[0001] Die Erfindung betrifft einen Kran mit den Merkmalen des Oberbegriffs des Anspruchs
1.
[0002] Gattungsgemäße Krane werden auch kurz als Z-Krane bezeichnet. Sie sind bevorzugt
auf einem Fahrzeug angeordnet, können jedoch auch stationär angewendet werden. Bei
einem Z-Kran sind Kransäule, Hubarm und Knickarm in einer gemeinsamen Ebene angeordnet.
[0003] Der Knickarm weist üblicherweise eine Schnittstelle für ein Werkzeug, ein Hebezeug
oder dgl. auf.
[0005] Bei dieser Schrift erstreckt sich der Teleskoparm im eingefahrenen Zustand in einer
vom ersten Ende des Knickarms weg weisenden Richtung maximal bis zur Gelenkverbindung
mit dem Hubarm. Dadurch ergibt sich eine Verlängerung der Reichweite dieses Krans
im Vergleich mit früheren Kranen, bei welchen nur ein geringerer Teil des Knickarms
als Aufnahmebereich für den Teleskoparm zur Verfügung stand (vgl. z. B.
US 3,032,306).
[0006] Die
EP 2 789 566 A1 zeigt einen nicht gattungsgemäßen Kran, bei welchem der Knickarm einen gabelförmigen
Aufnahmeabschnitt für den Hubarm aufweist. Ein Teleskoparm erstreckt sich maximal
bis zur Gelenkverbindung mit einem Hubarm.
[0007] Aufgabe der Erfindung ist die Bereitstellung eines gattungsgemäßen Krans, bei welchem
eine noch größere Reichweite möglich ist.
[0008] Diese Aufgabe wird durch einen Kran mit den Merkmalen des Anspruchs 1 gelöst. Vorteilhafte
Ausführungsformen der Erfindung sind in den abhängigen Ansprüchen definiert.
[0009] Bei einem erfindungsgemäßen Kran kann der Teleskoparm um jenen Abschnitt länger als
im Stand der Technik ausgestaltet werden, der sich im eingefahrenen Zustand in einer
vom ersten Ende des Knickarms weg weisenden Richtung über die Gelenkverbindung mit
dem Hubarm hinaus erstreckt. Daraus ergibt sich eine Erhöhung der Reichweite eines
erfindungsgemäßen Krans.
[0010] Um dies zu ermöglichen, müssen zwei Erfordernisse erfüllt sein:
- Der gabelförmige Aufnahmeabschnitt muss am Hubarm, nicht am Knickarm angeordnet sein
(anders als im nicht gattungsgemäßen Stand der Technik EP 2 789 566 A1), damit der Teleskoparm überhaupt bis zur Gelenkverbindung reichen kann.
- Das Formrohr des Knickarms muss im Bereich der Gelenkverbindung und um das gewünschte
Ausmaß darüber hinaus ein Passieren des Teleskoparms gestatten. Im oben zitierten
gattungsgemäßen Stand der Technik EP 1 770 050 B1 war dies nicht möglich, da die im Bereich des zweiten Endes des Knickarms angeordnete
Gelenkverbindung das Formrohr blockiert hat. Weist die Gelenkverbindung einen durchgehenden
Bolzen auf, kann die Gelenkverbindung zum Beispiel oberhalb oder unterhalb des Formrohrs
des Knickarms angeordnet sein, um die Passage des Teleskoparms zu gestatten. Ist die
Gelenkverbindung in Form zweier voneinander beabstandeter Schwenklager mit geteiltem
Bolzen ausgebildet, ist man freier in der Wahl der Anordnung der Gelenkverbindung,
denn bei so einer Ausgestaltung ist es möglich, die Schwenklager seitlich am Knickarm
anzuordnen, ohne dass die Passage des Teleskoparms behindert wird.
[0011] Obwohl bevorzugt vorgesehen ist, dass der gesamte Knickarm als Aufnahmebereich für
den Teleskoparm zur Verfügung steht, kann durchaus vorgesehen sein, dass der Knickarm
den Teleskoparm nicht über dessen gesamte Länge umschließt.
[0012] Bevorzugt ist vorgesehen, dass der Teleskoparm die Gelenkverbindung in jedem Schwenkzustand
passieren kann und der Teleskoparm in jedem Schwenkzustand in einer vom ersten Ende
des Knickarms weg weisenden Richtung über die Gelenkverbindung mit dem Hubarm hinaus
bewegbar ist.
[0013] Bevorzugt ist vorgesehen, dass das Formrohr des Knickarmes über seine gesamte Länge
als Aufnahmebereich für den Teleskoparm ausgebildet ist.
[0014] Bevorzugt ist vorgesehen, dass das Formrohr des Knickarms in einer vom ersten Ende
des Knickarms weg weisenden Richtung über die Gelenkverbindung mit dem Hubarm hinaus
einen Aufnahmebereich für den Teleskoparm ausbildet.
[0015] Bevorzugt sind zwei Knickzylinder zum Bewegen des Knickarms vorgesehen, an sich kann
jedoch auch ein einzelner Knickzylinder ausreichen.
[0016] Verschiedene Ausführungsbeispiele der Erfindung werden anhand der Figuren diskutiert.
Es zeigen:
- Fig. 1
- einen erfindungsgemäßen Kran im Z-förmig zusammengelegten Zustand
- Fig. 2a-2c
- verschiedene Ausschnittsdarstellungen zu einem Ausführungsbeispiel eines erfindungsgemäßen
Krans
- Fig. 3a, 3b
- verschiedene Ausschnittsdarstellungen zu einem weiteren Ausführungsbeispiel eines
erfindungsgemäßen Krans
- Fig. 4a, 4b
- verschiedene Ausschnittsdarstellungen zu einem weiteren Ausführungsbeispiel eines
erfindungsgemäßen Krans
[0017] Fig. 1 zeigt einen erfindungsgemäßen Kran im Z-förmig zusammengelegten Zustand. An
einer drehbar auf einer Plattform gelagerten Kransäule 9 ist in bekannter Weise ein
Hubarm 3 gelenkig gelagert und kann über einen Hubzylinder 10 bewegt werden. Der Hubarm
3 weist an jenem Ende, mit welchem er nicht mit der Kransäule 9 verbunden ist, einen
gabelförmigen Aufnahmeabschnitt für einen Knickarm 1 auf. Der gabelförmige Aufnahmeabschnitt
wird im gezeigten Ausführungsbeispiel durch zwei seitliche Begrenzungen 4 gebildet.
Der Knickarm 1 ist über eine im Bereich eines zweiten Endes des Knickarms 1 angeordnete
Gelenkverbindung 8 gelenkig mit dem Hubarm 3 verbunden und kann über zwei seitlich
außen am Hubarm 3 und am Knickarm 1 angeordnete Knickzylinder 6 bewegt werden.
[0018] Bevorzugt ist vorgesehen, dass für beide Knickzylinder 6 ein Abstand zwischen einer
ersten Anlenkstelle 5 des Knickzylinders 6 am Hubarm 3 und der Gelenkverbindung 8
größer ist als ein Abstand zwischen einer zweiten Anlenkstelle 7 des Knickzylinders
6 am Knickarm 1 und der Gelenkverbindung 8.
[0019] Ein Bedienstand 11 ist an die Kransäule 9 heran geklappt und kann für die Bedienung
von dieser weg bewegt werden.
[0020] Fig. 2a zeigt eine teilweise Schnittdarstellung des in Fig. 1 gezeigten Krans in
einer auseinander gefalteten Stellung, in welcher Hubarm 3 und Knickarm 1 annähernd
parallel und versetzt zueinander verlaufen. Erkennbar ist, dass im Knickarm 1 ein
Teleskoparm 2 gelagert ist und sich im gezeigten eingefahrenen Zustand in einer vom
ersten Ende des Knickarms 2 weg weisenden Richtung über die Gelenkverbindung 8 mit
dem Hubarm 3 hinaus erstreckt (und zwar um die in Fig. 2b beispielhaft eingezeichnete
Distanz d). Der Teleskoparm 2 kann die Gelenkverbindung 8 passieren, da diese in diesem
Ausführungsbeispiel oberhalb des Formrohres des Knickarms 1, an seitlich angeordneten,
nach oben verlaufenden Fortsätzen angeordnet ist (vgl. auch die Ansichten der Fig.
2b und 2c).
[0021] Alternative Anordnungen für die Gelenkverbindung 8 gehen aus den Fig. 3a und 3b bzw.
Fig. 4a und 4b hervor.
[0022] Im Ausführungsbeispiel der Fig. 3a und 3b ist die Gelenkverbindung 8 außerhalb des
Formrohres des Knickarms 1, an seitlich angeordneten, nach unten verlaufenden Fortsätzen
angeordnet.
[0023] Im Ausführungsbeispiel der Fig. 4a und 4b ist die Gelenkverbindung 8 in Form zweier
voneinander beabstandeter Schwenklager 81, 82 mit geteiltem Bolzen ausgebildet. Die
Schwenklager 81, 82 sind seitlich am Formrohr des Knickarms 1 angeordnet, könnten
aber natürlich auch so wie in den Fig. 2 und 3 gezeigt oberhalb oder unterhalb des
Formrohres angeordnet sein.
[0024] Im Knickarm 1 ist ein Teleskopausleger 12 angeordnet, der über einen Verstellzylinder
13 ein- und ausfahrbar ist (vgl. Fig. 2a). Im Teleskopausleger 12 können weitere Teleskopausleger
(nicht dargestellt) angeordnet sein.
[0025] Anders als in den Figuren dargestellt, muss bzw. müssen die zweite(n) Anlenkstelle(n)
7 des bzw. der Knickzylinder(s) 6 nicht unbedingt seitlich am Knickarm 1 angeordnet
sein. Denkbar wäre auch eine Anordnung oberhalb oder unterhalb des Knickarms 1. In
diesem Falle könnte auch eine gemeinsame Anlenkstelle für beide Knickzylinder 6 vorgesehen
sein.
Bezugszeichenliste:
[0026]
- 1
- Knickarm
- 2
- Teleskoparm
- 3
- Hubarm
- 4
- seitliche Begrenzung des gabelförmigen Aufnahmeabschnitts für Knickarm
- 5
- erste Anlenkstelle des Knickzylinders
- 6
- Knickzylinder
- 7
- zweite Anlenkstelle des Knickzylinders
- 8
- Gelenkverbindung
- 9
- Kransäule
- 10
- Hubzylinder
- 11
- Bedienstand
- 12
- Teleskopausleger
- 13
- Verstellzylinder
1. Z-förmig zusammenlegbarer Kran, mit
- einer Kransäule (9)
- einem Hubarm (3), der an einem Ende gelenkig mit der Kransäule (9) verbunden ist
und am anderen Ende einen gabelförmigen Aufnahmeabschnitt für einen Knickarm (1) aufweist
- einem Knickarm (1), wobei der Knickarm (1) als Formrohr ausgebildet ist und ein
erstes Ende und ein zweites Ende aufweist,
- einer Gelenkverbindung (8), welche den Knickarm (1) gelenkig mit dem Hubarm (3)
verbindet, wobei die Gelenkverbindung (8) im Bereich des zweiten Endes des Knickarms
(1) angeordnet ist
- einem im Knickarm (1) gelagerten Teleskoparm (2), welcher aus einem eingefahrenen
Zustand im Knickarm (1) aus dem ersten Ende des Knickarms (1) ausfahrbar ist
dadurch gekennzeichnet, dass
- die Gelenkverbindung (8) außerhalb des Formrohrs des Knickarms (1) angeordnet ist,
sodass der Teleskoparm (2) die Gelenkverbindung (8) passieren kann und dass
- sich der Teleskoparm (2) im eingefahrenen Zustand in einer vom ersten Ende des Knickarms
(2) weg weisenden Richtung über die Gelenkverbindung (8) mit dem Hubarm (3) hinaus
erstreckt.
2. Kran nach Anspruch 1, wobei die Gelenkverbindung (8) oberhalb oder unterhalb des Formrohrs
des Knickarms (1) angeordnet ist.
3. Kran nach wenigstens einem der vorangehenden Ansprüche, wobei die Gelenkverbindung
(8) in Form zweier voneinander beabstandeter Schwenklager (81, 82) mit geteiltem Bolzen
ausgebildet ist.
4. Kran nach dem vorangehenden Anspruch, wobei die Schwenklager (81, 82) seitlich am
Knickarm (1) angeordnet sind.
5. Kran nach wenigstens einem der vorangehenden Ansprüche, wobei zumindest ein Knickzylinder
(6) vorgesehen ist und ein Abstand zwischen einer ersten Anlenkstelle (5) des Knickzylinders
(6) am Hubarm (3) und der Gelenkverbindung (8) größer ist als ein Abstand zwischen
einer zweiten Anlenkstelle (7) des Knickzylinders (6) am Knickarm (1) und der Gelenkverbindung
(8).
6. Kran nach wenigstens einem der vorangehenden Ansprüche, wobei zumindest ein seitlich
außen am Hubarm (3) und am Knickarm (1) an einer ersten und einer zweiten Anlenkstelle
(5, 7) angelenkter Knickzylinder (6) vorgesehen ist.
7. Kran nach wenigstens einem der vorangehenden Ansprüche, wobei im Teleskoparm (2) wenigstens
ein Teleskopausleger (12) ausfahrbar gelagert ist.
8. Kran nach wenigstens einem der vorangehenden Ansprüche, wobei ein Schwenkbereich zwischen
Hubarm (3) und Knickarm (1) größer als 180°, vorzugsweise größer als 230°, ist.
9. Kran nach wenigstens einem der vorangehenden Ansprüche, wobei der Teleskoparm (2)
die Gelenkverbindung (8) in jedem Schwenkzustand passieren kann und der Teleskoparm
(2) in jedem Schwenkzustand in einer vom ersten Ende des Knickarms (1) weg weisenden
Richtung über die Gelenkverbindung (8) mit dem Hubarm (3) hinaus bewegbar ist.
10. Kran nach wenigstens einem der vorangehenden Ansprüche, wobei das Formrohr des Knickarmes
(1) im eingefahrenen Zustand des Teleskoparmes (2) diesen über seine gesamte Länge
aufnimmt.
11. Kran nach wenigstens einem der vorangehenden Ansprüche, wobei das Formrohr des Knickarms
(1) in einer vom ersten Ende des Knickarms (2) weg weisenden Richtung über die Gelenkverbindung
(8) mit dem Hubarm (3) hinaus einen Aufnahmebereich für den Teleskoparm (2) ausbildet.