[0001] Die Erfindung betrifft eine Hubtür mit einem Türblatt, mit einem Türrahmen, mit einer
Türblattführung zwischen Türblatt und Türrahmen und mit einer zum Bewegen des Türblatts
entlang der Türblattführung und/oder zur Gewichtsentlastung vorgesehenen Einrichtung,
die einen zwischen Türblatt und Türrahmen wirkenden Seilzug mit mindestens einer Umlenkrolle,
ein mit der Umlenkrolle verbundenes Druckmittel, das ein Kolbengehäuse und eine Kolbenstange
umfasst, und eine Linearführung zur Führung des Druckmittels aufweist.
[0002] Um bei vergleichsweise schweren Türblättern von Hubtüren eine Gewichtsentlastung
zu schaffen, ist es aus dem Stand der Technik bekannt, eine Einrichtung mit einem
Seilzug und einem als Gasdruckfeder ausgeführten Druckmittel vorzusehen. Der Seilzug
wirkt auf Türblatt und Türrahmen während das Druckmittel, das ein Kolbengehäuse und
eine Kolbenstange umfasst, über eine Umlenkrolle, die an der Kolbenstange befestigt
ist, auf den Seilzug wirkt. Derartige Hubtüren haben jedoch den Nachteil, dass bei
größeren Hüben mit einer nicht unerheblichen Querbelastung auf das Druckmittel zu
rechnen ist - was die Standfestigkeit in Bezug auf die Gewichtsentlastung vermindern
kann. Hierzu schlägt die
EP 2 476 838 A2 vor, eine Linearführung an der Kolbenstange vorzusehen. Dies kann zwar die Querbelastungen
auf die Gasdruckfeder verringern, vergrößert jedoch die Baugröße am Seilzug, was folglich
einer kompakten Bauweise der Einrichtung entgegensteht.
[0003] Die Erfindung hat sich daher die Aufgabe gestellt, eine gewichtsentlastete Hubtür
der eingangs geschilderten Art in seiner Standfestigkeit zu verbessern und zudem in
der Bauform kompakter auszugestalten.
[0004] Die Erfindung löst die gestellte Aufgabe dadurch, dass die Umlenkrolle am Kolbengehäuse
befestigt ist, wobei die Linearführung am Kolbengehäuse angreift, dieses linear zur
Kolbenstange zu führen.
[0005] Ist die Umlenkrolle am Kolbengehäuse befestigt, kann zunächst im Gegensatz zum Stand
der Technik vermieden werden, das eine vergleichsweise lange Führung entlang des Bewegungsbereichs
der Kolbenstange vorzusehen ist, sodass eine kompakte Bauform am Seilzug ermöglicht
wird. Um aber dennoch das Druckmittel von Querbelastungen frei zu halten bzw. damit
die Standfestigkeit der Einrichtung nicht zu gefährden, ist erfindungsgemäß weiter
vorgesehen, dass die Linearführung am Kolbengehäuse angreift. Damit kann nämlich das
Kolbengehäuse linear zur Kolbenstange geführt werden, was eine hohe Lebensdauer eines
Druckmittels zulassen kann. Eine standfeste Hubtür kann auf diese Weise geschaffen
werden.
Als Druckmittel ist beispielsweise eine Gasdruckfeder, ein Hydraulikkolben oder ein
andere Zylinder vorstellbar. Zudem kann mit dieser Führung des Druckmittels über das
Kolbengehäuse auch eine vergleichsweise lange Führung der Kolbenstange vermieden werden,
womit am Seilzug kompakte Bauverhältnisse sicherzustellen sind. Erfindungsgemäß kann
sohin eine kompakte und dennoch standfeste Hubtür mit einer gewichtsentlasteten Türblatt
zur Verfügung gestellt werden. Es brauch nicht weiter darauf hingewiesen werden, dass
die Einrichtung mit Seilzug und Druckmittel auch zum Bewegen des Türblatts entlang
der Türblattführung verwendet werden kann.
[0006] Konstruktive Einfachheit kann sich ergeben, wenn das Druckmittel eine Gasdruckfeder
ist. Zudem kann sich eine Gasdruckfeder gerade bei Verwendung bei Seilzügen durch
seine Standfestigkeit auszeichnen
[0007] Greift die Kolbenstange am Türblatt oder am Türrahmen an, an das oder dem auch die
Linearführung befestigt ist, kann die Einrichtung zur Gewichtsentlastung des Türblatts
in der konstruktiven Ausführung zusätzlich kompakter ausgebildet werden. Des Weiteren
kann durch diesen gemeinsamen Angriffspunkt von Kolbenstange und Linearführung die
Montage und Wartung der Hubtür erleichtern.
[0008] Die Führung des Druckmittels kann konstruktiv weiter vereinfacht werden, wenn die
Linearführung eine Gleitlagerbuchse aufweist, die das Kolbengehäuse führt. Zudem ist
es durch Verwendung einer Gleitlagerbuchse möglich, eine besonders genaue Führung
zu schaffen, welche sich zudem robust gegenüber Verschmutzung auszeichnen kann.
[0009] Eine kostengünstige und leicht zu wartende Linearführung kann sich ergeben, wenn
die Gleitlagerbuchse ein Kunststoffmaterial aufweist.
[0010] Die Konstruktion im Bereich des Seilzugs kann weiter vereinfacht werden, wenn die
Linearführung einen Halter aufweist, an dem die Gleitlagerbuchse befestigt ist. Beispielsweise
kann ein winkelförmiger Halter im Bereich einer Schlinge des Seilzugs besonders einfache
angeordnet werden - und damit selbst bei bedrängten Bauverhältnissen einen kompakten
Seilzug zulassen.
[0011] Dieser Halter kann auch dazu dienen, an diesem ein Seilzugende des Seilzugs daran
zu befestigen, um die Konstruktionsverhältnisse der erfindungsgemäßen Vorrichtung
weiter zu vereinfachen.
[0012] Bildet der Seilzug um die Umlenkrolle eine offene Seilschlaufe, kann dies der Einfachheit
und Kompaktheit der Vorrichtung weiter dienlich sein.
[0013] Eine besonders exakte Türblattführung kann geschaffen werden, wenn die Türblattführung
einen Führungswagen und die Linearführung ein Koppelstück aufweisen, welches Koppelstück
am Kolbengehäuse und am Führungswagen befestigt ist. Vorteilhaft kann diese Türblattführung
auch zur Entastung des Druckmittels gegenüber Querbelastungen genützt werden, wenn
die Linearführung ein Koppelstück aufweist, das am Kolbengehäuse und am Führungswagen
befestigt ist. Die Standfestigkeit der Hubtür kann damit weiter erhöht werden - selbst
in jenen Fällen, in denen ein vergleichsweise langer Hub zurückgelegt werden muss.
[0014] Die Hubtür kann konstruktiv weiter vereinfacht werden, wenn die Türblattführung eine
am Türrahmen befestigte Profilschiene aufweist, an welcher der, insbesondere wälzgelagerte,
Führungswagen verschiebbar gelagerten ist.
[0015] Der Vorteil hinsichtlich konstruktive Einfachheit ist zusätzlich zu erhöhen, wenn
der Führungswagen in der Profilschiene gelagert ist.
[0016] In den Figuren ist beispielsweise der Erfindungsgegenstand anhand mehrerer Ausführungsvarianten
näher dargestellt. Es zeigen
- Fig. 1
- eine Seitenansicht auf eine teilweise aufgerissene Hubtür mit abgesenktem Türblatt
nach einem ersten Ausführungsbeispiel,
- Fig. 2
- die nach Fig. 1 dargestellte Hubtür mit angehobenem Türblatt,
- Fig. 3
- eine Seitenansicht auf eine teilweise aufgerissene Hubtür mit angehobenem Türblatt
nach einem zweiten Ausführungsbeispiel und
- Fig. 4
- eine Draufsicht auf die nach Fig. 3 dargestellte Hubtür.
[0017] Nach Fig. 1 wird eine Hubtür 1 mit einem Türblatt 2 und einem Türrahmen 3 gezeigt,
wobei das Türblatt 2 gegenüber dem Türrahmen 3 mittels einer Einrichtung 4 gehoben
bzw. gesenkt oder damit zumindest gewichtsentlastet werden kann. Das Türblatt 2 wird,
wie in Fig. 1 und 2 zu erkennen, liegt vor dem Türrahmen 3 und wird nach oben über
den Türrahmen 3 bewegt. Die Einrichtung 4 verfügt dabei über einen Seilzug 5, welcher
zwischen dem Türblatt 2 und dem Türrahmen 3 über eine Umlenkrolle 6 laufend vorgesehen
ist und eine offene Seilschlaufe ausbildet. Nicht näher dargestellt, ist ein Seilzug
5 mit mehreren Umlenkrollen 6, was aber vorstellbar ist. Die Hubtür 1 weist weiter
ein Druckmittel 7 auf, welches am Türrahmen 3 befestigt ist und auf die Umlenkrolle
6 wirkt. Das Druckmittel 7 kann aber auch am Türblatt 2 befestigt sein - was allerdings
nicht dargestellt wird. Das als Gasdruckfeder ausgeführte Druckmittel 7 weist ein
Kolbengehäuse 8 und einer Kolbenstange 9 auf.
[0018] Erfindungsgemäß sind die Umlenkrolle 6 des Seilzugs 5 fest mit dem Kolbengehäuse
8 fest und die Kolbenstange 9 mit dem Türrahmen 3 verbunden. Dadurch, dass auch die
Linearführung 10 am Kolbengehäuse 8 angreift und dieses linear zur Kolbenstange 9
führt, kann vorteilhaft auch der maximale Stellweg des Druckmittels 7 zum Hub des
Türblatts 2 genutzt werden. Dies ist beispielsweise in Fig. 2 zu erkennen. Die Kolbenstange
9 ist dabei vollständig aus dem Kolbengehäuse 8 des Druckmittels 7 ausgezogen - wobei
das Kolbengehäuse 8 durch die Linearführung 10 geführt wird. Auf diese Weise wird
eine Querbelastung auf das Druckmittel 7 verhindert, was die Standfestigkeit der Hubtür
1 besonders erhöht.
[0019] Die Linearführung 10, die gleichwie die Kolbenstange 9 am Türrahmen 3 befestigt ist,
weist einen winkelförmigen Halter 11 auf, an dem eine Gleitlagerbuchse 12 aus Kunststoff
vorgesehen ist, um das Kolbengehäuse 8 zu führen.
[0020] Der Seilzug 5 ist mit einem Seilzugende 13 am Halter 11 befestigt. Hierzu weist zum
Einfädeln des Seils 14 der Halter 11 einen Schlitz 15 auf. Das andere Seilzugende
16 ist am Türblatt 2 befestigt.
[0021] Zudem sind im aufgerissenen Teilbereich der Hubtür 1 nach Fig. 1 Details der Türblattführung
17 zu entnehmen. Die Türblattführung 17 wird von, am Türrahmen 3 befestigten Wälzkörpern
18 und von einer am Türblatt 2 befestigten Profilschiene 19 ausgebildet, innerhalb
welcher die Wälzkörper 18 laufen.
[0022] Die nach Fig. 3 und Fig. 4 dargestellte Hubtür 100 unterscheidet sich von jener der
Fig. 1 dargestellten Hubtür 1 im Wesentlichen in der Linearführung 10, die von der
Türblattführung 117 unterstützt wird. Zudem ist zu erkennen, dass das Türblatt 2 nicht
über den Türrahmen 3 geführt wird sondern seitlich zum Türrahmen 3 vertikal entlang
bewegt wird, wie dies beispielsweise in der Fig. 4 erkannt werden kann.
[0023] Diese Türblattführung 117 zeigt eine am Türrahmen 3 befestigte Profilschiene 19 und
einen Führungswagen 118, die Wälzkörper 18 trägt. Türblatt 2 ist am Führungswagen
118 befestigt. Der Führungswagen 118 läuft in der u-förmig ausgebildeten Profilschiene
19.
[0024] Über eine Koppelstück 110 der Linearführung 10 sind das Kolbengehäuse 8 und der Führungswagen
118 fest miteinander verbunden. Damit kann standfest auch bei hohen Hüben der Gasdruckfeder
diese querbelastungsfrei betrieben werden. Die Hubtür 100 ist daher besonders standfest.
[0025] Das in den Figuren dargestellte Druckmittel 7 ist im Wesentlichen vertikal längs
verlaufend vorgesehen, wobei hier jede mögliche Lage, schräg horizontal vertikal etc.
vorstellbar ist, was nicht näher dargestellt wurde.
1. Hubtür mit einem Türblatt (2), mit einem Türrahmen (3), mit einer Türblattführung
(17, 117) zwischen Türblatt (2) und Türrahmen (3) und mit einer zum Bewegen des Türblatts
(2) entlang der Türblattführung (17, 117) und/oder zur Gewichtsentlastung vorgesehenen
Einrichtung (4), die einen zwischen Türblatt (2) und Türrahmen (3) wirkenden Seilzug
(5) mit mindestens einer Umlenkrolle (6), ein mit der Umlenkrolle (6) verbundenes
Druckmittel (7), das ein Kolbengehäuse (8) und eine Kolbenstange (9) umfasst, und
eine Linearführung (10) zur Führung des Druckmittels (7) aufweist, dadurch gekennzeichnet, dass die Umlenkrolle (6) am Kolbengehäuse (8) befestigt ist, wobei die Linearführung (10)
am Kolbengehäuse (8) angreift, dieses linear zur Kolbenstange (9) zu führen.
2. Hubtür nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, dass das Druckmittel (7) eine Gasdruckfeder ist.
3. Hubtür nach Anspruch 1 oder 2, dadurch gekennzeichnet, dass die Kolbenstange (9) am Türblatt (2) oder am Türrahmen (3) angreift, an das oder
dem auch die Linearführung (10) befestigt ist.
4. Hubtür nach Anspruch 1, 2 oder 3, dadurch gekennzeichnet, dass die Linearführung (10) eine Gleitlagerbuchse (12) aufweist, die das Kolbengehäuse
(8) führt.
5. Hubtür nach Anspruch 4, dadurch gekennzeichnet, dass die Gleitlagerbuchse (12) ein Kunststoffmaterial aufweist.
6. Hubtür nach Anspruch 4 oder 5, dadurch gekennzeichnet, dass die Linearführung (10) einen, insbesondere winkelförmigen, Halter (11) aufweist,
an dem die Gleitlagerbuchse (12) befestigt ist.
7. Hubtür nach einem der Ansprüche 1 bis 6, dadurch gekennzeichnet, dass der Seilzug (5) mit einem Seilzugende (13) am Halter (11) befestigt ist.
8. Hubtür nach einem der Ansprüche 1 bis 7, dadurch gekennzeichnet, dass der Seilzug (5) um die Umlenkrolle (6) eine offene Seilschlaufe bildet.
9. Hubtür nach einem der Ansprüche 1 bis 8, dadurch gekennzeichnet, dass die Türblattführung (117) einen Führungswagen (118) aufweist, und dass die Linearführung
(10) ein Koppelstück (110) aufweist, das am Kolbengehäuse (8) und am Führungswagen
(118) befestigt ist.
10. Hubtür nach Anspruch 9, dadurch gekennzeichnet, dass die Türblattführung (117) eine am Türrahmen (3) befestigte Profilschiene (19) aufweist,
an welcher der, insbesondere wälzgelagerte, Führungswagen (118) verschiebbar gelagert
ist.
11. Hubtür nach Anspruch 9 oder 10, dadurch gekennzeichnet, dass der Führungswagen (118) in der Profilschiene (19) gelagert ist.