[0001] Die vorliegende Erfindung betrifft eine Maschen-Vlieswirkstoff-Verbundstruktur, die
Funktionsschichten enthält, welche durch Fasern oder Filamente in einem einstellbaren
Abstand miteinander verbunden sind und gleichzeitig auf Distanz gehalten werden sowie
ein Verfahren zur Herstellung dieser Maschen-Vlieswirkstoff-Verbundstruktur.
[0002] Es sind bereits Polfaser-Vlieswirkstoffe und Verfahren zu deren Herstellung bekannt,
bei denen es sich um Erzeugnisse mit einer Polfaserschicht handelt, die z.B. durch
die Verarbeitung von längsorientierten Faservliesen und unter Einsatz einer Grundbahn
beispielsweise nach dem Verfahren Voltex entstehen. Bekannt ist auch das Verfahren
Kunit, welches ebenfalls Längsfaservliese aber ohne den Einsatz einer Grundbahn nutzt.
Letztere finden oft als Ausgangsmaterial in einem Folgeprozess nach dem Verfahren
Multiknit Verwendung. Später wurde das Verfahren Kunit ergänzt, indem ein Vlies mit
vorzugsweise in Querrichtung orientierten Fasern auf einer Kunitmaschine verfestigt
wurde. Dieses Verfahren wurde unter dem Namen Maliknit bekannt. Unter Ausnutzung dieser
Verfahren sind auch Patentanmeldungen zur Herstellung von Produkten bekannt geworden,
die die Verarbeitung von Faservliesen, kombiniert aus längs- und querorientierten
Fasern, zum Inhalt haben.
[0003] Beim Voltex-Verfahren
DD 39819 A1 wird ein Polfaser-Vlieswirkstoff erzeugt, bei dem in eine vorgefertigte Grundbahn
ein längsorientiertes Faservlies eingearbeitet ist, wobei auf einer Grundbahnseite
Fasermaschen und auf der anderen Seite Polfaserschlingen vorhanden sind. Die Höhe
der Polfaserschlingen und ihre Ausrichtung im Flächengebilde werden durch Polplatinen
bestimmt. Da die Polplatinen in Arbeitsrichtung angeordnet sind, werden die Polfaserschlingen
in die Querrichtung ausgerichtet und die Polfasern gleichzeitig zu kompakten Polfasersträngen
zusammengefasst und zu geschlossenen Polfaserschlingen geformt.
[0004] Nach dem Kunit-Verfahren
DD 282585 A7 und
DD 288633 A5 wird aus einem Vlies mit längsorientierten Fasern ein Polfaser-Vlieswirkstoff ohne
Verwendung einer vorgefertigten Grundbahn hergestellt. Dabei sind alle bzw. nahezu
alle Fasern des längsorientierten Faservlieses zu Maschen auf der einen Seite und
zu Polfaserfalten auf der anderen Warenseite ausgebildet. Wesentlich dabei ist, dass
jede Faser des längsorientierten Faservlieses in die Maschen des Polfaser-Vlieswirkstoffs
eingebunden ist und alle Fasern stichweise aufgearbeitet werden. Die Pol-faserschlingen
sind auf Grund des Einsatzes von längsorientierten Faservliesen und ihrer Bildungsweise
vorzugsweise in Längsrichtung von Maschenreihe zu Maschenreihe, selten diagonal von
Maschenstäbchen zu Maschenstäbchen und ganz selten in Querrichtung von Maschenstäbchen
zu Maschenstäbchen ausgerichtet. Daraus resultiert der Nachteil, dass durch die Verwendung
eines längsorientierten Faservlieses relativ wenig querorientierte Faserelemente vorhanden
sind. Dadurch sind wenig Verbindungsfasern in Querrichtung zwischen den Maschenstäbchen
vorhanden, so dass insbesondere in Querrichtung die Festigkeit gering und die bleibende
Dehnung hoch ist.
[0005] Das Maliknit-Verfahren
DE 19843078 A1 stellt eine Erweiterung des Kunit-Verfahrens durch die Verwendung eines Vlieses mit
vorzugsweise querorientierten Fasern dar. Die mechanische Verfestigung erfolgt dabei
auf der gleichen Vlieswirkmaschine des Typs Kunit wie bei der Verfestigung der längsorientierten
Vliese. Hier sind in Querrichtung deutlich mehr Fasern zwischen den Maschenstäbchen
vorhanden. Die Festigkeits- und Dehnungseigenschaften in Querrichtung sind auf Grund
dieser stärkeren Querorientierung der Fasern etwas günstiger als bei Kunit.
[0006] Ebenso sind Maschen-Vlieswirkstoffe bekannt. So wird die Bildung einer zweiten Maschenschicht
durch das Vermaschen der freien Polfaserschlingenenden von Kunit-Vliesstoffen unter
dem Namen Multiknit (Patentnummer
DE 4235858 A1) beschrieben. Das Vermaschen der freien Polfaserschlingen von Kunit-Vliesstoffen
ist mit dem Nachteil behaftet, dass die Schiebernadeln beim Maschenbildungsvorgang
dadurch, dass die Polfaserschlingen vorzugsweise in Längsrichtung ausgerichtet sind,
die Polfaserschlingen von den in die gleiche Richtung agierenden Schiebernadeln seitlich
verdrängt werden und dadurch ein Erfassen der Fasern durch den Schiebernadelhaken
erschwert wird und somit nur wenige, in der Anzahl schwankend, Fasern und diese nur
rein zufällig erfasst werden. Dies führt zu einer unregelmäßigen Anzahl Fasern in
der Masche. Damit verbunden sind nicht nur geringe Festigkeiten und hohe Dehnungen
insbesondere in Flächengebilde-Querrichtung, sondern auch örtlich hohe Schwankungen
der Eigenschaften in Längs- und Querrichtung.
[0007] Eine leichte Verbesserung konnte mit der Bildung von Multiknit unter Einsatz von
Maliknit auf Grund der dort stärker in Querrichtung orientierten freien Polfaserschlingenenden
erreicht werden.
[0008] Eine Abwandlung des Multiknit-Verfahrens, bei der die oberflächennahen Fasern eines
Vliesstoffes in der Form vermascht werden sollen, dass die "Gesamtdicke des Vliesstoffes
geringer ist als die in Dickenrichtung gemessene, gemeinsame Dicke der beiden Maschenschichten
der einen und der anderen Vliesstoffseite", wird in der Patentliteratur in der Gebrauchsmusterschrift
DE 20102637 U1 beschrieben. Das Wesen dieser Verfahrensweise beruht darauf, dass eine partielle
Überlappung der Erstmaschenschicht mit der Zweitmaschenschicht herbeigeführt werden
soll.
[0009] Dies ist auf Grund der Höhenabmessungen der Schiebernadeln technisch ohne weitere
Maßnahmen, die in der Gebrauchsmusterschrift nicht dargestellt werden, nicht möglich.
Eine Realisierung ist demzufolge praktisch nie in Erscheinung getreten.
[0010] Ausgehend vom dargelegten Stand der Technik ist es in Erweiterung der oben genannten
Verfahren Aufgabe der vorliegenden Erfindung, den Nachteil der Vermaschung der in
ihrer Lage ungeordnet ausgerichteten, aus einzeln angeordneten Polfaserschlingen eines
Polfaser-Vlieswirkstoffes Kunit (Ausrichtung der Polfaserschlingen längs bis diagonal)
(siehe Fig. 2) oder Maliknit (Ausrichtung der Polfaserschlingen diagonal bis quer)
nach dem Multiknit-Verfahren durch die Vermaschung von zu kompakten Polfasersträngen
zusammengefassten Polfaserschlingen eines Polfaser-Vlieswirkstoffes Voltex (siehe
Fig.1) zu beseitigen und
- eine Maschen-Vlieswirkstoff-Verbundstruktur zu schaffen, die eine aus zu kompakten
Fasersträngen zusammengefassten Polfaserschlingen realisierte Zweitmaschenschicht
und eine oder mehrere Grundbahnen als Funktionsschichten und/oder eine oder mehrere
Faserschichten als Funktionsschichten enthält und deren Eigenschaftsprofil durch die
Art der Maschenbildung und die Anordnung der Funktionsschichten sowie weiterer speziell
eingestellter Strukturparameter in weiten Grenzen variierbar ist und
- ein Verfahren zu deren Herstellung aufzuzeigen.
[0011] Dazu wird zunächst bei einem Verfahren zur Herstellung einer Maschen-Vlieswirkstoff-Verbundstruktur,
bei dem ein Faserflor und/oder Faservlies und eine erste Grundbahn der Arbeitsstelle
einer Wirkmaschine zugeführt werden, die Fasern des Faserflores oder Faservlieses
mittels maschenbildender Elemente durch die erste Grundbahn hindurchgezogen, auf der
einen Seite der ersten Grundbahn zu Fasermaschen einer ersten Fasermaschenschicht
und auf der anderen Seite der ersten Grundbahn zu kompakten Fasersträngen zusammengefasten
geschlossenen Polfaserschlingen ausgeformt werden, vorgeschlagen, dass ein so hergestellter
erster Polfaser-Vlieswirkstoff (Voltex) der Arbeitsstelle einer Wirkmaschine zugeführt
wird und die zu kompakten Fasersträngen zusammengefassten geschlossenen Polfaserschlingen
mittels maschenbildender Elemente zu Fasermaschen einer zweiten Fasermaschenschicht
ausgeformt werden.
[0012] Ein Grundgedanke des vorgeschlagenen Verfahrens besteht darin, dass die zu kompakten
Fasersträngen zusammengefassten geschlossenen Polfaserschlingen zur Bildung der Zweitmaschenschicht
genutzt werden.
[0013] Die so erhaltene Maschen-Vlieswirkstoff-Struktur - nachfolgend als Multivol bezeichnet
- ist dadurch gekennzeichnet, dass die resultierende Verbund-Struktur zwei Fasermaschenschichten,
nämlich die zu dem Polfaser-Vlieswirkstoff (Voltex) gehörende Erstmaschenschicht auf
einer Seite der ersten Grundbahn und eine anschließend gegenüber der ersten Grundbahn
gebildete Zweitmaschenschicht besitzt. Beide Maschenschichten werden durch die Polfaserstränge
zusammen- und gleichzeitig auf einer bestimmten Distanz gehalten. Diese Verfahrensvariante
und die dadurch erhaltene Maschen-Vlieswirkstoff-Verbundstruktur - Multivol - sind
in Fig. 3 beispielhaft dargestellt.
[0014] In einer ersten Erweiterung des vorgeschlagenen Verfahrens wird vorgeschlagen, dass
der Arbeitsstelle einer Wirkmaschine zusätzlich zu dem ersten Polfaser-Vlieswirkstoff
(Voltex) eine zweite Grundbahn zugeführt wird und die geschlossenen Polfaserschlingen
mittels maschenbildender Elemente in die zweite Grundbahn in der Weise eingebunden
werden, dass die Fasern der zu kompakten Fasersträngen zusammengefassten geschlossenen
Polfaserschlingen durch die zweite Grundbahn hindurchgezogen und zu Fasermaschen einer
zweiten Fasermaschenschicht ausgeformt werden und die beiden Grundbahnen durch die
Fasern zusammengehalten und gleichzeitig auf Distanz gehalten werden, so dass eine
Maschen-Vlieswirkstoff-Verbundstruktur entsteht, bei der zwei Grundbahnen durch Fasern
miteinander verbunden sind.
[0015] Die so erhaltene Maschen-Vlieswirkstoff-Verbundstruktur - Multivol - ist dadurch
gekennzeichnet, dass die resultierende Verbund-Struktur zwei Maschenschichten sowie
zwei Grundbahnen aufweist. Die zu dem Polfaser-Vlieswirkstoff (Voltex) gehörende Erstmaschenschicht
ist auf einer Seite der ersten Grundbahn gebildet und anschließend ist gegenüber der
ersten Grundbahn auf der zusätzlich zugeführten zweiten Grundbahn eine Zweitmaschenschicht
gebildet. Beide Grundbahnen und die dazugehörigen Maschenschichten werden durch die
Polfaserstränge zusammen- und gleichzeitig auf einer bestimmten Distanz gehalten.
Diese Verfahrensvariante und die dadurch erhaltene Maschen-Vlieswirkstoff-Verbundstruktur
- Multivol - sind in Fig. 4 beispielhaft dargestellt.
[0016] In einer zweiten Erweiterung des vorgeschlagenen Verfahrens wird vorgeschlagen, dass
der Arbeitsstelle einer Wirkmaschine zusätzlich zu dem ersten Polfaser-Vlieswirkstoff
(Voltex) ein zweiter Polfaser-Vlieswirkstoff, z.B. ein Polfaser-Vlieswirkstoff (Voltex),
zugeführt wird und die zu kompakten Fasersträngen zusammengefassten geschlossenen
Polfaserschlingen des einen Polfaser-Vlieswirkstoffs mittels maschenbildender Elemente
in den anderen Polfaser-Vlieswirkstoff in der Weise eingebunden werden, dass die Fasern
der geschlossenen Polfaserschlingen des einen Polfaser-Vlieswirkstoffs durch die erste
Grundbahn des anderen Polfaser-Vlieswirkstoff hindurchgezogen und zu Fasermaschen
einer zweiten Fasermaschenschicht ausgeformt werden und die beiden Polfaser-Vlieswirkstoffe
(Voltex) durch die Fasermaschen zusammengehalten und gleichzeitig auf Distanz gehalten
werden, so dass eine Maschen-Vlieswirkstoff- Verbundstruktur entsteht, bei der zwei
Polfaser-Vlieswirkstoffe (Voltex) durch Fasern miteinander verbunden sind.
[0017] Die so erhaltene Maschen-Vlieswirkstoff-Verbundstruktur - Multivol - ist dadurch
gekennzeichnet, dass die resultierende Verbund-Struktur drei Maschenschichten, nämlich
die zu den beiden Polfaser-Vlieswirkstoffen (Voltex) gehörenden Erstmaschenschichten
und eine ganz außen positionierte Zweitmaschenschicht, sowie zwei zu den beiden Polfaser-Vlieswirkstoffen
(Voltex) gehörende erste Grundbahnen aufweist. Beide erste Grundbahnen und die dazugehörigen
Erstmaschenschichten werden durch die aus der Polfaserschicht gebildeten Polfaserstränge
zusammen- und gleichzeitig auf einer bestimmten Distanz gehalten. Diese Verfahrensvariante
und die dadurch erhaltene Maschen-Vlieswirkstoff-Verbundstruktur - Multivol - sind
in Fig. 5 beispielhaft dargestellt.
[0018] In einer dritten Erweiterung des vorgeschlagenen Verfahrens wird vorgeschlagen, dass
der Arbeitsstelle einer Wirkmaschine zusätzlich zu dem ersten Polfaser-Vlieswirkstoff
(Voltex) sowohl eine zweite Grundbahn als auch ein zweiter Polfaser-Vlieswirkstoff
(Voltex) zugeführt wird und die zu kompakten Fasersträngen zusammengefassten geschlossenen
Polfaserschlingen des einen Polfaser-Vlieswirkstoffs (Voltex) mittels maschenbildender
Elemente in die zweite Grundbahn und den anderen Polfaser-Vlieswirkstoff (Voltex)
in der Weise eingebunden werden, dass die Fasern der geschlossenen Polfaserschlingen
des einen Polfaser-Vlieswirkstoffs durch die zweite Grundbahn und den anderen Polfaser-Vlieswirkstoff
hindurchgezogen und zu Fasermaschen einer zweiten Fasermaschenschicht ausgeformt werden
und die beiden Polfaser-Vlieswirkstoffe (Voltex) einschließlich der zweiten Grundbahn
durch die Fasern zusammengehalten und gleichzeitig auf Distanz gehalten werden, so
dass eine Maschen-Vlieswirkstoff- Verbundstruktur entsteht, bei der zwei Polfaser-Vlieswirkstoffe
(Voltex) und, zwischen beiden angeordnet, eine zweite Grundbahn durch Fasern miteinander
verbunden sind.
[0019] Die so erhaltene Maschen-Vlieswirkstoff-Verbundstruktur - Multivol - ist dadurch
gekennzeichnet, dass die resultierende Verbund-Struktur drei Maschenschichten, nämlich
die zu den beiden Polfaser-Vlieswirkstoffen (Voltex) gehörenden Erstmaschenschichten
und eine ganz außen positionierte Zweitmaschenschicht, sowie drei Grundbahnen, nämlich
zwei zu den beiden Polfaser-Vlieswirkstoffen (Voltex) gehörende erste Grundbahnen
und eine zusätzlich zugeführte zweite Grundbahn aufweist. Alle drei Grundbahnen und
die dazugehörigen drei Maschenschichten werden durch die aus der Polfaserschicht gebildeten
Polfaserstränge zusammen- und gleichzeitig auf einer bestimmten Distanz gehalten.
Diese Verfahrensvariante und die dadurch erhaltene Maschen-Vlieswirkstoff-Verbundstruktur
- Multivol - sind in Fig. 6 beispielhaft dargestellt.
[0020] Bei jeder der oben beschriebenen Verfahrensvarianten kann vorgesehen sein, dass zur
Bildung der ersten Fasermaschenschicht ein Faserflor und/oder Faservlies mit einer
Faserorientierung in Längs- und/oder Querrichtung oder in Wirrlage verwendet wird.
[0021] Weiter kann vorgesehen sein, dass zur Bildung der ersten Fasermaschenschicht ein
leicht vorverfestigtes Faserflor und/oder Faservlies verwendet wird.
[0022] In einer vorteilhaften Ausgestaltung des vorgeschlagenen Verfahrens kann vorgesehen
sein, dass eine Faserlängenreserve der geschlossenen Polfaserschlingen durch Einstellung
der Vermaschungsparameter bei der Bildung der zweiten Fasermaschenschicht voll ausgenutzt
wird.
[0023] Alternativ kann das vorgeschlagene Verfahren so ausgestaltet sein, dass die geschlossenen
Polfaserschlingen geöffnet und die geöffneten freien Polfaserenden zur Bildung der
zweiten Fasermaschenschicht genutzt werden.
[0024] Bei dem vorgeschlagenen Verfahren können die als Basis genutzte Grundbahn und/oder
der Polfaser-Vlieswirkstoff aus Naturfasern, tierischen Fasern, mineralischen Fasern,
Chemiefasern oder deren Mischungen gebildet werden und/oder anteilig thermoplastische
Faserelemente enthalten.
[0025] Außerdem kann bei dem vorgeschlagenen Verfahren vorgesehen sein, dass die als Basis
genutzte Grundbahn ein Flächengebilde aus einem Gewebe oder einem Gewirke oder einem
Gestrick oder einem Geflecht oder einer Folie oder einem Vliesstoff wie beispielsweise
einem Nadelvliesstoff oder einem Spinnvliesstoff oder einem wasserstrahlverfestigten
Vliesstoff oder einem Meltblown-Vliesstoff oder einem unverfestigten oder gering verfestigten
Faser- oder Filament-Vlies mit Anordnung der Fasern in Längs- und/oder Querrichtung
ist.
[0026] Gleiches hinsichtlich des Faserstoffeinsatzes und der Flächengebildeart gilt für
die zusätzlich zugeführten Flächengebilde/Verbunde.
[0027] Schließlich kann das Verfahren zur Herstellung unterschiedlichster Produkte so ausgestaltet
sein, dass die Maschen-Vlieswirkstoff-Verbundstruktur zusätzlich mit mindestens einem
weiteren Flächengebilde durch Stitch-Bonding oder Laminieren oder Kaschieren oder
Bondieren verbunden wird.
[0028] Die so erhaltene Maschen-Vlieswirkstoff-Verbundstruktur kann vorteilhaft als textile
Verstärkungs- und Abstandsstruktur oder als Struktur mit Feuchtetransport- und Feuchtesaugschicht
oder als druckstabile Drainage oder als Filter zum Entstauben von Prozessluft oder
als Schallabsorber oder als Anti-Dekubitus-Unterlage oder als Federkernabdeckung von
Matratzen mit verbesserter Luftzirkulation oder als druckstabiler Autounterpolsterstoff
oder als textiler Träger für Klebebänder oder als textile Struktur mit hohem Impactschutz
(z.B. Stich-, Projektil-, Hagelschutz) oder als textiles Halbzeug für die Herstellung
von Hochleistungs-Composites auf der Basis von Duroplasten oder Thermoplasten z. B.
als Leichtbauplatten mit höchster Geräuschdämpfung verwendet werden.
[0029] Dabei können die Grundbahnen nicht nur die Funktion des Festigkeitsträgers, sondern
unterschiedlichste weitere Funktionen erfüllen, weshalb sie auch als Funktionsschichten
bezeichnet werden. Während eine erste Schicht beispielsweise die Funktion des Festigkeitsträgers
übernimmt, kann eine zweite Schicht beispielsweise die Funktion einer Filtermembran
und eine dritte Schicht beispielsweise die Funktion des Impactschutzes übernehmen.
[0030] Dabei kann weiter vorgesehen sein, dass auch die Faserschichten als Funktionsschichten
genutzt werden und unterschiedlichste Funktionen erfüllen. Während beispielsweise
eine Schicht die Funktion des Flüssigkeitstransportes übernimmt, kann eine andere
Schicht beispielsweise die Funktion der Flüssigkeitsaufnahme übernehmen.
[0031] Die Bildung von Maschen unter Nutzung von Polfaserschlingen besitzt den Vorteil,
dass bei entsprechender Abstimmung der Vermaschungsparameter das Kuliergesetz voll
ausgereizt werden kann, indem die Ausnutzung der Faserlängenreserve durch die Vermaschungsparameter
so gestaltet werden, dass die Maschen straff ausgeformt, aber die Fasern nicht zerrissen
werden. Bei Belastungen kommt es dann nicht erst zu Gefügedehnungen, sondern die Fasern
werden sofort auf ihre Substanzfestigkeit beansprucht. Dadurch kann die bleibende
Dehnung in x-, y- und z-Richtung stark reduziert werden.
[0032] Des Weiteren besitzt die Verwendung von Voltex für die Zweitmaschenbildung zum bisherigen
Stand der Technik den Vorteil, dass Voltex gegenüber Kunit und Maliknit selbst schon
über eine Grundbahn verfügt. Bei Einsatz von Voltex können durch die Zuführung einer
zweiten Grundbahn bei der Zweitmaschenbildung der resultierenden Maschen-Vlieswirkstoff-Verbundstruktur
Eigenschaften verliehen werden, die bei Einsatz von Kunit und Maliknit überhaupt nicht
realisierbar sind. Es können z.B. bei Einsatz von Grundbahnen aus dimensionsstabilen
Geweben Abstandsstrukturen realisiert werden, die an den beiden Außenseiten über hochfeste
zug- und druckstabile Zonen verfügen, die durch Faserstränge auf Distanz gehalten
werden. Dadurch können extrem biegesteife Maschen-Vlieswirkstoff-Verbundstrukturen
realisiert werden. Andererseits können bei Einsatz von elastisch dehnbaren Grundbahnen
(z.B. Gewirke, Gestricke) umformbare Maschen-Vlieswirkstoff-Verbundstrukturen ausgebildet
werden.
[0033] Die Erfindung wird nachstehend anhand von vier Ausführungsbeispielen näher erläutert:
[0034] Die hierzu dargestellten Abbildungen zeigen in
Fig. 1 den schematischen Querschnitt eines Vlieswirkstoffes des Typs Polfaser-Vlieswirkstoff
(Voltex) 2 mit Grundbahn 5 und Polfaserschicht 3, enthaltend die zu kompakten Fasersträngen
zusammengefassten geschlossenen Polfaserschlingen 3' und die Fasermaschen 4 (im Folgenden
auch Erstmaschenschicht genannt).
Fig. 2 den schematischen Querschnitt eines Vlieswirkstoffes des Typs Polfaser-Vlieswirkstoff
(Kunit) 6 mit Polfaserschicht 7, enthaltend die einzeln angeordneten und vorzugsweise
längs, teilweise diagonal ausgerichteten geschlossenen Polfaserschlingen 7', die Faserstege
8 und die Fasermaschen 9.
Fig. 3 den schematischen Querschnitt der Wirkstelle einer modifizierten Nähwirkmaschine
zur Herstellung der Maschen-Vlieswirkstoff-Verbundstruktur 1 mit einer Grundbahn/Funktionsschicht
5, einer Polfaserschicht/Funktionsschicht 3 und zwei Maschenschichten. Das sind die
Maschenschicht 4 (Erstmaschenschicht) und die Maschenschicht 10 (Zweitmaschenschicht).
Letztere hergestellt unter Nutzung von zu kompakten Fasersträngen zusammengefassten
geschlossenen Polfaserschlingen 3'. Beide Maschenschichten sind verbunden durch die
Polfaserstränge 3" der Polfaserschicht 3.Fig. 4 den schematischen Querschnitt der
Wirkstelle einer modifizierten Nähwirkmaschine zur Herstellung der Maschen-Vlieswirkstoff-Verbundstruktur
1 mit zwei Grundbahnen/Funktionsschichten 5 und 11, der Polfaserschicht/Funktionsschicht
3 und zwei Fasermaschenschichten 4 und 10. Letztere hergestellt unter Nutzung von
zu kompakten Fasersträngen zusammengefassten geschlossenen Polfaserschlingen 3'. Beide
Maschenschichten sind verbunden durch die Polfaserstränge 3" der Polfaserschicht 3.
Fig. 5 den schematischen Querschnitt der Wirkstelle einer modifizierten Nähwirkmaschine
zur Herstellung der Maschen-Vlieswirkstoff-Verbundstruktur 1 mit zwei Grundbahnen/Funktionsschichten
5 und 20, den beiden Polfaserschichten/Funktionsschichten 3 und 18, den beiden Erstmaschenschichten
4 und 19 sowie der Zweitmaschenschicht 10. Letztere hergestellt unter Nutzung von
zu kompakten Fasersträngen zusammengefassten geschlossenen Polfaserschlingen 3'. Die
Maschenschichten 4 und 10 sind verbunden durch die Polfaserstränge 3" der Polfaserschicht
3.
Fig. 6 den schematischen Querschnitt der Wirkstelle einer modifizierten Nähwirkmaschine
zur Herstellung der Maschen-Vlieswirkstoff-Verbundstruktur 1 mit drei Grundbahnen/Funktionsschichten
5, 20 und 11, den beiden Polfaserschichten/Funktionsschichten 3 und 18, den beiden
Erstmaschenschichten 4 und 19 sowie der Zweitmaschenschicht 10. Letztere hergestellt
unter Nutzung von zu kompakten Fasersträngen zusammengefassten geschlossenen Polfaserschlingen
3'. Die Maschenschichten 4 und 10 sind verbunden durch die Polfaserstränge 3" der
Polfaserschicht 3.
Ausführungsbeispiel 1:
[0035] Ein Polfaser-Vlieswirkstoff (Voltex) 2 gemäß Fig. 1 wird der Arbeitsstelle einer
modifizierten Nähwirkmaschine gemäß Fig. 3 zugeführt. Dabei erfassen die Schiebernadeln
12 die Fasern der zu kompakten Fasersträngen zusammengefassten Polfaserschlingen 3'
und formen die Zweitmaschenschicht 10.
[0036] Damit besitzt die resultierende Maschen-Vlieswirkstoff-Verbundstruktur 1 zwei Maschenschichten,
gebildet aus der Erstmaschenschicht 4 und der Zweitmaschenschicht 10 sowie eine Grundbahn
5. Beide Maschenschichten werden durch die Polfaserstränge 3" zusammen- und gleichzeitig
auf einer bestimmten Distanz gehalten.
[0037] Die Größe der Distanz kann unter anderem über die Höhe der Polplatinen bei der Herstellung
des Polfaser-Vlieswirkstoffes (Voltex) 2 und in bestimmten Grenzen durch die Wahl
des Abstandes 21 zwischen der Schiebernadel 12 und der Stützschiene 15 bei der Bildung
der Zweitmaschenschicht 10 bestimmt werden.
[0038] Dabei können bewusst bei der Bildung der Erstmaschenschicht 4 und der Bildung der
Zweitmaschenschicht 10 gleiche oder unterschiedliche Maschinenfeinheiten genutzt werden.
Ausführungsbeispiel 2:
[0039] Ein Polfaser-Vlieswirkstoff (Voltex) 2 gemäß Fig. 1 wird der Arbeitsstelle einer
modifizierten Nähwirkmaschine gemäß Fig. 4 zugeführt. Zusätzlich erfolgt die Zuführung
einer zweiten Grundbahn (Grundbahn 11) auf der den Abschlagplatinen 14 zugewandten
Seite. Die Schiebernadeln 12 durchstechen die Grundbahn 11, tauchen anschließend in
den Polfaser-Vlieswirkstoff (Voltex) 2 ein, erfassen die Fasern der zu kompakten Fasersträngen
zusammengefassten Polfaserschlingen 3', ziehen die Fasern durch die Grundbahn 11 hindurch
und formen die Zweitmaschenschicht 10.
[0040] Damit besitzt die resultierende Maschen-Vlieswirkstoff-Verbundstruktur 1 zwei Maschenschichten,
gebildet aus den Fasermaschenschichten 4 und 10 sowie zwei Grundbahnen, gebildet aus
den Grundbahnen 5 und 11. Beide Grundbahnen und die dazugehörigen Maschenschichten
werden durch die Polfaserstränge 3" zusammen- und gleichzeitig auf einer bestimmten
Distanz gehalten.
[0041] Die Größe der Distanz kann unter anderem über die Höhe der Polplatinen bei der Herstellung
des Polfaser-Vlieswirkstoffes (Voltex) 2 und in bestimmten Grenzen durch die Wahl
des Abstandes 21 zwischen der Schiebernadel 12 und der Stützschiene 15 bei der Bildung
der Zweitmaschenschicht 10 bestimmt werden.
[0042] Dabei können bewusst bei der Bildung der Erstmaschenschicht 4 und der Bildung der
Zweitmaschenschicht 10 gleiche oder unterschiedliche Maschinenfeinheiten genutzt werden.
Ausführungsbeispiel 3:
[0043] Ein Polfaser-Vlieswirkstoff (Voltex) 2 gemäß Fig. 1 wird der Arbeitsstelle einer
modifizierten Nähwirkmaschine gemäß Fig. 5 zugeführt. Zusätzlich erfolgt die Zuführung
eines Polfaser-Vlieswirkstoffes (Voltex) 17 gemäß Fig. 1 auf der den Abschlagplatinen
14 zugewandten Seite. Die Schiebernadeln 12 durchstechen den Polfaser-Vlieswirkstoff
(Voltex) 17, tauchen anschließend in den Polfaser-Vlieswirkstoff (Voltex) 2 ein, erfassen
die Fasern der zu kompakten Fasersträngen zusammengefassten Polfaserschlingen 3',
ziehen die Fasern durch den Polfaservliesstoff (Voltex) 2 hindurch und formen die
Zweitmaschenschicht 10.
[0044] Damit besitzt die resultierende Maschen-Vlieswirkstoff-Verbundstruktur 1 drei Maschenschichten,
gebildet aus den Fasermaschenschichten 4, 19 und der ganz links außen positionierten
Zweitmaschenschicht 10 sowie zwei Grundbahnen, gebildet aus den Grundbahnen 5 und
20. Beide Grundbahnen und die dazugehörigen Maschenschichten werden durch die aus
der Polfaserschicht 3 gebildeten Polfasersträngen 3" zusammengehalten.
[0045] Die Polfaserschichten 3 der Polfaser-Vlieswirkstoffe (Voltex) 2 und 17 bestimmen
die Distanz zwischen den Grundbahnen und Maschenschichten. Die Größe der Distanz kann
unter anderem über die Höhe der Polplatinen bei der Herstellung des Polfaser-Vlieswirkstoffes
(Voltex) 2 und 17, in bestimmten Grenzen durch die Wahl des Abstandes 21 zwischen
der Schiebernadel 12 und der Stützschiene 15 und durch die Position der Gegenhalteelemente
16 bei der Bildung der Zweitmaschenschicht 10 bestimmt werden.
[0046] Dabei können bewusst bei der Bildung der Erstmaschenschicht 4, 19 und der Bildung
der Zweitmaschenschicht 10 gleiche oder unterschiedliche Maschinenfeinheiten genutzt
werden.
Ausführungsbeispiel 4:
[0047] In Erweiterung der Verfahrensweise gemäß Ausführungsbeispiel 3 kann zusätzlich eine
weitere Grundbahn 11 zwischen den beiden Polfaser-Vlieswirkstoffen (Voltex) 2 und
17 der Arbeitsstelle einer modifizierten Nähwirkmaschine gemäß Figur 6 zugeführt werden.
[0048] Die Schiebernadeln 12 durchstechen den Polfaser-Vlieswirkstoff (Voltex) 17 und die
Grundbahn 11, tauchen anschließend in den Polfaser-Vlieswirkstoff (Voltex) 2 ein,
erfassen die Fasern der zu kompakten Fasersträngen zusammengefassten Polfaserschlingen
3', ziehen die Fasern durch die Grundbahn 11 und den Polfaser-Vlieswirkstoff (Voltex)
17 hindurch und formen die Zweitmaschenschicht 10.
[0049] Damit besitzt die resultierende Maschen-Vlieswirkstoff-Verbundstruktur 1 drei Maschenschichten,
gebildet aus den Fasermaschenschichten 4, 19 und die ganz außen positionierte Zweitmaschenschicht
10 sowie drei Grundbahnen, gebildet aus den Grundbahnen 5, 20 und 11. Alle drei Grundbahnen
und die dazugehörigen Maschenschichten 4 und 19 werden durch die aus der Polfaserschicht
3 gebildeten Polfasersträngen 3" zusammengehalten.
[0050] Die Polfaserschichten 3 der Polfaser-Vlieswirkstoffe (Voltex) 2 und 17 bestimmen
die Distanz zwischen den Grundbahnen und Maschenschichten.
[0051] Die Größe der Distanz kann unter anderem über die Höhe der Polplatinen bei der Herstellung
des Polfaser-Vlieswirkstoffes (Voltex) 2 und 17, in bestimmten Grenzen durch die Wahl
des Abstandes 21 zwischen der Schiebernadel 12 und der Stützschiene 15 und durch die
Position der Gegenhalteelemente 16 bei der Bildung der Zweitmaschenschicht 10 bestimmt
werden.
[0052] Dabei können bewusst bei der Bildung der Erstmaschenschichten 4, 19 und der Bildung
der Zweitmaschenschicht 10 gleiche oder unterschiedliche Maschinenfeinheiten genutzt
werden.
[0053] Ein erstes wesentliches erfindungsgemäßes Merkmal besteht darin, dass die Maschen-Vlieswirkstoff-Verbundstruktur
1 (Ausführungsbeispiel 1, Fig.3) durch die Nutzung eines bekannten Polfaser-Vlieswirkstoffes
(Voltex) 2 in der Weise realisiert wird, dass dessen in der Polfaserschicht 3 enthaltenen
und zu kompaktem Fasersträngen zusammengefassten geschlossenen Polfaserschlingen 3'
(also nicht durch Aufschneiden, Scheren und Rauen geöffnete Polfasern) zur Bildung
einer zweiten Fasermaschenschicht 10 genutzt werden.
[0054] Überraschenderweise konnte festgestellt werden, dass bei der Zweitmaschenbildung
unter Nutzung über das Voltex-Verfahren gebildeter, zu kompakten Fasersträngen zusammengefassten,
geschlossenen Polfaserschlingen auf Grund der räumlichen Anordnung von Faserelementen
auch ein deutlich sichereres Erfassen der Fasern durch die Wirkelemente (Schiebernadeln
12) erfolgen kann als bei vorzugsweise längs oder längs bis quer ausgerichteten, wenig
kompakt, sondern einzeln stehend, angeordneten Polfaserschlingen der Kunit- und Maliknit-Vliesstoffe.
[0055] Dies führt gegenüber den aus Polfaser-Vlieswirkstoffen (Kunit) 6 und Maliknit realisierten
Zweitmaschenschichten bei Nutzung von Polfaser-Vlieswirkstoffen (Voltex) 2 zu deutlicher
und kräftiger ausgebildeten Fasermaschen und infolgedessen zu deutlich verbesserten
Eigenschaftsprofilen der resultierenden Maschen-Vlieswirkstoff-Verbundstrukturen 1.
[0056] Derartig mit Polfaser-Vlieswirkstoff (Voltex) 2 realisierte Zweitmaschenschichten
ergeben überraschenderweise hochfeste Maschenschichten, die der entstandenen Maschen-Vlieswirkstoff-Verbundstruktur
nicht nur hohe Festigkeitseigenschaften und verringerte bleibende Dehnung in Längs-
und Querrichtung, sondern auch z.B. hohe Druckstabilität und -elastizität (in z-Richtung)
verleihen.
[0057] Außerdem werden die Maschen-Vlieswirkstoff-Verbundstruktur-Eigenschaften, insbesondere
die Festigkeitseigenschaften, durch die bei Polfaser-Vlieswirkstoff (Voltex) 2 vorhandene
Grundbahn, gegenüber den mit Kunit 6 und Maliknit (beiden fehlt die Grundbahn) hergestellten
Maschen-Vlieswirkstoffen, wesentlich positiv beeinflusst und können, insbesondere
in Abhängigkeit den Grundbahneigenschaften, äußerst variabel gestaltet werden.
[0058] Unter Ausnutzung zusätzlich eingebrachter Grundbahnen, die je nach Ausführung und
Materialeinsatz bestimmte Funktionen erfüllen und an unterschiedlichen Stellen im
Querschnitt des Flächengebildes angeordnet werden können, können multifunktionale
Maschen-Vlieswirkstoff-Verbundstrukturen 1 realisiert werden.
[0059] Natürlich können auch aus den Polfaserschlingen durch geeignete Verfahren - wie Aufschneiden,
Scheren und Rauen - Polfaserbüschel realisiert und die freien Enden zur Zweitmaschenschichtbildung
genutzt werden.
[0060] Die Festigkeits- und Dehnungseigenschaften sowie weitere grundlegende Eigenschaften
können über den gezielten Einsatz unterschiedlichster Grundbahnarten variiert und
die Dicke der Abstandsstruktur kann über die Polhöhe der eingesetzten Polfaser-Vlieswirkstoffe
2 sowie die Wahl der Parameter bei der Bildung der Zweitmaschenschicht bestimmt werden.
[0061] Ein zweites wesentliches erfindungsgemäßes Merkmal besteht darin, dass gemäß Ausführungsbeispiel
2 (Fig. 4) in Ausnutzung entsprechender Ausführungsvariationen bei der Zweitmaschenbildung
eine zweite Grundbahn 11 eingearbeitet wird, so dass an den beiden Flächengebilde-Außenseiten
je eine Grundbahn 5 und 11 vorhanden sind, die jeweils in eine Maschenschicht 4 und
10 eingearbeitet, durch Faserstränge 3" in gewählter Distanz miteinander verbunden
und auf Distanz gehalten werden.
[0062] Dabei können die Grundbahnen als Funktionsschichten mit unterschiedlichsten Wirkungsweisen
fungieren und zu diesem Zwecke aus Flächengebilden aller Art wie z.B. Geweben, Gewirken,
Vliesstoffen, Folien usw. bestehen. Unter Vliesstoffen werden alle Arten wie z.B.
Nadelvliesstoff, Spinnvliesstoff, wasserstrahlverfestigter Vliesstoff, Meltblown usw.
verstanden. Aber auch der Einsatz von unverfestigten oder gering verfestigten Faser-
und Filament-Vliesen mit Anordnung der Faserelemente in Längs- und/oder Querrichtung
oder Wirrlage sind darunter zu verstehen.
[0063] Einzige Voraussetzung, sie müssen von den Maschenbildungselementen (Schiebernadeln
12) durchstechbar sein.
[0064] Eine dritte grundsätzliche Ausführungsform besteht darin, dass bei der Realisierung
der Polfaser-Vlieswirkstoff-Verbundstruktur 1 gemäß Ausführungsbeispiel 3 (Fig. 5)
anstelle der Grundbahn ein weiterer Polfaser-Vlieswirkstoff (Voltex) 17 zugeführt
und eingearbeitet wird, so dass an den beiden Flächengebilde-Außenseiten je eine Grundbahn
5 und 20, abgedeckt durch die Fasermaschen 4 und 19, vorhanden sind. Durch die zugehörigen
Polfaserschichten 3 werden diese auf Distanz gehalten und durch die Faserstränge 3"
und der daraus gebildeten Zweitmaschenschicht 10 zusammengehalten.
[0065] Ein viertes erfindungsgemäßes Merkmal (Ausführungsbeispiel 4, Fig. 6) besteht darin,
dass drei Grundbahnen, jeweils je eine (5 und 20) an den Außenseiten und eine dritte
(11) im inneren Bereich des Flächengebilde-Querschnittes angeordnet sind. Dabei kann,
muss aber keine Trennung der Grundbahnen durch Fasern erfolgen.
[0066] Grundsätzlich können bei der Realisierung der genutzten Polfaser-Vlieswirkstoffe
(Voltex) 2 Längs- und/oder Querfaservliese, Wirrvliese oder Filamentvliese oder Kombinationen
aus genannten Vliesarten für die Polbildung genutzt werden.
[0067] Das Gleiche hinsichtlich der Faserorientierung gilt für die bei der Realisierung
der unterschiedlichen Schichten der Maschen-Vlieswirkstoff-Verbundstruktur zusätzlich
genutzten Vliesstoffe.
[0068] Den verschiedenen Grundbahnen, aber auch den Polfaser- und Maschenschichten kommt
in diesen Maschen-Vlieswirkstoff-Verbundstrukturen neben der Erfüllung der Festigkeits-
und Dehnungseigenschaften, insbesondere die Aufgabe der Erfüllung spezieller Funktionen
(deshalb auch Funktionsschichten genannt) wie z.B. Flüssigkeitsspeicherung, -transport,
Schallabsorption, Aufprallschutz, Impactschutz, Kompressionsschutz, Perforationsschutz
usw. zu. Dabei können die einzelnen Funktionsschichten unterschiedliche Funktionen
innerhalb der Maschen-Vlieswirkstoff-Verbundstruktur sicherstellen.
[0069] Die Grundbahnen/Funktionsschichten können dabei nach unterschiedlichen Verfahren
realisiert worden sein. Sie können Gewebe, Gewirke, Gestricke, Geflechte, Vliesgewirke,
Nadelvliesstoffe, Folien usw. darstellen. Einzige Bedingung ist, dass diese Grundbahnen/Funktionsschichten
von den Schiebernadeln durchstochen werden können.
[0070] Außerdem können natürlich spezielle Funktionen durch Hinzufügen weiterer Elemente
wie Fasern, Pulver in das Flächengebilde während des Wirkprozesses oder in einem separaten
Verfahren eingebracht werden oder durch weitere Ausrüstungsschritte wie Imprägnierungen,
Beschichtungen usw. Funktionserweiterungen realisiert werden.
[0071] Natürlich können bei Bedarf diese Maschen-Vlieswirkstoff-Verbundstrukturen auch zusätzlich
mit weiteren Flächengebilden durch bekannte Verfahren wie Stitch-Bonding, Laminieren,
Kaschieren, Bondieren usw. für die Realisierung bestimmter Eigenschaften verbunden
werden.
[0072] Für die Realisierung dieser Maschen-Vlieswirkstoff-Verbundstrukturen können Fasermaterialien
aller Art wie z.B. Naturfasern, tierische Fasern, Chemiefasern, mineralische Fasern,
spezielle Fasern wie Glasfasern, Carbonfasern, (auch preoxidierte Carbonfasern), Basaltfasern,
Aramidfasern usw. zum Einsatz gelangen. Die Fasermaterialien können primärer, aber
auch sekundärer (recycelter) Natur sein.
[0073] Durch den vorzugsweise anteiligen Einsatz von thermoplastischen Fasern in Form von
Mono- oder Biko-Fasern können mittels nachfolgender Hitzebehandlungen und gegebenenfalls
kombiniert mit Druckbehandlungen Eigenschaftsänderungen (höhere Festigkeiten, hohe
Druckelastizität, glatte Oberflächen, einheitliche Dicke usw.) erzeugt werden.
[0074] Es können diese Maschen-Vlieswirkstoff-Verbundstrukturen aber auch mit Thermo- und/oder
Duroplasten zur Realisierung von Composites genutzt werden.
Bezugszeichenliste
[0075]
- 1
- Maschen-Vlieswirkstoff-Verbundstruktur
- 2
- erster Polfaser-Vlieswirkstoff (Voltex)
- 3
- Polfaserschicht
- 3'
- Polfaserschlinge
- 3"
- Polfaserstrang
- 4
- erste Fasermaschenschicht (Erstmaschenschicht)
- 5
- erste Grundbahn
- 6
- Polfaser-Vlieswirkstoff (Kunit)
- 7
- Polfaserschicht
- 7'
- Polfaserbüschel
- 8
- Fasersteg
- 9
- Fasermasche
- 10
- zweite Fasermaschenschicht (Zweitmaschenschicht)
- 11
- zweite Grundbahn
- 12
- Schiebernadel
- 13
- Schließdraht
- 14
- Abschlagplatinen
- 15
- Stützschiene
- 16
- Gegenhalteelemente
- 17
- zweiter Polfaser-Vlieswirkstoff (Voltex)
- 18
- Polfaserschicht
- 19
- Fasermaschenschicht
- 20
- erste Grundbahn
- 21
- Abstand Schiebernadel / Stützschiene
1. Verfahren zur Herstellung einer Maschen-Vlieswirkstoff-Verbundstruktur (1), bei dem
- ein Faserflor und/oder Faservlies und eine erste Grundbahn (5) der Arbeitsstelle
einer Wirkmaschine zugeführt werden,
- die Fasern des Faserflores oder Faservlieses mittels maschenbildender Elemente (12,13,14)
durch die erste Grundbahn (5) hindurchgezogen, auf der einen Seite der ersten Grundbahn
(5) zu Fasermaschen einer ersten Fasermaschenschicht (4) und auf der anderen Seite
der ersten Grundbahn (5) zu geschlossenen Polfaserschlingen (3') ausgeformt werden,
dadurch gekennzeichnet, dass
- ein so hergestellter erster Polfaser-Vlieswirkstoff (Voltex) (2) der Arbeitsstelle
einer Wirkmaschine zugeführt wird und
- die Fasern der geschlossenen Polfaserschlingen (3') mittels maschenbildender Elemente
(12,13,14) zu Fasermaschen einer zweiten Fasermaschenschicht (10) ausgeformt werden.
2. Verfahren nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, dass der Arbeitsstelle einer Wirkmaschine zusätzlich zu dem ersten Polfaser-Vlieswirkstoff
(Voltex) (4) eine zweite Grundbahn (11) zugeführt wird und die geschlossenen Polfaserschlingen
(3') mittels maschenbildender Elemente (12,13,14) in die zweite Grundbahn (11) in
der Weise eingebunden werden, dass die Fasern der geschlossenen Polfaserschlingen
(3') durch die zweite Grundbahn (11) hindurchgezogen und zu Fasermaschen einer zweiten
Fasermaschenschicht (10) ausgeformt werden und die beiden Grundbahnen (5,11) durch
die Fasern zusammengehalten und gleichzeitig auf Distanz gehalten werden, so dass
eine Maschen-Vlieswirkstoff-Verbundstruktur entsteht, bei der zwei Grundbahnen (5,11)
durch Fasern miteinander verbunden sind.
3. Verfahren nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, dass der Arbeitsstelle einer Wirkmaschine zusätzlich zu dem ersten Polfaser-Vlieswirkstoff
(Voltex) (2) ein zweiter Polfaser-Vlieswirkstoff (Voltex) (17) zugeführt wird und
die geschlossenen Polfaserschlingen (3') des einen Polfaser-Vlieswirkstoffs (2) mittels
maschenbildender Elemente (12,13,14) in den anderen Polfaser-Vlieswirkstoff (17) in
der Weise eingebunden werden, dass die Fasern der geschlossenen Polfaserschlingen
(3') des einen Polfaser-Vlieswirkstoffs (2) durch die erste Grundbahn (20) des anderen
Polfaser-Vlieswirkstoffs (17) hindurchgezogen und zu Fasermaschen einer zweiten Fasermaschenschicht
(10) ausgeformt werden und die beiden Polfaser-Vlieswirkstoffe (Voltex) (5,17) durch
die Fasermaschen zusammengehalten und gleichzeitig auf Distanz gehalten werden, so
dass eine Maschen-Vlieswirkstoff-Verbundstruktur entsteht, bei der zwei Polfaser-Vlieswirkstoffe
(Voltex) (5,17) durch Fasern miteinander verbunden sind.
4. Verfahren nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, dass der Arbeitsstelle einer Wirkmaschine zusätzlich zu dem ersten Polfaser-Vlieswirkstoff
(Voltex) (2) sowohl eine zweite Grundbahn (11) als auch ein zweiter Polfaser-Vlieswirkstoff
(Voltex) (17) zugeführt wird und die geschlossenen Polfaserschlingen (3') des einen
Polfaser-Vlieswirkstoffs (Voltex) (2) mittels maschenbildender Elemente (12,13,14)
in die zweite Grundbahn (11) und den anderen Polfaser-Vlieswirkstoff (Voltex) (17)
in der Weise eingebunden werden, dass die Fasern der geschlossenen Polfaserschlingen
(3') des einen Polfaser-Vlieswirkstoffs (2) durch die zweite Grundbahn (11) und den
anderen Polfaser-Vlieswirkstoff (17) hindurchgezogen und zu Fasermaschen einer zweiten
Fasermaschenschicht (10) ausgeformt werden und die beiden Polfaser-Vlieswirkstoffe
(Voltex) (2,17) einschließlich der zweiten Grundbahn (11) durch die Fasern zusammengehalten
und gleichzeitig auf Distanz gehalten werden, so dass eine Maschen-Vlieswirkstoff-Verbundstruktur
entsteht, bei der zwei Polfaser-Vlieswirkstoffe (Voltex) (2,17) und, zwischen beiden
angeordnet, eine zweite Grundbahn (11) durch Fasern miteinander verbunden sind.
5. Verfahren nach einem der Ansprüche 1 bis 4, dadurch gekennzeichnet, dass zur Bildung der ersten Fasermaschenschicht (4) ein Faserflor und/oder Faservlies
mit einer Faserorientierung in Längs- und/oder Querrichtung oder in Wirrlage verwendet
wird.
6. Verfahren nach einem der Ansprüche 1 bis 4, dadurch gekennzeichnet, dass zur Bildung der ersten Fasermaschenschicht (4) ein leicht vorverfestigtes Faserflor
und/oder Faservlies verwendet wird.
7. Verfahren nach einem der Ansprüche 1 bis 4, dadurch gekennzeichnet, dass eine Faserlängenreserve der geschlossenen Polfaserschlingen (3') durch Einstellung
der Vermaschungsparameter bei der Bildung der zweiten Fasermaschenschicht (10) voll
ausgenutzt wird.
8. Verfahren nach einem der Ansprüche 1 bis 4, dadurch gekennzeichnet, dass die geschlossenen Polfaserschlingen (3') geöffnet und die geöffneten freien Polfaserenden
zur Bildung der zweiten Fasermaschenschicht (10) genutzt werden.
9. Verfahren nach einem der Ansprüche 1 bis 4, dadurch gekennzeichnet, dass die Grundbahn (5,11) oder/und die Polfaser-Vlieswirkstoffe (2,17) aus Naturfasern,
tierischen Fasern, mineralischen Fasern oder Chemiefasern gebildet werden und/oder
anteilig thermoplastische Faserelemente enthalten und die Fasern sowohl primärer als
auch sekundärer Natur sein können.
10. Verfahren nach einem der Ansprüche 1 bis 4, dadurch gekennzeichnet, dass die Grundbahn (5,11) ein Flächengebilde aus einem Gewebe oder einem Gewirk oder einem
Gestrick oder einem Geflecht oder einer Folie oder einem Vliesstoff wie beispielsweise
einem Nadelvliesstoff oder einem Spinnvliesstoff oder einem wasserstrahlverfestigten
Vliesstoff oder einem Meltblown-Vliesstoff oder einem unverfestigten oder gering verfestigten
Faser- oder Filament-Vlies mit Anordnung der Fasern in Längs- und/oder Querrichtung
ist.
11. Verfahren nach einem der Ansprüche 1 bis 4, dadurch gekennzeichnet, dass die Maschen-Vlieswirkstoff-Verbundstruktur (1) zusätzlich mit mindestens einem weiteren
Flächengebilde durch Stitch-Bonding oder Laminieren oder Kaschieren oder Bondieren
verbunden wird.
12. Maschen-Vlieswirkstoff-Verbundstruktur (1), hergestellt durch ein Verfahren nach einem
der Ansprüche 1 bis 11.
13. Verwendung der Maschen-Vlieswirkstoff-Verbundstruktur (1) nach Anspruch 12 als textile
Verstärkungs- und Abstandsstruktur oder als Struktur mit Feuchtetransport- und Feuchtesaugschicht
oder als druckstabile Drainage oder als Filter zum Entstauben von Prozessluft oder
als Schallabsorber oder als Anti-Dekubitus-Unterlage oder als Federkernabdeckung von
Matratzen mit verbesserter Luftzirkulation oder als druckstabiler Autounterpolsterstoff
oder als textiler Träger für Klebebänder oder als textile Struktur mit hohem Impactschutz
(z.B. Stich-, Projektil-, Hagelschutz oder als textiles Halbzeug für die Herstellung
von Hochleistungs-Composites auf der Basis von Duroplasten oder Thermoplasten oder
als Leichtbauplatten mit höchster Geräuschdämpfung.