[0001] Die Erfindung betrifft einen Standard-Aufsatz für ein in einer Einführrichtung in
einen Ohrkanal einführbares Standard-Ohrstück. Des Weiteren betrifft die Erfindung
ein Standard-Ohrstück mit einem entsprechenden Standard-Aufsatz.
[0002] Weltweit ist eine Vielzahl von Menschen von Hörverlust und Schwerhörigkeit betroffen.
Die Verringerung oder gar der Verlust der eigenen Hörleistung wirkt sich negativ auf
die Kommunikation und den Kontakt zu anderen Menschen aus. Entsprechend tragen die
meisten Menschen, die von Hörverlust betroffen sind, Hörhilfegeräte, die ihren Anwendern
mit vermindertem Hörvermögen eine weitgehend normale akustische Wahrnehmung ermöglichen.
[0003] Um den zahlreichen individuellen Bedürfnissen der Hörgeräteträger entgegenzukommen,
werden unterschiedliche Bauformen von Hörgeräten angeboten. Bei BTE-Hörgeräten (Behind-the-Ear,
auch Hinter-dem-Ohr bzw. HdO) wird ein Gehäuse mit Komponenten wie einer Batterie
und der Signalverarbeitungseinheit hinter dem Ohr getragen. Ein flexibler, auch als
Tube bezeichneter Schallschlauch leitet die akustischen Ausgabesignale des Receivers
vom Gehäuse zum Gehörgang. RIC-Hörgeräte (Receiver-In-Canal) sind BTE-Hörgeräte mit
einer elektrischen Verbindung zu einem im Ohr getragenen Lautsprecher. Bei den sogenannten
ITE-Hörgeräten (In-the-Ear, auch IdO bzw. In-dem-Ohr) wird ein Gehäuse, welches sämtliche
funktionale Komponenten einschließlich des Mikrofons und des Receivers enthält, zumindest
teilweise im Gehörgang getragen. CIC-Hörgeräte (Completely-in-Canal) sind den ITE-Hörgeräten
ähnlich, werden jedoch vollständig im Gehörgang getragen.
[0004] Unabhängig von der Bauform kann auf standardisierte Hörsysteme, sogenannte Instant-fit
Hörsysteme, zurückgegriffen werden. Solche Instant-fit Hörsysteme sind für eine möglichst
universelle Einsetzbarkeit gestaltet und beinhalten Standard-Ohrstücke, die klein
genug dimensioniert sind, um unabhängig von der jeweiligen Anatomie im Ohrkanal des
jeweiligen Hörgeräteträgers platziert werden zu können. Bei einem vergleichsweise
großen Gehörgang des Hörgeräteträgers weisen solche Standard-Ohrstücke jedoch häufig
keinen ausreichenden Halt im Gehörgang auf, da sie nicht an den individuellen Ohrkanal
bzw. den Gehörgang des Hörgeräteträgers angepasst sind. Die Ohrstücke verrutschen
leicht.
[0005] Ist das Standard-Ohrstück hingegen zu groß, wird häufig die akustische Wahrnehmung
beeinträchtigt, da hier die für einen Druckausgleich im Ohr notwendige Belüftung nicht
immer sichergestellt werden kann. Durch eine entsprechend geringe Belüftung werden
unangenehme Rückkopplungseffekte begünstigt (Okklusionseffekt). Zusätzlich vermitteln
Standard-Hörstücke dem Hörgeräteträger aufgrund des harten Gehäusematerials häufig
ein unangenehmes Tragegefühl.
[0006] Um die Standard-Ohrstücke an den Ohrkanal eines jeweiligen Hörgeräteträgers anzupassen,
können sogenannte Domes, Schirme aus einem Kunststoffmaterial eingesetzt werden. Die
Domes passen sich hierbei aufgrund ihrer weichen Kanten dicht an den Gehörgang bzw.
den Ohrkanal an. Eine Irritation der betroffenen Hautstellen mit Jucken und Rötungen
kann die Folge sein. Auch neigen Domes durch den dichten Abschluss des Gehörgangs
zu Okklusion. Einige Hörgeräteträger lehnen den Einsatz von Domes aus diesen Gründen
ab. Weiter finden Standard-Domes ihre Grenze bei großen Gehörgängen, da hier der Halt
im Ohrkanal nicht gewährleistet ist. In diesem Fall muss auf Doppel-Domes zurückgegriffen
werden.
[0007] Alternativ zu Domes ist der Einsatz von Otoplastiken möglich. Otoplastiken sind Aufsätze,
die durch einen Ohrabdruck individuell für den jeweiligen Hörgeräteträger gefertigt
werden. Allerdings sind Otoplastiken nicht für Standard-Hörsysteme bzw. Standard-Ohrstücke
optimiert und erreichen daher keine gute Passform im Ohr. Aus diesem Grund muss der
individuelle Abdruck über CAM (Computeraided manufacturing)-Systeme nachträglich aufwändig
bearbeitet und optimiert werden. Weiter besteht bei der Verwendung von Otoplastiken
mit standardisierten Ohrstücken häufig das Problem, dass entweder die Otoplastik drückt,
Okklusion durch Verschlusseffekte erzeugt wird, oder dass die Otoplastik zu locker
sitzt und die Gefahr des Herausfallens besteht.
[0008] Aus der
EP 2 107 832 A2 und aus der
US 8 411 890 A1 sind weitere Aufsätze für Ohrstücke bekannt. Die Aufsätze sind hinsichtlich ihrer
Geometrie als klassische Domes ausgebildet, die in ihrem Außenumfang jeweils eine
Anzahl von Öffnungen ausweisen. Diese Öffnungen führen zu einer Belüftung des Ohres.
Aufgrund der Geometrie der Domes bleibt jedoch auch hier die Problematik hinsichtlich
des nicht optimalen Tragekomforts und des Auftretens unerwünschter Okklusionseffekte
bestehen.
[0009] Somit kann trotz der in verschiedenen Größen und Geometrien erhältlichen Standard-Ohrstücke,
sowie der entsprechenden Aufsätze eine ausreichende Berücksichtigung der Anatomie
des Gehörgangs eines jeweiligen Hörgeräteträgers bislang nicht immer gewährleistet
werden.
[0010] Der Erfindung liegt als eine erste Aufgabe zugrunde, eine Möglichkeit aufzuzeigen,
wie bei der Verwendung eines Standard-Ohrstückes eine optimale Hörwahrnehmung und
ein komfortabler Sitz des jeweiligen Hörgerätes erreicht werden kann.
[0011] Als eine zweite Aufgabe liegt der Erfindung zugrunde, ein entsprechendes Standard-Ohrstück
mit verbesserten Trageeigenschaften und verbessertem Hörkomfort bereitzustellen.
[0012] Die erste Aufgabe der Erfindung wird erfindungsgemäß gelöst durch einen Standard-Aufsatz
für ein in einer Einführrichtung in einen Ohrkanal einführbares Standard-Ohrstück,
wobei der Standard-Aufsatz ein endseitiges Kopfstück sowie einen sich daran anschließenden
Flügelabschnitt umfasst, wobei die Außenkontur des Kopfstückes zu einer Mehrpunkt-
oder Mehrlinienauflage des Kopfstückes an der Wandung eines Ohrkanals ausgebildet
ist.
[0013] In einem ersten Schritt geht die Erfindung von der Tatsache aus, dass es derzeit
bei standardisierten Ohrstücken und den entsprechenden Aufsätzen immer wieder Probleme
mit der Anpassung an den Ohrkanal gibt. Insbesondere aufgrund der Tatsache, dass bisher
nicht ausreichend Lösungen für alle Gehörgangsgrößen erhältlich sind, wird entweder
auf eine möglichst optimale Passform des jeweiligen Ohrstückes geachtet und Okklusionseffekte
billigend in Kauf genommen. Oder es wird gezielt auf die Vermeidung von Okklusionseffekten
geachtet; der Sitz und Halt des Ohrstückes im Ohr spielen dann eine untergeordnete
Rolle. Mit anderen Worten ist es mit den derzeit gängigen Aufsätzen wie Domes oder
Otoplastiken schwierig, sowohl den optimalen Tragekomfort als auch eine optimale Hörwahrnehmung
beim Einsatz insbesondere eines Standard-Ohrstückes zu gewährleisten.
[0014] Die Erfindung begegnet dieser Problematik nun durch einen Standard-Aufsatz, dessen
Geometrie gegenüber Aufsätzen des Standes der Technik verändert ist. Der vorliegend
angegebene Standard-Aufsatz umfasst ein endseitiges Kopfstück, sowie einen sich daran
anschließenden Flügelabschnitt, wobei die Außenkontur des Kopfstückes zu einer Mehrpunkt-
oder Mehrlinienauflage des Kopfstückes an der Wandung eines Ohrkanals ausgebildet
ist.
[0015] Durch eine punktförmige oder linienförmige Auflage des Standard-Aufsatzes an einzelnen
Positionen entlang des Außenumfangs, insbesondere an drei Positionen nach Art eine
"Dreipunktauflage" (im Querschnitt betrachtet), an der Wandung innerhalb des Ohrkanals
ist eine sichere Positionierung des Standard-Ohrstückes bei zugleich minimalem Kontakt
zwischen dem Ohrkanal und dem Standard-Aufsatzgewährleistet. Die Außenkontur des endseitigen
Kopfstückes ist entsprechen so ausgebildet, dass sich der Standard-Aufsatz nur an
wenigen Stellen innerhalb des Ohrkanals abstützt. Der Hörgeräteträger spürt das Ohrstück
im Ohr kaum, der Tragekomfort ist hoch. Durch einen Standard-Aufsatz mit einer solchen
Außenkontur, welche sowohl hinsichtlich einer möglichst idealen Passform im Ohrkanal
als auch hinsichtlich der Kompatibilität mit einem entsprechenden Standard-Ohrstück
ausgebildet ist, ist die Anpassungsrate im Vergleich zu Domes oder Standard signifikant
verbessert.
[0016] Zusätzlich wird aufgrund der wenigen Auflagestellen und der entsprechend kleinen
Auflageflächen ein Maximum an Offenheit - also eine ausreichende Belüftung des Ohres
- und damit eine Verminderung von Okklusionseffekten erreicht. Der Standard-Aufsatz
ist bei gleicher Geometrie bevorzugt in verschiedenen Größen für unterschiedliche
Gehörgangsanatomien erhältlich und kombiniert die Vorteile von Standard-Domes und
von Otoplastiken, da er ohne Ohrabformung eine Sofortanpassung des Ohrstückes an den
Ohrkanal ermöglicht. Der Aufsatz ist für standardisierte Ohrstücke, wie insbesondere
CIC-Hörgeräte, RIC-Hörgeräte oder Ohrstücke eines BTE-Hörgerätes geeignet.
[0017] Die grundsätzliche Querschnittsfläche des Kopfstückes ist vorteilhaft kreisförmig
oder oval, wobei die Ausbildung eines Kopfstückes mit einer ovalen Querschnittsfläche
bevorzugt ist. Bei einer ovalen Querschnittsfläche ist der Sitz des Standard-Aufsatzes
und damit des Standard-Ohrstückes innerhalb des üblicherweise ebenfalls ovalen Ohrkanals
besonders gut. Von einer kreisförmigen oder ovalen Querschnittsfläche kann im Detail
aber auch abgewichen werden, so dass unregelmäßige Querschnittsflächen entstehen.
[0018] Besonders bevorzugt ist am Außenumfang des Kopfstückes eine Anzahl von im Wesentlichen
parallel zur Einführrichtung verlaufenden Rinnen angeordnet, wobei sich die oder jede
Rinne am Außenumfang des Kopfstückes wenigstens bis zum Flügelabschnitt erstreckt.
Durch die Rinnen wird die Außenkontur des Kopfstückes modifiziert, die Anzahl möglicher
Stellen zur Auflage des Standard-Ohrstückes bzw. des Standard-Aufsatzes ist auf den
zwischen den Rinnen verbleibenden Außenumfang des Kopfstückes reduziert.
[0019] Das Kopfstück umfasst bevorzugt mehrere Rinnen, die entlang seines Außenumfangs gleichmäßig
verteilt sind. Auf diese Weise wird der Halt des Standard-Ohrstückes innerhalb des
Ohrkanals weiter verbessert. Der Standard-Aufsatz lässt sich vorzugweise sowohl für
ein linkes Ohr als auch für ein rechtes Ohr einsetzen.
[0020] Zweckmäßigerweise sind die mehreren Rinnen entlang des Umfangs des Kopfstückes durch
sich im Wesentlichen parallel zur Einführrichtung erstreckende Stege voneinander beabstandet.
Die Außenkontur der Stege ist somit zu einer Mehrpunkt- oder Mehrlinienauflage des
Kopfstückes an der Wandung eines Ohrkanals ausgebildet. Mit anderen Worten sind mögliche
Auflagestellen des Kopfstückes am bzw. innerhalb des Ohrkanals auf die Außenkonturen
der Stege reduziert. Linienauflagen gegenüber dem Ohrkanal ergeben sich jeweils in
etwa parallel zur Einführrichtung entlang den Außenkonturen.
[0021] Vorteilhaft sind entlang des Außenumfangs des Kopfstücks vier Rinnen und vier Stege
angeordnet, so dass sich eine im Wesentlichen X-förmige Querschnittsfläche des Kopfstücks
ergibt. Ein im Wesentlichen X-förmiges Design bietet eine geringe Auflagefläche bei
zugleich sicherem Halt im Ohr.
[0022] Bevorzugt bildet die Außenkontur jedes Stegs einen Teilabschnitt einer Kreisbahn.
Die Außenkontur jedes Steges ist also abgerundet. Die Außenkonturen der Stege können
hierbei je nach Ausgestaltung des Standard-Hörstückes entweder auf einer gemeinsamen
Kreisbahn liegen, oder aber jeweils einen Teilabschnitt einer eigenen Kreisbahn bilden.
Vorzugsweise bilden bei einer X-förmigen Querschnittsfläche die Außenkonturen der
Stege jeweils einen Teilabschnitt einer eigenen Kreisbahn. Der Durchmesser der oder
jeder Kreisbahn, die die Außenkontur eines Steges bildet, ist zweckmäßigerweise kleiner
als der Durchmesser des Kopfstückes. Hierdurch ergibt sich eine zum Halt im Ohrkanal
vorteilhafte Neigung der Halteflächen an der Außenkontur der Stege.
[0023] In einer besonders bevorzugten Ausgestaltung der Erfindung weist der Flügelabschnitt
eine Anzahl ihn von außen nach innen durchdringender Öffnungen auf, wobei jeder Öffnung
jeweils eine Rinne zugeordnet ist, und wobei jede Rinne in die ihr jeweils zugeordnete
Öffnung mündet. Es handelt sich hierbei um eine offene Gestaltung des Standard-Aufsatzes,
wobei die Rinnen in Kombination mit den Öffnungen okklusionsvermindernde Konstruktionselemente
darstellen, die der Optimierung des Okklusionsverhaltens dienen. Über diese okklusionsvermindernden
Konstruktionselemente wird die Belüftung des Ohres sichergestellt.
[0024] Hierbei ist es ist zweckmäßig, wenn der Flügelabschnitt derart dimensioniert ist,
dass er im aufgesetzten Zustand des Standard-Aufsatzes von dem Standard-Ohrstück umlaufend
beabstandet ist. Durch die umlaufende Beabstandung ist zwischen der inneren Wandung
des Flügelabschnitts und der äußeren Wandung des Standard-Ohrstückes ein freier Innenraum
gebildet. Da dieser Innenraum des Flügelabschnitts an der nach außen gerichteten Seite
des Standard-Aufsatzes - also am Eingang des Ohrkanals - offen endet, stellt er ein
Belüftungsvolumen dar, das insbesondere über die vorgenannten Öffnungen einer Belüftung
und damit einen Druckausgleich ermöglicht. Unerwünschte Okklusionseffekte bzw. Verschlusseffekte
werden vermieden.
[0025] Zweckmäßigerweise weitet sich der Querschnitt des Standard-Aufsatzes entgegen der
Einführrichtung auf. Das im eingesetzten Zustand des Standard-Aufsatzes (gemeinsam
mit dem Standard-Ohrstück) der Ohrtrompete zugewandte Kopfstück des Standard-Aufsatzes
weist somit einen kleineren Querschnitt auf, als der am Eingang des Ohrkanals befindliche
Flügelabschnitt. Insbesondere weitet sich hierbei der Querschnitt des Flügelabschnitts
auf.
[0026] Der Standard-Aufsatz ist zweckmäßigerweise über das Kopfstück an dem Standard-Ohrstück
befestigbar bzw. im aufgesteckten Zustand an diesem befestigt. Hierzu ist das Kopfstück
vorzugsweise mit einer Befestigungsöffnung zu einer kraftschlüssigen Verbindung mit
dem Standard-Ohrstück ausgebildet. Die Befestigungsöffnung ist vorzugsweise an der
einführseitigen Stirnfläche des Standard-Aufsatzes ausgebildet. In die Befestigungsöffnung
kann ein Befestigungselement des Standard-Ohrstückes eingeführt werden, um beide Komponenten
lösbar aneinander zu fixieren.
[0027] Die zweite Aufgabe der Erfindung wird erfindungsgemäß gelöst durch ein Standard-Ohrstück
mit einem Standard-Aufsatz gemäß einer der vorbeschriebenen Ausgestaltungen. Bevorzugt
ist die kraftschlüssige Verbindung als eine drehbare Clipverbindung ausgebildet.
[0028] Der Standard-Aufsatz ist auf das Standard-Ohrstück aufgesteckt. Hierzu greift vorzugsweise
ein an der Stirnseite des Standard-Ohrstücks ausgebildetes Befestigungselement in
die Befestigungsöffnung des Standard-Aufsatzes ein. Das Befestigungselement ist in
der Befestigungsöffnung bevorzugt drehbar aufgenommen. Aufgrund dieser drehbaren Ausgestaltung
der Clipverbindung ist das Standard-Ohrstück gemeinsam mit dem Standard-Aufsatz sowohl
für den Einsatz im Ohrkanal des rechten Ohres, als auch im Ohrkanal des linken Ohres
geeignet.
[0029] Grundsätzlich kann als Standard-Ohrstück ganz allgemein jedes Ohrstück verwendet
werden, welches sich im eingesetzten Zustand innerhalb des Ohrkanals des Hörgeräteträgers
befindet. Besonders bevorzugt ist das Standard-Ohrstück als ein Standard-CIC-Hörgerät
(Completely-In-Channel) ausgebildet. Das Gehäuse des Hörgerätes endet im äußeren Teil
des Gehörganges und ist dadurch von außen kaum oder gar nicht sichtbar. Der Standard-Aufsatz
ist dem Hörgerät wie vorbeschrieben aufgesetzt und erfüllt die Anforderungen an den
Tragekomfort, den sicheren Sitz und die Belüftung des Ohres gleichermaßen.
[0030] Die zu den bevorzugten Ausgestaltungen des Standard-Aufsatzes genannten Vorteile
können sinngemäß auf entsprechende Ausgestaltungen des Standard-Ohrstückes übertragen
werden.
[0031] Im Folgenden werden Ausführungsbeispiele der Erfindung anhand einer Zeichnung näher
erläutert. Dabei zeigen:
- Fig. 1
- einen Standard-Aufsatz in einer Aufsicht,
- Fig. 2
- den Standard-Aufsatz gemäß Fig. 1 in einer Seitenansicht, sowie
- Fig. 3
- den auf ein Instant-Fit-CIC Hörgerät aufgesetzten Standard-Aufsatz gemäß den Fig.
1 und 2.
[0032] In Fig. 1 ist ein Standard-Aufsatz 1 für ein in Fig. 3 gezeigt. Der Standard-Aufsatz
1 ist für ein in einer Einführrichtung in einen Ohrkanal einführbares Standard-Ohrstück
(gezeigt in Fig. 3 als ein CIC-Hörgerät 27) ausgebildet. Die Einführrichtung 3, die
sich vorliegend aus der Papierebene heraus erstreckt, ist in Fig. 2 eingezeichnet.
[0033] Der Standard-Aufsatz 1 umfasst ein endseitiges Kopfstück 5 sowie einen sich daran
anschließenden Flügelabschnitt 7. Die Außenkontur 8 des Kopfstückes 5 ist hierbei
zu einer Mehrpunkt- bzw. Mehrlinienauflage des Kopfstückes 5 entlang der Wandung eines
Ohrkanals ausgebildet. Hierzu sind vorliegend am Außenumfang 9 des Kopfstückes 5 vier
im Wesentlichen parallel zur Einführrichtung 3 verlaufende Rinnen 11 angeordnet ist.
Die Rinnen 11 sind die entlang des Außenumfangs 9 gleichmäßig verteilt und durch entlang
des Außenumfangs 9 des Kopfstückes 5 von sich ebenfalls im Wesentlichen parallel zur
Einführrichtung 3 erstreckenden Stegen 13 voneinander beabstandet.
[0034] Hierdurch weist das Kopfstück 5 im Wesentlichen eine X-förmige Querschnittsfläche
15 auf. Die X-förmige Ausbildung der Querschnittsfläche 15 bietet im eingesetzten
Zustand des Standard-Aufsatzes 1 (in Kombination mit einem Standard-Ohrstück) eine
vergleichsweise kleine Auflagefläche bei zugleich sicherem Halt im Ohrkanal. Die abgerundeten
Außenkonturen 17 der Stege 13 liegen hierbei in etwa jeweils auf einer Kreisbahn 19.
Durch den normalerweise ovalen Gehörgang sind die Auflageflächen an den Außenkonturen
17 der Stege 13 etwa 45° zur Normalen angeordnet, so dass ein fester und sicherer
Sitz erreicht werden kann.
[0035] Weiter weist der Flügelabschnitt 7 des Standard-Aufsatz 1 vorliegend vier ihn von
außen nach innen durchdringende Öffnungen 21 auf. Jeder der vier Öffnungen21 ist einer
der vier Rinnen 11 zugeordnet, wobei jede Rinne 11 in die ihr zugeordnete Öffnung
21 mündet.
[0036] Der Standard-Aufsatz 1 ist auf eine möglichst optimale Anpassung innerhalb eines
Ohrkanals ausgerichtet und gleichzeitig mit einem Standard-Ohrstück kompatibel. Es
sind sowohl unterschiedlich große Standard-Ohrstücke, als auch Standard-Aufsätze 1
miteinander kombinierbar, so dass eine Sofortanpassung des Ohrstückes an einen Ohrkanal
trotz unterschiedlicher Anatomie ohne Ohrabformung möglich ist.
[0037] Die Befestigung des Standard- Aufsatzes 1 an dem Standard-Ohrstück erfolgt über eine
kraftschlüssige und drehbare Clipverbindung. Hierzu ist an der einführseitigen Stirnfläche
23 des Kopfstücks 5 eine Befestigungsöffnung 25 ausgebildet, in die ein Befestigungselement
eines Standard-Ohrstücks, wie beispielsweise ein Kugelkopf, eingreifen kann.
[0038] Durch die Öffnungen 21 und die in diese mündenden Rinnen 11, also durch okklusionsvermindernde
Konstruktionselemente, ist die Anpassung eines Standard-Ohrstückes innerhalb eines
Ohrkanals gegenüber gängigen Domes oder Standard-Otoplastiken deutlich verbessert.
Okklusionseffekte, wie sie bei nicht passgenauen Otoplastiken und/oder bei Domes durch
Verschlusseffekte auftreten, werden vermieden oder zumindest deutlich verringert.
[0039] Die okklusionsvermindernden Konstruktionselemente 11, 21 sind in Fig. 2 zu erkennen.
Sowohl die Öffnungen 21 als auch die Rinnen 11 verlaufen im Wesentlichen parallel
zur Einführrichtung 3, wobei die Rinnen 11 am Außenumfang 9 des Kopfstückes 5 eingebracht
sind und die Öffnungen 21 den Flügelanschnitt 7 durchdringen. Auf diese Weise kann
die notwendige Belüftung des Ohres sichergestellt werden, wenn ein Standard-Ohrstück
mit einem solchen Standard-Aufsatz 1 in das Ohr eingesetzt wird.
[0040] In Fig. 3 ist der auf ein als Instant-Fit-CIC-Hörgerät ausgebildetes Standard-Ohrstück
27 aufgesetzte Standard-Aufsatz 1 gezeigt. Beide Komponenten sind, wie bereits erwähnt,
über eine kraftschlüssige drehbare Clipverbindung aneinander befestigt. Hierzu greift
ein (angedeutetes) Befestigungselement 29, wie beispielsweise ein Kugelkopf, des Standard-Ohrstücks
27 in die Befestigungsöffnung 25 des Standard-Aufsatz 1 ein.
[0041] Das Instant-Fit-CIC-Hörgerät 27 kann gemeinsam mit dem Standard-Aufsatz 1 in einen
Ohrkanal eingesetzt werden. Hierzu werden beide Komponenten gemeinsam in Einführrichtung
3 in den Ohrkanal eingeschoben. Der Standard-Aufsatz 1 kommt bei sicherem Halt nur
an wenigen Linien- oder Punktpositionen entlang der Stege 13 zur Auflage und vermittelt
so dem jeweiligen Hörgeräteträger ein angenehmes Tragegefühl, da dieser das Standard-Ohrstück
27 kaum spürt. Die Belüftung erfolgt. wie zuvor beschrieben, über die okklusionsvermindernden
Konstruktionselemente 11, 21 des Standard-Aufsatzes 1.
[0042] Weiter ist Flügelabschnitt 7 von dem Standard-Ohrstück 27 umlaufend beabstandet,
so dass zwischen dem Standard-Ohrstück 27 und dem Flügelabschnitt 7 ein Innenraum
31 innerhalb des Flügelabschnitts 7 ausgebildet ist. Der Innenraum 31 des Flügelabschnitts
7 ist an der nach außen gerichteten Seite 33 des Standard-Aufsatzes 1 - also am Eingang
des Ohrkanals - offen ausgebildet und stellt ein Belüftungsvolumen dar. Auf diese
Weise wird, in Kombination mit den Öffnungen 21 und den Rinnen 11, die notwendige
Belüftung und damit der Druckausgleich sichergestellt.
Bezugszeichenliste
[0043]
- 1
- Standard-Aufsatz
- 3
- Einführrichtung
- 5
- Kopfstück
- 7
- Flügelabschnitt
- 8
- Außenkontur
- 9
- Außenumfang
- 11
- Rinne
- 13
- Steg
- 15
- Querschnittsfläche
- 17
- Außenkontur
- 19
- Kreisbahn
- 21
- Öffnung
- 23
- Stirnfläche
- 25
- Befestigungsöffnung
- 27
- Standard-Ohrstück
- 29
- Befestigungselement
- 31
- Innenraum
- 33
- Seite
1. Standard-Aufsatz (1) für ein in einer Einführrichtung (3) in einen Ohrkanal einführbares
Standard-Ohrstück (27), welcher Standard-Aufsatz (1) ein endseitiges Kopfstück (5)
sowie einen sich daran anschließenden Flügelabschnitt (7) umfasst, wobei die Außenkontur
(8) des Kopfstückes (5) zu einer Mehrpunkt- oder Mehrlinienauflage des Kopfstückes
(5) an der Wandung des Ohrkanals ausgebildet ist.
2. Standard-Aufsatz (1) nach Anspruch 1, wobei am Außenumfang (9) des Kopfstückes (5)
eine Anzahl von im Wesentlichen parallel zur Einführrichtung (3) verlaufenden Rinnen
(11) angeordnet ist, und wobei sich die oder jede Rinne (11) am Außenumfang (9) des
Kopfstückes (5) wenigstens bis zum Flügelabschnitt (7) erstreckt.
3. Standard-Aufsatz (1) nach Anspruch 1 oder 2, wobei das Kopfstück (5) mehrere Rinnen
(11) umfasst, die entlang seines Außenumfangs (9) gleichmäßig verteilt sind.
4. Standard-Aufsatz (1) nach Anspruch 3, wobei die mehreren Rinnen (11) entlang des Außenumfangs
(9) des Kopfstückes (5) durch sich im Wesentlichen parallel zur Einführrichtung (3)
erstreckende Stege (13) voneinander beabstandet sind.
5. Standard-Aufsatz (1) nach Anspruch 4, wobei entlang des Außenumfangs (9) des Kopfstücks
(5) vier Rinnen (11) und vier Stege (13) angeordnet sind, so dass sich ein im Wesentlichen
X-förmiger Querschnitt des Kopfstücks ergibt.
6. Standard-Aufsatz (1) nach einem der Ansprüche 2 bis 5, wobei der Flügelabschnitt (7)
eine Anzahl ihn von außen nach innen durchdringender Öffnungen (21) aufweist, wobei
jeder Öffnung (21) jeweils eine Rinne (11) zugeordnet ist, und wobei jede Rinne (11)
in die ihr jeweils zugeordnete Öffnung (21) mündet.
7. Standard-Aufsatz (1) nach Anspruch 4 oder 5, wobei die Außenkontur (17) jedes Stegs
(13) einen Teilabschnitt einer Kreisbahn (19) bildet.
8. Standard-Aufsatz (1) nach einem der vorhergehenden Ansprüche, wobei der Flügelabschnitt
(7) derart dimensioniert ist, dass er im aufgesetzten Zustand von dem Standard-Ohrstück
(27) umlaufend beabstandet ist.
9. Standard-Aufsatz (1) nach einem der vorhergehenden Ansprüche, wobei sich der Querschnitt
des Flügelabschnitts (7) entgegen der Einführrichtung (3) aufweitet.
10. Standard-Aufsatz (1) nach einem der vorhergehenden Ansprüche, wobei das Kopfstück
(5) mit einer Befestigungsöffnung (25) zu einer kraftschlüssigen Verbindung mit dem
Standard-Ohrstück (27) ausgebildet ist.
11. Standard-Ohrstück (27) mit einem Standard-Aufsatz (1) nach einem der Ansprüche 1 bis
10.
12. Standard-Ohrstück (27) nach Anspruch 11, wobei die kraftschlüssige Verbindung als
eine drehbare Clipverbindung ausgebildet ist.
13. Standard-Ohrstück (27) nach Anspruch 11 oder 12, welches als ein Standard-CIC-Hörgerät
ausgebildet ist.