestell individueller dem Alltagsbetrieb
anpassen lässt.
[0007] Zur Lösung dieser Aufgabe zeichnet sich der Beschlag der eingangs genannten Art dadurch
aus, dass eine Steuerungsvorrichtung zur Betätigung der Dämpfungsvorrichtung vorgesehen
ist und die Kommunikation zwischen der Steuerungsvorrichtung und der Vorrichtung zur
Ermittlung eines Beladungszustandswertes über eine Funktstrecke, über eine Infrarotstrecke,
über Ultraschall und/oder über elektrische Kabel erfolgt.
[0008] Damit ist ein Beschlag für Möbel und dergleichen Einrichtungsgegenstände geschaffen,
bei dem sich die Dämpfungsvorrichtung in Abhängigkeit der Beladung des Auszuggestells,
also in Abhängigkeit der Gewichtsbelastung des Auszuggestells, individuell einstellen
lässt, und zwar selbsttätig, so dass damit ein Möbelbeschlag geschaffen ist, der sich
im Alltagsbetrieb automatisch individuell auf den Beladungszustand einstellt, so dass
für die Bedienperson nicht wahrnehmbar ist, ob das Auszuggestell schwer beladen ist
oder weniger beladen.
[0009] Damit geht ein erhöhter Komfort einher, aber jedoch auch eine Funktionssicherheit
dahingehend, dass die Vorrichtung, die zur Gewichtsmessung im Rahmen der Ermittlung
des Beladungszustandswerts die an der Dämpfungsvorrichtung einstellbare Bremskraft
individuell beeinflusst, die Bremskraft in Abhängigkeit des Gewichtes des Auszuggestells
so anpasst, dass die Bremskraft mit steigendem Gewicht des Auszuggestells größer eingestellt
wird. Damit wird vermieden, dass eine unpassend ausgelöste Einschubbewegung Schäden
auslöst. Dazu ist bevorzugtermaßen eine Gewichtserkennungsvorrichtung vorgesehen,
die mit einer Steuervorrichtung zusammen wirkt, über die die Bremskraft eingestellt
werden kann. Die Gewichterkennungsvorrichtung kann einen Gewichtsänderungssensor aufweisen,
um beispielsweise direkt nach der Beladung des Auszuggestells in dessen Öffnungsstellung
die veränderten Gewichtsverhältnisse zu erkennen, um dann schon im ausgezogenen Zustand
die Bremskraft der Dämpfungsvorrichtung entsprechend anzupassen.
[0010] Die Steuerung der Dämpfungsvorrichtung erfolgt über eine Steuerungsvorrichtung. Die
Übermittlung von Messdaten kann auf verschiedenem Wege erfolgen, durch Kabel, über
Funk, über eine Infrarotstrecke, über Ultraschall oder ähnliche Messwertübertragungsstrecken.
Es sind Sensoren einsetzbar, um den Beladungszustandswert zu ermitteln. So sind Verformungssensoren,
Verformungsänderungssensoren, Positionssensoren, Positionsänderungssensoren, Geschwindigkeitssensoren,
Geschwindigkeitsänderungssensoren, Beschleunigungssensoren und/oder Beschleunigungsänderungssensoren
als technische Bauteile geeignet, um den Beladungszustandswert des Auszuggestells
zu ermitteln. Bremsvorrichtungen, die in der Bremsvorrichtung Einsatz finden können,
sind beispielsweise mechanische, elektrische, fluide, magnetische oder elektrorheologische
Dämpfer. Dazu können Reibbremsen, Rotationsbremsen, Induktions- oder Wirbelstrombremsen,
Hysteresebremsen, Strömungsbremsen, Fluidbremsen oder ähnliche Bremsen Einsatz finden.
[0011] Als Gewichtssensor oder als Gewichtsänderungssensor kann dabei zum Beispiel eine
Wägezelle mit Dehnungsmesstreifen in oder am Korpus eines Möbels angeordnet sein.
Wird beispielsweise ein Teleskopauszug benutzt, können Dehnungsmessstreifen unterhalb
der am Korpusboden angeordneten Führungsschiene des Teleskopauszuges angesetzt werden.
Als Verformungssensor bietet sich zum Beispiel ein Piezosensor an. Die Amplitude und
Polarität können hierbei ein Indiz für das Gewicht beziehungsweise die Gewichtsänderung
am Auszuggestell sein. Ein Geschwindigkeitssensor oder ein Geschwindigkeitsänderungssensor
kann zum Beispiel als Generator ausgeführt werden. Dabei ist die Geschwindigkeitsänderung
über eine definierte Strecke bei definierter Bremskraft ein Indiz für das Gewicht
beziehungsweise die Gewichtsänderung des Auszuggestells.
[0012] Sensor, Bremsvorrichtung und Steuerung können in einem gemeinsamen Bauteil ausgeführt
sein. Dabei bietet sich beispielsweise auch eine Wirbelstrombremse an. Ein Positionssensor
oder ein Positionsänderungssensor kann zum Beispiel als Neigungssensor ausgeführt
sein. Dazu kann vorgesehen sein, dass sich bei Belastung das Auszuggestell zu einer
Seite hin absenkt, indem beispielsweise eine Führungsschiene eines Teleskopauszuges
an einer Seite elastisch abgestützt ist, beispielsweise über eine Feder. Die Neigung
ist hier ein Indiz für das Gewicht beziehungsweise die Gewichtsänderung am Auszuggestell.
Ein Beschleunigungssensor oder ein Beschleunigungsänderungssensor kann zum Beispiel
als Mikro-ElektroMechanisches System (MEMS) ausgeführt sein. Dieser Sensor kann im
oder am beweglichen Teil des Beschlages angeordnet sein. Dabei ist die negative Beschleunigung
über eine definierte Strecke bei definierter Bremskraft ein Indiz für das Gewicht
beziehungsweise die Gewichtsänderung im System.
[0013] Weitere vorteilhafte Ausgestaltungen ergeben sich aus weiteren Unteransprüchen, der
nachfolgenden Beschreibung und der Zeichnungen. In der Zeichnung zeigen:
- Fig. 1:
- ein erstes Ausführungsbeispiel eines Beschlages für ein Möbel mit einem ausziehbaren
Auszuggestell im geöffneten Zustand mit einer Strömungsbremse als Dämpfungsvorrichtung
(Kompressionsdämpfer) im geöffneten Zustand des Auszuggestells in einer Seitenansicht;
- Fig. 2:
- eine zu Fig. 1 analoge Darstellung des dortigen Ausführungsbeispiels im geschlossenen
Zustand des Auszuggestells,
- Fig. 3:
- eine zu Fig. 1 analoge Darstellung des Beschlages an einem Möbel mit einer einseitig
elastisch gelagerten Führungsschiene eines Teleskopauszuges und einem Gewichtsänderungssensor
im geöffneten Zustand des Auszuggestells;
- Fig. 4:
- eine zu Fig. 3 analoge Darstellung eines alternativen Ausführungsbeispiels mit einer
veränderbaren elektrischen Rotationsbremse als Dämpfungsvorrichtung im geöffneten
Zustand des Auszuggestells;
- Fig. 5:
- eine zu den Ausführungsbeispielen nach den Fig. 1, 3 und 4 weiteres alternatives Ausführungsbeispiel
mit einer auf einer Rolle gelagerte Führungsschiene (hinterer Bereich) und einem vorderseitig
vorgesehenen Federelement als Abstützung der Führungsschiene mit einem Winkelsensor
und zwei regelbaren Fluiddämpfern;
- Fig. 6:
- das Ausführungsbeispiel nach Fig. 5 im beladenen Zustand des Auszuggestells; und
- Fig. 7:
- ein weiteres alternatives Ausführungsbeispiel mit am Korpusboden befestigter Führungsschiene.
[0014] In der Zeichnung sind grundsätzlich übereinstimmende Teile mit übereinstimmenden
Bezugsziffern versehen.
[0015] Allgemein mit 100 ist ein Möbel beziffert mit einem Korpus 101, an dessen Seitenwänden
102 Führungsschienen 2 eines Auszuggestells 103 befestigt sind, in denen Teleskopschienen
9 des Auszuggestells 103 geführt sind. Die Teleskopschienen 9 tragen näher dargestellte
Auflagen beziehungsweise einem Boden zur Abstützung von zu bevorratenden Gegenständen.
Die Teleskopschienen 9 sind mit einer vorderen Möbelfront 104 mit einem Bediengriff
105 verbunden. Der Korpus 101 ruht auf Stützen 106.
[0016] In dem Ausführungsbeispiel nach Fig. 1 ist das Auszuggestell 103 in seiner ausgezogenen
Stellung dargestellt, wobei dieses Ausführungsbeispiel in Fig. 2 im geschlossenen
Zustand gezeigt ist, in der sich das Auszuggestell 103 in der Schließendstellung befindet.
Zwischen dem Korpusboden 1 des Korpus 101 und der Führungsschiene 2 sind Gewichtssensoren
3 als Vorrichtung zur Ermittlung eines Beladungszustandes des Auszuggestells 103 in
Form von Wägezellen angeordnet. Mittels dieser Gewichtssensoren 3 kann die Beladung
des Auszuggestells 103 ermittelt werden. Die ermittelten Messwerte werden einer Steuereinheit
4 zugeführt und dort verarbeitet. Die Dämpfungsvorrichtung 5 ist in dem Ausführungsbeispiel
nach den Fig. 1 und 2 als Fluidbremse beziehungsweise Kompressionsdämpfer mit einem
nicht sichtbaren variablen Strömungskanal realisiert. Der variable Strömungskanal
kann z.B. als von der Steuerung regelbares Drosselventil bzw. Stromventil dargstellt
sein. In Abhängigkeit des ermittelten Gewichts kann über die Steuerungseinheit 4 gesteuert
im Strömungskanal ein entsprechender Querschnitt eingestellt werden. Eine Verringerung
des Querschnitts dieses Strömungskanals sorgt hierbei für eine stärkere, eine Vergrößerung
des Querschnitts für eine schwächere Verzögerung der Teleskopschienen 9 während einer
Einschubbewegung des Auszuggestells 103. Nicht im Einzelnen sichtbar kann auch eine
selbsttätige Einzugsvorrichtung vorgesehen sein. Die Belastung des Auszuggestells
103 kann unmittelbar im Verlaufe der Einschubbewegung ermittelt und über die Steuereinheit
4 auf das Verzögerungsorgan 5 beziehungsweise die Dämpfungsvorrichtung 5 weitergegeben
werden.
[0017] In dem Ausführungsbeispiel nach Fig. 3 ist das Möbel 100 mit einem Auszuggestell
103 mit Führungsschienen 2 und Teleskopschienen 9 ausgerüstet, wobei die Führungsschiene
102 im hinteren Bereich bei 7.1 rotatorisch, das heißt auf Rollen abgestützt ist.
Im vorderen Bereich ist ein Gewichtsänderungssensor 7 als Vorrichtung zur Ermittlung
eines Beladungszustandswertes vorgesehen. Die Beladungsänderung wird über diesen Gewichtsänderungssensor
7 an die Steuereinheit 4 übermittelt. Die Steuereinheit wertet die Daten aus und steuert
das Verzögerungs- beziehungsweise Bremsorgan (Dämpfungsvorrichtung) entsprechend der
benötigten Verzögerung aufgrund der ermittelten Beladungszustandswerte. Es ist ebenfalls
möglich, den Gewichtsänderungssensor 7 in den hinteren Bereich zu verlagern und die
Position 7.1 nach vorne hin zu verlegen. Dadurch würde das Gewicht über Zug und nicht
über Druck auf den Sensor ermittelt.
[0018] In der Fig. 4 ist ein weiteres alternatives Ausführungsbeispiel eines Möbels 100
mit einer veränderbaren elektrischen Rotationsbremse als Dämpfungsvorrichtung 5 ausgebildet.
Die Rotationsbremse kann als Hysteresebremse (nicht geschwindigkeitsabhängig) oder
als Wirbelstrombremse (geschwindigkeitsabhängig) ausgeführt sein. Dazu hat die Dämpfungsvorrichtung
5 ein in eine Drehbewegung während der Einschubbewegung versetzbares Reibrad 10 wird.
Die Dämpfungsvorrichtung 5 beziehungsweise die Rotationsbremse wirken als Generator,
wobei die erzeugte Spannung durch die Steuereinheit 4 ermittelt wird. Die Anliegespannung
ist ein Indikator für die Bewegungsgeschwindigkeit der beweglich gelagerten Teleskopschien
9. Abhängig von der ermittelten Geschwindigkeit wird der in der Steuereinheit 4 angeordnete
veränderbare Lastwiderstand 11 angepasst. Die veränderte Last beeinflusst das erforderliche
Drehmoment an der Generatorwelle. Hierbei ist es unerheblich, ob die Reibrolle 10
über die gesamte Wegstrecke der beweglich geführten Teleskopschiene im Eingriff ist
oder nur auf Teilsegmenten. Mit dieser Anordnung lassen sich auf indirektem Wege sowohl
der Beladungszustand ermitteln und für die Abbremsung beziehungsweise Verzögerung
nutzen, aber auch eine zu hohe Geschwindigkeit, die von der Bedienperson beim Zuschieben
des Auszuges 103 ausgeführt wird.
[0019] Fig. 5 zeigt in einer Seitenansicht ein weiteres alternatives Ausführungsbeispiel
mit im hinteren Bereich wieder auf Rollen bei 7.1 abgestützten Führungsschienen 2
und einem dazu beabstandet angeordneten Federelement 13, wobei der Führungsschiene
2 ein Winkelsensor 14 zugeordnet ist. Wiederum sind eine Steuereinheit 4 vorgesehen
und zwei steuerbare Fluiddämpfer 15 als Dämpfungsvorrichtung, so dass hydrodynamische
Bauteile und eine elektrorheologische Flüssigkeit (ERF) Einsatz finden.
[0020] In Fig. 6 ist das Ausführungsbeispiel nach Fig. 5 im belasteten Zustand durch das
schwarze Gewicht dargestellt, wodurch die Kraft Kg in senkrechter Richtung auf die
Teleskopschiene 9 und die dortige Auflage 13 wirkt. Das Federelement 13 wird durch
die Gewichtskraft der Beladung beziehungsweise des abzustellenden Gegenstandes gestaucht.
Durch die elastische Abstützung der Führungsschiene 2 senkt sich diese nach unten
(vorne), wodurch der Winkelsensor 14 eine Winkeländerung gegenüber der Horizontalen
misst. Die Größe der Winkeländerung ist ein direktes Maß der Beladung. Die ermittelte
Winkeländerung wird von der Steuereinheit 4 ausgewertet. Entsprechend des dadurch
ermittelten Beladungszustandswertes wird die Dämpfungsvorrichtung (Fluiddämpfer 15)
entsprechend eingestellt, um die Dämpfung beziehungsweise die Abbremsung während der
Überführung des Auszuggestells 103 in die Schiebeendposition einzustellen.
[0021] Die übermittelte Winkeländerung kann dabei zumindest kurzfristig gespeichert werden,
um eine durch die Schließbewegung hervorgerufene Verlagerung bezogen auf den Drehpunkt
der einseitig rotatorisch gelagerten Führungsschiene 2 zu kompensieren.
[0022] In Fig. 7 ist ein weiteres Ausführungsbeispiel eines Beschlages nach der Erfindung
dargestellt mit einer am Korpusboden befestigten Führungsschiene 2 und in beweglich
gelagerten Teleskopschienen 9. Bei diesem Ausführungsbeispiel ist ein Beschleunigungssensor
16 mit mindestens einer sensitiven Beschleunigungsrichtung dargestellt. Der Beschleunigungssensor
16 ist mit der beweglich gelagerten Teleskopschiene 9 verbunden und übermittelt die
aufgenommenen Sensorsignale drahtlos an die Empfangseinrichtung 17. Die empfangenen
Signale werden verarbeitet und die einstellbare Reibbremse 18 als Dämpfungsvorrichtung
entsprechend dem erforderlichen damit einzustellenden Verzögerungswert eingestellt.
1. Beschlag für Möbel (100) oder dergleichen einen Korpus (101) aufweisende Einrichtungsgegenstände,
insbesondere für Küchenschrankmöbel, mit einem an einem Korpus (101) abstützbaren,
translatorisch bewegbaren und/oder schwenkbeweglichen Auszuggestell (103) mit zumindest
einer Aufnahme zur Abstützung von zumindest einem Gegenstand, wobei die Bewegung des
Auszuggestells (103) vor Erreichen einer in dem Korpus (101) gelegenen Endstellung
(Offen- oder Schließendstellung) durch eine Dämpfungsvorrichtung abbremsbar ist, wobei
eine Vorrichtung zur Ermittlung eines Beladungszustandswertes des Auszuggestells (103)
vorgesehen ist und das Abbremsverhalten der Dämpfungsvorrichtung in Abhängigkeit des
Beladungszustandswertes des Auszuggestells (103) selbsttätig veränderbar ist dadurch gekennzeichnet, dass eine Steuerungsvorrichtung (4) zur Betätigung der Dämpfungsvorrichtung vorgesehen
ist und die Kommunikation zwischen der Steuerungsvorrichtung (4) und der Vorrichtung
zur Ermittlung eines Beladungszustandswertes über eine Funktstrecke, über eine Infrarotstrecke,
über Ultraschall und/oder über elektrische Kabel erfolgt.
2. Beschlag nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, dass die Vorrichtung zur Ermittlung eines Beladungszustandswertes des Auszuggestells (103)
als Gewichtserkennungsvorrichtung ausgebildet ist.
3. Beschlag nach Anspruch 2, dadurch gekennzeichnet, dass die Gewichtserkennungsvorrichtung einen Gewichtssensor (3) aufweist.
4. Beschlag nach einem der Ansprüche 1 bis 3, dadurch gekennzeichnet, dass die Gewichtserkennungsvorrichtung einen Gewichtsänderungssensor (7) aufweist.
5. Beschlag nach einem der Ansprüche 1 bis 4, dadurch gekennzeichnet, dass die Gewichtserkennungsvorrichtung einen Verformungssensor aufweist.
6. Beschlag nach einem der Ansprüche 1 bis 5, dadurch gekennzeichnet, dass die Gewichtserkennungsvorrichtung einen Verformungsänderungssensor aufweist.
7. Beschlag nach einem der Ansprüche 1 bis 6, dadurch gekennzeichnet, dass die Gewichtserkennungsvorrichtung einen Positionssensor aufweist.
8. Beschlag nach einem der Ansprüche 1 bis 7, dadurch gekennzeichnet, dass die Gewichtserkennungsvorrichtung einen Positionsänderungssensor aufweist.
9. Beschlag nach einem der Ansprüche 1 bis 8, dadurch gekennzeichnet, dass die Gewichtserkennungsvorrichtung einen Geschwindigkeitssensor aufweist.
10. Beschlag nach einem der Ansprüche 1 bis 9, dadurch gekennzeichnet, dass die Gewichtserkennungsvorrichtung einen Geschwindigkeitsänderungssensor aufweist.
11. Beschlag nach einem der Ansprüche 1 bis 10, dadurch gekennzeichnet, dass die Gewichtserkennungsvorrichtung einen Beschleunigungssensor (16) aufweist.
12. Beschlag nach einem der Ansprüche 1 bis 11, dadurch gekennzeichnet, dass die Gewichtserkennungsvorrichtung einen Beschleunigungsänderungssensor aufweist.
13. Beschlag nach Anspruch 11 oder 12, dadurch gekennzeichnet, dass der Beschleunigungssensor oder der Beschleunigungsänderungssensor als Mikro-Elektromechanisches
System (MEMS) ausgeführt sind.
14. Beschlag nach einem der Ansprüche 1 bis 13, dadurch gekennzeichnet, dass die Dämpfungsvorrichtung als mechanische, elektrische, fluide oder magnetische Dämpfungsvorrichtung
ausgebildet ist.
15. Beschlag nach einem der Ansprüche 1 bis 14, dadurch gekennzeichnet, dass die Dämpfungsvorrichtung eine Reibbremse aufweist.
16. Beschlag nach einem der Ansprüche 1 bis 15, dadurch gekennzeichnet, dass die Dämpfungsvorrichtung eine Induktions- oder Wirbelstrombremse aufweist.
17. Beschlag nach einem der Ansprüche 1 bis 16, dadurch gekennzeichnet, dass die Dämpfungsvorrichtung eine Hysteresebremse aufweist.
18. Beschlag nach einem der Ansprüche 1 bis 17, dadurch gekennzeichnet, dass die Dämpfungsvorrichtung eine Strömungsbremse (5) aufweist.
19. Beschlag nach einem der Ansprüche 1 bis 18, dadurch gekennzeichnet, dass die Dämpfungsvorrichtung eine Fluidbremse aufweist.
20. Beschlag nach einem der Ansprüche 7 oder 8, dadurch gekennzeichnet, dass der Positions- oder Positionsänderungssensor als Neigungssensor (14) ausgebildet
ist.
21. Beschlag nach einem der Ansprüche 1 bis 20, dadurch gekennzeichnet, dass die Dämpfungsvorrichtung einen elektrorheologischen Fluiddämpfer aufweist.
22. Beschlag nach einem der Ansprüche 1 bis 21, dadurch gekennzeichnet, dass das Auszuggestell (103) an zumindest einer Stelle elastisch abgestützt ist.
23. Beschlag nach Anspruch 22, dadurch gekennzeichnet, dass das Auszuggestell (103) an zumindest einer Stelle über zumindest eine Feder abgestützt
ist.
24. Beschlag für Möbel (100) oder dergleichen einen Korpus (101) aufweisende Einrichtungsgegenstände,
insbesondere für Küchenschrankmöbel, mit einem an einem Korpus (101) abstützbaren,
translatorisch bewegbaren und/oder schwenkbeweglichen Auszuggestell (103) mit zumindest
einer Aufnahme zur Abstützung von zumindest einem Gegenstand, wobei die Bewegung des
Auszuggestells (103) vor Erreichen einer in dem Korpus (101) gelegenen Endstellung
(Offen- oder Schließendstellung) durch eine Dämpfungsvorrichtung abbremsbar ist, dadurch gekennzeichnet, dass eine Vorrichtung zur Ermittlung eines Beladungszustandswertes des Auszuggestells
(103) vorgesehen ist, dass das Abbremsverhalten der Dämpfungsvorrichtung in Abhängigkeit
des Beladungszustandswertes des Auszuggestells (103) selbsttätig veränderbar ist und
dass die Dämpfungsvorrichtung eine Reibbremse oder eine Induktionsbremse oder eine
Wirbelstrombremse oder eine Hysteresebremse oder eine Strömungsbremse oder eine Fluidbremse
oder einen elektrorheologischen Fluiddämpfer aufweist.
25. Beschlag nach Anspruch 24, dadurch gekennzeichnet, dass die Vorrichtung zur Ermittlung eines Beladungszustandswertes des Auszuggestells (103)
als Gewichtserkennungsvorrichtung ausgebildet ist.
26. Beschlag nach Anspruch 25, dadurch gekennzeichnet, dass die Gewichtserkennungsvorrichtung einen Gewichtssensor (3) aufweist.
27. Beschlag nach einem der Ansprüche 24 bis 26, dadurch gekennzeichnet, dass die Gewichtserkennungsvorrichtung einen Gewichtsänderungssensor (7) aufweist.
28. Beschlag nach einem der Ansprüche 24 bis 27, dadurch gekennzeichnet, dass die Gewichtserkennungsvorrichtung einen Verformungssensor aufweist.
29. Beschlag nach einem der Ansprüche 24 bis 28, dadurch gekennzeichnet, dass die Gewichtserkennungsvorrichtung einen Verformungsänderungssensor aufweist.
30. Beschlag nach einem der Ansprüche 24 bis 29, dadurch gekennzeichnet, dass die Gewichtserkennungsvorrichtung einen Positionssensor aufweist.
31. Beschlag nach einem der Ansprüche 24 bis 30, dadurch gekennzeichnet, dass die Gewichtserkennungsvorrichtung einen Positionsänderungssensor aufweist.
32. Beschlag nach einem der Ansprüche 24 bis 31, dadurch gekennzeichnet, dass die Gewichtserkennungsvorrichtung einen Geschwindigkeitssensor aufweist.
33. Beschlag nach einem der Ansprüche 24 bis 32, dadurch gekennzeichnet, dass die Gewichtserkennungsvorrichtung einen Geschwindigkeitsänderungssensor aufweist.
34. Beschlag nach einem der Ansprüche 24 bis 33, dadurch gekennzeichnet, dass die Gewichtserkennungsvorrichtung einen Beschleunigungssensor (16) aufweist.
35. Beschlag nach einem der Ansprüche 24 bis 34, dadurch gekennzeichnet, dass die Gewichtserkennungsvorrichtung einen Beschleunigungsänderungssensor aufweist.
36. Beschlag nach Anspruch 34 oder 35, dadurch gekennzeichnet, dass der Beschleunigungssensor oder der Beschleunigungsänderungssensor als Mikro-Elektromechanisches
System (MEMS) ausgeführt sind.
37. Beschlag nach einem der Ansprüche 24 bis 36, dadurch gekennzeichnet, dass die Dämpfungsvorrichtung als mechanische, elektrische, fluide oder magnetische Dämpfungsvorrichtung
ausgebildet ist.
38. Beschlag nach einem der Ansprüche 30 oder 31, dadurch gekennzeichnet, dass der Positions- oder Positionsänderungssensor als Neigungssensor (14) ausgebildet
ist.
39. Beschlag nach einem der Ansprüche 24 bis 38, dadurch gekennzeichnet, dass das Auszuggestell (103) an zumindest einer Stelle elastisch abgestützt ist.
40. Beschlag nach Anspruch 39, dadurch gekennzeichnet, dass das Auszuggestell (103) an zumindest einer Stelle über zumindest eine Feder abgestützt
ist.