GEBIET DER ERFINDUNG
[0001] Die vorliegende Erfindung betrifft eine Sitzvorrichtung, insbesondere einen Stuhl
oder einen Hocker.
TECHNISCHER HINTERGRUND
[0002] In der Deutschen Patentanmeldung
DE 10 2014 212 558 A1 ist ein Sitz für einen Stuhl, insbesondere einen Bürostuhl, beschrieben, welcher
einen Formkörper umfasst. Der Formkörper weise insgesamt eine Sattelform auf und ist
einstückig als hohler Füllkörper aus einem flexiblen, insbesondere elastischen Material
geformt. Solche Sattelstühle fristen derzeit immer noch ein Schattendasein, weil sie
zunächst etwas seltsam aussehen und meist nur eine einzige bequeme Sitzposition zulassen.
ZUSAMMENFASSUNG DER ERFINDUNG
[0003] Vor diesem Hintergrund liegt der Erfindung nun die Aufgabe zugrunde, eine verbesserte
Sitzvorrichtung der eingangs genannten Art bereitzustellen.
[0004] Erfindungsgemäß wird diese Aufgabe durch eine Sitzvorrichtung mit den Merkmalen des
Patentanspruchs 1 gelöst.
[0005] Demgemäß ist eine Sitzvorrichtung, insbesondere Stuhl oder Hocker, vorgesehen, mit
einem Sitz und mit zwei Sitzelementen, wobei die Sitzelemente an zwei Seiten des Sitzes
an diesem hoch- und herunterschwenkbar vorgesehen sind und wobei die Sitzelemente
in einer heruntergeschwenkten Position mit dem Sitz einen Sattelsitz bilden.
[0006] Die Sitzvorrichtung hat den Vorteil, dass sie einerseits als herkömmlicher Sitz und
bei Bedarf als Sattelsitz genutzt werden kann. Das Sattelsitzen, welches durch den
Sattelsitz bereitgestellt wird, hat den Vorteil, dass es einen Venenstau verhindert.
[0007] Die der vorliegenden Erfindung zugrunde liegende Idee besteht darin, eine Sitzvorrichtung
bereitzustellen, die sowohl ein herkömmliches Sitzen als auch ein Sattelsitzen ermöglicht,
ohne dass ein Benutzer dazu die Sitzvorrichtung wechseln muss. Die Sitzvorrichtung
ist dabei derart gestaltet, dass die Sitzvorrichtung problemlos zwischen einem normalen
Sitz und einem Sattelsitz gewechselt werden kann, ohne umständliches Umrüsten. Durch
die Unterteilung eines herkömmlichen Sitzes in einen Sitz und separat daran hoch-
und herunterschwenkbar befestigte oder angelenkte Sitzelemente kann die Sitzvorrichtung
sehr einfach und bequem als normaler Sitz eingestellt und bei Bedarf auf einen Sattelsitz
umgestellt werden.
[0008] Vorteilhafte Ausgestaltungen und Weiterbildungen ergeben sich aus den weiteren Unteransprüchen
sowie aus der Beschreibung unter Bezugnahme auf die Figuren der Zeichnung.
[0009] In einer Ausführungsform der Erfindung bilden die Sitzelemente in einer hochgeschwenkten
Position eine gemeinsame Sitzfläche mit dem Sitz aus, so dass die Sitzvorrichtung
als herkömmlicher Sitz genutzt werde kann.
[0010] In einer anderen Ausführungsform der Erfindung weist der Sitz einen dreieckigen Abschnitt
auf, wobei die Spitze des dreieckigen Abschnitts zur Vorderseite der Sitzvorrichtung
zeigt zur Ausbildung einer Sattelform. An den beiden gegenüberliegenden Seiten des
dreieckigen Abschnitts sind die Sitzelemente hoch- und herunterschwenkbar mit dem
Sitz verbunden, so dass bei Bedarf ein Sattelsitz durch Herunterschwenken der Sitzelemente
gegenüber dem Sitz bereitgestellt werden kann. Die Sitzelemente bilden dabei eine
bequeme seitliche Auflage für die Schenkel des Sitzenden.
[0011] Gemäß einer Ausführungsform der Erfindung ist wenigstens ein Sitzelement mittels
wenigstens eines Scharniers an dem Sitz hoch- und herunterschwenkbar befestigt. Ein
Scharnier ist eine besonders einfache und preiswerte schwenkbare Verbindung des Sitzelementes
mit dem Sitz. Zusätzlich oder alternativ zu wenigstens einem Scharnier kann ebenso
wenigstens ein Federblech zur schwenkbaren Verbindung des Sitzelements mit dem Sitz
vorgesehen werden.
[0012] In einer Ausführungsform der Erfindung weist die Sitzvorrichtung eine Schwenkeinrichtung
auf, welche mit den Sitzelementen verbunden ist zum Hoch- und Herunterschwenken der
Sitzelemente gegenüber dem Sitz. Die Schwenkeinrichtung kann als eine mechanische,
elektromechanische, pneumatische und/oder hydraulische Schwenkeinrichtung ausgebildet
sein. Beispielsweise kann die Schwenkeinrichtung eine Teleskopverbindung, einen ein-
und ausfahrbaren pneumatisch, elektronisch und/oder hydraulisch betätigbaren Kolben
usw. aufweisen.
[0013] In einer Ausführungsform der Erfindung weist die Schwenkeinrichtung eine Scheibe
auf, die drehbar an der Sitzvorrichtung unterhalb des Sitzes befestigt ist. Die Schwenkeinrichtung
oder deren Scheibe weist dabei beispielsweise denselben Abstand zu den beiden Sitzelementen
auf oder ist zwischen den beiden Sitzelementen in der Mitte unterhalb des Sitzes an
der Sitzvorrichtung angeordnet.
[0014] In einer weiteren Ausführungsform der Erfindung weist die Schwenkeinrichtung für
jedes Sitzelement jeweils ein Stangenelement auf, welches mit einem ersten Ende drehbar
mit der Scheibe und mit einem zweiten Ende drehbar mit dem Sitzelement verbunden ist.
Ein derartiges Stangenelement ist besonders einfach in der Herstellung und leicht
zu montieren.
[0015] In einer anderen Ausführungsform der Erfindung liegen die beiden ersten Enden der
beiden Stangenelemente und der Mittelpunkt der Scheibe auf einer gemeinsamen horizontalen
Achse. Ein derartiger symmetrischer Aufbau ist leicht zu montieren.
[0016] Gemäß einer Ausführungsform der Erfindung ist das zweite Ende des jeweiligen Stangenelements
an einem Träger drehbar aufgenommen und der Träger an der Unterseite des zugeordneten
Sitzelements befestigt. Dadurch kann das Stangenelement einen besonders einfachen
Aufbau aufweisen, beispielsweise eine Öse als zweites Ende, durch die eine Welle,
z.B. ein Bolzen oder Schraubenbolzen, zum Drehen des Stangenelements hindurchgeführt
werden kann.
[0017] In einer Ausführungsform der Erfindung ist der Träger beispielsweise U-förmig ausgebildet
und weist zwei Schenkel auf, zwischen denen das zweite Ende des Stangenelements angeordnet
und durch z.B. einen Schraubenbolzen mit einem Wellenabschnitt drehbar an den beiden
Schenkeln befestigt ist. Ein derartiger Träger ist einerseits preisgünstig und erlaubt
andererseits eine stabile und platzsparende drehbare Befestigung des Stangenelements
an dem Sitzelement.
[0018] In einer weiteren Ausführungsform der Erfindung ist wenigstens eines der Stangenelemente
einstückig oder wenigstens zweiteilig ausgebildet. Ein einstückiges oder einteiliges
Stangenelement ist preiswert in der Herstellung und leicht zu montieren.
[0019] In einer anderen Ausführungsform der Erfindung weist das zweiteilige Stangenelement
ein erstes und zweites Stangenelementteil auf. Das erste Stangenelementteil weist
das erste Ende des Stangenelements und das zweite Stangenelementteil das zweite Ende
des Stangenelements auf. Beide beiden Stangenelementteile können beispielsweise ineinander
einschraubbar oder aufeinander aufschraubbar miteinander verbunden sein. Die Schraubverbindung
der beiden Stangenelementteile hat den Vorteil, dass die Länge des Stangenelements
bei Bedarf angepasst oder variiert werden kann.
[0020] Gemäß einer Ausführungsform der Erfindung weist die Sitzvorrichtung eine Arretierungseinrichtung
auf. Die Arretierungseinrichtung ist derart ausgebildet, die Sitzelemente in einer
maximal hochgeschwenkten Position, einer maximal heruntergeschwenkten Position und/oder
wenigstens einer Zwischenposition zu arretieren. Dadurch kann ein Benutzer beispielsweise
die Neigung der heruntergeschwenkten Sitzelemente im Fall der Sattelsitzeinstellung
nach Belieben einstellen und arretieren.
[0021] In einer Ausführungsform der Erfindung ist Arretierungseinrichtung beispielsweise
ein Drehknopf. Ein solcher Drehknopf ist kostengünstig in der Herstellung, lässt sich
leicht montieren und später von einem Benutzer einfach bedienen.
[0022] In einer weiteren Ausführungsform der Erfindung weist die Sitzvorrichtung eine Sitz-Höhenverstelleinrichtung,
beispielsweise eine Gasfeder, zur Höhenverstellung des Sitzes und der mit ihm verbundenen
Sitzelemente auf. Auf diese Weise kann der Benutzer in der normalen oder herkömmlichen
Sitzstellung wie auch in der Sattelsitzstellung die Höhe des Sitzes bzw. Stuhls bequem
verändern und einstellen.
[0023] In einer anderen Ausführungsform der Erfindung weist die Sitzvorrichtung eine Rückenlehne
auf und wahlweise zusätzlich Armlehnen. Die Rückenlehne kann feststehend oder in der
Höhe und/oder Neigung einstellbar ausgebildet sein. Eine Rückenlehnen-Höhenverstelleinrichtung
und/oder eine Rückenlehnen-Neigungsverstelleinrichtung erhöht zusätzlich den Komfort
der erfindungsgemäßen Sitzvorrichtung.
[0024] Gemäß einer Ausführungsform der Erfindung sind der Sitz und die mit ihm verbundenen
Sitzelemente in der Neigung mittels einer Sitz-Neigungsverstelleinrichtung einstellbar
und/oder der Sitz weist eine rundum pendelnde Lagerung auf. Dadurch kann ebenfalls
der Komfort der Sitzvorrichtung beim normalen Sitzen wie auch beim Sattelsitzen zusätzlich
erhöht werden.
[0025] In einer Ausführungsform der Erfindung sind Sitz und die mit ihm verbundenen Sitzelemente
um eine gemeinsame Achse drehbar. Durch das drehbare Ausbilden der Sitzvorrichtung
in Umfangsrichtung kann der Komfort ebenfalls weiter erhöht werden.
[0026] Gemäß einer Ausführungsform der Erfindung ist die Sitzvorrichtung beispielsweise
ein Stuhl, z.B. ein Bürostuhl, oder Hocker. Des Weiteren kann die Sitzvorrichtung
als Stuhl oder Hocker zusätzlich rollbar ausgebildet sein.
[0027] Die obigen Ausgestaltungen und Weiterbildungen lassen sich, sofern sinnvoll, beliebig
miteinander kombinieren. Weitere mögliche Ausgestaltungen, Weiterbildungen und Implementierungen
der Erfindung umfassen auch nicht explizit genannte Kombinationen von zuvor oder im
Folgenden bezüglich der Ausführungsbeispiele beschriebenen Merkmale der Erfindung.
Insbesondere wird dabei der Fachmann auch Einzelaspekte als Verbesserungen oder Ergänzungen
zu der jeweiligen Grundform der vorliegenden Erfindung hinzufügen.
INHALTSANGABE DER ZEICHNUNG
[0028] Die vorliegende Erfindung wird nachfolgend anhand der in den schematischen Figuren
der Zeichnungen angegebenen Ausführungsbeispiele näher erläutert. Es zeigen dabei:
- Fig. 1
- eine Perspektivansicht einer erfindungsgemäßen Sitzvorrichtung in einer hochgeschenkten
Position oder Ausgangsposition;
- Fig. 2
- eine Seitenansicht der Sitzvorrichtung gemäß Fig. 1;
- Fig. 3
- eine Draufsicht der Sitzvorrichtung gemäß Fig. 1, wobei die Rückenlehne weggelassen
ist;
- Fig. 4
- eine Seitenansicht der Sitzvorrichtung gemäß Fig. 3;
- Fig. 5
- eine Perspektivansicht der Sitzvorrichtung gemäß Fig. 4 von unten aus gesehen;
- Fig. 6
- eine Vorderansicht der Sitzvorrichtung gemäß Fig. 4,
- Fig. 7
- eine Rückansicht der Sitzvorrichtung gemäß Fig. 4;
- Fig. 8
- eine Perspektivansicht der erfindungsgemäßen Sitzvorrichtung gemäß Fig. 1 in einer
heruntergeschenkten Position oder Endposition;
- Fig. 9
- eine Seitenansicht der Sitzvorrichtung gemäß Fig. 8;
- Fig. 10
- eine Draufsicht der Sitzvorrichtung gemäß Fig. 8, wobei die Rückenlehne weggelassen
ist;
- Fig. 11
- eine Seitenansicht der Sitzvorrichtung gemäß Fig. 8;
- Fig. 12
- eine Perspektivansicht der Sitzvorrichtung gemäß Fig. 8 von unten aus gesehen;
- Fig. 13
- eine Vorderansicht der Sitzvorrichtung gemäß Fig. 8,
- Fig. 14
- eine Rückansicht der Sitzvorrichtung gemäß Fig. 8;
- Fig. 15
- eine weitere Rückansicht der zuvor in den Fig. 1-14 gezeigten Sitzvorrichtung, wobei
die Rückenlehne vorhanden ist;
- Fig. 16
- eine andere Rückansicht der Sitzvorrichtung gemäß Fig. 15;
- Fig. 17
- eine rechte Seitenansicht der Sitzvorrichtung gemäß der Fig. 15 und 16; und
- Fig. 18
- eine linke Seitenansicht der Sitzvorrichtung gemäß der Fig. 15 und 16.
[0029] Die beiliegenden Zeichnungen sollen ein weiteres Verständnis der Ausführungsformen
der Erfindung vermitteln. Sie veranschaulichen Ausführungsformen und dienen im Zusammenhang
mit der Beschreibung der Erklärung von Prinzipien und Konzepten der Erfindung. Andere
Ausführungsformen und viele der genannten Vorteile ergeben sich im Hinblick auf die
Zeichnungen. Die Elemente der Zeichnungen sind nicht notwendigerweise maßstabsgetreu
zueinander gezeigt.
[0030] In den Figuren der Zeichnung sind gleiche, funktionsgleiche und gleich wirkende Elemente,
Merkmale und Komponenten - sofern nichts anderes ausführt ist - jeweils mit denselben
Bezugszeichen versehen.
BESCHREIBUNG VON AUSFÜHRUNGSBEISPIELEN
[0031] In den Fig. 1 bis 7 ist eine erfindungsgemäße Sitzvorrichtung 1 gezeigt, wobei die
Sitzvorrichtung 1 dabei in einer hochgeklappten Position oder Ausgangsposition gezeigt
ist. Die Fig. 1 und 2 zeigen dabei die Sitzvorrichtung 1 mit einer zusätzlichen Rückenlehne
2 in einer Perspektivansicht und einer Seitenansicht. In den Fig. 3 bis 7 ist die
Rückenlehne dagegen weggelassen. Fig. 3 zeigt die Sitzvorrichtung 1 in einer Draufsicht,
Fig. 4 die Sitzvorrichtung 1 in einer Seitenansicht und Fig. 5 die Sitzvorrichtung
1 in einer Perspektivansicht von unten. Fig. 6 zeigt die Sitzvorrichtung 1 wiederum
in einer Vorderansicht und Fig. 7 die Sitzvorrichtung 1 in einer Rückansicht.
[0032] Die erfindungsgemäße Sitzvorrichtung 1 weist einen Sitz 3 auf, an dessen beiden Seiten
jeweils ein zusätzliches schwenkbares Sitzelement 4 vorgesehen ist.
[0033] Die in den Fig. 1 bis 7 und nachfolgenden Fig. 8 bis 18 gezeigte Sitzvorrichtung
1 ist beispielsweise als ein Bürostuhl 5 ausgebildet, welcher auf Stuhlrollen 8, wie
in nachfolgender Fig. 15 angedeutet ist, rollbar gelagert ist und optional um seine
Achse drehbarer ist. Der Bürostuhl 5 weist die Rückenlehne 2 sowie optional zusätzlich
Armlehnen auf. Dabei kann die erfindungsgemäße Sitzvorrichtung 1 optional mit einer
Rückenlehnen-Höhenverstelleinrichtung und/oder einer Rückenlehnen-Neigungsverstelleinrichtung
26 zum Verändern der Höhe und Neigung der Rückenlehne 2 ausgebildet sein, sofern eine
solche Rückenlehne 2 vorgesehen ist. In z.B. den nachfolgenden Fig. 15, 16 und 18
erfolgt eine derartige Neigungsverstellung der Rückenlehne 2 durch Betätigen eines
zugeordneten Rückenlehnen-Neigungsverstell-Hebels 27 eines Rückenlehnen-Neigungsverstellmechanismus
der Rückenlehnen-Neigungsverstelleinrichtung 26. Durch Betätigen der Rückenlehnen-Höhenverstelleinrichtung
24 und eines dazugehörenden Rückenlehnen-Höhenverstell-Hebels 25 für die Rückenlehen
2, wie in nachfolgenden Fig. 15, 16 und 17 gezeigt, und des Rückenlehnen-Neigungsverstell-Hebels
27 der Rückenlehnen-Neigungsverstelleinrichtung 26 kann die Höhe und Neigung der Rückenlehne
2 bei Bedarf eingestellt werden.
[0034] Gleiches gilt für eine Sitz- bzw. Stuhl-Neigungsverstellung oder eine Sitzball-ähnliche,
d.h. horizontal schaukelnde und/oder rundum pendelnde Lagerung, der Sitzfläche des
Sitzes 3 und der mit ihm verbundenen Sitzelemente 4. Eine derartige Neigungsverstellung
des Sitzes 3 erfolgt z.B. durch eine entsprechende Sitz-Neigungsverstelleinrichtung
30 mit einem zugeordneten Sitz-Neigungsverstell-Hebel 31 , welcher einen Sitzneigungsmechanismus
der Sitz-Neigungsverstelleinrichtung 30 betätigt.
[0035] Die in den Fig. 1-14 gezeigte Sitzvorrichtung 1 weist beispielsweise eine zusätzliche
Sitz-Höhenverstelleinrichtung 28, z.B. eine Gasdruckfeder usw. auf, mit der zusätzlich
die Sitzhöhe der Sitzvorrichtung 1 verstellt werden kann. Die Einstellung der Höhe
des Stuhls oder Sitzes 3 durch die Sitz-Höhenverstelleinrichtung 28 erfolgt dabei
durch Betätigen des z.B. in den nachfolgenden Fig. 15-18 gezeigten Sitz-Höhenverstell-Hebels
29 der Sitz-Höhenverstelleinrichtung 28.
[0036] Auf dem oberen Ende der Sitz-Höhenverstelleinrichtung 28 lagert hierbei die Stuhlmechanik
mit dem Sitz 3 und seinen Sitzelementen 4 und sofern vorhanden der Rückenlehne 2 und
gegebenenfalls zusätzlichen nicht dargestellten Armlehnen.
[0037] Die erfindungsgemäße Sitzvorrichtung kann mit einer Rückenlehne und optional zusätzlichen
Armlehnen, beispielsweise als Bürostuhl usw. ausgebildet sein oder ohne Rückenlehne
und Armlehnen auch als Hocker. Der Hocker kann dabei ebenfalls zusätzlich rollbar
ausgebildet sein.
[0038] Das jeweilige Sitzelement 4 ist beispielsweise derart an dem Sitzelement 3 angelenkt,
dass es zwischen einer hochgeschwenkten Position oder Ausgangsposition und einer heruntergeschwenkten
Position oder Endposition schwenkbar ist, in welcher die Sitzvorrichtung 1 eine Art
Sattelform oder Sattelsitz bereitstellt. In der Ausgangsposition bildet der Sitz 3
mit den beiden Sitzelementen 4 eine gemeinsame durchgehende oder im Wesentlichen durchgehende
Sitzfläche. Die durch den Sitz 3 gebildete Ebene und die durch die Sitzelemente 4
jeweils gebildete Ebene liegen dabei beispielsweise auf derselben oder im Wesentlichen
derselben Höhe, wie z.B. in der Vorder- und Rückansicht der Sitzvorrichtung 1 in den
Fig. 6 und 7 gezeigt ist und in Fig. 6 mit einer gestrichelten Linie angedeutet ist.
Denkbar ist aber auch, dass die Sitzelemente 4 z.B. etwas über den Sitz 4 und dessen
Sitzfläche hochgeschwenkt sind und mit dem Sitz 3 eine Art U-Form oder Bogen bilden.
[0039] In der heruntergeschwenkten Position oder Endposition sind die beiden Sitzelemente
4 gegenüber dem Sitz 3 nach unten geschwenkt oder geklappt und bilden mit diesem einen
Sattelsitz oder Sattelform. Die durch die Sitzelemente 4 gebildete Ebene verläuft
dabei abgewinkelt oder schräg zu der Ebene des Sitzes 3 wie beispielsweise in den
nachfolgenden Fig. 13 und 14 mit einer gestrichelten Linie angedeutet ist.
[0040] Bisher fristen Sattelstühle immer noch ein Schattendasein, weil sie zunächst etwas
seltsam aussehen und weil mancher Benutzer gegebenenfalls nicht die ganze Zeit auf
einem solchen Sattelstuhl sitzen möchte.
[0041] Das "Sattelsitzen", welches durch einen solchen Sattelstuhl bereitgestellt wird,
hat den Vorteil gegenüber normalen Stühlen, dass es bei längerem Sitzen einen Venenstau
verhindert.
[0042] Durch die erfindungsgemäße Sitzvorrichtung 1 kann nun sowohl bei Bedarf ein Sattelsitzen
als auch ein normales Sitzen ermöglicht werden. Auf diese Weise kann ein Benutzer
somit zeitweise oder nach Belieben die Vorzüge eines Sattelstuhles genießen, ohne
auf einen normalen Sitz dabei gänzlich verzichten zu müssen.
[0043] Dabei kann das jeweilige Sitzelement 4 der erfindungsgemäßen Sitzvorrichtung 1 zumindest
in der hochgeschwenkten Ausgangsposition als auch in der heruntergeschwenkten Endposition
arretiert werden. In einem weiteren Ausführungsbeispiel der erfindungsgemäßen Sitzvorrichtung
1 kann wenigstens eines der Sitzelemente 4 zusätzlich in verschiedenen Zwischenpositionen
zwischen der Ausgangs- und der Endposition arretierbar vorgesehen sein. Wie zuvor
beschrieben zeigen die Fig. 1 bis 7 und die nachfolgenden Fig. 15-18, die hochgeschwenkte
Position oder Ausgangsposition der erfindungsgemäßen Sitzvorrichtung 1. Die nachfolgenden
Fig. 8 bis 14 zeigen wiederum ein Beispiel für die heruntergeschwenkte Position oder
Endposition der erfindungsgemäßen Sitzvorrichtung. Die Erfindung ist dabei auf den
Grad der heruntergeschenkten oder heruntergeklappten Sitzelemente 4, wie in den Fig.
8 bis 14 gezeigt, nicht beschränkt. Die Darstellung ist lediglich beispielhaft. Es
ist auch denkbar, dass die Sitzelemente 4 um bis zu 90° gegenüber dem Sitz 3 und seiner
Ebene heruntergeschwenkt werden können, je nach Funktion und Einsatzzweck.
[0044] Das jeweilige Sitzelement 4 ist mit dem Sitz 3 beispielsweise mittels wenigstens
eines Scharniers 9, oder wenigstens zwei Scharnieren 9 wie in Fig. 5 beispielhaft
gezeigt ist, schwenk- oder klappbar verbunden.
[0045] Des Weiteren weist die Sitzvorrichtung 1 eine Schwenkeinrichtung 10 auf zum Schwenken
des Sitzelements 4 gegenüber dem Sitz 3 zwischen der hochgeschwenkten Ausgangsposition
und der heruntergeschenkten Endposition.
[0046] Das in den Fig. 1 bis 7 und nachfolgenden Fig. 8 bis 18 gezeigte Ausführungsbeispiel
der Schwenkeinrichtung 10 weist beispielsweise eine drehbare Scheibe 11 auf, diese
ist unterhalb des Sitzes 3 angeordnet, beispielsweise an einem Verbindungselement
12, welches die Sitz-Höhenverstelleinrichtung 28 und den Sitz 3 verbindet. Die Scheibe
11 ist dabei z.B. fluchtend zu der Sitz-Höhenverstelleinrichtung 28 angeordnet.
[0047] Ein erstes Ende 13 eines Stangenelements 14 ist an der drehbar gelagerten Scheibe
11, beispielsweise an der Stirnseite der drehbar gelagerten Scheibe 11, drehbar befestigt.
Das andere zweite Ende 15 des Stangenelements 14 ist wiederum an der Unterseite des
Sitzelements 4 drehbar befestigt. Dazu ist das zweite Ende 15 des Stangenelements
14 drehbar mittels einer Halterung an der Unterseite des Sitzelements 4 befestigt.
Das zweite Ende 15 ist beispielsweise als Öse ausgebildet, durch welche eine Welle
oder ein Wellenabschnitt eines Schraubenelements hindurchführbar ist.
[0048] Die an der Scheibe 11 befestigten ersten Enden 13 der beiden Stangenelemente 14 sind
dabei beispielsweise derart an der Stirnseite der Scheibe 11 drehbar befestigt, dass
die beiden ersten Enden 13 und der Mittelpunkt 16 der Scheibe 11 auf einer gemeinsamen
waagerechten oder horizontalen Achse liegen, wie in Fig. 5 mit einer gepunkteten Linie
angedeutet ist, wenn die Sitzelemente in die hochgeschwenkten Position oder Ausgangsposition
geschwenkt sind.
[0049] Die ersten Enden 13 der beiden Stangenelemente 14 sind dabei an der Scheibe 11 z.B.
durch ein geeignetes Schraubenelement 16 jeweils angeschraubt und um die Längsachse
des zugeordneten Schraubenelements 16 drehbar. Eine derartige drehbare Befestigung
ist besonders einfach und kostengünstig zu realisieren. Die Erfindung ist jedoch weder
auf diese Befestigung noch auf die Befestigung an der Stirnseite der Scheibe 11 beschränkt.
Grundsätzlich ist auch beispielsweise eine Befestigung am Umfang der Scheibe 11 usw.
möglich.
[0050] Zum Schwenken der Sitzelemente 4 gegenüber dem Sitz 3 in die Endposition, wie sie
in den nachfolgenden Fig. 8 bis 14 gezeigt ist, wird beispielsweise eine Sitzelement-Betätigungseinrichtung
7 mit einem Drehknopf 18 vorgesehen mittels der die Scheibe 11 gedreht und dadurch
die über die Stangenelemente 14 mit der Scheibe 11 verbundenen Sitzelemente 4 verstellt
und anschließend in der eingestellten Position arretiert werden können.
[0051] Der Drehknopf 18 ist dabei derart mit der Scheibe 11 gekoppelt, dass der Drehknopf
18 in einer Arretierungsposition, die Scheibe 11 arretiert, so dass ein Drehen oder
Weiterdrehen der Scheibe 11 verhindert wird. In einem Ausführungsbeispiel, wie in
den Fig. 2, 17 und 18 gezeigt ist, kann der Drehknopf 18 dabei mittels eines Federelements
6 in der Arretierungsposition als Ausgangsposition gehalten oder positioniert werden.
[0052] Wird der Drehknopf 18 betätigt, beispielsweise dazu nach vorne gezogen, wie in Fig.
4 mit einem Pfeil angedeutet ist, so wird der Drehknopf 18 von seiner Arretierungsposition
in eine Betätigungsposition bewegt, in welcher mittels zusätzlichem Drehen des Drehknopfs
18 die Scheibe 11 betätigt bzw. gedreht werden kann, um die über die Stangenelemente
14 mit der Scheibe 11 verbundenen Sitzelemente 4 zu verstellen. Sobald die Scheibe
11 ausreichend im oder gegen den Uhrzeigersinn mittels des betätigten, d.h. nach vorne
gezogenen, Drehknopfes 18 gedreht und die Sitzelemente 4 in eine gewünschte Position
geschwenkt wurden, kann der Drehknopf 18 losgelassen werden und wird durch das Federelement
6 zurück in seiner Arretierungsposition bewegt oder zurückgezogen, in welcher die
Scheibe 11 durch den Drehknopf 18 arretiert und nicht mehr weitergedreht werden kann.
[0053] Auf diese Weise kann die Sitzelement-Betätigungseinrichtung 7 durch ihren Drehknopf
18 die Sitzelemente 4 durch Drehen der Scheibe 11 mittels des Drehknopfs 18 nicht
nur zwischen der hochgeschwenkten Ausgangsposition und der heruntergeschwenkten Endposition
schwenken, sondern zusätzlich auch in der jeweiligen geschwenkten Position arretieren.
In einem Ausführungsbeispiel der erfindungsgemäßen Sitzvorrichtung 1 kann wenigstens
eines der Sitzelemente 4 dabei durch die Sitzelement-Betätigungseinrichtung 7 und
ihren Drehknopf 18 zusätzlich in verschiedenen Zwischenpositionen zwischen der Ausgangs-
und der Endposition arretiert werden. Wie zuvor beschrieben, kann der Drehknopf 18
zum Arretieren der Sitzelemente 4 in der gewünschten Position durch das Federelement
6 einfach in seine Arretierungsposition zurückbewegt, z.B. zurückgezogen werden. Zum
Lösen der Arretierung und Schwenken der Sitzelemente 4 wird der Drehknopf 18 einfach
entgegen der Kraft des Federelements 6 wieder nach vorne gezogen und zusätzlich in
oder gegen der Uhrzeigersinn gedreht, bis die gewünschte Position der Sitzelemente
4 erreicht ist, wie z.B. in den Fig. 4, 6, 8 und 13 mit einem Doppelpfeil angedeutet
ist. Dies hat den Vorteil, dass der Drehknopf 18 sowohl zum Betätigen der Scheibe
11 und damit Schwenken der Sitzelemente 4 als auch zum Arretieren der Sitzelemente
4 in der gewünschten Position verwendet werden kann. Dadurch kann eine besonders einfache
und kostengünstige Betätigungseinrichtung bereitgestellt und auf eine zusätzliche
separate Arretierungseinrichtung verzichtet werden. Die Erfindung ist jedoch auf diese
Ausführungsform einer Betätigungseinrichtung mit einem Drehknopf nicht beschränkt.
Es kann jede Form von Betätigungseinrichtung vorgesehen werden, die zumindest zum
Drehen der Scheibe 11 und damit Schwenken der mit der Scheibe 11 verbundenen Sitzelemente
4 geeignet ist. Vorzugsweise kann die Betätigungseinrichtung zusätzlich als Arretierungseinrichtung
ausgebildet sein und die Scheibe 11 in einer gedrehten Position und damit die Sitzelemente
4 in einer geschwenkten Position arretieren, so dass diese sich nicht ungewollt verstellen
können. Ebenso kann auch eine eigene Arretierungseinrichtung vorgesehen werden, welche
die Sitzelemente 4 in einer geschwenkten Position arretieren kann.
[0054] In Fig. 4 ist das Bewegen des Drehkopfs nach vorne zum Lösen der Arretierung der
Scheibe 11 mit einem Pfeil angedeutet. Das Drehen der Scheibe 11 durch Drehen des
Drehknopfes 18 ist in Fig. 4, 6 und 8 wiederum durch einen Doppelpfeil angedeutet.
Das Schwenken der Sitzelemente 4 ist in Fig. 6 und 8 dabei durch Pfeile entsprechend
angedeutet. Wird, wie in Fig. 6 angedeutet ist, die Scheibe 11 durch den Drehknopf
18 zum Drehen freigegeben oder gelöst, so kann die Scheibe 11 beispielsweise durch
den Drehknopf 18 gegen den Uhrzeigersinn gedreht werden und dabei_das jeweilige Sitzelement
4, welches über das jeweilige Stangenelement 14 mit der Schreibe 11 verbunden ist,
wie mit einem Pfeil in Fig. 6 angedeutet ist, nach unten geschwenkt werden. Das Sitzelement
4 schwenkt dabei nach unten bis in die gewünschte Zwischenposition oder Endposition,
wie sie in den nachfolgenden Fig. 8 bis 14 gezeigt ist. Gleichzeitig wird das andere
Sitzelement 4, welches über sein Stangenelement 14 ebenfalls mit der Scheibe 11 drehbar
verbunden ist, dabei mit nach unten in die gewünschte Zwischenposition oder Endposition
durch das Drehen der Scheibe 11 geschwenkt, wie in den nachfolgenden Fig. 12, 13 und
14 gezeigt ist.
[0055] Zum Arretieren der Sitzelemente 4 in einer jeweiligen gewünschten Position, darunter
der Ausgangs-, der End- oder einer Zwischenposition, wird der Drehknopf 18 einfach
losgelassen und mittels des Federelements 6 in die Ausgangs- oder Arretierungsposition
zurückbewegt oder zurückgezogen.
[0056] Wie in dem Ausführungsbeispiel in den Fig. 1-14 gezeigt ist, ist das jeweilige Stangenelement
14 beispielsweise zweiteilig ausgeführt und weist ein erstes und zweites Stangenelementteil
19, 20 auf. Das erste Stangenelementteil 19 weist das erste Ende 13 des Stangenelements
14 auf und ist beispielsweise mit dem ersten Ende 13 an der Stirnseite der Scheibe
11 drehbar angeschraubt, wie zuvor beschrieben wurde. Das zweite Stangenelementteil
20 weist wiederum das zweite Ende 15 des Stangenelements 14 auf, welches drehbar an
der Unterseite des Sitzelements 4 befestigt ist. Dazu weist das zweite Stangenelementteil
20 ein Durchgangsloch, z.B. eine Bohrung, auf, durch die beispielweise ein Schraubenbolzen
23 hindurchführbar ist. Das zweite Stangenelementteil 20 wird zwischen zwei Schenkeln
21 eines U-förmigen Trägers 22 angeordnet und durch den Schraubenbolzen 23 an diesen
drehbar befestigt. Der U-förmige Träger 22 wird wiederum an der Unterseite des Sitzelements
4 befestigt, z.B. angeschraubt. Die Erfindung ist jedoch auf diese spezielle drehbare
Befestigung des zweiten Endes 15 des Stangenelements 14 mittels eines Trägers und
insbesondere U-förmigen Trägers 22 sowie eines Schraubenbolzens 23 nicht beschränkt.
Es kann jede Befestigung vorgesehen werden, die geeignet ist das Stangenelement 14
drehbar an dem Sitzelement 4 zu befestigen, so dass ein Hoch- und Herunterschwenken
des Sitzelements 4 möglich ist.
[0057] Das erste Stangenelementteil 19 ist mit dem zweiten Stangenelementteil 20 beispielsweise
durch Verschrauben verbunden. Das erste Stangenelementteil 19 ist dabei in das zweite
Stangenelementteil 20 einschraubbar, wie in dem Ausführungsbeispiel in Fig. 5 gezeigt
ist, oder wie nicht dargestellt außen darauf aufschraubbar. Umgekehrt kann auch das
zweite Stangenelementteil 20 in das erste Stangenelementteil 19 einschraubbar sein
oder auf dieses aufschraubbar sein. Durch diese zweiteilige Ausführung des Stangenelements
14 und die Schraubverbindung der beiden Stangenelementteile 19, 20 kann die Gesamtlänge
des Stangenelements 14 sehr einfach bei Bedarf eingestellt und angepasst werden. Das
Stangenelement 14 kann jedoch auch jede andere geeignete wenigstens zweiteilige Ausgestaltung
aufweisen. Des Weiteren kann das Stangenelement 14 auch einstückig ausgebildet sein,
beispielsweise als länglicher Stab oder Stange. Dies ist besonders preiswert in der
Herstellung und einfach zu montieren.
[0058] Die Schwenkeinrichtung 10, wie sie in den Fig. 1 bis 14 gezeigt ist, aus einer Scheibe
11 und zwei Stangenelementen 14, sowie einer Betätigungseinrichtung 7 mit ihrem Drehknopf
18 und dem Federelement 6, welche zusätzlich als Arretierungseinrichtung ausgebildet
ist, haben den Vorteil, dass sie einfach zu realisieren und zu montieren, sowie preisgünstig
in der Herstellung sind.
[0059] Die Erfindung ist jedoch auf diese Ausführungsform der Schwenkeinrichtung 10 nicht
beschränkt. Ebenso kann das jeweilige Sitzelement 4 mittels jeder Schwenkeinrichtung
versehen sein, die geeignet ist ein Hoch- und Herunterschwenken der Sitzelemente 4
zu erlauben. Eine solche Schwenkeinrichtung zum Schwenken der Sitzelemente 4 kann
beispielsweise mechanisch, z.B. mittels einer Teleskopverbindung, hydraulisch, elektromechanisch
und/oder pneumatisch usw. erfolgen. Gleiches gilt für die Betätigungseinrichtung und
die Arretierungseinrichtung, welche ein separates Teil oder alternativ Teil der Betätigungseinrichtung
sein kann. Eine derartige Betätigungseinrichtung und/oder Arretierungseinrichtung
kann sowohl mechanisch, wie zuvor beispielhaft beschrieben wurde, als auch elektrisch,
elektromechanisch, hydraulisch, und/oder pneumatisch betätigbar ausgebildet sein.
[0060] Wie insbesondere in der Draufsicht und der Seitenansicht der Sitzvorrichtung 1 in
Fig. 3 und 4 gezeigt ist, bildet der Sitz 3 mit seinen Sitzelementen 4 in der Ausgangsposition
eine gemeinsame durchgehende oder im Wesentlichen durchgehende Sitzfläche. Der Sitz
kann dabei beispielsweise einen dreieckigen Abschnitt aufweisen, wobei die Spitze
des Dreiecks nach vorne zeigt. Die beiden Sitzelemente 4 sind dabei an jeweils zwei
Seiten des dreieckigen Abschnitts hoch- und herunterschwenkbar angelenkt. Die Sitzelemente
4 weisen dabei beispielsweise eine viereckige Form oder Trapezform auf, wie in Fig.
3 gezeigt. Jede andere für die Sitzvorrichtung 1 geeignete Form der Sitzelemente 4
ist ebenso möglich. Gleiches gilt für den Sitz 3.
[0061] In den Fig. 8 bis 14 ist die erfindungsgemäße Sitzvorrichtung 1 in der heruntergeschwenkten
Position oder Endposition gezeigt. Die Fig. 8 und 9 zeigen dabei die Sitzvorrichtung
1 mit der zusätzlichen Rückenlehne 2 in einer Perspektivansicht und einer Seitenansicht.
In den Fig. 10 bis 14 ist die Rückenlehne dagegen weggelassen. Fig. 10 zeigt die Sitzvorrichtung
1 in einer Draufsicht, Fig. 11 die Sitzvorrichtung 1 in einer Seitenansicht und Fig.
12 die Sitzvorrichtung 1 in einer Perspektivansicht von unten. Fig. 13 zeigt die Sitzvorrichtung
1 wiederum in einer Vorderansicht und Fig. 14 die Sitzvorrichtung 1 in einer Rückansicht.
[0062] Wie in den Fig. 12 und 13 gezeigt ist, wird das an der Scheibe 11 befestige erste
Ende 13 des Stangenelements 14 des einen Sitzelements 4 beispielsweise entgegen dem
Uhrzeigersinn von der zuvor in Fig. 5 gezeigten Position in die in Fig. 12 gezeigte
Position nach unten gedreht, wie mit einem Pfeil zuvor in Fig. 5 angedeutet ist. Dem
entsprechend wird das erste Ende 13 des anderen Stangenelements 14 auf der Scheibe
11 mitgedreht nach oben. In der in Fig. 12 gezeigten Stellung oder Endposition der
Sitzelemente 4 befinden sich das erste Ende 13 des einen Stangenelements 14 z.B. in
der tiefsten Position auf der Scheibe 11 und das erste Ende 13 des anderen Stangenelements
14 an z.B. der höchsten Position auf der Scheibe 11. Die Sitzelemente 4 können in
diese Position durch die Betätigungseinrichtung 7 und ihren Drehknopf 18 zusätzlich
arretiert werden. Dazu braucht der Drehknopf 18 nur losgelassen zu werden. Durch das
Federelement 6 bewegt sich der Drehknopf 18 automatisch in seine Ausgangs- oder Arreterierungsposition.
[0063] Wie zuvor beschrieben hat diese nach unten geschwenkte Position der Sitzelemente
4, in welche diese mit dem Sitz 1 zusammen einen Sattelsitz bilden, den Vorteil, dass
ein Venenstau verhindert werden kann.
[0064] Um die Sitzelemente 4 wieder zurück in die Ausgangsposition hoch zu schwenken, wird
die Betätigungseinrichtung 7 mit ihrem Drehknopf 18 betätigt, z.B. nach vorne entgegen
der Kraft des zuvor beschriebenen Federelements 6 gezogen, und die Sitzelemente 4
der Sitzvorrichtung 1 dabei durch den Benutzer nach oben bewegt durch zusätzliches
Drehen des Drehknopfs 18, wie mit einem Pfeil in Fig. 13 angedeutet ist, im Uhrzeigersinn.
[0065] Dabei dreht sich die Scheibe 11 entsprechend im Uhrzeigersinn und mit ihr die ersten
Enden 13 der beiden Stangenelemente 14 bis das Sitzelement 4 beispielsweise wieder
die hochgeschwenkte Position oder Ausgangsposition in Fig. 5 erreicht. In dieser Position
können die Sitzelemente 4 ebenfalls durch die Betätigungseinrichtung 7 und ihren Drehknopf
18 arretiert werden, indem der Benutzer den Drehknopf 18 einfach loslässt.
[0066] Auf diese Weise kann ein Benutzer bequem zwischen einem normalen Sitzen und einem
Sattelsitzen hin und her schalten, wie er möchte und den Komfort beider Sitzformen
voll und ganz ausnutzen.
[0067] In den Fig. 15 bis 18 ist die erfindungsgemäße Sitzvorrichtung 1 mit der Rückenlehne
2 und den verschiedenen Neigungsund Höhenverstelleinrichtungen sowie den dazu gehörenden
Neigungs- und Höhenverstell-Hebeln gezeigt. Fig. 15 und 16 zeigen dabei die Sitzvorrichtung
1 von hinten, wobei der Sitz auf Stuhlrollen 8 rollbar gelagert ist. Die beiden Fig.
17 und 18 zeigen jeweils eine Seitenansicht der Sitzvorrichtung 1 gemäß der Fig. 15
und 16.
[0068] Wie in den Fig. 15, 16 und 17 gezeigt ist, weist die Sitzvorrichtung 1, eine Rückenlehnen-Höhenverstelleinrichtung
24 mit einem Rückenlehnen-Höhenverstell-Hebels 25, sowie eine Rückenlehnen-Neigungsverstelleinrichtung
26 mit einem Rückenlehnen-Neigungsverstell-Hebel 27 zum Verändern der Höhe und Neigung
der Rückenlehne 2 auf.
[0069] Des Weiteren weist die Sitzvorrichtung 1 für eine Sitz- bzw. Stuhl-Neigungsverstellung
der Sitzfläche des Sitzes 3 und der mit ihm verbundenen Sitzelemente 4 eine Sitz-Neigungsverstelleinrichtung
30 mit einem zugeordneten Sitz-Neigungsverstell-Hebel 31 auf. Außerdem weist die Sitzvorrichtung
zur Höhenverstellung des Sitzes und der mit ihm verbundenen Sitzelemente 4 eine Sitz-Höheverstelleinrichtung
28 mit einem zugehörigen Sitz-Höhenverstell-Hebel 29 auf.
[0070] Falls die Sitzvorrichtung 1 als Hocker ohne eine Rückenlehne 2 ausgebildet ist, entfallen
entsprechend die Rückenlehnen-Höhenverstelleinrichtung 24 mit dem Rückenlehnen-Höhenverstell-Hebels
25, sowie die Rückenlehnen-Neigungsverstelleinrichtung 26 mit dem Rückenlehnen-Neigungsverstell-Hebel
27. Dagegen können bei einem Hocker ohne Rückenlehne jedoch die Sitz-Neigungsverstelleinrichtung
30 mit dem zugeordneten Sitz-Neigungsverstell-Hebel 31 sowie die Sitz-Höheverstelleinrichtung
28 mit dem zugehörigen Sitz-Höhenverstell-Hebel 29 vorgesehen sein.
[0071] Obwohl die vorliegende Erfindung vorstehend anhand der bevorzugten Ausführungsbeispiele
beschrieben wurde, ist sie darauf nicht beschränkt, sondern auf vielfältige Art und
Weise modifizierbar. Insbesondere sind die zuvor beschriebenen Ausführungsformen und
Ausführungsbeispiele miteinander kombinierbar, insbesondere einzelne Merkmale davon.
Bezugszeichenliste
[0072]
- 1
- Sitzvorrichtung
- 2
- Rückenlehne
- 3
- Sitz
- 4
- Sitzelement
- 5
- Bürostuhl
- 6
- Federelement
- 7
- Betätigungseinrichtung
- 8
- Stuhlrollen
- 9
- Scharnier
- 10
- Schwenkeinrichtung
- 11
- Scheibe
- 12
- Verbindungselement
- 13
- erstes Ende
- 14
- Stangenelement
- 15
- zweites Ende
- 16
- Schraubenelement
- 17
- Arretierungseinrichtung
- 18
- Drehknopf
- 19
- erstes Stangenteilelement
- 20
- zweites Stangenteilelement
- 21
- Schenkel
- 22
- U-förmiger Träger
- 23
- Schraubenbolzen
- 24
- Rückenlehnen-Höhenverstelleinrichtung
- 25
- Rückenlehnen-Höhenverstell-Hebel
- 26
- Rückenlehnen-Neigungsverstelleinrichtung
- 27
- Rückenlehnen-Neigungsverstell-Hebel
- 28
- Sitz-Höhenverstelleinrichtung
- 29
- Sitz-Höhenverstell-Hebel
- 30
- Sitz-Neigungsverstelleinrichtung
- 31
- Sitz-Neigungsverstell-Hebel
1. Sitzvorrichtung (1),
mit einem Sitz (3) und
mit zwei Sitzelementen (4), wobei die Sitzelemente (4) an zwei Seiten des Sitzes (3)
an diesem hoch- und herunterschwenkbar vorgesehen sind und wobei die Sitzelemente
(4) in einer heruntergeschwenkten Position mit dem Sitz (3) einen Sattelsitz bilden,
wobei die Sitzvorrichtung (1) eine Schwenkeinrichtung (10) aufweist, welche mit den
Sitzelementen (4) verbunden ist zum Hoch- und Herunterschwenken der Sitzelemente (4)
gegenüber dem Sitz (3), wobei die Schwenkeinrichtung (10) eine Scheibe (11) aufweist,
die drehbar an der Sitzvorrichtung (1) unterhalb des Sitzes (3) befestigt ist, und
wobei die Schwenkeinrichtung (10) für jedes Sitzelement (4) jeweils ein Stangenelement
(14) aufweist, welches mit einem ersten Ende (13) drehbar mit der Scheibe (11) und
mit einem zweiten Ende (15) drehbar mit dem Sitzelement (4) verbunden ist.
2. Sitzvorrichtung nach Anspruch 1, wobei die Sitzelemente (4) in einer hochgeschwenkten
Position eine gemeinsame Sitzfläche mit dem Sitz (3) bilden.
3. Sitzvorrichtung nach einem der vorstehenden Ansprüche, wobei der Sitz (3) einen dreieckigen
Abschnitt aufweist, wobei die Spitze des dreieckigen Abschnitts zur Vorderseite der
Sitzvorrichtung (1) zeigt und an den beiden gegenüberliegenden Seiten des dreieckigen
Abschnitts die Sitzelemente (4) hoch- und herunterschwenkbar mit dem Sitz (3) verbunden
sind, wobei vorzugsweise wenigstens ein Sitzelement (4) mittels wenigstens eines Scharniers
(9) und/oder wenigstens eines Federelements an dem Sitz (3) hoch- und herunterschwenkbar
befestigt ist.
4. Sitzvorrichtung nach einem der vorstehenden Ansprüche, wobei die Schwenkeinrichtung
(10) denselben Abstand zu den beiden Sitzelementen (4) aufweist.
5. Sitzvorrichtung nach einem der vorstehenden Ansprüche, wobei die beiden ersten Enden
(13) der beiden Stangenelemente (14) und der Mittelpunkt der Scheibe (11) auf einer
gemeinsamen horizontalen Achse liegen.
6. Sitzvorrichtung nach einem der vorstehenden Ansprüche, wobei das zweite Ende (15)
des jeweiligen Stangenelements (14) an einem Träger (22) drehbar aufgenommen ist und
der Träger (22) an der Unterseite des zugeordneten Sitzelements (4) befestigt ist,
wobei der Träger insbesondere als U-förmiger Träger (22) ausgebildet ist und zwei
Schenkel (21) aufweist, zwischen denen das zweite Ende (15) des Stangenelements (14)
angeordnet und durch einen Schraubenbolzen (23) drehbar an den beiden Schenkeln (21)
befestigt ist.
7. Sitzvorrichtung nach einem der vorstehenden Ansprüche, wobei wenigstens eines der
Stangenelemente (14) einstückig oder wenigstens zweiteilig ausgebildet ist, wobei
ein zweiteiliges Stangenelement (14) insbesondere ein erstes und zweites Stangenelementteil
(19, 20) aufweist, wobei das ersten Stangenelementteil (19) das erste Ende (13) des
Stangenelements (14) aufweist und das zweite Stangenelementteil (20) das zweite Ende
(15) des Stangenelements (14) aufweist, wobei vorzugsweise die beiden Stangenelementteile
(19, 20) mit einander verschraubt sind.
8. Sitzvorrichtung nach einem der einem der vorstehenden Ansprüche, wobei die Schwenkeinrichtung
(10) als eine mechanische, elektromechanische, pneumatische und/oder hydraulische
Schwenkeinrichtung ausgebildet ist.
9. Sitzvorrichtung nach einem der vorstehenden Ansprüche, wobei die Sitzvorrichtung (1)
eine Betätigungseinrichtung (7) aufweist, wobei die Betätigungseinrichtung (17) derart
ausgebildet ist, die Schwenkeinrichtung (10) zu betätigen, um die Sitzelemente (4)
zu schwenken, wobei die Betätigungseinrichtung (7) vorzugsweise zusätzlich als eine
Arretierungseinrichtung ausgebildet ist zum Arretieren der Sitzelemente (4) in einer
maximal hochgeschwenkten Position, einer maximal heruntergeschwenkten Position oder
wenigstens einer Zwischenposition.
10. Sitzvorrichtung nach Anspruch 9, wobei die Betätigungseinrichtung (7) einen Drehknopf
(18) aufweist, welcher derart mit der Scheibe (11) der Schwenkeinrichtung (10) gekoppelt
ist, dass die Scheibe (11) im oder gegen den Uhrzeigersinn drehbar ist, wenn der Drehknopf
(18) betätigt ist und gedreht wird und, wobei der Drehknopf (18) die Scheibe (11)
arretiert, so dass diese nicht gedreht oder weiter gedreht werden kann, wenn der Drehknopf
(18) in einer Arretierungsposition ist, wobei die Betätigungseinrichtung (7) vorzugsweise
ein Federelement (6) aufweist, welches derart mit dem Drehknopf (18) gekoppelt ist,
dass der Drehknopf (18) durch das Federelement (6) in seiner Arretierungsposition
bewegt wird, sobald der Drehknopf (18) losgelassen wird und der Drehknopf (18) zum
Betätigen entgegen dem Federelement (6) bewegt wird zum Freigeben der Scheibe (11),
so dass diese durch den Drehknopf (18) drehbar ist, wenn dieser betätigt ist.
11. Sitzvorrichtung nach einem der vorstehenden Ansprüche, wobei die Sitzvorrichtung (1)
eine Höhenverstellungseinrichtung (7) aufweist zur Höhenverstellung des Sitzes (3)
und der mit ihm verbundenen Sitzelemente (4), wobei die Höhenverstellungseinrichtung
(7) insbesondere eine Gasfeder ist.
12. Sitzvorrichtung nach einem der vorstehenden Ansprüche, wobei die Sitzvorrichtung (1)
eine Rückenlehne (2) aufweist, wobei die Rückenlehne (2) fest oder in der Höhe und/oder
Neigung einstellbar ausgebildet ist, und/oder wobei die Sitzvorrichtung Armlehnen
aufweist.
13. Sitzvorrichtung nach einem der vorstehenden Ansprüche, wobei der Sitz (3) und die
mit ihm verbundenen Sitzelemente (4) in der Neigung einstellbar und/oder der Sitz
(3) eine rundum pendelnde Lagerung aufweist.
14. Sitzvorrichtung nach einem der vorstehenden Ansprüche, wobei der Sitz (3) und die
mit ihm verbundenen Sitzelemente (4) um eine gemeinsame Achse drehbar sind.
15. Sitzvorrichtung nach einem der vorstehenden Ansprüche, wobei die Sitzvorrichtung (1)
ein Stuhl oder ein Hocker ist und der Stuhl insbesondere ein Bürostuhl (5) ist und
wobei der Stuhl oder Hocker vorzugsweise rollbar ausgebildet ist.