[0001] Die Erfindung bezieht sich auf einen Beschleunigungssensor mit Federkraftkompensation.
[0002] In verschiedenen Anwendungen kommen Beschleunigungssensoren zum Messen von Beschleunigungen
zum Einsatz. Dabei wird häufig eine Massenkomponente mittels Federelementen über einem
Substrat gelagert, deren Auslenkung bei einer anliegenden Beschleunigung gemessen
wird. Um die Empfindlichkeit und damit die Sensitivität gegenüber Beschleunigungen
zu steigern, ist es erstrebenswert, die Federsteife der Federn möglichst gering zu
halten, ohne dass dabei andere Eigenschaften wie Schockfestigkeit oder Empfindlichkeit
auf Querbeschleunigungen verändert werden. Eine Reduktion ist durch die verwendeten
Fertigungstechnologien jedoch begrenzt und in der Regel bereits ausgeschöpft.
[0003] Die
WO 94/28427 A1 beschreibt einen mikro-elektro-mechanischen Beschleunigungssensor mit einer beweglichen
Testmasse, die von Federn gestützt wird, die eine kontrollierbare Federhärte aufweisen.
[0004] Die
US 2005/0001275 A1 beschreibt einen Beschleunigungssensor mit einer von Federn gehaltenen Testmasse,
wobei die Federhärte der Federn mittels Elektroden eingestellt werden kann.
[0005] Die
WO 97/44675 A1 beschreibt einen Vibrationsüberträger, in dem Vibrationen mittels beidseitig eines
Vibrationsbalkens angeordneten Elektroden angeregt werden kann.
[0006] Die
WO 2014/177243 A1 beschreibt einen mikro-elektro-mechanischen Beschleunigungssensor mit als Kammelektroden
ausgebildeten Sensorelektroden. Gegenüber den Rückseiten der Sensorelektroden, die
Elektrodenfinger der Kammelektroden tragen, sind Schirmelektroden zur pneumatischen
Dämpfung der Testmasse angeordnet. Diese Schirmelektroden sind mit der Testmasse auf
ein gleiches elektrisches Potential gelegt, damit es zu keinen ungewollten elektrostatischen
Kräften zwischen den Schirmelektroden und den jeweiligen gegenüberliegenden beweglichen
Kammelektroden kommt.
[0007] Der Erfindung liegt die Aufgabe zugrunde, einen Beschleunigungssensor mit geringer
effektiver Federsteife oder Federhärte anzugeben.
[0008] Die Aufgabe wird gelöst durch den Gegenstand der unabhängigen Patentansprüche. Weiterbildungen
sind durch die abhängigen Patentansprüche definiert.
[0009] Ein Beschleunigungssensor weist auf: eine Sensormasse, die mittels Federelementen
entlang einer Bewegungsachse beweglich über einem Substrat gelagert ist; erste Trimmelektroden,
die mit der Sensormasse verbunden sind; und zweite Trimmelektroden, die mit dem Substrat
verbunden sind und den ersten Trimmelektroden zugeordnet sind. Dabei wird durch die
Federelemente bei Auslenkung der Sensormasse entlang der Bewegungsachse eine Federkraft
auf die Sensormasse und durch Anlegen einer elektrischen Trimmspannung zwischen den
ersten Trimmelektroden und den zweiten Trimmelektroden bei Auslenkung der Sensormasse
eine elektrostatische Kraft auf die Sensormasse erzeugt, die der Federkraft entgegenwirkt.
[0010] Durch die elektrische Trimmspannung zwischen den ersten und den zweiten Trimmelektroden
wird bei Auslenkung der Sensormasse sowohl eine Federkraft auf die Sensormasse als
auch eine elektrostatische Kraft erzeugt, die der Federkraft entgegenwirkt. Da die
entgegenwirkende elektrostatische Kraft stets dann erzeugt wird, wenn auch die Federkraft
erzeugt wird, kommt es zu einer Kompensation der beiden Kräfte, wodurch die effektive
Federkonstante des Systems, die sich aus der Federkonstante der Federelemente und
der Federkonstante der Trimmelektrodenpaare zusammensetzt, durch Einstellen der Trimmspannung
frei adjustiert werden kann.
[0011] Ohne Trimmspannung treibt die durch die Federelemente erzeugte Federkraft die Sensormasse
entgegen der Auslenkrichtung zurück. Durch die elektrische Trimmspannung wird die
rücktreibende Kraft verringert und kann zum Beispeil vollständig reduziert werden.
Dies entspricht einem System, in dem die Sensormasse über Federelemente ohne Federsteife
mit dem Substrat verbunden ist.
[0012] Eine Erhöhung der elektrischen Trimmspannung über die komplette Kompensation hinaus,
führt zu einem System mit einer negativen Federkonstante, d.h. einem System, das bei
Auslenkung der Sensormasse nicht mehr in die Ruhelage zurückkehrt, sondern weiter
in Auslenkrichtung ausgelenkt wird. Es ist also möglich, durch Anlegen einer elektrischen
Trimmspannung zwischen den Trimmelektrodenpaaren die Federsteife des Substrat-Federelement-Sensormasse-Systems
beliebig einzustellen.
[0013] Der Beschleunigungssensor kann Sensorelektroden, die mit der Sensormasse verbunden
sind, und Detektionselektroden, die mit dem Substrat verbunden sind und die den Sensorelektroden
zugeordnet sind, aufweisen. Dabei kann eine Auslenkung der Sensormasse entlang der
Bewegungsachse durch eine Veränderung einer elektrischen Detektionsspannung zwischen
oder von elektrischen Ladung auf den Sensorektroden und den zugeordneten Detektionselektroden
bestimmt werden. Dadurch ist es möglich, den Beschleunigungssensor mit frei einstellbarer
Federhärte anzusteuern und eine von dem Beschleunigungssensor gemessene Beschleunigung
auszulesen.
[0014] Ein Teil der Sensorelektroden kann als erste Trimmelektroden ausgebildet sein und
die Trimmspannung zwischen den als erste Trimmelektroden ausgebildeten Sensorelektroden
und den zweiten Trimmelektroden kann die Auslenkung der Sensormasse dämpfen. Dadurch
ist es möglich, einem Teil der Elektroden des Beschleunigungssensors mehrere Aufgaben
zuzuweisen, wodurch der Beschleunigugssensor kompakter ausgebildet werden kann. Durch
Verwendung eines Teils der Sensorelktroden als erste Trimmelektroden, kann vermieden
werden, zusätzliche erste Trimmelektroden an der Sensormasse anzubringen.
[0015] Die ersten Trimmelektroden können symmetrich zu einer zur Bewegungsachse senkrechten
Symmetrieachse an der Sensormasse angebrach sein und die zweiten Trimmelektroden können
symmetrisch zu der zur Bewegungsachse senkrechten Symmetrieachse auf dem Substrat
angebracht sein. Durch eine solche völlig symmetrisch gestaltete Anordnung der Trimmelektroden
kann keine resultierende Kraft auf die Trimmelektroden entstehen, solange die Sensormasse
nicht ausgelenkt ist. Damit wird gewährleistet, dass das Vorhandensein der ersten
und der zweiten Trimmelektroden das Auslesen des Beschleunigungssensors nicht verzerrt,
sondern nur zu einer freien Einstellbarkeit der Federhärte des Beschleunigungssensors
dient. Zudem kann durch eine solche Anordnung die Wirkung von Herstellungstoleranzen
reduziert werden.
[0016] Die von den ersten Trimmelektroden und den zweiten Trimmelektroden erzeugte elektrostatische
Kraft kann gleich der von den Federelementen erzeugten Federkraft sein. Dadurch wird
gewährleistet, dass selbst bei einer Auslenkung der Sensormasse effektiv keine Kraft
auf die Sensormasse wirkt, die diese in die Ausgangslage zurücktreibt. Die Sensormasse
kann dadurch mit Bezug auf eventuell vorhandene Anrege- und Detektionselektroden frei
positioniert werden. Dies erlaubt es, Verzerrungen im Messverhalten, die durch Fertigungstoleranzen
hervorgerufen werden (Bias) zu reduzieren oder gänzlich zu vermeiden.
[0017] Ein Teil der ersten Trimmelektroden kann als Kammelektroden ausgebildet sein und
die zweiten Trimmelektroden können als Elektrodenplatten ausgebildet sein. Der Teil
der als Kammelektroden ausgebildeten Trimmelektroden, der Elektrodenfinger der Kammelektroden
trägt, und die zweiten Trimmelektroden bilden dann einen Plattenkondensator, der zur
Erzeugung der elektrostatischen Kraft dient. Durch eine solche Anordnung ist es möglich,
die ersten Trimmelektroden neben der Erzeugung der elektrostatischen Kraft, die der
Federkraft entgegenwirkt, auch für weitere Zwecke, wie etwa die Beschleunigungsdetektion,
zu verwenden. Dadurch ist es möglich, den Beschleunigungssensor kompakter auszubilden.
[0018] Ein Teil der ersten Trimmelektroden kann als Elektrodenplatten ausgebildet sein und
die ersten Trimmelektroden, die als Elektrodenplatten ausgebildet sind können mit
den zugeordneten zweiten Trimmelektroden Plattenkondensatoren bilden. Dies erlaubt
es, die ersten Trimmelektroden und die zweiten Trimmelektroden einfach zu fertigen,
wodurch Beschleunigungssensoren, deren Federhärte frei einstellbar ist, leicht und
günstig herstellbar sind.
[0019] Die Sensormasse kann durch Einstellen der Detektionsspannung in einer neutralen Position
gehalten werden, in der die gemessene Beschleunigung unabhängig von der Trimmspannung
ist. Die tatsächlich anliegende Beschleunigung ist dabei irrelevant. Dadurch wird
gewährleistet, dass unabhängig von der anliegenden Trimmspannung eine gewisse Beschleunigung
Sensormasse gemessen wird. Diese Beschleunigung kann über die Detektions- und Sensorelektroden
bestimmt werden und bildet zusammen mit der neutralen Position ein Parameterpaar,
das charakteristisch für den verwendeten Beschleunigungssensor ist. Zum Beispiel kann
aus dem aus neutraler Position und dazugehöriger Beschleunigung bestehenden Parameterpaar
bestimmt werden, ob die Lage oder Form der Trimmelektroden stabil ist oder ob der
Beschleunigungssensor beschädigt ist. Dadurch kann die Verlässlichkeit des Beschleunigungssensors
erhöht werden.
[0020] Eine Recheneinheit kann aus der neutralen Position eine Abweichung einer ersten Stellung
der Sensormasse, in der keine Federkraft auf die Sensormasse wirkt, von einer zweiten
Stellung der Sensormasse bestimmen, in der keine von den Sensorelektroden und Detektionselektroden
erzeugte Kraft auf die Sensormasse wirkt. Dadurch wird es möglich über die Bestimmung
der neutralen Position festzustellen, ob durch Fertigungstoleranzen hervorgerufene
Abweichungen des mechanischen Nullpunkts (d.h. der Stellung der Sensormasse ohne Federkraft)
und des elektrischen Nullpunkts (d.h. der Stellung der Sensormasse ohne resultierende
Kraft aus Sensorelektroden und Detektionselektroden) eine Verzerrung (Bias) der Beschleunigungsmessung
mit dem Beschleunigungssensor bewirken. Dadurch wird die Verlässlichkeit des Beschleunigungssensors
erhöht.
[0021] Eine Recheneinheit kann basierend auf Änderungen der neutralen Position und Änderungen
der zur Aufhebung der Federkraft notwendigen Trimmspannung den Beschleunigungssensor
auf Fehler überprüfen. Dadurch wird die Verlässlichkeit des Beschleunigungssensors
erhöht.
[0022] Der Beschleunigungssensor kann ein mikro-elektro-mechanisches System (MEMS) sein.
Dadurch wird es möglich, die oben erläuterten Vorteile auch in mikro-elektro-mechanischen
Systemen zur Beschleunigungsmessung zu verwenden.
[0023] Diese und weitere Vorteile und Merkmale der Erfindung werden nachfolgend anhand von
Beispielen unter Zuhilfenahme der begleitenden Figuren näher erläutert. Es zeigen:
- Fig. 1A und 1B
- schematische Darstellungen eines Beschleunigungssensors gemäß einer Ausführungsform;
- Fig. 2
- eine schematische Darstellung eines Beschleunigungssensors gemäß einer weiteren Ausführungsform;
- Fig. 3
- eine schematische Darstellung eines Beschleunigungssensors gemäß einer weiteren Ausführungsform;
- Fig. 4
- eine schematische Darstellung eines Beschleunigungssensors gemäß einer weiteren Ausführungsform;
- Fig. 5
- eine schematische Darstellung der Entstehung einer Messverzerrung (Bias) in einem
Beschleunigungssensor gemäß einer Ausführungsform; und
- Fig. 6
- eine schematische Darstellung der Abhängigkeit einer Federhärte eines Beschleunigungssensors
bei verschiedenen Trimmspannungen als Parameter.
[0024] Fig. 1A und 1B zeigen in schematischer Darstellung einen Beschleunigungssensor 100
gemäß einer Ausführungsform.
[0025] Der Beschleunigungssensor 100 weist ein Substrat 110 auf. Über dem Substrat 110 ist
eine Sensormasse 120 über Federelemente 130 entlang einer Bewegungsachse x beweglich
gelagert. Die Federelemente 130 sind auf einer ersten Seite der Federelemente 130
fest mit dem Substrat 110 verbunden und auf einer zweiten Seite der Federelemente
130 fest mit der Sensormasse 120 verbunden. Die Federelemente 130 erlauben es der
Sensormasse 120, entlang der Bewegungsachse x ausgelenkt zu werden. Zum Beispiel können
die Federelemente 130 als Biege-Balkenfedern ausgebildet sein, die sich senkrecht
zur Bewegungsachse x erstrecken und damit eine Bewegung allein entlang der Bewegungsachse
x erlauben, wohingegen eine Bewegung senkrecht zur Bewegungsachse x nicht möglich
ist. Die Federelemente 130 können aber auch jede andere Form aufweisen, die dazu führt,
dass die Sensormasse 120 entlang der Bewegungsachse x ausgelenkt werden kann.
[0026] Erste Trimmelektroden 140 sind mit der Sensormasse 120 verbunden. Dabei sind die
ersten Trimmelektroden 140 fest mit der Sensormasse 120 verbunden, z.B. können die
Sensormasse 120 und die ersten Trimmelektroden 140 einstückig ausgebildet sein, d.h.
die ersten Trimmelektroden 140 sind ein integraler Bestandteil der Sensormasse 120.
[0027] Zweite Trimmelektroden 150 sind mit dem Substrat 110 verbunden und den ersten Trimmelektroden
140 zugeordnet. Dabei sind die zweiten Trimmelektroden 150 fest mit dem Substrat 110
verbunden. Zum Beispiel können die zweiten Trimmelektroden 150 integraler Bestandteil
des Substrats 110 sein.
[0028] Die Paarungen von ersten Trimmelektroden 140 und zweiten Trimmelektroden 150 sind
derart ausgebildet, dass in einer Ruhelage der Sensormasse 120 keine von den ersten
Trimmelektroden 140 und den zweiten Trimmelektroden 150 erzeugte Kraft auf die Sensormasse
120 wirkt, da die wie unten näher beschrieben zwischen den Trimmelektroden 140, 150
entstehende Kraftkomponenten kompensieren.
[0029] Die ersten Trimmelektroden 140 und die zweiten Trimmelektroden 150 müssen hierbei
nicht symmetrisch an der Sensormasse 120 oder dem Substrat 110 angebracht sein. Zum
Beispiel können sich sämtliche erste Trimmelektroden 140 auf einer Seite der Sensormasse
120 oder an einem Ende der Sensormasse 120 befinden.
[0030] Wie in Fig. 1B dargestellt, erzeugen die Federelemente 130 bei Auslenkung der Sensormasse
120 entlang der Bewegungsachse x eine Federkraft 135, die die Sensormasse 120 zurück
in eine Ausgangslage bewegt, in der sich die von den einzelnen Federelementen 130
erzeugten Kräfte kompensieren oder in der diese Kräfte verschwinden (mechanischer
Nullpunkt). Gleichzeitig wird durch Anlegen einer elektrischen Trimmspannung zwischen
den ersten Trimmelektroden 140 und den zweiten Trimmelektroden 150 eine elektrostatische
Kraft 145 auf die Sensormasse 120 erzeugt, die der Federkraft 135 entgegenwirkt, wie
im Folgenden beschrieben wird.
[0031] Zum Beispiel können durch das Anlegen einer elektrische Trimmspannung zwischen den
ersten Trimmelektroden 140 und den zweiten Trimmelektroden 150 die ersten Trimmelektroden
140 eine erste Ladung, z.B. eine negative Ladung, und die zweiten Trimmelektroden
150 eine der ersten Ladung entgegengesetzte zweite Ladung, z.B. eine positive Ladung,
tragen. Dies führt dazu, dass eine resultierende elektrostatische Kraft zwischen den
ersten Trimmelektroden 140 und den zweiten Trimmelektroden 150 entsteht, die bei Annäherung
der ersten Trimmelektroden 140 an die zweiten Trimmelektroden 150 ansteigt.
[0032] So kann bei Auslenkung der Sensormasse 120 eine Kraft erzeugt werden, die die Sensormasse
120 über die fest mit der Sensormasse 120 verbundenen ersten Trimmelektroden 140 weiter
auf die zweiten Trimmelektroden 150, die fest mit dem Substrat 110 verbunden sind,
zubewegt. Diese elektrostatische Kraft 145 ist der durch die Federelemente 130 erzeugten
Federkraft 135 entgegengesetzt. Dadurch wird die auf die Sensormasse 120 resultierende
Kraft effektiv gemindert, was einer Verminderung der Federkonstanten des Beschleunigungssensors
100 entspricht.
[0033] Wie in den Fig. 1A und 1B gezeigt können die ersten Trimmelektroden 140 und die zweiten
Trimmelektroden 150 derart ausgebildet sein, dass die elektrostatische Kraft 145 sich
aus verschiedenen Kraftkomponenten zusammensetzt. In Fig. 1B entsteht zwischen den
ersten Trimmelektroden 140 und den Seiten der zweiten Trimmelektroden 150, die den
gestauchten Federelementen 130 zunächst liegen (in Fig. 1B die linke Seiten der zweiten
Trimmelektroden), eine Kraftkomponente, die größer ist als die Kraftkomponente, die
zwischen den ersten Trimmelektroden 140 und den rechten Seiten der zweiten Trimmelektroden
150 entsteht. Dies ist der Fall, da eine Entfernung zwischen den ersten Trimmelektroden
140 und den linken Seiten der zweiten Trimmelektroden 150 kleiner ist als eine Entfernung
zwischen den ersten Trimmelektroden 140 und den rechten Seiten der zweiten Trimmelektroden
150.
[0034] Gemäß weiterer Ausführungsformen, in denen die ersten und zweiten Trimmelektroden
anders ausgebildet sind, zum Beispiel als Elektrodenpaare eines Plattenkondensators,
liegen die zweiten Trimmelektroden näher an den Federelementen 130 als die ersten
Trimmelektroden, um bei einer Stauchung der Federelemente 130 aufgrund der geringer
werdenden Entfernung zwischen ersten und zweiten Trimmelektroden die der Federkraft
135 entgegenwirkende elektrostatische Kraft 145 zu erzeugen. Da die Sensormasse 120
entlang der Bewegungsachse x in zwei Richtungen beweglich ist (in den Fig. 1A und
1B nach links und nach rechts), sind dann zumindest zwei Paare von ersten und zweiten
Trimmelektroden nötig. Die resultierende elektrostatische Kraft 145 ergibt sich dann
aus den Kräften zwischen den einzelnen Trimmelektrodenpaaren.
[0035] Es ist also möglich, über eine Trimmspannung, die zwischen den ersten Trimmelektroden
140 und den zweiten Trimmelektroden 150 anliegt, die Federhärte bzw. -steifigkeit
des Beschleunigungssensors 100 frei einzustellen. Dadurch kann zum Beispiel erreicht
werden, dass sich die Federkraft 135 und die elektrostatische Kraft 145 vollständig
kompensieren, so dass bei Auslenkung der Sensormasse 120 keine rückstellende Kraft
mehr vorhanden ist. Die elektrostatische Kraft 145 kann aber auch die Federkraft 135
überkompensieren, d.h. übersteigen, so dass bei einer nur kleinen Auslenkung der Sensormasse
120 die elektrostatische Kraft 145 die Sensormasse 120 zu einer großen Auslenkung
verstärkt. Da dies zu einer sofortigen Übersteuerung der Sensormasse 120 führen kann,
sollte der Beschleunigungssensor 100 in dieser Weise nur mit zusätzlicher Rückstellelektronik
in einem geschlossenen Regelkreis betrieben werden.
[0036] Fig. 2 zeigt den Beschleunigungssensor 100 mit schematisch dargestellten Sensorelektroden
160 zum Auslesen der Beschleunigung, die mit der Sensormasse 120 verbunden sind und
denen schematisch dargestellte Detektionselektroden 170 zugeordnet sind, die mit dem
Substrat 110 verbunden sind. Eine Spannung zwischen den Sensorelektroden 160 und den
Detektionselektroden 170 kann von der Auslenkung der Sensormasse 120 entlang der Bewegungsachse
x abhängig sein und damit ermöglichen, die Auslenkung der Sensormasse 120 zu bestimmen.
Aus dieser Auslenkung kann dann wiederum die auf die Sensormasse 120 wirkende Beschleunigung
bestimmt werden.
[0037] Nach Beendigung der Messung können die Sensorelektroden 160 und die Detektionselektroden
170 benutzt werden, die Sensormasse 120 wieder zurückzustellen.
[0038] Es ist aber auch möglich, die Spannung zwischen Sensorelektroden 160 und Detektionselektroden
170 derart zu regeln, dass die resultierende Kraft zwischen Sensorelektroden 160 und
Detektionselektroden 170 die Beschleunigungskraft auf die Sensormasse 120 exakt kompensiert
und damit zur Rückstellung der Sensormasse 120 dient. Dadurch verbleibt die Sensormasse
120 stets in derselben Position. Die zur Positionserhaltung notwendige Spannung zwischen
Sensorelektroden 160 und Detektionselektroden 170 dient dann dazu, die Beschleunigung
zu bestimmen.
[0039] Das Auslesen einer durch eine tatsächliche Positionsänderung der Sensormasse 120
erfolgten Spannungsänderung zwischen Sensorelektroden 160 und Detektionselektroden
170, wie sie auch in Fig. 2 gezeigt ist, erfolgt meist im Betrieb mittels eines offenen
Regelkreises, wohingegen das Einstellen der Sensormasse 120 auf eine fixe Position
mittels eines geschlossenen Regelkreises erfolgt.
[0040] Gemäß einer Ausführungsform ist mindestens ein Elektrodenpaar aus Sensorelektrode
160 und Detektionselektrode 170, bei dem sich bei einer Auslenkung entlang der Bewegungsachse
x der Elektrodenspalt verringert, und mindestens ein Elektrodenpaar, bei dem sich
bei der gleichen Auslenkung der Elektrodenspalt vergrößert, vorhanden. Gemäß einer
weiteren Ausführungsform wird ein Teil der Sensorelektroden 160 und der Detektionselektroden
170 zur Beschleunigungsmessung verwendet, während ein anderer Teil zu Rückstellung
der Sensormasse 120 benutzt wird.
[0041] Die Sensorelektroden 160 und die Detektionselektroden 170 müssen hierbei nicht symmetrisch
an der Sensormasse 120 oder dem Substrat 110 angebracht sein. Zum Beispiel können
sich sämtliche Sensorelektroden 160 auf einer Seite der Sensormasse 120 oder an einem
Ende der Sensormasse 120 befinden.
[0042] Betreibt man den Beschleunigungssensor 100 mittels eines geschlossenen Regelkreises,
so ist es von Vorteil, wenn die Position, die die Sensormasse 120 während der Messung
einnehmen soll, frei bestimmbar ist. Aufgrund der durch die Federelemente 130 erzeugten
Federkraft ist dies jedoch typischerweise nicht der Fall, da das System Federelemente
130 - Sensormasse 120 einen bestimmten mechanischen Nullpunkt aufweist, in dem sich
sämtliche Federkräfte 135 kompensieren oder auf Null reduzieren. Da jedoch mittels
der zwischen ersten Trimmelektroden 140 und zweiten Trimmelektroden 150 angelegten
Trimmspannung die elektrostatische Kraft 145 erzeugt wird, die der Federkraft 135
entgegenwirkt oder diese sogar vollständig kompensiert, kann die Position der Sensormasse
120 im Betrieb mittels geschlossenem Regelkreis weitaus unabhängiger oder sogar vollständig
frei von der Lage des mechanischen Nullpunktes bestimmt werden. Dies erlaubt es, den
Beschleunigungssensor 100 auf einfachere Weise zu betreiben.
[0043] Zudem beeinflussen aufgrund der Kompensation der Federkraft 135 durch die elektrostatische
Kraft 145 durch Temperaturschwankungen verursachte Relativbewegungen der einzelnen
Komponenten des Beschleunigungssensors 100 die Messergebnisse des Beschleunigungssensors
100 weniger stark. Aufgrund von Temperaturschwankungen kann es zu einer Ausdehnung
bzw. Kontraktion der einzelnen Bauelemente des Beschleunigungssensors 100 kommen.
Dies wird in der Regel derart erfolgen, dass sich der mechanische Nullpunkt des Systems
verschiebt, und führt bei nicht kompensierter Federkraft 135 zu einer zusätzlichen
Verzerrung der Messergebnisse des Beschleunigungssensors 100. Da Ausdehnungen bzw.
Kontraktionen aufgrund von Temperaturänderungen einem Hysterese-Effekt unterliegen,
kann es ohne kompensierende Trimmspannung auch zu unterschiedlichen Messergebnissen
bei gleicher Temperatur kommen. Dem kann durch eine nahezu vollständige Kompensation
der Federkraft 135 durch die elektrostatische Kraft 145 begegnet werden, da das System
dann schwächer oder gar nicht mehr auf eine Verschiebung des mechanischen Nullpunkts
aufgrund von Temperaturschwankungen reagiert. Dadurch wird der Beschleunigungssensor
100 verlässlicher.
[0044] Fig. 3 zeigt eine Ausführungsform eines Beschleunigungssensors 200 als mikro-elektro-mechanisches
System (MEMS) mit einem Substrat 210, einer Sensormasse 220, Federelementen 230, ersten
Trimmelektroden 240, zweiten Trimmelektroden 250, Sensorelektroden 260 und Detektionselektroden
270.
[0045] Ein Teil der Sensorelektroden 260 des Beschleunigungssensors 200 ist dabei als erste
Trimmelektrode 240 ausgebildet. In Fig. 3 sind dies diejenigen Sensorelektroden 260,
die den Federelementen 230 zunächst liegen. Gemäß weiterer Ausführungsformen können
dies aber auch andere Sensorelektroden 260 als erste Trimmelektroden 240 ausgebildet
sein. Zudem sind die zweiten Trimmelektroden 250 derart zwischen den Sensorelektroden
260 und den Detektionselektroden 270 angeordnet, dass die Trimmspannung zwischen den
ersten Trimmelektroden 240 und den zweiten Trimmelektroden 250 nicht nur zur Kompensation
der von den Federelementen 230 erzeugten Federkraft dient, sondern auch eine Schwingung
der Sensormasse 220 dämpft. Die zweiten Trimmelektroden 250 dienen also gleichzeitig
als Dämpfungselektroden.
[0046] Ein Teil der ersten Trimmelektroden 240 ist dabei als Kammelektroden ausgebildet,
deren Elektrodenfinger mit entsprechenden Elektrodenfingern der Detektionselektroden
270 verzahnt sind. Die von den Elektrodenfingern der Detektionselektroden 270 abgewandte
Seite der ersten Trimmelektroden 240 bildet dabei mit den zweiten Trimmelektroden
250, die als Elektrodenplatten ausgebildet sind, einen Plattenkondensator. Die ersten
Trimmelektroden 240 dienen also mit ihren Elektrodenfingern als Sensorelektroden 260
und mit ihrer Rückseite als Gegenplatte zu den Elektrodenplatten der zweiten Trimmelektroden
250. Damit ist es möglich, einzelnen Elektroden des Beschleunigungssensors 200 mehrere
Aufgaben zuzuweisen. So dienen die ersten Trimmelektroden 240 sowohl zur Detektion
der an dem Beschleunigungssensor 200 anliegenden Beschleunigung, als auch zur Einstellung
der Federsteifigkeit des Beschleunigungssensors 200. Die zweiten Trimmelektroden 250
dienen sowohl der Dämpfung der durch die Beschleunigung des Beschleunigungssensors
200 ausgelösten Schwingung der Sensormasse 220 als auch der Einstellung der Federsteifigkeit
des Beschleunigungssensors. Damit ist es möglich, die Anzahl der zum Betrieb des Beschleunigungssensors
200 nötigen Komponenten auf ein Mindestmaß zu reduzieren und den Beschleunigungssensor
200 kompakt und preiswert gestalten zu können.
[0047] Gemäß eines in Fig. 4 gezeigten Beispiels eines MEMS-Beschleunigungssensors 300 ist
es möglich, das Auslesen einer Beschleunigung von der Einstellung der Federhärte zu
trennen. Der Beschleunigungssensor 300 weist dazu ein Substrat 310, eine Sensormasse
320, Federelemente 330, erste Trimmelektroden 340, zweite Trimmelektroden 350, Sensorelektroden
360 und Detektionselektroden 370 auf.
[0048] Dabei sind die ersten Trimmelektroden 340 symmetrisch zu einer zur Bewegungsachse
x senkrechten Symmetrieachse an der Sensormasse angebracht und die zweiten Trimmelektroden
symmetrisch zu der gleichen zur Bewegungsachse x senkrechten Symmetrieachse auf dem
Substrat angebracht. Wie in Fig. 4 dargestellt, können die Sensorelektroden 360 und
die Detektionselektroden 370 getrennt von den ersten Trimmelektroden 340 und den zweiten
Trimmelektroden 350 angeordnet sein.
[0049] Durch die symmetrische Ausgestaltung der ersten Trimmelektroden 340 und der zweiten
Trimmelektroden 350 wird gewährleistet, dass die Elektrodenspalte zwischen den Trimmelektroden
340, 350 völlig symmetrisch gestaltet werden können, wodurch keine resultierende Kraft
auf die Sensormasse 320 entsteht, solange diese nicht ausgelenkt ist. Durch die Konzentration
der Trimmelektroden 340, 350 an eine bestimmte Stelle der Sensormasse 320, z.B. in
der Mitte der Sensormasse 320, kann zudem die Wirkung von Herstellungstoleranzen reduziert
werden.
[0050] Es ist zudem möglich, Dämpfungselektroden, wie sie in Fig. 3 durch die zweiten Trimmelektroden
250 dargestellt wurden, separat in den Beschleunigungssensor 300 der Fig. 4 zu integrieren.
Dies ermöglicht es, eine große Flexibilität bei Steuerung, Dämpfung, Auslesen und
Trimmen des Beschleunigungssensors 300 mittels jeweils einzeln einstellbarer Auslese-,
Dämpf- und Trimmspannungen erreichen zu können.
[0051] Die in Fig. 4 gezeigten Trimmelektroden 340, 350 sind als Elektrodenplatten ausgebildet
und bilden Plattenkondensatoren. Dies erlaubt es, den Beschleunigungssensor 300 einfach
und kostengünstig zu fertigen. Gemäß weiterer Beispiele können die als Plattenkondensatoren
ausgebildeten ersten und zweiten Trimmelektroden 340, 350 auch an anderer Stelle an
der Sensormasse 320 angebracht sein, z.B. am Rand der Sensormasse 320, auf nur einer
Seite der Sensormasse 320 oder an einer beliebigen Stelle der Sensormasse 320.
[0052] Fig. 5 zeigt den Beschleunigungssensor 100 im Fall, in dem eine mechanische Ruhelage
der Sensormasse 120 sich, z.B. aufgrund von Fertigungstoleranzen, von der elektrischen
Ruhelage (d.h. der Stellung der Sensormasse 120 ohne resultierende Kraft aus Sensorelektroden
160 und Detektionselektroden 170) der Sensormasse 120 unterscheidet. Neben der mechanischen
Ruhelage und der elektrischen Ruhelage existiert zudem noch eine Trimmruhelage, in
der keine Kräfte zwischen den ersten Trimmelektroden 140 und den zweiten Trimmelektroden
150 wirken, bzw. in der sich wirkende Kräfte kompensieren. Im Folgenden wird vereinfachend
angenommen, dass die mechanische Ruhelage der Trimmruhelage entspricht.
[0053] Wie in Fig. 5 schematisch durch die gleiche Länge der Federelemente 130 und die mittige
Position der ersten Trimmelektroden 140 zwischen den zweiten Trimmelektroden 150 dargestellt
ist, befindet sich die Sensormasse 120 in der mechanischen Ruhelage (bzw. der Trimmruhelage),
in der von den Federelementen 130 und den ersten und zweiten Trimmelektroden 140,
150 keine Kraft entlang der Bewegungsachse x auf die Sensormasse 120 ausgeübt wird.
[0054] Aufgrund von Fertigungstoleranzen tritt aber häufig der Fall auf, dass diese mechanische
Ruhelage sich von der elektrischen Ruhelage, die durch die Positionen der Sensorelektroden
160 und der Detektionselektroden 170 bestimmt wird, unterscheidet. Dies ist in Fig.
5 schematisch durch unterschiedliche Abstände zwischen Sensorelektroden 160 und Detektionselektroden
170 dargestellt. Die Sensorelektroden 160 und die Detektionselektroden 170 sind in
der Fig. 5 als einfache Elektrodenplatten gezeigt. Gemäß weiterer Ausführungsformen
können sie aber auch die Form von Kammelektroden aufweisen, wie in den Fig. 2 und
3 gezeigt, oder eine Mischung aus Kammelektroden und Elektrodenplatten sein.
[0055] Obwohl sich also die Sensormasse 120 mechanisch in Ruhe befindet, wird eine Ausleseelektronik
aus der relativen Position der Sensorelektroden 160 zu den Detektionselektroden 170
schließen, dass bereits eine Beschleunigung entlang der Bewegungsachse x vorliegt.
Dies führt in der Regel zu einer Verzerrung (Bias) der Messergebnisse, die korrigiert
werden muss, wenn genaue Messungen erzielt werden sollen.
[0056] Wie bereits oben erläutert, wird im Betrieb des Beschleunigungssensors 100 mittels
geschlossenem Regelkreis die Sensormasse 120 in einer bestimmten Position gehalten.
Durch Reduktion der Federhärte des gesamten Beschleunigungssystems mittels der zwischen
den ersten und zweiten Trimmelektroden 140, 150 anliegenden Trimmspannung, kann diese
Position freier gewählt werden und zum Beispiel derart eingestellt werden, dass das
Messsystem aus Sensorelektroden 160 und Detektionselektroden 170 keine Verschiebung
der Sensormasse 120 feststellen kann, d.h. der Beschleunigungssensor 100 kann z.B.
an dem elektrischen Nullpunkt betrieben.
[0057] Gemäße einer weiteren Ausführungsform ist es aber auch möglich, den Beschleunigungssensor
100 mit der Sensormasse 120 in der Trimmruhelage zu betreiben. Dies ist auch möglich,
wenn die mechanische Ruhelage, z.B. aufgrund von Fertigungstoleranzen, nicht mit der
Trimmruhelage übereinstimmt. Mittels eines geschlossenen Regelkreises wird, wie oben
beschrieben, eine Rückstellkraft durch die Sensorelektroden 160 und die Detektionselektroden
170 erzeugt, die die Sensormasse in der Trimmruhelage hält. Die Ablage zur elektrischen
Ruhelage wird dann elektronisch verrechnet, um korrekte Messergebnisse zu erhalten.
[0058] Andererseits ist es möglich, über eine zwischen den Sensorelektroden 160 und den
Detektionselektroden 170 anliegende Spannung die Position der Sensormasse 120 derart
zu verändern, dass sie in einer neutralen Position gehalten wird, in der die zur weiteren
Auslenkung benötigte Beschleunigung unabhängig von der Trimmspannung ist. Diese Position
stimmt typischerweise mit dem mechanischen Nullpunkt überein. Die neutrale Position
und die entsprechende Beschleunigung bilden zusammen ein charakteristisches Parameterpaar,
mit deren Hilfe die Funktionsfähigkeit des Beschleunigungssensors 100 überprüft werden
kann. Insbesondere kann mittels einer Recheneinheit die Abweichung des mechanischen
Nullpunkts von dem elektrischen Nullpunkt bestimmt und dadurch die Verzerrung der
Messergebnisse, d.h. der Bias, bestimmt und kompensiert werden.
[0059] Dies ist zum Beispiel anhand des in Fig. 6 dargestellten Diagramms möglich. Fig.
6 zeigt die Abhängigkeit der zur Auslenkung der Sensormasse 120 nötigen Kraft F vom
Ort x in Abhängigkeit von der Trimmspannung für kleine Auslenkungen. Liegt keine Trimmspannung
an, so ergibt sich ein Abhängigkeitsverhältnis entsprechend der durchgezogenen Linie.
Durch Erhöhung der Trimmspannung wird diese Linie um einen neutralen Punkt N entlang
der Richtung des Pfeils A gedreht, was durch die gestrichelten Linien angedeutet ist.
Bei einer bestimmten Trimmspannung kompensiert die erzeugte elektrostatische Kraft
145 die Federkraft 135 vollständig, wodurch die zur Auslenkung benötigte Kraft F unabhängig
vom Ort x wird (gestrichelte horizontale Linie H in Fig. 6).
[0060] Der neutrale Punkt N, dessen x-Koordinate der neutralen Position entspricht, kann
nun zur Bestimmung des Bias benutzt werden. Da nämlich die aufzuwendende Kraft F und
der Ort x mit Bezug auf das Auslesesystem der Sensorelektroden 160 und Detektionselektroden
170 bestimmt werden, entspricht die Verschiebung zwischen mechanischem Nullpunkt und
elektrischem Nullpunkt gerade dem x-Wert von N. Somit ist über die Detektion des neutralen
Punkts N die Ermittlung bzw. die Kontrolle des Bias möglich.
[0061] Des Weiteren kann mittels des neutralen Punkts N der Beschleunigungssensor 100 auf
Fehler überprüft werden. Dazu wird bei Inbetriebnahme des Beschleunigungssensors zunächst
der neutrale Punkt N bestimmt. Ändert sich die Lage des neutralen Punkts N horizontal,
bedeutet dies, dass die Elektrodenstruktur sich verändert hat, d.h. die Lage oder
Form der Trimmelektroden 140, 150 ist instabil oder die elektrische Ruhelage der Sensor-
und Detektionselektroden hat sich geändert. Verändert sich die Lage des neutralen
Punkts N hingegen in vertikale Richtung, so ist die Elektrodenstruktur (Trimmelektroden
140, 150, Sensorelektroden 160, Detektionselektroden 170) stabil. Es liegt deshalb
eine Veränderung aufgrund von mechanischen Krafteinwirkungen zugrunde, die etwa eine
Versetzung in der Kristallstruktur der für den Beschleunigungssensor 100 verwendeten
Materialien verursacht hat.
[0062] Es ist somit bei einem Beschleunigungssensor gemäß der Erfindung nicht nur möglich,
die Federhärte bzw. -steifigkeit des Beschleunigungssensors frei einzustellen. Aufgrund
dieser freie Einstellbarkeit können für den Betrieb des Beschleunigungssensors wichtige
Parameter wie etwa die Lage des neutralen Punktes N bestimmt und die Verlässlichkeit
des Beschleunigungssensors erhöht werden.
1. Beschleunigungssensor (100, 200), mit
einer Sensormasse (120, 220), die mittels Federelementen (130, 230) entlang einer
Bewegungsachse (x) beweglich über einem Substrat (110, 210) gelagert ist;
ersten Trimmelektroden (140, 240), die mit der Sensormasse (120, 220) verbunden sind;
und
zweiten Trimmelektroden (150, 250), die mit dem Substrat (110, 210) verbunden sind
und den ersten Trimmelektroden (140, 240) zugeordnet sind; wobei durch die Federelemente
(130, 230) bei Auslenkung der Sensormasse (120, 220) entlang der Bewegungsachse (x)
eine Federkraft (135) auf die Sensormasse (120, 220) erzeugt wird;
durch Anlegen einer elektrischen Trimmspannung zwischen den ersten Trimmelektroden
(140, 240) und den zweiten Trimmelektroden (150, 250) bei Auslenkung der Sensormasse
(120, 220) eine elektrostatische Kraft (145) auf die Sensormasse (120, 220) erzeugt
wird, die der Federkraft (135) entgegenwirkt;
ein Teil der ersten Trimmelektroden (240) als Kammelektroden zur Bildung von Sensorelektroden
(260) ausgebildet ist und die zugeordneten zweiten Trimmelektroden (250) als Elektrodenplatten
ausgebildet sind; und wobei
jeweilige Rückseiten der als Kammelektroden ausgebildeten ersten Trimmelektroden (240),
die Elektrodenfinger der Kammelektroden tragen, mit den zugeordneten zweiten Trimmelektroden
(250) Plattenkondensatoren bilden, die zur Erzeugung der elektrostatischen Kraft (145)
eingerichtet sind.
2. Beschleunigungssensor (100, 200) nach Anspruch 1, mit
Sensorelektroden (160, 260) die mit der Sensormasse (120, 220) verbunden sind; und
Detektionselektroden (170, 270), die mit dem Substrat (110, 220) verbunden sind und
die den Sensorelektroden (160, 260) zugeordnet sind, wobei
eine Auslenkung der Sensormasse (120, 220) entlang der Bewegungsachse (x) durch eine
Veränderung einer elektrischen Detektionsspannung zwischen oder von elektrischen Ladungen
auf den Sensorelektroden (160, 260) und den zugeordneten Detektionselektroden (170,
270) bestimmt werden kann.
3. Beschleunigungssensor (200) nach Anspruch 2, wobei
ein Teil der Sensorelektroden (260) als erste Trimmelektroden (240) ausgebildet ist;
und wobei
die Trimmspannung zwischen den als erste Trimmelektroden (240) ausgebildeten Sensorelektroden
(260) und den zweiten Trimmelektroden (250) die Auslenkung der Sensormasse (220) dämpft.
4. Beschleunigungssensor (200) nach einem der vorherigen Ansprüche, wobei
die ersten Trimmelektroden (240) symmetrisch zu einer zur Bewegungsachse (x) senkrechten
Symmetrieebene an der Sensormasse (220) angebracht sind; und wobei
die zweiten Trimmelektroden (250) symmetrisch zu der zur Bewegungsachse (x) senkrechten
Symmetrieachse auf dem Substrat (210) angebracht sind.
5. Beschleunigungssensor (100, 200) nach einem der vorherigen Ansprüche, wobei
die von den ersten Trimmelektroden (140, 240) und den zweiten Trimmelektroden (150,
250) erzeugte elektrostatische Kraft (145) gleich der von den Federelementen (130,
230) erzeugten Federkraft (135) ist.
6. Beschleunigungssensor (200) nach einem der vorherigen Ansprüche, wobei
ein Teil der ersten Trimmelektroden (240) als Elektrodenplatten ausgebildet ist; und
wobei
die ersten Trimmelektroden (240), die als Elektrodenplatten ausgebildet sind, und
die zugeordneten zweiten Trimmelektroden (250) Plattenkondensatoren bilden.
7. Beschleunigungssensor (100, 200) nach einem der Ansprüche 2 bis 6, wobei
die Sensormasse (120, 220) durch Einstellen der Detektionsspannung in einer neutralen
Position gehalten wird, in der die zur weiteren Auslenkung benötigte Beschleunigung
unabhängig von der Trimmspannung ist.
8. Beschleunigungssensor (100, 200) nach Anspruch 7, wobei
eine Recheneinheit aus der neutralen Position eine Abweichung einer ersten Stellung
der Sensormasse (120, 220), in der keine Federkraft auf die Sensormasse (120, 220)
wirkt, von einer zweiten Stellung der Sensormasse (120, 220) bestimmt, in der keine
von den Sensorelektroden und Detektionselektroden erzeugte Kraft auf die Sensormasse
(120, 220) wirkt.
9. Beschleunigungssensor (100, 200) nach einem der Ansprüche 7 und 8, wobei
eine Recheneinheit basierend auf Änderungen der neutralen Position und Änderungen
der zur Aufhebung der Federkraft notwendigen Trimmspannung den Beschleunigungssensor
(100, 200) auf Fehler überprüft.
10. Beschleunigungssensor (100, 200) nach einem der vorherigen Ansprüche, wobei der Beschleunigungssensor
(100, 200) ein mikro-elektro-mechanisches System ist.
1. An acceleration sensor (100, 200) having
a sensor mass (120, 220) which is mounted by means of spring elements (130, 230) so
as to be movable along a movement axis (x) over a substrate (110, 210);
first trim electrodes (140, 240) which are connected to the sensor mass (120, 220);
and
second trim electrodes (150, 250) which are connected to the substrate (110, 210)
and are associated with the first trim electrodes (140, 240), wherein
when the sensor mass (120, 220) is deflected along the movement axis (x), a spring
force (135) acting on the sensor mass (120, 220) is generated by the spring elements
(130, 230);
when the sensor mass (120, 220) is deflected, an electrostatic force (145) acting
on the sensor mass (120, 220), which counteracts the spring force (135), is generated
by application of an electrical trim voltage between the first trim electrodes (140,
240) and the second trim electrodes (150, 250);
a part of the first trim electrodes (240) is formed as comb electrodes for forming
sensor electrodes (260) and the associated second trim electrodes (250) are formed
as electrode plates; and wherein
respective back sides of the first trim electrodes (240) formed as comb electrodes,
which bear electrode fingers of the comb electrodes, form, together with the associated
second trim electrodes (250), plate capacitors which are configured to generate the
electrostatic force (145).
2. The acceleration sensor (100, 200) according to claim 1, having
sensor electrodes (160, 260) which are connected to the sensor mass (120, 220); and
detection electrodes (170, 270) which are connected to the substrate (110, 210) and
are associated with the sensor electrodes (160, 260), wherein
a deflection of the sensor mass (120, 220) along the movement axis (x) can be determined
through a change of an electrical detection voltage between or of electrical charges
on the sensor electrodes (160, 260) and the associated detection electrodes (170,
270).
3. The acceleration sensor (200) according to claim 2, wherein
a part of the sensor electrodes (260) is formed as first trim electrodes (240); and
wherein
the trim voltage between the sensor electrodes (260) formed as first trim electrodes
(240) and the second trim electrodes (250) dampens the deflection of the sensor mass
(220).
4. The acceleration sensor (200) according to any one of the preceding claims, wherein
the first trim electrodes (340) are arranged symmetrically to a plane of symmetry
perpendicular to the movement axis (x) on the sensor mass (220); and wherein
the second trim electrodes (250) are arranged symmetrically to the axis of symmetry
perpendicular to the movement axis (x) on the substrate (210).
5. The acceleration sensor (100, 200) according to anyone of the preceding claims, wherein
the electrostatic force (145) generated by the first trim electrodes (140, 240) and
the second trim electrodes (150, 250) is equal to the spring force (135) generated
by the spring elements (130, 230).
6. The acceleration sensor (200) according to any one of the preceding claims, wherein
a part of the first trim electrodes (240) is formed as electrode plates; and wherein
the first trim electrodes (240), which are formed as electrode plates, and the associated
second trim electrodes (250) form plate capacitors.
7. The acceleration sensor (100, 200) according to any one of claims 2 to 6, wherein
the sensor mass (120, 220), through setting of the detection voltage, is kept in a
neutral position in which the acceleration required for further deflection is independent
of the trim voltage.
8. The acceleration sensor (100, 200) according to claim 7, wherein
a computing unit determines, from the neutral position, a deviation of a first position
of the sensor mass (120, 220) in which no spring force acts on the sensor mass (120,
220), from a second position of the sensor mass (120, 220) in which no force generated
by the sensor electrodes and detection electrodes acts on the sensor mass (120, 220).
9. The acceleration sensor (100, 200) according to any one of claims 7 or 8, wherein
a computing unit, based on changes of the neutral position and changes of the trim
voltage required to cancel the spring force, checks the acceleration sensor (100,
200) for errors.
10. The acceleration sensor (100, 200) according to any one of the preceding claims, wherein
the acceleration sensor (100, 200) is a micro-electro-mechanical system.
1. Capteur d'accélération (100, 200) avec
une masse de capteur (120, 220) qui est montée, mobile à l'aide d'éléments à ressort
(130, 230) le long d'un axe de déplacement (x), sur un substrat (110, 210) ;
des premières électrodes d'ajustage (140, 240) qui sont reliées à la masse de capteur
(120, 220) ; et
des deuxièmes électrodes d'ajustage (150, 250) qui sont reliées au substrat (110,
210) et qui sont associées aux premières électrodes d'ajustage (140, 240) ;
une force de ressort (135) étant produite sur la masse de capteur (120, 220) par les
éléments à ressort (130, 230) lors d'une déviation de ladite masse de capteur (120,
220) le long de l'axe de déplacement (x) ;
une force électrostatique (145) qui agit à l'encontre de la force de ressort (135)
étant produite sur la masse de capteur (120, 220) par l'application d'une tension
électrique d'ajustage entre les premières électrodes d'ajustage (140, 240) et les
deuxièmes électrodes d'ajustage (150, 250), lors d'une déviation de la masse de capteur
(120, 220) ;
une partie des premières électrodes d'ajustage (240) étant conçues comme des électrodes
en forme de peignes pour former des électrodes de capteur (260), et les deuxièmes
électrodes d'ajustage (250) associées étant conçues comme des plaques d'électrodes
; et
les faces arrière des premières électrodes d'ajustage (240) qui sont conçues comme
des électrodes en forme de peignes et qui portent des dents de ces dernières, formant
avec les deuxièmes électrodes d'ajustage (250) associées des condensateurs à plaques
qui sont installés pour produire la force électrostatique (145).
2. Capteur d'accélération (100, 200) selon la revendication 1, avec des électrodes de
capteur (160, 260) qui sont reliées à la masse de capteur (120, 220) ; et
des électrodes de détection (170, 270) qui sont reliées au substrat (110, 220) et
qui sont associées aux électrodes de capteur (160, 260),
une déviation de la masse de capteur (120, 220) le long de l'axe de déplacement (x)
pouvant être définie grâce à une variation d'une tension de détection électrique entre
ou des charges électriques sur les électrodes de capteur (160, 260) et les électrodes
de détection (170, 270) associées.
3. Capteur d'accélération (200) selon la revendication 2,
une partie des électrodes de capteur (260) étant conçues comme des premières électrodes
d'ajustage (240) ;
et la tension d'ajustage entre les électrodes de capteur (260) conçues comme des premières
électrodes d'ajustage (240) et les deuxièmes électrodes de capteur (250) atténuant
la déviation de la masse de capteur (220).
4. Capteur d'accélération (200) selon l'une des revendications précédentes,
les premières électrodes d'ajustage (240) étant montées sur la masse de capteur (220)
symétriquement par rapport à un plan de symétrie perpendiculaire à l'axe de déplacement
(x) ; et
les deuxièmes électrodes d'ajustage (250) étant montées sur le substrat (210) symétriquement
par rapport à un plan de symétrie perpendiculaire à l'axe de déplacement (x)
5. Capteur d'accélération (100, 200) selon l'une des revendications précédentes,
la force électrostatique (145) produite par les premières électrodes d'ajustage (140,
240) et les deuxièmes électrodes d'ajustage (150, 250) étant égale à la force de ressort
(135) produite par les éléments à ressort (130, 230) .
6. Capteur d'accélération (200) selon l'une des revendications précédentes,
une partie des premières électrodes d'ajustage (240) étant conçues comme des plaques
d'électrodes ; et
les premières électrodes d'ajustage (240) qui sont conçues comme des plaques d'électrodes
et les deuxièmes électrodes d'ajustage (250) associées étant conçues comme des condensateurs
à plaques.
7. Capteur d'accélération (100, 200) selon l'une des revendications 2 à 6,
la masse de capteur (120, 220) étant maintenue, grâce à un réglage de la tension de
détection, dans une position neutre dans laquelle l'accélération nécessaire à la poursuite
de la déviation est indépendante de la tension d'ajustage.
8. Capteur d'accélération (100, 200) selon la revendication 7,
une unité de calcul définissant, à partir de la position neutre, un écart entre une
première position de la masse de capteur (120, 220) dans laquelle aucune force de
ressort n'agit sur la masse de capteur (120, 220), et une deuxième position de la
masse de capteur (120, 220) dans laquelle aucune force produite par les électrodes
de capteur et les électrodes de détection n'agit sur la masse de capteur (120, 220).
9. Capteur d'accélération (100, 200) selon l'une des revendications 7 et 8,
une unité de calcul, sur la base de variations de la position neutre et de variations
de la tension d'ajustage nécessaire pour neutraliser la force de ressort, examinant
la présence d'erreurs dans le capteur d'accélération (100, 200) .
10. Capteur d'accélération (100, 200) selon l'une des revendications précédentes,
ledit capteur d'accélération (100, 200) étant un système micro-électromécanique.