[0001] Die vorliegende Erfindung bezieht sich auf eine Unterfederung, insbesondere einen
Lattenrost, gemäss Oberbegriff des Anspruchs 1.
[0002] Mit Unterfederung wird allgemein eine flächige, federnde Unterlage für die Matratze
bezeichnet. Im Rahmen der vorliegenden Erfindung wird generell die Konstruktion betrachtet,
die als Lattenrost oder Federholzrahmen bekannt ist. Dabei verlaufen als federnde
Elemente eine Anzahl länglicher, leistenförmiger Federelemente quer zur Längsrichtung
der Unterfederung. Sie sind seitlich in den Holmen eines Rahmens gehalten oder liegen,
z.B. im Falle eines Rolllattenrosts, auf entsprechenden Auflageflächen des Bettrahmens
auf. Bei den Latten sind verschiedene Ausführungen bekannt von gerade bis vorgespannt
und doppelten oder mehrfachen Ausführungen mit verschiebbaren Verbindungselementen,
um verschiedene Federcharakteristiken zu erhalten.
[0003] Eine grundlegende Aufgabe aller Unterfederungen ist, eine Anpassung der Matratzenoberfläche
an die Körperform eines ruhenden Menschen zu erzielen im Sinne einer entspannten Wirbelsäule
und entlasteter Bandscheiben. Kann sich die Matratze der Körperform nicht anpassen,
resultiert ein unruhiger Schlaf, Beschwerden beim Aufstehen und andere Unannehmlichkeiten.
Verschiedene Lösungsansätze für dieses Problem sind bekannt.
[0004] Es sind Unterfederungen am Markt bekannt, bei denen beide Bereiche, Schulter und
Gesässbereich mittels spezieller Beschläge und Lagersegmentketten nach unten absenken
können. Nachteil dieser Lösungen ist, dass die die aufgrund der Benutzung entstehenden
Einsinkbereiche immer nach unten wirken (Hängematteneffekt) und damit einen entsprechenden
Weg benötigen. Die Bauhöhe der Unterfederungen im Bettgestell sind jedoch begrenzt
und damit die Matratze noch entsprechend im Bettrahmen gehalten werden kann.
[0005] Es sind weiterhin Liegesystem oder Komponenten hierzu am Markt bekannt, die mit Hilfe
von Wippen- und Schiebemechanismen eine bessere Anpassung an die Körpergeometrie versprechen.
Diese bringen jedoch entsprechend geringere Geometrieanpassungen mit sich als die
vorliegende Erfindung.
[0006] Weiterhin sind Systeme bekannt, bei denen die Lagerung der Federleisten im Randbereich
verschiebbar sind. Dadurch sollen stärker und weniger stark stützende Bereiche über
die Länge des Rahmens entstehen.
[0007] Ebenfalls können die Härten der verschiedenen Zonen mittels Verhärtung der Federleisten,
der Veränderung der Flexibilität der Federleistenlagerkörper sowie deren Höhe voreingestellt
werden. Diese Systeme haben allesamt den Nachteil, dass diese fix am Rahmen voreingestellt
werden müssen. Diese Voreinstellung kann nur auf eine bevorzugte Schlafposition erfolgen,
obwohl sich der Schläfer in der Nacht in unterschiedliche Positionen begibt, die wiederum
eine andere Einstellung erfordern (Seitenlage, Rückenlage, Bauchlage)
[0008] Es existieren bereits Systeme am Markt, bei denen sich die Elemente der Federleistenlagerung
dynamisch den Geometrien und unterschiedlichen Gewichtsbelastungen des Körpers anpassen.
Sie basieren auf hydraulischer oder hydropneumatischer Basis mittels Stösseln oder
funktionieren mechanisch mit Führungen und Rollen in Kombination mit Gurten.
[0009] Eine Aufgabe der vorliegenden Erfindung besteht daher darin, eine Unterfederung anzugeben,
die sich selbsttätig an Proportionen und Gewicht einer ruhenden Person anpasst.
[0010] Eine derartige Unterfederung ist im Anspruch 1 angegeben. Die weiteren Ansprüche
geben bevorzugte Ausführungsformen an.
[0011] Demgemäss wird vorgeschlagen, zwei Bereiche der Unterfederung über einen Hebel oder
eine Hebelanordnung derart beweglich an den Holmen, das heisst am stationären Teil
der Unterfederung, anzubringen, dass bei Belastungen der höher belastete Bereich absinkt
und dabei den niedriger belasteten Teil anhebt. Die Bereiche, die bei Belastung absinken,
sind dabei diejenigen, auf denen Schulter und / oder Becken (Gesäss) einer Person
liegen. Als anzuhebender Bereich ist die Lordose anzusehen. Eine wesentliche Erkenntnis
dabei ist, dass für einen weiten Bereich von Körpergrössen die Abstände zwischen den
Bereichen des Körpers doch recht wenig variieren, so dass eine Ausführung der Hebel
oder Hebelanordnung einen weiten Bereich von Körpergrössen abdeckt. Gemäss Versuchen
genügt insbesondere eine einzige Ausführung, um Körpergrössen zwischen "kleine Frau"
(1.54 m) bis "grosser Mann" (1.87 m) gemäss DIN33416 abzudecken. Eine Anpassung des
Ausmasses der jeweiligen Bewegung kann durch geeignete Wahl von Hebellängen erzielt
werden. Auf die gleiche Art wird auch eine Anpassung an die Gewichtsverhältnisse erreicht.
[0012] Die Erfindung wird weiter an einem Ausführungsbeispiel unter Bezugnahme auf die Figuren
erläutert. Es zeigen:
- Figur 1 Schematisierte Ansicht von oben auf eine Unterfederung, insbesondere Lattenrost;
- Figur 2 Schnitt gemäss II-II in Figur 1 durch den Lattenrost;
- Figur 3 Schnitt gemäss II-II in Figur 1 durch den Lattenrost unter Belastung;
- Figur 4 Vergrösserte Darstellung einer Hebelanordnung im unbelasteten Zustand;
- Figur 5 Vergrösserte Darstellung der Hebelanordnung gemäss Figur 4 in belastetem Zustand;
- Figur 6 Teilschnitt gemäss II-II in Figur 1 bei aufgerichtetem Rückenteil.
[0013] Die Unterfederung 1, hier beispielhaft ein Lattenrost, weist einen rechteckigen Rahmen
3 auf, der in der Figur 1 rechts und links zwei in Längsrichtung verlaufende Holme
5 umfasst. An den Holmen 5 sind Lagerungen oder Befestigungen 7 (Zeigelinien nur beispielhaft
auf einen Teil der Lagerungen gerichtet) vorhanden, in denen die querverlaufenden
Latten 9 (a-f) gehalten sind.
[0014] Die Halterungen 7 können verschiedene, bekannte Formen aufweisen, insbesondere gefedert
sein. Die Latten 9 können einfache Latten sein oder auch Anordnungen von zwei oder
mehr Latten, sei es parallel verlaufende oder auch übereinanderliegende, um die Steifigkeit
zu variieren. Im Bereich 11, auf dem Schulter bis Gesäss einer schlafenden Person
aufliegen, sind die Latten 9a-9e in einer Hebelanordnung oder Mechanik 15 gelagert.
[0015] Die Mechanik 15 ist in Figur 2 und vergrössert in Figur 4 in Ruhestellung dargestellt,
das heisst ohne Belastung durch den Körper einer Person. Wie in Figur 2 ersichtlich
werden über die ganze Länge die gleichen und für sich konventionellen Lagerungen 7
und Latten 9 eingesetzt. Im Kopfbereich und im Bein / Fussbereich 19 sind die Halterungen
7 mittels Befestigungen 21 am Holm 5 fix angebracht. Diese Konstruktion entspricht
daher den bekannten Ausführungen. Insbesondere ist grundsätzlich für die Latten 9f
und die Halterung 7 wie auch die Befestigung 21 denkbar, aus einer Vielzahl an sich
bekannter Ausführungen auszuwählen.
[0016] Die Hebelanordnung 15 weist im Schulterbereich einen einarmigen äusseren Schulterhebel
25 auf, der um eine Achse 27 schwenkbar ist. Der einarmige äussere Schulterhebel 25
ist über einen Bolzen 29, der an seinem Ende 31 ausgebildet ist, am zweiarmigen inneren
Schulterhebel 35 angelenkt. Der innere Schulterhebel 35 weist an seinem äusseren Ende
37 ein Langloch 39 auf, in das der Bolzen 29 eingreift, so dass er sich beim Schwenken
der beiden Schulterhebel im Langloch 39 bewegen kann, um die Beweglichkeit der beiden
Schulterhebel 25, 35 zu gewährleisten. Der innere Schulterhebel 35 ist um eine Achse
41 schwenkbar gelagert und weist ein zweites, inneres Ende 43 auf, an dem sich der
obere Lordosenträgerbolzen 47 befindet.
[0017] Eine im Wesentlichen spiegelbildliche Anordnung von einem einarmigen äusseren Gesässhebel
51, (um äussere Gesässhebelachse 53 schwenkbar), einem inneren zweiarmigen Gesässhebel
55 (um innere Gesässhebelachse 57 schwenkbar) mit Langloch 59 für Bolzen 61 am achsenfernen
Ende 63 von äusserem Gesässhebel 51 und einem unteren Lordosenträgerbolzen 65 am inneren
Ende 67).
[0018] Am oberen Lordosenträgerbolzen 47 und unteren Lordosenträgerbolzen 65 ist der Lordosenträger
69 im Wesentlichen schwebend gehalten. Die Lordosenträgerbolzen 47 und 65 stecken
in oberem Langloch 71 bzw. unterem Langloch 72. Form und Verlauf der beiden Langlöcher
71 und 72 bestimmen dabei die Bewegung des Lordosenträgers 69, wenn sich die Schulterhebel
25, 35 und die Gesässhebel 51, 55 bewegen.
[0019] Die Hebelachsen 27, 41, 53, 57 sind an Grundplatten 74 angebracht. Die Grundplatten
74 sind in Vertiefungen oder Ausnehmungen von im Wesentlichen gleicher Kontur in den
Holmen 5 eingesetzt. Die Befestigung der Grundplatten kann durch Klemmung in den Aufnahmen
in den Holmen 5 erfolgen, aber auch gesichert werden durch eine oder mehrere an sich
bekannte Massnahmen wie: Verschrauben am Holm, Anschrauben an Gegenplatte oder Mutter,
ggf. mit Unterlagscheibe, Verkleben, Formschluss. Günstig wirkt sich aus, dass die
Grundplatten 74 identisch sind, wodurch der Aufwand bei der Herstellung gesenkt wird.
Ein weiterer Vorteil der Platten 74 ist, dass sie tribologisch optimierte Kontaktflächen
(Gleitflächen) für die Bewegungen der Hebel bieten. Abgesehen von der Sicherstellung
der Langlebigkeit durch Vermeidung von Abrieb können so auch mechanische Geräusche
wie Klappern und Quietschen vermieden werden, wobei trotzdem für den Rahmen der Gestaltungspielraum
erhalten bleibt. Insbesondere die Platte 74 hinter dem Lordosenträger 69 dient im
Wesentlichen der Bereitstellung einer solchen optimierten Gleitfläche.
[0020] Wie in Figur 2 dargestellt, sind an jedem der Hebel 25, 35, 51, 55 je eine Halterung
7 für eine Latte 9a, 9b, 9d, 9e angebracht. Die Hebel 25, 35, 51, 55 weisen dazu jeweils
Paare von Bolzen 73 auf. Die Bolzen 73 in den Schulterhebeln, 25, 35 sind dabei so
gegenüber den jeweiligen Achsen 27, 41 angeordnet, dass sich bei Belastung von oben
(das heisst im Wesentlichen in Richtung des Pfeils 75) das Ende 31 und das äussere
Ende 37 des äusseren 25 bzw. inneren 35 Schulterhebels nach unten bewegen, wodurch
das innere Ende 43 des inneren Schulterhebels 35 nach oben gedrückt wird und dadurch
über den Bolzen 47 zunächst das obere Ende des Lordosenträgers 69 nach oben bewegt.
Entsprechend führt eine Belastung von oben gemäss Pfeil 77 auf die Gesässhebel zu
einer Bewegung des unteren Lordosenträgerendes nach oben durch die entsprechende Bewegung
des Bolzens 65. Beispielhaft ist die Situation bei gleichzeitiger Einwirkung von oben
auf Schulterhebel und Gesässhebel in den Figuren 3 und 5 dargestellt. Bei gleichzeitig
einwirkender Kraft wird der Lordosenträger 69 angehoben. Wird der Druck auf die Schulterhebel
25, 35 (Pfeil 75) und die Gesässhebel 53, 55 (Pfeil 77) durch Schultern und Gesäss
oder Becken einer liegenden Person ausgeübt, so ergibt sich durch das Anheben (Pfeil
78) des Lordosenträgers 69 die gewünschte Unterstützung im Lordosenbereich. Durch
die mechanische Koppelung von Schulter-, Lordosen- und Gesässbereich ergibt sich dabei
eine Gleichgewichtslage und gleichmässige Unterstützung aller Bereiche und eine automatische
Anpassung sowohl an die Liegeposition wie auch an Proportionen und Gewichtsverteilung
der ruhenden Person.
[0021] Ein weiterer Vorteil der beschriebenen Anordnung besteht darin, dass die Latten 9a,
9b, 9d, 9e im Schulter und Gesässbereich absinken, während die Latte 9c mit dem Lordosenträger
69 angehoben wird. Durch diese gegenläufige Bewegung ergibt sich ein insgesamt geringerer
Platzbedarf in der Höhe, das heisst, der Lattenrost ist insgesamt niedriger, wodurch
sich unter anderem zusätzlicher Gestaltungsspielraum beim Bettrahmen ergibt.
[0022] In der Ruheposition, wie in Figuren 2 und 4 gezeigt, befinden sich alle Latten 9
in gleicher Höhe und damit die aufliegende Matratze (nicht dargestellt) in einer geraden,
schonenden Lage. Die Rückkehr in die Ruhelage wird durch Federelemente, z.B. Spiralfedern,
an den Achsen 27, 41, 53, 57 unterstützt oder sogar herbeigeführt.
[0023] Die Spiralfedern 79 sind auf Stifte 81 aufgesteckt, die aus den Grundplatten 74 hervorstehen.
Das eine Ende 79a jeder Spiralfeder 79 stützt sich im Wesentlichen an der jeweiligen
Achse 27, 41, 53, 57 ab, das andere Ende an einem Vorsprung oder einer Nase in der
Rückseite des jeweiligen Hebels 25, 35, 51, 55. Die Rückseiten der Hebel 25, 35, 51,
55 weisen entsprechende Vertiefungen für die Spiralfeder 79 und die Stifte 81 auf,
so dass die Beweglichkeit der Hebel 25, 35, 51, 55 gewährleistet ist. Insbesondere
wenn die Hebel 25, 35, 51, 55 aus Kunststoff durch einen Formprozess wie Spritzgiessen
hergestellt werden, ist eine massive Ausführung ungünstig (Gewicht, Materialeinsatz,
Stabilität und Haltbarkeit im Hinblick auf Schrumpfungsvorgänge bei Abkühlen nach
dem Formprozess). Vorgezogen wird daher eine gitterförmige Struktur, das heisst eine
von hinten gesehen weitgehend hohle Form der Hebel, mit einem Gitter von Streben zur
Versteifung, vorzugsweise auch für die Grundplatten 74. Diese Struktur wird so ausgelegt,
dass sie die Stifte 81 und die Feder 79 aufnehmen kann, die Beweglichkeit der Hebel
gegenüber den Stiften 81 und der Feder 79 nicht behindert und auch einen Halt für
das zweite Ende 79b der Spiralfeder bietet, so dass diese den jeweiligen Hebel 25,
35, 51, 55 in die Grundstelle zurückbewegen kann. Derartige versteifte Hohlstrukturen
oder Wabenstrukturen sind dem Fachmann an sich bekannt.
[0024] Insbesondere hochwertige Unterfederungen sind mit Möglichkeiten ausgestattet, Kopf-
oder Fussende in ein oder mehr Abschnitten anzuheben, um eine höhere Lagerung der
Füsse oder Beine zu ermöglichen, oder eine aufgerichtete Stellung des Oberkörpers
oder des Kopfs, z.B. zum Lesen.
[0025] Die beschriebene Hebelanordnung 15 kann mit derartigen Schwenkachsen ausgestattet
werden wie in Figur 6 dargestellt. Das Aufrichtgelenk 83 mit Schwenkachse 84 ist im
Bereich der Verbindung zwischen innerem Gesässhebel 55 und Lordosenträger 69 angeordnet.
Wie aus Vergleich der Figur 6 mit den Figuren 4 und 5 ersichtlich, ist die Auslegung
des Langloches 72 unter anderem von dem Bewegungsbereich des Gelenks 83 beeinflusst.
[0026] Die weiteren Bewegungsmöglichkeiten des Kopfteils (Gelenk 85) und im Bereich der
Oberschenkel (Gelenk 87 mit angedeuteter Achse 88) liegen ausserhalb des Hebelmechanismus
15.
[0027] Offensichtlich sind beim Aufstellen eines Rückenteils durch Abknicken der Hebelanordnung
15 an einem Gelenk 83 auch die Hebelverhältnisse betroffen. Dadurch ergibt sich eine
gewünschte Veränderung der Reaktion an die aufgerichtete Haltung des Oberkörpers.
[0028] Eine zusätzliche Steigerung des Komforts ist möglich durch Massnahmen, die den Bewegungsbereich
der Schulterhebel 25, 35 und der Gesässhebel 51, 55, denkbar auch des Lordosenträgers
69, beschränkt. Derartige Massnahmen können z.B. Anschläge 89 sein. Z.B. handelt es
sich dabei um Stifte in entsprechenden Löchern, die je nach Bedarf eingesteckt bzw.
entfernt werden können.
[0029] Aus der Beschreibung des Ausführungsbeispiels gehen die folgenden Vorteile hervor:
In den sensiblen Liegeflächenbereichen Schulter, Gesäss und Lordose wird ein Systembeschlag
realisiert, der neben einer kraft- und gewichtsabhängigen Absenkung im Bereich Schulter
und Gesäss eine zusätzliche Stützung im Bereich der Lordose generiert. Hierbei wird
der Liegekomfort nicht nur durch eine Absenkung optimiert, sondern auch durch eine
Anhebung in den entgegengesetzten Zonen (Wippeneffekt). Die einzelnen Trägersegmente
können dabei mit einem Federmechanismus so vorgespannt werden, dass diese in unbelastetem
Zustand der Matratze in eine ebene Ausgangslage zurückgestellt werden. Alle üblichen
Komfortstufen von unverstellbar bis 4-Motoren-Einlegrahmen können bevorzugt realisiert
werden.
[0030] Bei Belastung des Gesäss- und des Schulterbereiches wird gleichzeitig der Lordosenbereich
nach oben bewegt, was bei niedrigerer Systemhöhe zu gleicher oder besserer Körpergeometrieanpassung
führt.
[0031] Speziell an der vorliegenden Mechanik ist, dass die Wippen (Hebel) im Schulter und
Gesässbereich im Zusammenspiel miteinander eine definierte Stützung des Lordosensegments
generieren und geometrie- und gewichtsabhängig reagieren. Dadurch entsteht eine gleichmässige
Druckverteilung über den gesamten Bereich von der Schulter bis zum Oberschenkel. Federelemente
in der Mechanik sorgen dafür, dass die Liegefläche im unbelasteten Zustand gerade
ausgerichtet ist und erst bei Belastung der Einsink- und Stützeffekt entsteht. Es
sind weiterhin Anschläge in der speziellen Wippenmechanik vorgesehen, welche die Einsinkwege
in den Bereichen Schulter und Gesäss individuell begrenzen können, womit das Reaktionsverhalten
den individuellen Körpergeometrieunterschieden zwischen den Benutzern beeinflusst
werden kann: (Mann:=breite Schultern, schmales Becken == Schulterabsenkung maximal,
Gesäss minimal; Frau:= schmale Schultern, breites Becken == Gesäss maximal, Schulter
minimal).
[0032] Die Wippenmechanik ist so ausgeführt, dass eine Bewegung der einzelnen Segmente auch
in der Verwendung mit einer motorisch verstellbaren Unterfederung möglich ist. Dabei
wird die Wirkung und Flexibilität der Wippen in der Sitzposition reduziert und passt
sich dabei der Sitzposition besser an.
[0033] Das System reagiert auf die unterschiedlichen Liegepositionen und passt sich diesen
unter gleichbleibender Druckverteilung dynamisch jeweils an.
[0034] Insbesondere sind die einzelnen Hebelanordnungen nur über die Latten gekoppelt und
reagieren jeweils auch auf die Lage einer liegenden Person voneinander unabhängig.
Dadurch kann sich die Unterfederung der Lage der Person anpassen, was bei Personen,
die im Schlaf oft die Lage wechseln, vorteilhaft ist.
[0035] Aus der vorangehenden Darstellung eines Ausführungsbeispiels sind dem Fachmann zahlreiche
Abwandlungen und Ergänzungen zugänglich, ohne den Schutzbereich der Erfindung zu verlassen,
der durch die Ansprüche definiert ist.
[0036] Denkbar sind unter anderem:
- Die Latten 9 können auch jeweils und unabhängig voneinander eine Lattenanordnung aus
zwei oder mehr parallel oder übereinander verlaufenden Latten sein.
- Die Lattenhalterungen 7 können im Wesentlichen von jeglicher bekannter Art sein, die
Befestigungsvorkehrungen, im Beispiel Bolzen 73, sind an die jeweils gewählte Lattenhalterung
anpassbar.
- Die Anordnung der Lattenhalterungsbefestigungen 73, die Dimensionierung der Hebel
25, 35, 51, 55 wie auch des Lordosenträgers sind variierbar im Hinblick auf das Zielspektrum
der Benutzer.
- Die Federelemente 79, die die Hebelanordnung 15 in die Grundstellung bewegt, kann
durch eine andere Federanordnung (Spiralfeder, Federungen, Metall oder Kunststoff)
ersetzt werden oder auch motorisch unterstützt sein.
- Die Hebel 15, 25, 51, 55 können direkt an den Holmen 5 einer Unterfederung bzw. einen
Lattenrost 1 angebracht sein oder auch zusammen an einem Träger, der am Holm angebracht
ist oder ein integraler Bestandteil eines Holm ist und im Extremfall die Grundplatten
74 ersetzt.
- Als Material für die Einzelteile der Hebelanordnung 15 sind im Wesentlichen alle die
vorhersehbare Belastung ertragenden Materialien denkbar. Ein weiterer Aspekt ist,
dass eine Geräuschentwicklung in aller Regel unerwünscht ist. Aus diesem Grunde bestehen
die Hebel 15, 25, 51, 55 sowie der Lordosenträger 69 bevorzugt aus einem entsprechend
belastbaren Kunststoff, gegebenenfalls faserverstärkt.
- In Figur 4 sind zwei Stifte 89 gezeigt, die die Bewegung der Schulterhebel 25, 35
und der Gesässhebel 51, 55 blockieren, was z.B. für Transportzwecke geeignet ist.
Andere, tiefer liegende Positionen (nicht dargestellt) beschränken die Bewegung, blockieren
sie jedoch nicht vollständig, für eine Anpassung an besondere Anforderungen.
- Eine oder mehr als zwei Hebelanordnungen (im Ausführungsbeispiel: zwei Hebelanordnungen
gegenüberliegend angeordnet an je einem Holm 5) sind vorhanden. Zum Beispiel ist vorstellbar,
eine Hebelanordnung etwa mittig im Rahmen 3 parallel zu den Holmen 5 anzuordnen. Ein
entsprechend zusätzlich nötiger Träger ist ausgelegt, dass die darüber verlaufenden
Latten beim Absenken nicht aufsetzen, z.B. durch eine entsprechende Ausnehmungen für
die abgesenkten Latten. Andere Massnahmen zu diesem Zweck sind höhere Halterungen
für die Latten und höher angeordnete Befestigungsvorkehrungen 73 für die Halterungen.
1. Unterfederung (1) für eine Matratze mit zwei im wesentlich parallel verlaufenden Holmen
(5), zwischen denen im wesentlich senkrecht zu den Holmen eine Mehrzahl Latten (9,
9a-f) angeordnet ist, wobei die Latten zur Auflage einer Matratze ausgebildet sind,
dadurch gekennzeichnet, dass mindestens eine erste und eine zweite Latte (9a,b; 9d,e; 9c) an mindestens einem
der Holme in einer Hebelanordnung (15) gehalten ist, so dass die erste (9a,b; 9d,e)
und zweite Latte (9c) in einer Ebene senkrecht zu ihrer Längsrichtung und in einem
Winkel kleiner als 90° zur Ebene senkrecht zur Längsrichtung der Holme bewegbar ist,
und die Hebelanordnung einen zweiarmigen Hebel (35; 55) umfasst, der an einem Befestigungspunkt
(41; 57) an einem Holm drehbar befestigt ist und dessen beide Arme in Wirkverbindung
mit den Aufnahmen (73) der ersten bzw. der zweiten Latte in Wirkverbindung stehen,
so dass die Bewegungen der beiden Latten eine wesentliche gegenläufige Komponente
aufweisen.
2. Unterfederung (1) gemäss Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, dass die erste Latte (9b; 9d) in einer Aufnahme (7) an einem ersten (37; 68) der beiden
Arme des zweiarmigen Hebels (35; 55) gehalten ist.
3. Unterfederung (1) gemäss einem der Ansprüche 1 bis 2, dadurch gekennzeichnet, dass die zweite Latte (9c) in einer Aufnahme (7) gehalten ist, die an einem drehbeweglich
mit einem zweiten Arm (43; 67) des zweiarmigen Hebels (35; 55) verbundenen Tragelement
(69) vorhanden ist.
4. Unterfederung (1) gemäss einem der Ansprüche 1 bis 3, dadurch gekennzeichnet, dass das Tragelement (69) drehbeweglich mit einem ersten Arm (67; 43) eines zweiten zweiarmigen
Hebels (55; 35) verbunden ist, wobei ein zweiter Arm (68; 37) des zweiten zweiarmigen
Hebels wenigstens eine Aufnahme (73) für eine dritte Latte (9d; 9b) aufweist, so dass
die Verbindungsstelle (65, 72; 47, 71) zum Tragelement eine im wesentlichen gegenläufige
lineare Bewegung zur Aufnahme für die dritte Latte ausführt.
5. Unterfederung (1) gemäss einem der Ansprüche 1 bis 4, dadurch gekennzeichnet, dass an wenigstens einem von erstem und zweitem zweiarmigem Hebel (35; 55) an dem Arm
(37; 68) mit der Aufnahme für eine erste bzw. dritte Latte (9b; 9d) ein erster Arm
(31; 63) eines vierten Hebels (25; 51) drehbeweglich angelenkt ist und der erste Arm
des vierten Hebels eine Aufnahme für wenigstens eine vierte Latte (9a; 9e) aufweist,
so dass sich die vierte Latte im wesentlichen linear gleichsinnig mit erster bzw.
dritter Latte bewegt.
6. Unterfederung (1) gemäss einem der Ansprüche 1 bis 5, dadurch gekennzeichnet, dass sich spiegebildliche Hebelanordnungen (15) an den beiden Holmen (5) befinden, um
beide Enden von Latten (9a-e) äquivalent aufzunehmen.
7. Unterfederung (1) gemäss einem der Ansprüche 1 bis 6, dadurch gekennzeichnet, dass die Verbindungen zwischen den Hebeln (25,35,51,55) der Hebelanordnung (15) untereinander
und, soweit vorhanden, mit dem Tragelement (69) Langlöcher (39, 71, 72, 59) umfassen,
um die Kopplung der Hebel bei Beibehaltung der Drehbeweglichkeit der Hebel zu erzielen.
8. Unterfederung (1) gemäss Anspruch 7, dadurch gekennzeichnet, dass die Langlöcher (39, 71, 72, 59) in den Armen eines Hebels (25,35,51,55) in einem
Winkel deutlich verschieden von 180° gegeneinander und/oder anders als geradlinig
ausgeführt sind, insbesonderes gekrümmt und/oder gewinkelt, um die Grösse der Bewegungen
der Latten (9a - 9e) relativ zueinander in Abhängigkeit von der Stellung der Hebel
einzustellen.
9. Unterfederung (1) gemäss einem der Ansprüche 1 bis 8, dadurch gekennzeichnet, dass die Aufnahmen für die Latten (9a-9f) federnd flexibel sind, so dass eine Kippbewegung
der Latten bei Bewegung der Hebel (25,35,51,55) und, wenn vorhanden, des Tragelements
(69) ausgleichbar ist und eine hinsichtlich der Oberfläche der Latten parallele Ausrichtung
herstellbar ist.
10. Unterfederung (1) gemäss einem der Ansprüche 1 bis 9, dadurch gekennzeichnet, dass sich die wenigstens eine erste Latte (9a, 9b) an einer Position befindet, die der
Auflage der Schulter einer Person in einer vorgegebenen Schlafposition entspricht,
die Position der wenigstens einen zweiten Latte (9c) der durchschnittlichen Position
der Lordose einer Person in der Schlafposition entspricht, und wenn vorhanden die
Position der wenigstens einen dritten Latte (9d, 9e) der durchschnittlichen Position
des Beckens einer Person in der Schlafposition entspricht, um durch Absenken von erster
und, wenn vorhanden, dritter Latte durch Schulter und/oder Becken der Position eine
Anhebung der zweiten Latte im Hüftbereich zu bewirken.