[0001] Die Erfindung betrifft eine Schmiervorrichtung zum Aufbringen eines Schmiermittels
beim Walzen, insbesondere Kaltwalzen, eines Walzgutes.
[0002] Das Walzgut ist dabei ein metallisches Walzband, das durch einen Walzspalt zwischen
zwei rotierenden Arbeitswalzen eines Walzgerüstes geführt wird, um die Dicke des Walzbandes
zu reduzieren. Mit dem Schmiermittel wird die Reibung zwischen dem Walzband und den
Arbeitswalzen in dem Walzspalt reduziert. Dazu wird das Schmiermittel mit der Schmiervorrichtung
beispielsweise auf eine Arbeitswalze oder auf eine Stützwalze oder vor dem Walzspalt
auf das Walzgut aufgebracht.
[0003] Derartige Schmiervorrichtungen weisen meist Düsen zum Sprühen des Schmiermittels
auf. Die Anordnung der Düsen hängt dabei von mehreren Parametern ab. Insbesondere
hängt sie von dem Abstand zwischen den Düsen und der Oberfläche, auf die Schmiermittel
aufgetragen werden soll, ab. Dieser Abstand ergibt sich wiederum aus technologischen
Anforderungen der Schmierprofilerzeugung sowie aus Platzanforderungen an bestehenden
Walzgerüsten. Ferner hängt die Düsenanordnung von dem Sprühwinkel der zu verwendenden
Düsen ab, der den Abstand der Düsen voneinander beeinflusst. Die komplexe Abhängigkeit
der Düsenanordnung von derartigen Parametern erschwert die Konstruktion einer für
verschiedene Walzgerüste und Walzprozesse verwendbaren bzw. flexibel an verschiedene
Walzgerüste und Walzprozesse anpassbaren Schmiervorrichtung.
[0004] Es sind verschiedene Vorrichtungen und Verfahren zum Aufbringen eines Schmiermittels
beim Walzen bekannt.
[0005] EP 1 142 652 A2 und
EP 1 142 653 A2 offenbaren Walzenkühl- und/oder Schmiervorrichtungen für Kaltbandwalzwerke mit den
einzelnen Walzen zugeordneten, an den Walzenständern eines Walzgerüstes angebrachten
Düsenbalken, in die über die Breite der Walzen Sprühdüsen eingebaut sind. Die Düsenbalken
sind mittels eines durch Stellzylinder gebildeten Linearantriebs in Richtung ihrer
Längsachse quer zur Laufrichtung des Walzbandes verschiebbar und mittels eines Drehantriebs
um die Längsachse schwenkbar.
[0006] EP 2 465 619 A1 offenbart eine Vorrichtung und ein Verfahren zum Aufbringen eines Schmiermittels
beim Walzen von metallischem Walzgut, wobei ein Gemisch aus Schmiermittel und einem
Trägergas in einer Zerstäubungseinrichtung erzeugt wird. Das Gemisch wird einer Anordnung
von Sprühdüsen zugeführt und mittels eines Gesamt-Sprühstrahls auf die Oberfläche
zumindest einer Arbeitswalze und/oder auf die Oberfläche des Walzbandes aufgetragen.
[0007] CH 686 072 A5 offenbart eine Sprayanlage, die sich an eine Strangpresse anschließt und dem allseitigen
Kühlen von metallischen Profilen dient. Die Kühlmedien treten programmgesteuert in
Richtung der Profile aus Sprühdüsen aus. Der Abstand, die Querschnittsverteilung und
die Richtung der Sprühdüsen sind spezifisch an die geometrische Form und die Massenverteilung
der Profile adaptiert.
[0008] EP 0 153 532 A2 offenbart einen Sprühbalken, in dem Einstoff-Membrandüsen befestigt sind. Das Kühlmedium
wird in einem Längskanal eines ersten Balkenteiles an die jeweiligen Düsen befördert,
während der Kanal im zweiten Balkenteil das zur Betätigung der Düsen notwendige druckbeaufschlagte
Steuermedium (z. B. Druckluft) enthält. Jede Düse besitzt zur Betätigung der Membran
eine elektromagnetische Spule, die über entsprechende Anschlüsse angesteuert wird.
[0009] Der Erfindung liegt die Aufgabe zugrunde, eine Schmiervorrichtung zum Aufbringen
eines Schmiermittels beim Walzen eines Walzgutes anzugeben, die insbesondere hinsichtlich
der Anpassbarkeit ihrer Herstellung an verschiedene Walzgerüste und Walzprozesse verbessert
ist.
[0010] Die Aufgabe wird erfindungsgemäß durch die Merkmale des Anspruchs 1 gelöst.
[0011] Vorteilhafte Ausgestaltungen der Erfindung sind Gegenstand der Unteransprüche.
[0012] Eine erfindungsgemäße Schmiervorrichtung zum Aufbringen eines Schmiermittels beim
Walzen eines Walzgutes umfasst ein Strangpressprofil mit zwei sich gegenüber liegenden
Profilenden, zwischen denen mehrere zu beiden Profilenden offene Schmiermittelkanäle
und wenigstens ein zu beiden Profilenden offener Trägermediumkanal durch das Strangpressprofil
verlaufen. Ferner weist die Schmiervorrichtung für wenigstens ein Profilende einen
Anschlussblock auf, der an dem Profilende mit dem Strangpressprofil verbunden ist
und Schmiermittelanschlusskanäle, die jeweils mit einem Schmiermittelkanal des Strangpressprofils
verbunden sind, aufweist. Außerdem weist die Schmiervorrichtung mit dem Strangpressprofil
verbundene Düsen auf, die jeweils mit einem Schmiermittelkanal und wenigstens einem
Trägermediumkanal des Strangpressprofils verbunden und zum Erzeugen und Ausgeben eines
Schmiermittel-Trägermedium-Gemisches aus einem Schmiermittel und einem Trägermedium
ausgebildet sind. Das Trägermedium ist ein Gas, z. B. Luft, oder eine Flüssigkeit,
z. B. Wasser.
[0013] Das Strangpressprofil fungiert dabei gleichzeitig als Träger der Düsen und als Rohrsystem
für die Leitung von Schmiermittel und Trägermedium zu den Düsen. Ein derartiges Strangpressprofil
kann einfach aus einem durch ein Strangpressverfahren gefertigten Halbzeug, das bereits
die Trägermedium- und Schmiermittelkanäle aufweist, hergestellt werden. Insbesondere
kann die Länge des Strangpressprofils durch einfaches Zuschneiden des Halbzeugs variabel
einer Ausdehnung eines zu schmierenden Schmierungsbereiches angepasst werden. Der
Konstruktionsaufwand für die Herstellung der Schmiervorrichtung und deren Anpassung
an Parameter von Walzgerüsten und Walzprozessen reduziert sich im Wesentlichen auf
die Positionierung der Düsen, die flexibel durch Einbringen (beispielsweise durch
Bohren und/oder Fräsen) von Düsenausnehmungen und Verbindungsleitungen zwischen den
Düsenausnehmungen und den Trägermedium- und Schmiermittelkanälen gestaltet werden
kann. Dies reduziert vorteilhaft den Aufwand und die Kosten für die Herstellung der
Schmiervorrichtung und ermöglicht eine einfache Anpassung dieser Herstellung an verschiedene
Walzgerüste und Walzprozesse.
[0014] Die Verwendung eines Strangpressprofils mit durch das Strangpressprofil verlaufenden
Trägermedium- und Schmiermittelkanälen vermeidet außerdem vorteilhaft abzudichtende
Dichtstellen entlang einer Längsausdehnung der Schmiervorrichtung, die beispielsweise
bei einem modularen Aufbau einer Schmiervorrichtung aus einzelnen Modulen mit separaten
Trägermedium- und Schmiermittelleitungsabschnitten auftreten.
[0015] Der wenigstens eine mit dem Strangpressprofil verbundene Anschlussblock mit Schmiermittelanschlusskanälen
ermöglicht vorteilhaft einen flexibel an die Länge des Strangpressprofils anpassbaren
Anschluss der Schmiervorrichtung an ein Schmiermittelversorgungssystem.
[0016] Eine Ausgestaltung der Erfindung sieht vor, dass wenigstens ein Anschlussblock einen
Trägermediumanschlusskanal, der mit wenigstens einem Trägermediumkanal des Strangpressprofils
verbunden ist, aufweist. Diese Ausgestaltung der Erfindung ermöglicht vorteilhaft
einen flexibel an die Länge des Strangpressprofils anpassbaren Anschluss der Schmiervorrichtung
an ein Trägermediumversorgungssystem. Eine weitere Ausgestaltung der Erfindung sieht
vor, dass das Strangpressprofil aus Aluminium oder Kupfer oder einer Aluminiumlegierung
oder einer Kupferlegierung gefertigt ist. Diese Ausgestaltung der Erfindung reduziert
vorteilhaft deutlich das Gewicht der Schmiervorrichtung gegenüber herkömmlichen Schmiervorrichtungen,
die typisch aus Stahl gefertigt werden. Dadurch kann die Schmiervorrichtung insbesondere
manuell ein- und ausgebaut und ausgetauscht werden, ohne eine spezielle Hebevorrichtung
wie einen Kran verwenden zu müssen, was den Ein- und Ausbau sowie den Austausch und
die Wartung einer Schmiervorrichtung erheblich vereinfacht und verkürzt. Ein weiterer
Vorteil ergibt sich aus der hohen Korrosionsbeständigkeit von Aluminium, Kupfer und
Aluminium- und Kupferlegierungen, insbesondere beim Verwenden von Wasser als Trägermedium.
Dies ist wichtig, da die Wasserqualität in Walzanlagen im Allgemeinen sehr stark schwankt
bzw. das Wasser oft sehr verschmutzt ist.
[0017] Eine weitere Ausgestaltung der Erfindung sieht vor, dass jede Düse über wenigstens
einen von außen in das Strangpressprofil gebohrten Stichkanal mit einem Schmiermittelkanal
des Strangpressprofils verbunden ist. Jeder Stichkanal des Strangpressprofils ist
dabei nach außen beispielsweise mit einem Blindstopfen verschlossen. Diese Ausgestaltung
der Erfindung ermöglicht eine flexible, den jeweiligen Positionen der Düsen angepasste
Verbindung der Düsen mit den Schmiermittelkanälen des Strangpressprofils durch von
außen in das Strangpressprofil gebohrte Stichleitungen.
[0018] Eine weitere Ausgestaltung der Erfindung sieht vor, dass jede Düse durch einen Bajonettverschluss
oder durch eine Schraubverbindung lösbar mit dem Strangpressprofil verbunden ist.
Diese Ausgestaltung der Erfindung ermöglicht vorteilhaft einen einfachen Ein- und
Ausbau und Austausch der Düsen, der im Falle einer Verwendung von Bajonettverschlüssen
zur Befestigung der Düsen sogar werkzeuglos erfolgen kann.
[0019] Eine weitere Ausgestaltung der Erfindung sieht vor, dass wenigstens ein Anschlussblock
ein Schmiermittelumleitungssegment mit Schmiermittelleitungen aufweist, die jeweils
einen Schmiermittelanschlusskanal des Anschlussblocks mit einem Schmiermittelkanal
des Strangpressprofils verbinden und das Schmiermittel umlenken. Weitergestaltungen
dieser Ausgestaltung der Erfindung sehen vor, dass jedes Schmiermittelumleitungssegment
einen Blechstapel mehrerer gestapelter Bleche und optional eine an dem Blechstapel
angeordnete Dichtung aufweist, wobei die Bleche und die optionale Dichtung Aussparungen
aufweisen, die die Schmiermittelleitungen bilden. Diese Ausgestaltungen der Erfindung
ermöglichen, das Schmiermittel von den Schmiermittelanschlusskanälen eines Anschlussblocks
zu den Schmiermittelkanälen des Strangpressprofils umzulenken. Dadurch können die
Schmiermittelanschlusskanäle beispielsweise entlang einer Rückseite des Strangpressprofils
geführt werden, wodurch die Schmiervorrichtung platzsparend ausgeführt werden kann.
Die Realisierung der Umlenkung des Schmiermittels durch Aussparungen in gestapelten
Blechen ist vorteilhaft, da derartige Bleche kostengünstig, präzise und flexibel beispielsweise
durch Laserschneiden hergestellt werden können.
[0020] Eine weitere Ausgestaltung der Erfindung sieht vor, dass jeder Schmiermittelkanal
des Strangpressprofils mit einem außerhalb des Strangpressprofils angeordneten Schaltventil
verbunden ist. Die Schaltventile ermöglichen eine Dosierung der Schmiermittelflüsse
zu den Düsen. Die Anordnung der Schaltventile außerhalb des Strangpressprofils vereinfacht
die Wartung und erforderlichenfalls den Austausch der Schaltventile und vereinfacht
dadurch die Instandhaltung der Schmiervorrichtung.
[0021] Eine weitere Ausgestaltung der Erfindung sieht vor, dass an jedem der beiden sich
gegenüber liegenden Profilenden des Strangpressprofils ein Anschlussblock mit dem
Strangpressprofil verbunden ist, wobei jeder Anschlussblock Schmiermittelanschlusskanäle
aufweist, die jeweils mit einem Schmiermittelkanal des Strangpressprofils verbunden
sind. Vorzugsweise weisen beide Anschlussblöcke einen Trägermediumanschlusskanal auf,
der mit jedem Trägermediumkanal des Strangpressprofils verbunden ist. Dadurch wird
das Strangpressprofil an beiden Profilenden abgedichtet und außerdem eine beidseitige
Zufuhr von Trägermedium und Schmiermittel ermöglicht.
[0022] Eine weitere Ausgestaltung der Erfindung sieht einen Düsenschutzrahmen vor, der an
dem Strangpressprofil um die Düsen herum angeordnet ist und Rahmenausnehmungen für
die Düsen aufweist. Durch den Düsenschutzrahmen können die Düsen vorteilhaft vor Beschädigungen,
beispielsweise bei einem Bandriss des Walzbandes oder durch so genannte Hochgeher
(Cobbles), geschützt werden.
[0023] Bei einem erfindungsgemäßen Verfahren zur Herstellung einer erfindungsgemäßen Schmiervorrichtung
wird das Strangpressprofil hergestellt, indem in einem Strangpressverfahren ein Halbzeug
mit den Schmiermittelkanälen und dem wenigstens einen Trägermediumkanal hergestellt
wird und das Halbzeug anschließend auf eine Länge zugeschnitten wird, die von einer
Ausdehnung eines zu schmierenden Schmierungsbereiches abhängt. In das Halbzeug werden
Düsenausnehmungen für die Düsen eingebracht und für jede Düsenausnehmung wird wenigstens
ein Stichkanal von einer Außenoberfläche des Halbzeugs in das Strangpressprofil gebohrt,
um die Düsenausnehmung mit einem durch das Strangpressprofil verlaufenden Schmiermittelkanal
zu verbinden. Dieses Verfahren ermöglicht vorteilhaft eine flexible Anpassung der
hergestellten Schmiervorrichtung an Parameter eines Walzgerüstes und Walzprozesses,
wie oben bereits ausgeführt wurde.
[0024] Die oben beschriebenen Eigenschaften, Merkmale und Vorteile dieser Erfindung sowie
die Art und Weise, wie diese erreicht werden, werden klarer und deutlicher verständlich
im Zusammenhang mit der folgenden Beschreibung von Ausführungsbeispielen, die im Zusammenhang
mit den Zeichnungen näher erläutert werden. Dabei zeigen:
FIG 1 eine perspektivische Darstellung einer Schmiervorrichtung,
FIG 2 eine perspektivische Darstellung eines Abschnitts einer Schmiervorrichtung,
FIG 3 eine perspektivische Schnittdarstellung eines Abschnitts einer Schmiervorrichtung,
FIG 4 eine perspektivische Darstellung eines aufgebrochenen Abschnitts einer Schmiervorrichtung,
FIG 5 eine perspektivische Schnittdarstellung eines Endabschnitts einer Schmiervorrichtung,
FIG 6 eine perspektivische Darstellung eines Endabschnitts einer Schmiervorrichtung,
und
FIG 7 eine perspektivische Explosionsdarstellung eines Anschlussblocks einer Schmiervorrichtung.
[0025] Einander entsprechende Teile sind in allen Figuren mit den gleichen Bezugszeichen
versehen.
[0026] Die Figuren 1 bis 7 zeigen verschiedene Darstellungen und Teildarstellungen einer
Schmiervorrichtung 1 zum Aufbringen eines Schmiermittels beim Walzen eines Walzgutes.
[0027] Figur 1 zeigt eine perspektivische Darstellung der gesamten Schmiervorrichtung 1.
Die Schmiervorrichtung 1 umfasst ein Strangpressprofil 3, zwei Anschlussblöcke 5,
6, mehrere Düsen 7 und einen Düsenschutzrahmen 9.
[0028] Das Strangpressprofil 3 ist ein länglicher Körper, der sich entlang seiner Längsachse
zwischen zwei Profilenden 31, 32 des Strangpressprofils 3 erstreckt. Das Strangpressprofil
3 weist einen vorderseitigen Abschnitt 33 mit einer Vorderseite 34 des Strangpressprofils
3 und einen rückseitigen Abschnitt 35 mit einer der Vorderseite 34 gegenüberliegenden
Rückseite 36 des Strangpressprofils 3 auf, wobei sich die Vorderseite 34 und die Rückseite
36 jeweils in Längsrichtung des Strangpressprofils 3, d. h. parallel zu dessen Längsachse
erstrecken. Die Vorderseite 34 wird einer Oberfläche zugewandt, auf die das Schmiermittel
aufgebracht wird.
[0029] Ein erster Anschlussblock 5 ist an einem ersten Profilende 31 des Strangpressprofils
3 angeordnet, der zweite Anschlussblock 6 ist an dem zweiten Profilende 32 des Strangpressprofils
3 angeordnet.
[0030] Die Düsen 7 sind nebeneinander entlang einer zu der Längsachse des Strangpressprofils
3 parallelen Gerade in den vorderseitigen Abschnitt 33 des Strangpressprofils 3 eingesetzt
(siehe dazu die Figuren 3 bis 5), wobei sie jeweils an der Vorderseite 34 des Strangpressprofils
3 aus dem Strangpressprofil 3 herausragen.
[0031] Der Düsenschutzrahmen 9 ist an dem Strangpressprofil 3 angeordnet, umgibt kappenartig
die Vorderseite 34 des Strangpressprofils 3 und erstreckt sich parallel zu der Längsachse
des Strangpressprofils 3. Der Düsenschutzrahmen 9 ist als ein Profil mit einem U-förmigen
Querschnitt ausgeführt, das für jede Düse 7 eine Rahmenausnehmung 91 aufweist. Der
Düsenschutzrahmen 9 steht weiter als die Düsen 7 von der Vorderseite 34 des Strangpressprofils
3 ab, um die Düsen 7 vor Beschädigungen zu schützen.
[0032] Zum besseren Verständnis ist in den Figuren 1 bis 7 jeweils ein auf das Strangpressprofil
3 bezogenes kartesisches Koordinatensystem mit Koordinaten X, Y, Z dargestellt, dessen
X-Achse parallel zu der Längsachse des Strangpressprofils 3 ist. Die Y-Achse des Koordinatensystems
verläuft durch die Vorderseite 34 und durch die Rückseite 36 des Strangpressprofils
3.
[0033] Im in den Figuren 1 bis 7 dargestellten Ausführungsbeispiel sind die Vorderseite
34 und die Rückseite 36 des Strangpressprofils 3 jeweils eben und senkrecht zur Richtung
der Y-Achse ausgeführt. Ferner sind die Profilenden 31, 32 in diesem Ausführungsbeispiel
zu der Längsachse des Strangpressprofils 3 senkrechte Oberflächen des Strangpressprofils
3 und somit jeweils parallel zu einer YZ-Ebene des Koordinatensystems.
[0034] Die Figuren 2 bis 4 zeigen das Strangpressprofil 3, die Düsen 7 und den Düsenschutzrahmen
9 der Schmiervorrichtung 1 im Detail. Figur 2 zeigt eine perspektivische Darstellung
des Strangpressprofils 3, daran befestigter Düsen 7 und des Düsenschutzrahmens 9,
wobei der Düsenschutzrahmen 9 transparent dargestellt ist. Figur 3 zeigt eine perspektivische
Schnittdarstellung eines Abschnitts der Schmiervorrichtung 1 mit einer zu der YZ-Ebene
parallelen Schnittebene, die durch eine Düse 7 verläuft. Figur 4 zeigt eine perspektivische
Darstellung eines Abschnitts der Schmiervorrichtung 1, der im Bereich einer Düse 7
aufgebrochen und mehrfach geschnitten dargestellt ist.
[0035] Durch das Strangpressprofil 3 verlaufen parallel zu dessen Längsachse mehrere (im
dargestellten Ausführungsbeispiel acht) Schmiermittelkanäle 41, zwei Trägermediumkanäle
42 und eine Düsenbefestigungsausnehmung 43. Die Schmiermittelkanäle 41, die Trägermediumkanäle
42 und die Düsenbefestigungsausnehmung 43 verlaufen jeweils über die gesamte Längsausdehnung
des Strangpressprofils 3 und sind jeweils zu beiden Profilenden 31, 32 des Strangpressprofils
3 offen.
[0036] Die Schmiermittelkanäle 41 verlaufen durch den rückseitigen Abschnitt 35 des Strangpressprofils
3. Die Schmiermittelkanäle 41 bilden zwei Reihen von Schmiermittelkanälen 41 (im dargestellten
Ausführungsbeispiel zwei Reihen von je vier Schmiermittelkanälen 41), wobei die beiden
Reihen auf verschiedenen Seiten einer Mittelebene M des Strangpressprofils 3 angeordnet
sind und die Schmiermittelkanäle 41 jeder Reihe entlang einer zur Y-Achse parallelen
Gerade nebeneinander angeordnet sind. Die Mittelebene M verläuft parallel zu einer
XY-Ebene des Koordinatensystems durch das Strangpressprofil 3 und ist zumindest näherungsweise
eine Symmetrieebene des Strangpressprofils 3.
[0037] Die Trägermediumkanäle 42 und die Düsenbefestigungsausnehmung 43 verlaufen durch
den vorderseitigen Abschnitt 33 des Strangpressprofils 3. Dabei verlaufen die Trägermediumkanäle
42 in einem größeren Abstand von der Vorderseite 34 des Strangpressprofils 3 als die
Düsenbefestigungsausnehmung 43, d. h. die Trägermediumkanäle 42 verlaufen zwischen
der Düsenbefestigungsausnehmung 43 und den Schmiermittelkanälen 41 durch das Strangpressprofil
3. Die Trägermediumkanäle 42 verlaufen auf verschiedenen Seiten der Mittelebene M.
Die Düsenbefestigungsausnehmung 43 ist symmetrisch zur Mittelebene M ausgeführt.
[0038] Die Düsenbefestigungsausnehmung 43 wird vorderseitig, d. h. zur Vorderseite 34 des
Strangpressprofils 3 hin, von einer Frontwand 37 begrenzt, deren Außenoberfläche die
Vorderseite 34 des Strangpressprofils 3 bildet. Rückseitig, d. h. zur Rückseite 36
des Strangpressprofils 3 hin, wird die Düsenbefestigungsausnehmung 43 von einer Zwischenwand
38 des Strangpressprofils 3 begrenzt, die die Düsenbefestigungsausnehmung 43 von den
Trägermediumkanälen 42 trennt. Die Trägermediumkanäle 42 werden voneinander durch
eine Trennwand 39 getrennt, die von der Zwischenwand 38 zu dem rückseitigen Abschnitt
35 des Strangpressprofils 3 verläuft.
[0039] Jede Düse 7 ist in eine Düsenausnehmung 44, 45, 46 in dem Strangpressprofil 3 eingesetzt.
Jede Düsenausnehmung 44, 45, 46 besteht aus einer Frontwandausnehmung 44 in der Frontwand
37, einer Zwischenwandausnehmung 45 in der Zwischenwand 38 und einer Trennwandausnehmung
46 in der Trennwand 39.
[0040] Jede Düse 7 ist zum Erzeugen und Ausgeben eines Schmiermittel-Trägermedium-Gemisches
aus Schmiermittel und einem Trägermedium ausgebildet. Jede Düse 7 weist einen Düsenrumpf
71 und einen mit dem Düsenrumpf 71 verbundenen Düsenkopf 72 auf.
[0041] Der Düsenrumpf 71 ist ein im Wesentlichen zylinderförmiger Hohlkörper, der einseitig
durch einen Düsenboden 73 verschlossen und zu dem Düsenkopf 72 offen ist. Der Düsenboden
73 weist einen Trägermediumeinlass 74 zur Einleitung von Trägermedium in die Düse
7 auf. Ferner weist der Düsenrumpf 71 zwei Schmiermitteleinlässe 75 zur Einleitung
von Schmiermittel in die Düse 7 auf, wobei die Schmiermitteleinlässe 75 in gleicher
Entfernung von dem Düsenboden 73 angeordnet sind.
[0042] Der Düsenkopf 72 ist kappenartig auf den Düsenrumpf 71 aufgesetzt und weist einen
Düsenauslass 76 zum Ausgeben des Schmiermittel-Trägermedium-Gemisches auf.
[0043] Jede Düse 7 ist durch einen Bajonettverschluss 77 bis 80 lösbar mit dem Strangpressprofil
3 verbunden. Der Bajonettverschluss 77 bis 80 umfasst einen Bajonettkragen 77, einen
Stützkragen 78, eine Klemmfeder 79 und einen Klemmring 80. Der Bajonettkragen 77,
der Stützkragen 78, die Klemmfeder 79 und der Klemmring 80 verlaufen jeweils ringförmig
um eine Düsenachse der Düse 7, die zwischen dem Düsenboden 73 und dem Düsenkopf 72
verläuft.
[0044] Der Bajonettkragen 77 ist Teil des Düsenrumpfes 71 und zwischen den Schmiermitteleinlässen
75 und dem Düsenkopf 72 angeordnet. Der Bajonettkragen 77 steht von dem übrigen Düsenrumpf
71 nach außen ab, wobei er zwei sich gegenüber liegende Kragensegmente 77.1, 77.2
aufweist, die weiter nach außen abstehen als die zwischen ihnen liegenden Bereiche
des Bajonettkragens 77. Die Frontwandausnehmung 44 hat eine zu dem Bajonettkragen
77 korrespondierende Kontur, so dass der Bajonettkragen 77 nur in einer passgenauen
Stellung relativ zu der Frontwandausnehmung 44 durch die Frontwandausnehmung 44 geführt
werden kann.
[0045] Der Stützkragen 78 ist Teil des Düsenkopfes 72 und steht von dem übrigen Düsenkopf
72 kreisringförmig nach außen ab.
[0046] Der Klemmring 80 ist zwischen dem Bajonettkragen 77 und dem Düsenkopf 72 angeordnet
und verläuft ringförmig um die Außenoberfläche des Düsenrumpfes 71 herum, wobei er
entlang der Düsenachse gegenüber dem Düsenrumpf 71 verschiebbar ist. Ein Außendurchmesser
des Klemmrings 80 ist größer als der Durchmesser der Frontwandausnehmung 44, so dass
er nicht durch die Frontwandausnehmung 44 geführt werden kann.
[0047] Die Klemmfeder 79 ist zwischen dem Stützkragen 78 des Düsenkopfes 72 und dem Klemmring
80 angeordnet und stützt sich mit einem vorderseitigen Ende an dem Stützkragen 78
und mit einem rückseitigen Ende an dem Klemmring 80 ab. Die Klemmfeder 79 ist in Richtung
der Düsenachse elastisch deformierbar und vorgespannt, so dass sie auf den Klemmring
80 eine Rückstellkraft in Richtung des Bajonettkragens 77 ausübt.
[0048] Die Zwischenwandausnehmungen 45 und die Trennwandausnehmungen 46 sind jeweils zur
Aufnahme eines rückseitigen Abschnitts des Düsenrumpfes 71 einer Düse 7 ausgebildet,
wobei jede Trennwandausnehmung 46 beide Trägermediumkanäle 42 mit dem Trägermediumeinlass
74 in dem Düsenboden 73 einer Düse 7 verbindet.
[0049] Um eine Düse 7 an dem Strangpressprofil 3 zu befestigen, wird die Düse 7 von der
Vorderseite 34 in eine Düsenausnehmung 44, 45, 46 eingesetzt, wobei der Bajonettkragen
77 passgenau durch die Frontwandausnehmung 44 geführt wird. Anschließend wird die
Düse 7 um etwa 90 Grad um ihre Düsenachse gedreht und losgelassen. Dadurch liegen
die Kragensegmente 77.1, 77.2 an der rückseitigen Oberfläche der Frontwand 37 an und
der Klemmring 80 liegt an der vorderseitigen Oberfläche der Frontwand 37 an. Ferner
übt die Klemmfeder 79 eine Rückstellkraft auf den Klemmring 80 aus, die den Klemmring
80 an die Frontwand 37 drückt und die Düse 7 damit in dem Strangpressprofil 3 befestigt.
Um eine Düse 7 aus dem Strangpressprofil 3 auszubauen (beispielsweise um eine Düse
7 auszuwechseln), wird die Düse 7 entsprechend um ihre Düsenachse gedreht bis ihr
Bajonettkragen 77 durch die Frontwandausnehmung 44 geführt werden kann und die Düse
7 anschließend aus der Düsenausnehmung 44, 45, 46 gezogen. Damit ermöglicht der Bajonettverschluss
77 bis 80 vorteilhaft ein lösbares und werkzeugfreies Einbauen, Ausbauen und Austauschen
von Düsen 7.
[0050] Jede Düse 7 ist über einen ersten Stichkanal 47 und einen zweiten Stichkanal 48 mit
einem durch das Strangpressprofil 3 verlaufenden Schmiermittelkanal 41 verbunden.
[0051] Jeder erste Stichkanal 47 verläuft gerade von der Rückseite 36 des Strangpressprofils
3 parallel zur Y-Achse zwischen den beiden Reihen von Schmiermittelkanälen 41 durch
den rückseitigen Abschnitt 35 des Strangpressprofils 3, durch die Trennwand 39 bis
in die Zwischenwand 38 und endet in der Zwischenwand 38 auf Höhe der Schmiermitteleinlässe
75 einer in dem Strangpressprofil 3 befestigten Düse 7, zu der der erste Stickkanal
47 verläuft.
[0052] Jeder zweite Stichkanal 48 verläuft von außen parallel zur Z-Achse durch den rückseitigen
Abschnitt 35 des Strangpressprofils 3 zu einem Schmiermittelkanal 41 und von diesem
Schmiermittelkanal 41 zu einem ersten Stichkanal 47 und verbindet dadurch den Schmiermittelkanal
41 mit dem ersten Stichkanal 47.
[0053] Jede Zwischenwandausnehmung 45 weist eine ringförmige Ausnehmungserweiterung 49 auf,
die auf Höhe der Schmiermitteleinlässe 75 einer Düse 7 verläuft, die in die Düsenausnehmung
44, 45, 46 mit dieser Zwischenwandausnehmung 45 eingesetzt ist. Die Ausnehmungserweiterung
49 der Zwischenwandausnehmung 45 bildet nach Einsetzen der Düse 7 also einen Ringkanal
um den Düsenrumpf 71 dieser Düse 7 auf der Höhe derer Schmiermitteleinlässe 75. Der
zu dieser Düse 7 verlaufende erste Stichkanal 47 verläuft zu der Ausnehmungserweiterung
49 und verbindet diese dadurch über einen zweiten Stichkanal 48 mit einem Schmiermittelkanal
41.
[0054] Der von einer Ausnehmungserweiterung 49 gebildete Ringkanal um den Düsenrumpf 71
einer Düse 7 wird durch zwei Dichtringe 10, 11 abgedichtet, die in die Außenoberfläche
des Düsenrumpfes 71 der Düse 7 eingebracht sind, um die Düsenachse der Düse 7 herum
verlaufen und an der Zwischenwand 38 anliegen. Dabei weist ein erster Dichtring 10
einen geringeren Abstand zu dem Düsenboden 73 als die Schmiermitteleinlässe 75 auf
und dichtet den Ringkanal rückseitig ab. Der zweite Dichtring 11 weist einen größeren
Abstand zu dem Düsenboden 73 als die Schmiermitteleinlässe 75 auf und dichtet den
Ringkanal vorderseitig ab.
[0055] Jede Trennwandausnehmung 46 ist so tief ausgeführt, dass sie beide Trägermediumkanäle
42 mit dem Trägermediumeinlass 74 einer in die zugehörige Düsenausnehmung 44, 45,
46 eingesetzten Düse 7 verbindet.
[0056] Jeder Stichkanal 47, 48 ist nach außen mit einem Blindstopfen 12 verschlossen.
[0057] Figur 4 zeigt auch eine von mehreren Schraubverbindungen 92, mit denen der Düsenschutzrahmen
9 an dem Strangpressprofil 3 befestigt ist.
[0058] Die Figuren 5 bis 7 zeigen den ersten Anschlussblock 5 und dessen Anbindung an das
Strangpressprofil 3. Figur 5 zeigt eine perspektivische Schnittdarstellung eines den
ersten Anschlussblock 5 aufweisenden Endabschnitts der Schmiervorrichtung 1 mit der
Mittelebene M als Schnittebene. Figur 6 zeigt eine perspektivische Darstellung des
ersten Anschlussblocks 5 und transparent dargestellte Endabschnitte des Strangpressprofils
3 und des Düsenschutzrahmens 9. Figur 7 zeigt eine perspektivische Explosionsdarstellung
des ersten Anschlussblocks 5 der Schmiervorrichtung 1. Der zweite Anschlussblock 6
ist analog zu dem ersten Anschlussblock 5 ausgeführt. Daher wird im Folgenden nur
der erste Anschlussblock 5 beschrieben.
[0059] Der erste Anschlussblock 5 umfasst ein Anschlusssegment 51, ein Schmiermittelumleitungssegment
52 und ein Trägermediumumleitungssegment 53.
[0060] Das Anschlusssegment 51 liegt an der Rückseite 36 des Strangpressprofils 3 an und
schließt profilendseitig bündig mit dem ersten Profilende 31 des Strangpressprofils
3 ab. Dadurch steht das Anschlusssegment 51 nicht seitlich von dem Strangpressprofil
3 ab, was eine platzsparende Ausführung der Schmiervorrichtung 1 bewirkt, die insbesondere
einen raschen Ein- und Ausbau der Schmiervorrichtung 1 in einer Walzstraße ermöglicht.
Das Schmiermittelumleitungssegment 52 liegt an dem ersten Profilende 31 des Strangpressprofils
3 und an dem Anschlusssegment 51 an. Das Trägermediumumleitungssegment 53 liegt an
einer von dem Strangpressprofil 3 abgewandten Seite des Schmiermittelumleitungssegments
52 an.
[0061] Durch das Anschlusssegment 51 verlaufen mehrere (im dargestellten Ausführungsbeispiel
acht) Schmiermittelanschlusskanäle 54 und ein Trägermediumanschlusskanal 55 zu dem
Schmiermittelumleitungssegment 52. In Figur 5 ist der Verlauf des Trägermediumanschlusskanals
55 gezeigt, in Figur 6 ist beispielhaft der Verlauf von zwei Schmiermittelanschlusskanälen
54 gezeigt, in Figur 7 ist der Verlauf aller Schmiermittelanschlusskanäle 54 und des
Trägermediumanschlusskanals 55 gezeigt.
[0062] In dem Schmiermittelumleitungssegment 52 verlaufen mehrere (im dargestellten Ausführungsbeispiel
acht) Schmiermittelleitungen 56, 57, 58, die jeweils einen Schmiermittelanschlusskanal
54 des ersten Anschlussblocks 5 mit einem Schmiermittelkanal 41 des Strangpressprofils
3 verbinden und das Schmiermittel von dem Schmiermittelanschlusskanal 54 zu dem Schmiermittelkanal
41 umlenken.
[0063] Jede Verbindungsleitung 56, 57, 58 besteht aus einer Schmiermittelanschlusskanalverlängerung
56, die einen Schmiermittelanschlusskanal 54 des Anschlusssegments 51 geradlinig in
das Schmiermittelumleitungssegment 52 verlängert, einer Schmiermittelkanalverlängerung
57, die einen Schmiermittelkanal 41 des Strangpressprofils 3 geradlinig in das Schmiermittelumleitungssegment
52 verlängert, und einem Schmiermittelverbindungskanal 58, der eine Schmiermittelanschlusskanalverlängerung
56 mit einer Schmiermittelkanalverlängerung 57 verbindet.
[0064] Durch das Schmiermittelumleitungssegment 52 verlaufen ferner eine Trägermediumanschlusskanalverlängerung
59, die den Trägermediumanschlusskanal 55 des Anschlusssegments 51 zu dem Trägermediumumleitungssegment
53 verlängert, und zwei Trägermediumkanalverlängerungen 60, die jeweils einen der
beiden Trägermediumkanäle 42 des Strangpressprofils 3 zu dem Trägermediumumleitungssegment
53 verlängern.
[0065] In dem Trägermediumumleitungssegment 53 verläuft ein Trägermediumverbindungskanal
61, der die Trägermediumanschlusskanalverlängerung 59 mit den beiden Trägermediumkanalverlängerungen
60 verbindet und das Trägermedium umlenkt.
[0066] Das Schmiermittelumleitungssegment 52 umfasst einen Blechstapel mehrerer gestapelter
Bleche 62, 63 und optional eine plattenförmige Dichtung 64, die zwischen dem Blechstapel
und dem Strangpressprofil 3 sowie dem Anschlusssegment 51 angeordnet ist. Die Bleche
62, 63 und die Dichtung 64 weisen jeweils Aussparungen 65 bis 67 auf, welche die Schmiermittelleitungen
56, 57, 58, die Trägermediumanschlusskanalverlängerung 59 und Trägermediumkanalverlängerungen
60 bilden.
[0067] Der Blechstapel wird von Verbindungsblechen 62 und Trennblechen 63 gebildet, die
einander abwechseln, so dass zwischen zwei Trennblechen 63 jeweils ein Verbindungsblech
62 angeordnet ist.
[0068] Jeder Schmiermittelverbindungskanal 58 wird durch genau eine längliche Verbindungsaussparung
65 in einem Verbindungsblech 62 gebildet. Die mit einem Schmiermittelverbindungskanal
58 verbundene Schmiermittelanschlusskanalverlängerung 56 und die mit diesem Schmiermittelverbindungskanal
58 verbundene Schmiermittelkanalverlängerung 57 werden jeweils durch hintereinander
angeordnete, zueinander korrespondierende Stapelaussparungen 66 in allen Blechen 62,
63, die zwischen der Dichtung 64 und dem den Schmiermittelverbindungskanal 58 bildenden
Verbindungsblech 62 angeordnet sind, sowie in der Dichtung 64 gebildet. Jede Verbindungsaussparung
65 in einem Verbindungsblech 62 wird durch das hinter dem Verbindungsblech 62 angeordnete
Trennblech 63 vollständig abgedeckt und durch das vor dem Verbindungsblech 62 angeordnete
Trennblech 63 bis auf diejenigen Bereiche abgedeckt, die hinter Stapelaussparungen
66 in diesem Trennblech 63 liegen. Dabei wird ein Blech 62, 63 als hinter einem anderen
Blech 62, 63 angeordnet bezeichnet, wenn es näher an dem Trägermediumumleitungssegment
53 liegt. Entsprechendes gilt für die Aussparungen 65 bis 67.
[0069] In dem dargestellten Ausführungsbeispiel weist jedes Verbindungsblech 62 zwei Verbindungsaussparungen
65 auf und bildet dementsprechend mit den angrenzenden Trennblechen 63 zwei Schmiermittelverbindungskanäle
58.
[0070] Die Trägermediumanschlusskanalverlängerung 59 und die Trägermediumkanalverlängerungen
60 werden jeweils durch hintereinander angeordnete, zueinander korrespondierende Trägermediumkanalaussparungen
67 in allen Blechen 62, 63 und der Dichtung 64 gebildet.
[0071] Bis auf das vordere, direkt hinter der Dichtung 64 angeordnete Trennblech 63 weisen
die Trennbleche 63 eine geringere Dicke als die Verbindungsbleche 62 auf.
[0072] In dem dargestellten Ausführungsbeispiel weist das Anschlusssegment 51 für jeden
Schmiermittelanschlusskanal 54 eine Schmiermittelanschlussöffnung 68 und für den Trägermediumanschlusskanal
55 eine Trägermediumanschlussöffnung 69 zu einer rückseitigen Außenseite des Anschlusssegments
51 auf. Dabei befindet sich die Trägermediumanschlussöffnung 69 näher an dem Schmiermittelumleitungssegment
52 als die Schmiermittelanschlussöffnungen 68. Ferner ist die rückseitige Außenseite
des Anschlusssegments 51 im Bereich der Schmiermittelanschlussöffnungen 68 gegenüber
der Rückseite 36 des Strangpressprofils 3 abgeschrägt, wobei sich ihr Abstand von
der Rückseite 36 des Strangpressprofils 3 mit zunehmender Entfernung von dem Schmiermittelumleitungssegment
52 verringert.
[0073] Das Strangpressprofil 3 ist beispielsweise aus Aluminium oder Kupfer oder einer Aluminiumlegierung
oder einer Kupferlegierung gefertigt.
[0074] Die Dichtung 64 ist beispielsweise aus Nitrilkautschuk oder Fluorkautschuk gefertigt.
[0075] Die Bleche 62, 63 sind beispielsweise aus Edelstahl oder einer Aluminiumlegierung
gefertigt.
[0076] Bei der Herstellung einer oben beschriebenen Schmiervorrichtung 1 wird das Strangpressprofil
3 hergestellt, indem in einem Strangpressverfahren zunächst ein Halbzeug mit den Schmiermittelkanälen
41, Trägermediumkanälen 42 und der Düsenbefestigungsausnehmung 43 hergestellt wird.
Das Halbzeug wird anschließend auf eine Länge zugeschnitten, die von einer Ausdehnung
eines zu schmierenden Schmierungsbereiches abhängt. In das Halbzeug werden die Düsenausnehmungen
44, 45, 46 für die Düsen 7, die Ausnehmungserweiterungen 49 in den Zwischenwandausnehmungen
45 und die Stichkanäle 47, 48 eingebracht, beispielsweise jeweils durch Bohren und/oder
Fräsen. Abschließend werden die Stichkanäle 47, 48 durch Blindstopfen 12 verschlossen.
[0077] Bei der Herstellung der Anschlussblöcke 5, 6 werden die Aussparungen 65 bis 67 in
den Blechen 62, 63 beispielsweise durch Laserschneiden herausgeschnitten. Die Bleche
62, 63 eines Schmiermittelumleitungssegments 52 werden miteinander flüssigkeitsdicht
zu einem Blechstapel verklebt und anschließend verschraubt.
[0078] Nach Herstellung des Strangpressprofils 3 und der Anschlussblöcke 5, 6 wird jeder
Anschlussblock 5, 6 an einem Profilende 31, 32 des Strangpressprofils 3 befestigt
(beispielsweise durch in den Figuren 1 bis 7 nicht dargestellte Schraubverbindungen),
die Düsen 7 werden jeweils wie oben beschrieben in eine Düsenausnehmung 44, 45, 46
des Strangpressprofils 3 eingesetzt, und der Düsenschutzrahmen 9 wird durch die Schraubverbindungen
92 an dem Strangpressprofil 3 befestigt.
[0079] Im Betrieb der Schmiervorrichtung 1 wird deren Vorderseite 34 einer Oberfläche zugewandt,
auf die Schmiermittel ausgegeben werden soll, beispielsweise einer Oberfläche einer
Walze eines Walzgerüstes oder eines Walzgutes. Durch die Schmiermittelanschlussöffnungen
68 der Anschlussblöcke 5, 6 wird der Schmiervorrichtung 1 ein Schmiermittel zugeführt,
das über die Anschlussblöcke 5, 6 und die Schmiermittelkanäle 41 und Stichkanäle 47,
48 des Strangpressprofils 3 zu den Düsen 7 geleitet wird. Gleichzeitig wird der Schmiervorrichtung
1 durch die Trägermediumanschlussöffnungen 69 der Anschlussblöcke 5, 6 ein Trägermedium
zugeführt, das über die Anschlussblöcke 5, 6 und die Trägermediumkanäle 42 zu den
Düsen 7 geleitet wird. Das Schmiermittel ist beispielsweise ein Walzöl. Das Trägermedium
ist ein Gas, z. B. Luft, oder eine Flüssigkeit, z. B. Wasser.
[0080] Jede Düse 7 erzeugt aus dem ihr zugeführten Schmiermittel und Trägermedium ein Schmiermittel-Trägermedium-Gemisch
und gibt dies durch ihren Düsenauslass 76 in Form eines Sprühstrahls aus.
[0081] Obwohl die Erfindung im Detail durch bevorzugte Ausführungsbeispiele näher illustriert
und beschrieben wurde, so ist die Erfindung nicht durch die offenbarten Beispiele
eingeschränkt und andere Variationen können vom Fachmann hieraus abgeleitet werden,
ohne den Schutzumfang der Erfindung zu verlassen.
Bezugszeichenliste
[0082]
- 1
- Schmiervorrichtung
- 3
- Strangpressprofil
- 5, 6
- Anschlussblock
- 7
- Düse
- 9
- Düsenschutzrahmen
- 10, 11
- Dichtring
- 12
- Blindstopfen
- 31, 32
- Profilende
- 33
- vorderseitiger Abschnitt
- 34
- Vorderseite
- 35
- rückseitiger Abschnitt
- 36
- Rückseite
- 37
- Frontwand
- 38
- Zwischenwand
- 39
- Trennwand
- 41
- Schmiermittelkanal
- 42
- Trägermediumkanal
- 43
- Düsenbefestigungsausnehmung
- 44
- Frontwandausnehmung
- 45
- Zwischenwandausnehmung
- 46
- Trennwandausnehmung
- 47, 48
- Stichkanal
- 49
- Ausnehmungserweiterung
- 51
- Anschlusssegment
- 52
- Schmiermittelumleitungssegment
- 53
- Trägermediumumleitungssegment
- 54
- Schmiermittelanschlusskanal
- 55
- Trägermediumanschlusskanal
- 56
- Schmiermittelanschlusskanalverlängerung
- 57
- Schmiermittelkanalverlängerung
- 58
- Schmiermittelverbindungskanal
- 59
- Trägermediumanschlusskanalverlängerung
- 60
- Trägermediumkanalverlängerung
- 61
- Trägermediumverbindungskanal
- 62
- Verbindungsblech
- 63
- Trennblech
- 64
- Dichtung
- 65
- Verbindungsaussparung
- 66
- Stapelaussparung
- 67
- Trägermediumkanalaussparung
- 68
- Schmiermittelanschlussöffnung
- 69
- Trägermediumanschlussöffnung
- 71
- Düsenrumpf
- 72
- Düsenkopf
- 73
- Düsenboden
- 74
- Trägermediumeinlass
- 75
- Schmiermitteleinlass
- 76
- Düsenauslass
- 77
- Bajonettkragen
- 77.1, 77.2
- Kragensegment
- 78
- Stützkragen
- 79
- Klemmfeder
- 80
- Klemmring
- 91
- Rahmenausnehmung
- 92
- Schraubverbindung
- M
- Mittelebene
- X, Y, Z
- kartesische Koordinate
1. Schmiervorrichtung (1) zum Aufbringen eines Schmiermittels beim Walzen eines Walzgutes,
die Schmiervorrichtung (1) umfassend
- ein Strangpressprofil (3) mit zwei sich gegenüber liegenden Profilenden (31, 32),
zwischen denen mehrere zu beiden Profilenden (31, 32) offene Schmiermittelkanäle (41)
und wenigstens ein zu beiden Profilenden (31, 32) offener Trägermediumkanal (42) durch
das Strangpressprofil (3) verlaufen,
- für wenigstens ein Profilende (31, 32) einen Anschlussblock (5, 6), der an dem Profilende
(31, 32) mit dem Strangpressprofil (3) verbunden ist und Schmiermittelanschlusskanäle
(54), die jeweils mit einem Schmiermittelkanal (41) des Strangpressprofils (3) verbunden
sind, aufweist, und
- mit dem Strangpressprofil (3) verbundene Düsen (7), die jeweils mit einem Schmiermittelkanal
(41) und wenigstens einem Trägermediumkanal (42) des Strangpressprofils (3) verbunden
und zum Erzeugen und Ausgeben eines Schmiermittel-Trägermedium-Gemisches aus Schmiermittel
und einem Trägermedium ausgebildet sind.
2. Schmiervorrichtung (1) nach Anspruch 1,
dadurch gekennzeichnet, dass wenigstens ein
Anschlussblock (5, 6) einen Trägermediumanschlusskanal (55), der mit wenigstens einem
Trägermediumkanal (42) des Strangpressprofils (3) verbunden ist, aufweist.
3. Schmiervorrichtung (1) nach einem der vorhergehenden Ansprüche,
dadurch gekennzeichnet, dass das Strangpressprofil (3) aus Aluminium oder Kupfer oder einer Aluminiumlegierung
oder einer Kupferlegierung gefertigt ist.
4. Schmiervorrichtung (1) nach einem der vorhergehenden Ansprüche,
dadurch gekennzeichnet, dass jede Düse (7) über wenigstens einen von außen in das Strangpressprofil (3) gebohrten
Stichkanal (47, 48) mit einem Schmiermittelkanal (41) des Strangpressprofils (3) verbunden
ist.
5. Schmiervorrichtung (1) nach Anspruch 4,
dadurch gekennzeichnet, dass jeder Stichkanal (47, 48) des Strangpressprofils (3) nach außen mit einem Blindstopfen
(12) verschlossen ist.
6. Schmiervorrichtung (1) nach einem der vorhergehenden Ansprüche,
dadurch gekennzeichnet, dass jede Düse (7) durch einen Bajonettverschluss (77 bis 80) oder durch eine Schraubverbindung
lösbar mit dem Strangpressprofil (3) verbunden ist.
7. Schmiervorrichtung (1) nach einem der vorhergehenden Ansprüche,
dadurch gekennzeichnet, dass wenigstens ein
Anschlussblock (5, 6) ein Schmiermittelumleitungssegment (52) mit Schmiermittelleitungen
(56, 57, 58) aufweist, die jeweils einen Schmiermittelanschlusskanal (54) des
Anschlussblocks (5, 6) mit einem Schmiermittelkanal (41) des Strangpressprofils (3)
verbinden und das Schmiermittel umlenken.
8. Schmiervorrichtung (1) nach Anspruch 7,
dadurch gekennzeichnet, dass jedes Schmiermittelumleitungssegment (52) einen Blechstapel mehrerer gestapelter
Bleche (62, 63) aufweist, wobei die Bleche (62, 63) Aussparungen (65, 66) aufweisen,
die die Schmiermittelleitungen (56, 57, 58) bilden.
9. Schmiervorrichtung (1) nach Anspruch 7,
dadurch gekennzeichnet, dass jedes Schmiermittelumleitungssegment (52) einen Blechstapel mehrerer gestapelter
Bleche (62, 63) und eine an dem Blechstapel angeordnete Dichtung (64) aufweist, wobei
die Bleche (62, 63) und die Dichtung (64) Aussparungen (65, 66) aufweisen, die die
Schmiermittelleitungen (56, 57, 58) bilden.
10. Schmiervorrichtung (1) nach einem der vorhergehenden Ansprüche,
dadurch gekennzeichnet, dass jeder Schmiermittelkanal (41) des Strangpressprofils (3) mit einem außerhalb des
Strangpressprofils (3) angeordneten Schaltventil verbunden ist.
11. Schmiervorrichtung (1) nach einem der vorhergehenden Ansprüche,
dadurch gekennzeichnet, dass an jedem der beiden sich gegenüber liegenden Profilenden (31, 32) des Strangpressprofils
(3) ein Anschlussblock (5, 6) mit dem Strangpressprofil (3) verbunden ist, wobei jeder
Anschlussblock (5, 6) Schmiermittelanschlusskanäle (54) aufweist, die jeweils mit
einem Schmiermittelkanal (41) des Strangpressprofils (3) verbunden sind.
12. Schmiervorrichtung (1) nach Anspruch 11,
dadurch gekennzeichnet, dass beide Anschlussblöcke (5, 6) einen Trägermediumanschlusskanal (55), der mit jedem
Trägermediumkanal (42) des Strangpressprofils (3) verbunden ist, aufweisen.
13. Schmiervorrichtung (1) nach einem der vorhergehenden Ansprüche,
gekennzeichnet durch einen an dem Strangpressprofil (3) um die Düsen (7) herum angeordneten Düsenschutzrahmen
(9) mit Rahmenausnehmungen (91) für die Düsen (7).
14. Verfahren zur Herstellung einer Schmiervorrichtung (1) nach einem der vorhergehenden
Ansprüche, wobei das Strangpressprofil (3) hergestellt wird, indem
- in einem Strangpressverfahren ein Halbzeug mit den Schmiermittelkanälen (41) und
dem wenigstens einen Trägermediumkanal (42) hergestellt wird,
- das Halbzeug auf eine Länge zugeschnitten wird, die von einer Ausdehnung eines zu
schmierenden Schmierungsbereiches abhängt,
- in das Halbzeug Düsenausnehmungen (44, 45, 46) für die Düsen (7) eingebracht werden,
und
- für jede Düsenausnehmung (44, 45, 46) wenigstens ein Stichkanal (47, 48) von einer
Außenoberfläche des Halbzeugs in das Strangpressprofil (3) gebohrt wird, um die Düsenausnehmung
(44, 45, 46) mit einem durch das Strangpressprofil (3) verlaufenden Schmiermittelkanal
(41) zu verbinden.